Blog-Leserfrage (20): Hochwertige LED-Einbaustrahler für die Dusche?

Ein Blogleser fragte mich neulich nach einem „Niedervolt-LED-Einbaustrahler für’s Bad – direkt über der Dusche“. Wie’s mit den speziellen Anforderungen dort aussieht und welche Leuchten dafür taugen könnten, versuche ich in diesem Beitrag zu beantworten.

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Ein möglicher Kandidat für die Beleuchtung einer Dusche: Der sehr farbtreue, dimmbare „MOBiDIM COB IP44 Ra>90 9W R“-Einbaustrahler mit externem Vorschaltgerät, 580 Lumen, 2700 Kelvin und nur 45 mm Einbautiefe. (PR-Fotos: Mobilux, nachbearbeitet)

Normalerweise beantworte ich keine der vielen E-Mail-Anfragen von Bloglesern zu ihrer individuellen Umrüstung auf LED-Beleuchtung im Haushalt. Ausnahme: Problemstellungen, die für die Allgemeinheit interessant sind und auch von anderen Lesern beantwortet werden könnten. Dann veröffentliche ich sie nach Absprache hier im Blog. Vor Kurzem kam beispielsweise diese Frage von Volker aus Berlin:

„Ich bin gerade auf der Suche nach Niedervolt-LED-Einbaustrahlern für’s Bad – direkt über der Dusche. Sie sollten deshalb eine Schutzklasse von IP65 oder höher aufweisen. Ideal wäre auch eine flache Bauhöhe – also keine Retrofit-Spots (GU5.3). Natürlich sollten die LEDs auch eine ausreichende Helligkeit (~300 Lumen?) und gute Farbwiedergabe CRI/Ra besitzen. Ist ihnen so etwas schon als LED-Strahler begegnet?“

Nein, genau sowas ist mir persönlich noch nicht begegnet. Über meiner Dusche werkeln in rund 2,50 Meter Höhe nämlich drei GU10-Retrofits (Hochvolt!) ohne jede Schutzart in handelsüblichen Einbaurahmen, im restlichen Bad steckt eine bunt gemischte Sammlung von Dauertest-LED-Leuchten und -Lampen mehrerer Hersteller in der Decke – ebenfalls ohne offizielle Feuchtraum-Eignung.

Welche Schutzart für welche Installationszone?

Ist mein bisheriges Überleben ohne IP65-Leuchtmittel deshalb pures Glück? Nein, das muten sogar Branchen-Insider ihren Familienangehören zu. Denn nicht überall muss es wirklich eine hohe Schutzart sein. Schauen wir uns mal diese Grafik der bei uns geltenden „Installations-“ oder „Verlegezonen“ im Bad an (Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei):

Bad-Verlegezonen

Schutzbereich 0 ist also der Innenbereich einer Badewanne oder Dusche mit Wanne. Hier dürfen nur Leuchten mit Schutzkleinspannung eingesetzt werden (also beispielsweise 12 Volt), die mindestens Schutzart IPX7 entsprechen (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen). Bei ebenerdigen Duschen ohne Wanne gibt es keinen Schutzbereich 0. Dann gilt ein Radius von 1,20 Meter um den Duschkopf als Schutzbereich 1.

Sonst umfasst diese Zone eine Fläche innerhalb der senkrechten Begrenzungen von Wanne oder Dusche – nach oben waagerecht bis in 2,25 Meter Höhe über dem Fußboden, die untere Begrenzung ist der Boden. In diesem Bereich sind Leuchten mit Schutzkleinspannung gefordert, die mindestens der Schutzart IPX4 entsprechen (geschützt gegen Spritzwasser). Der Schutzbereich 2 stellt im Prinzip die gleichen Anforderungen und gilt für Flächen mit einer waagerechten Ausdehnung von 60 cm vor Badewanne oder Dusche.

IP44 genügt in den meisten Fällen

Da meine Strahler jenseits dieser Schutzbereiche montiert sind, müssen sie keine dieser Vorgaben erfüllen. Und selbst bei etwas niedrigeren Decken über der Dusche genügt für einen Niedervolt-LED-Einbaustrahler beispielsweise die Schutzart IP44. Das externe Vorschaltgerät einer solchen Leuchte, das die 230-Volt-Wechselpannung des Haushaltsnetzes in 12-Volt-Gleich- oder Wechselspannung umwandelt, muss übrigens keine Schutzart haben, solange es abgesetzt im trockenen Bereich oberhalb der abgehängten Decke eingelegt wird.

Für Volkers Einsatzgebiet heißt das: Mit einer IP44-Niedervolt-Leuchte wäre er in jedem Fall auf der sicheren Seite; es muss kein Modell „mit IP65 oder höher“ sein. Da kämen prinzipiell einige integrierte LED-Strahler mit externem Vorschaltgerät in Frage, allerdings nur wenige mit sehr hoher Helligkeit und Lichtqualität.

580 Lumen erleuchten die ganze Dusche

So bietet etwa die „MOBiDIM COB IP44 Ra>90 9W“ von „Mobilux“ (Bild ganz oben, pdf-Download des Datenblatts) aus 9 Watt Gesamtleistung und einem zentralen, festverbauten CoB-Modul von „Cree“ 580 Lumen Lichtstrom mit „warm-weißer“ Farbtemperatur 2700 Kelvin und Farbwiedergabeindex Ra >90. Das entspricht mindestens der Helligkeit eines 50-Watt-Halogenstrahlers; je nach Größe der Dusche liefert also schon ein einziges Exemplar genug Licht. Der Halbwertswinkel kann mit den facettierten Reflektoren wahlweise 24, 45 oder 60 Grad groß sein – ich würde die breiteste Variante empfehlen.

Das Bohrloch muss 68 mm Duchmesser haben; die Einbauhohlraum mindestens 45 mm – plus etwas zusätzliche Tiefe zur Wärmeabfuhr durch Luftzirkulation. Die nicht schwenkbaren Strahler sind in weiß oder „Alu gebürstet“ bzw. mit rundem oder quadratischem Rahmen lieferbar. Preise und Bezugsquellen kenne ich nicht, können aber bei „Mobilux“ in Syke angefragt werden.

Nicht in die Platzierungs-Falle tappen!

Wichtig für die Platzierung: Gibt es nur eine Handbrause oder auch einen großen Duschkopf oben? Dann dürfen Sie den Strahler nicht mittig darüber montieren – auch wenn’s geometrisch gut aussehen würde. Es würde aber zu viel Licht abgelenkt und unter der Dusche bliebe es zu duster.

Diesen Einbaufehler sieht man in deutschen Bädern erstaunlich häufig – ich bin anfangs auch in diese Falle getappt und musste es nachträglich korrigieren (Foto unten). Also den Strahler lieber gleich seitlich versetzt in die Decke stecken, um möglichst wenig Abschattung zu kriegen.

Dusche-Strahler

Auch Schutzart-lose Leuchten sind möglich

Einfacher wird die Auswahl natürlich, wenn der Strahler außerhalb eines Installations-Schutzbereichs leuchtet und keinen Wasser- oder Dampfeinfluss befürchten muss. Dann würde beispielsweise auch die Schutzart-lose, schwenkbare integrierte Leuchte von LEDON für rund 40 Euro gut funktionieren (600 Lumen aus 10 Watt, 2700 K, Ra >90, 38° Abstrahlwinkel). Sie wäre übrigens ebenso dimmbar wie die „MOBiDIM“-Strahler, falls ihr sehr helles Licht erste Verfallsanzeichen des nackten Körpers zu gnadenlos offenbart. Wir werden ja schließlich alle nicht jünger.

Weitere Tipps unten in den Kommentaren sind willkommen – Volker und ich würden sich über Eure Vorschläge und Anmerkungen freuen. Und bitte die Links zu empfohlenen Leuchten in den Text einbetten und nicht als „rohe“, ellenlange URLs posten.

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Ein Gedanke zu „Blog-Leserfrage (20): Hochwertige LED-Einbaustrahler für die Dusche?

  1. Zur Lampensuche selbst kann ich nichts beitragen.
    Aber bei elektrischen Arbeiten im Bad werde ich hellhörig.
    Niedervolt ist schon mal gut. Aber irgendwo muß das Netzteil hin. Und wahrscheinlich sollte es nicht sichtbar sein. Ruckzuck wird die Elektrik angepackt. Und bei Veränderungen der elektrischen Anlage muß diese vorschriftenkonform sein. Damit erlischt der eventuelle Bestandschutz von Altanlagen. Seit 1984 bedeutet das für Bäder den Einbau eines FI (RCD) falls er ohnehin nicht schon drin ist. So ein FI (RCD) ist generell zu empfehlen.
    LED-Netzteile mit IP 67 oder IP65 gibt es z.B. von Meanwell in ordentlicher Qualität zu fairen Preisen. Aber man benötigt zur Wahrung der Schutzklasse dann auch entsprechen dichte Anschlußdosen, denn die mitgelieferten Kabelschwänze sind recht kurz.

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