Im Test: Farbtreue 12-Volt-LED-Spots von Civilight, Heitronic und MaxTrack

Einen nominellen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90 haben die drei nicht dimmbaren GU5.3/MR16-Strahler in diesem Vergleichstest. Sonst unterscheiden sich die 12-Volt-LED-Spots von Civilight, Heitronic und „MaxTrack“ jedoch teils erheblich – vor allem bei den Laborwerten.

GU5.3-01-15-Kombi
Die Testkandidaten und ihre Packungen (von links): 5-Watt-„LED Vollspektrumlampe Reflektorform“ von Heitronic, 7-W-„HALED MR16 300LM“ von Civilight und 5-W-„Power LED LP 12-5 WQ“ von Transmedia respektive „MaxTrack“. (Fotos: W. Messer)

Fast zwei Jahre sind schon wieder seit dem letzten großen Vergleichstest von GU5.3-LED-Spots vergangen. Damals war noch vieles anders: Ich hatte keine Laborwerte zur Verfügung, die subjektive und nominelle Farbtreue sowie die Effizienz der Strahler war nach heutigen Maßstaben bestenfalls durchschnittlich – und dennoch lagen die Preise teils über 20 Euro. Natürlich waren seither immer mal wieder diverse 12-Volt-Strahler in Einzeltests; aber auch da hatten nur wenige deutlich mehr als einen Farbwiedergabeindex von Ra/CRI 80 zu bieten.

Diesmal waren die Kriterien strenger: Nur Marken, die hier bisher noch nicht getestet wurden, auschließlich nicht dimmbare, „warm-weiße“ GU5.3-LED-Spots mit MR16-Reflektor und Halbwertswinkeln zwischen 30 und 40 Grad, kompatibel mit 12-Volt-Gleich- und Wechselspannungs-Trafos, dazu mindestens Ra 90. Nach längerer Suche blieben drei Strahler übrig, die ich mir ausnahmsweise nicht gratis zur Verfügung stellen ließ, sondern regulär kaufte.

Eigentlich sollte dieser Beitrag schon im Dezember erscheinen. Planung, Lieferungen, die Labormessungen meines Blog-Kooperationspartnes „David Communication“ und meine Auswertungen nahmen jedoch – unter anderem wegen der Feiertage bzw. Urlaubsperioden zwischen den Jahren – viel mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Und dann kam beispielsweise ‚raus, dass keiner der drei Probanden innerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels von 90 Grad die versprochenen Lichtstromwerte schaffte. Gab’s sonst noch Überraschungen?

Der Halogen-Imitator von Civilight

Civilight-GU5.3-aus:top
Civilight-GU5.3-DatenDer nominell 7 Watt starke „HALED“-Strahler von Civilight „made in China“ hat äußerlich – mit seinem silbergrauen Aluguss-Gehäuse und der einzelnen Lichtquelle inmitten eines facettierten Reflektors (Fotos oben) – von den drei Testkandidaten die größte Ähnlichkeit mit einem 35-Watt-Halogenspot, den er ersetzen können soll.

Bei 50 mm Maximaldurchmesser, 48 mm Länge inklusive Pins und von mir ermittelten 44 g Gewicht dürfte er bei solch einem „Retrofit“-Austausch keine großen Probleme bereiten.

Dazu passen auch die lichttechnischen Daten: 2700 Kelvin Farbtemperatur, 36 Grad Halbwertswinkel, Civilight-GU5.3-Sockeldruck750 Candela Lichtstärke und 300 Lumen Lichtstrom. Dieser Wert steht allerdings nicht auf der Packung (oben rechts), sondern auf dem Lampensockel (links). Die Nennlebensdauer ist leider nur in Leuchtstunden angegeben (25.000); die Schaltfestigkeit fehlt, wird aber bei ELV mit 100.000 beziffert. Die Angabe „ADC12V“ weist darauf hin, dass der Strahler sowohl mit 12-Volt-Wechsel (AC)- als auch mit Gleichspannung (DC) funktionieren soll.

Der „HALED“ mag offenbar lieber Gleichspannung

Mit zwei Einschränkungen stimmt das auch: Am AC-Trafo zieht er laut Labor netto 6,2 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,62; bei mir waren’s inklusive Treiber 7,2 W und Faktor 0,41. Hier leuchtete der Civilight ohne nennenswerte Ein- und Ausschaltverzögerung; dabei surrte allerdings der Osram-“Halotronic Mouse”-Treiber deutlich hörbar – in stiller Umgebung bis etwa 50 cm Distanz, während der Spot sich bis in rund 10 cm Entfernung akustisch zum Dienst meldete. Ein Blick auf’s Display meiner Digitalkamera offenbarte zudem ein mittelstarkes Flimmern.

Am “Meanwell LPF-60D-12″-Transformator mit Gleichspannung funktionierte der Strahler dagegen fast perfekt: Absolute Ruhe, kein Flimmern, dafür etwa eine halbe „Gedenksekunde“ beim Einschalten und eine Sekunde Nachleuchten beim Ausschalten. Das hat allerdings nur was mit der Strom-Pufferung des Treibers und nichts mit der Lampe selbst zu tun. Der von mir gemessene Brutto-Leistungswert (Spot + Trafo) von 8,3 Watt markiert die absolute Spitze im Dreier-Testfeld.

Moderate Wärme außen am Gehäuse

Das gilt ebenso für die Temperaturen nach zwei Stunden „Einschwingen“ in der offenen, hängenden Fassung: 65 Grad oben an der heißesten Gehäusestelle, bis zu 55° unten am Lichtaustrittskranz. Diese Wärmeentwicklung ist nicht wirklich kindersicher, aber noch weit geringer als bei manch anderen LED-Spots und natürlich um Welten entfernt von ähnlich hellen Halogenstrahlern (> 200°).

Dafür wirkt das „HALED“-Licht ziemlich Halogen-ähnlich, wenn wir die Lichtfarbe (laut Labor 2582 Kelvin), den Abstrahlwinkel (35,3 Grad, pdf-Download der Lichtverteilungskurve) und mein Leuchtbild betrachten:

Civilight-GU5.3-Leuchtbild

Zwar produziert der LED-Spot insgesamt weniger Streulicht als seine Halo-Vorfahren, bietet aber direkt am Lichtaustritt noch eine rund 90 Grad breite, zweite Lichtkeule, die selbstverständlich nicht so weit reicht wie der Hauptkegel. Innerhalb des 90-Grad-Messwinkels sammelte die Ulbricht-Kugel des Labors 269 Lumen ein. Damit verfehlte der „HALED“ den EU-Äquivalenzwert für 35-Watt-Niedervolt-Halogenspots sowie die Werksangabe von jeweils 300 Lumen um ca. 10%. Über den Vollwinkel waren’s immerhin knapp 327 lm.

Deutliche Schwäche bei der Rot-Wiedergabe

Leicht unter der Werksangabe landet mit Ra 89,6 auch der „allgemeine Farbwiedergabeindex“ (pdf-Download des gesamten Messprotokolls). Unter diesen acht Messfarben ist vor allem die Nummer 8 „Fliederviolett“ mit 70 ziemlich „unterbelichtet“. Der besonders anspruchsvolle Zusatz-Einzelwert R9 („Rot gesättigt“) dümpelt bei 37,5 herum – das schaffen teils sogar Ra-80-LED-Lampen. Immerhin: Mit 93,2 für die „Hautfarbe Rosa“ (R13) ist der Civilight ganz vorne dabei, wenn’s um „frauenfreundliches“ Licht geht.

Und so sieht das mit meinem Standard-Farbtreue-Modell aus, einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund (Weißabgleich „bewölkter Himmel“, ohne Nachbearbeitung):

Civilight-GU5.3-Farbtreue

Ja, hier werden die Farben – vor allem Rot und Schwarz – sehr stark nach „Orange“ verschoben. Sieht aber trotzdem ganz hübsch-heimelig aus, oder? Das dazugehörige Spektraldiagramm mit seinem „Color Peak“ bei relativ niedrigen 613 Nanometer Wellenlänge und dem ziemlich steilen Abfall der Energie (Milliwatt pro Nanometer) in Richtung Rot verdeutlicht die Verhältnisse:

Civilight-GU5.3-Spektrum

Wenn Sie jetzt zum zweiten Mal auf das Ducati-Bild oben schauen, fällt Ihnen vielleicht noch was auf: Der klar umrissene Schattenwurf auf dem Untergrund. Hier gibt es keine verschwommenen „Multi-Schatten“ wie bei vielen LED-Strahlern mit mehreren Lichtquellen und Linsen.

Mein Testurteil:

Rund 16 EuroCivilight-GU5.3-Packung sind für einen nicht dimmbaren GU5.3-LED-Spot mit rund 300 Lumen und EU-Ökolabel A im Vergleich zu einem aktuellen Discounter-Angebot kein Pappenstiel, zumal der Civilight mit knapp Ra 90 auch noch den niedrigsten Farbwiedergabeindex der drei Kandidaten hat. Der „HALED“-MR16-Strahler ist allerdings mein persönlicher Favorit, wenn’s um möglichst Halogen-ähnliches, „warmes“ Licht geht. Das optische Konzept mit der einzelnen, zentralen Lichquelle und dem strukturierten Reflektor scheint sehr gut zu funktionieren.

Schwächen gibt’s bei der Rot-Wiedergabe, in Sachen Flimmern und Surren mit Wechselspannung. Den Lichtstrom hätte man auch ruhig etwas anheben und den EU-konformen Wert auf die Packung drucken können, ebenso wie die Zahl der schadlosen Schaltzyklen. Meine strenge, bis 5 reichende LED-Skala hat dennoch kein Problem mit einer der höchstmöglichen Wertungen für nicht dimmbare Lampen:
drei Sterne.

Heitronic-„sunlight“ – der kühle Breitstrahler

Heitronic-GU5.3-PackungGanz in weiß präsentiert sich die 5-Watt-„LED Vollspektrumlampe Reflektorform“ von Heitronic mit der Packungs-Zusatzbezeichnung „sunlight“ (Foto rechts). Der soll offenbar eine qualitative Nähe zum natürlichen Sonnenlicht nahelegen, was aber bei einer „warm-weißen“ LED-Lampe mit nominell 2700 Kelvin Farbtemperatur höchstens partiell passen kann. Alternativ gibt es noch eine „neutral-weiße“ Variante mit 4000 K.

Das Keramik-Verbundgehäuse mit seinen Kühlrippen und Kamineffekt-Öffnungen macht jedenfalls einen thermisch guten Eindruck. Die solide Bauweise ist auch für das höchste Gewicht der drei Testkandidaten verantwortlich: 67 Gramm. Der Maximaldurchmesser von 50 mm und die Gesamtlänge inklusive Pins von 49 mm sind Standard für MR16-LED-Strahler. Im Innern leuchten vier SMD-LEDs des gleichen Typs unter einer Linsen-/Streuscheiben-Abdeckung, wie der Blick von oben (Foto rechts) verrät:

Heitronic-GU5.3-aus-top

Diese Bauform ist bei LED-Spots weit verbreitet; meistens differenziert sie sich nur durch die Zahl der Lichtquellen unter der Haube und die optische Gestaltung der Kunststoff-Streuscheibe. Einen Reflektor wie bei der Civilight suchen Sie hier vergeblich.

Sehr breit strahlende Lichtkeule

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Lichtkeulen. Die der „Heitronic“ erschien mir breitflächiger, weniger rund, irgendwie diffuser, obwohl der vom Labor gemessene Halbwertswinkel mit 35,5° (pdf-Download des Diagramms) fast exakt den Nennwert bestätigte. Schauen Sie mal auf das Leuchtbild:

Heitronic-GU5.3-Leuchtbild

Heitronic-GU5.3-SockeldruckEinen Candela-Wert für die maximale Lichtstärke nennt Heitronic leider weder online, noch auf der Packung oder dem Lampenaufdruck (Foto rechts); er dürfte allerdings weit unter den 750 cd der Civilight liegen, weil der Kegel insgesamt schwächer fokussiert ist und deshalb auch nicht so weitreichend sein kann.

Die Labordaten untermauern diesen Eindruck (pdf-Download des gesamten Messprotokolls): Von den insgesamt ca. 255 gemessenen Lumen Lichtstrom werden etwa 30% als Streulicht außerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels von 90 Grad abgestrahlt; ein kleiner Teil entweicht sogar seitlich durch das transluzente Keramikgehäuse. Die ermittelten 183 lm des Hauptlichtkegels liegen deutlich unterhalb des Nennwerts von 230 lm – kein Ruhmesblatt für den Anbieter aus Königsbach-Stein im baden-württembergischen Enzkreis.

Relativ neutrale Darstellung von Objekten

Vielen Umsteigern von Halogen- auf LED-Beleuchtung dürfte diese Charakteristik allerdings ganz recht sein, weil sie sich nicht groß umgewöhnen müssen. Sie könnten allenfalls Probleme mit dem gefühlt etwas „kühlen“ Farbeindruck haben. Tatsächlich bot der Heitronic-Strahler mit gemessenen 2744 Kelvin die höchste Farbtemperatur im Test. Die sorgte zusammen mit dem hohen „allgemeinen Farbwiedergabeindex“ Ra 95,6 (Nennwert 93) für eine relativ neutrale Darstellung meines Standard-Farbtreuemodells – mit geringerer Gelb-Orange-Verschiebung als sonst bei „warm-weißen“ LED-Chips:

Heitronic-GU5.3-Farbtreue

Der Einzelwert für die Zusatz-Messfarbe R9 („Rot gesättigt“) lag mit knapp 68 weit über dem des Civilight-Strahlers (37,5), und auch die „Hautfarbe Rosa“ (R13) wurde mit 99,1 noch besser wiedergegeben als bei der „HALED“ (93,2). Das Spektraldiagramm mit seinem weiter in Richtung Rot reichenden „Berg“ und dem „Color Peak“ bei 622 Nanometer Wellenlänge verdeutlicht den Unterschied:

Heitronic-GU5.3-Spektrum

Erstaunlicherweise reichte das jedoch noch nicht für den Farbtreue-Sieg in diesem Vergleichstest – den erzielte Spot Nummer 3 ganz unten, der vor allem im Bereich links von der höchsten Spitze bis zum LED-typischen Blau-Hügelchen einen viel ausgeglicheneren Verlauf bot.

Beste Effizienz, niedrigste Maximaltemperatur

Dafür holte sich die Heitronic die Effizienz- und Temperatur-Krone. Laut Labor zog sie an einem Wechselspannungs-Trafo netto 4,5 Watt bei einem Leistungsfaktor von 0,66; bei mir waren’s 5,6 W brutto (Lampe + Trafo) bei 0,42. Genau wie bei der Civilight gab’s hier keine nennenswerte Ein- und Ausschaltverzögerung. Auch die Geräuschentwicklung war identisch: Der Trafo surrte bis maximal 50 cm Distanz, die Lampe bis etwa 10 cm. Nach zwei Stunden Dauerleuchten in meiner offenen, hängenden Testfassung habe ich höchstens 55 Grad an der heißesten Gehäusestelle (oben) und schlappe 35 Grad unten am Lichtaustritt gemessen.

Am Gleichspannungs-Treiber (brutto 6,3 Watt, Faktor 0,51) blieb alles schön still. Die leichten Verzögerungen beim Ein- (0,5 s) und Ausschalten (ca. 1 s) sind Trafo-Kondensatorpuffer-bedingt, haben nichts mit der Lampe zu tun und entsprechen deshalb exakt denen beim Civilight-Spot. Einen wesentlichen Unterschied gab’s allerdings, wenn man meinem DigiCam-Display glauben darf: Die Heitronic blieb durchweg flimmerfrei – auch an 12-Volt-Wechselspannung.

Mein Testurteil:

Heitronic-GU5.3-DatenKnapp 15 Euro zahlen Sie für einen sehr farbtreuen, geräuschlosen und nicht dimmbaren 5-Watt-GU5.3-LED-Spot, der laut unseren Messergebnissen und nach der EU-Vergleichstabelle gerade mal einen 20-W-Niedervolt-Halogenstrahler ersetzen kann. Kein Spitzenwert sind die 15.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer. Immerhin verspricht Heitronic 50.000 schadlose Schaltzyklen und bietet eine sehr ordentliche Material- und Verarbeitungsqualität.

Im Test war der Lichteindruck überzeugend und flimmerfrei, die AC-/DC-Trafo-Kompatibilität okay, die Farbwiedergabe sogar besser als versprochen; dafür dümpelte der Bemessungslichtstrom rund 20% unter dem Nennwert. Das liegt außerhalb jeder Toleranzschwelle. Damit verscherzt sich der Strahler die für ihn theoretisch möglichen vier Sterne meiner bis 5 reichenden LED-Bewertungskala und landet nur bei
LED-Stern halbdreieinhalb Sternen.

Der Dunkelheimer mit drei Namen

Transmedia-GU5.3-PackungHier fängt das Rätselraten schon früh an: Wie heißt er denn nun genau, dieser „warm-weiße“ 5-Watt-Spot mit offiziell 250 Lumen und Ra >95? Vertrieben wird er von „Transmedia“ in Hagen, auf der Packung (Foto rechts) steht die Bezeichnung „Power LED“ und auf dem schwarzen Strahlergehäuse prangt die „Trust“-Marke „MaxTrack“ – die allerdings eher für Computerzubehör bekannt ist.

Beim Design des minimalistischen Aluguss-„Gehäuses“ war offenbar ein Formel-1-Ingenieur beteiligt, der die legendäre Colin-Chapman-Devise „nichts ist leichter als nichts“ kompromisslos umsetzen durfte: Zwischen den filigranen und gelochten Kühlrippen haben Sie freie Sicht auf die Innereien …

Transmedia-GU5.3-Detail-aus

… beispielsweise auf die drei SMD-LEDs unter der Linsen-/Streuscheibenkombination, die deshalb einen Teil ihres Lichts weitgehend ungehindert seitlich abstrahlen dürfen und dabei eine unübersehbare Violett-Beimischung offenbaren:

Transmedia-GU5.3-Detail-an

Resultat des kompromisslosen Leichtbaus: Nur 29 Gramm auf meiner Waage, weniger als halb so viel wie der gleich große Heitronic-Strahler – Respekt! Bei dieser Offenherzigkeit dürfen Sie allerdings keinen großen Schutz gegen widrige äußere Einflüsse erwarten.

Transmedia-GU5.3-DatenAußerdem verwundert es nicht, dass laut unseren Labormessungen (pdf-Download des Protokolls) nur etwa 70% des gesamten Lichtstroms von knapp 200 Lumen innerhalb des 90-Grad-EU-Bemessungswinkels für Lampen mit Richtwirkung abgestrahlt wird: 141 lm – das sind fast 45% weniger als versprochen (siehe Packungsaufdruck links). Dieser Wert erschien dem Techniker so unglaublich niedrig, dass die Messung mehrfach wiederholt wurde – immer mit dem gleichen enttäuschenden Resultat.

Der fokussierteste Hauptlichtkegel im Test

Transmedia-GU5.3-SockeldruckÜberraschenderweise war aber der Halbwertswinkel mit gemessenen 31,5 Grad (pdf-Download der Lichtverteilungskurve) noch enger als die Werksangabe von 38° (Sockelaufdruck rechts). Das deckte sich jedoch alles mit meinen eigenen Beobachtungen: Der „MaxTrack“ wirkte bei weitem am dunkelsten von den drei Testkandidaten, bot aber – abgesehen vom hohen seitlichen Streulichtanteil – den am stärksten fokussierten Hauptlichtkegel mit ausgeprägter Hell-/Dunkel-Grenze:

Transmedia-GU5.3-Leuchtbild

Leider suchen Sie auf der Verpackung oder auf der Transmedia-Website vergeblich nach einem Candela-Wert für die Lichtstärke, obwohl der für solche Spots eminent wichtig ist und auch zu den EU-Pflichtangaben gehört. Ich schätze mal, dass es zwischen 300 und 350 cd sind – höchstens.

Auffällig war die sehr angenehme Darstellung beleuchteter Objekte, trotz einer deutlichen Orange-Verschiebung, die sich fast schon übertrieben an das gewohnte Halogenlicht ‚ranwanzt. Sehen Sie auch recht gut bei meinem Standard-Farbtreuemodell auf weißem Untergrund (Weißabgleich „bewölkter Himmel“, ohne Nachbearbeitung):

Transmedia-GU5.3-Farbtreue

Hier wirkt das Rot der Mini-Duc sehr präsent, keine Spur von irgendwelchen Grün- oder Blaustichen. Die Messdaten stützen diesen Eindruck und liegen sehr nahe an denen von Halogenlampen: 2660 Kelvin Farbtemperatur, „allgemeiner Farbwiedergabeindex“ Ra 97,1, sensationelle 94 für den Zusatz-Referenzwert R9 („Rot gesättigt“) und immerhin 97 für die „Hautfarbe Rosa“ (R13).

Das Spektraldiagramm mit der Strahlungsleistung (in Milliwatt) pro Nanometer Wellenlänge ist das ausgeglichenste in diesem Vergleichstest und kommt dem Begriff „Vollspektrum“ noch am nächsten. Der „Color Peak“ liegt mit 636 nm am weitesten im Rot-Bereich und die Blau-Spitze links ist die flachste der drei Probanden:

Transmedia-GU5.3-Spektrum

Sehr selbstkritischen Menschen dürfte so ein Licht über dem Badezimmer- oder Garderobenspiegel sehr entgegenkommen: Es ist nur dezent hell und lässt die Gesichtsfarbe gesund durchblutet erscheinen – sogar, wenn die Nacht davor mal wieder etwas länger war und man im fahlen Licht einer Leuchtstoffröhre wie der potenzielle Kunde eines Bestattungsinstituts aussehen würde.

Sehr schwache Lumen/Watt-Effizienzwerte

Nachteil dieser exzellenten Farbtreue: Die Effizienz ist mit höchstens 36 Lumen Gesamtlichtstrom und ca. 25 lm Bemessungslichtstrom pro Watt unterirdisch. Das Labor ermittelte nämlich am Wechselspannungs-Netzteil einen Verbrauch von 5,6 W netto bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,55. Bei mir waren es brutto 6,6 W (Lampe & Trafo) und Faktor 0,52. Hier gab’s keine Einschaltverzögerung und ein rund eine Sekunde dauerndes Nachglimmen beim Ausschalten. Das DigiCam-Display registrierte nur ein sehr schwaches Flimmern. Der Spot selbst blieb dabei still; allein der Trafo surrte bis auf maximal 50 cm Distanz.

Eigenwerbung Juni 2014

Auch hier funktioniert Gleichspannung besser

Völlig geräuschlos und absolut flimmerfrei blieb die Kombination Gleichspannungstreiber/Lampe. Die Gesamtleistungsaufnahme kletterte auf 7,4 W (Faktor 0,48); die Einschaltverzögerung ging wegen des Treiber-Puffers auf die übliche halbe Sekunde hoch und beim Ausschalten blendete sich das Licht innerhalb von rund zwei Sekunden komplett aus. Nach zwei Stunden „Einschwingen“ vor den Leistungsmessungen gab’s in der offenen, hängenden Testfassung maximal 63 Grad am oberen, heißesten Teil des Gehäuses und nur handwarme 30° unten am breiten Kranz.

Vielleicht ist ja angesichts dieser Daten die sehr hohe Nennlebensdauer von 50.000 Leuchtstunden gar nicht zu optimistisch. Schade, dass die versprochenen 30.000 Schaltzyklen da nicht ganz mithalten können – sie sind wohl eher konservativ geschätzt.

Mein Testurteil:

Transmedia-GU5.3-top-aus
Transmedia-MaxTrackDer nicht dimmbare, gut 5 Watt starke „Transmedia“/“Power LED“/“MaxTrack“-GU5.3-LED-Strahler mit der Modellbezeichnung „LP 5-12 WQ“ beeindruckt durch radikalen Leichtbau, außergewöhnliches Transparenz-Design (hätte ich gerne auch dafür als 18-Zoll-Motorsportfelge mit 5x100er-Lochkreis!), moderate Hitzeentwicklung und exzellente Lichtqualität. Weitgehende Flimmer- und Geräuschfreiheit stehen ebenfalls auf der Haben-Seite. Bis dahin wäre auch ein Preis von rund 21 Euro noch einigermaßen gerechtfertigt.

Wenn aber die Helligkeit im 90-Grad-Kegelwinkel nur etwas mehr als die Hälfte des versprochenen Lichtstromwertes von 250 Lumen erreicht, deshalb laut EU-Vorgaben nur einen von mir aus 141 lm und 5,6 W berechneten Energieeffizienzindex von 0,32 erreicht und noch nicht mal einen 20-Watt-Niedervolt-Halogenspot ersetzen kann, dann wird die Sache fragwürdig. Es genügt eben nicht, aus den strengen Vorgaben meiner LED-Bewertungsskala nur ein paar perfekt zu erfüllen. Für die volle Punktzahl müssen’s schon alle sein. Deshalb gibt’s hier auch keine vier, sondern wohlwollende
drei Sterne.

Mehr zum Thema:

Im Test: Soraa-LED-Spots – extrem farbtreu, aber nicht perfekt

Fünf GU5.3-LED-Spots im Test: Der teuerste Strahler ist nicht der beste

Doppeltest: Farbtreue „Eye Care“- und „Sunwhite“-LED-Lampen von Civilight

Doppeltest: Neue LEDON-Spots – weiße LED-Strahler mit „Premium“-Licht

Blitztest: Zwei farbtreue „MeLiTec“-LED-Lampen von Aldi Nord

Diesen Beitrag drucken

Beitrag teilen:
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmailFacebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Folge mir bei
twittergoogle_plusyoutubetwittergoogle_plusyoutube

7 Gedanken zu „Im Test: Farbtreue 12-Volt-LED-Spots von Civilight, Heitronic und MaxTrack

  1. Gerade zum letzten Testkandidaten muss ich sagen, dass es nicht unbedingt verkehrt ist, eine LED so zu bauen, dass auch seitlich am Gehäuse Licht austritt.
    Denn bei allen anderen LED fehlt leider der von Halogenlampen gewohnte Lichtschimmer, der seitlich durch den Reflektor scheint und schöne Farbspiele an die Wand zaubert!

    • Stimmt nicht ganz, wenn man sich das Leuchtbild des Heitronic-Strahlers genauer anschaut. Da offenbart sich, dass sein Keramikgehäuse ebenfalls eine ordentliche Portion Licht zur Seite und nach oben durchlässt:
      Heitronic-GU5.3-Detail

  2. Ich kann mich dem Dank von Reinhard nur anschließen – ich habe echt *lange* gesucht, um abseits der China-Kotzgrünleuchten einerseits und des recht schmalen Osram/Philips-Angebotes andererseits die richtigen Spots zu finden. Hätte es diesen Artikel vor einem Jahr schon gegeben, hätte ich mir viele Rücksendungen sparen können.

    Übrigens: Aldi Nord scheint ab dem 29. Januar einen 7W GU10-Strahler mit Reflektoroptik und CRI90 in warmweiß anzubieten. Ich würde, nicht zuletzt weil Melitec hier im Blog häufiger hochgelobt wird, zwei Stück zum Anschauen holen. @Wolfgang Messer, dessen Fußweg zur nächsten Aldi Nord – Filiale sicher etwas beschwerlich wird: haben Sie an einer davon Interesse? Ohne Geld oder andere Verpflichtungen, versteht sich, auch wenn ein Testbericht beizeiten sicher für viele Spotties spannend wäre.

    • Schau mal, was ich vor fünf Tagen schon hier im Blog geschrieben habe. 😉

      Danke für das nette Angebot, aber MeLiTec will mir einen Tag zuvor zwei Modelle aus dem großen Angebot (gratis) schicken, mein Partnerlabor im hohen Norden kauft am Donnerstag die gleichen zum parallelen Messen – und dann wollen wir mal sehen …

      • Ah, den Beitrag hatte ich übersehen, danke. Sollte trotz der Teststellung noch Bedarf am Reflektormodell bestehen, würde ich eins meiner Exemplare aber gerne abgeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.