„Geplante Obsoleszenz“: Auch ein Thema bei LED-Lampen?

„Murks? Nein Danke“ nennt sich eine 2012 gestartete Kampagne des Berliner Diplom-Betriebswirts Stefan Schridde, die vor wenigen Tagen von „Bündnis 90/Die Grünen“ aufgegriffen wurde. Sie soll die „geplante Obsoleszenz“ anprangern; es geht also um Produkte, die von vornherein auf eine begrenzte Lebensdauer angelegt sind. Beispielsweise würden unterdimensionierte Kondensatoren in Elektrogeräten eingebaut. Betrifft das auch die als besonders langlebig angepriesenen LED-Lampen?

LED-Treiber-Elkos
Elektrolytkondensatoren in der Vorschaltelektronik eines neuen Osram-LED-Spots – links ein blauer im schwarzen „Mantel“, rechts ein weinroter, unverhüllter Elko. (Foto: W. Messer)

Das Thema ist nicht neu; eine vielbeachtete ARTE-Dokumentation berichtete bereits Anfang 2011 über „Kaufen für die Müllhalde“ und nannte unter anderem ein Beispiel aus den 1920er Jahren. Stichhaltige Beweise für eine vorsätzliche Begrenzung der Produkt-Lebensdauer finden sich aber nur in Einzelfällen; umfassende, statistisch aussagekräftige Erhebungen gibt es nicht. Auch Schridde und „Bündnis 90/Die Grünen“ können dazu in ihrer unwissenschaftlichen „Studie“ zum „geplanten Verschleiß“ – außer einigen Beispielen – nichts Belastbares vorlegen.

Dennoch kennt wohl jeder aus dem privaten Bereich den Ärger,  wenn ein elektrisches/elektronisches Gerät vorzeitig den Dienst quittiert. Häufig passiert das kurz nach Ablauf der Garantie, was den Verdacht auf eine „geplante Obsoleszenz“ nahe legt. LED-Lampen bilden da keine rühmliche Ausnahme, selbst wenn ihnen von den Herstellern teilweise über 25 Jahre Lebensdauer nachgesagt werden (bei durchschnittlich knapp drei Leuchtstunden pro Tag).

Fastvoice-Eigenwerbung neu

In den vergangenen drei Jahren hatte ich bei verschiedenen Fabrikaten rund ein Dutzend Defekte oder Totalausfälle. Jedoch waren es nie die LED-Chips selbst, die den Geist aufgaben, sondern immer Bauteile oder Lötstellen der Vorschaltelektronik. Das lag teils sicher am Einbau in thermisch ungünstige Leuchten und an der überdurchschnittlichen Nutzung. Einige Lampen waren bei mir regelmäßig über acht Stunden täglich im Einsatz.

Unbestritten ist aber auch, dass bei der Konstruktion von „Retrofit“-LED-Lampen viele potenzielle Fehlerquellen lauern: Mangelhaftes Gehäuse-Kühlkonzept, zu viel Hitzeentwicklung durch „Ausreizen“ der möglichen Lichtstromausbeute durch hohe Stromzufuhr und/oder durch schlechte Wärmeableitung, unterdimensionierte Treiber-Bauteile, inkompatible Chemikalien, ineffiziente LED-Chips und mangelhafte Luminiszenzkonversions-Beschichtung.

Zielkonflikt zwischen Qualität und Preis

Die nächsten Stolpersteine liegen in der Serienproduktion: Hält sich mein Produzent in Asien tatsächlich 100prozentig an die Design-Vorgaben? Ersetzt er Drosseln, Widerstände oder Elkos heimlich durch billigere Modelle ähnlicher Bauart? Werden wirklich alle Produktionsschritte mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt oder produziert die Fabrik beispielsweise häufig „kalte“ Lötstellen mit hohem Übergangswiderstand?

Prinzipiell gibt es natürlich einen Zielkonflikt zwischen möglichst hoher Qualität und einem auch für die sparfixierte/“geizige“ Kundschaft akzeptablen Verkaufspreis. Einem immer größeren Anteil der Verbraucher kann jedoch selbst ein technologisch hochwertiges Produkt nicht blllig genug sein. Auf diversen Schnäppchenportalen gelten beispielsweise knapp 10 Euro für das LED-Äquivalent einer herkömmlichen 40-Watt-Glühlampe als überteuert. Alternativ wird dann gerne auf den China-Eigenimport verwiesen, bei dem es ein vermeintlich gleiches Leuchtmittel schon für 4,99 Euro oder weniger gibt.

Hier gelten aber ähnliche betriebswirtschaftliche Regeln wie beim Hackfleisch aus dem Discounter für 2,78 Euro/kg: Die Zutaten können unterhalb einer gewissen Preisschwelle nicht vom Feinsten sein, selbst wenn es bei den einzelnen Bauteilen jeweils nur um wenige Cent Unterschied zwischen gut und böse geht – beispielsweise für die von Stefan Schridde erwähnten unterdimensionierten Elkos.

Auch bei den Großen gibt’s Rückrufe

In diesem ohnehin brisanten Spannungsfeld einer bei Weitem noch nicht perfekt entwickelten, neuen Beleuchtungstechnologie mit teils sehr geringen Renditen kann dann sogar mal den „Großen“ der Branche was daneben gehen. Diese Woche gab es eine umfangreiche freiwillige Rückrufaktion des US-Unternehmens „Osram-Sylvania“ (Ausschnitt aus dem pdf-Poster):

Sylvania-LED-Rückruf

Bei drei älteren „Retrofit“-LED-Lampenmodellen mit insgesamt acht Varianten wurde offenbar eine Überhitzungsgefahr festgestellt, die eventuell Brände auslösen könne. Betroffen sei die komplette Fertigung zwischen dem 4. Oktober 2010 und dem 18. März 2011. Die Produkte sind also schon mindestens zwei Jahre alt und dennoch gab es erst jetzt diese massiven Sicherheitsbedenken. In Europa kamen diese Modelle meines Wissens nicht offiziell auf den Markt; die hiesigen Osram-LED-Lampen sind andere Konstruktionen.

Ein „Todeszeitpunkt“ ist nicht planbar

Für LED-Lampen gilt prinzipiell die auch von anderen Elektrogeräten bekannte Ausfallverteilung nach der „Badewannenkurve“ (Grafik: Wyatts, McSush, El Grafo @ Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain):

Badewannen-Kurve
In der ersten Zeit verabschieden sich also sehr schnell und mit relativ hoher Rate die fehlerhaften „Montagsexemplare“; alle anderen Lampen haben danach eine lange Zeit mit wenigen Ausfällen, und erst sehr viel später steigt die Ausfallrate altersbedingt wieder an.

Was lernen wir daraus? Sie können sich selbst bei hochwertigen Marken-LED-Lampen auch nach Jahren nicht unbedingt auf eine korrekte Funktion verlassen. Ich würde allerdings nicht von einem „geplanten, vorzeitigen Tod“ sprechen. Schlampig konstruierte und produzierte LED-Leuchtmittel halten teils nur ein paar Wochen oder Monate durch – also noch innerhalb unserer gesetzlichen Gewährleistungszeit (die gilt jedoch nicht für China-Eigenimporte). Welcher europäische Anbieter hätte ein Interesse daran, dass sich so was herumspricht? Sein Geschäftsmodell wäre schnell beendet – auch durch die kostenträchtigen Ersatzlieferungen.

Die LED-Branchenführer gewähren dagegen verlängerte Garantien; je nach Lampenmodell bis zu fünf Jahre für private Verbraucher, für gewerbliche Kunden teils auch länger. Wie sollten die eine technische Lösung finden, dass eine Lampe genau so lange hält wie die Garantiezeit? Angesichts der sehr unterschiedlichen Einsatzbedingungen und Nutzungsintensitäten ein Ding der Unmöglichkeit. Auch die „Stiftung Warentest“ hat bei ihren Untersuchungen und Langzeittests von LED-Leuchtmitteln keine Anhaltspunkte dafür gefunden.

„Murks“ macht uns die LED-Technik madig

Mein Fazit: „Murks“ gibt es selbstverständlich auch bei LED-Lampen; das ist bei der unübersehbar großen globalen Hersteller- und Produktvielfalt kaum anders zu erwarten. Mich würde es nicht mal wundern, wenn der quantitative Anteil mangelhafter Erzeugnisse an der weltweiten Gesamtproduktion der vergangenen fünf Jahre bei rund 50% liegen würde (asiatische Hinterhofklitschen mitgerechnet).

Das ist Ressourcen-Verschwendung und eine Umweltsünde in doppelter Hinsicht, denn – geplant oder nicht: Schon wenige Schrott-Lampen versauen den Ruf der gesamten LED-Branche und schrecken die Kundschaft vom Umstieg auf eine prinzipiell energiesparende, langlebige Beleuchtungs-Technologie ab.

Mehr zum Thema:

LED-Nennlebensdauer: Alles über Leuchtstunden und Schaltzyklen

Blog-Leserfrage (KW 19): Wie sparsam ist die LED-Vorschaltelektronik wirklich?

Spannend: Schneller LED-Tod wegen zu viel Volt im Stromnetz?

Leiden LED-Lampen durch Dunst, Dampf und Staub?

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24 Gedanken zu „„Geplante Obsoleszenz“: Auch ein Thema bei LED-Lampen?

  1. Ich denke auch, dass für einen bekannten Markenhersteller bei ‚geplanter Obsoleszenz‘ der Schuss eben recht schnell auch nach hinten losgehen kann. ZB. bei den Philips Master LEDs mit 5 Jahren Garantie. Die paar Einzelfälle, die während der Garantie kaputt gehen, wird man tauschen, klar. Wenn das ganze aber zur Regel würde, dann wäre der Ruf dieser Serie recht schnell dahin – und ist der Ruf erstmal zerstört, …. dann würden die Geschäftskunden auch recht schnell ….

    Ich weiss nicht, ob führende Hersteller, die auch weiterhin so genannt werden wollen, da allzu großes Risiko auf sich nehmen. Durchs www wurde die Welt klein, und Negativmeldungen wurden sehr schnell.

  2. Vielen Dank für den schönen Beitrag, der die Dinge sehr gut auf den Punkt bringt
    Ich stimme zu, daß das Lebensdauerende eines Gerätes in den meisten Fällen nicht wirklich planbar ist. Zumindest nicht so genau, wie es das reißerische Wort „geplante Obsoleszenz“ suggeriert.
    Da ich keinen Fernseher habe (trotzdem aber jetzt eine unverschämte Zwangsabgabe zur Finanzierung des Staatsfernsehens zahlen muß), kenn ich den Arte Film nicht wirklich. Ein paar Splitter gabs im Netz.
    Die Sache ist sicher komplexer als es einem Journalisten und wahrscheinlich auch dem Publikum lieb ist.
    Der Begriff „geplante Obsoleszenz“ klingt verlockend, aber ich mag ihn gar nicht. Aus meinder Sicht verkürzt er das Spannungsfeld des ingenierumäßigen Tuns in unguter und unseriöser Weise.
    Es gibt nur wenige Bereiche, in denen die Nutzungsdauer radikal beschnitten wird. Tintenstrahldrucker mit Ihren Reinigungszyklen fallen mir da ein.

    In bestimmten Bereichen kann man Konstruktionen auf Lebensdauer auslegen. So kann man das Schwinungsverhalten von Stahlkosntruktionen vermessen und feststellen bei welcher Schwingungsamplitude es nach wievielen Zyklen es zum Bruch kommt.
    Hat die Konstruktion aber 1 Mio oder gar 10 Mio bei einer bestimmten Amplitude überlebt, dann wird sie dies auch für praktisch unbegrenzte Zeit tun.
    Man nennt dies „Wöhlerverhalten“. Leider gilt dies aber längst nicht bei allen Materialien. Schon Alu ist da ein schwieriger Kandidat.
    Und da wo es gilt, führt es oft zu überdimensionierten und damit zu teuren und zu schweren Konstruktionen.
    Besonders, wenn die Konstruktionen mobil sein müssen und diese Mobilität Energie kostet.
    In solchen Fällen wird dann auf „Betriebsfestigkeit“ ausgelegt. Plakativ: Es hält so lange wie es halten muß.
    Damit haben wir das Problem, daß ein Lastkollektiv festgelegt werden muß. Wie lange wird das Gerät typischerweise welcher Belastung ausgesetzt?
    Am Beispiel Leuchtmittel: Wo wird es eingesetzt, zu welchem Prozentsatz sieht es welche Temperatur und Luftfeuchte? Und welche Lebenserwartung ist vernünftig, welche verspreche ich dem Kunden und was ist er bereit dafür zu investieren.
    Das sind schwierige Entscheidungen, insbesonders bei einem Produkt, das wie ide LEDs mitten in einem Entwicklungsaufschwung steckt und damit einer großen Werteinflation ausgesetzt ist.
    Lohnt es sich für den Kunden jetzt in eine teure LED-Lampe zu investieren, die vielleicht 10 Jahre hält, wenn die in 5 Jahren aber so veraltet ist, daß er dann etwas neueres möchte?
    Wenn man ein mittleres Missionsprofil erarbeitet hat, kann man mit diesem Profil und etliche unbestätigten Annahmen beschleunigte Tests berechenen, mit denen man in überschaubarer Zeit diese Lebenserwartung nachweist.
    Wenn man also ein Produkt für 15 Jahre Betriebsbereitschaft und 15.000h Betriebszeit gemäß Lastkollektiv auslegt, dann kann man mit diesen Tests innerhalb vielleicht eines halben Jahres nachweisen, daß die Vorgaben eingehalten wurden. Arrhenius, Coffin-Manson und Lawson sind Schlagworte, die der geneigte Leser in Wikipedia dazu findet.
    Das ist solide Ingenieursarbeit, die aber fast immer auch auf einige Schätzungen und Extrapolationen angewiesen ist, da man ja ständig Neuland ohne gesicherte Datenlage betritt. Sprich – auch trotz bester Absicht und solider Ausführung nach dem Stand der Technik und Wissenschaft kann die Sache mal schief gehen.
    LEDs sind Halbleiterbauteile mit vergleichsweise hohem Verschleiß. Am Lebensende haben wir nur noch 70% Leuchtkraft. Bei anderen Halbleitern sind die Alterungseffekte schwächer.
    Aber bei den erwähnten Alu-Elkos sind die Alterungseffekte meist noch stärker. Die altern auch wenn das Gerät gar nicht in Betrieb ist. Je wärmer um so stärker.
    Es gibt auch Spezialtypen, die weniger altern aber die haben meist 2 große Nachteile – sie sind teurer und meist größer. Gerade letzteres ist im Retrofit-Markt sehr unangenehm.
    Wenn der Platz für einen dicken Elko nicht da ist, muß man eben einen nehmen, der reinpaßt, aber nicht so lange hält.
    Schon ist es passiert und man hat eigentlich ein Verschleißteil eingebaut – allerdings ohne die Wechselmöglichkeit wie man sie von Kupplungen und Bremsbelägen gewöhnt ist.
    Und wie sollte man einen Tausch bei einem 10EUR Gerät auch wirtschaftlich darstellen?
    Vor diesen Fährnissen ist auch ein Branchenprimus nicht gefeit. Allerdings steht er dann mit seinem guten Namen dafür gerade – wenn er es überlebt.

    Natürlich gibt es auf der anderen Seite auch die üblichen Spielverderber wie Nachlässigkeit und Geldgier. Man kann Qualität auch verbummeln und wegsparen. Insbesonders wenn man nichts zu verlieren hat, weil man z.B. kein teures Produkt und keinen Markennamen hat und im fernen Ausland sitzt.
    Die Auswirkungen wurden schon genannt: Schlechtere Materialien gepfuschte Verarbeitung wie kalte Lötstellen.

    All das kann vorkommen und je schärfer der Preisdruck oder die Rendite umso höher die Wahrscheinlichkeit.

    Dann hat man es mit einer erzeugten, unnötigen oder inkaufgenommenen Obsoleszenz zu tun, aber weniger mit einer „geplanten“.

    Auch die bisherige Auslegung der Glühbirne wird oft als Beispiel für geplante Obsoleszenz herangezogen. Aber es ist mehr ein Beispiel für eine Auslegungsentscheidung. Die Limitation der Lebensdauer ist prinzipiell unvermeidbar. Man hätte zwar bereits damals langlebigere Glühbirnen produzieren können,
    aber die hätten bei gleicher Helligkeit deutlich mehr verbraucht und wären auch etwas teurer gewesen. Rechnet wenn man Invest gegen den Mehrverbrauch, war der Kompromiß damals wahrscheinlich so schlecht auch wieder nicht.

    Daß es in der LED-Branche derzeit so einige schwarze Schafe gibt, liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt an der Kombination aus Glühlampenverbot, schlechten Energiesparlampen und noch zu hohen Preisen für Marken-LEDs.

    Was soll man machen, wenn heute die 100W Birne durchbrennt? Gäbe es die kostengünstigen LEDs bei Aldi oder China-Direktimporte nicht, dann würde ich noch bis mindestens Ende 2013 HV-Halogen-Birnen einwechseln.

    Viele der kostengünstigen China-Mais-LEDs haben eine sehr einfache Schaltungstechnik. Dort gibt nur einen kleinen Elko. Zur wirkungsvollen Reduktion des 100Hz Flimmerns ist er um Faktor 10 zu klein. Er schützt lediglich die LEDs im Einschaltmoment. Und dafür könnte er um Faktor 5 klein sein. Genügend Reserve also. Ich denke, sie werden die nichtvorhandene Garatiezeit überleben.
    Ok, eine kalte Lötstelle mußte ich auch schon mal beseitigen….

    Wer nicht auf E27, E14, GU10 etc. angewiesen ist, kann auf 12V oder 24V Technik setzten. Hier ist die Technik robuster, risikoärmer und bietet viel mehr Möglichkeiten. Aber das ist ein anderes, weites Feld….

  3. Vielen Dank für den Link.
    Bei Kleidung und Schuhen gebe ich dem Film recht. Da wäre ich auch dankbar, wenn die länger halten würde. Aber ich denke, die meiste Kleidung wird nicht wegen Verschleiß gekauft.
    Bei den alten Glühlampen ist der Fall einfacher. Sobald man Leuchtkraft und Wattage zueinander normiert, hat man innerhalb einer Technologie auch die Lebenserwartung.
    Wenn man also will, daß eine 100W Glühbirne eine bestimmte Leuchtkraft garantiert, hat man im Wesentlichen auch die Lebensdauer. Das ist der Grund warum sich die Glühbirnendaten auch ohne das Kartell nicht wesentlich weiterentwickelt haben.
    Erst neue Technologien wie z.B. der Halogenprozeß brachte wieder Bewegung in die Daten. Deshalb werden Leuchtmittel jetzt nach Leuchtkraft verkauft.
    Das Design der Glühbirne war „ausentwickelt“ und man hatte ein jahrezehntelang statisches und verläßliches Produkt, das nicht dem zu recht angeprangerten Modeschnickschnack unterworfen war. So gesehen widerspricht dieses Beispiel den anderen im Film.

    Schwierig ist das Thema bei modernen elektronischen Geräten. Hier sind wir durch den anhaltenden Leistungsfortschritt in einer Werteinflation bzw. Kostendeflation.
    Dadurch verliert ein gekauftes Gerät rasch an Nutz- und ökonomischen Wert. Mit dieser Erfahrung sinkt die Bereitschaft der Kunden in langlebige Produkte zu investieren.
    Der technologische Fortschritt unterstützt dies durch Produkte, die immer weniger Material binden. Dies wiederum ist eine Folge der Produktoptimierung.
    Wenn man also feststellt, daß ein Notebook nach 3 Jahren hoffnungslos veraltet ist und vom Kunden wegen des Featurehubs ersetzt wird, stört es auch nicht wirklich, wenn es nur für 5 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt wird. Im Gegenteil – man könnte es zwar robuster bauen, bräuchte dafür aber mehr Materie, die dann tatsächlich vergeudet wäre.
    Insofern finde ich den Film unterm Strich eher oberflächlich und tendenziös: Dunkle Hintermänner und geldgierige Fabrikanten lassen Produkte entwickeln, die vorzeitig altern.
    Klar, gab und gibt es auch schwarze Schafe.
    Aber die meisten machen letztlich das, wofür sie von uns Kunden honoriert werden.

  4. Was lernen wir daraus?
    es ist uns Konsumenten vollmundig versprochen worden, daß LEDs weit über 100.000 h leuchten würden. verkauft werden die Dinger mit höchstens >50.000 h. dh geplante Obsolesenz hat auch hier Einzug gefunden wie schon bei anderem elektronischem Gerät wie zB Druckern usw. ich habe mal im Handel gearbeitet und da werden solche Methoden als normale Geschäftspraxis angesehen und auch immer wiedermal angewendet.

    • Die Standby-Led eines Geräts hält vielleicht 100.000 Stunden, bei der Raumbeleuchtung sieht die Belastung ja etwas anders aus.

      Die Anforderungen an die Lichtqualität sind dort ganz anders so das man da sicher Kompromisse eingehen muss.
      Schlampig sind allerdings Leuchtmittel die nur 10.000 oder etwas mehr Schaltzyklen überstehen.

    • @H. J. Liquor: Der limitierende Faktor bei Leuchtmitteln sind weniger die LED-Chips, sondern viel eher die Bauteile der Vorschaltelektronik (Treiber). Und dafuer hat’s meines Wissens nach – zumindest im serioesen Teil des „Consumer“-Sektors – bisher kaum Versprechungen jenseits von 50.000 Betriebsstunden gegeben.

      • Hat es auch nicht, aber es war früher mal so das man LEDs immer 100.000 Stunden Lebensdauer zugeschrieben hat, weil irgendwelche Forscher das für das Maximum hielten. Die Ebayhändler die den Ramsch aus China verkauft haben, haben das einfach als „bis zu 100.000 Stunden“ übernommen.

        Mein „bis zu 16 mbit“ DSL Anschluss hatte mal 12 mbit, und jetzt nur noch 10… die Aussage bis zu 16 stimmt aber immernoch :-/

        Und wie gesagt kann das wohl bei einer Status LED zutreffen. Da gibt es sicher einige die 24 Stunden am Tag jahrelang leuchten (knapp 8760 Stunden im Jahr!)

        Das Display von so manchem Radiowecker und die Status LED von so manchem Fernseher geht ja auch schon seit über 20 Jahren (20 Jahre sind 175200 Stunden!) Ich kenne sogar Geräte wo nach 30 Jahren die LED noch geht (das sind 262800 Stunden…).

        • Ok, der Vergleich mit solch ’schwachen‘ LEDs wie einer Standby-LED wird wohl etwas hinkend sein. Hier hängt’s auch stark von der Qualität ab – habe durchaus schon Standby-LEDs gesehen, die nach vielen Jahren sichtbar an Helligkeit verloren haben. Greif‘ mal so eine Standby-LED inkl. Vorschaltelektronik im Dauerbetrieb an wegen der Temperatur – der Vergleich hinkt einfach gewaltig, zumal das wärmeerzeugende Netzteil hier meist anderswo sitzt und nicht im Zentimeterabstand daneben.

          • Der Vergleich hinkt überhaupt nicht, da diese 100.000 Stunden immer nur im Rahmen von „LED“ genannt wurden und nicht im Rahmen von LED-Leuchtmitteln!

            Das ist wieder sowas aus der Kategorie Mythen und Legenden.

  5. @ Wattebaellchen:

    (Anm. d. Red.: Kommentarteil entfernt, hat nichts mit dem Thema zu tun. Immer schön friedlich bleiben, keine persönlichen Angriffe, sonst ist hier Schicht im Schacht!)

    Grundsätzlich arbeitet auch die LED selber nach einer Taktrate – und ich nehme an, die ist bei stärkeren LEDs eher höher.
    Und dass ein niedriger getakteter 286er Prozessor länger hält als die heute topaktuellen, ist bereits Faktum – ob sich dies innerhalb der Nutzungsdauer bemerkbar macht, sei dahingestellt – aber vom Prinzip her stimmt’s definitiv.

    • Mir ist in meinem ganzen Leben noch kein Prozessor untergekommen der durch die Nutzung übern Jordan gegangen wäre.

      Entweder funktionieren die einwandfrei oder haben schon bei der Herstellung ne Macke. Der einzig mögliche Tod tritt durch Überspannung oder Überhitzung ein.

      Ein 286er ist übrigens in 1500 Nanameter Strutkturbreite gefertigt… heute ist man bei 22 nm, das ist dann doch etwas filigraner.

      Bei Speicherzellen gibt es durchaus gravierende Unterschiede… da sind bei Speicher für SSDs, Speicherkarten und co je nach Typ 100.000 Zyklen möglich, verbaut wird in der Regel noch Speicher mit 3000 und die Tendenz geht eher noch weiter runter.

      Das hat aber vorallem finanzielle Gründe, denn der extrem haltbare Speicher ist sehr teuer im Gegensatz zu den einfacheren. Wurde man die Massenproduktion auf den besseren umstellen würden die Preise fallen, keine Frage aber sie wären dennoch höher und kaum jemand braucht so ausdauernden Speicher in seinem Smartphone, Pc oder sonstwo.

      Wenn ein LED-Leuchtmittel 30.000 in einem Privathaushalt leuchtet sind das sehr sehr viele Jahre. Bei 100.000 müsste man die Dinger dann ins Testament aufnehmen.

      Da die Entwicklung so schnell voran geht ist es fraglich ob es überhaupt Sinn macht LED mit 100.000 Stunden zu entwickeln. Die dürften sicher teuer werden und vielleicht nicht alle Ansprüche an das ausgestrahlte Licht erfüllen.

      Wer weiß ob jemand ‚die ollen Dinger‘ in 15 Jahren überhaupt noch haben will?

      Das Einzige was mir regelmäßig sauer aufstößt ist die Schaltfestigkeit so mancher Leuchtmittel und das scheinbar niemand Feststoffkondensatoren verbauen will, sondern man immer nur die billigen Säuredinger sieht.

      • Solange noch kein vollständiges oder zumindest löwenanteiliges Recycling der in den LEDs (oder CPUs, Flash-Speichern, Displays etc.) verwendeten Materialien vorhanden ist, ist es schlicht aus ressourcentechnischen Gründen nicht verantwortbar, auf Obsoleszenz zu setzen, gleich ob durch „Sollbruchstellen“ oder durch rasch wechselnde Handymoden. Bei LEDs kommt natürlich erschwerend hinzu, dass hier die Entwicklung voll im Gange ist und nicht nur neue „Moden“, sondern neue Leistungsfähigkeit das Ziel ist. Hier kommen wir um „Lehrgeld“ nicht herum.

        Das führt natürlich zu der Frage, wie der momentane Status beim Recycling von in elektronik verbauten Gallium-, Indium- etc. -verbindungen ist. Vor meinem geistigen Auge erscheinen da immer die Bilder von vor sich hin kokelnden Elektronikmüllhalden in Afrika…

        • Seltene Erden gehen im Recyclingprozes eigentlich komplett verloren, man arbeitet noch daran die zurück zu gewinnen.
          Auch Plastik kann man kaum recyceln, das meiste wird als minderwertiges Plastik weiter genutzt. Man müsste es 100% nach sorten trennen, was mittlerweile gehen dürfte aber der Chemicocktail der drinsteckt macht das unglaublich schwer es zu recyceln.

          Um vom Recycling her wäre es sinnvoll wenn das bei der Konstruktion berücksichtig werden müsste auch bei den Verwendeten Stoffen (cradle to cradle Prinzip)

          Was du jetzt aber vergisst ist das gewisse Produkte nach einer gewissen Zeit obsolet sind… da hilft es dann auch nicht wenn sie ewig halten würden.

          • Die Sache mit der geplanten Obsolensenz wurde meiner Meinung von den Medien ein bisschen zu sehr aufgebauscht. Nicht dass ich behaupten würde, dass es sowas nicht gibt. Aber vor allem im professionelleren Elektronikbereich ist es mir bisher selten untergekommen. An meinem Arbeitsplatz steht ein HP Monitor aus der Business Serie, der zeigt mir im Menü an: Betriebsstunden gesamt 48.182, davon Betriebsstunden mit Hintergrundbeleuchtung 26.589. Ein Privatnutzer, der am Abend mal ein paar Mails checkt, bringt das Teil rechnerisch also sehr lange nicht kaputt. Und wie’s aussieht, wird dieser Bildschirm irgendwann getauscht, ob er noch geht oder nicht. Klar ist die Farbdarstellung, wenn man ein Neugerät danebenstellt, nicht mehr dieselbe. Aber im professionellen Bereich, seien es LEDs oder was auch immer, ist jeder Hersteller bedacht darauf, die Kundschaft zu halten. Deshalb bin ich bei meiner LED-Umrüstung bewusst den Weg gegangen, auch im Privatbereich möglichst LEDs aus der höheren Preisstufe zu wählen, bisher ohne gröbere Enttäuschungen. Es macht für den Hersteller immer noch den besseren Eindruck, wenn ein Elektronikprodukt aus Altersgründen getauscht wird und nicht weil es defekt ist.

  6. Es gibt das sehr wohl, das fängt schon bei fest verbauten Akkus in Smartphones und Laptops an (Apple ist da klar der Marktführer 😉 )
    Bei vielen Geräten sind auch die hitzeempfindlichen Kondensatoren sehr „ungünstig“ an heiße Bauteile heran gerückt.

    Wenn im Kleingedruckten der Bedienungsanleitung eines Mixers steht das man ihn nur 2 oder 3 Minuten am Stück nutzen darf weil es sonst zu Defekten führen kann.

    Lustig ist auch meine Elektrische Zahnbürste. Bei vielen kann man den Akku ja nicht rausnehmen, bei mir schon und zwar um ihn ordentlich zu entsorgen, nicht um ihn zu wechseln!
    Einmal geöffnet wird sich der Deckel wahrscheinlich nicht mehr dicht schließen lassen und man soll die Kabel durchschneiden um den Akku heraus nehmen zu können.
    Das ist schon etwas seltsam oder?

    Die Liste solcher Sauerien ist sehr lang 😉

    Aber wie gesagt zu behaupten weil mal irgendwann irgendwo wer was von 100.000 Stunden erzählt hat von geplanter Obsolenz zu reden weil die Hersteller das nicht versprechen ist sehr weit hergeholt.

  7. Volle Zustimmung grundsätzlich.
    Aber ich persönlich kann mit der These ‚früher war alles besser‘ auch nichts anfangen. Es gibt/gab früher wie heute gute und weniger gute Produkte am Markt.
    Zu den elektr. Zahnbürsten (bei Akkurasierern ist es das Gleiche): Diese Geräte sind heute durchwegs unter dem Wasserhahn abspülbar, hier könnte man evtl. noch argumentieren, dass eine Konstruktion, die nach dem Öffnen weiterverwendbar ist, nicht sicher sei. Klar wäre das machbar – aber teurer. Und wenn der Kunde die Klappe aus Versehen nicht ordentlich verschließen würde oder die Gummidichtung langsam spröde würde, wäre das Ende dieses ‚Bad-Gerätes‘ halt damit besiegelt.
    Auch ändert sich ganz einfach auch die Zeit. Wir hatten früher einen Röhrenfernseher zu Hause, der war 20 Jahre in Verwendung (und wurde bei einem Defekt nach 17 Jahren nicht selbstverständlich weggeworfen, sondern zur Reparatur gebracht, wo noch an Bildröhre und Trafo herumgebastelt wurde, was ihn noch 3 weitere Jahre am Laufen hielt). Beim heutigen Produktlebenszyklus eines TVs unvorstellbar, da wird 5 Tage nach Ablauf der Garantie weggeworfen bzw. ersetzt.
    Es war aber vielleicht auch irgendwie klar, dass die Wirtschaft so nicht weiterexistieren hätte können, wenn wirklich jeder TV 20 Jahre lang im Haushalt gestanden hätte. Dass da Arbeitsplätze und Existenzen dranhängen muss man ja auch beachten. Und wenn die heutigen, guten LEDs mit Garantien zwischen 3 und 5 Jahren das durchhalten, ist schon viel gewonnen – meine Tests mit professionellen Lampen zeigen da nach bald 2 Jahren in eine akzeptable Richtung (auch wenn die Elkos darin vielleicht billig wirken, möglicherweise sieht’s schlimmer aus als es ist), warten wir’s ab…

  8. Bei vielen bisherigen Retrofit-LED als Ersatz für Glühlampen ist einfach keine hinreichende Schaltfestigkeit gegeben. Vor ca. 1-2 Jahren etwa eine Philips R50 MyAmbiance mit 4W, sehr gute Farbe, aber nur 10000 Schaltzyklen als Haltbarkeit angegeben!

    Wie soll sowas in einem Privathaushalt vernünftig halten? LED verwendet man ja z.Z. gerade da, wo viel geschaltet wird, weil man nur kurz im Raum ist und sofort das volle Licht braucht. Also Küche, Flur, Klo usw. Man muss damit rechnen, dass Kinder mit dem Licht spielen. Unter den Umständen kann so eine LED genauso schnell kaputt gehen wie eine Glühbirne, ist aber viel teurer. 10000 Schaltzyklen werden bei ca. 27 Schaltvorgängen am Tag in einem Jahr erreicht – in Küche oder Flur mit Familienbetrieb gut möglich! Da ist nix mit den großmäulig angegebenen 20 oder 30 Jahren Lampenleben!

    Auch andere Markenhersteller dümpeln bei ihren Angaben im Bereich von 25000-50000 Schaltvorgängen, viele erreichen inzwischen immerhin 100000. So die in vielen Baumärkten als Quasi-Monopolprodukte (neben dem Billigkram) vertriebenen O. und P. Soviel erreichen aber auch bessere Energiesparlampen (CFL), und auch damit dürften LED oft deutlich eher als nach 20, 30 Jahren das Zeitliche segnen.

    Gerade die Schaltfestigkeit könnte bei Privatanwendern die Sollbruchstelle der geplanten Obsoleszenz sein, immerhin halten die Lampen ein paar Jahre, so dass sich der Ärger nicht sofort niederschlägt, aber letztlich verenden sie doch weit eher, als eigentlich möglich wäre.

  9. Also kann man sagen, dass bei all den „Billigbirnen“ von Ebay, Amazon etc., LED-Kerzen für €1-€2 NIE die LEDs selbst kaputt gegangen sind? Die Kerzen, die angegeben 10.000h halten sollen, aber nach evtl. 1h am Tag nach einem Jahr ausfallen.

    Wenn die Elektrik aber halten würde (weil man sie verbessert…), würden dann nicht trotzdem die LEDs früher ausfallen?

    Gibt es eine Möglichkeit trotzdem die günstigsten akzeptablen LED-Leuchtmittel zu finden? „Akzeptabel“ heißt, sie geben nicht nach ein paar Hundert Stunden auf, sondern haben eine „normale“ Lebensdauer für den Kaufpreis. Evtl. die 2 € für 10.000h wie sie die Billigbirnen versprechen… 😉 .

    Es müsste ja auch bei Ebay und Co. jede Qualitätsstufe geben. Nur wie erkennt man dann die günstigste der Guten? Gibt es bestimmte Marken oder Händler, die die billigsten guten LED-Leuchtmittel haben?

    Kann man durch Verbessern billiger LED-Leuchtmittel etwas sparen? Lohnt das? Bessere Kondensatoren, und evtl. Verbesserung der Wärmeableitung.

    Und gibt es evtl. die Möglichkeit gleich den passenden Gleichstrom zur Lampe an der Decke zu schicken? Ein Netzteil in der Wand. Leuchtmittel mit Edison-Gewinde aber xx Volt Gleichstrom. Wäre die Elektronik in den E27/E14-„Birnen“ dann nicht egal?

  10. Also, bei Birnen mit Kondensatornetzteil wird insbesondere bei den Filamentlampen gerne der Elko parallel zu den LEDs eingespart oder zu klein dimensioniert. Einschaltstöße und Spannungsspitzen rauschen dann zu den LEDs durch und himmeln diese.

    Ich habe aber neulich auch zwei sehr aufwendig verarbeitete Kerzen (kosten neu immer noch 10 €/Stück) auf dem Wertstoffhof eingesammelt aus Neugier. Die hatten ein richtiges Schaltnetzteil, aber das war regelrecht gebraten bis hin zu abgedampften Beinchen am Gleichri(e)chter. Da haben die LEDs bestimmt auch einen Schuß abbekommen.

    Selber rumlöten lohnt in der Regel nicht, zumal die Billigimporte aus ebay häufig auch farbstichige oder überstromte LEDs einsetzen. Da lieber günstige Markenprodukte (Philips gibt es manchmal erstaunlich günstig) oder z.B. Müller am Montag bei Aldi Süd abgreifen.

    Ich habe vereinzelt Leuchtmittel modifiziert, wenn sie nicht mit französischem B22-Sockel verfügbar waren und dann auch gleich bessere Kondensatoren eingelötet. Es ist ein ziemlicher Aufwand, und man muß wissen, was man da tut (elektrische Sicherheit, Brandgefahr).

    Natürlich kann man auch irgendwo ein Netzteil einbauen und dann selber mit Gleichstrom weiterarbeiten. Aber auch da muß man das Netztteil elektrisch sicher und optisch ansprechend unterbringen, und die Gleichstrom-LEDs wollen ja auch gekühlt werden. Lampen mit Kondensatornetzteil haben häufig LED-Module mit sehr vielen in Reihe geschalteten LEDs und sind daher eher nicht zum Umbau geeignet; 70 bis 150 V Betriebsspannung können die wenigsten Netzteile.

  11. Naja, wenn ich die gesammte Elektrik entfernen könnte, lohnt es dann nicht? Wenn die Chips alle in Serie verbunden sind, könnte ich ja extern eine Konstantstromquelle nutzen.

    Es gibt auch 12V und 24V zum gleichen Preis, aber es scheint so, als enthalten auch die ihre eigene Technik, so dass an sie mit normaler Konstantspannung betrieben werden. Also wäre es egal,aus was für einem Leuchtmittel (12VV DC, 24V DC oder 230V AC) man die Elektrik rausrupft. Außer es gäbe gleich solche Leuchtmittel für den Betrieb mit externem Konstantstromtreiber.

    Was ist mit den ganzen guten Chips, sind die nicht auch auf irgendwelchen Billigprodukten. Halt etwas teurere „Billigprodukte“. So günstig, wie gut halt geht. „NSCWJ216A“ nannt man mit im LED-Forum von Lumitronix. Seltsam, diese Nichia-LED finde ich nicht einmal bei Ebay, Amazon, und auch nicht über Google Shopping. Aber die Werte sind gut.

    „72W“ sind zwar generell zu viel, aber das gilt für die 70,2W bei 1800mA bei 39V, 102lm/W und 7191lm Leuchtkraft. Es geht auch 960mA bei 36V und 122llm/W bei 4230lm (34,7W). Oder 500mA bei 33V und 153lm/W bei 2538lm (16,6W). Das sind mehr Lumen als bei der 150W-Lampe bei nur 16,6W.

    Die wäre erhältlich. Allerdings nur nackt, und bisher fand ich nur Lumitronix als Händler. Mehr Chips (der kleine Chip hat scheinbar 6×7 = 42 Chips drauf), dafür aber für das Gleiche Licht geringer und effektiver betreiben, das sollte Standard sein.

    Und was ist mit dieser Osram-LED. Die sollte doch jetzt Anfang 2015 in Produkten erhältlich sein. Kann man die noch nicht als Chip kaufen? Ein Typenname ist da nicht zu finden.

    Hier Philips 04.2013. Auch ~200lm/W. Wo ist der Chip und Leuchtmittel damit?

    Und Cree gab an sogar 303 lmW erreicht zu haben. Bei 5150K und 350mA. Wenn man auf das Bild dort klickt, landet man im Katalog. Aber ist da auch eine 300lm/W-LED zu finden? Ich habe da mal angefragt.

    „Ziemlicher Aufwand“ scheint recht relativ zu sein. Wie lange kann der Austausch eines Kondensator schon dauern. Ich habe an drei EQ1600-Kameras eine Schraubleiste eingeklebt und verlötet. Das waren am Ende viele Stunden (auch nachdem ich raus hatte wie es bei der Enge geht, die Litze vorher anlöten, und dann durch die Bohrlöcher stecken, mit 2K-Epoxidharz-Kleber zu verkleben und zu löten…). Um keine sehr seltenen Stecker für evtl. €30 oder mehr ds Stück zu bezahlen. Inkl. „ausdremeln“ einer Vertiefung in das Gehäuse, Span für Span abkratzen mit einem Küchenmessser um eine glatte Vertiefung zu erhalten, etc..

    Ich fuhr auch immer wieder mal 50 ~ 100km auf dem 50ccm-Roller, um ein paar euro Porto zu sparen. Der Roller braucht ja nur 2,5l Gas auf 100km….. ;-D . Da habe ich dann bei solchen Strecken aber auch zwei oder drei Sachen kombiniert (dann können es aber auch mal über 100km, 120km etc. sein).

    Eine der drei Hocheffizienz-LEDs als einfacher Selbstbau (Anleitung etc.), das wäre es. Wenn die sehr teuer sind, oder nicht absehbar zu kaufen, dann „notfalls“ diese 153lm/W-Nichia, die bei 16,6W 2835l, also mehr als 150W-Glühbirnen-Äquivalent bringt. Ein einzelner kleiner Chip z.B. über die Terrasse und über den Garten gehangen. Wie eine Deckenlampe, aber an einem Drahtseil.

    Ob es da reicht ihn mit 2K-Wäermeleitkleber auf einen dicken Rippen-Kühlkörper zu kleben, mit Konstantstrom zu versorgen, und fertig (in einem Wasserdichten Gehäuse)? Evtl. noch eine Optik die das Licht dieses kleinen Punktes auf eine etwas größere Fläche bringt, falls das sonst blendet. Z.B. eine Fresnellinse. Die sind aus Kunstsstoff recht billig.

    70-150V? Seriell verbundene LEDs benötigen also immer mehr Volt.
    Und die üblichen Stripes umgehen das wohl, dass sie alle LEDs parallel mit Vorwiderstand betreiben…

    (Bitte die Kommentarregeln unten auf der Seite beachten und nicht zahlreiche rohe, ellenlange Links posten, sondern so ähnlich einbetten, wie ich’s hier nachträglich getan habe. Außerdem ist es völlig sinnlos, als Autoren-URL eine 404-Seite einzugeben. Beim nächsten Mal wird der Kommentar einfach gelöscht./d. Red.)

  12. Ich halte es, ausser aus rein privatem sportlichem Interesse, für witzlos eine HighEnd LED zu kaufen und sie selbst zu einer Lampe oder Leuchte zu verbauen. Die Kosten werden in der Regel deutlich höher liegen als für übliche, selbst hochwertige, fertige LED Leuchtmittel. Ausserdem darf man Effizienz nicht mit Lichtgüte verwechseln. Die effizientesten LEDs machen grundsätzlich nicht das beste Licht. Und wenn man selber bastelt, muss man Kühlung, Isolation, etc. auch selber realisieren. Und mit Netzspannung umgehen können.

    Energieverbrauch und Geldeinsatz kann man äquivalent ansehen. Welcher Nutzen soll darin liegen, für 25 Euro inkl. Versandkosten irgendeine Bastelei zu realisieren, wenn man für 7 Euro ein fertiges, hochwertiges und getestetes Leuchtmittel mit Gewährleistung bekommt? Der Preisunterschied lässt sich auch in Stromkosten darstellen. Ist der Eigenbau über alles 4mal so effizient wie das kommerzielle Leuchtmittel?

    Warum erscheinen HighEnd LEDs nicht in kommerziellen Massenprodukten? Weil Massenprodukte im LED Bereich einem extremen Kostendruck folgen. Dort werden nicht einfach die effizientesten LEDs eingebaut, sondern die, die unter Würdigung ALLER Umstände die optimale Vereinigung ALLER Parameter erreichen. Das sind in der Regel dutzende Parameter, die da gegeneinander abgewogen werden, nicht nur einer.

    Nebenbei erreichen die hoch-effizienten Wunder LEDs ihre besten Effizienzwerte auch in der Regel nur bei reduzierter Absolutleistung – eine fiktive 300lm/Watt LED mit 5Watt Peakleistung wird diese hohe Effizienz nicht bei ihrer Peakleistung erreichen, sondern z.B. nur bei 2Watt. Das ist dann zwar für die Energieeffizienz eines damit gebauten 2W Leuchtmittels schön – aber man hat ein sehr teures, sehr effizientes Bauteil dann in einer Form auf den Markt gebracht, die statt A+ zwar A++ vorweisen kann, aber trotzdem gegenüber der billigeren Konkurrenz abstinken muss, weil sie nur die Hälfte der Helligkeit bzw. des Lichtstromes derer erreicht.

    – Carsten

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