Im Test: Osram-„Parathom“-LED-Spot mit Top-Farbwiedergabe

Noch immer gibt’s nur wenige GU10-LED-Spots mit sehr guter Farbtreue. Osram hat neuerdings jedoch einige dimmbare „Parathom Pro“-Strahler mit Ra 90 im Sortiment. Ich habe ein „warm-weißes“ 350-Lumen-Modell getestet.

Osram-Pro-Ra90-Top-Chips
Der Blick von oben mit Linse/Streuscheibe (links) und ohne diese Abdeckung. Vier Hochleistungs-LED-Chips leuchten auf der achteckigen Platine, die – im Gegensatz zu früheren Spots – mit „OSRAM“ gekennzeichnet ist. (Fotos: W. Messer)

Osram-Pro-Ra90-SeiteEgal, wo Sie suchen – sogar beim Farbtreue-Spezialisten LEDON: Sie werden kaum GU10- oder GU5.3-LED-Spots in Standardgröße mit einem deutlich höheren offiziellen Farbwiedergabeindex als Ra 80 finden. Okay, bei Nachmessungen kommt manchmal etwas mehr ‚raus, das ist aber nicht die Welt.

Für Licht-Feinschmecker und professionelle Anwender fängt der Spaß nämlich erst bei Ra 90 an, wo dann meist auch die ansonsten „unterbelichteten“, satten Rot-Töne anständig wiedergegeben werden.

Wenig Platz für komplexe Technik

Keine einfache Aufgabe für die LED-Retrofit-Hersteller, denn in diesen kleinen Strahlern mit ca. 5 cm Durchmesser und bis 5,8 cm Länge ist nicht viel Platz für komplexe Vorschaltelektronik oder ausreichende Kühlung. Braucht man aber alles, weil es technisch bedingt jede Menge Zielkonfikte zwischen Lichtqualität, Helligkeit, Effizienz, Hitzeentwicklung, Dimmbarkeit, Haltbarkeit und Geräuschentwicklung zu lösen gilt. Und dabei habe ich den Kostenaspekt bereits dezent unterschlagen.

Kein Wunder, dass Osram mit seinen neuen „LED Parathom Pro PAR16 Advanced“-Spots vor allem auf die anspruchsvolle gewerbliche Kundschaft setzt. Die silbergrauen Aluguss-Strahler mit schwarzem Sockel seien prima geeignet für Vitrinen und Schaufenster, Verkaufs- und Präsentationsräume, das Anstrahlen wärmeempfindlicher Objekte wie Lebensmittel, Pflanzen usw. sowie den Einsatz im „Gastgewerbe“ und in Shops.

Osram-Ra90-Spot-DatenHier kann das 75 Gramm schwere, dimmbare Testmodell mit nominell 6,8 Watt, 350 Lumen Lichtstrom, 36 Grad Abstrahlwinkel, 900 Candela Lichtstärke, 3000 Kelvin Farbtemperatur, Ra 90 und EU-Ökolabel A locker 50-Watt-Halogenstrahler ersetzen (das Bild zeigt einen Packungsausschnitt mit den Leistungsdaten).

Die Nennlebensdauer von 30.000 Leuchtstunden und einer Million Schaltzyklen sowie fünf Jahre Garantie dokumentieren den Premium-Anspruch dieser Osram-Baureihe. Dass Sie dafür noch deutlich über 20 Euro auf den Tisch legen müssen, ist die Kehrseite der Medaille.

Am Schalter gibt’s nichts zu Meckern

Und wie passt die Realität zum Anspruch? Einerseits hervorragend: In meiner offenen Testfassung und an einem gewöhnlichen Schalter fährt der Spot stufenartig innerhalb einer halben Sekunde bis auf volle Helligkeit hoch und meldet sich mit einem leisen Surren, das im kalten Zustand bis ca. 10 cm Distanz zu hören ist.

Nach rund zwei Stunden „Einschwingen“ ist dieses Geräusch nur noch etwa halb so laut; mein „Energy Meter“ zeigt dann 6,7 Watt Leistungsaufnahme bei einem guten elektrischen Leistungsfaktor von 0,84 (optimal wäre 1,0). Die maximale Temperatur steigt dabei an der heißesten Gehäusestelle auf moderate 60 Grad. Eine nennenswerte Ausschaltverzögerung habe ich nicht beobachtet.

Osram-Pro-Ra90-LeuchtbildDas Leuchtbild (Foto rechts) zeigt zwei Haupt-Abstrahlwinkel: Unten einen schwachen, breiten mit ca. 120 Grad, oben einen sehr starken und erheblich engeren. Beides lässt auf einen insgesamt höheren Lichtstrom als 350 Lumen schließen.

Erstens, weil für diese Angabe EU-offiziell nur die Helligkeit innerhalb eines 90-Grad-Winkels berücksichtigt werden darf, zweitens, weil dieser kleine Spot mit seinen vier LED-Chips unglaublich weit strahlt. Auch in über 6 Meter Entfernung können Sie noch eine Zeitschrift lesen oder aus rund 8 Meter von oben ein 25-Quadratmeter-Gartenfest ausreichend beleuchten (dann aber bitte in einem witterungsgeschützen Strahlergehäuse mit mindestens IP65, weil die Lampe selbst nur für Innenanwendungen vorgesehen ist).

Der Farbtreue-Anspruch wird erfüllt

Hier scheint die „Parathom Pro“ sogar die nominell stärkere 7-Watt-„LED Superstar advanced“ mit 385 Lumen zu übertreffen und jene kam mir schon schweinehell vor – trotz der etwas „wärmeren“ Farbtemperatur von 2700 Kelvin. Aber darum geht’s ja hier primär nicht, sondern eher um die verbesserte Lichtqualität. Dann schauen wir doch mal auf mein Standard-Farbtreue-Modell einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund, fotografiert mit Weißabgleich „Tageslicht bewölkt“ (ohne Nachbearbeitung):

Osram-Pro-Ra90-Farbtreue

Das ist nun wirklich nicht viel schlechter als unter einem Halogenspot (Ra 100). Die Farben und das weiße Papier werden nur leicht in Richtung Gelb/Orange verschoben, Rot und Gold kriegen einen schönen Glanz; einen nennenswerten Grün- oder Rosa-Stich konnte ich nicht feststellen. Nein, Ra 90 ist sicher nicht gelogen und das Spektraldiagramm offenbar sehr ausgewogen. Wer’s gerne etwas „warm-weißer“ oder lieber neutraler hätte, der darf sich gerne bei den 2700– und 4000-K-„Parathom Pro“-Varianten bedienen. Die sind genau so farbtreu.

Auch schön: Alle Versionen glänzen mit einer überdurchschnittlichen Serienkonsistenz; die durchschnittliche Farbwertabweichung liegt unter 4 SDCM. Auf Deutsch heißt das, dass sich die Lichtfarbe verschiedener Exemplare des gleichen Modells subjektiv kaum unterscheidet. Normale „Consumer“-LED-Lampen haben ca. 6 SDCM und leuchten teils erkennbar unterschiedlich.

Am Dimmer schlägt die Stunde der Wahrheit

Hier wäre der Test jetzt mit Glanz, Gloria, jubelnden Cheerleadern und entzückt strahlenden Messe-„Booth Babes“ beendet – wenn … ja, wenn der Osram-Spot nicht dimmbar wäre. Denn jetzt geht’s ans Eingemachte – zuerst mit meinem neuen Jung-LED-Dreh-Phasenanschnittdimmer mit Justierschraube. Hier lässt sich die Helligkeit stufenlos zwischen ca. 10 und 100 Prozent regeln; der „Energy Meter“ zeigt dabei zwischen 1,2 und 7,9 Watt Gesamtverbrauch (Lampe und Dimmer) bei einem maximalen Leistungsfaktor von nur 0,49 an.

Je nach Dimmer-Stellung hören Sie dabei in der offenen Fassung ein Surren der Lampe auf 0,5 bis 1,5 Meter Distanz – am lautesten bei mittlerer Helligkeit. Der Dimmer selbst surrt etwas leiser mit. Bei voreingestellter dunkelster Stufe gibt’s ein weiteres Problem: Nach dem Einschalten tut sich erstmal nichts, dann braucht der Spot mehrere Sekunden, um nach diversen Schwankungen stabil zu leuchten.

Im Video blinkt’s plötzlich

Wobei „stabil“ relativ ist, weil die Videokamera ein „Pulsen“ zeigt, das erst bei hellerer Dimmer-Einstellung verschwindet. Mit bloßem Auge und ohne weitere Hilfsmittel werden Sie diesen Effekt vermutlich nicht sehen. Er könnte aber Filmaufnahmen beeinträchtigen, wie sie im professionellen Umfeld durchaus mal vorkommen:


Der Osram-„Parathom Pro“-Spot am Dimmer – von dunkel nach hell und wieder zurück. Das Blinken wird durch die unterschiedlichen Frequenzen der LED-Helligkeitsregelung und der Video-Bildwiederholrate verursacht. Wenn Sie kein Video sehen, einfach hier klicken.

Hier spielt das Dimmerkonzept offenbar keine Rolle, denn ich habe dieses „Pulsen“ auch mit meinem Baumarkt-Phasenabschnittdimmer (ohne Justierschraube) beobachtet. Dafür verhielt sich der Osram-Strahler dort aber insgesamt manierlicher: Ein Surren war bei stiller Umgebung nur zwischen 5 (hell) und 15 cm (dunkel) Entfernung hörbar. Dabei blieb der Dimmer selbst still. Die Einschaltverzögerung war mit maximal 0,5 Sekunden deutlich kürzer – bei hellster Voreinstellung „fadete“ die Lampe innerhalb dieser Zeitspanne ein.

Die Regelspanne war zwar mit 2,1 bis 7,3 Watt Gesamtleistung eingeschränkter als beim Jung-Dimmer, dafür blieb der Leistungsfaktor mit 0,73 recht hoch. In der Praxis bedeutet das, dass der Spot als einzelne Last an einem Dimmer ohne Justierschraube mutmaßlich nicht unter 25% seiner größten Helligkeit geregelt werden kann; wenn mehrere „Parathoms“ im Stromkreis sind, eventuell auch unter 20%. Ich würde aber auch bei einem justierbaren Dimmer nicht raten, das Schräubchen auf die gerade noch flackerfreie Minimalstellung zu drehen, weil der Spot dann beim Einschalten Probleme machen könnte.

Mein Fazit:

Ein sehr heller, dimmbarer GU10-LED-Spot mit einem tollen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90 und sehr langer Nennlebensdauer würde eigentlich die Maximalwertung meiner LED-Skala von fünf Sternen verdienen – auch wenn er ziemlich teuer ist. Klar erfüllt dieser Strahler alle Ansprüche hochwertiger, effizienter LED-Beleuchtung und spart mehr als 85% Strom im Vergleich zu ähnlich hellen Halogenspots. Weil der Osram „Parathom Pro PAR16 Advanced“ aber je nach Dimmermodell auch ganz schön herumzicken und -surren kann, gibt’s leider Abzüge bei der B-Note und es bleibt bei
LED-Stern halbviereinhalb Sternen.

(Disclaimer: Die Osram-Presseabteilung hat mir den Spot gratis zur Verfügung gestellt. Er bleibt wie üblich zum Praxis-Dauertest beim mir.)

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28 Gedanken zu „Im Test: Osram-„Parathom“-LED-Spot mit Top-Farbwiedergabe

  1. Hallo Wolfgang, da Sie schreiben, es gibt kaum Reflektoren in GU10 oder GU5.3 mit hohem CRI, möchte ich an dieser Stelle auch mal kurz meinen Senf dazugeben. Ich bin selbstständiger Grafiker und habe daher berufsbedingt auch einen hohen Anspruch an Lichtqualität. Vor ca 1 Jahr rüsteste ich mein Büro auf LED um. So leuchten derzeit in meinem Büro mehrere dieser Megaman Spots – allerdings in GU 10 mit CRI 92.

    Des Weiteren habe ich als Indirekte Beleuchtung ein Cree LMH 02 3000 Lumen Downlight gekauft. Das Cree Downlight soll auch CRI >90 haben. Ich habe keinerlei Testmöglichkeiten außer mein Auge. Aber bei beiden Lampen überzeugt mich die Lichtqualität absolut. Insbesondere die megaman Spots sind einfach toll. Trotz 4000 Kelvin keinerlei Eindruck eines kaltweißen Lichts. Im Gegenteil, Auch durch den Reflektor, der genauso wie Halogen aussieht, hat man hier einen halogenebenbürtigen Lichteindruck.

    Ich habe mal den Link zu einem eBay Angebot gesetzt, da man diesen Spot dort derzeit recht günstig bekommen kann. Leider wohl nur noch in E14. Ich vermute mal, Megaman wartet bald mit einer neuen LED Charge auf. Daher bekommt man nun die älteren Modelle teils recht günstig. Dei Effizienz dieser Spots ist zwar nicht so prall, aber dafür bekommen Sie eine 1a Lichtqualität, die ich vorher noch NIE bei LEDs gesehen habe.

    • Ich vermute mal, dass dieser Megaman-Spot auch als GU10-Variante „Überlänge“ hat (mehr als 55-58 mm) – jener hat beispielsweise 74 mm. Insofern sind diese Bauformen nicht direkt vergleichbar mit den kleinen GU10-Spots wie dem getesteten „Parathom“, die ohne Überstand in die meisten Leuchtengehäuse passen, aber entsprechend „Platznot“ im Innern haben.

      (Im Übrigen bin ich auf eBay nicht gut zu sprechen, weil ich dort zwar nie einen Account hatte, aber aktuell schon zum zweiten Mal Opfer eines Identitätsdiebstahls bin. Die scheren sich offenbar einen Dreck um die vom BGH geforderte ausreichende Identitätsprüfung bei Eröffnung eines Kontos. Aber das ist nun wieder ein ganz anderes Thema.)

      • …stimmt, da haben Sie recht. Bei mir passt er allerdings trotzdem in die Halogenleiste. Kann ja mal ein Foto mailen. Wie ich sehe, sind diese Spots wohl eigentlich für Einbaufassungen gedacht. (Einfach mal megaman malcolm googlen) Sähe aber in einer abgehängten Decke auch nicht schlecht aus.

        Megaman-Leserfoto Tobias

        • Mein Blogpartner „David Communication“ hat sich auf meine Bitte hin mal ein Exemplar dieser „neutral-weißen“ Megaman-GU10-Spots (Art.-Nr. 17024) besorgt und gemessen – mit teils erstaunlichen Ergebnissen.

          Negativ: 6,7 Watt Leistungsaufnahme bei einem elektrischen Leistungsfaktor von nur 0,5. Nur gut 182 Lumen (über insgesamt 90° Raumwinkel, Effizienz somit nur ca. 27 Lumen/Watt), und statt der angegebenen 600 Candela Lichtstärke sind’s nur 370. Der Halbwertswinkel ist mit 31,5° etwas enger als die nominellen 35° (pdf-Download des Goniometer-Diagramms).

          Positiv: Die Farbtemperatur wird mit 4066 Kelvin weitgehend eingehalten, die Farbwertabweichung beträgt nur sehr gute 2 SDCM. Absolut sensationell ist die Farbwiedergabe: Insgesamt Ra 96,7! Außerdem gab’s bei den zusätzlichen sechs Messfarben nur eine kleine Schwäche bei „Blau gesättigt“ (R12 = 80,3), ansonsten alles über 90. Der R9-Wert („Rot gesättigt“, sonst meistens der schwächste Punkt bei LED-Lampen) ist mit 98 der höchste, der mir bisher untergekommen ist. Das Spektraldiagramm zeigt eine sehr ausgewogene Verteilung (pdf-Download des gesamten Messprotokolls).

          Das alles bestätigt die Binsenweisheit, dass exzellente LED-Lichtqualität nicht nur Geld, sondern auch Effizienz kostet. In diesem Fall sogar enorm viel.

        • ..da fühle ich mich ja richtig gebauchpinselt, dass Sie so schnell meiner Anregung gefolgt sind 🙂 Dass Sie schon schnell einen professionellen Test veranlassen konnten- Daumen hoch- echt Klasse!

          So schlecht sind meine Augen dann wohl doch nicht 🙂 Ich sagte ja, rein subjektiv betrachtet ist das das beste Licht was ich jemals hatte. Da hatte mich mein Auge also nicht getäuscht. Für mein Empfinden ist das Licht sogar brillanter als meine NV Halogenspots in der Küche. Dass allerdings die Lumen /Candela so stark von der Herstellerangabe abweichen, ist schon ein dickes Ding. Ich frage mich sowieso schon länger, warum Hersteller bei LED Lampen scheinbar draufschreiben dürfen, was sie wollen. Die realen Werte weichen ja oft stark ab.

          • Danke für das Lob, das ich gerne an die Mitarbeiter von „David Communication“ weitergebe. Eine offizielle Lumenangabe habe ich allerdings nicht gefunden (nur die cd für Lichtstärke) – steht die irgendwo auf der Packung oder auf dem Spot?

          • …eine Lumenangabe auf der Packung gibts bei diesen Spots nicht, aber mit 600 Candela sind die angegeben.

          • kleiner Vorschlag für eine Buchrezension zum Thema LED-Farbwiedergabe:
            ISBN 978-3-7905-1032-4
            Im Detail teilweise harte Kost, macht sich aber auch ohne Krad farblich gut auf dem Tisch…

      • Bei der vorgestellten Parathom würde ich übrigens tippen auf Osram Oslon Square*-LEDs, in der Version mit R(a) min. = 90. Die hätte ich mir schon längst auch in den Allgebrauchs-LED-Lampen bis 7W gewünscht, wegen geringerer Lichtausbeute gerne auch mit unglattem Kühlkörper.

        *Hier mal eine Makroaufnahme.

  2. Dieser Spot soll wohl auch einen CRI um die 90 haben, und ist nur 56 mm inkl. Sockel. Aber wie Sie schon sagten: bei den Spots ist die Auswahl an High- CRI Produkten sehr klein.

    • Etwas schwächer als der Osram-Spot, nicht dimmbar und dennoch knapp 20 Euro – da sieht man, dass Farbtreue kräftig Geld kostet. 😉

  3. Lieber Wolfgang,
    vielen Dank für den ausführlichen Test. Bisher dachte ich immer, dass Retrofit-Lampen nur etwas für ältere Lampen mit herkömmlichen Fassungen sind, die man mit der Retrofit-LED-Birne sozusagen modernisieren wollte. Bisher war ja auch immer von einer niedrigeren Lebensdauer die Rede. Scheint aber so, als wären sie inzwischen eine echte Alternative zu Einbau-LEDs.

    • Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass Retrofits aktuell in vielen Fällen (vor allem wegen der einfachen Austauschbarkeit) die zukunftsweisendere Anschaffung als Leuchten mit integrierten LEDs sind. Zwar gibt es durchaus ansprechende Leuchten mit integrierten LEDs, aber ein einheitlicher Standard zum Austausch dieser LEDs (und Elektronik ist nun mal nicht unfehlbar) gibt es meiner Beobachtung nach noch lange nicht, da kocht aktuell vielfach jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, und das bloße Diskutieren über mögliche standardisierte LED-Module ist ja noch lange nicht die endgültige Lösung.

      Teilweise ist das ganze sicher auch wirtschaftlich so gewollt, denn wenn mir eine (wenn auch sehr teure) Leuchte mit integrierten LEDs kurz nach Ablauf der Garantie ausfällt, verkauft man mir sicher gerne wieder eine Neue…so ist die heutige Zeit mit ihren kurzlebigen Trends nun mal.

      (Wort ersetzt – es gibt Begriffe, die zumindest hier in Deutschland eine unselige Historie bzw. Konnotation haben. d. Red.)

  4. Hallo Herr Messer, vielen Dank für diese umfassenden Informationen. Jetzt weiß ich endlich, dass ein dimmbarer GU10-LED-Spot mit guter Farbwiedergabe existiert. Sie schreiben es gibt nur sehr wenige. Da ich selbst anscheinend zu doof bin diese zu finden, wäre es nett, wenn Sie diese benennen könnten.
    Sie haben jetzt speziell ein Modell getestet. Würden Sie sagen, dass ich den anderen Lichtfarben und den Modellen OSRAM Parathom Pro PAR16 35 der Baureihe die gleiche Farbwiedergabequalität unterstellen darf?

    • Schön, dass ich Ihnen wenigstens ein bißchen helfen konnte! „Unterstellen“ müssen Sie gar nichts – anständige Händler und Online-Shops schreiben die Ra- und Kelvin-Werte in ihre Angebote. Das gilt selbstverständlich auch für die Osram-„Parathom Pro PAR16“-Datenblätter, die Sie über diese Seite (auch schon im Artikel verlinkt) finden. Da steht duchweg Ra 90 – die Lichtfarben unterscheiden sich jedoch, weil’s halt auch Varianten mit 3000 und 4000 Kelvin gibt.

  5. Danke für die schnelle Antwort, dass man bei einigen Händlern die RA-Werte finden kann, habe ich schon mitbekommen. Bei Angaben in Datenblättern bin ich aber immer etwas skeptisch, ob nicht doch ein wenig gemogelt wurde. Zudem bezieht sich der RA-Wert auch nur auf acht Farben, die eher nicht so problematisch für eine LED darzustellen sind. Somit finde ich es wesentlich aussagekräftiger Ihr Beispielbild zu sehen und noch einmal aus Fachmunde zu hören, dass die Farbwiedergabe gut ist. Ähnlich gute Modelle bezüglich der Farbwiedergabe wie die Osram-”Parathom” wollen oder dürfen Sie anscheinend nicht benennen, somit hoffe ich auf weitere Test von Ihnen.

    • Ein ähnlich gutes Modell von Megaman steht beispielsweise schon in diesem Kommentar – sogar mit Messwerten. Außerdem hat Müller-Licht auf der „Light + Building“ u. a. einen dimmbaren 5-Watt-GU10-Spot mit 230 Lumen, 38° Halbwertswinkel und Ra >90 angekündigt. Leider bekomme ich aber nur selten solche Testlampen – viele Hersteller haben daran offenbar kein großes Interesse.

  6. Hallo liebe LED-Begeisterte, hallo Herr Messer,

    ich bin gestern bei der Recherche von LED-GU10 Spots RA > 90 durch Zufall auf diesen Beitrag und dadurch auf diese Homepage gestoßen! An dieser Stelle erstmal Lob und Zuspruch, diese Seite ist für Einsteiger und Technikfreaks gleichermaßen eine Bereicherung, um sich leicht verständlich offene Fragen und Neuheiten der LED Welt anzueigenen.

    Aber der Grund wieso ich hier eigentlich schreibe, ist die Meldung an euch über einen Spot der Firma Transmedia, welcher aufgrund der Rahmendaten in Vergleich zu Ledon, Osram, Megaman und co fast schon unglaublich wirkt. Ein GU10 Spot mit CRI >95 und Lebensdauer ca 50.000 Std. klingt für mich fast unmöglich, wenn man bedenkt welche Leistungsdaten die Mitbewerber ins Rennen schicken!

    Vielleicht konnte ich an dieser Stelle Ihre/eure Neugier wecken, und würde mich freuen über dieses Produkt von Ihrer/eurer Seite als Profis etwas mehr zu erfahren oder ggf in nächster Zeit sogar ein Test lesen zu können!

    Lg und schönen Sonntag

    (Anm. d. Red.: Bitte keine rohen, ellenlangen Links posten, sondern an passender Stelle im Text einbetten – siehe Hinweise am Fuß dieser Seite – danke!)

    • Sooo unglaublich ist das nicht: 50 lm/W, nicht dimmbar und einen Preis konnte ich leider erst gar nicht entdecken. Die Lebensdauer ist ja prinzipiell nicht von den LEDs abhängig (egal, wie hoch der Ra-Wert ist), sondern von der Vorschaltelektronik. Testen kann ich normalerweise nur Lampen, die mir zur Verfügung gestellt werden oder die ich zu zumutbaren Konditionen kaufen kann.

      • Der Preis liegt bei ca 21-22€ bei einen großen US-Onlineversand! Für mich ist verwunderlich wie eine Firma die nichtmal auf Beleuchtung spezialisiert ist Spots entwickeln kann, welche vom Ra-Wert teilweise deutlich über dem der Mitbewerber liegen, obwohl diese wohl mehr Budget und vielleicht auch Forschungsmöglichkeiten haben um Qualitätsprodukte entwickeln zu können.
        Lg

        • Transmedia hat diesen Spot sicher nicht entwickelt oder designt. Laut EU-Ökolabel steckt die Marke „MaxTrack“ dahinter. Spielt aber eigentlich keine Rolle. Heutzutage ist es dank diverser Zulieferer und Dienstleister nur ein Klacks, ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung LED-Lampen/-Leuchten jeder Art und Qualität mit eigenem Label, Verpackung etc. zu vertreiben. Einer meiner Blog-Kooperationspartner erledigt das beispielsweise per Rundum-Service für diverse Anbieter, ohne selbst namentlich in Erscheinung zu treten.

          Mit solchen „Badge engineering“-Lämpchen könnte theoretisch sogar ich im Alleingang auf den Markt. Mag jemand Fastvoice-Retrofits kaufen? 😉

        • Was genau kritisiert Nick denn an den Leistungsdaten der Osram und Megaman? Nur als meine generelle persönliche Betrachtung, weil ich über den Einzelfall nichts aussagen will: Wer als professioneller Importeur oder Händler mich schon mit seinem Webdesign und Impressum nicht überzeugt, bei dem vermute ich einfach noch mehr nachhakenswertes. Beispielsweise, dass jemand aus Versehen typisch und minimal bei den Ra-Angaben verwechseln könnte, oder sich bei der Lebensdauer auf seinen vertrauenswürdigen Lieferanten verlassen haben könnte oder auf Lebensdauerdaten des lichtemittierenden Einzelteils. Wenn ich mich nicht irre, wurde bei der von Nick vorgestellten Lampe beim großen amerikanisch-luxemburgischen Versender darauf verzichtet, eine (was auch immer aussagende) Lebensdauerangabe zu machen – vielleicht rein aus Versehen, vielleicht nicht.

          Und ganz grundsätzlich verzichte ich gern auf den Warmton von 2700K-Spots, statt mir damit unüberlegt eine typische Schwäche der Halogen-GU10 für viele Stunden Nutzungsdauer nachzukaufen.

  7. Hallo,

    vielen Dank für den tollen Test. Ich habe diesen leider erst entdeckt nachdem ich mir zwei dieser LEDs gekauft habe. Allerdings wird nur mein sehr positiver Eindruck bestätigt 🙂

    Eine Anmerkung die vielleicht anderen Nutzern hilft:
    Für gewöhnlich sind GU10 Spots an der breitesten Stelle zu Ende. Dort sind also direkt das Glas hinter dem die Leuchtmittel sitzen. Dieses Modell ist aber anders aufgebaut und das Glas sitzt 2-3mm über der breitesten Stelle. Das ist ein Problem, wenn der Spot in Decken-Einbaufassungen verwendet werden soll. Hier wird der Spot über einen kleinen Klemmbügel in der Fassung gehalten. Dieser Bügel sitzt normalerweise direkt auf dem Glas auf. Das geht wegen dem „Vorbau“ dieses Modells nicht. bei meinen Fassungen hält der Spot zwar, aber nicht besonders sicher. Der Bügel greift nur an einer Seite.

    Das sollte man also eventuell beachten, wenn man zu diesem Modell greift.

    • Danke für die Ergänzung – bei mir hält der Spot in einem Einbaurahmen sehr gut, weil dort ein Vorsatzring statt eines Bügels verwendet wird.

      Noch ein Hinweis: Normalerweise hätte ich den Kommentar nach den auch hier geltenden Richtlinien löschen müssen, weil keine gültige E-Mail-Adresse angegeben wurde (siehe den Hinweis ganz unten auf der Seite). Da ich diese Adressen niemals weitergebe und sie auch nicht im Blog erscheinen, zählt das „Spamgefahr“-Argument nicht.

      • Googeln Sie mal nach „Hermann Billmayer“ wie ich es vorhin tat, um nachzusehen, wer da schon wieder die Verantwortung fuer schlechte Produktkommunikation und (einst durch Farbfeld vorne symbolisierte) Farbtemperaturen wieder versteckende Verpackungen auf die doofen Privatkunden schiebt — die Karlsruher wollten Herrn Billmayers Daten vermutlich auch nicht veroeffentlichen.

  8. Danke für diesen guten Artikel!

    Dennoch sieht man das LEDs wegen der vielen Innovationen noch nicht nachhaltig sind. Die Preise sind im massiven Fall, was ja erstens gut ist aber andererseits dafür sorgt das die Technologie oft ersetzt werden muss. Zumindest wenn man auf dem neuesten Stand bleiben will. Gerade bei Film oder Theaterlampen ist eine 5€ Halogenbirne deswegen nachhaltiger als eine LED. Denn mit dieser 5€ Lampe kann ich auch noch einen 30 Jahre alten Scheinwerfer betreiben. Fest verbaute LED Lampen oder die Elektronik sind leider nach ein paar Jahren überholt.

    Gut das es mit E27 wenigstens einen Standard für Fassungen gibt.

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