Im Test: „MeLiTec“-LED-Lampen von Aldi Nord – eine ging hops (Update)

Was können LED-Lampen vom Discounter für 6 bis 9 Euro? Teilweise erstaunlich viel, wie der Test von drei „MeLiTec“-Retrofits zeigt, die’s Anfang der Woche als Sonderangebote bei Aldi Nord gab.

MeLiTec-E27-Leuchtbild
Eins der besonders farbtreuen Modelle aus der „MeLiTec“-Kollektion: Die kompakte 3,5-Watt/E27-„Kugel“ mit einem Farbwiedergabeindex von über Ra 90. (Fotos: W. Messer)

13 Varianten lagen da ab Montag in den Regalen, alle nicht dimmbar, mit GU10-, GU5.3-, E14- oder E27-Sockel, zwischen 250 und 470 Lumen Lichtstrom aus 3,5 bis 6,5 Watt und einer “warm-weißen” Farbtemperatur von nominell 2600 bis 3000 Kelvin. Während die LED-Strahler nur mit einem durchschnittlichen Farbwiedergabeindex von Ra >80 angegeben waren, sollten die rundstrahlenden Modelle teils eine exzellente Farbtreue von Ra >90 haben – eine Seltenheit bei solchen Sonderangeboten.

Auf meine Bitte hin hat sich mein Partner-Lichtlabor drei der günstigen, nicht dimmbaren Aldi-Nord-Retrofits mit EU-Ökolabel A+ besorgt und vor dem Weitertransport an mich ausführlich gemessen. Ich selbst gehöre ja zur anderen Hälfte des geteilten Discounter-Deutschlands (Aldi-Süd) und verfüge weder über eine Ulbricht-Kugel noch über ein Gerät zur Messung des Halbwertswinkels von LED-Lampen. Also müssen wir immer mal wieder Testlampen hin und her schicken, was unter Umständen nicht jede gut wegsteckt – vor allem bei robuster Behandlung der Sendungen durch den Paketdienst. Dazu später mehr.

MeLiTec-Packungen
Die drei Testexemplare in ihren Verpackungen mit dem typischen grün-weißen, dezenten „MeLiTec“-Design. Als erstes nehmen wir uns die „L 54“-Version mit E27-Sockel in der Mitte für 6,99 Euro vor:

Die kompakte Farbwiedergabe-„Wunderkugel“

MeLiTec-E27-ausOffiziell 250 Lumen und 2600 Kelvin, 3,5 Watt, 6 cm Durchmesser, 9,5 cm Länge, ca. 75 Gramm Gewicht – ziemlich unspektakuläre Werte für eine E27-LED-„Kugel“. Reicht gerade mal als Ersatz für eine traditionelle 25-Watt-Glühlampe und nimmt auch nicht mehr Platz in der Leuchte weg.

Dann fällt der Blick aber auf die Angabe des Farbtreuewerts: „Ra >90“ – das liegt weit über dem, was man bei einem Discounter-Sonderangebot für unter 10 Euro erwarten würde. Da gibt’s selten mehr als den EU-Mindestwert für Innenbeleuchtung von Ra 80 (zum Vergleich: Glüh- und Halogenlampen haben ca. Ra 100). Die „MeLiTec“-Leute haben diese Zahl doch hoffentlich nicht erfunden, oder?

Halbe Gedenksekunde beim Einschalten

Dann mal los mit dem Praxistest an einem zwischengeschalteten „Ecosavers“-Energiekosten-Messgerät. Die Lampe startet mit einer etwa halbsekündigen Einschaltverzögerung – ungewöhnlich für ein nicht dimmbares Modell, aber kein echter Malus. Geräuschentwicklung? Null, kein Surren oder Brummen wahrnehmbar. Auch ein Flimmern oder Flackern konnte ich nicht feststellen. Nach zwei Stunden „Einschwingen“ zeigt das Messgerät 3,8 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,62 (im Profi-Labor waren’s 3,2 W und 0,53); das Infrarot-Thermometer registriert an der heißesten Gehäusestelle unkritische 47 Grad.

MeLiTec-E27-Daten
Fast alles, was Sie wissen müssen, hat „MeLiTec“ auf die Packung (links) und teils auch auf die Lampenhaube (rechts) gedruckt – unter anderem die Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden und 20.000 Schaltzyklen.

Das Leuchtbild (siehe Foto ganz oben im Beitrag) erscheint von der Lichtfarbe und dem Abstrahlwinkel her ziemlich Glühlampen-ähnlich. Subjektiv liegt die Helligkeit zwischen einer traditionellen 25- und 40-Watt-„Birne“. Da sind wohl ein paar Lumen mehr unterwegs als angegeben. MeliTec-E27-LEDs-anVerantwortlich dafür sind sechs SMD-Chips im Sockel – zwei „warm-weiße“ und vier rote (Bild rechts).

Sie leuchten zwar mit einem Halbwertswinkel von nur 120 Grad nach oben; das Licht wird jedoch von der matten Kunststoffhaube breiter gestreut und letztendlich mit rund 230 Grad abgestrahlt (Diagramm der Lichtverteilungskurve).

Warum hat „MeLiTec“ zwei verschiedene Chip-Sorten in seine E27-Lampe gepackt? Ganz klar: Wegen der Farbtreue. Die meisten „warm-weißen“ LEDs auf dem Markt haben nämlich derzeit (Stand Mai 2014) noch Schwächen bei der Wiedergabe von Rot- und Rosa-Tönen. Besonders bemerkbar macht sich das in der Praxis etwa bei der Beleuchtung von Hautpartien und bestimmten Lebensmitteln (Paprika, Tomaten), auf dem Papier beim Messwert für die Einzelfarbe „Rot gesättigt“ (R9). Optimal wäre 100; viele LED-Lampen schaffen hier aber nur 5 bis 25 (auch bei „MeLiTec“, siehe weiter unten) .

Super-Wert im „roten Bereich“

Die Discounter-„Kugel“ ist um Welten besser: Das Lichtlabor attestiert einen exzellenten R9-Wert von 81,6; auch der „allgemeine Farbwiedergabeindex“ (aus acht ungesättigten Standard-Messfarben) übertrifft mit Ra 91,6 die Werksvorgabe. Etwas daneben liegt allerdings der offizielle, sehr „warme“ Farbtemperaturwert von 2600 Kelvin. Im Labor war das Licht mit 2712 K merklich „kühler“ (pdf-Download des Messprotokolls).

Der „Color Peak“ liegt dennoch überdeutlich im „roten Bereich“, wie das Spektraldiagramm zeigt (auf der vertikalen Achse die Leuchtleistung in Milliwatt, auf der horizontalen die Lichtwellenlänge in Nanometern):

MeLiTec-E27-Spektraldiagramm

Und so wirkt sich das alles bei der Abbildung meines Standard-Farbtreue-Modells aus, einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Hintergrund, fotografiert mit Weißabgleich „bewölkter Himmer“ und ohne Nachbearbeitung:

MeLiTec-E27-Farbtreue

Die Gelb-Rot-Verschiebung der weiß- und Schwarz-Töne ist sehr deutlich, die Rottöne wirken lebendig und kräftig, glänzende Oberflächen strahlen „goldig“ – so kennen wir das auch von Wolfram-Glühfäden. Dass die LED-Retrofit das Motorrädchen auch noch etwas heller ausleuchtet als eine 25-Watt-Glühlampe, hat zwei Gründe: Das Licht wird etwas enger in Richtung Haubenkopf gebündelt und laut Labor kommen 284 Lumen ‚raus statt nur 250.

Mein Testurteil:

Die ohnehin schon sehr ordentlichen Papierwerte der „MeLiTec“-Lampe werden weitestgehend erfüllt oder sogar übertroffen, das Preis-/Leistungsverhältnis ist außergewöhnlich gut. Leider wurde mal wieder on- und offline versäumt, einige der EU-Pflichtangaben zu nennen – beispielsweise die Farbkonsistenz in SDCM-Stufen. Das Spektraldiagramm gab’s natürlich auch nicht auf der Aldi-Website, sondern nur hier im Blog.

Mit einer Effizienz von ca. 80 Lumen/Watt und EU-Ökolabel A+ spart die kompakte E27-„Kugel“ gegenüber einer 25-W-Glühlampe rund 85% Strom und empfiehlt sich besonders für farbsensible Anwendungsbereiche, wo mehrere Exemplare für ausreichende Helligkeit sorgen – beispielsweise an Schminkspiegeln oder in der Leuchte über’m Esstisch. Dafür gibt’s von meiner LED-Bewertungsskala das Maximum für nicht dimmbare Lampen:
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sterne.

Der Hochvolt-Spot als 50-Watt-Ersatz

MeLiTec-GU10-ausKnapp 6 Euro für einen PAR16/GU10-LED-Spot, der mit 300 Lumen, 780 Candela Lichtstärke und nur 5 Watt EU-offiziell einen 50-Watt-Halogenstrahler setzen kann – das klingt doch prima. Das „MeLiTec“-Modell „L71“ unterscheidet sich allerdings doch etwas von seinen stromfressenden Ahnen: Es ist nicht dimmbar, bietet offiziell nur einen Farbwiedergabeindx von Ra >80 (statt 100) und leuchtet mit nominell 3000 Kelvin etwas „kühler“.

Die Aluguss/Kunststoff-Bauweise mit silbernen Kühlrippen, Konvektions- Luftlöchern, 5 cm Maximaldurchmesser, 5,6 cm Länge und 53 Gramm Gewicht kennen wir schon von vielen ähnlichen Modellen anderer Marken. Und auch der Lichteindruck der vier LED-Chips unter der Abdecklinse/-Streuscheibe (Bild unten links) erinnert spontan an jenen, den beispielsweise ältere Osram-„LED Superstar“-Spots mit 3000 K erzeugen.

MeLiTec-GU10-top:Daten

MeLiTec-GU10-LeuchtbildDer „MeLiTec L71“-Spot startet jedenfalls ohne merkliche Verzögerung, bleibt angenehm still und zieht laut meinem Amateur-Messgerät 5,8 Watt mit einem Leistungsfaktor von 0,68. Die Lichtprofis von David Communication ermittelten 5,22 W und 0,62.

Die maximale Gehäusetemperatur stieg im Dauerbetrieb auf 56 Grad. Das Leuchtbild (Foto) zeigt zwei Haupt-Abstrahlkeulen: Unten eine schwache, relativ breite, ein Stück darüber eine stärkere, die enger gebündelt ist und deshalb auch ziemlich weit reicht. Die angegebene maximale Lichtstärke von 780 Candela erscheint glaubhaft, aber wie sieht’s mit Lichtstrom und Abstrahlwinkel aus?

Nennwerte werden einigermaßen erreicht

Der GU10-Spot schafft laut Labor rund 34 Grad Halbwertswinkel und insgesamt 324 Lumen (Diagramm). Für den Nennwert darf bei Richtstrahlern EU-offiziell aber nur der Lichtstrom innerhalb eines 90-Grad-Winkels angegeben werden. Wir waren mal gnädig und haben als realistischere Vorgabe ausnahmsweise alles in einer 120°-Spanne gelten lassen: 292 Lumen.

Für die gleißende Beleuchtung meines Farbtreue-Modells war’s jedenfalls genug und das Ergebnis ein deutlich anderes als mit der E27-„Kugel“ oben:

MeLiTec-GU10-Farbtreue

Der weiße Hintergrund blieb neutraler – mit geringerem Rotstich; alle anderen Farben erfuhren eine merkliche Gelbverschiebung, das eigentlich satte Rot tendiert zu Ocker. Das liegt einerseits an der vom Labor gemessenen Farbtemperatur von gut 2920 Kelvin und dem „Color Peak“ im Gelb-Orange-Bereich (601 nM), andererseits am moderaten Farbwiedergabeindex Ra 81,3 (Messprotokoll).

Bei den zusätzlichen sechs Messfarben fällt vor allem die R9-Schwäche auf: Nur 8,6 bei „Rot gesättigt“ ist eigentlich nicht mehr Stand der LED-Technik. Auch wenn der Lichteindruck oberflächlich ganz okay ausfällt, würde ich diesen Spot nicht für die Beurteilung von Hautkosmetik, Bräunungsgraden, Sockenfarben oder Gemüsereife einsetzen. Hier gibt’s wesentlich geeignetere Strahler, die allerdings auch (noch) weit teurer sind.

Mein Testurteil:

Der nominell 5 Watt starke GU10-Spot von „MeLiTec“ bietet durchschnittliche Einsteigerqualität zum Sonderpreis. Vor einem Jahr hätten Sie für so einen 50-Watt-Halogenstrahler-LED-Ersatz noch mindestens das Doppelte bezahlen müssen. Effizienz, Nennlebensdauer und Lichteindruck gehen in Ordnung, können aber keine sehr hohen Ansprüche erfüllen. Von meiner LED-Skala gibt’s daher nur solide
LED-SternLED-SternLED-Sterndrei Sterne.

Von 376 auf 0 Lumen: Der Ausfallkandidat

MeLiTec-GU5.3-aus:Daten
MeliTec-GU5.3-innen1Mit LED-Breitstrahlern hatte ich dieses Jahr noch nicht viel Glück – die 5-Watt/GU5.3-„L45“-Niedervoltlampe von „MeLiTec“ für 5,99 Euro (Fotos oben: Lampe und Packungsausschnitt) mit nominell 120 Grad Halbwertswinkel, 360 Lumen und 140 Candela setzt diese Serie leider fort.

Nach dem Kauf der 42 Gramm leichten Testlampe bei Aldi Nord stellte das Labor fest, dass sich die Verbindung zwischen dem edel aussehenden Metallkopf und dem Kunststoffsockel gelöst hatte. Sie wird im Innern von zwei Schrauben in Plastikgewinden hergestellt, die jedoch gebrochen waren (Bild rechts oben). Damit eröffneten sich ungewollte Einblicke auf die Platine mit der Vorschaltelektronik:

MeLiTec-GU5.3-innen3:4

Zum Messen wurde improvisiert

Für die Messungen wurde die zwei Strahlerteile notdürftig zusammengeklebt – der Elektronik und den zwölf LED-Chips machte das bis dahin offensichtlich nichts aus. In der Ulbrichtkugel lieferten sie insgesamt 376 Lumen Lichtstrom, etwas mehr als der Nennwert 360 lm. Wenn ein Strahler über 90° Halbwertswinkel hat, ist er laut EU-Vorgabe keine „Akzentbeleuchtung“ (= Spot) und der Lumen-Nennwert muss sich nicht auf einen Winkelbereich beschränken. Die Lichtverteilungskurve zeigte rund 110 Grad (Diagramm)  – passt also.

Der Weitertransport zu mir bekam der Lampe allerdings nicht gut. Dem Päckchen waren schon äußerlich die Spuren einer sehr robusten Behandlung durch den Paketdienst anzusehen, drinnen hatten offenbar nur zwei der drei Modelle keinen Schaden davongetragen. Der GU5.3-Strahler wollte jedenfalls bei mir nicht mehr arbeiten – deshalb gab’s vorerst auch keinen Test und keine Leuchtbilder (siehe Update weiter unten).

Laborwerte müssen diesmal reichen

Bleiben nur die Labor-Messwerte: 5,16 Watt (der Leistungsfaktor kann bei Niedervolt-Lampen nicht extra ermittelt werden, sondern hängt allein vom verwendeten Trafo/Treiber ab), Farbtemperatur 2927 Kelvin, „Color Peak“ 605 nM, Farbwiedergabeindex Ra 84,2 (pdf-Download des Messprotokolls). Einigermaßen bemerkenswert ist der R9-Wert von 20,6 für die Zusatz-Messfarbe „Rot gesättigt“. Das ist erheblich besser als beim oben getesteten GU10-Spot, und auch die Ergebnisse bei den anderen Einzelfarben sind höher. Hier werkeln also definitiv völlig andere „Medium Power“-LED-Chips, trotz gleicher nomineller Farbtemperatur.

Welche Art von 12-Volt-Spannung der Strahler bevorzugt, verrät die Packung leider nicht. Der Sockelaufdruck legt mittels einer Wellenlinie zwar Wechselspannung nahe; die Lampe funktionierte im Labor aber problemlos an einem Gleichspannungs-Treiber. „MeLiTec“ verriet mir auf Nachfrage, dass die Lampe tatsächlich beides ohne Probleme vertragen sollte.

Update 3.6.: „MeLiTec“ hat heute auf diesen Beitrag reagiert und will mir mehrere „L45“-Ersatzexemplare schicken, damit ich den Test komplettieren kann. Der defekte Strahler geht im Gegenzug zur Analyse nach Ense.

Zweiter Versuch mit dem „Breitstrahler“

Drei neue GU5.3-Strahler hat mir „MeLiTec“ überlassen – und was soll ich sagen: Alle drei sind unbeschädigt und leuchten. Also los mit dem Test. Im offenen Sockel und an einem „Govena“-Trafo startete das Modell ohne nennenswerte Einschaltverzögerung, blieb absolut geräuschlos, zog nach zwei Stunden „Warmlaufen“ netto rund 5,4 Watt (plus ca. 2,5 Watt für den Trafo) und wurde an der heißesten Gehäusestelle rund 51 Grad warm; die Glasabdeckung erreichte im „stehenden“ Betrieb 55 Grad. Bis hierhin kein Problem.

MeLiTec-GU5.3-Leuchtbild
Das Leuchtbild des „MeLiTec“-GU5.3-Strahlers zeigt einen Lichtkegel, der etwa ein Drittel eines Vollwinkels umfasst – also rund 120 Grad. Auf kurze Distanz wirkt er besonders hell; der Streulichtanteil ist gering.

Auffallend war die gleißende, blendende Helligkeit im Nahbereich – dank der klaren Scheibe und der hohen Lichtstrom-Leistung. Direkte Blicke zum Strahler sollten deshalb vermieden werden, auch von der Seite. Eine matte Diffusor-Abdeckung wäre sicher optisch angenehmer, würde allerdings auch einige der schönen Lumen schlucken. Sollte man bei „MeLiTec“ dennoch als Variante anbieten – eventuell in Form einer vom Kunden montierbaren Vorsatzscheibe als Zubehör.

Die Lichtfarbe ähnelt erwartungsgemäß der des oben getesteten GU10-Spots, wirkt aber noch einen Tick neutraler, weniger gelblich, weiter weg von Halogen- und Glühlampen. Das sehen Sie vielleicht auch an meinem Farbtreue-Standardbild (Weißabgleich „bewölkter Himmel“, keine Nachbearbeitung):

MeLiTec-GU5.3-Farbtreue

Da ist etwas mehr Leben in den Rottönen, ein geringerer Gelbstich im eigentlich weißen Untergrund und auf der schwarzen Sitzbank. Unangenehme Blau- oder Grünstiche sind mir nicht aufgefallen. Viel mehr kann man aktuell von einem 6-Euro-Strahler mit nominellem Farbwiedergabeindex Ra 80 kaum erwarten. Da gibt’s doppelt so teure Konkurrenzprodukte, die’s auch nicht besser hinkriegen.

Etwa 10 mm länger als ein Halogenspot

Weniger schön: Die Gesamtlänge von 54 mm ist deutlich größer als etwa bei GU5.3-LED-Spots von Philips, Toshiba oder BenQ (ca. 48 mm) und Niedervolt-Halogenstrahlern (knapp 44 mm). Da gibt es durchaus Leuchten, in die der „MeLiTec“-Strahler nur knapp oder gar nicht ‚reinpasst. Wenn’s gut läuft, lugt er nur ein wenig über’s Gehäuse ‚raus. Wenn’s schlecht läuft, kann er in einer Deckenleuchte vorne nicht mehr mit einer Klammer gesichert werden und baumelt haltlos herum.

So ging’s mir mit einer runden „Night Sky“ von „Paul Neuhaus“, in dem ich die drei L45-Exemplare leider nur testweise provisorisch fixieren konnte. Selbst dieser Spaß dauerte jedoch nicht lange: Schon am ersten Tag – nach weniger als einer Netto-Leuchtstunde – verabschiedete sich der serienmäßig eingebaute Trafo, der zuvor vier Jahre lang alle möglichen Halogen- und LED-Lampen ausgehalten hatte, in die ewigen Jagdgründe. Warum das ausgerechnet mit den „MeLiTec“-Strahlern passierte? Keine Ahnung. Überlastung kann’s bei insgesamt rund 15 Watt nicht gewesen sein; der Trafo ist für die vierfache Leistung ausgelegt.

Mein Testurteil:

Niedervolt-LED-Strahler mit einem breiteren Halbwertswinkel als 90 Grad, überdurchschnittlicher Lichtqualität und einer Gesamthelligkeit in der Größenordnung einer 35-Watt-Halogenlampe gibt’s nicht sehr häufig – noch seltener für unter 6 Euro. Gut, dass „MeLiTec“ so was anbietet – wenn auch nicht dimmbar. Das optische Erscheinungsbild des „L45“ mit sichtbaren Kabelenden und Lötkontakten unter der klaren Abdeckung erscheint mir zwar genau so verbesserungsbedürftig wie die offenbar bruchgefährdete Verschraubung der Gehäusehälften sowie die leichte Überlänge. Sonst gibt’s aber nichts zu meckern und von meiner LED-Bewertungsskala verdiente
LED-SternLED-SternLED-Sterndrei Sterne.

Update 5.6.: Das 60-Watt-Netzteil der Leuchte für die drei GU5.3-Sockel war definitiv durchgeschmort – inklusive des typischen „Elektronik-Gestanks“. Könnte theoretisch auch durch einen Blitzschlag mit Überspannung beim Gewitter gestern abend passiert sein. Habe es durch einen LED-Treiber ersetzt und außerdem mit Hilfe von doppelseitigem Klebeband die drei „MeLiTec“-Strahler in die Fassungen gewürgt. Für die serienmäßigen Befestigungsklammern war vorne natürlich kein Platz mehr:

MeLiTec-Neuhaus-aus

Leuchtet alles prima, ohne erkennbare Helligkeits- oder Farb-Differenzen (ich tippe mal auf einen SDCM-Wert unter 4). Die ca. 3000 Kelvin der „L45“ passen meiner Meinung nach auch sehr schön zu den „neutral-weißen“ 4000-Kelvin-Mini-LEDs drum herum:

MeLiTec-Neuhaus-ein

Noch eine Verbesserung: Die Leuchte brummt nicht mehr – wie vorher mit dem Serien-Netzteil. Mal sehen, wie lange das so funktioniert.

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20 Gedanken zu „Im Test: „MeLiTec“-LED-Lampen von Aldi Nord – eine ging hops (Update)

  1. Die Halogenersatz-LEDs von Aldi Nord sehen jedenfalls ganz anders aus als die Aldi Süd-Modelle damals: Die hatten statt vieler kleiner LEDs nur drei größere LEDs drin.
    Was ist eigentlich besser? Oder ist die Anzahl und Größe der einzelnen LEDs egal, so lange die Werte stimmen?

    • So ganz verstehe ich die Frage nicht. Falls diese Spots von Müller-Licht gemeint sind: Da gibt’s keinen prinzipiellen Unterschied – der aktuelle GU10-Spot von „MeLiTec“ mit ca. 35° Abstrahlwinkel hat ja auch nur vier Chips und ist sehr ähnlich aufgebaut.

      Anders sieht es mit den „Breitstrahlern“ (ca. 90-120°) aus. Hier ist offensichtlich eine größere Zahl von (schwächeren) LEDs ein Weg, um den erwünschten größeren Leuchtwinkel zu erreichen. Machen beispielsweise Osram oder Müller-Licht bei ihren entsprechenden Strahlern ganz genau so.

      • Hab mich auf das Foto der MeLiTec-Verpackung bezogen. Das Modell hat viele kleine LEDs.
        Bin auf jeden Fall gespannt, wann bei Aldi Süd wieder LED-Zeit ist 🙂

        • Ja, auf dem Verpackungsfoto links ist der GU5.3-Strahler mit 12 LEDs und 120° Abstrahlwinkel. „Viel“ würde ich das nicht unbedingt nennen – bei mir liegen auch noch Breitstrahler mit ca. 36 LEDs ‚rum. 😉

          P. S.: Was die nächsten Aldi-Süd-LED-Angebote angeht: Ich nehme mal an, dass wir spätestens in der Woche nach Pfingsten diverse Leuchten für außen und innen im Prospekt sehen werden – ähnlich wie im Juni 2013.

      • Moin,

        ich gehe davon aus, dass die 3-dB-Breite („Abstrahlwinkel“) vielmehr von der vor der LED sitzenden Optik als von der Anzahl der LEDs abhängt.

        Nimmt man einen LED-Chip (ohne Optik!) als Lambertschen Strahler an, ergibt das gerade eine 3-dB-Breite von 120° 🙂

        (Und da die mir bekannten 120°-GU10-Strahler tatsächlich auch nur aus nackten LED-Chips mit einer Frontscheibe davor bestehen, scheint die Annahme auch nicht so schlecht zu sein 🙂 )

        • Alles richtig – LED-Chips haben wirklich von Haus aus meistens 120° (steht auch irgendwo im Beitrag). Tatsächlich finden sich aber bei „Breitstrahlern“ normalerweise mehr Chips als bei gleich hellen, richtstrahlenden Spots. Dort sitzt ja meist jede LED unter einer eigenen Linse, um den engeren Winkel zu erzielen. Das ist bei Breitstrahlern nicht notwendig – und so kann die „Last“ auf mehrere (schwächere) Schultern verteilt werden. Hat eventuell auch thermische (Lebensdauer-)Gründe.

          • Und es ist einfacher im Aufbau. Man braucht kein Linsensystem, welches berechnet und in der Produktion einjustiert werden müßte.
            Die LEDs (Bauform 5050, 5630 oder 5730) haben meist eine dritte Lötstelle in der Mitte zur Wärmeabfuhr. Die Verlustleistung der Einzel-LEDs hält sich in Grenzen. Als Platinenbasismaterial dient eine Aluplatte mit einer auflaminierten dünnen flexiblen Leiterplatte. Das erleichtert das thermische Design ungemein – und funktioniert, wenn man es mit Augemaß betreibt. Man bekam damit die letzten Jahren die meisten lm/US$.
            Verleitet aber auch zum „übertreiben“ und dann wird es thermisch ungesund.
            Wenige Einzel-LEDs erzeugen mehr Verlustleistung in kleineren Volumina und brauchen eine aufwendigere thermische Kopplung.

  2. Schön, dass es doch noch geklappt hat mit der GU5.3. Gab es zwischen den drei neuen Exemplaren eigentlich merkliche Unterschiede aka Streuungen z.B. in der Lichtfarbe?

    • Während der kurzen Zeit, in der die drei gemeinsami in der „Night Sky“ leuchten durften, ist mir keine nennenswerte Abweichung der Lichtfarbe oder Helligkeit aufgefallen. Die Strahler kommen jetzt aber zum Dauertest nebeneinander in Einbaufassungen einer abgehängten Decke und werden weiter beobachtet (mal sehen, was der Trafo dort dazu sagt).

      Unterschiede bei der Streuung sind ohne erneute Messung kaum zu beurteilen – ich wüsste aber auch nicht, woher da Differenzen kommen sollten. Sind ja identische klare Scheiben drüber und keine Diffusoren, die Produktions- oder Einbauschwankungen unterliegen könnten.

      • Missverständnis: Mit „Streuung“ meinte ich die Varianzen bei der Lichtfarbe und ggf. beim Lichtstrom. Beim optisch-mechanischen Aufbau würde ich auch keine nennenswerten Unterschiede erwarten.

        BTW könnte es sein, dass der abgerauchte Trafo mit dem Blindstromanteil oder gewissen Frequenzanteilen im Stromkreis der LEDs nicht klarkam?

        • Eigentlich haben NV-Lampen keinen Blindleistungsanteil – der Leistungsfaktor ist doch immer 1,0, oder? Die Kombination LED-Trafo und Strahler ergab im Test einen PF von 0,96 (wenig aussagekräftig, weil’s ja nur den Trafo betrifft.)

          Ich bin zwar kein Elektriker oder Elektroniker, werde mir aber heute mal die „Night Sky“-Leuchte genauer vornehmen. befürchte jedoch, dass eine genaue Ursache nachträglich kaum feststellbar sein wird.

          • Ich habe mich kurzfristig anders entschieden: Die Strahler sind jetzt doch in der „Paul Neuhaus“-Leuchte – siehe neues Update mit Bildern im Beitrag.

  3. Sehr geehrter Sachbearbeiter,

    vor ca.4 Monaten hatte ich bei Aldi 10 Bewegungsmelder gekauft, Meine Bekannten finden die auch so gut, dass ich sie nochmals 12 nachbestellen möchte.
    Die technischen Daten: Nachtlicht mit drei warmweißen LEDs a 0.07 W
    Batterien: 2x 1,5 V, (AA,, IMn
    3 Stufen-Schalter am Gehäuse.

    Ich hoffe sehr, dass Sie meiner Bitte nachkommen können.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Frauke Herold

    (Adress- und Telefondaten gelöscht/d. Red.)

  4. Hallo,
    ich habe von Aldi eine Deckenleuchte LED D41-2, die mir heruntergefallen ist. Beim zerlegen und prüfen der LED ist in Ordnung. Die Lampe habe ich zerlegt und wollte wissen, ob es i.O. ist, dass die Silberfolie um die Glasscheibe (2 Seiten) an die LEDs angelegt werden? Danke für Ihre Bemuhung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Heinz -Jürgen Barthold

      • Guten Tag!

        Die angesprochene Silberfolie wird bei verschiedenen Modellen verwendet, um die Lichtverteilung zu optimieren. Idealer Weise muss die Folie so angelegt werden, dass die klaren Kanten der Plexiglasscheibe an den LEDs anliegen. So kann an den anderen Seiten das Licht reflektiert werden.

        Mit freundlichem Gruß
        Ihr MeLiTec Service Team

  5. Guten Abend
    ich habe im Vorjahr einen Stimmungsleuchter mit 15 Leuchten LED
    bei Aldi erworben. Vor 2 Tagen wollte ich diesen erstmalig in Betrieb nehmen.
    In der Originalverpackung fand ich aber keinen Adapter und keine Ersatz LEDs.
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiter helfen.
    Art.Nr. SL7816/04/2 3,5 V DC- 1,05 W 15x LED 0,07 W
    Hersteller: Melitec GmbH

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