Im Test: Der erste LED-Spot von LEDON zum Schrauben

Im Februar war er schon im LEDON-Produktkatalog gelistet, jetzt können Sie ihn auch kaufen: Der erste R50-LED-Spot für E14-Schraubfassungen der Vorarlberger „Retrofit“-Spezialisten. Technisch und optisch ist er ein enger Verwandter der aktuellen 5-Watt-Strahler mit GU10-Bajonettsockel und schwarzem Lampenkopf.

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Der neue, nicht dimmbare E14-LED-Spot von LEDON kann mit seinen 5 Watt und 230 Lumen Lichtstrom nicht nur herkömmliche R50-Haushaltslampen, sondern auch PAR16-Halogenstrahler bis 35 Watt ersetzen. (Fotos: W. Messer)

Jede Menge Auswahl haben Sie bei LED-Lampen für die „kleine“ und weit verbreitete E14-Schraubfassung. Meistens sind es allerdings ziemlich rundstrahlende „Kerzen“ oder „Tropfen“ – nur selten verirrt sich mal ein kräftiger Spot mit Richtwirkung ins Sortiment. Dabei gibt es jede Menge Einsatzmöglichkeiten: In Schreib-, Lese- und Nachttischleuchten, Wand- und Deckenstrahlern oder überall dort, wo akzentuiertes Licht gebraucht wird.

Hier dominieren LED-Spots mit GU10- oder GU5.3-Sockeln, von denen auch LEDON eine große Auswahl anbietet. Erst vor Kurzem erhielten sie ein „Make-up“ mit dem patentierten Wellendesign und schwarz abgesetzten Lampenköpfen. Technisch gab’s nur kleine Verbesserungen, weil schon die Vorgänger-Spots sehr gut funktionierten.

LEDON-R50-DatenDer Weg von der nicht dimmbaren Version des 5-Watt-GU10-Spots (pdf-Datenblatt) zu einem Schraubsockel-„Spin-off“ kann nicht sehr lang gewesen sein: Der untere Gehäuseteil mit der darin untergebrachten Vorschaltelektronik musste natürlich neu entworfen werden. Das Gesamtgewicht kletterte deshalb von 73 auf 90 Gramm, die Länge von 56 auf 83 mm. Der obere Teil mit den drei Einzel-SMD-LED-Chips blieb aber offenbar unangetastet.

Der Preis und die nominellen Leistungswerte (pdf-Datenblatt) sind jedenfalls identisch: Für 16,99 Euro bekommen Sie 230 Lumen Lichtstrom und 650 Candela Lichtstärke mit einer „warm-weißen“ Farbtemperatur von 2700 Kelvin bei 35 Grad Abstrahlwinkel. Der Farbwiedergabeindex liegt offiziell bei Ra 80.

Nennwerte werden teils übertroffen

In der Realität kann es allerdings leichte Abweichungen durch die Serienstreuung geben. So wurden bei LEDON schon Exemplare mit über 260 Lumen und entsprechend höherer Lichtstärke gemessen. Bei der Lichtfarbe bemüht man sich in Dornbirn um eine erheblich geringere Toleranz als branchenüblich. Inzwischen sind es höchstens +/- 100 Kelvin statt bis zu 200 K.

LEDON-5W-R50-Packung und -Lampe
Das neue LEDON-Packungsdesign mit allen wichtigen Daten drauf und der ausgepackte R50/E14-Spot „made in China“.

Der offizielle Wert für die Farbtreue stellt nach meinem Eindruck eher die Untergrenze dar. Problematische Farben wie „gesättigtes Rot“ oder „Hautfarbe rosa“ gibt der R50-Spot sehr anständig und Halogen-ähnlich mit einer leichten Gelbverschiebung wieder. Sogar einen CRI/Ra-Wert von 85 würde ich noch für glaubwürdig halten.

LEDON-R50-Öko-LabelDie angegebenen 5 Watt Leistungsaufnahme decken sich mit meiner Messung; die Effizienz des Spots liegt also mindestens bei 46 Lumen/Watt. Das reicht beim ab September geltenden EU-Öko-Label für die Einstufung in die „A“-Klasse der Leuchtmittel mit Richtwirkung (rechts der Verpackungsaufdruck).

Eine merkliche Einschaltverzögerung gibt es ebenso wenig wie ein hörbares Betriebsgeräusch. Die großen Kühlrippen im Lampenkopf sind nicht nur griffgünstig zum Eindrehen gestaltet, sondern scheinen auch ihren eigentlichen Zweck gut zu erfüllen: Nach mehreren Stunden in der offenen Testfassung habe ich im Bereich der oberen Abdeckscheibe maximal 60 Grad gemessen; für diese Leistungsklasse ist das sehr moderat.

Das Leuchtbild offenbart einen weiteren Vorteil der neuen Lampe: Es sieht fast Halogenspot-typisch aus und nicht nach einem stark fokussierten LED-Strahler mit engem 35-Grad-Winkel:

LEDON-5W-R50-Leuchtbild

Der Lichtkegel beginnt relativ breit schon kurz nach dem Lampenkopf über einen Winkel von rund 120 Grad; der innere Bereich wird etwa ab einer Entfernung von 50 Zentimeter und einem Winkel von ca. 30 Grad sehr hell. Anschließend gibt es über mehrere Meter eine zwar stetig dunklere, aber ziemlich homogene Lichtverteilung. Im professionellen Bereich der PAR16-Scheinwerfer wäre der LEDON eher ein „Wide Flood“- als ein „Flood„-Spot.

Des Rätsels Lösung: Der nominelle Abstrahlwinkel ist nur der Bereich, in dem mindestens die Hälfte der maximalen Lichtstärke von 650 cd geliefert wird. Dieser „Halbwertswinkel“ entspricht schon mal etwa einem 35-Watt-Halogenstrahler. Daneben gibt es aber noch einen „Feldwinkel“, innerhalb dessen mindestens ein Zehntel (65 cd) abgestrahlt wird. Und der beträgt hier rund 60 Grad, ist also ein ganzes Stück breiter – das kommt vielen Einsatzzwecken zugute.

25 Jahre Ruhe in der Fassung

Nichts zu meckern gibt an der versprochenen Lebensdauer: 25.000 Leuchtstunden bis zur Abschwächung des Lichtstroms auf 70% der Anfangshelligkeit sowie 100.000 schadlose Schaltzyklen. Damit sollten die nächsten 25 Jahre zu überstehen sein. Wer sich gratis beim „LEDON-Club“ anmeldet und seine gekauften Lampen registriert, wird mit einer erweiterten Werksgarantie von drei Jahren belohnt. Sonst bleibt es bei den gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahren Gewährleistung.

Fastvoice-Eigenwerbung neu

Mein Fazit: Als bekannt (vielleicht auch berüchtigt) kritikfreudiger LED-Blogger hätte ich auch beim neuen R50-Spot von LEDON gerne ein bißchen herumgemäkelt. Aber worüber soll ich mich bei einer LED-Lampe aufregen, die sehr angenehmes, farbtreues, homogenes, langlebiges, flacker- und geräuschfreies Licht bietet? Die noch dazu bis zu 85% Strom gegenüber einem Halogenspot sparen kann? Vielleicht über den offiziellen Preis von immerhin knapp 17 Euro, der eher zu einem dimmbaren E14-Strahler passen würde?

Okay, das dauert vielleicht noch ein wenig – bis dahin gibt’s aber eine klare Kaufempfehlung und auf meiner LED-Bewertungsskala das Maximum für nicht dimmbare Lampen von
vier Sternen.

(Disclaimer: LEDON hat mir die Testlampe gratis zur Verfügung gestellt, was aber  erfahrungsgemäß keinen Einfluss auf meine Beurteilungen hat)

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