Im Test: LEDON-E27-„Double-Click“ mit über 1000 Lumen und Ra >90

Sie ist die bisher hellste Retrofit der österreichischen LED-Spezialisten: Die LEDON-„LED LAMP A66 12,5W/M/927 E27 230V D-CL“ kann mit mehr als 1000 Lumen, sehr guter Farbwiedergabe und breitem Abstrahlwinkel problemlos herkömmliche 75-Watt-„Glühbirnen“ ersetzen. Auf Wunsch leuchtet sie dank „Double-Click“-Technik auch mit nur einem Drittel ihrer Maximalleistung – ohne Dimmer-Hilfe, ein simpler Lichtschalter genügt.

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Ich bin ja immer heilfroh, wenn ich eine nicht dimmbare LED-Lampe zum Testen bekomme. Dann habe ich nämlich viel weniger Arbeit, muss nicht in aufwendigen Versuchsreihen die Verträglichkeit mit verschiedenen Dimmer-Typen checken und werde nur selten von grausligen Geräuschen, ewig langen Einschaltverzögerungen und fiesen Flacker– oder Flimmer-Effekten genervt.

LEDON-E27-12,5W-LabelDie neueste LED-„Birne“ von LEDON aus Vorarlberg ist so ein pflegeleichter Fall; trotz der ellenlangen Typenbezeichnung. Bisher gibt es sie in zwei Varianten: Als nicht dimmbare Lampe für knapp 17 Euro und als „Double-Click“ für rund 22 Euro. Letztere landete bei mir, heißt mit vollem Namen „LED LAMP A66 12,5W/M/927 E27 230V D-CL“, schafft die zweitbeste EU-Effizienzklasse A+ (siehe Packungsausschnitt rechts) und bietet an einem ganz normalen Lichtschalter zwei Helligkeitsstufen.

Beim ersten Einschalten zieht sie rund 12,5 Watt, leuchtet mit etwas über 1000 Lumen Lichtstrom und erreicht so knapp den EU-Äquivalenzwert einer traditionellen 75-Watt-Lampe. Ein kurz hintereinander ausgeführter Aus-/Ein-Befehl reduziert die Leistung auf rund ein Drittel und sorgt für ein gemütlich-„warmes“ Ambiente, das zwischen der Helligkeit von 25- und 40-W-„Glühbirnen“ liegt. Zu schummrig? Dann einfach nochmal kurz aus- und anschalten – schon haben Sie wieder volle Power.

Diese „Double-Click“-Technik nutzt LEDON schon seit Jahren für einige ausgewählte LED-Lampen mit E27-Sockel. Bis in die reduzierten Platzverhältnisse von E14-„Kerzen“ oder MR16/PAR16-Spots aus Vorarlberg ist sie allerdings noch nicht vorgedrungen.

Kein Surren, kein Flimmern, moderate Wärme

Beim Testexemplar funktioniert sie jedenfalls wunschgemäß. In meiner offenen, hängenden Fassung startete die A66 nach weniger als einer halben Sekunde Einschaltverzögerung, blieb komplett still und LEDON-E27-12,5W-Aufdruckwurde nach zwei Stunden Dauer-Maximallast an der heißesten Stelle des weißen Aluguss-Gehäuses (oben am Sockel, in der Nähe des links abgebildeten Datenaufdrucks) höchstens 63 Grad warm. Unten an der matten Plastikhaube blieb es mit ca. 30 Grad nahe der Raumtemperatur. Mein „Energy Master Profi-2″ zeigte 12,7 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,60 – im Profi-Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ waren es 12,4 W und 0,62 (optimal wäre 1,0).

Nach einem „Double-Click“ reduzierte sich der Leistungsbedarf auf 4,8 W und Faktor 0,53 (Labor: 4,6 W, Faktor 0,55); das ist etwas mehr als ein Drittel der Maximalleistung. Tatsächlich war auch die in der Ulbricht-Kugel gemessene Helligkeit ein wenig höher als die von LEDON versprochenen 30%: Knapp 343 Lumen (pdf-Download des Messprotokolls) gegen 1012 lm bei Volllast (pdf-Download). Weder das Display meiner Kamera noch die häufig viel zu skeptische „Flicker Tester“-App von „Viso Systems“ registrierten ein nennenswertes Flimmern (Screenshot unten links bei Maximalleistung, unten rechts gedimmt – jeweils mit ca. 100 Hertz Bezugsfrequenz):

LEDON-E27-12,5W-Flicker-100-30

Selbst sehr flimmersensible Menschen dürften bei dieser Lampe nichts zu Meckern haben – egal, in welcher der beiden Leistungsstufen sie gerade leuchtet. LEDON selbst gibt in seinem Datenblatt <3% Flicker-Rate an (pdf-Download) – das passt.

Lichtfarbe ändert sich beim Dimmen nicht

LEDON-E27-12,5W-Pack-obenKeine nennenswerten Differenzen gab es durch das Umschalten auch bei der Farbtemperatur von knapp über 2600 Kelvin und dem „allgemeinen Farbwiedergabeindex“ von rund Ra 93 (Glühlampe: ca. Ra 100). Die Lampe leuchtete also etwas „wärmer“ als angegeben und bestätigte locker die beworbene Farbtreue (siehe Packungs-Oberseite rechts).

LEDON-typisch sind die sehr guten Werte bei den Zusatz-Messfarben „Rot gesättigt“ (R9 = ca. 62) und „Hautfarbe Rosa“ (R13 = rund 94), mit denen beispielsweise die Eignung für hochwertige kosmetische oder gastronomische Beleuchtung ermittelt werden kann.

Auch bei Blau wird’s nicht mau

Bei mir gibt’s statt nackter Haut (hat hier jemand „schade!“ gesagt?) oder buntem Gemüseteller ein Farbtreue-Standardmotiv mit zwei Mopeds im Kleinformat auf weißem Untergrund – das eine sattrot, das andere tiefblau; fotografiert mit Weißabgleich „Tageslicht“ und ohne Nachbearbeitung:

LEDON-E27-12,5W-Farbtreue

Auffallend ist nicht nur die überdurchschnittlich gute Rot-Wiedergabe und die für „warm-weiße“ LED-Lampen relativ geringe Orange-Verschiebung von Weiß und Schwarz, die bei Ra-80-Modellen meistens viel stärker ausfällt als bei solchen Ra-90-Retrofits. Ebenso positiv wirkt die recht ordentliche Blau-Darstellung – ein Eindruck, der auch vom Messwert für „Blau gesättigt“ (R12 = ca. 84) und dem Spektraldiagramm gestützt wird (Energieverteilung in Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge):

LEDON-E27-12,5W-DC-Spektrum

Hier türmt sich ein mächtiger Berg um die Spitze bei rund 626 nm; die rechte Flanke reicht weit in den tiefroten Bereich hinein, die linke fällt ziemlich sanft in Richtung Blau ab, wo sich die ursprüngliche LED-Chip-Farbe bemerkbar macht. Bekanntlich entsteht weißes LED-Licht ja meistens durch eine Luminiszenz-Konversionsbeschichtung von blauen Chips. Ob hier noch zusätzlich mit roten LEDs nachgeholfen wurde, weiß ich nicht, bezweifle es aber angesichts der ziemlich sanften Kurve. Unangenehme Rot- oder gar Grün-Stiche sind mir jedenfalls nicht aufgefallen.

Nicht ganz rund strahlend, aber fast

Wäre da noch die Sache mit der Abstrahlcharakteristik. Die alten Stromfresser schaffen mit ihren Glühdrähten weit über 300 Grad Halbwertswinkel, da sollte ein rundstrahlender LED-Ersatz möglichst nahe dran sein. So sieht das Leuchtbild der hellsten LEDON aus:

LEDON-E27-12,5W-Leuchtbild

LEDON-E27-12,5W-Pack2Der Lichtkegel ist leicht nierenförmig, deckt aber auch den Bereich unter dem Sockel noch ziemlich gut ab. LEDON selbst nennt 270 Grad Halbwertswinkel (siehe Packungsausschnitt rechts); das Labor ermittelte sogar gut 275 Grad (pdf-Download des Diagramms).

Diese breite Keule wird allerdings von einer überdurchschnittlich großen Haube erzeugt, deren Maximaldurchmesser von 6,6 cm den von Glühlampen mehr als einen Zentimeter übertrifft – gar nicht zu reden von der Gesamtlänge (12,5 cm inklusive Sockel) und dem Gewicht dieser LED-„Birne“ (von mir gemessene 174 Gramm). Durchaus möglich, dass zwar die sehr runde Abstrahlung zu Ihrem speziellen Leuchtengehäuse passt, aber die Lampe selbst nicht.

Keine Gründe zum Klagen bieten dagegen die Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen, die Volllast-Effizienz von knapp 82 Lumen/Watt und das Stromsparpotenzial von rund 84 Prozent gegenüber einer 75-Watt-Glühlampe. Das relativiert auf Dauer auch den sehr hohen Einstandspreis – zumal LEDON mit seinen Premium-Produkten zunehmend die anspruchsvolle, gewerbliche Kundschaft im Visier hat, die gesteigerten Wert auf Lichtqualität, robuste Top-Verarbeitung und Langlebigkeit liegt.

Mein Testurteil:

LEDON-E27-12,5W-anDie bisher hellste LEDON-Retrofit ist mindestens so sperrig wie ihre Typenbezeichnung „LED LAMP A66 12,5W/M/927 E27 230V D-CL“, glänzt äußerlich sowie technisch mit einwandfreier Qualität und sehr guter Farbwiedergabe, reduziert ihre Helligkeit ganz ohne Dimmer um etwa zwei Drittel, lässt sich das alles aber im firmeneigenen Online-Shop mit rund 22 Euro auch teuer bezahlen.

Dass die Lampe im Labor mit 1012 Lumen nicht ganz den Nennwert von 1050 lm erreichte, können Sie als Messtoleranz abhaken und hat in der Praxis keine Bedeutung. Die Farbtemperatur-Abweichung von etwa 90 Kelvin nach unten dürfte innerhalb der üblichen Serienstreuung liegen und bringt die A66 etwas näher an den gewohnten Glühlampen-Eindruck. Subjektiv wirkt sie im gedimmten Modus sogar noch „wärmer“, obwohl sie es in Wahrheit nicht wird.

Surr-, Schalt- und Flimmerprobleme, wie wir sie von vielen „normal“ dimmbaren LED-Lampen her kennen, bleiben Ihnen hier komplett erspart. Damit ist die LEDON-Neuerscheinung auf meiner bis Fünf reichenden, neuen LED-Bewertungsskala eine ganz klare Kandidatin für
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sterne.

(Offenlegung: Das Produkt wurde mir von LEDON gratis zur Verfügung gestellt und bleibt wie üblich zum Alltags-Dauertest bei mir. Das gilt auch für zwei neue LED-Spots, deren Test demnächst hier erscheint.)

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Doppeltest: Neue GU10-LED-Spots von Philips mit „DimTone“ und Ra 90

Zwei dimmbare GU10-LED-Spots habe ich aus dem Neuheiten-Sortiment von Philips zum Test ausgewählt: Den rund 4 Watt starken „DimTone“-Strahler mit stufenlos regelbarer Lichtfarbe und eine besonders farbtreue Lampe, die mit nur knapp 6 Watt herkömmliche 50-Watt-Halogenspots ersetzen kann. Auch die Laborwerte bestätigen: Beide werden ihren Ansprüchen weitgehend gerecht.

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Etwas über 10 Euro kostet der „Master LEDspot MV DimTone“ (links), knapp 12 Euro der „Master LEDspot Value CRI90“ mit offiziell 378 Lumen. (Fotos: W. Messer)

Standard-LED-Spots mit „warm-weißer“ Lichtfarbe, einem Farbwiedergabeindex von Ra 80 oder knapp darüber und zu Preisen um oder unter 5 Euro gibt’s inzwischen wie Sand am Meer – viel zu zahlreich und beliebig, um hier im Blog auch nur ansatzweise einen Überblick zu geben. Ausführliche Tests solcher 08/15-Strahler wären außerdem heutzutage wohl ähnlich spannend wie eine Analyse von destilliertem Wasser.

Schon aus Zeitgründen konzentriere ich mich deshalb auf LED-Retrofits mit besonderen Merkmalen, die’s eben nicht an jeder Ecke gibt und die gerne etwas teurer als der große Rest sein dürfen. Diverse neue „Master LEDspot“-Modelle von Philips mit zweifarbigem Gehäuse (unten anthrazit, oben dunkles Silber) erfüllen diese Ansprüche – zwei davon „made in China“ habe ich herausgepickt und regulär zum Testen gekauft.

Der 4-Watt-Halogen-Imitator

Philips-GU10-DT-Front„DimTone“-LED-Lampen von Philips gab es schon vor vier Jahren, wurden aber in letzter Zeit nicht mehr offensiv beworben. Das Prinzip: Beim Herunterdimmen sollen sie sich ähnlich wie Glüh- und Halogenlampen verhalten – also nicht nur dunkler werden, sondern auch immer „wärmer“ leuchten. Gibt’s natürlich nicht nur von Philips, sondern beispielsweise auch auch als „Sunset Dimming“ von LEDON oder als „Dim-to-Warm“ von Megaman.

In den USA promotet Philips solche Retrofits seit Kurzem wieder als „Warm Glow“, bei uns heißen die neuen Modelle nach wie vor „DimTone“, sind aber jetzt in bezahlbaren „Consumer“-Preisregionen gelandet und orientieren sich auch bei den Maßen an ihren traditionellen Vorbildern. So hat der nominell 4 Watt starke GU10-Spot 5 cm Durchmesser, 5,6 cm Gesamtlänge (mit Pins) und wiegt trotz stabilem Aluguss-Gehäuseunterteil und jeder Menge Elektronik drin nur 47 Gramm.

Fünf LEDs, eine tanzt aus der Reihe

Philips-GU10-Dimtone-top-anOben stecken unter einer Linsen/Streuscheiben-Kombination mit Bienenwaben-Struktur vier „warm-weiße“ SMD-Chips und in der Mitte eine bernsteinfarbenes Exemplar („Amber“), das bei hellster Einstellung komplett dunkel bleibt, sich erst beim Dimmen nach und nach ins Geschehen einmischt und auf unterster Stufe im Alleingang leuchten darf.

Die Packungsangabe „0% bis 100%“ trifft deshalb nicht ganz die Wahrheit; tatsächlich kriegen Sie je nach Dimmermodell auch bei kleinster Einstellung noch ein paar Lümchen Lichtstrom. Das Labor meines Blog-Kooperationspartners „David Communication“ ermittelte nach zwei Stunden „Einschwingen“ jedenfalls eine Spanne zwischen gut 338 Lumen bei 4,3 Watt (bzw. 283 lm innerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels von 90 Grad, pdf-Download des Messprotokolls) und knapp 8 lm (pdf-Download). Eine Watt-Angabe wäre hier ziemlich sinnlos, weil dann in jedem Fall der Dimmer viel mehr Leistung frisst als die Lampe. Offiziell schafft der Spot maximal 280 Lumen Lichtstrom bzw. 600 Candela Lichtstärke.

Lichtfarben-Spanne sehr nahe an der Vorgabe

Philips-GU10-Dimtone-AufdruckDie Farbtemperatur konnte im Labor stufenlos zwischen ca. 2660 und 2160 Kelvin verändert werden. Das liegt ausreichend nahe an der nominellen Spanne von 2700 bis 2200 K (siehe Lampenaufdruck rechts) und am Eindruck eines Halogenstrahlers. Interessanterweise war die „DimTone“ im gedimmten Zustand auch noch einen Tick farbtreuer – zumindest laut den Laborwerten: Ra 84,6 statt Ra 82,4 – zudem mit klaren Vorteil bei der Wiedergabe von sattem Rot (Zusatz-Messfarbe R9 = 21,2 statt 11,4) und erstaunlicherweise auch bei „Blau gesättigt“ (R 12 = 88,3 gegen 72,5).

Vergleichen wir mal meine neuen Farbtreue-Standardmotive – eine rote Ducati „1199 Panigale“ und eine blaue Yamaha „YZF-R1“ auf weißem Untergrund, aufgenommen mit Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung. Zuerst die hellste Stufe – ohne Mitwirkung der bernsteinfarbenen LED:

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Das wirkt durchschnittlich farbtreu, nicht wirklich sensationell – so wie bei den meisten LED-Spots der Ra-80-Klasse. Auffällig sind aber die irritierenden Multi-Schatten durch die vier unterschiedlich positionierten Chips. Das können „Single LED“-Strahler mit Reflektor-Optik besser. Und jetzt nochmal in „extra-warm-weiß“ mit nur einer aktivierten LED und sehr wenig Licht:

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Natürlich hatte hier die Belichtungsautomatik der Kamera ihre liebe Mühe, noch was Verwertbares zu zaubern und lässt vor allem das blaue Moped ziemlich im Dunkeln verhungern. Dennoch wird deutlich: Das Rot wirkt röter; der Hintergrund tendiert viel mehr nach Orange und es gibt nur einen, klar definierten Schattenwurf.

Lichtkegel teils enger als erwartet

Auch die Spektraldiagramme mit der Strahlungsverteilung in Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge zeigen die Unterschiede. Hier die „DimTone“ bei voller Leistung:

Philips-GU10-DT-ww-Spektrum

Und hier als „Bernstein-Funzel“ auf unterster Dimmstufe:

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Der „Color Peak“ rutscht ein Stückchen von ca. 608 nm nach gut 618 nm in Richtung Rot; die kleinere Bergspitze bei Königsblau schrumpft zu einem Mini-Hügel. Soweit war das alles zu erwarten. Überraschender dagegen die Unterschiede beim Abstrahlverhalten, die sich erst durch die Kenntnis der LED-Chip-Positionierung erklären. Der nominelle Halbwertswinkel von 40 Grad wird in keinem Fall erreicht – das Labor ermittelte maximal 35,4 Grad (pdf-Download des Diagramms). Tatsächlich wirkt aber der Lichtkegel mit den vier äußeren LEDs zumindest im ersten Drittel ziemlich breit:

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Erheblich fokussierter wird der Eindruck, wenn nur die mittlere „Amber“-LED leuchtet:

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Die Hell-Dunkel-Grenzen sind stärker definiert; es fällt prozentual weniger Streulicht an. Also ändert der „DimTone“-Spot beim Dimmen gleich vier Parameter stufenlos: Helligkeit, Farbtemperatur, Abstrahlcharakteristik und Schattenwurf.

Richtig dunkel wurde es mit keinem Test-Dimmer

Apropos Dimmbarkeit: Ich habe die Lampe mit vier sehr unterschiedlichen Reglermodellen umfassend ausprobiert – von nicht justierbaren Ehmann-„be“-Phasenabschnittdimmer aus dem Baumarkt bis hin zum umschalt- und justierbaren Merten-Universaldimmer. Dazu könnte ich locker 100 Zeilen schreiben; ich fasse es aber mal so zusammen: An Phasenabschnittdimmern surrte der Spot vor allem bei dunkelster Einstellung ziemlich leise. In stiller Umgebung war das maximal bis 10 cm Distanz hörbar.

Teilweise blieb aber die Regelspanne etwas zu eingeschränkt, so dass die „wärmste“ Farbtemperatur nicht erreichbar war. In keinem Fall war die „DimTone“ problemlos bis zur völligen Dunkelheit regelbar. Je nach Reglerstellung „fadete“ das Licht nach dem Einschalten innerhalb etwa einer Sekunde ein (die „Amber“-LED etwas schneller als die vier anderen Chips) und benötigte nach dem Ausschalten etwa zwei Sekunden zum völligen Erlöschen.

Mit Phasenanschnitt-Dimmung verstärkte sich das Surren erheblich. Bei dunkler Voreinstellung reichte das für über 50 cm Distanz, dazu meldeten sich die Dimmer selbst teils mit noch lauterem Störgeräusch – vor allem ein Modell von Jung, wenn die untere Schwelle sehr niedrig justiert war.

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Flimmern ist vermutlich hier kein Thema

Unabhängig vom Dimmermodell war immerhin eine ziemlich gleichmäßige und stufenlose Regelung möglich; das Kamera-Display zeigte in keinem Fall ein Flackern oder Flimmern. Die „Flicker Tester“-App von Viso Systems registrierte bei der 100-Hertz-Bezugsfrequenz eine Spanne zwischen Index 0,0 sowie fast optimalen 10% (bei hellster Stellung des Jung-Dimmers) und 0,1 sowie schlechte 50% (dunkelste Stellung, ebenfalls beim Jung). Inzwischen haben die dänischen Messgerätehersteller jedoch gegenüber einem Fastvoice-Blogleser eingeräumt, dass in ihrer App offenbar eine Fehlkalkulation steckt; deshalb können Sie wahrscheinlich zumindest die höheren Werte getrost ignorieren.

Natürlich leuchtete der Spot bei mir aus messtechnischen Gründen auch an einem stinknormalen Schalter, obwohl das in der Praxis keinen Sinn machen würde. Hier zog er nach zwei Stunden Dauerbetrieb 4,4 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,82, blieb komplett still und wurde in meiner offenen, hängenden Testfassung an der heißesten Gehäusestelle am Sockel maximal 50 Grad warm. Am Lichtaustritt blieb’s bei moderaten 30 Grad. Die Einschaltverzögerung betrug höchstens eine Viertelsekunde, das „Fading“ nach dem Ausschalten dauerte gut zwei Sekunden – wie an den Dimmern.

Mein Testurteil:

Philips-GU10-DT-DatenSchön, dass es die „DimTone“-Technik von Philips jetzt auch in echten Retrofit-Maßen und zu vernünftigen Preisen gibt. Solche LED-Lampen waren früher mal viel länger und teurer.

Wer das Dimmverhalten von Halogenstrahlern liebt, wird auch mit diesem gut 4 Watt starken LED-Spot für rund 10 Euro gut klarkommen. Die Nennlebensdauer von 50.000 Leuchstunden und Schaltzyklen (siehe Packungsausschnitt) ist überdurchschnittlich; die Helligkeit von über 280 Lumen übertrifft die EU-Äquivalenzvorgabe für 35-Watt-PAR16-Halos (200 lm) erheblich. Das Stromsparpotenzial liegt deshalb bei rund 90% und das EU-Ökolabel A+ wird problemlos erreicht.

Als kleine Kritikpunkte bleiben die eher durchschnittliche Farbtreue, die teils eingeschränkte und nicht wirklich lautlose Dimmbarkeit sowie die Änderungen von Lichtkegel und Schattenwurf beim Dimmen. Auf meiner strengen LED-Bewertungsskala reicht das locker für
drei Sterne.

Der kompakte Farbtreue-Meister

Philips-GU10-5,4W-FrontBis zu 8 cm lang waren bisher die besonders farbtreuen, dimmbaren Profi-LED-Spots von Philips – gar nicht zu reden von den horrenden Preisen. Die kompakteren Strahler beließen es dagegen bei Farbwiedergabeindex Ra 80. Jetzt gibt’s aber endlich helle „Master LEDspot“-GU10-Lampen mit offiziellen Ra 90, nur 5,7 cm Gesamtlänge (inkl. Pins), 5 cm Maximaldurchmesser, 45 Gramm Gewicht und für knapp 12 Euro.

Die offiziellen 378 Lumen sind weit mehr, als die EU für den Ersatz von 50-Watt-PAR16-Halos verlangt; die „warm-weiße“ Farbtemperatur von ca. 2700 Kelvin entspricht etwa der ihrer Vorbilder. Um Welten länger ist jedoch die Nennlebensdauer dieser LED-Retrofit: 50.000 Leuchtstunden und Schaltzyklen. Sollte also bei durchschnittlicher Nutzung mehrere Jahrzehnte halten, wenn uns Philips hier nicht anschwindelt.

Der passt gut in viele Strahlergehäuse

Philips-GU10-Spots-PassungTatsächlich sind die überprüfbaren Angaben überwiegend realitätsnah: „Perfect Fit“ stimmt sogar bei meinen kurzen Zwillings-Strahlergehäusen, wie das Foto links zeigt – oben der nur leicht herausragende 5,4-Watt-Spot, unten der etwas kürzere „DimTone“-Strahler.

Das Silbergrau passt ebenfalls ganz gut zu zahlreichen Leuchtentypen; den anthrazitfarbenen Sockel sieht man meistens sowieso nicht. Unter der Kunststoff-Abdeckhaube mit peripherer Bienenwaben-Streuscheibe werkelt eine völlig andere LED-Technik als beim oben getesteten Strahler. Statt mehrerer SMD-Chips leuchtet hier inmitten einer Reflektor-Optik Philips-GU10-5,4W-top-anein kompaktes „CoB-Array“ aus zahlreichen Einzel-LEDs, die in der Summe eine weitgehend homogene Lichtfläche erzeugen.

Der nähere Blick von oben demonstriert das Prinzip, das inzwischen bei immer mehr LED-Strahlern verschiedener Hersteller angewendet wird. Einer der großen Vorteile ist die Halogen-ähnliche Anmutung des Lichtkegels und die Vermeidung von mehrfachen Schattenwürfen, wie sie häufig bei Multi-LED-Spots auftreten (siehe das erste Farbtreue-Foto der „DimTone“ oben).

Brilliant leuchtende Farben von Rot bis Blau

Sehr klar definiert sind dagegen die Schatten bei diesem Strahler, der noch dazu für einen „Wow!“-Effekt bei der brillianten Abbildung der beiden Modell-Mopeds sorgt (Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung):

Philips-GU10-5,4W-Farbtreue

Das nenne ich mal eine wirklich gelungene Farbwiedergabe, die zwar das satte Rot ein wenig ins Orange zieht, aber auch bei Tiefblau nicht schlapp macht, den weißen Untergrund vergleichsweise minimal einfärbt und die schwarzen Teile glänzen lässt. Das Profi-Labor bestätigte meinen Eindruck nach zwei Stunden „Einschwingen“ mit den Messwerten Ra 93,8 für den „allgemeinen Farbwiedergabeindex“, 85,3 für die Zusatzfarbe „Blau gesättigt“ (R12), 58,4 für „Rot gesättigt“ (R9), 96,1 für „Hautfarbe Rosa“ (R13) und 2649 Kelvin für die Farbtemperatur (pdf-Download des Messprotokolls).

Das Spektraldiagramm zeigt eine etwas wellige, aber breit gespannte Linie – mit einer Farbspitze bei rund 624 Nanometer und einer für „warm-weiße“ LED-Lampen typischen Dominante bei knapp 584 nm:

Philips-GU10-5,4W-Spektrum

Hier spielt sich auch nach rechts in Richtung Tiefrot mehr ab als bei der „DimTone“ im „extra-warm-weißen“ Modus, ohne dass das Licht irgendwie übertrieben rötlich erscheinen würde.

Hier gibt’s zwei Lichtkegel zum Preis von einem

Beim Dimmen ändert sich diesmal auch nichts an der Abstrahlcharakteristik, die laut Labor einen recht engen Halbwertswinkel von 34,7 Grad aufweist (pdf-Download des Diagramms) und damit etwas unter der Werksvorgabe von 40° bleibt. In meinem Leuchtbild sieht das so aus:

Philips-GU10-5,4W-Leuchtbild

Sie kriegen also von einer Lampe zwei Lichtkegel: Einen schwachen und recht breiten direkt am Lichtaustritt (verursacht durch den „Bienenwaben“-Streuscheibenkranz), und einen sehr starken, engeren und weit reichenden in der Mitte, wo sich die CoB-LED gebündelt austoben kann.

Philips-GU10-5,4W-AufdruckDie Ulbricht-Kugel sammelte innerhalb des EU-konformen 90-Grad-Winkels für Akzentbeleuchtung 370 Lumen Lichtstrom ein; insgesamt waren es knapp 409 lm. Das kleine Delta von rund 40 lm spricht also für einen ziemlich geringen Streulichtanteil, und die Werksvorgabe von 378 lm (siehe Lampenaufdruck rechts) wird bei Berücksichtigung der Messtoleranz erreicht. Glaubhaft ist deshalb auch der offizielle Lichtstärke-Wert von 800 Candela, der selbst in mehr als fünf Meter Entfernung auf der 0-Grad-Achse noch eine problemlose Buchlektüre ermöglicht.

Watt-Angabe wird nur leicht übertroffen

Philips-GU10-5,4W-LabelDafür braucht dieser „Master LEDspot“ jedoch ein Fitzelchen mehr Strom als versprochen: Statt 5,4 waren’s im Labor 5,8 Watt mit einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,87; bei mir hatte ich 5,7 W und 0,85 gemessen. An der Einstufung in die EU-Effizienzklasse A+ (Label links) ändert das jedoch nichts; die aufgerundete Pflicht-Verbrauchsangabe „6 kWh/1000h“ passt sowieso.

In meiner offenen, hängenden Testfassung nahm der Strahler an einem normalen Schalter nach knapp 0,5 Sekunden Bedenkzeit seine Arbeit auf, wurde nach zwei Stunden an der heißesten Stelle nahe des Sockels höchstens 60 Grad warm – unten an der Streuscheibe waren’s maximal 30° – und zeigte keine nennenswerte Ausschaltverzögerung.

Teilweise sehr lange Einschaltverzögerung

Philips-GU10-5,4W-DatenLetzteres gilt auch für den Einsatz am Dimmer; dafür steigt aber die Einschaltverzögerung bei sehr dunkler Voreinstellung auf teils bis zwei Sekunden an (Merten-Universaldimmer im Phasenabschnittmodus). Die Packungsangabe „Instant 100%“ (siehe Ausschnitt rechts) trifft also nicht die Realität. Hier ist es allerdings bei justierbaren Dimmermodellen teilweise sogar möglich, den Spot analog zum Herstellerversprechen zwischen 0 und 100 Prozent zu regeln (gilt beispielsweise für Jung-Phasenanschnittdimmer sowie Merten im Phasenanschnitt-Modus).

Bei Phasenabschnitt-Regelung sank die Leistungsaufnahme aber selbst bei den justierbaren Modellen nie unter 2 Watt (Merten, Gesamtleistung inklusive Dimmer), was zumindest noch für ein paar Lumen reichte. Eine seltsame „Nachlauf“-Tendenz zeigte der Jung-Dimmer: Bei ihm reagierte der Philips-Spot teils mit über einer Sekunde Verzögerung auf Schalt- und Regelbefehle.

Surren ist ein Thema, Flimmern eher nicht

In Sachen Surren gilt in etwa das Gleiche wie beim Philips-„DimTone“-Strahler: Phasenanschnittdimmer sorgen für erheblich lautere Geräusche, die bei dunklen Einstellungen und stiller Umgebung bis zu 75 cm (Dimmer) bzw. 50 cm (Spot) Distanz hörbar sind. Mit Phasenanschnittdimmern blieb’s dagegen komplett still (Sygonix) oder fast geräuschlos. Beim nicht justierbaren Ehmann-„be T46“-Abschnittdimmer aus dem Baumarkt konnten aber weder die Regelspanne (2,4 bis 5,9 W Gesamtleistung) noch die Charakteristik überzeugen: Im unteren Helligkeitsbereich viel zu grob, im oberen Spektrum sehr feinfühlig. Hier machte sich die fehlende Justierbarkeit bemerkbar – einer der seltenen Fälle der jüngsten Tests, bei dem dieser Dimmer nicht meine erste Wahl wäre.

Weitgehend proportional zu den Surrgeräuschen verliefen die Flimmer-Messkurven der dänischen „Flicker Tester“-App. Während es am Schalter sowie bei sehr hellen Dimmereinstellungen Werte zwischen Index 0,0 sowie hervorragende 10% Rate und 0,1 sowie 24% gab, kletterten sie bei sehr dunklen Stufen auf bis zu Index 0,2 sowie 55% Rate. Faustregel: Je dunkler der Dimmer regeln konnte, desto schlechter fielen die Flimmer-Werte aus. Tatsächlich zeigte das Display meiner Kamera jedoch bei keiner Konstellation ein merkliches Flimmern des Bildes. Mit dem bloßen Auge war ebenfalls nichts Nachteiliges zu sehen – vermutlich wieder ein Beispiel für die unzuverlässigen Messungen dieser Gratis-App.

Mein Testurteil:

Philips-GU10-5,4W-FrontHelligkeit, Farbwiedergabe, Nennlebensdauer und Abstrahlcharakeristik sind die Stärken des neuen GU10-„Master LEDspot Value CRI90“ von Philips. Die Hitzeentwicklung ist moderat, Effizienz (ca. 65 Lumen/Watt) und Stromsparpotenzial (rund 90% gegenüber 50-Watt-Halogenstrahlern) überdurchschnittlich. Dass es je nach Dimmermodell auch mal ein unerwünschte Geräusche und Effekte (Einschaltverzögerung!) geben kann, ist in der LED-Welt immer noch die Regel und leider mit herkömmlicher Regeltechnik nur schwer in den Griff zu kriegen.

Wem Leistungsbedarf, Abstrahlwinkel oder die „warm-weiße“ Farbtemperatur des Testmodells nicht gefallen, hat die Auswahl zwischen weiteren Ra->90-Varianten von Philips mit 4 Watt, 25 Grad und/oder 3000 und 4000 Kelvin. Der „Straßenpreis“ von knapp 12 Euro ist – verglichen mit diversen Konkurrenz-Strahlern – für einen dimmbaren Spot mit einem Ra-Wert von knapp 94 und in dieser Leistungsklasse derzeit absolut okay. Dafür rückt meine bis „Fünf“ reichende LED-Bewertungsskala doch gerne
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sterne ’raus.

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