LED-Tagebuch (KW 09): Luxus-Leuchte, Berlien-Auftritt, “Warm Glow”, Ökobilanz

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


Holy-Trinity-Kala22.02.: Fast wie frei schwebend – mit nur zwei dünnen Drähten – präsentiert sich die neue “KALA”-LED-Pendelleuchte von “Holy Trinity” aus Dresden (früher “Dreipuls”, PR-Foto rechts). Sie ist eine Ableitung der schalterlosen Schreibtischleuchte “RIMA” und wird wie diese über vier Ringe gesteuert, mit denen Sie individuelle Leuchtbereiche für die 56 “Cree”-Chips einstellen können.

Aus 13 Watt entwickelt sie bis zu 509 Lumen Lichtstrom mit 2900 Kelvin Farbtemperatur, Farbwiedergabeindex Ra >85 und 13,2 (vorne/hinten) bzw. 44,4 Grad Abstrahlwinkel (links/rechts). Die Leiste kann axial um 45 Grad gedreht werden. Als Aluminium-Manufaktur-Designobjekt “made in Germany” ist die 82 cm lange und 5,5 cm breite “KALA” alles andere als ein “LED-Schnäppchen”: 1499 Euro brutto – der Versand kostet extra.


23.02.: Wahlerfolg für die Bluetooth-LED-Lampen- und Leuchtensteuerung “ingenium BLU” von Megaman ingenium-blu-Logo(Logo rechts): Die Online-Leser des Fachmagazins “diy” (“do it yourself”) kürten sie laut Pressemitteilung zu einer von drei “Top-Neuheiten 2014/2015″.

Bisher können mit der im Oktober 2014 präsentierten Technik zwei spezielle LED-Retrofit-Modelle und eine Einbauleuchten-Variante aus einer Distanz von rund zehn Metern angesteuert werden – in bis zu acht Gruppen mit jeweils maximal vier bzw. acht (ab iOS 8.0) Lampen oder Leuchten. Die Dimmung erfolgt individuell und stufenlos zwischen 100 und 10 Prozent der Maximalhelligkeit oder global mit 32 fest hinterlegten Beleuchtungs-“Szenen”. Ein ausführlicher Bericht über die Siegerprodukte der drei Kategorien soll in der “diy”-April-Ausgabe erscheinen.


Olaf-Berlien-klein24.02.: Premiere für den neuen Vorstandschef der Osram Licht AG: Dr. Olaf Berlien (PR-Foto rechts) wird diesen Donnerstag (26. Februar) erstmals einer vierstelligen Zahl von Aktionären Rede und Antwort stehen.

Bei der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle wird unter anderem über die Bezüge der Vorstandsmitglieder, einen Aufsichtsratsposten für Dr. Werner Brandt (Ex-SAP-Finanzchef) und die vorgeschlagene Dividenden-Ausschüttung von 0,90 Euro pro Aktie abgestimmt. Kein Aktionärsvotum gibt es zum bereits festgestellten Jahresabschluss und Geschäftsbericht des im September abgelaufenen Wirtschaftsjahres 2013/2014.

Update 27.02.: Berlien kündigte auf der Hauptversammlung eine “Innovations- und Technologieoffensive” an. Der Wandel hin zur LED-Lichttechnik (Anteil am Osram-Umsatz 2014: 36%) und der Preisverfall in diesem Markt sei rasanter als erwartet. “Den laufenden Konzernumbau müssen wir eher noch beherzter und fokussierter angehen, und wir müssen schneller werden – viel schneller!“

Wie die neue “richtungsweisende Strategie” genau aussehe, werde er spätestens im Juni mitteilen. “Um Zukunftsprojekte wie unser Lightify zu fördern”, habe er jedoch schon jetzt “aus dem Vorstandsbudget weitere 10 Millionen Euro bereitgestellt.” Finanzchef Klaus Patzak erhielt von den Aktionären die Zustimmung zur geplanten Dividendenausschüttung, die rund die Hälfte des Konzerngewinns nach Steuern ausmacht, und erklärte, auch für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von 0,90 Euro anzustreben.


25.02.: Als eigenständige Website hat Philips jetzt seinen Geschäftsbericht 2014 veröffentlicht Philips-Report-2014(Logo links). Die wichtigsten Kennzahlen für die Licht-Sparte der Niederländer waren allerdings schon im Januar beim letzten Quartalsbericht bekannt geworden: Im Vergleich zu 2013 rund 3% weniger Umsatz (währungsbereinigt) und etwa halbierter Gewinn, ca. 34% des Geschäfts machten LED-basierte Produkte aus, Wegfall von über 800 Arbeitsplätzen, schwierige Marktentwicklung.

Den Anteilseignern wird bei der Hauptversammlung am 7. Mai in Amsterdam eine Dividende von 0,80 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Ein großes Thema wird dort das geplante “Spin-Off” von “Philips Lighting solutions” sein (ohne “Automotive Lighting” und “Lumileds”) – möglicherweise mit einem öffentlichen Börsengang (IPO). Details dazu sollen spätestens bis 26. März veröffentlicht werden.


Arte-Logo-weiss26.02.:Avatare des Lichts” nennt sich eine neue, zehnteilige ARTE-“Future”-Webserie anlässlich des “Internationalen Jahrs des Lichts 2015” der UNESCO. Unter anderem sehen Sie dort “revolutionäre Erfindungen” zum Thema – beispielsweise 3D-Hologramme, Datentransport via Licht und den Einsatz von speziellen Licht-Wellenlängen im Kampf gegen den Klimawandel.


Megaman-Dim-to-warm-Demo
27.02.: Die ersten Modelle der bereits im Herbst angekündigten “Dim-to-Warm”-LED-Lampenserie von Megaman sind jetzt verfügbar und werden aktuell auf Fachmessen und in einem YouTube-Video präsentiert (Ausschnitt oben). Sie ändern ihre Farbtemperatur beim Dimmen stufenlos von “warm-weiß” (2700 bzw. 2800 Kelvin) bis “extra-warm-weiß” (1800 K) – ähnlich wie entsprechende Glüh- oder Halogenlampen.

Derzeit hat Megaman rundstrahlende, weiß-mattierte E27-“Birnen” mit 470 und 810 Lumen, eine matte E14-“Kerze” mit 250 lm sowie einen GU10-Spot mit 380 lm, 480 Candela und 35° Abstrahlwinkel. Die Spanne der Preisempfehlungen reicht von 12,95 bis 21,95 Euro.

Philips-Warm-Glow-6,5WDeutlich günstiger gibt’s die ähnlich konzipierten, neuen “Warm Glow”-LED-Lampen von “Philips Lighting” in Nordamerika (PR-Foto rechts). Sie sind jetzt ab rund 9 US-Dollar (knapp 8 Euro) bei “The Home Depot” zu haben und senken ihre Lichtfarbe beim Dimmen von 2700 auf 2200 K. Bisher im Programm: E26/A19-“Birnen” mit 450 und 800 Lumen sowie ein BR30-Strahler mit 730 lm. Der Farbwiedergabeindex wird durchweg mit Ra 80 angegeben, dürfte jedoch eher bei 83 liegen.

Auf Anfrage erklärte mir Philips Deutschland, dass wir vermutlich ab dem 3. Quartal auch bei uns im “Consumer”-Segment “Warm Glow”-Lampen mit E27- und E14-Fassungen kaufen können. Im Profibereich gibt es das schon seit einigen Jahren unter der Bezeichnung “DimTone“; hier seien im Herbst ebenfalls neue Retrofits zu erwarten. Preisempfehlungen sind noch nicht bekannt.


Ökobilanz von Lampen / test 3/2015
28.02.: Die Ökobilanzen von 79 in den vergangenen zwei Jahren getesteten Leuchtmitteln hat die Stiftung Warentest jetzt für das aktuelle März-“test”-Heft ausgewertet. Klare Sieger im Vergleich mit Kompaktleuchtstoff (KLL)- und Halogen-Glühlampen (HGL) waren die LED-Retrofits.

Sie seien zwar wesentlich aufwendiger herzustellen, aber wegen ihrer weit höheren Lumen-/Watt-Effizienz in der langen Nutzungsphase insgesamt etwa fünfmal umweltfreundlicher als HGL und ein Drittel besser als KLL (siehe Grafik oben, © Stiftung Warentest, und die ausführliche Erläuterung; Verwendung mit freundlicher Genehmigung). Inzwischen könnten sich LED-Lampen bei durchschnittlich drei Stunden Einsatz pro Tag schon innerhalb eines Jahres amortisieren.


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LED-Tagebuch (KW 08/15*): ELV-Deals, Leucht-Wodka, Soraa-“Light Engines”

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


15.02.: Vielleicht sollten LED-Händler ihre Lampen nicht mehr mit konkreten Euro-Beträgen, sondern nur noch “zum Tagespreis” anbieten, wie’s bei frischem Spargel im Frühsommer üblich ist. Was nämlich gestern noch ein Sonderangebot war, könnte heute schon zu teuer sein.

ELV-LED-02-15-kleinZwei Beispiele aus dem neuesten Werbe-Flyer des Elektronik-Versenders ELV: Bei den “Beleuchtungs-Highlights” (Ausschnitt rechts, zum Vergrößern anklicken) sehen Sie “Müller-Licht”-E27-LED-“Birnen mit 810 Lumen. Das nicht dimmbare Modell soll 5,95 € einzeln bzw. 16,95 € im Dreierpack kosten (Stückpreis 5,65 €), die dimmbare Variante 8,95 €. Günstig? Eher nicht, wenn Sie sich die gleichen Lampen ab morgen bei Aldi Süd für 4,99 € im Doppelpack (nicht dimmbar, Stückpreis knapp 2,50 €) bzw. 7,99 € (dimmbar) holen können.

Teilweise konkurrenzfähig ist ELV bei den Zweiersets mit nicht dimmbaren Osram-“LED Star”-GU10-Spots. Umgerechnet knapp 4 Euro für ein Exemplar mit 4 Watt und 230 Lumen sind auf Marktniveau; rund 5 € für die helleren Winter-Palace-LED-Wodka5-W-Strahler werden anderswo schon unterboten. Immerhin behauptet sich ELV damit noch knapp gegen den aktuellen Aldi-Deal.


16.02.: Wie feiern LED-Fans einen feucht-fröhlichen Rosenmontag? Vielleicht zuerst mit einem Lampen-Großeinkauf bei Aldi Süd und anschließend mit einem Fläschchen “Winter Palace”-Wodka für rund 16 Euro (PR-Foto links). Dieses original russische, vierfach destillierte Wässerchen der höchsten Qualitätsstufe hat 40 Vo-Lumen-Prozent, ein Bergmotiv mit Struktur im Glas und ein LED-Modul im Boden.

Das macht in Kooperation mit der Flüssigkeit nicht nur blau, sondern auf Knopfdruck im Wechsel auch rot, grün und irgendwas dazwischen (die subjektiv empfundene Lichtfarbe und Farbtreue kann sich mit fortschreitender Leerung des Inhalts massiv ändern). Genügsamere Trinker kriegen den gleichen Effekt für ein paar Euro weniger mit der 0,7- oder Halb-Liter-Flasche. Mein Tipp: Wenn Sie keinen Bock auf harten Alkohol haben oder einfach nur Modell-unabhängige Lichteffekte bevorzugen, tut’s natürlich auch ein simpler LED-Untersetzer mit Farbwechsel.


17.02.: 280 Mitglieder hat jetzt die Google+-Community “LED-Beleuchtung” (Logo unten rechts) – gut zwei Jahre nach den ersten bescheidenen Anfängen. Seit November 2014 bedeutet das einen satten Zuwachs von 40%. Google+-02-15In den Rubriken “Diskussion”, “Neuheiten”, “Fragen”, “Beitrags-/Artikel-Hinweise” und “Aktuelle Sonderangebote” gibt es fast täglich kurze Beiträge mit Links zu aktuellen LED-Themen, die von allen Community-Mitgliedern gepostet und kommentiert werden können.

Inzwischen sind dort sogar individuelle “Multiple Choice”-Umfragen möglich. Theoretisch könnte damit beispielsweise ein LED-Anbieter spezielle Produktwünsche oder im Vorfeld die Resonanz auf geplante Leuchten- und Lampenmodelle erforschen.


Eigenwerbung Juni 2014


LEDON-G9-G4-neu-PR18.02.: Der österreichische LED-Spezialist LEDON bringt diese Woche stark verbesserte Nachfolger seiner “warm-weißen”, nicht dimmbaren Stiftsockellampen auf den Markt. Statt Ra 80 haben sie jetzt einen sehr guten Farbwiedergabeindex Ra 90, dennoch eine ordentliche Effizienz (EU-Ökolabel A+), mehr Helligkeit und erheblich breitere Abstrahlwinkel – zu gleichen Preisen wie die Vorgänger.

Die neue 3,5-W-G9-“Kapsel” (im PR-Bild links, nicht maßstabsgetreu, Datenblatt) bietet für knapp 10 Euro jetzt 200 statt 170 Lumen Lichtstrom mit 240° Halbwertswinkel und wird ab Freitag verfügbar sein. Die 1,5 W starke G4-Lampe (rechts, Datenblatt) ist bereits für 8,99 € bestellbar – mit 110 statt 100 lm und einer doppelt so breiten Hauptlichtkeule von 260°. Testexemplare erwarte ich in den nächsten Tagen.


Soraa-Light-Engines
19.02.: US-LED-Spezialist Soraa steigt laut Medienberichten ins Geschäft mit “Light Engines” ein (PR-Foto oben). Die Strahlerköpfe werden ohne Vorschaltelektronik an Leuchtenhersteller geliefert und sind mit handelsüblichen LED-Treibern kompatibel. Künftig wird es also die “GaN-on-GaN”-Technologie der besonders farbtreuen Soraa-“Vivid”-LED-Spots (Ra/CRI und R9 – “Rot gesättigt” – mit jeweils mindestens 95) auch von anderen Anbietern und nicht nur in LED-Retrofits geben.

Die “Light Engines” sind zum Marktstart in drei Größen erhältlich, mit 500 oder 1000 Lumen, vier Abstrahlwinkeln zwischen 4 und 36 Grad sowie vier Farbtemperaturen zwischen 2700 und 5000 Kelvin – auf Wunsch auch mit Kühlkörpern. Außerdem kann das von den Soraa-Retrofits her bekannte magnetische “Snap System” mit diversen Aufsatzscheiben übernommen werden, das in Sekundenschnelle flexible Lichtfarben- und Halbwertswinkel-Anpassungen erlaubt.


20.02.: Seit Dienstag bei YouTube zu sehen: Ein Werbevideo des “VDI Zentrum Ressourceneffizienz” über die “materialeffiziente Produktion von LED-Lampen”. Im Wesentlichen geht’s um die Entwicklung und Fertigung bei der hessischen Firma “carus”. Wer genau hinschaut, kann sogar einen Blick auf die Hitzeentwicklung der direkt nebeneinander zum Dauertest aufgereihten “Birnen” werfen:
Carus-Waermebild
Die “Fluke”-Wärmebildkamera (Video-Ausschnitt) zeigt in mehreren Filmeinstellungen rund 87 Grad als heißeste Kühlkörpertemperatur, bis zu 46 Grad auf den matten Hauben und 24 bis 25 Grad Umgebungstemperatur. Bei meinem Doppeltest erreichte die knapp 9 Watt starke “carus”-Lampe in einer hängenden, offenen Fassung laut IR-Thermometer maximal 75 Grad.


Philips-LEDcandle-Harrod1
Philips-LEDcandle-Harrods221.02.: Zwei Anläufe brauchte das Londoner Warenhaus “Harrods” für die LED-Umrüstung der Kristall-Kronleuchter seiner “Wedgwood“-Abteilung. Beim ersten Versuch waren die 208 Halogenlampen à 15 Watt wegen zu heftiger Hitzeentwicklung durch “normale LED-Kerzen” ersetzt worden. Die ließen aber laut Pressemitteilung das benötigte “funkelnde Licht” vermissen.

Jetzt seien dort ca. 4 W starke, warm-weiße “Master LEDcandle”-Lampen von Philips mit 250 Lumen Lichtstrom, 2700 Kelvin Farbtemperatur, klarer Haube und spezieller Prismenoptik im Einsatz (PR-Fotos oben und rechts). Mark Fleming, technischer Leiter von “Harrods”: “Die Lotuslinsentechnologie brachte den gewünschten Lichteffekt. Die Kronleuchter sehen jetzt brillant aus”. Außerdem spare man direkt 74% Strom und habe zusätzlich den Energieverbrauch der Klimaanlage reduziert.


* Diesmal mit etwas ausführlicherer Bezeichnung – als Reminiszenz an eine Redewendung, eine Roman-Trilogie von Hans Hellmut Kirst und die daraus entstandene Filmreihe.

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Im Test: Soraa-LED-Spots – extrem farbtreu, aber nicht perfekt

Doppeltest: Carus-LED-Lampen aus Hessen – teils besser als versprochen

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