Diese Woche bei Aldi Süd und XXXL: LED-Stehleuchten für knapp 50 Euro

Wenn Sie einen Fünfziger übrig haben und noch etwas stromsparendes Licht brauchen – etwa im Wohnzimmer, dann könnten Sie sich diese Woche in den Aldi-Süd-Filialen oder bei XXXL ziemlich helle LED-Stehleuchten holen. Hier lesen Sie, wie sich die Sonderangebote unterscheiden und worauf Sie achten sollten.

Aldi-Sued-LED-Stehleuchten-05-16Wegen des Feiertags Fronleichnam startet Aldi Süd seine zweite Sonderangebots-Aktion in dieser Woche ausnahmsweise schon am Mittwoch (25. Mai) – unter anderem mit drei LED-Deckenleuchten à 29,99 Euro von „IClite“ sowie drei LED-Stehleuchten-Modellen für je 49,99 Euro (Prospektausschnitt links). Letztere kommen vom Kieler Non-Food-Aktionsartikel-Lieferanten Horstmann, der natürlich nur Importeur und kein echter Hersteller ist.

Die Produktionsfirma sitzt wahrscheinlich irgendwo in China und sorgt dort zusammen mit hunderten weiteren Herstellern für zahlreiche, sehr ähnliche Produkte in den weltweiten „Low Budget“-LED-Licht-Sortimenten von Online-Shops, Discountern, Bau-, Möbel- und Supermärkten. Die individuell verwendeten Handelsmarken spielen deshalb für die Beurteilung der Qualität keine große Rolle.

Es ist allerdings Sache des jeweiligen Endverkäufers, die nationalen bzw. EU-Anforderungen an die Mindestqualität und Deklaration der Lampen und Leuchten zu efüllen – eine Hürde, die viele nicht überspringen wollen, sondern lieber einen lässigen Limbo darunter durch tanzen.

Viele Pflichtangaben fehlen mal wieder

Das gilt auch für’s aktuelle Aldi-Süd-Angebot: Hier erfahren Sie zwar vom Discounter, dass diese dreiflammigen LED-Stehleuchten-Varianten drei Jahre Garantie haben, jeweils aus 12,5 Watt 1050 Lumen mit „warmweißer“ Lichtfarbe produzieren, dass die drei Module nicht auswechselbar sind sowie in dreh- und schwenkbaren bzw. flexibel verstellbaren Leuchtköpfen stecken.

Verschwiegen werden jedoch – sowohl im Prospekt als auch in der Online-Beschreibung – schamhaft und regelwidrig die Nennlebensdauer (Leuchtstunden, Schaltzyklen), die exakte Farbtemperatur (wahrscheinlich 3000 Kelvin), der Farbwiedergabindex (nicht viel mehr als Ra 80), der Halbwertswinkel (ca. 120 Grad) und die Lichtstärke (Candela). Ebenso bleibt im Dunkeln, welche Lumen-Werte Sie mit dem „3-Stufen-Dimmschalter am Standrohr“ einstellen können.

Bei voller Leistung dürfen Sie jedenfalls etwa die Helligkeit von drei 35-Watt-GU10-Halogenstrahlern erwarten – allerdings sehr viel breiter gestreut, mit etwas „kühlerer“ Lichtfarbe und deutlich schlechterer Farbtreue. Wer wirklich Halogen- oder Glühlampen-ähnliche Lichtqualität mit mindestens Ra 90 will, muss sich woanders umschauen und natürlich auch wesentlich mehr bezahlen.

630 Lumen Lichtstrom mehr für’s gleiche Geld

XXXL-Novel-LED-StehleuchteOb es für knapp 50 Euro vielleicht irgendwo LED-Stehleuchten mit mehr „Power“ gibt? Ja, gibt es, aber in anderer Form. Die „XXXL“-Möbelhäuser haben nämlich diese Woche den Preis eines Modells der Eigenmarke „novel“ kräftig gesenkt (Prospektausschnitt rechts, nachbearbeitet, gültig bis 4. Juni bzw. solange Vorrat reicht; auch online bestellbar, dann plus 3,95 € Versand).

Hier verteilen sich insgesamt 24 Watt Leistungsaufnahme und 1680 Lumen Lichtstrom auf einen Deckenfluter mit 18 W/1260 lm (entspricht etwa einem 75-W-R7s-Halogenstab) und einen Lese-Leuchtenarm mit 6 W/420 lm (ähnlich hell wie ein 50-W-GU10-Halogenstrahler). Auch hier handelt es sich um fest verbaute, nicht auswechselbare SMD-LED-Module mit 3000 Kelvin, etwa Ra 80 und ca. 120 Grad Halbwertswinkel.

Freimütig verrät die „XXXL“-Website zudem eine Nennlebensdauer von mindestens 20.000 Leuchtstunden und 10.000 Schaltzyklen. Rätsel geben jedoch unterschiedliche Angaben in der Werbebeilage und der Online-Beschreibung für die selbe Artikelnummer auf: Laut Prospekt ist die Leuchte „inklusive Dimmer“ und wird sonst für 119,90 Euro verkauft. Die Website weiß dagegen nichts von einem Dimmer, nennt einen Ursprungspreis von nur 79,99 € und dass es „Wippschalter“ gibt – was eindeutig gegen eine stufenlose Dimmbarkeit spricht.

Das „inkl. Dimmer“-Versprechen ist wohl ein Irrtum

Tatsächlich existiert zwar eine dimmbare „novel“-Stehleuchte mit einem Normalpreis von 119,90 Euro. Die sieht jedoch ganz anders aus und ist selbst als Sonderangebot mit 95,72 Euro noch fast doppelt so teuer wie die aktuelle 49,99-Euro-Prospekt-Leuchte. Gehen Sie also lieber mal davon aus, dass Sie bei „XXXL“ für Ihren Fuffi trotz des gedruckten „Dimmer“-Versprechens keine dimmbare LED-Stehleuchte kriegen, sondern nur ein Modell mit zwei gewöhnlichen Schaltern am Rohr – einen für den Fluter, einen für die Leseleuchte.

Rund 33 Lumen pro Euro ist dennoch ein ziemlich gutes Leistungs-/Preisverhältnis für eine integrierte LED-Leuchte. Zum Vergleich: Die dreistufig dimmbaren „Horstmann“-Aldi-Süd-Modelle bieten nur 21 lm/€ – bei fast identischer, allenfalls durchschnittlicher Lichtqualität.

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LED-Tagebuch (KW 20): Solarleuchten, Philips-LIGHT, OBI-Außenstrahler, ORCA

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Aldi-Sued-Dynamax-Solar-gross
15.05.: Leider keinen Cent billiger als vor einem Jahr sind die wetterfesten „Dynamax“-Solarleuchten, die am Donnerstag (19. Mai) in die Aldi-Süd-Filialen kommen (Prospekt-Ausschnitt oben). Die mit je zwei RGB-LED-Modulen sowie einem Erdspieß ausgestatteten Kugeln (30 cm Durchmesser – das PR-Foto oben rechts zeigt die sichtbaren Bauteile nach Abschrauben der Haube) und Pseudo-Steine (ca. 40 x 30 x 16 cm) kosten erneut 29,99 Euro. Als Besonderheit bieten Sie acht voreingestellte Lichtfarben – inklusive der Mischfarbe Weiß -, die entweder einzeln auswählbar sind oder stetig wechseln.

Tagsüber brauchen die integrierten Solarpanels rund acht Stunden zum vollen Aufladen der Akkus; bei Dämmerung schalten sich die Leuchten automatisch ein. Angaben zu Helligkeit, Schutzart und Nennlebensdauer fehlen. Seltsamerweise wurden diese Modelle im Mai 2015 noch als „schwimmfähig“ sowie „geeignet für Garten, Teich und Swimmingpool“ beworben. Jetzt steht da nur noch „wetterfestes Kunststoffgehäuse in Milchglasoptik, geeignet für Terrasse und Garten“. Immerhin hat sich an der dreijährigen Garantiezeit nichts geändert.


Penny-LED-Tischleuchte-05-16
17.05.: Nur in einem Teil der „Penny“-Filialen werden Sie ab diesem Donnerstag (19. Mai) eine billige, kleine, relativ helle LED-Tischleuchte der Eigenmarke „Tec Star“ finden (Prospektausschnitt oben). An einem flexiblen „Schwanenhals“ hängt ein Strahlergehäuse mit aufgesetzter Streuscheibe und fest eingebauten, „warmweißen“, nicht dimmbaren LEDs, die aus 4,5 Watt 450 Lumen Lichtstrom mit 3000 Kelvin Farbtemperatur erzeugen und damit etwa die Leuchtkraft einer 40-W-Glühlampe haben – allerdings weit stärker gebündelt.

Halbwertswinkel (mutmaßlich über 100 Grad), Farbwiedergabindex und Nennlebensdauer werden leider EU-regelwidrig verschwiegen; auch die Maße bleiben im Dunkeln. Die beworbene Energieeffizienzklasse A+ ist für solche integrierten LED-Leuchten nicht zulässig – hier darf nur die Spanne A bis A++ genannt werden. Bleibt demnach als stärkstes Kaufargument der von rund 15 auf 9,99 Euro reduzierte Preis.


18.05.: Laut aktueller Pressemitteilung und der offiziellen IPO-Website soll der erst Anfang des Monats angekündigte Börsengang der Philips-15W-kleinPhilips-Lichtsparte schon am Freitag, 27. Mai, stattfinden (im PR-Foto rechts eine leistungsstarke E27-LED-Lampe der Niederländer).

Die Zeichnungsspanne der rund 37,5 Millionen Aktien, entsprechend des Anteils von einem Viertel der Sparte, liege zwischen 18,50 und 22,50 Euro. Damit wäre ein Erlös von 694 bis 844 Millionen Euro angepeilt und das künftig am „Euronext“-Handelsplatz in Amsterdam mit dem Aktienkürzel „LIGHT“ notierte, selbstständige Unternehmen würde mit insgesamt etwa 2,8 bis 3,4 Milliarden Euro bewertet.

Zum Vergleich: Der gesamte Konzern hat aktuell einen Börsenwert von knapp 23,5 Milliarden €. In den nächsten Jahren will Philips nach und nach weitere Anteile seines Lichtgeschäfts versilbern.

Update 27.05.: Gestern Abend teilte Philips mit, dass der Börsengang schon vor der ersten Notierung bereits 750 Millionen Euro eingebracht habe. 37,5 Millionen Aktien habe man für je 20 Euro verkaufen können; das Papier sei während des „Bookbuildings“ mehrfach überzeichnet worden. Der Marktwert der Sparte habe somit bei 3 Milliarden Euro gelegen, der gesamte Unternehmenswert – einschließlich Verbindlichkeiten und ähnlicher Positionen – bei 4,5 Milliarden €. Schon am ersten Handelstag stieg der „LIGHT“-Kurs sogar auf über 22 Euro, während die Aktie des Mutterkonzerns an der Frankfurter Börse nur um ein Prozent zulegte


Eigen-Banner-03-15


19.05.: 3000 Kelvin Farbtemperatur und vermutlich etwa 110 Grad Halbwertswinkel haben die austauschbaren, aber nicht dimmfähigen GU10-LED-Strahler, die in den aktuell von vielen OBI-Baumärkten angebotenen Billig-„Außenspots“ und „Außenboden-Einbauleuchten“ mit 230-Volt-Stromanschluss stecken (Prospektausschnitt, gültig bis 28. Mai):
OBI-LED-Aussenstrahler-05-16
Schon für knapp 12 Euro kriegen Sie einen „Nema“-Strahler von „Eglo Leuchten“ mit Erdspieß, 3 Watt, 200 Lumen, Schutzart IP44, 15.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer und EU-Ökolabel A+; rund 20 € kostet die Zwillings-Ausführung. Mit 270 lm aus 3 W, 20.000 (oder 25.000) Leuchtstunden und A++-Label protzt der „Terra-Strahler“ von „Briloner Leuchten für 12,99 €. Den können Sie ebenfalls in den Gartenboden stecken und außerdem mittels zweier Vorsatzscheiben auch orange oder grün leuchten lassen.

Die Angabe „hell wie 26 Watt“ als Äquivalenz-Richtwert zu einem „Standard-Halogen-Leuchtmittel mit vergleichbarer Lichtstärke“ dürfen Sie nicht allzu ernst nehmen: Erstens ist der „Terra“ heller als ein „Nema“-Strahler, der bereits so hell wie ein 35-W-Halo sein soll (heftig übertrieben) und zweitens sind beide wegen ihrer sehr breiten Abstrahlung sowieso nicht direkt mit 40°-Halogenspots vergleichbar.

Das gilt auch für die „Lamedo“-Boden-Einbauleuchten von Eglo aus Edelstahl mit satiniertem Glas, IP65, 2,5 W, 180 lm und mindestens 25.000 Leuchtstunden. Die gibt’s im Dreierpack für knapp 50 Euro in eckig oder rund – ein sehr guter Preis, weil schon eine einzelne Leuchte woanders über 25 € kosten kann. Bei OBI ist allerdings der Richtwert „je Spot hell wie 25 Watt“ übertrieben, die beworbene EU-Effizienzklasse A dagegen tiefgestapelt: A+ wäre korrekt.


Osram-Soleriq-P6-Detail20.05.: Bis zu 70 Prozent billiger könnte das gelbe „Phosphor“ über LED-Chips sein, wenn dafür weniger „Metalle der Seltenen Erden“ gebraucht würden.

Solche sehr teuren Stoffe wie Yttrium oder Lutetium sorgen für stabile Luminiszenzkonversions-Beschichtungen, die ursprünglich blaue Leuchtdioden durch additive Mischung weiß leuchten lassen (in meinem Foto rechts als gelbe Quadrate auf den LEDs eines „Soleriq P 6“- CoB-Arrays von „Osram Opto Semiconductors“ erkennbar). Nach dem Lebensende der LEDs werden sie in einem Recycling-Prozess aufwändig separiert.

Es gab und gibt deshalb immer wieder Versuche, stattdessen billigere Materialien einzusetzen – in Deutschland seit diesem Jahr in einem Projekt namens „ORCA“ (für „Organische und Seltenerd-reduzierte Konversionsmaterialien für LED-basierte Beleuchtung“). Guido-KickelbickWie aus einer Pressemitteilung der Saar-Universität hervorgeht, arbeiten dazu Professor Guido Kickelbick (PR-Foto links) und sein Team am Lehrstuhl für Anorganische Festkörperchemie mit der Osram GmbH, Osram Opto Semiconductors und BASF zusammen.

Der Lösungsansatz: Transparente anorganisch-organische Hybridmaterialien, bei denen die relativ instabilen organischen Bestandteile durch eine neuartige Matrix eine wesentlich stabilere Struktur bekommen. Damit könnten Konversionsbeschichtungen nicht nur viel günstiger, sondern auch effizienter und langlebiger werden.

Zudem mache sich die Industrie unabhängiger von der marktbeherrschenden Stellung der wenigen Staaten, die „Seltene Erden“ abbauen – vor allem von China. „ORCA“ wird vom Bundesforschungsministerium bis 2019 mit insgesamt 1,9 Millionen Euro gefördert, davon fließen 460.000 € nach Saarbrücken.


LCTW-Glas-GU10-Leuchtbild-Detail21.05.: Ab sofort können Sie die kürzlich neu gestaltete „LED’s change the world“ (LCTW)- Website und das fünfjährige Bestehen des deutschen Unternehmens mitfeiern.

Bis zum 31. Mai gibt’s auf alle LED-Lampen 50 Prozent Nachlass, wenn Sie im Online-Shop nach dem Füllen des Warenkorbs den Rabattcode minus50 eingeben und anschließend auf „Rabattcode einlösen“ klicken (mein Foto rechts zeigt einen GU5.3-Glas-Spot von LCTW, der damit aktuell nur 3 statt 5,99 Euro kostet). Ab 35 Euro Bestellwert wird ohne Versandkosten geliefert, sonst kostet’s 4,90 € extra.


22.05.: Wegen der aktuell ziemlich mageren LED-Sonderangebots- und -Nachrichtenlage geht das Blog-Telegramm Oggy-Sommerpausedieses Jahr etwas früher in die Sommerpause als sonst (Symbolfoto: W. Messer). Zum Start in die neue „Lichtsaison“ im Spätsommer gibt’s hier wieder neue Kurzmeldungen. Die regulären, längeren Blogbeitrage erscheinen jedoch weiterhin.


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