LEDON setzt verstärkt auf LED-Leuchten für Gewerbe und Industrie (Update)

Bisher erzielt der österreichische Mittelständler LEDON den größten Teil seines Umsatzes mit LED-Retrofits – vor allem für private Kunden. In einigen Jahren soll dieses Kerngeschäft jedoch von Lichtlösungen für Gewerbe und Industrie überflügelt werden. Ab sofort gibt’s deshalb neue und besonders leistungsstarke LED-Komplettleuchten. Außerdem verhandelt LEDON-Eigner Lorünser gerade mit Zumtobel über den Kauf eines Leuchten-Werks in Usingen (Hessen).

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Neu im LEDON-Sortiment: Integrierte LED-Feuchtraumleuchten für Kellerräume und (Park-)Garagen sowie besonders effiziente, wetterfeste Hochleistungs-„High Bay“-Strahler für die Industrie- und Hallenbeleuchtung. (Fotos: LEDON-PR)

Wirklich gewinnbringend ist der Verkauf von LED-Lampen und -Leuchten an Privatkunden aktuell nicht mehr: Immer zahlreichere und aggressiver agierende Anbieter, rasant sinkende Preise – bei steigenden Qualitäts- und Helligkeitsansprüchen – lassen die Gewinnmargen dahinschmelzen wie Softeis in praller Sonne. Kein Wunder, dass auch LEDON in Lustenau mit seinen knapp zwei Dutzend Mitarbeitern schon länger auf das zweite Standbein „B2B“ setzt – das Geschäft mit gewerblichen Abnehmern.

Vor allem die seit 2014 angeboteten LED-Downlights (inzwischen leider nicht mehr über den unternehmenseigenen Online-Shop erhältlich) und die 2015 vorgestellten LEDON-Rasterleuchten werden häufig gewerblich bzw. in öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Gastronomie und Hotellerie entdeckten allerdings schon zuvor die Vorzüge von LED-Lampen mit einem Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90 für ihre speziellen Anforderungen und orderten teils sehr große Stückzahlen. Der Premium-Anspruch von LEDON hat sich also durchaus schon bei professionellen Anwendern herumgesprochen.

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Seit 2015 erhältlich: Integrierte LEDON-LED-Rasterleuchten mit 47 Watt und in verschiedenen Varianten mit bis zu 4000 Lumen Lichtstrom, wahlweise auch dimmbar. Entwickelt wurden Sie primär für Büros, Schulen und öffentliche Gebäude – private Kunden stehen bei Preisen ab ca. 115 Euro eher nicht im Fokus. (Foto: W. Messer)

Flexible LEDON-Reaktion auf Kundenwünsche

LEDON-Weiss-Dual-Color-neu-kleinNach und nach soll deshalb das „B2B“-Sortiment ausgebaut werden, auch mit Nischenprodukten. Geschäftsführer Reinhard Weiss (Foto: W. Messer) verweist dabei in einer Pressemitteilung auf die Vorteile eines relativ kleinen Teams:

„Wir können hier flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Das eröffnet uns neue Chancen am Markt.“

Ab sofort neu im Angebot sind beispielsweise hocheffiziente „High Bay“-LED-Leuchten für hohe Produktions- und Lagerhallen – mit 100 bis 240 Watt, 4000 Kelvin Farbtemperatur („Neutralweiß“), Farbwiedergabeindex Ra 80, Lichtstromwerten zwischen 12.000 und 28.800 Lumen sowie Halbwertswinkeln von 60, 90 oder 110 Grad (pdf-Download des Datenblatts). Sie können teils über DALI gedimmt werden, haben die Schutzart IP65 und eine Nennlebensdauer von 50.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen.

LEDON-Feuchtraumleuchte-Parkhaus

Ebenfalls taufrisch: Nicht dimmbare LED-Feuchtraumleuchten mit 3600 Lumen aus 36 Watt und 5600 Lumen aus 54 W (pdf-Download des Datenblatts). Auch sie haben 4000 Kelvin, Ra 80 und IP65. Mit einem Halbwertswinkel von 140 Grad eignen sich diese Wannenleuchten vor allem für die Deckenmontage in (Park-)Garagen (LEDON-PR-Foto oben), Kellern oder über Produktions- und Lagerflächen. Die Nennlebensdauer entspricht jener der „High Bay“-Strahler, ebenso die fünfjährige Standard-Garantiezeit.

Drei Jahre Vollgarantie mit Kostenübernahme

Zusätzlich gelte für die Neuheiten in den ersten drei Jahren sogar eine Vollgarantie, in der LEDON für die kompletten Austauschkosten pro Lichtpunkt aufkomme. Das sei außergewöhnlich in der Branche und soll der Kundschaft „ein wichtiges Signal hinsichtlich der Qualität unserer Produkte“ vermitteln.

LEDON-Logo-2015Forschung, Entwicklung, Qualitätskontrolle und Produktmanagement für alle Produkte seien am Firmensitz in Lustenau angesiedelt (rechts der aktuelle Claim „pioneering light“); im deutschsprachigen Raum erfolge der Vertrieb über den Licht-Fachhandel und Elektroinstallateure. Außerdem verfüge LEDON in einer Reihe europäischer Länder über Vertriebspartner. Mittelfristig solle das neue Segment das bisherige Kerngeschäft des Unternehmens mit klassischen LED-Lampen – gemessen am Umsatz – sogar überholen.

So ändern sich die Zeiten und Strategien …

Thomas LoruenserDieser Ehrgeiz und die strategische Entwicklung in vergangenen sieben Jahren mutet ziemlich kurios an: 2009 war die Firma „LEDON Lamp GmbH“ als kleine LED-Retrofit-Tochter des großen österreichischen Lichtkonzerns „Zumtobel Group“ gegründet worden, wurde aber Ende 2012 an den Unternehmer Thomas Lorünser (50, PR-Foto links) verkauft, weil Zumtobel die erwarteten Synergieeffekte vermisste und sich dann doch lieber auf seine Profi-Marken wie Thorn und Tridonic konzentrieren wollte.

Seither näherte sich LEDON mehr und mehr der gewerblichen Kundschaft an, während der frühere Mutterkonzern aktuell den privaten Markt als zusätzliches Geschäftsfeld erschließt – offiziell ab September dieses Jahres mit hochwertigen LED-Lichtlösungen und -Steuerungen für den Innen- und Außenbereich unter dem Label „Atelier of Light“ (siehe hier die Meldung vom 15.03.). So werden die ehemaligen österreichischen Verbündeten gleich auf zwei Geschäftsfeldern künftig zu europaweiten Konkurrenten.

Bald ein LEDON-Werk in Deutschland?

Update 12.07.: Zur neuen Strategie würde auch die Nachricht passen, dass sich der LEDON-Eigentümer Lorünser bereits seit Jahresbeginn sehr für ein Zumtobel-Leuchtenwerk im hessischen Usingen interessiert. Das soll eigentlich Ende August geschlossen werden; offiziell wegen mangelnder Auslastung und weiterer Konzentration auf das „Kerngeschäft“ des Konzerns. Über 150 Mitarbeiter würden ihren Arbeitsplatz verlieren.

Inzwischen liegt laut eines Zumtobel-Internet-Forums ein konkretes Kaufangebot samt Business-Plan des Vorarlberger Investors vor, über das derzeit gesprochen werde. Ziel sei, die Verhandlungen „in den nächsten Wochen“ mit einem Kaufvertrag abzuschließen – spätestens bis zum 31. August. Christian Ranacher, Geschäftsführer der „Zumtobel Lighting GmbH Deutschland“, erklärte dazu:

„Wir kamen zu dem Ergebnis, dass das neue Angebot von Herrn Lorünser zwar sehr ehrgeizige und ambitionierte Ziele enthält, aber dennoch tragfähig erscheint. Sollten Betriebsrat, Gewerkschaft und die Mitarbeiter sich zutrauen, diesen Business-Plan unter Führung von Thomas Lorünser erfolgreich umzusetzen, werden wir diesem Vorhaben nicht im Wege stehen.“

Das Statement von Thomas Lorünser:

„Ich freue mich über das Vertrauen, das man mir entgegenbringt. … Zweifellos liegt vor den Mitarbeitern und mir eine große Aufgabe, von der ich überzeugt bin, dass wir sie gemeinsam meistern werden. Spätestens nachdem ich über eine Woche in Usingen verbracht habe, ist mir klar geworden, dass ich mit dieser Mannschaft sehr viel bewegen kann. Selbstverständlich kann man ein unternehmerisches Risiko nicht ausschließen.“

Vielleicht gibt es ja tatsächlich bald LEDON-Leuchten und/oder -Lampen „made in Germany“ – es wäre nicht der erste LED-Neustart dieser Art in Hessen.

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LED-Schnäppchen bei toom: Philips-Doppelpacks, Eglo-„Toneon“-Leuchte

Wem günstige Preise wichtiger sind als Top-Lichtqualität, darf sich kommende Woche mal in einem der rund 360 toom-Baumärkte umschauen: Dort gibt es vom 20. bis 24. Juni LED-Schnäppchen von Philips und Eglo als Aktionsangebote unter dem Motto „Extra sparen“ – aber „nur solange der Vorrat reicht“ (Prospektausschnitt unten, nachbearbeitet).

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Schon zum zweiten Mal dieses Jahr locken die toom-Baumärkte nächste Woche mit 230-Volt-Philips-LED-Lampen in „Duopacks“ ab 4,99 Euro. Es sind die bekannten, nicht dimmbaren Standard-„CorePro“-Retrofits mit 2700 Kelvin Farbtemperatur („Warmweiß“), Farbwiedergabeindex Ra 80, EU-Ökolabel A+ sowie 15.000 Stunden bzw. 50.000 Schaltzyklen Nennlebensdauer.

Diese LED-Schnäppchen sind ausschließlich für trockene Innenbereiche gedacht und vor allem dort empfehlenswert, wo keine sehr hohe Farbtreue gebraucht wird (etwa in Treppenhäusern, Fluren, Vorratsräumen etc.). Erfahrungsgemäß sind die Philips-Retrofits trotz der günstigen Preise sehr flimmerarm bis fast flimmerfrei und taugen deshalb auch für entsprechend sensible Augen.

Bei rund 2,50 Euro pro Stück geht’s los

4,99 statt bisher 7,99 Euro kostet das Doppelpack mit LED-Retrofits in E14-Kerzenform, 4 Watt, 250 Lumen (entspricht 25-W-Glühlampe) und ca. 180 Grad Halbwertswinkel – das wären also 2,50 € pro Stück (Vergleichs-Einzelpreis sonst um die 3 Euro). Für zwei E27-„Birnen“ mit je 6 W, 470 lm (40-W-Äquivalent) und ca. 200° Halbwertswinkel werden 4,99 statt 9,99 € verlangt – die Konkurrenz berechnet hier ab ca. 8 €.

Wer’s heller mag, nimmt zwei E27-Lampen in A60-Birnenform mit 9 W, 806 lm (60-W-Ersatz), ca. 200° Halbwertswinkel für 5,99 statt 11,99 €. 3 Euro pro Lampe liegen etwa auf IKEA-„Ryet“-Niveau. Als 35 W-PAR16-Halogen-Äquivalent taugen die Philips-GU10-Spots mit 3,5 W, 250 lm und 36° Halbwertswinkel. Hier zahlen Sie für zwei Stück in Blister-Verpackung 4,99 statt 7,99 € (Konkurrenz ab ca. 7 €).

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Leuchte mit auswechselbaren LED-Strahlern

Ebenfalls von Haus aus nicht dimmbar ist die „Toneon“-LED-Deckenleuchte von „Eglo Lighting“ aus Österreich, die Sie ab 20. Juni für knapp 30 Euro in den toom-Baumärkten kriegen. Hier stecken im Edelstahl-/Chrom-/Glas-Gehäuse vier auswechselbare GU10-Strahler, die jeweils aus 3 Watt 200 Lumen mit 3000 Kelvin sowie Farbwiedergabeindex Ra ≥80 erzeugen und sich so das EU-Ökolabel A+ verdienen. Die insgesamt 800 lm entsprechen etwa der Gesamthelligkeit einer 60-W-Glühlampe, werden jedoch wesentlich enger fokussiert, sorgen so für eine ordentliche Lichtstärke und wirken auch wegen der „kühleren“ Farbtemperatur (etwa + 300 K) ein wenig heller.

Der in anderen Online-Angeboten veröffentlichte Halbwertswinkel von nur 15 bis 20 Grad ist allerdings mutmaßlich grottenfalsch. Die Bauform dieser SMD-LED-bestückten, linsenlosen GU10-Strahler lässt eher auf rund 120 Grad schließen. Wer seine Lichtkegel irgendwann doch mal enger haben will, vielleicht auch farbtreuer und dimmbar, kann problemlos hochwertigere LED-Spots anderer Hersteller ‘reindrehen, sofern deren Gehäuse nicht dicker und/oder wesentlich länger sind. Die 29,99 Euro des toom-Sonderangebots sind jedenfalls ein echtes LED-Schnäppchen, weil die „Toneon“-Leuchte sonst für 55,99 Euro aufwärts verkauft wird.

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