Verbatim präsentiert neue LED-Leuchten und -Röhren

Zwischen knapp 45 und rund 150 Euro (UVP) kosten die neuen LED-Downlights, -Lichtleisten, -Wannenleuchten und -Röhren von Verbatim. Sie sind vorwiegend für professionelle Lichtlösungen gedacht – etwa in Hotels, Restaurants, Büros, Einzelhandelsgeschäften und Großmärkten.
Verbatim-Leuchtensortiment
Ein Teil des neuen Verbatim-LED-Einbauleuchten- und -Röhren-Sortiments. Es gibt außerdem noch wetterfeste Wannenleuchten mit LED-Röhren sowie Aluminium-/Chrom-Varianten der kleinen Downlights links. (Fotos: Verbatim-PR)

Klar kennen Sie Verbatim vorwiegend als Anbieter von Speichermedien und Computerzubehör aller Art. In diesem Blog sind Ihnen aber auch schon diverse LED-Lampen der “Mitsubishi Chemical”-Tochterfirma begegnet. Die machen zwar nur einen kleinen Teil des Verbatim-Geschäfts aus, haben jetzt aber Gesellschaft durch T8-LED-Röhren, damit ausgerüsteten Leuchten und einem Sortiment von integrierten LED-Strahlern bekommen, bei denen Sie die Leuchtmittel nicht auswechseln können.

Klingt nach unschönem Mangel, ist aber in der Realität keiner mehr, sondern eher ein anhaltender Trend der LED-Beleuchtungstechnik. Laut Pressemitteilung eignen sich die Downlights nämlich …

“… für neue Anlagen ebenso wie für Nachrüstungen. Dank kompakter Gehäuseabmessungen und externem Netzteil lassen sie sich schnell und einfach montieren. Im Vergleich zu einer Kombination aus Downlight mit separatem Leuchtmittel profitieren Kunden zudem von einem verbesserten Wärmemanagement und höherer Helligkeit.”

Leider nur durchschnittliche Farbtreuewerte

Diese prinzipiellen Vorteile von integrierten LED-Leuchten gegenüber traditionellen, austauschbaren Lampenformen setzen die Großen der Branche schon lange in ihrer Produktpalette um, LEDON seit kurzem und andere Anbieter sicher ebenso in absehbarer Zeit. So richtig konsequent wären dann aber auch handfeste Zugaben in Sachen Lichtqualität und Effizienz. Die verschenkt Verbatim teilweise, denn alle neuen Leuchten und Röhren werden leider nur mit Farbwiedergabeindex Ra 80 angegeben und liefern maximal 71 (nicht dimmbare Downlights, “neutral-weiß”) bzw. 93 Lumen/Watt (T8-Röhre “kalt-weiß”).

Auf Nachfrage erklärte mir die Presseabteilung, dass man trotz der Ausrichtung auf professionelle Anwender recht günstige Preisempfehlungen anbieten wollte, was bei Farbtreuewerten über Ra 90 derzeit jedoch nicht möglich sei. Wir reden hier also von einem Kosten-/Qualitätskompromiss. Und der ist vermutlich akzeptabel, so lange Material, Verarbeitung und Lebensdauer Profi-Standards erreichen.

Die Neuheiten im Detail

Verbatim-Downlight-Alu
Die chromfarbene Variante der neuen dimm- und schwenkbaren 12-Watt-LED-Downlights von Verbatim. So ein Modell wird in Kürze von mir getestet.

Was bietet Verbatim im Einzelnen? Zum Beispiel dimm- und schwenkbare Einbau-Spotlights zur Akzentbeleuchtung mit den bereits von den Retrofit-Strahlern her bekannten “Diamond-Cut”-Reflektoren (Bild oben). Sie können mit einer Farbtemperatur von 3000 Kelvin, rund 680 Lumen Lichtstrom (über den EU-offiziellen 90-Grad-Bemessungswinkel, insgesamt sind’s bis zu 720 lm), einem Abstrahlwinkel von 25 oder 40 Grad und einer Lichtstärke von 3150 bzw. 1200 Candela mindestens 50 Watt starke Halogenspots problemlos ersetzen.

Die Gehäuse mit 112 mm Außen- und 75 mm Innendurchmesser sowie 55 mm Tiefe gibt’s in Weiß oder Chromfarbe. Die Nennlebensdauer beträgt 30.000 Leuchtstunden und 60.000 Schaltzyklen, die Preisempfehlung durchweg 69,90 Euro.

Nicht dimmbare Downlights von 11 bis 24 Watt

Eine größere Auswahl bekommen Sie bei den nicht dimm- und schwenkbaren LED-Downlights mit durchweg weißer Gehäusefarbe, relativ breitem 90-Grad-Halbwertswinkel und verschiedenen Einbaugrößen. Hier sind fünf “warm-weiße” 3000-K-Varianten mit 11 Watt und 600 Lumen, 12 W/680 lm, 15 W/800 lm, 21 W/1300 lm und 24 W/1600 lm am Start.

Dazu kommen vier “neutral-weiße” 4000-K-Modelle mit 11 W/650 lm, 15 W/880 lm, 21 W/1400 lm und 24 W/1700 lm. Die Lebensdauer wird 30.000 Leuchtstunden und nur 20.000 Schaltzyklen beziffert; die Preisspanne reicht von moderaten 44,90 bis zu 82,90 Euro.

T8-LED-Röhren mit 22 und 28 Watt

Als Retrofit-Lösung für Leuchten mit konventionellen Vorschaltgeräten/Startern sind die neuen T8-LED-Röhren von Verbatim gedacht. Sie sollen sich besonders für Parkplätze, Garagen, Sportanlagen, Werkstätten und Lagerhäuser eignen. Diese “Tubes” haben einen Abstrahlwinkel von 120 Grad sowie eine Lebensdauer von 40.000 Leuchtstunden und 20.000 Schaltzyklen.

Die insgesamt sechs Varianten verteilen sich auf drei Lichtfarben: Warmweiß (3000 K), Neutralweiß (4000 K) und Kaltweiß (6500 K). Die kleineren Modelle haben 22 Watt und 1,20 m Länge (UVP 49,90 €), die größeren 28 W und 1,50 m (UVP 59,90 €). Je nach Version produzieren sie 1900 bis 2600 Lumen und sollen konventionelle Leuchtstoffröhren mit 36 bzw. 58 Watt ersetzen können.

Da ist alles schon drin

52419_Verbatim-Wannenleuchte
Zusätzlich hat Verbatim vier Komplettleuchten mit der “neutral-weißen” 1,20-m-LED-Röhren-Variante neu im Programm: Weiße Lichtleisten für den Innen- oder grau/transparente “Wannenleuchten” für den Außeneinsatz (Schutzart IP65, Bild oben), wahlweise mit einer oder zwei Röhren. Sie sollen zwischen 79,90 und 149,90 Euro kosten, bis zu 3900 Lumen liefern und dürften vor allem für Neuinstallationen die komfortabelste, sicherste Lösung sein.

Hier würde ich auch nicht über den Farbwiedergabeindex Ra 80 meckern – der ist für die meisten typischen Anwendungsbereiche dieser Röhrenleuchten okay. Anders könnte das beim neuen, dimmbaren 12-Watt-Downlight aussehen, das mir Verbatim in den nächsten Tagen zum Testen liefern will. So was landet ja eher in der Wohnung als in Werkstatt, Garage oder Keller. Und für Wohnzimmer & Co. ist Ra 80 die absolute Untergrenze der Lichtqualität.

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Dimmer für 6,99 € bei Aldi Süd: Taugt der auch für LED-Lampen?

Sensationell billig ist ein “Halogen-Helligkeitsregler”, den es ab diesen Montag (11. August, Beilagenausschnitt unten) bei Aldi Süd gibt. Aber wird dieser Dimmer für knapp 7 Euro auch mit LED-Lampen fertig?

Aldi-Dimmer-08-14

Über die “Markenschalter” zum Hammer-Stückpreis von knapp 1,75 Euro bei Aldi Süd müssen wir nicht lange reden: Mit denen können Sie alles schalten – auch LED-Lampen und -Leuchten. Aber wie sieht’s mit dem “Halogen-Helligkeitsregler” für sagenhafte 6,99 Euro aus? Der ist laut Angebotsbeschreibung “für Glüh- und Halogenlampen von 20 bis 500 VA” gedacht und “nicht für Niedervolt-Halogenlampen mit elektronischem Transformator geeignet”. Übersetzt heißt das: Es ist ein Phasenanschnittdimmer (Kennzeichnung R/L), der keine kapazitiven Lasten mag.

Bei meinen zahlreichen Tests mit dimmbaren LED-Leuchtmitteln hat sich dieses Prinzip als weniger geeignet erwiesen, weil es häufig unschöne Surr- oder Brummgeräusche und teils auch eine schlechtere Helligkeitsregelung produzierte. Besser sind die leider recht teuren Phasenabschnittdimmer (Kennzeichnung C oder RC) – idealerweise mit Justierschraube, die sich an die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der unzähligen LED-Lampenmodelle anpassen lassen.

Könnte mit Glück bei Ihnen funktionieren

Das heißt aber nicht, dass der Aldi-Dimmer ein kompletter Fehlgriff sein muss. Immerhin arbeitet er auch schon mit rund 20 Watt Mindestlast; ein wichtiges Kriterium beim Einsatz von stromsparender Lichttechnik. Dieser Wert bezieht sich übrigens auf herkömmliche Leuchtmittel; bei meinen LED-Tests mit anderen 20-VA-Dimmermodellen konnten häufig auch erheblich schwächere Lampen gesteuert werden.

Die “Ritex”-Regler stammen natürlich nicht von dem bekannten, gleichnamigen Bielefelder Kondom- und Gleitmittelproduzenten, sondern von einem namhaften Elektronikanbieter, der REV-Ritter GmbH in Unterfranken. Außerdem gewährt Aldi Süd (Update: Falsch, es ist die Firma Ritter, siehe Kommentare unten) immerhin drei Jahre Garantie.

Eigenwerbung Juni 2014

Ich schätze mal, dass diese Billig-Dimmer mit rund 10 bis 20 Prozent der gängigen, dimmbaren Hochvolt-LED-Retrofits und -Leuchten einigermaßen klarkommt. Wenn Ihre dimmbaren Niedervolt-LED-Spots (GU5.3, GU4 etc.) an einem konventionellen Trafo mit Magnetkernen hängen, dürfte es ohnehin selten Probleme geben. Das sollten Sie aber in jedem Fall konkret ausprobieren, genau hinschauen und -hören, wie Ihre Leuchtmittel über den gesamten Regelweg reagieren, und den Dimmer erst endgültig einbauen, wenn alles so reibungslos funktioniert wie mit “Ritex”-Produkten aus Bielefeld.

Dann könnten Sie “Juhu!” schreien und sich sehr darüber freuen, dass Sie sonst mindestens das Dreifache für so einen “Helligkeitsregler” bezahlen müssten. Ansonsten geben Sie das Teil halt in Ihrer Aldi-Süd-Filiale zurück – sollte eigentlich problemlos möglich sein. Und keine Angst: Weder der Dimmer noch dimmbare LED-Lampen werden bei solchen Versuchen beschädigt.

P. S.: Ihre Erfahrungen mit dem Dimmer und Ihren LED-Leuchtmitteln können Sie gerne hier unten in die Kommentare schreiben!

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