Resonanz und Ignoranz – Gedanken nach sechs Jahren Fastvoice-Blog

Sechs Jahre und über 900 Beiträge hat das Fastvoice-Blog jetzt auf dem Buckel – mit teilweise echt toller, teils aber auch überraschend geringer Resonanz. Viele LED-Lampen-Hersteller und -Händler scheinen die Existenz von kritischer Berichterstattung noch nicht registriert zu haben oder ignorieren sie einfach.

LED-Vielfalt
Unüberschaubar ist das LED-Leuchten- und Lampenangebot. Hier kann dieses Blog zumindest ein wenig Licht ins Daten-Dunkel werfen. (Foto: W. Messer)

Ich will jetzt nicht schon wieder große Zahlenspiele betreiben, von wegen „stetig steigende Besucher- und Seitenabruf-Zahlen“ – die kennen Sie als regelmäßiger Leser schon. Es reicht die Tendenz: Seit ich mich ab Frühjahr 2010 zunehmend auf das Thema „LED-Beleuchtung“ kapriziert habe, gibt es immer mehr kleine, ein paar mittlere und auch große Unternehmen der Licht-Branche, die hier Werbebanner buchen, Beiträge lesen oder sie durch Testprodukte und Informationen erst ermöglichen – mit durchaus wechselndem Begeisterungs-Niveau und manchmal auch eher widerwillig.

In diesem Blog findet nämlich kein PR-Kuschelkurs statt, sondern so ’ne Art LED-Nachschlagewerk und private Umrüstungshilfe samt kritischer, journalistischer Begleitung. Dieses Metier habe ich schließlich mal vor Urzeiten gelernt. Bezahlte Produktvorstellungen und Pseudo-Tests, unredigierte Pressemitteilungen, versteckte Werbe-Links oder Jubelarien? Finden Sie woanders zuhauf – bei mir suchen Sie die vergeblich. Wenn es was zu Meckern gibt, dann verheimliche ich das nicht – im Gegenteil.

Viel Recherche für wenige Zeilen

Pressemitteilungen dienen mir dank ihrer teils beklagenswerten Datendürre häufig nur als Grundlage für weitere Recherchen, die extrem zeitraubend und nervig sein können – und dann kommen doch nur ein paar Zeilen im „Blog-Telegramm“ bzw. in den „LED-Tagebüchern“ ‚raus. Dafür stehen darin aber auch öfter mal Infos und Daten, die Sie sonst nirgendwo lesen können.

EU-Anzeige-neu-kleinAber was ist mit diesen vielen kurzen oder langen Berichten über LED-Sonderangebote in Discountern, Bau-, Elektronik- und Supermärkten? Sind das nicht bezahlte Werbebeiträge?

Nein, die sind weder bezahlt, noch wirklich Werbung. Denn auch in denen geht’s gerne ans Eingemachte – mit kritischem Blick auf offizielle, falsche oder fehlende Leistungsdaten, auf zweifelhafte Qualität. Da fallen auch mal böse Worte über hartnäckige Verstöße von Handelsketten gegen die EU-Vorschriften für Verbraucherschutz und Ökodesign (siehe Grafik mit einer fiktiven „Anzeige“, zum Vergrößern anklicken). Aber wenn’s was zu loben gibt, mache ich das natürlich ebenfalls ohne falsche Zurückhaltung.

Ignoranz statt Resonanz

Die offensichtlichen Konsequenzen? Null. Noch nie gab’s eine Resonanz von Aldi, Lidl, OBI und Co., wenn ich mal wieder vom Leder gezogen habe. Dabei hätte ich manchmal mindestens ein Einschreiben vom Firmenanwalt mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung erwartet.

Die Blog-Beiträge wurden wohl in den Unternehmenszentralen entweder nicht wahr- und ernstgenommen oder einfach nur still gelesen, um spätere LED-Aktionen eventuell ein bißchen zu modifizieren. In ein paar wenigen Fällen haben mich stattdessen die Zulieferer direkt kontaktiert, fehlende Infos ergänzt, falsche Daten korrigiert und mir ihre Ansichten mitgeteilt. Beispielhaft seien hier Osram, „MeLiTec“, „Lumixon“ oder „Müller-Licht“ genannt.

Auch Google zeigt eine gewisse Blog-Relevanz

Staunend muss ich vermuten, dass diverse Presse- und Marketingabteilungen offenbar kaum in dieses ominöse „Internet“ gucken, von dem man in letzter Zeit so viel hört. Zumindest scheinen sie noch nie eine Google-Suche mit ihren Aktionen und Produkten gestartet zu haben. Viele würden dann nämlich entsetzt feststellen, dass je nach Suchwort-Kombination die „Fastvoice-Blog“-Treffer noch vor ihren eigenen auftauchen, zumindest aber auf der selben Ergebnisseite. Probieren Sie doch auch mal „LED-Röhren“, „LED-Tests“ oder „LED-Blog“

Tatsache ist, dass sich täglich Tausende von potenziellen LED-Käufern erstmal hier umschauen und informieren, bevor sie was bestellen oder im Laden holen. Denn nur hier gibt’s ziemlich regelmäßig sehr ausführliche Lampen- und Leuchtentests mit echten Leistungsdaten aus einem Profi-Labor – gerade auch bei besonders günstigen Discounter- oder Baumarkt-Sonderangeboten. Und darunter kommentieren dann die fachkundigen oder wissensdurstigen Leser teils so ausgiebig und detailfreudig, dass Kopf und Server qualmen.

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Die „Spezialisten“-Minderheit schweigt nicht

Logisch: Für viele dieser Infos interessiert sich nur eine Minderheit der Verbraucher. Diese kleine, besondere Spezies von „LED-Fans“ hat aber häufig eine ansehnliche Multiplikator-Funktion – als „Experte“ im Familien- und Bekanntenkreis, in Foren, Online-Rezensionen, sozialen Netzwerken, Microblogging-Plattformen oder Schnäppchen-Portalen (schon wieder dieses dubiose „Internet“).

Inzwischen erstreckt sich dieser „Impact“ über Deutschland hinaus. Mehr als 15 Prozent der regelmäßigen Leser kommen aus dem europäischen Ausland; natürlich vor allem aus Österreich und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz, aber auch einige aus Großbritannien, den Benelux-Staaten, Frankreich und den USA – trotz der Sprachbarriere.

Im Klartext: Dieses Ein-Mann-Blog ist zwar naturgemäß immer noch eine Nischen-Website, aber nicht mehr klein und bedeutungslos genug, um es völlig zu ignorieren. Und dank der Hilfe meiner Werbe- und Kooperationspartner wird es weiterbestehen und wachsen. Könnte sich also eventuell irgendwann rächen, wenn man die „Macht“ von immer mehr gut informierten LED-Käufern unterschätzt.

Mehr zum Thema:

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3 Gedanken zu „Resonanz und Ignoranz – Gedanken nach sechs Jahren Fastvoice-Blog

  1. Ich habe hier wichtige Informationen zur Umstellung auf die LED-Beleuchtung bekommen und bin dafür ausgesprochen dankbar. Ihre Arbeit, lieber Wolfgang Messer ist sicherlich nicht vergebens, sondern mehr als hilfreich. Ich habe schon vielen Freunde und Bekannte auf Ihre Seite aufmerksam gemacht und möchte mich auf diesem Wege für Ihr großes Engagement und Ihre Fachkompetenz bedanken.

  2. Für mich eines der besten Blogs, die ich kenne.
    Zum Punkt Google: Die Relevanz bei Google zeigt eindrucksvoll, dass der Algorithmus von Google gar nicht so schlecht ist. Und das erklärt das Quasimonopol dieser Suchmaschine. Denn sie sucht nun mal am besten.

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