LED-Tagebuch (KW 38): Neue Strahler, OLED-Leseleuchte, Preisrutsch

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit aktuellen Updates und Ergänzungen.

toom-Aussenstrahler-09-14
15.09.: Tageslicht-ähnlich und sehr hell leuchten die nicht dimmbaren 20-Watt-LED-Außenstrahler, die Sie bis 11. Oktober zum “4 Wochen Dauersparpreis” in den “toom”-Baumärkten bekommen (Prospektausschnitt oben). Vier Varianten gibt’s zur Auswahl: “Pur” für knapp 60 Euro, mit Bewegungsmelder rund 70 € – jeweils mit schwarzem oder weißem Gehäuse. Offiziell bieten die 40 nicht auswechselbaren LED-Chips insgesamt 1808 Lumen Lichtstrom mit einer Farbtemperatur von 6850 Kelvin.

Der Prospekt-Vergleich mit einem (fiktiven) 115-Watt-Halogenstrahler ist nicht übertrieben, aber wegen der komplett anderen Lichtfarbe etwas irreführend. Leicht daneben liegt auch die Angabe “EEK A+ bis A++”. Für integrierte LED-Leuchten ist nämlich beim EU-Ökolabel ausschließlich die pauschale Spanne “A bis A++” vorgesehen. Genauer muss das leider nicht angegeben werden. Nach meiner Rechnung kommt der Außenstrahler auf einen Energieeffizienzindex (EEI) von 0,15 und dürfte sich deshalb in Klasse A+ einordnen – wenn er eine austauschbare Lampe wäre.

Bei Helligkeit, Effizienz und Preis-/Leistungs-Verhältnis schlägt der “No-Name”-Strahler von “toom” jedenfalls manch teureres LED-Markenprodukt und sogar meinen ehemaligen “LED-Außenstrahler-Geheimtipp“, hat allerdings nur Schutzart IP 44. Der Abstrahlwinkel wird nicht genannt; er dürfte bei rund 120 Grad liegen.

Telefunken-Clever-Smart
15.09.: Ab Oktober auch in größeren Mengen lieferbar sind die neuen Profi-LED-Tracklights von “Telefunken Licht” für den trockenen Innenbereich (PR-Fotos oben). Die bereits im Sommer vorgestellten, dimmbaren Leuchten mit fest verbautem “Chip-On-Board“-Modul können in die Decke eingelassen (“Clever“) oder in herkömmliche Stromschienen gesteckt werden (“Smart“).

Aus 45 Watt machen sie in der Variante mit Farbwiedergabeindex Ra 80 satte 3500 Lumen Lichtstrom – wahlweise mit 3000, 4000 oder 6000 Kelvin Farbtemperatur (“warm-weiß”, “neutral-weiß” oder “kalt-weiß”) und 25 oder 45 Grad Halbwertswinkel. Die wesentlich farbtreueren Ra-90-Versionen sind – physikalisch bedingt – etwas weniger effizient und bieten nur 3000 Lumen. Wählen können Sie auch zwischen den Gehäusefarben schwarz und weiß. Die Nennlebensdauer beträgt 25.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen. Und was kostet’s? Rund 155 (“Clever”) bzw. 143 Euro brutto (“Smart”).

Eigenwerbung Juni 2014

16.09.: Eine mobile OLED-Leseleuchte für’s Auto will Osram ab Herbst in einer “limitierten Auflage” (vierstellige Stückzahl) anbieten. Laut Pressemitteilung ist sie “das weltweit erste Produkt auf Basis organischer Leuchtdioden im Auto-Innenraum”. Osram OLED Reading LightDas Akku-betriebene “OLED Reading Light” (PR-Foto rechts) mit mattiertem Alu-Gehäuse könne via USB-Kabel aufgeladen und mit einem Clip auf der Rückseite an einer beliebigen Stelle angebracht werden – beispielsweise an der Sonnenblende. Es soll ein besonders homogenes und blendfreies Licht bieten. Über den Ladezustand informiert eine Anzeige an der USB-Buchse.

Auf der Rückseite gibt es – wie Osram auf meine Anfrage erklärte – einen runden Einschaltknopf; vorne lasse sich das Licht durch Wischbewegungen des Fingers über einen schmalen Balken dimmen. Extrem sparsam ist die Osram-Pressemitteilung in Sachen Datenvielfalt – zwei Tage später bekam ich das hier mitgeteilt: 166 x 58 x 13 mm Größe, 44,5 Lumen Lichtstrom (entspricht etwa einer 5-Watt-Glühlampe), Farbwiedergabeindex ca. Ra 75, Abstrahlwinkel 114 Grad. Der Akku soll über 300mal wiederaufladbar sein, bevor es Kapazitätseinbußen geben kann.

Bei der Farbtemperatur bestätigte Osram auf Nachfrage 3300 Kelvin (zwischen “warm-weiß” und “neutral-weiß”), während der offizielle Verkaufspartner “ShopYourLight.com” fälschlicherweise 3200 K verspricht. Das “OLED Reading Light” soll Ende Oktober/Anfang November lieferbar sein und saftige 199 Euro kosten – immerhin mit fünf Jahren Garantie und versandkostenfrei. Zu sehen war die Leseleuchte schon bei der Fachmesse “automechanika” in Frankfurt/M.

16.09.: Um bis zu 37 Prozent gesenkt hat jetzt mein Werbepartner “LED’s change the world” (LCTW) die Preise seiner “warm-weißen” LED-Retrofits mit rund 2700 Kelvin Farbtemperatur. LCTW-GU10-6,5-ausSo kosten beispielsweise die 7,5-Watt-A55-Lampe mit 400 Lumen nur noch 4,95 Euro und die 9,5-Watt-“Birne” mit ca. 800 Lumen und besonders großem Abstrahlwinkel jetzt 7,95 statt 9,90 Euro.

Neu im Programm ist ein nicht dimmbarer, weißer GU10-Spot mit 6,5 Watt, SMD-Chips von “Osram Opto Semiconductors“, 350 Lumen, 850 Candela, 2700 Kelvin, Ra >80 und 36 Grad Abstrahlwinkel für 5,95 Euro (PR-Foto links). Er dient als Ersatz für 50-Watt-Halogenstrahler und spart so rund 87 Prozent Strom. Künftig soll es zusätzlich auch eine silberne Variante geben – so wie bei den anderen aktuellen LCTW-Spots. Ebenfalls 5,95 Euro kostet eine neue, nicht dimmbare E14-“Kerze” mit 3,6 Watt, LEDs von “Seoul Semiconductor” und 280 Lumen – das entspricht etwa der Helligkeit einer herkömmlichen 25-Watt-Glühlampe. Ein ausführlicher Test der beiden Neuheiten inklusive der überraschenden Laborwerte steht schon im Blog.

Osram LED Superstar A40 clear and frosted17.09.: Mindestens zwei neue Montagelinien für LED-Lampen in Deutschland werden kurz nach Herbstanfang ihren Betrieb aufnehmen. Ende September startet ein neuer Retrofit-Hersteller in Hessen (Details folgen); im Oktober dürfte die reguläre Produktion im Osram-Werk Eichstätt (Bayern) angelaufen sein – jedenfalls nach Angaben auf den Seiten 78 und 79 im aktuellen ELV-Katalog. Dann wird es tatsächlich jene “LED-Lampen made in Germany(PR-Foto) geben, die Osram bereits im Frühjahr werbewirksam angekündigt hat. Die einzelnen Komponenten kommen allerdings aus anderen Werken und Ländern.

17.09.: Der Monat ist gerade erst halbwegs vorbei und der “1&1″-Traffic-Zähler zeigt für dieses Blog schon rund 1,8 Millionen Dateizugriffe im September. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahresmonat gab’s nur knapp 1,15 Millionen. Hochgerechnet ist das etwa eine Verdreifachung der täglichen Abrufe.

Der Zuspruch ist übrigens ziemlich wetterabhängig. Wenn’s warm ist und die Sonne scheint, gibt’s häufig rund ein Viertel weniger Seitenabrufe als bei bedecktem Himmel und Regen oder Schnee. Erfahrungsgemäß sind deshalb auch die Herbst- und Wintermonate (in der Branche auch als “Lichtsaison” bekannt) die besucherstärksten des Jahres. Klingt logisch bei einem Blog, das sich mit künstlicher Beleuchtung befasst.

Philips-StyliD-CrispWhite
18.09.: “StyliD Compact CrispWhite” heißen die neuen Mitglieder der professionellen Strahlerserie von Philips (PR-Foto oben, pdf-Download des Datenblatts). Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, kombinieren die Stromschienen- und Anbauleuchten mit einer Farbtemperatur von 3.000 Kelvin sowohl die brillante Weiß-Wiedergabe als auch die kräftige Betonung von Farben. Mit dem Ra-Wert von 95 hätten sie einen besonders hohen Farbwiedergabeindex und seien vor allem für die Akzentbeleuchtung im Mode-Einzelhandel geeignet.

Mit einer Leistungsaufnahme von 20, 23 und 36 Watt würden Lichtströme von 1150, 1700 bzw. 2.700 Lumen erzeugt – wahlweise mit Abstrahlwinkeln von 12, 25 oder 36 Grad. Gedimmt werden können sie via DALI-Schnittstelle zwischen 10 und 100% der Maximalhelligkeit. Die Nennlebensdauer beträgt 50.000 Leuchtstunden bei 80% Lichtstromerhalt. Die “StyliD”-Strahler gibt’s nicht im Einzelhandel – die Großhandelspreise blieben auch auf Anfrage Geheimsache.

Rogier_van_der_Heide-klein18.09.: Rogier van der Heide (PR-Foto rechts) ist kein Unbekannter für die Leser dieses Blogs; er wurde hier schon mehrfach zitiert. Bis Jahresmitte war der 44jährige Vizepräsident und Chef-Designer bei Philips Lighting im niederländischen Eindhoven. Am 1. Dezember wechselt er laut Pressemitteilung nach Österreich und bekleidet eine neu geschaffene strategische Führungsposition beim Vorarlberger Lichtkonzern Zumtobel Group: Als “Chief Design & Marketing Officer” ist er dann für die drei Marken Thorn, Tridonic und Zumtobel zuständig. Zu den 25 Jahren Erfahrung in der Branche gehört auch seine parallele, selbstständige Arbeit als Lichtplaner in den Bereichen Kunst, Entertainment und Architektur.

OBI-Leuchten-09-14-mittel
OBI-Retrofit-09-14-klein19.09.: Jede Menge LED-Lampen und -Leuchten der Eigen-Handelsmarke “OBI Lighting” für den trockenen Innenbereich hat die Baumarktkette OBI aktuell im Sonderangebot (Prospektausschnitte 3010/14 oben und rechts, gültig bis 27.9., für größere Darstellung anklicken). Die Spot-Serie “Fano” ab 14,99 Euro beispielsweise hat konzeptionelle Ähnlichkeit mit einigen Philips-Ledino-Modellen. Auch hier sind die “warm-weißen” LED-Module mit 3000 Kelvin, jeweils 3 Watt und ca. 270 Lumen nicht austauschbar. Abstrahlwinkel, Farbtreue und Nennlebensdauer werden leider nicht verraten.

Das gilt ebenso für die teils dimmbaren Retrofits in der Werbebeilage mit 3000 K, 2 bis 12 Watt, 170 bis 1055 Lumen und GU10-, G9-, E14- und E27-Sockeln ab 4,99 Euro. Hier bekommen Sie jedoch wenigstens im Online-Angebot ein paar mehr Daten enthüllt – etwa, dass die E14-Lampen mit 6 Watt und 470 Lumen für 6,99 Euro nur einen Halbwertswinkel von 140 Grad und eine gerade mal 15.000 Leuchtstunden bzw. 12.500 Schaltzyklen durchhalten.

Cree-Xlamp-MH-B19.09.: Eine “High Power”-LED mit den äußerlichen Maßen und Merkmalen eines “Mid Power Packages”, aber mit erheblich höherer Energie- und Temperatur-Effizienz, kommt jetzt vom US-Hersteller Cree Inc.: Der “XLamp MH-B”-Chip (PR-Foto links) kann auf einer Grundfläche von 5 x 5 mm bis zu 830 Lumen Lichtstrom aus 7 Watt erzeugen und auch statt kleiner “Chip On Board” (COB)-Module eingesetzt werden. In der Cree-Pressemitteilung wird Frank Chen zitiert, der Technik-Chef von “Shenghui Lighting” (Sengled):

“Zwar stellen COB-LEDs in Sachen Zuverlässigkeit und Kosten eine attraktive Möglichkeit dar, Mid-Power-LEDs zu ersetzen. Sie sind aber nicht kompatibel mit unserem automatisierten Produktionsprozess. Die neue XLamp MH-B-LED gibt uns endlich eine zuverlässigere Alternative für Mid-Power-LEDs – ich muss keine Kompromisse mehr bei unserer Marke und Reputation eingehen, um geringere Systemkosten zu erzielen.”

Die neuen LEDs gibt’s in verschiedenen Farbtemperaturen zwischen 2700 und 6500 Kelvin mit Farbwiedergabeindex Ra >80 sowie zusätzlich in 2700 und 3000 K mit Ra 90.

Sebson-E27-12W-aus-an20.09.: Über 104 Lumen pro Euro bekommen Sie bei der neuesten LED-Lampe meines Werbepartners Sebson. Knapp 11 Euro kostet nämlich die nicht dimmbare 12-Watt/E27-“Birne” aus Keramik und Glas mit 34 Einzel-LEDs unter der matten Haube, 1150 Lumen, 3000 Kelvin, Farbwiedergabeindex Ra 80 und 180 Grad Halbwertswinkel (PR-Fotos oben). Nach der EU-Vergleichstabelle kann sie mindestens herkömmliche 75-Watt-Glühlampen ersetzen. Die Nennlebensdauer: >25.000 Leuchtstunden bzw. >12.500 Schaltzyklen.

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Im Test: Neue LED-Spots und -Kerzen von LCTW für unter 6 Euro

Nicht dimmbar, aber sehr hell und preiswert sind zwei neue LED-Lampen von “LED’s change the world” (LCTW): Eine 3,6-Watt-“Kerze” mit E14-Sockel und ein 6,5 Watt starker GU10-Spot für je 5,95 Euro. Ob Sie bei diesem Preis noch anständige Qualität kriegen, klärt ein Test mit allen wichtigen Laborwerten.

LCTW-6,5-W-Top-Kombi
Der neue LCTW-Spot von oben mit (links) und ohne Linse/Streuscheibe: Der Blick unter die Haube enthüllt vier “Mid Power Packages” von Osram Opto Semiconductors, die im Testlabor zusammen über 430 Lumen Lichtstrom boten. (Fotos: W. Messer)

Klein, aber fein ist der LED-Importeur und -Anbieter “LED’s change the world” (LCTW) aus Königswinter im Rheinland. Seit rund drei Jahren beweist das Team um Geschäftsführer Hans-Georg Kucharski, dass solide Retrofit-Qualität nicht teuer sein muss. Da gibt’s keine Zwischen- oder Einzelhändler – die Lampen des chinesischen Produzenten “Sengled” (“Shenghui Lighting”) werden nach Vorgaben aus Deutschland hergestellt und direkt hier im Online-Shop sowie bei Amazon vertrieben. Die Marketing-Kosten sind minimal; das LCTW-Banner rechts oben hier im Blog ist eine der ganz wenigen Werbemaßnahmen der Firma und reißt sicher kein großes Loch in die Kasse.

Dem Markt-Trend folgend, hat LCTW gerade erst die Preise des gesamten Retrofit-Sortiments kräftig gesenkt und bleibt auch bei seinen beiden “Frischlingen” mit jeweils 5,95 Euro weit unter dem früher üblichen Niveau. Prima, weil so die Hemmschwelle für potenzielle LED-Einsteiger wieder ein Stückchen nach unten rutscht. Dabei steckt durchaus Markenqualität in den Aluguss-/Kunststoff-Gehäusen. Schauen wir uns zuerst die neue E14-Lampe an:

Die Alternative zu Discounter-LED-“Kerzen”

LCTW-3,6-Packung-ausWeitgehend glatt und ohne Kühlrippen zeigt sich die 3,6-Watt-Lampe mit nominell 280 Lumen Lichtstrom. 35 mm Durchmesser, 103 mm Länge und 39 Gramm Gewicht sind relativ nahe an einer traditionellen 25-Watt-“Glühkerze”, die sie als Retrofit ersetzen kann. Mit nominell 2700 Kelvin ist die Farbtemperatur etwas “kühler” und der Farbwiedergabeindex Ra/CRI 80 liegt ein gutes Stück unter dem perfekten Glühlampen-Wert 100.

Hinweise auf die fehlende Dimmbarkeit finden Sie zwar zweimal sehr klein auf der Verpackung, aber nicht auf dem Lampengehäuse (Fotos rechts). Dabei hatte ich schon bei einem früheren Test moniert, dass so was eminent wichtig wäre, weil der versehentliche Betrieb einer nicht dimmbaren LED-Lampe an einem Dimmer den Tod für beide Geräte bedeuten kann. Und wer hebt schon jahrelang die Verpackung auf?

Bei Dauerbetrieb wird’s ziemlich warm

Getestet wurde natürlich mit einem stinknormalen Schalter und einer offenen Fassung. Hier gab es keine merkliche Ein- oder Ausschaltverzögerung; die Lampe blieb geräuschlos und zog nach zwei Stunden “Einschwingen” laut meinem Amateur-Messgerät 4,1 Watt mit einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,54. Das Profi-Labor meines Blog-Kooperationspartners “David Communication” ermittelte 3,7 Watt bei Faktor 0,43.

Das ist genau so weit vom Idealwert 1,0 entfernt wie die maximale Temperatur an der heißesten Gehäusestelle: 68 Grad sind für eine relativ leistungsschwache LED-“Kerze” ziemlich viel und erreichen schon etwa das Niveau einer weitaus kräftigeren 6-Watt/500-Lumen-Lampe von Osram. Wohlgemerkt: Wir reden hier nicht von einer Messung in einem engen, schlecht belüfteten Leuchtengehäuse, sondern komplett frei stehend.

Ebenfalls verbesserungswürdig: Der Kontrollbildschirm meiner DigiCam zeigte bei den Fotos ein leichtes Flimmern – etwas stärker als beim gleichzeitig getesteten GU10-Spot (siehe weiter unten). Okay – da habe ich schon weitaus Dramatischeres gesehen bei anderen LED-Lampen und die allermeisten Käufer werden’s mit bloßem Auge sowieso nicht wahrnehmen.

Korea-LEDs mit ordentlicher Lichtqualität

Apropos Auge: Die koreanischen LED-Chips des renommierten Zulieferers “Seoul Semiconductor” unter der matten Kunststoffkuppel machen einen ordentlichen Job bei der Erzeugung von Helligkeit und Lichtfarbe. Mein Standard-Farbtreue-Foto mit einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund (Weißabgleich “bewölkter Himmel”, ohne Nachbearbeitung) zeigt die übliche Gelb-/Orange-Verschiebung von “warm-weißen” Lampen, aber keine unangenehmen Grün- oder Blaustiche:

LCTW-3,6W-Farbtreue

An so was kann man sich auch als “Hardcore”-Glühlampen-Fan schnell gewöhnen, zumal Hitzeentwicklung und Stromverbrauch erheblich geringer sind. Die Laborwerte stützen diese subjektive Sicht: Allgemeiner Farbwiedergabeindex Ra 82,7 und akzeptable 14,2 für die besonders schwierige Zusatz-Referenzfarbe R9 (“Rot gesättigt”). Die Farbtemperatur ist mit 2652 Kelvin etwas “wärmer” als angegeben. Das komplette Messprotokoll können Sie hier als pdf ‘runterladen. Dort sehen Sie auch, dass der Lichtstrom mit 324 Lumen weit höher ist als die Werksangabe von 280 lm.

Eine Achillesferse vieler vermeintlich “rundstrahlender” LED-Lampen ist häufig noch der eingeschränkte Halbwertswinkel zwischen 120 und 160 Grad. Die LCTW-“Kerze” kann das besser, wie mein Leuchtbild demonstriert:

LCTW-3,6W-Leuchtbild

LCTW-3,6W-LabelZwar geht auch hier das meiste Licht nach oben und zur Seite; der Bereich unter dem Sockel kriegt aber ebenfalls noch ‘ne ordentliche Portion Helligkeit ab. Das Lichtverteilungsdiagramm zeigt dann auch tatsächlich beeindruckende 223,5 Grad als Kegelwinkel, in dem mindestens die Hälfte der maximalen Lichtstärke abgestrahlt wird (pdf-Download). Wer beispielsweise seinen Kronleuchter mit stehenden Fassungen auf LED-Technik umrüsten will, steht also unten nicht im Dunkeln; die Decke wird nicht überproportional stark beleuchtet.

Das Stromsparpotenzial liegt bei rund 85 Prozent, die Effizienz bei 87,5 Lumen/Watt, das EU-Ökolabel (Bild links) zeigt die zweitbeste Stufe A+. Mit den hier gemessenen Daten würde die LED-“Kerze” sogar einen Energieeffizienzindex (EEI) von knapp über 0,11 erreichen und fast in die A++-Spitzenklasse gehören. Die Nennlebensdauer ist mit 15.000 Leuchtstunden und 100.000 Schaltzyklen durchschnittlich; dazu gibt’s drei Jahre Garantie. Die Rücksendekosten für defekte Lampen trägt LCTW.

Mein Testurteil:

“LED’s change the world” liefert mit der 3,6-Watt-“Kerze” für 5,95 Euro gewohnt anständige Mittelklasse ab, mit der preisbewusste Käufer wahrscheinlich nichts falsch machen. Mit gemessenen 324 Lumen über einen sehr breiten Winkel bietet sie sogar deutlich mehr Helligkeit als eine 25-Watt-Glühlampe (EU-Vergleichswert 249 lm) und liegt rund 15% über der Werksangabe.

Ein kleines Fragezeichen gibt’s allerdings bei der Hitzeentwicklung: Hier sollten Sie auf ausreichende Belüftung der Lampe im Leuchtengehäuse achten, damit die Lebensdauer nicht leidet. Der Leistungsfaktor ist seltsam niedrig, hat jedoch keine Auswirkung auf Ihre Stromrechnung. Auf Spitzen-Lichtqualität mit Ra 90 und mehr müssen Sie bei LCTW noch warten – deshalb spendiert meine neue, bis Fünf reichende und ziemlich strenge LED-Bewertungsskala nur
LED-SternLED-SternLED-Stern halbzweieinhalb Sterne.

Der LED-Ersatz für superhelle Halo-Spots

LCTW-6,5W-ausSatte 350 Lumen Lichtstrom innerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels von 90 Grad sowie maximal 850 Candela Lichtstärke im Halbwertswinkel von 36 Grad verspricht der nominell 6,5 Watt starke, neue GU10-Spot von LCTW. Wie die E14-“Kerze” hat er offiziell “warm-weiße” 2700 Kelvin und ist nicht dimmbar.

Bemerkenswert: Auf dem lichtweißen Gehäuseunterteil steht groß etwas, das Sie auf der “Kerzen” nicht finden: “Non dimmable”. Na also, geht doch! Noch mehr Unterschiede: Der Farbwiedergabeindex wird hier mit Ra >80 angegeben; die Nennlebensdauer mit 25.000 Leuchtstunden bei ebenfalls 100.000 Schaltzyklen.

Solide Bauweise mit Osram-LEDs drin

Das Design mit den Kühlrippen und Luftdurchführungen rund um den Strahlerkopf hat sich gegenüber den älteren LCTW-Spots fast nicht verändert; die Maße von 57 mm Gesamtlänge und 50 mm Maximaldurchmesser kennen wir auch schon. Der abgestufte Oberteil des Spots kann teilweise Pass-Probleme bei einigen Standard-Einbaurahmen verursachen, die für anders geformte Halogenstrahler vorgesehen sind. Neu ist die Farbgebung mit zwei Weiß-Tönen – eine zweite Variante mit dem sonst bei aktuellen LCTW-Spots üblichen Silber soll folgen. Das von mir gemessene Gewicht von 75 Gramm spricht für eine solide Aluguss-Bauweise mit geringem Kunststoffanteil.

Die Lichtaustrittsfläche ist nun größer als bei den alten Strahlern, weil die Streuscheibe mit den Linseneinsätzen nicht mehr durch einen zusätzlichen, intransparenten Ring fixiert wird (siehe Foto ganz oben links). So dringt mehr Licht von den vier “Mid Power Packages” des Zulieferers “Osram Opto Semiconductors” nach draußen. Vermutlich ist deshalb der Halbwertswinkel jetzt mit 36 statt bisher 35 Grad angegeben. Im Labor kamen zwar nur 34 Grad ‘raus (pdf-Download der Lichtverteilungskurve) – das hat aber angesichts der anderen Messwerte und des tatsächlichen Leuchtbildes keine entscheidende Bedeutung für die Praxis.

LCTW-6,5W-Leuchtbild
Das Leuchtbild des neuen LCTW-LED-Spots zeigt zwei markante Lichtkegel: Einen zentralen, recht engen, hellen und weit reichenden, sowie einen schwächeren und relativ breiten. Halogen-Fans können also mit einem ordentlichen Streulichtanteil über mehr als 90 Grad Abstrahlwinkel rechnen – so ähnlich ist das auch bei den alten Stromfressern.

In meiner offenen Testfassung leuchtete der Neuling nach höchstens 0,2 s Einschaltverzögerung – ähnlich kurz ist auch die Nachleuchtzeit. Störgeräusche konnte ich nicht hören. Nach zwei Stunden Dauerleuchten erwärmte sich der Spot an der heißesten Stelle auf rund 70 Grad – nicht ungewöhnlich für sehr leistungsstarke GU10-LED-Strahler. Mein Amateur-Messgerät und das Profi-Labor waren sich weitgehend einig bei Leistungsaufnahme und elektrischem Leistungsfaktor: 6,6 bzw. 6,7 Watt, beide mit 0,63.

Eigenwerbung Juni 2014

Fast schon sensationell fiel die Lichtstrom-Messung aus: Innerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels für Strahler von 90 Grad zeigte die Ulbricht-Kugel 391 Lumen – über den Vollwinkel waren’s sogar heftige 436 lm! Das bedeutet, dass Sie mit dieser Lampe nicht nur 50-Watt-Halogenspots ersetzen können (EU-Äquivalenzwert 300 lm), sondern schon in den Bereich eines (fiktiven) 60-W-Halos kommen. Noch in fünf Meter Entfernung wird’s anständig hell – der tatsächliche maximale Candela-Wert liegt mutmaßlich über 900. Die Energieeffizienz von 58 bzw. 65 Lumen/Watt schlägt alle bisherigen LCTW-Spots (pdf-Download des Messprotokolls).

Gute Lichtqualität trotz hoher Effizienz

Häufig wird eine höhere Effizienz mit Einbußen bei der Lichtqualität erkauft. Nicht bei dieser LED-Lampe: Im Labor kamen 2625 Kelvin für die Farbtemperatur, Ra 81,7 für den “allgemeinen Farbwiedergabeindex” und akzeptable 12,1 für R9 (“Rot gesättigt”) ‘raus. Die Energieverteilung über das Lichtspektrum (Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge) macht einen ziemlich ausgeglichenen Eindruck – mit recht sanften Hügel- und Tälerflanken sowie dem für “warm-weiße” LEDs typischen “Peak” bei rund 600 nm (Gelb-Orange):

LCTW-GU10-6,5-Spektrum

Und so wirkt sich das bei meinem Standard-Farbtreue-Foto aus (Weißabgleich “bewölkter Himmel, ohne Nachbearbeitung):

LCTW-6,5W-Farbtreue

Wie schon bei der E14-“Kerze” oben habe ich außer der üblichen Gelb-/Orange-Einfärbung keinen störenden Farbstich festgestellt. Die Duc wirkte noch recht natürlich, was bei Ra-80-LED-Lampen nicht immer der Fall ist. Und weil auch der Zusatz-Messwert R 13 (Hautfarbe) mit 81,8 sehr ordentlich ist, könnten Sie den Spot unter anderem an kosmetisch und textiltechnisch sensiblen Einsatzorten nutzen (Badezimmer, Garderobenspiegel etc.).

Kleine Einschränkung: Besonders sensible Augen könnten eventuell ein leichtes Flimmern beobachten. Jedenfalls war das im DigiCam-Display zu sehen; allerdings schwächer als bei der “Kerze” oben und von den Allermeisten wohl nicht ohne technische Hilfsmittel wahrnehmbar.

Mein Testurteil:

LCTW-6,5W-Packung

Der neue, nicht dimmbare 6,5-Watt-GU10-Spot von LCTW ist laut Labor fast so lichtstark wie das dimmbare 7,8-W-Modell aus dem gleichen Haus, obwohl das die Packungsangaben nicht nahelegen (Fotos oben). Tatsächlich erreicht der Strahler mit unseren Messwerten einen Energieeffizienzindex (EEI) von rund 0,18 und kratzt damit an der EU-Ökolabel-Einstufung A+. Wer also ohne Helligkeitsregelung auskommen kann, kriegt zum Discounter-Preis von 5,95 Euro einen kleinen, geräuschlosen “Monster-Spot” mit sehr kurzer Einschaltverzögerung und insgesamt 436 Lumen, die nicht nur fokussiert und sehr weit in die Ferne strahlen, sondern dank des signifikanten Streulichtanteils auch etwas breiter leuchten als viele andere Konkurrenten.

Leichte Punktabzüge gibt’s wegen der Hitzeentwicklung, dem leichten Flimmern und dem schwachen elektrischen Leistungsfaktor. Die Farbwiedergabe ist okay, jedoch nicht berauschend. Wie wär’s denn mal mit einem Ra-90-Spot in dieser Leistungsklasse, liebe LCTW-Leute? Der dürfte auch gerne ein paar Lumen weniger haben – echte 325 oder so würden ja schon für viele Einsatzgebiete reichen (man rechnet allgemein mit einem Effizienzverlust von ca. 25% beim Sprung von Ra 80 auf 90). Dann könnte meine LED-Bewertungsskala auch mehr ‘rausrücken als nur
LED-SternLED-SternLED-Sterndrei Sterne.

(Offenlegung: Die Lampen wurden mir gratis von “LED’s change the world” zur Verfügung gestellt. LCTW ist einer meiner Werbekunden, bekommt deshalb aber keine besseren Beurteilungen als andere Anbieter.)

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