Fünf GU5.3-LED-Spots im Test: Der teuerste Strahler ist nicht der beste

Zwischen knapp 13 und fast 30 Euro kosten die „warm-weißen“ Niedervolt-LED-Spots bei meinem Kooperationspartner „Grünspar“, die mir als Test-Quintett zur Verfügung gestellt wurden. Mit Abstrahlwinkeln zwischen 35 und 40 Grad und 300 bis 480 Lumen Lichtstrom sollen sie 35- bis 50-Watt-Halogenspots ersetzen.
GU5.3-Testlampen
Die fünf Test-Spots (im Uhrzeigersinn von links oben): Osram Parathom Pro MR16 mit nominell 7 Watt, Samsung MR16 (7,7 W), LG MR16 (6 W), Philips GU5.3 (6,5 W) und Toshiba „E-Core“ (6,7 W). (Fotos: W. Messer)

Sie leuchten mit vorgeschaltetem Trafo in Seilzugsystemen oder Strahlerbalken an der Decke, versenkt in Einbaufassungen, in Schreibtisch-/Leseleuchten, Dunstabzugshauben oder Wandstrahlern zur Akzentbeleuchtung: Spot-Lampen mit Richtwirkung und 12 Volt Nennspannung. Am meisten verwendet werden hier immer noch Halogen-Modelle mit bis zu 50 Watt Leistungsaufnahme, die selten länger als 2000 Betriebsstunden durchhalten.

Mindestens die zehnfache Lebensdauer und rund 80 Prozent Stromersparnis versprechen die Hersteller von LED-Niedervolt-„Retrofit“-Spots mit ähnlicher Helligkeit. Fünf Lampen von ebenso vielen Anbietern habe ich mit zwei speziellen LED-Trafos/Treibern sowie in einem handelsüblichen Zweier-Spotbalken für Niedervolt-Halogenlampen getestet. Alle Testlampen vertragen sowohl Gleich- als auch Wechselspannung mit 12 Volt. Die Online-Einstandspreise für die Umstellung von „Stromfressern“ auf „Spar-Spots“ beginnen hier bei 12,80 Euro und enden bei knapp 30 Euro.

LED-Trafos
Die im Test verwendeten elektronischen Konstantspannungstreiber: Oben ein Modell für dimmbare LED-Lampen, unten ein günstigeres für nicht dimmbare. Dieses verursachte bei allen Test-Spots längere Ein- und Ausschaltverzögerungen.

Toshiba „E-Core“: Günstig und heiß

Toshiba-GU5.3-ausVon rund 20 auf knapp 13 Euro reduziert hat „Grünspar“ jüngst die preiswerteste Lampe im Test. Die nicht dimmbare, mattweiße Toshiba mit hellgrauem Sockel und dem Modellcode „LDRA0727WU5EUDC“ soll mit 6,7 Watt 300 Lumen Lichtstrom und 650 Candela Lichtstärke mit einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin und einem Farbwiedergabeindex von CRI 80 produzieren (Halogenlampen haben CRI 100).

Der Halbwertswinkel wird mit 35 Grad angegeben; das entspricht etwa dem eines Halogenspots. Die Effizienz von knapp 45 lm/W steht leider ebenso wie der Lichtstrom nicht auf der Verpackung (unten links ein Ausschnitt).

Toshiba-GU5.3-PackungIm Innern werkeln drei SMD-LEDs mit Linsen und Riffel-Streuscheibe (Bild oben), die allerdings subjektiv deutlich „kühler“ wirken als die – ohnehin nur begrenzt aussagekräftige – offizielle Kelvin-Angabe. Ich hätte sie eher auf 3000 K geschätzt – mit einer leichten Drift in Richtung „Blau“, die sich auch bei angestrahlten roten Gegenständen bemerkbar macht.

Ein Haushalts-Energiemessgerät zeigt inklusive des LED-Trafos (ca. 1 Watt) rund 8 Watt Stromverbrauch an, die Werksangabe ist also korrekt. Die Ein- und Ausschaltverzögerung ist prinzipiell von der Bauart des verwendeten Treibers abhängig und kann zwischen etwa 0,1 und 0,5 Sekunden betragen (das gilt übrigens für alle Lampen in diesem Test).

Nach mehreren Stunden Leuchtdauer entpuppt sich die Toshiba als heißester Spot im Vergleichsfeld: Im Bereich der Abdeckscheibe werden selbst bei völlig offener Fassung ca. 73 Grad erreicht, obwohl sie die nominell dunkelste Lampe des Quintetts ist. In einem engen Strahlergehäuse dürfte dieser Wert noch übertroffen werden. Das liegt vermutlich auch daran, dass sie als einzige Testlampe zwar kleine Kühlrippen, aber keine durchgehende „Kamineffekt“-Wärmeabführung im Gehäuse hat.

Toshiba-GU5.3-LeuchtbildIhr Leuchtbild (rechts) ist ziemlich homogen. Das Licht wird schon direkt nach dem Lampenkopf recht breit gestreut und weist auch im weiteren Verlauf keine großen Helligkeitsspitzen auf. Der Lichtkegel ist nicht sonderlich scharf abgegrenzt. Damit ähnelt sie sehr den Halogenlampen, die sie ersetzen soll.

Sowohl die offiziellen Werte für Lichstrom und Lichstärke als auch der subjektive Eindruck qualifizieren die Toshiba als Äquivalent für Halo-Spots bis zu 35 Watt. Mit den Maßen gibt’s ohnehin keine Probleme: Sie passt mit 50 mm Maximal-Durchmesser und nur 45 mm Höhe in alle üblichen Leuchten. Nicht umsonst bekam sie vor gut einem Jahr bei einem Vergleich der „Stiftung Warentest“ die Gesamtnote „gut“ (2,3).

Zwei kleine Fragezeichen gibt’s allerdings bei der projektierten Lebensdauer: Während die Verpackung nur 20.000 Leuchtstunden verspricht, wollen die Websites von „Grünspar“ und Toshiba was von 25.000 Stunden wissen. Eine Angabe über die Schaltfestigkeit gibt’s leider weder dort noch auf der Packung.

Mein Fazit: Wer keinen Wert auf Dimmbarkeit, eine exakte Nachbildung der Halogen-Lichtfarbe und auf höchste Farbtreue legt, bekommt mit der 6,7-Watt-Toshiba „made in China“ für knapp 13 Euro zwar keinen herausragenden, aber einen soliden, geräuschlosen LED-Niedervolt-Spot, mit dem Sie rund 80 Prozent Strom sparen können. Dafür gibt’s von meiner Bewertungsskala für LED-Angebote
drei Sterne.

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LG: „Warme“ Grüße aus Korea

LG-GU5.3-aus„LED M1606BC0AD0 MR 16 6W“ lautet der kryptische Modellcode für den mit 15,90 Euro zweitgünstigsten Test-Spot der koreanischen Marke LG. Auch er soll traditionelle 35-Watt-Halogenstrahler ersetzen, bietet dafür aber immerhin 870 Candela (steht nur auf der LG-Website) und 350 Lumen aus nominell 6 Watt (Effizienz: ca. 58 lm/W, auf der Packung sind’s nur 55). Die offiziellen Werte für die Farbtemperatur von 2700 K, 35 Grad Abstrahlwinkel und Farbtreue CRI 83 sind identisch oder ähnlich wie die der Konkurrenz.

In der Praxis bietet die nicht dimmbare LG MR16 aber ein paar Überraschungen. Im silbergrauen „Kamineffekt“-Gehäuse mit schwarzem Sockel stecken vier LED-Chips unter einer Kunststofflinsen-/Streuscheibe-Optik, die eine erstaunlich gute Halogen-Imitation hinkriegen. Subjektiv ist dieser Spot der „wärmste“ im Test; die 2700 K sind absolut glaubhaft (unten links der Packungsausschnitt mit den englischsprachigen Daten; dort fehlt leider die Lichtstärke).

LG-GU5.3-PackungAngestrahlte Gegenstände oder Hautpartien bekommen von der LG zwar eine leichte Gelb/Rot-Einfärbung, wirken aber sehr naturgetreu. Auch „gesättigtes Rot“ (Einzelfarbe R9) wird anständig wiedergegeben.

Im Dauerbetrieb fällt sie weder durch Geräusch- noch durch übertriebene Hitzeentwicklung auf: Maximal 60 Grad habe ich in einer offenen Fassung am Lampenkopf gemessen – der kühlste Wert aller Test-Spots.

Die offiziell 6 Watt Leistungsaufnahme sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Laut meinem nicht sehr genauen Messgerät sind es wohl eher 7 Watt. Das dürfte jedoch angesichts der Mini-Größenordnungen und der gebotenen Lichtqualität vernachlässigbar sein.

LG-GU5.3-LeuchtbildDas Leuchtbild des LG-Spots (rechts) ist nicht völlig gleichmäßig; an der einen oder anderen Stelle gibt’s eine kleine Helligkeits-Delle im Kegel. Insgesamt scheint die Lichtkeule trotz identischem Halbwertswinkel-Nennwert von 35 Grad etwas schärfer abgegrenzt zu sein als die der Toshiba-Lampe. Das sollte aber für die meisten Einsatzzwecke noch passen, zumal die Gesamthelligkeit mehr als ausreichend ist.

LG gewährt über die gesetzliche Gewährleistung hinaus drei Jahre Garantie und verspricht mindestens 40.000 Leuchtstunden – die höchste Lebensdauerangabe im Test. Leider findet sich nirgendwo eine Angabe zur Schaltfestigkeit – weder auf den Websites von „Grünspar“ oder LG, noch auf der Packung.

Mein Fazit: Für knapp 16 Euro bietet der LG-Spot erstaunlich viel Lichtqualität und kann auch an Farbtreue-sensiblen Orten eingesetzt werden – etwa vor dem Badezimmerspiegel, wo manch anderer LED-Strahler durch „frauenfeindliches“ Licht enttäuscht. Das verdient die Maximalwertung für nicht dimmbare Lampen von
vier Sternen.

Philips: Mittendrin statt nur dabei

Philips-GU5.3-ausMit 19,89 nur knapp unter der 20-Euro-Schallgrenze bleibt der nicht dimmbare, 6,5 Watt starke Philips-GU5.3-Spot, der laut Packungsaufschrift sogar 50-Watt-Halogenlampen ersetzen soll. Dass der Lichtstromwert von 380 Lumen diese Behauptung noch nicht untermauern würde, wird er zwar auf der Philips-Website genannt, aber auf der Verpackung dezent verschwiegen.

Stattdessen steht ganz groß die sehr beachtliche Lichtstärke drauf (siehe Packungsausschnitt unten): Bis maximal 1200 Candela über einen Halbwertswinkel von 36 Grad – das entspricht tatsächlich etwa einem 50-W-Halo, ebenso wie die nominelle Farbtemperatur von 2700 K.

Philips-GU5.3-aus

Im Gegensatz zu einigen anderen, älteren Philips-Spots braucht dieser trotz der hohen Leistung weder ein größeres Gehäuse noch einen aktiven Lüfter. Die Wärme der vier LED-Chips und der Elektronik wird allein durch natürliche Konvektion über sechs Gehäusedurchbrüche abgeführt. Das gelingt offenbar sehr gut: Im Dauerbetrieb in der offenen Testfassung habe ich maximal 65 Grad am Lampenkopf gemessen.

Auch sonst gab’s keine Auffälligkeiten beim Spot „made in China“ – weder merkliche Ein- und Ausschaltverzögerungen noch Brumm- oder Surrgeräusche. Die Nenn-Wattzahl 6,5 entspricht etwa der von mir gemessenen Leistungsaufnahme. Erstaunlich finde ich aber, dass auf der Packung neben dem Lichtstromwert auch der Farbwiedergabeindex fehlt. „>CRI 80“ muss schließlich nicht schamhaft unter der Decke gehalten werden.

Tatsächlich sorgt das Philips-Licht für eine recht ordentliche Erscheinung von angestrahlten Gegenständen und menschlicher Haut. Auffallend ist nur eine leichte Gelbverschiebung, die gesättigtes Rot nicht sonderlich saturiert wiedergibt. Der Lichteindruck entspricht farblich einigermaßen dem der Halogen-Ahnen, auch wenn er etwas kühler wirkt als beim LG-Spot. Subjektiv sieht das nach 2800 Kelvin aus.

Philips-GU5.3-LeuchtbildDeutliche Unterschiede gibt’s jedoch beim Leuchtbild (rechts). Hier scheint der Philips-Spot aus zwei Strahlern zu bestehen: Eine Lichtkeule beginnt direkt am Lampenkopf und dehnt sich relativ breit aus, dann gibt’s eine Zone mit geringerer Helligkeit und anschließend jede Menge eng gebündeltes und weitreichendes Licht mit wenig Streuanteil. Spontan hat mich das an einen stark fokussierten Auto-Fernscheinwerfer erinnert.

1200 Candela Lichtstärke sind halt schon eine enorm hohe Hausnummer, die selbst in fünf Meter Entfernung noch die Lektüre eines Buchs ermöglicht. Diese Charakteristik passt sicher nicht zu jeder Beleuchtungsaufgabe, kann aber spezielle Anforderungen erfüllen, bei der viele Konkurrenz-Spots schlecht aussehen würden.

Philips gibt die voraussichtliche Mindest-Lebensdauer schön brav auf der Packung an: 20.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen; eine erweiterte Garantie wird dort nicht erwähnt.

Mein Fazit: Dieser relativ teure LED-Spot ist vor allem wegen der großen Reichweite und des geringen Streulichtanteils kein unbedingter 1:1-Ersatz für Halogenstrahler. Als „Lichtstärke-Monster“ für bestimmte Anwendungen kann er jedoch bis zu 87% Strom sparen und kriegt deshalb von mir
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne.

Osram: Der farbtreueste Spot im Test

Osram-MR16pro-ausEigentlich müsste der Osram „Parathom Pro MR16 36° Advanced“ hier außer Konkurrenz mitleuchten. Als einzigen Spot des Vergleichs-Quintetts können Sie ihn nämlich dimmen. Das relativiert auch ein wenig den hohen Preis von 23,50 Euro, ist aber nicht sein einziger Vorteil.

Osram beeindruckt bei seinem dunkelgrauen „Professional“-Strahler mit Anthrazit-Sockel vor allem durch einen Farbwiedergabeindex von CRI 85, der Nennlebensdauer von 30.000 Leuchtstunden und einer Million Schaltzzyklen sowie mit fünf Jahren Werksgarantie.

Aufgebaut ist er – ähnlich wie der LG-Spot – mit vier LED-Chips unter Linsen und geriffelter Streuscheibe, umgeben von einem „Kamineffekt“-Gehäuse mit großzügigen Luftdurchlässen und Kühlrippen. Heißer als 65 Grad wurde er in der offenen Testfassung auch nach mehreren Stunden nicht.

Osram-MR16-Pro-PackungDie Leistungsangabe von 7 Watt dürfte leicht untertrieben sein – meine Messung ergab eher 8 Watt. Offiziell produziert der Spot daraus 315 Lumen Lichtstrom (Nenneffizienz 45 lm/W) und 850 Candela Lichtstrom bei einem Abstrahlwinkel von 36 Grad sowie einer Farbtemperatur von 2700 K (links ein Ausschnitt des Verpackungsaufdrucks).

Subjektiv liegt seine Lichtfarbe aber zwischen dem Philips und dem Toshiba – also bei „gefühlten“ 2900 K. Das mag Glüh- und Halogenlampen-Fans etwas zu „kühl“ vorkommen, sorgt aber für ordentliche Helligkeit und Farbneutralität. Hier wird Angestrahltes in keiner Richtung überbetont und auch Hautfarben sehen okay aus.

Osram-MR16Pro-LeuchtbildDas Leuchtbild des in China zusammengebauten Osram-Spots (rechts) vereint offenbar das Beste aus zwei Welten: Einerseits eine direkt am Lampenkopf beginnende und recht homogene Abstrahlung, andererseits eine große Reichweite trotz etwas Streulicht. Damit dürfte fast jede Beleuchtungsanforderung zu meistern sein, ohne dass der Wunsch nach mehr Helligkeit aufkommt.

Die von Osram beworbene Gleichsetzung mit einem 35-Watt-Niedervolt-Halogenspot (rund 600 Lumen) ist keinesfalls übertrieben, obwohl das die nominell nur 315 lm des LED-Strahlers nicht unbedingt vermuten lassen. Entscheidend ist hier aber die stärkere Fokussierung und die damit verbundene hohe Lichtstärke.

Nix zu mosern also? Doch. Beim Anschluss an den dimmbaren Trafo meldet sich der Spot plötzlich mit einem leichten Surren, das bis etwa fünf Zentimeter Entfernung und bei jeder Dimmerstellung hörbar bleibt (außer bei „Aus“ natürlich). Die Helligkeitsregelung mit einem handelsüblichen Phasenabschnittdimmer funktioniert nicht optimal: Über einen großen Teil des Wegs bleibt der Spot auf Maximalhelligkeit und kann erst in der letzten Hälfte stufenlos und flackerfrei auf rund 20% herunter gedimmt werden.

Ein Dimmer mit Justierschraube (oder ein „intelligenter Dimmer“, wie’s auf dem Trafo steht) könnte diese Aufgabe sicher besser lösen – aber wer hat so was schon zuhause herum liegen?

Mein Fazit: Die kleinen Dimmerprobleme fallen bei diesem Test unter den Tisch, weil keiner seiner Konkurrenten hier dimmbar ist. Deshalb bekommt der leistungsstarke, mutmaßlich sehr langlebige, aber auch recht teure Osram-„Pro“-Spot die höchstmögliche Wertung für nicht dimmbare LED-Lampen:
Vier Sterne.

Samsung: Schweinehell und sauteuer

Samsung-GU5.3-aus

Eigentlich ist der schwarze Samsung „LED MR16 GU5.3“ mit seinen vier Chips unter Linsen und matter Kunststoffscheibe ein kleines Spot-Wunder: Er macht aus 7,7 Watt satte 480 Lumen Lichtstrom, braucht dafür aber keine Überlänge wie ähnlich starke Niedervolt-LED-Spots, sondern gibt sich mit dem „Normmaß“ von rund fünf Zentimeter Länge und Durchmesser zufrieden.

Damit passt er überall dort ‚rein, wo auch seine Konkurrenten in diesem Test Platz haben, leuchtet jedoch insgesamt deutlich heller und hat mit gut 62 Lumen/Watt auch die höchste Energieeffizienz. Den Philips-Wert von 1200 Candela Lichtstärke schlägt er mit rund 870 cd nur deshalb nicht, weil er einen breiteren Halbwertswinkel von etwa 40 Grad hat.

Aber würden Sie für so einen LED-Spot „made in China“ unfassbare 29,90 Euro auf den Tisch legen? Wo er noch nicht mal dimmbar ist? Das müssen schon sehr spezielle und anspruchsvolle Anwendungsbereiche sein, die diese horrende Ausgabe rechtfertigen.

Samsung-GU5.3-PackungDer Packungsaufdruck (Ausschnitt links) bietet leider auch keine weiteren kauffördernden Argumente: Der Lichtstärkewert und die Zahl der garantierten Schaltzyklen fehlen beispielsweise komplett – sogar auf der Samsung-Website.

Die Angaben zur Farbtemperatur (3000 Kelvin, sieht auch in der Realität ähnlich „kühl“ wie etwa die Toshiba aus), dem Farbwiedergabeindex CRI 80 und den 25.000 prognostizierten Leuchtstunden sind nichts Außergewöhnliches. Längere Garantiezeit? Fehlanzeige – zumindest auf der Packung.

In der Praxis stellt sich noch dazu heraus, dass der Samsung-Spot angestrahlte Farben leicht in Richtung „Grün“ verschiebt und erkennbare Schwächen bei der Wiedergabe von „gesättigtem Rot“ (R9) und „Hautfarbe Rosa“ (R13) zeigt. Da bekommen selbst kerngesunde Menschen eine leicht kränkliche Gesichtsfarbe. Das Auflegen von Make-Up oder Lackieren von Fingernägeln geraten für die Dame des Hauses zum Glücksspiel, dessen Ausgang sich erst bei anderem Licht offenbart.

Samsung-GU5.3-LeuchtbildUnd wie sieht’s mit dem Leuchtbild aus (siehe rechts)? Ähnlich wie beim Philips-Spot. Direkt über dem Lampenkopf gibt’s zuerst einen kurzen, etwas abgedunkelten und relativ breiten Lichtkegel, dann eine kleine Einbuchtung und anschließend eine weit reichende und sehr helle Keule mit rund 40 Grad Öffnungswinkel und wenig Streulicht.

Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie vielleicht auch den dezenten Grünstich an der „lichtgrauen“ Paneelwand. Der obere Bereich, in dem die Wand in eine Deckenschräge übergeht, wird taghell erleuchtet – die nominellen 480 Lumen sind sicher nicht übertrieben.

Das Samsung-Versprechen auf der Packung, dass Sie mit diesem LED-Spot einen 50-Watt-Niedervolt-Halogenstrahler ersetzen können, trifft zumindest bei der Helligkeit voll zu. Bei Lichtfarbe, Farbtreue und Abstrahlcharakteristik ist er aber von seinen stromfressenden Vorgängern weit entfernt.

Das gilt immerhin auch für die Hitzeentwicklung: Im Dauerbetrieb in der offenen Testfassung werden maximal 70 Grad an der oberen Spitze des Spots erreicht. Das ist angesichts der Lichtleistung und der maximalen Stromstärke von ca. einem Ampère noch moderat. Vergleichbare Halogenstrahler werden hier rund drei Mal so heiß. Die offizielle Angabe von 7,7 Watt Leistungsaufnahme deckt sich mit meiner groben Messung von 8 Watt.

Mein Fazit: Der Samsung-GU5.3-LED-Spot ist enorm hell und spart mit seiner hohen Effizienz gegenüber einem Halogen-Äquivalent fast 90% Strom. Angesichts fast aller anderen Merkmale, dem Verdacht der „Lumenschinderei“ durch höheren Grünanteil und der lückenhaften Deklaration kostet er aber deutlich zu viel. Dafür gibt es mit viel Wohlwollen leider nur
drei Sterne.

GU5.3-Testpackungen
Das Spot-Testquintett in seinen Originalverpackungen.

Mein Gesamturteil:

Osram und – etwas überraschend – auch LG sind mit ihren starken MR16-Spots die verdienten Sieger dieses Vergleichstests. Auf Platz 3 folgt Candela-König Philips. Diese drei kann ich auch für Farbwiedergabe-sensible Bereiche wie Bad, Garderobe und Küche empfehlen. Rang vier geht an die Toshiba-Lampe, die sich wegen des sehr guten Preis-/Leistungsverhältnisses leicht vom extrem teuren Schlusslicht Samsung absetzen kann. Helligkeit allein ist halt nicht alles.

(Disclaimer: Die LED-Spots wurden mir vom „Grünspar“-Shop gratis zur Verfügung gestellt, weitere finanzielle Zuwendungen gab es nicht)

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19 Gedanken zu „Fünf GU5.3-LED-Spots im Test: Der teuerste Strahler ist nicht der beste

  1. Wieder mal ein sehr interessanter Test, danke Wolfgang.
    Was man aber dem Vergleich Philips-Osram fairerweise anfügen sollte: Es handelt sich beim Philips um ein Consumer-Leuchtmittel und beim Osram eindeutig um eines der Professional-Serie. Die Philips Master LED GU5.3 bieten schon auch Betriebsstunden um die 40.000, Abstrahlwinkel bis 60° und erweiterte Garantien.

    Eine allgemeine Frage hätte ich noch zur Trafosituation bei GU5.3 LEDs: Auf diversen Hersteller-Homepages wird angegeben, dass durch unpassende Trafos sowohl der Trafo als auch das Leuchtmittel beschädigt werden kann. Ist die Situation hier wirklich heikler als bei Dimmern? (hier kann es zwar Flackern od. Surren, aber kaputtgehen tut dadurch ja nichts).
    Ich habe selber nur zwei GU5.3 in einer Abstellkammer (da lohnt Umrüstung natürlich eher nicht). Für den Laien wäre es natürlich etwas ungünstig, wenn er mal eine Umrüstung probiert und dann noch einen defekten Trafo hat. Was raten hier Fachleute?

  2. @Jürgen: Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen „Consumer“ und „Professional“? Sind erstere für Haushalte und letztere für kommerzielle Anwendungen gedacht? Oder sind es einfach nur zwei unterschiedliche Qualitäts- und damit Preisklassen?

    @Wolfgang: Wie kann bei nur 3000 K schon ein Blaustich auftreten (Toshiba)? Oder bezieht sich das auf Fotos, die im „Tungsten“-Modus aufgenommen werden? Von der Farbqualität her habe ich bei Toshiba bisher keine nennenwerten Probleme gesehen; allerdings besitze ich keinen dieser Spots.

    • Die nominelle Farbtemperatur sagt noch nicht viel über den Farbort auf der Planckschen Schwarzkörperkurve aus. Eine 3000-K-Lampe kann sowohl leicht Richtung Grün als auch nach Blau oder sonst wohin driften. Meine Beobachtung stützt sich nicht auf das Foto, sondern auf den realen Eindruck. Übrigens habe ich nichts von „Blaustich“ geschrieben, sondern nur von einer „leichten Drift“.

      • 1. Sorry, ich meinte oben natürlich Johannes, nicht Jürgen.

        2. Die Farbtemperatur gibt durchaus die Rot-Blau-Balance an. Die Abweichung von der Planckkurve geht nur in Richtung Grün (delta uv positiv) oder Magenta (delta uv negativ, entspricht einem Mangel an Grün), aber niemals in Richtung Blau, da letzteres schlicht einer höheren Farbtemperatur entspricht. Achtung: Hier nicht den x,y-Farbraum verwenden, sondern u,v 1960 (in dem ist die korrelierte Farbtemperatur definiert), oder besser noch L*a*b*, CIECAM oder so.

        Daher ist selbst die korrelierte Farbtemperatur (also Farborte, die nicht exakt auf der Planckkurve liegen) ein sehr genaues Maß für den Blau- bzw. Rotanteil (im Sinne der S-/L-Zapfen-Signale, nicht der Farbwiedergabe).

        Wenn also eine LED blaustichig ist, dann ist ihre Farbtemperatur höher als die des Weißpunktes. Im Falle des Auges bedeutet dies eine Farbtemperatur mindestens 4000 K (wurde evtl. ein Montagsexemplar, oder irrtümlich eine 4000-K-Variante, ggf. mit Produktstreuung nach oben geliefert?). Bei Fotos kann der Weißpunkt natürlich auch auf unter 3000 K eingestellt sein.

        • Ach weißte, die Theorie ist eine Sache, die subjektive, individuelle Wahrnehmung wieder ’ne andere. Deshalb schreibe ich ja das ja auch sinngemäß so bzw. als „Schätzung“ in meine Tests.

          Andere Tester können durchaus auch zu anderen Ergebnissen kommen.

          P. S.: Die Fotos wurden wie üblich nicht mit Tungsten-, sondern mit Tageslicht-Weißabgleich gemacht.

    • @ Ingo:
      Zu den Unterschieden zwischen Consumer und Professional LED Serien:
      Die Leistungsdaten, Betriebsstunden, Garantien zwischen beiden Varianten unterscheiden sich zum Teil enorm, natürlich auch der Preis. Sicher richten sich die Professional-Lampen eher an gewerbliche Kunden, es steht dem Privatkunden aber natürlich offen, auch diese zu kaufen. So scheint zB. im Grünspar-Shop auch ein PhilipsMasterLED GU5.3 Spot auf mit eingeb. Lüfter und 45.000 Betriebsstunden in der Angabe. Bei uns am Arbeitsplatz laufen solche in einem Lift in Dauerbetrieb.
      Wobei bei Philips eingeb. Lüfter nur bei GU5.3 Varianten eingesetzt werden, für den Privatkunden werden komplett laufruhige GU10 wohl die bessere Wahl sein.

      • Zur Klarstellung: Auch einige GU5.3-Typen von Philips sind Lüfter- und geräuschlos (einer ist ja in diesem Test), deshalb muss es (zumindest aus diesem Grund) nicht unbedingt Philips-GU10 sein.

        • @ Wolfgang:
          Danke für die Info, war etwas missverständlich ausgedrückt meinerseits. Aber ganz allgemein (und zB. von LEDON auch so empfohlen), ist bei einer Neuinstallation allgemein, auf den trafolosen und somit unkomplizierteren GU10 Standard zu setzen.

  3. Was raten hier Fachleute

    Will mich hier nicht als Fachmann ausgeben und kann auch nur von GU4 berichten, was aber keinen Unterschied machen dürfte.
    Ich würde zuerst die Datenblätter bzw. Bedienungsanleitung lesen. Die Sache ist zumindest bei den GU4 uneinheitlich.
    Es gibt bzw. gab einfach aufgebaute, die lediglich einen Gleichrichter, und 3er Gruppen von LEDs mit Vorwiderstand haben, ähnlich wie die Stripes. Vielleicht noch einen Elko. Die gehen nur mit 12V und wenn die Spannung höher geht, dann leiden sie.
    Dann gibt es aber solche, die eine kleines Schaltnetzteil – sinnvollerweise einen Konstantstromregler, damit man ohne Vorwiderstand auskommt – eingebaut haben. Die haben einen größeren Spannungsbereich. Manche bis 18V, andere bis 30V, wobei man auch da nachfragen müßte, ob damit V_eff oder V_p gemeint ist.
    Wenn das Datenblatt oder die BA nichts hergeben, würde ich die Teile erst gar nicht kaufen – zumindest wenn sie sich im o.g. Preisrahmen bewegen.
    Wenn doch (oder bei Direktimporten) hilft ein kleiner Test zumindest ein Stückchen weiter:
    Man schließe des Leuchtmittel an ein Netzteil mit variabler Spannung (z.B. „Labornetzteil“) an und messe gleichzeitig Spannungund Strom. Man starte im ersten Anlauf bei 10V erhöhe in 1V Schritte und ende bei 14V. Wenn man das zügig durchführt, passiert noch nicht viel. Zu jeder Einstellung die Spannung (U/V) und den Strom (I/A) ablesen und (später) zur Leistung (P/W) multipilizieren. Die Werte P über U abtragen. Wenn die Leistung ab etwa 11V unabhängig von der Spannung ist, hat man gute Chancen ein Leuchtmittel mit integriertem Netzteil vor sich zu haben. Dann das Expriment im Bereich 14 bis 18V wiederholen. Wenn dann die Leistung immer noch konstant ist, ist man wahrscheinlich über den Berg. Zur Sicherheit nochmals die Leerlaufspannung (U_eff) des Trafos messen. Wenn die über 18V liegt, muß man das Experiment bis zu dieser Spannung +10% (Netzsspannungsschwankung) weiter fortsetzten.
    Die wirkliche Maximalspannung kann man damit allerdings nicht sicher feststellen. Allenfalls gibt ein plötzlicher deutlicher Anstieg der Leistungsaufnahme einen Hinweis, daß man am dem Ende der Fahnenstange angelangt ist.
    Steigt die Leistungsaufnahme aber von vorneherein und überproportional mit der Spannung an, dann hat man es mit der einfachen Variante zu tun und sollte unbedingt ein stabilisiertes Netzteil verwenden – ähnlich wie man das bei Stripes auch tun sollte. Diese bestehen in der Regel aus LED-Dreiergruppen. Jede LED braucht ca. 3V +/- Toleranz, so daß jede Dreiergruppe auf 9V+/- Toleranz kommt. Würde man die LED Dreiergruppen direkt an einer Spannungsquelle betreiben, dann müßte die genau auf diese Dreiergruppe abgestimmt sein. Kleine Spannungstoleranzen der Quelle oder der LEDs führen bei einer solchen Schaltung in gefährlich starke Stromschwankungen. Deshalb baut man eine Vorwiderstand als „Puffer“ ein, der die Auswirkungen der Spannungsschwankungen abmildert. Das kostet aber 3V und die zugehörige Verlustleistung. Will man diese vermeiden, dann muß man die LEDs mit einem Schaltnetzteil in der Spezialform Konstantstromquelle versorgen.
    Die etwas besseren G4-Leuchtmittel haben so etwas eingebaut. Deshalb funktioniert obiges Experiment. Das Schaltnetzteil füttert die LEDs immer mit einer konstanten Leistung. Wenn es mit einer höheren Eingangsspannung versorgt wird, nimmt es dafür weniger Strom auf.

  4. Hallo Wolfgang,

    habe mich im Rahmen einer Austauschaktion nahezu sämtliche Leuchtmittel der Wohnung von Glühlampe, Kompaktspar etc. auf LED auszutauschen. Soweit so gut.

    Probleme gab es für mich mit der Küchenbeleuchtung unter den Wandschränken. Hier werkelten bisher 5 einzelne 12V-Halogen-Spots à 10W bzw. ca. 130lm. Jetzt habe ich gegen 1,5W mit nur rd. 105lm leuchtende LED-G4-Leuchtmittel (laut Packung für 12V-Betrieb ausgelegt) austauschen wollen.
    Sind alle 5 Spots mit LEDs bestückt, dann flackern alle auf gefühlten 5lm herum, tausche ich allerdings einen einzigen (egal welchen) gegen einen der bisherigen Halogen-Spots aus, dann leuchten die verbleibenden 4 LEDs mit ihrer vollen Leuchtkraft. Ich bin leider in keinerlei Hinsicht ein Fachmann, Du offensichtlich schon.

    Irgendwelche Ideen zu dem Problem? Lässt sich das irgendwie lösen?

    Danke für Deine Antwort!!

    Grüße,

    Christian

    PS: natürlich handelt es sich um simple IKEA-Spots, keine Ahnung ob in Reihe oder sonst wie „geschaltet“, keine Dimmbarkeit o.ä.

    PPS: Super Test-Bericht(e)

    • Typisches Mindestlast-Problem mit elektronischen Trafos – siehe hier. Statt 50 Watt hängen bei dieser mageren LED-Bestückung ja nur noch 7,5 Watt dran. Zwei Lösungsmöglichkeiten: LED-geeigneten Trafo ohne Mindestlast einbauen oder weitaus stärkere LED-Spots verwenden. Da offensichtlich 16 Watt Last funktionieren (10 W Halogen + 4 x 1,5 W LED), könnten auch 5 x 4 Watt LED-Lampen gehen – am besten AC/DC-geeignete Spots nehmen.

  5. Hallo Wolfgang,

    gibt es aktuellere Tests für GU5.3 LED Spots? Der hier aufgeführte Test ist mittlerweile über ein Jahr alt, sicherlich hat sich bei der Technik bis jetzt, einiges getan.
    Grund für meine Frage, ich möchte in mein neues Bad LED Lampen einbauen, diese sollen natürlich ausreichend Hell sein, jetzt stehe ich vor der Frage, welche und vor allem wie viele soll ich nehmen.

    Zu Testzwecken habe ich mir im Baumarkt das Philips 5 Watt Modell gekauft und in meine Küchenlampe eingebaut. Es erscheint mir ein wenig heller als die 3 Jahre alten Spots aus dem Lidl aber ehrlich gesagt gefällt mir ihr kälteres Licht viel besser. Aber überzeugt hat mich die Helligkeit nicht, für eine ausreichende Helligkeit bräuchte ich schätzungsweise 20 Stück von denen.

    Im Netz findet man durchaus 10 Watt Modelle oder ähnliche, hast du die mal getestet?

      • Google hatte ich schon mit der Suche bemüht und hatte auch die Seiten gefunden, aber wie gesagt, es ist nicht ganz Aktuell.
        Die Von „LEDs CHANGE THE WORLD“ sind sehr interessant, aber leider nur in 2700K zu bekommen, dieses warme Licht ist für mein Empfinden zu künstlich, viel zu gelb/braun stichig.

        Bei den Philips 10 Watt Modelle kann man im Netz lesen, das sie ordentlich Krach verbreiten, durch den internen Lüfter. Die 7 Watt Modelle sind wohl davon nicht betroffen. Auch gibt es Modelle mit größeren Abstrahlwinkel, aber da sinkt die Lumenzahl merklich.

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