EU-Projekt EEPLIANT prüft 134 LED-Lampen und entlarvt viele als illegal

Katastrophale Halbzeitbilanz eines großen LED-Lampen-Checks der Europäischen Union: Über die Hälfte der 134 geprüften Modelle seien nicht EU-marktkonform – meist wegen falscher oder fehlender Angaben in den Begleitdokumenten und/oder auf den Verpackungen, häufig auch wegen teilweise extrem von den Herstellerangaben abweichender Messwerte. Die Prüfungen durch die  Projektgruppe „EEPLIANT“ sollen im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein – erste juristische Aktionen gegen betroffene Anbieter liefen jedoch schon.

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Von wegen „grüne“ LED-Lampen: Die EU-Organisation „PROSAFE“ veröffentlichte jetzt die ersten ernüchternden Ergebnisse der großen Prüfungsaktion von „EEPLIANT“, laut der zahlreiche in der EU angebotene Halbleiter-Leuchtmittelmodelle nicht marktfähig sind. (PR-Foto/-Logos)

Seit März dieses Jahres arbeiten Marktüberwachungsbehörden in zwölf EU-Mitgliedsstaaten – darunter die Hessische Eichdirektion in Darmstadt – im Rahmen des „EEPLIANT“-Projekts (Abkürzung für „Energy Efficiency Compliant Products“) an einer groß angelegten Überprüfung: Halten bei uns angebotene LED-Lampen die geltenden EU-Ökodesign-Verordnungen und –Richtlinien für Leuchtmittel ein? Zwar soll die Untersuchung erst im Frühjahr 2017 abgeschlossen werden; aber bereits die jetzt veröffentlichte Halbzeitbilanz fällt katastrophal aus (pdf-Download).

Die Auswahl der Modelle war allerdings nicht repräsentativ, sondern erfolgte laut eigenen Angaben „risikobasiert“ – mit dem Ziel, so viele nicht EU-konforme Lampen zu entlarven, wie es im Rahmen des Projekts möglich sei. Vermutlich werden deshalb kaum Philips- oder Osram/Ledvance-LED-Retrofits im Sample gelandet sein, obwohl auch bei so namhaften Herstellern nicht immer alles zum Besten steht.

Die Testkandidaten sind bisher noch anonym

Dennoch seien populäre Modelle mit „signifikanter Marktrelevanz“ in die Studie aufgenommen worden, wie sie typischerweise in Supermärkten, Elektronikgeschäften, Möbelhäusern oder Online-Shops erhältlich seien. Unter den 134 Kandidaten sind 67 mit E27-Schraubsockel, 25 mit GU10-Bajonett, 22 mit E14-Gewinde, zwölf mit G5.3- bzw. GU5.3- sowie neun mit G9-Stiftsockeln.

Informationen zu Herstellern, Anbietern oder Modellnummern veröffentlichte die „Non Profit“-EU-Organisation „PROSAFE“ („Product Safety Forum of Europe“) bisher nicht. Sie können aber selbst schon bei kurzer Suche auf Online-Shopping-Plattformen wie Amazon oder eBay zahlreiche in der EU angebotene LED-Lampen finden, die starken Anlass zu Zweifeln an ihrer Legalität geben (das Bild unten zeigt eine zufällige Auswahl von China-LED-Lampen, die illegal nach Europa importiert wurden/Foto: M. Stöcken/David Communication). Und wenn man solche dubiosen Leuchtmittel dann noch kauft und im Profi-Labor nachmessen lässt, wird’s erst recht lustig.

China-LED-Import-Lampen

So gesehen, ist das Zwischenergebnis von „EEPLIANT“ nicht überraschend: 76 Lampen fielen schon durch die erste Sichtprüfung – bei 53 Modellen gab’s Mängel bei den Verpackungsangaben, bei 49 in den technischen Dokumenten und bei 27 stimmte die CE-Konformitäts-Deklaration nicht. Das ist in der Summe natürlich mehr als 76, weil bei einigen Lampen mehrere Fehler zugleich auftraten.

Beim ersten Labor-Check fielen schon 60 Modelle durch

117 Retrofit-Modelle absolvierten bisher einen Labor-Kurz-Check mit jeweils drei bis fünf Exemplaren einer Serie, bei dem mal grob die offiziellen Leistungsdaten für Lichtstrom, Abstrahlwinkel, Farbtemperatur etc. auf Einhaltung geprüft wurden. 60 Modelle landeten dabei außerhalb der schon recht großzügigen EU-Messtoleranzen, 14 waren „Grenzfälle“, 43 lieferten zufriedenstellende Resultate.

eepliant-led-lampen-dauertest86 Modelle – 62 davon rund-, 24 richtstrahlend – leuchteten ab März 2016 zudem in zertifizierten belgischen und britischen Laboren bei einem zusätzlichen Langzeittest (PR-Foto rechts). Hier sollen das Durchhaltevermögen, die Leistungsaufnahme, der Kelvin-Wert und der Lichtstromerhalt nach 6000 Betriebsstunden gemessen werden.

Dort zeigten 52 Lampenmodelle jedoch schon am Anfang der Prozedur, dass ihre Performance viel zu stark von den Papierwerten abwich, um in der EU legal verkauft werden zu dürfen. In zahlreichen Fällen seien die nationalen Überwachungsbehörden deshalb bereits tätig geworden, um die illegalen Lampen vom Markt zu nehmen und den Anbietern Strafzahlungen aufzubrummen. Bis zum Ende des Langzeittests im Frühjahr 2017 könnten nach Ansicht von „EEPLIANT“ noch weitere Modelle folgen.

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Wer profitiert von so einem LED-Lampen-Check?

Und wem nützt so eine große EU-Untersuchung? Einerseits natürlich ahnungslosen Verbrauchern, denen jede Menge Schrott angedreht wird. Andererseits aber auch den großen, namhaften Playern auf dem europäischen Kunstlicht-Markt, die sich beispielsweise in der Lobby-Organisation „Lighting Europe“ zusammengeschlossen haben. Diese und andere multinationalen Verbände sitzen nicht umsonst im Beratungs-Beirat von „EEPLIANT“.

Schließlich hat die hiesige Industrie ein Interesse daran, die Kundschaft nicht an Billig-Konkurrenten aus aller Welt zu verlieren – zumal schon relativ wenige miese LED-Lampenmodelle den Ruf der Halbleiter-Lichttechnik auf dem umkämpften, renditeschwachen Markt für Allgemeinbeleuchtung insgesamt und umfassend ruinieren können.

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Doppeltest: Neue, helle MeLiTec-LED-Spots mit sehr hoher Farbtreue

Nur zwischen 3 und 10 Euro kosteten Mitte September zahlreiche LED-Lampen bei einer Aldi-Nord-Aktion. Das Besondere: Die exzellenten Farbwiedergabeindizes von mindestens Ra 90. Einige dieser sehr farbtreuen „MeLiTec“-Aktionsmodelle hatte ich bereits Ende Januar getestet und messen lassen; zwei der neu hinzu gekommenen Varianten waren jetzt auf dem Prüfstand: Nicht dimmbare, „warmweiße“ GU10-LED-Strahler mit multifacettierten Reflektoren, nominell Ra >95 und 345 bzw. 500 Lumen.

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Die beiden neuen „MeLiTec“-Testkandidaten: Das offiziell 8,5 Watt starke „HALED“-Modell L126 (links) und der Glas-Spot L114-1 mit rund 6,5 Watt. (Fotos: W. Messer)

Eine Riesenauswahl war das wieder diesen Monat bei Aldi Nord: LED-Retrofits mit E27- und E14-Schraubsockeln, ohne und mit „Filament“-Technik; dazu Spots und Strahler mit GU10-Bajonett- oder GU5.3-Stiftsockeln. Die meisten dieser sehr farbtreuen Modelle kamen von meinen Werbepartner „MeLiTec“ aus Ense, überwiegend schon aus einer Aldi-Nord-Aktion Ende Januar und meinen ausführlichen „Blitztests“ dazu bekannt.

Ein paar neue bzw. verbesserte Retrofits waren diesmal aber auch dabei – etwa bei den mehr oder weniger richtstrahlenden „Reflektorlampen“. melitec-aufkleber-ra95Zwei besonders bemerkenswerte – allerdings nicht dimmbare – GU10-Modelle mit einem außergewöhnlich hohen nominellen Farbwiedergabeindex von Ra >95 (Packungsaufkleber links) habe ich näher „unter die Lupe“ genommen. Beide „made in China“-Strahler haben laut Anbieter 2700 Kelvin Farbtemperatur, 36 Grad Halbwertswinkel, EU-Ökolabel A, eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen sowie drei Jahre Herstellergarantie. Natürlich mussten sie auch zum Messen ins Profi-Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ in Norddeutschland.

Der kompakte LED-Ersatz für Glas-Halogenstrahler

melitec-gu10-63w-unten-anBekanntlich hat eine EU-Verordnung am 1. September das allmähliche Aus für zahlreiche Halogenstrahler-Typen eingeläutet. Das ist aber kein Grund für Verzweiflung, weil die mutmaßlich riesigen Lagerbestände dieser Stromfresser noch unbegrenzt ganz legal verkauft werden dürfen, und weil es vor allem für die direkt an 230 Volt anschließbaren Modelle inzwischen jede Menge seriösen LED-Ersatz gibt.

Dass Sie beim Umrüsten keine nennenswerten Kompromisse bei Optik, Helligkeit und Farbtreue eingehen müssen, beweist beispielsweise der vorwiegend aus Glas gebaute „MeLiTec“-LED-Spot L114-1 (oben rechts der Blick von unten auf das teilweise lichtdurchlässige Gehäuse). melitec-gu10-63w-pack-seiteEr soll mit 345 Lumen und 750 Candela Lichtstärke aus ca. 6,5 Watt handelsübliche 50-W-Hochvolt-Halogenstrahler ersetzen (Packungsaufdruck links). Mit seinem Material, Design und den Maßen (53 mm Gesamtlänge, maximal 50 mm Durchmesser, 48 Gramm Gewicht) gleicht er seinen Vorläufern fast bis auf’s Haar.

Reaktionsschnell, still und nicht übermäßig heiß

In meiner offenen, hängenden Testfassung zog der LED-Spot nach zwei Stunden Dauerleuchten mit 6,6 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,63 ein Fitzelchen mehr als die angegebenen 6,3 W. melitec-gu10-63w-labelAuch das Profi-Labor maß mit 6,7 W bei Faktor 0,62 etwa das Gleiche wie ich. In der Praxis spielt das keine Rolle – das EU-Ökolabel (rechts) rundet die Zahl sowieso auf 7 Watt auf. Die Gehäusetemperatur lag zu diesem Zeitpunkt an der heißesten Stelle – oben am Sockel – bei technisch unkritischen 68 Grad.

Nach dem Einschalten kam die volle Helligkeit ohne merkliche Verzögerung und absolut frei von Störgeräuschen – das erzeugte Licht scheint auch sehr stabil zu sein: Die „Flicker Tester“-App meldete bei meiner Standard-Bezugsfrequenz 100 Hertz mit Index 0,0 und 3% Rate faktische Flimmerfreiheit. Zum Vergleich: Ein 50-W-Halogenstrahler wurde von der selben App mit Index 0,0 und 14% gemessen.

Das Profi-Flimmermessgerät „FM-LI“ zeigte bei der „MeLiTec“-LED-Lampe zwar bis maximal 52% Modulation; die lagen aber bei menschlich nicht wahrnehmbaren 93 Kilohertz an. Wir reden hier also vermutlich von einem sehr hochfrequent getakteten Schaltnetzteil in der Vorschaltelektronik, das auch äußerst flimmersensiblen Beobachtern keine bewussten oder unterbewussten Probleme bereitet.

Da kommt viel mehr ’raus als 345 Lumen

melitec-gu10-63w-pack-datenZwei der Packungsangaben (Ausschnitt links) dürfen Sie bei einem Glas-Spot dieser Art nicht wirklich wörtlich nehmen: Die genannten 345 Lumen sind nicht der insgesamt abgestrahlte Lichtstrom. Der beträgt nämlich laut Labormessung saftige 440 lm (pdf-Download des Messprotokolls).

Laut EU-Verordnung darf bei Akzentbeleuchtung aber nur der Teil der Helligkeit berücksichtigt werden, der innerhalb eines 90-Grad-Bemessungswinkels ’rauskommt. Selbst mit dieser Einschränkung übertraf der „MeLiTec“-Strahler allerdings mit 388 lm deutlich seinen Nennwert.

Der Halbwertswinkel ist nur die halbe Wahrheit

Die Differenz zwischen Gesamt- und 90-Grad-Lichtstrom ist natürlich bei einem LED-Glas-Spot mit transluzenter Gehäuse- Unterseite besonders groß. Schließlich wird ja ein kleiner Teil der Helligkeit nach hinten in Richtung Sockel geleitet. Und weil der multifacettierte Reflektor auch nach vorn für eine sehr Halogenstrahler-ähnliche, leicht diffuse Verteilung sorgt, sind auch die rund 36° für den Halbwertswinkel nur begrenzt aussagekräftig (jpg-Diagramm des Goniophotometers) .

Das Leuchtbild zeigt jedenfalls einen subjektiv viel breiteren Gesamtwinkel bis ca. 120° –  mit relativ sanften Hell-/Dunkel-Übergängen und einem fokussierteren, weitreichenderen Kegel in der Mitte:

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Das ist nicht nur das Resultat der Reflektor-Optik-Arbeit und dem zentralen „COB“-LED-Modul , sondern auch das Zusammenspiel aus einer klaren Kunststoff-Abdeckhaube mit geriffelter Mittellinse, wie Sie beim Blick von oben auf die aus- und angeschaltete Oberseite sehen:

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Und wie ernst dürfen Sie die anderen Leistungsangaben nehmen? Ziemlich ernst. Die Farbtemperatur liegt mit 2676 Kelvin fast auf Punkt; der gemessene „allgemeine Farbwiedergabeindex“ verfehlt zwar mit Ra 94,8 knapp die Ra->95-Vorgabe, liegt aber noch innerhalb der Messtoleranz-Spanne. Zumal die Zusatz-Referenzwerte wirklich gut sind: Beispielsweise 73,2 für das schwierige „Rot gesättigt“ (R9) und 97,6 für „Hautfarbe Rosa“ (R13). Damit wäre dieser „MeLiTec“-Glas-Spot eigentlich perfekt für anspruchsvolle kulinarisch-gastronomische oder kosmetische Beleuchtungsaufgaben.

Leichte Differenz zwischen Papierwerten und Lichteindruck

melitec-gu10-63w-farbortEigentlich – denn leider ist der subjektive Lichtfarbeindruck nicht so perfekt, wie es die Papierwerte suggerieren. Diese Lampe ist wieder mal so ein Fall, bei dem der Farbort etwas zu weit nach oben von der idealen „Schwarzkörperkurve“ weg gewandert ist – dorthin, wo es gelblich-orange oder teils auch grünlich werden kann (Grafik links).

Und das sieht man dann halt auch, wenn man ein etwas geschultes Auge für so was hat oder generell eine Aversion gegen zu gelbes Licht hegt. Mein Standard-Farbtreue-Motiv mit zwei Modell-Motorrädern auf weißem Untergrund (fotografiert mit Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung) kann das leider nicht so deutlich wiedergeben wie die Realität. Vielleicht bemerken Sie’s dennoch:

melitec-gu10-63w-farbtreue

Das satte Rot, das tiefe Blau und das Weiß drunter werden doch ziemlich in Richtung Gelb-Orange verschoben – mehr, als es eine ebenfalls „warmweiße“ Glüh- oder Halogenlampe tun würde. Dann schon lieber ein Tick mehr Rot-Einfluss, das würde für mich stimmiger wirken. Wie’s auch mit LED-Technik besser geht als hier, können Sie übrigens schon in diesem Beitrag weiter unten beim Test des stärkeren, neuen „MeLiTec“-Spots sehen.

Mein Testurteil:

melitec-gu10-63w-pack-vornDer neue „MeLiTec“-LED-Glas-Strahler namens L114-1 ist kein perfekter Halogen-Ersatz, kommt ihm jedoch schon sehr nahe. Optik, Maße, Verarbeitung, Helligkeit, Farbtemperatur, Farbwiedergabindex, Geräusch- sowie Flimmerfreiheit, Nennlebensdauer und Effizienz stimmen – allein bei der Lichtfarbe gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Und natürlich sollten Sie aktuell bei so einer besonders farbtreuen LED-Lampe, die für knapp 5 Euro im Discounter verkauft wurde, auch keine Dimmbarkeit erwarten. Kommt in dieser Preisklasse vielleicht noch – möglicherweise schon nächstes Jahr um diese Zeit?

Für das von „MeLiTec“ gebotene Preis-/Leistungsverhältnis gibt’s jedenfalls eine der höchsten Wertungen, die nicht dimmbare LED-Lampen von meiner bis Fünf reichenden LED-Bewertungsskala kriegen können:
drei Sterne.

Der heiße LED-Fernscheinwerfer

melitec-gu10-85w-pack-seiteDieser „MeLiTec“-LED-Strahler mit der Modellnummer L126 lässt viele Konkurrenten aus der GU10-Liga ziemlich alt aussehen: Über 500 nachgemessene Lumen produziert er aus 8,2 Watt, kann bis zu 70 Watt starke Halogenspots ersetzen (siehe Packungsaufdruck links), leuchtet überdurchschnittlich farbtreu aus einem zentral montierten LED-Array, hat ein stattliches, graues Aluguss-/Kunststoffgehäuse mit ausgeprägten Kühlrippen und multifacettiertem Reflektor, ist insgesamt 59 mm lang, 63 Gramm schwer und eines der stärksten Mitglieder der von „Civilight“ her bekannten „HALED“-Familie.

melitec-gu10-85w-pack-datenDie von mir und im Profi-Labor nach jeweils zwei Stunden „Einschwingen“ ermittelten Werte im Einzelnen (pdf-Download des Messprotokolls, rechts zum Vergleich die Packungsangaben): 516 Lumen insgesamt, davon 488 lm innerhalb des EU-konformen 90-Grad-Bemessungswinkels, 8,2 Watt Leistungsaufnahme bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,55, Farbtemperatur 2697 Kelvin, „allgemeiner Farbwiedergabeindex“ Ra 94, Halbwertswinkel 32,4° (jpg-Grafik des Abstrahldiagramms).

Ebenfalls bemerkenswert: Die Hitzeentwicklung. In meiner offenen, hängenden Testfassung waren es an der heißesten Stelle oben am Sockel rund 70 Grad und selbst unten am Ring um die Abdeckscheibe noch ca. 65° – im Gegensatz zu vielen anderen LED-Strahlern wie dem „MeLiTec“-L114-1 oben, die unter diesen Bedingungen dort nur knapp über Zimmertemperatur haben. Bitte versuchen Sie also nicht, diesen leistungsstarken Spot in betriebswarmem Zustand irgendwo ’raus- oder ’reinzumontieren! Das wäre schmerzhaft bis gefährlich – allerdings auch nicht so schlimm wie mit einer rund dreimal so heißen Halogenlampe.

Kein Flimmern, kein Surren, keine lange Bedenkzeit

Kein Problem dagegen für flimmersensible Betrachter: Wie beim schwächeren Strahler oben, arbeitet wohl auch hier ein sehr hochfrequenter Schaltregler, der laut „FM-LI“-Profi-Messgerät die maximalen 89% Licht-Modulation bei völlig unkritischen 59 Kilohertz liefert. Die „Flicker Tester“-App meldete bei 100 Hertz Bezugsfrequenz nur Index 0,0 und 4% Flimmer-Rate – das ist innerhalb der Messtoleranz zu „flimmerfrei“.

Auch Surrgeräusche oder nennenswerte Leuchtverzögerungen beim Einschalten müssen Sie nicht befürchen – unschöne Effekte, die häufig bei dimmbaren LED-Lampen auftreten. Da dieses Modell jedoch nicht dimmbar ist und deshalb auch nur an normalen Schaltern arbeiten darf, haben Sie diese Probleme schon mal von der Backe.

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Der L126-Strahler von oben – aus- und angeschaltet. Deutlich zu sehen: Der multifacettierte Reflektor (Kürzel „MR“) und die mattierte Linse in der Mitte der ansonsten klaren Kunststoff-Abdeckscheibe – direkt über dem zentralen, saumäßig hellen LED-Modul.

Stattdessen bekommen Sie eine störungsfreie Kombination aus einer mittleren, sehr weit reichenden Lichtkeule mit maximaler Lichtstärke von rund 1000 Candela (siehe Packungsaufdruck links) und einem rundherum „weicheren“, viel breiteren Kegel ohne plötzlichen Abbruch zur Dunkelheit.

Weitreichendes und ausgewogenes Leuchtbild

Die optischen Ursachen für diese Charakteristik sind die gleichen wie beim anderen Test-LED-Spot oben, nur auf höherem Helligkeitsniveau. In über fünf Meter Entfernung ohne Anstrengung der Augen ein Buch lesen? Gar kein Problem mit diesem starken „MeLiTec“-Strahler. Und so sieht sein Leuchtbild auf dem ersten Meter aus:

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Was im Vergleich zum L114-1-Spot auffällt: Nach unten kommt nichts ’raus und die Lichtfarbe wirkt neutraler, weniger gelblich. Das ist auch einer der Gründe, warum ich es gut akzeptieren kann, dass der von uns gemessene Ra-Wert 94 leicht unter dem offiziellen von >95 landet. Denn beim L126 liegt der Farbort sehr nahe an der Idealkurve; die Komposition des Spektraldiagramms erscheint ausgewogener.

Deutlich mehr Rot-Anteile in der Lichtfarbe

Außerdem gibt’s an den Farbtreue-Zusatzmesswerten nichts zu meckern – etwa bei den hervorragenden 81,2 für das schwierige „Rot gesättigt“ (R9), guten 81,5 für „Blau gesättigt“ und sehr guten 98 für „Hautfarbe Rosa“ (R13). Einen zumindest für mich überzeugenden Eindruck hinterlässt deshalb auch mein Standard-Farbtreue-Motiv:

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Hier sind die Rot-Anteile merklich größer als oben; die für „warmweiße“ Leuchtmittel typische Gelb-Orange-Verschiebung fällt schwächer aus; das Ducati-Rot wird schön herausgearbeitet; das tiefe Yamaha-Blau bleibt dennoch gut erkennbar. Und störende Multi-Schatten wie bei Strahlern mit mehreren Einzel-SMD-LEDs gibt’s dank zentralem Modul sowieso nicht – der Schattenwurf ist wie bei Halogenspots klar und prägnant.

Mein Testurteil:

melitec-gu10-85w-pack-vornSo wie der „MeLiTec“-L126-„HALED“-GU10-Spot mit Reflektor muss ein nicht dimmbarer Ersatz für starke Hochvolt-Halogenstrahler sein: Hell genug, um auch hartnäckige LED-Skeptiker vom Fleck weg für sich einzunehmen, angenehme Lichtfarbe, sehr gute Farbtreue, dennoch eine ordentliche Gesamteffizienz von 63 Lumen/Watt, ohne Zicken wie Flimmern, Surren oder nervige Einschaltverzögerung.

Das Stromsparpotenzial: Beeindruckende 88%. Umso schöner, wenn es sowas beim Discounter schon für knapp 8 Euro gibt – da fällt das Zugreifen leicht.

Zu beachten ist allenfalls die leichte Überlänge von 5,9 cm – der Spot könnte bei kurzen Leuchtengehäusen drei bis vier Millimeter herausschauen – und die Wärmeentwicklung nach längerer Leuchtdauer über die gesamte Aluguss-Außenhaut. Der L126 ist halt ein sehr starker und dennoch relativ kompakt gebauter LED-Strahler – da lässt sich eine gewisse Hitzekonzentration nicht vermeiden. Insgesamt reicht das aber bei meiner strengen, bis Fünf reichenden LED-Bewertungsskala für anerkennende
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne.

(Offenlegung: Die Lampen wurden mir von meinem Werbepartner „MeLiTec“ gratis zum Test überlassen – einen Einfluss auf die Beurteilung hat das wie immer nicht.)

Mehr zum Thema:

MeLiTec-Aktion bei Aldi Nord: Viele bekannte, teils auch neue LED-Lampen

Blitztest (Teil 1): Wie gut sind die neuen MeLiTec-LED-Lampen bei Aldi Nord?

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