Im Test: Sebson-„GU10 3Color“-Strahler – drei Lichtfarben mit einem Schalter

Klingt originell: Mit jeweils einem doppelten Schalterdruck nicht nur zwischen zwei Helligkeits- oder Lichtfarbstufen einer Lampe switchen, sondern gleich drei weiße Farbtemperaturen auswählen – das können Sie mit dem neuen, 5 Watt starken „GU10 3Color“-LED-Strahler von Sebson. Mein Test und die Laborwerte zeigen: Es funktioniert – teils sogar mit überraschend guter Lichtqualität.

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Für knapp 8 Euro liefert der „GU10 3Color“-LED-Strahler von Sebson auf Wunsch „warm-weißes“, „neutral-weißes“ oder „kalt-weißes“ Licht (von links nach rechts). Der breite Halbwertswinkel von rund 110 Grad ändert sich beim Umschalten nicht. (Fotos: Messer)

Sebson-GU10-3c-SeiteEinige LED-Retrofits mit „Double Click“-Technik haben Sie hier ja schon kennengelernt. Diese Lampen brauchen nur einen schnellen, doppelten Druck auf einen ganz normalen Wippschalter, um irgendwas zu ändern: Die Helligkeit beispielsweise oder die Lichtfarbe. Mehr als zwei Auswahlmöglichkeiten haben Sie dabei zwar normalerweise nicht, dafür entfallen teure Dimmer-, Bluetooth– oder „Connected Lighting“-Installationen.

Mein Dortmunder Blog-Werbepartner Sebson legt jetzt mit einem „flotten Dreier“ noch einen drauf. Sein brandneuer „GU10 3Color“-LED-Strahler „made in China“ – mit weißem Keramikgehäuse und Glas-Abdeckscheibe – kostet 7,99 Euro (plus Versand, ab 10 Stück nur 6,99 €) und wechselt auf Wunsch zwischen drei weißen Farbtemperaturen von nominell 2700, 4000 und 6500 Kelvin.

24 LED-Chips sorgen für Abwechslung

Sebson-GU10-3C-top-ausErreicht wird das mit je einem Dutzend „warm-weißer“ und „kalt-weißer“ SMD-Chips (im Bild rechts schemenhaft unter der matten Streuscheibe zu erkennen), das entweder solo oder – um etwa die Hälfte gedimmt – gemeinsam leuchtet.

Wenn zwischen zwei Schalter-Klicks mehr als 15 Sekunden liegen, merkt sich die Lampe die zuletzt gewählte Lichtfarbe und startet wieder mit ihr. Schade, dass dieser wichtige Hinweis nur auf der Produktseite im Online-Shop zu finden ist, jedoch nicht auf der Verpackung oder einem beiliegenden Infoblatt.

Hat die Welt auf diesen Strahler gewartet?

Ich hör‘ schon die Frage: „Wer braucht denn sowas?“ Na, zum Beispiel jemand wie ich, der ein „Home Office“ hat, das nach Feierabend teilweise auch als Wohnraum genutzt wird. Tagsüber sind dort neutrale oder Tageslicht-ähnliche Farbtemperaturen gefragt, später wird’s mit „warm-weißer“ Lichtfarbe wohnlich-gemütlich. Auch im Badezimmer könnte diese Auswahl nützlich sein – je nachdem, ob morgens aktivierendes Licht zum Wachwerden oder am Wochenende Kuschelstimmung in der Wanne gebraucht wird.

Selbst in ausschließlich privat genutzten Räumen wäre es hin und wieder ganz nützlich, bei Bedarf auf „kälteres“ Licht umschalten zu können – etwa für Küchen-, Reinigungs-, Bastel- oder Renovierungsarbeiten. Wenn so eine „Dual Use“ (oder „Triple Use“)-LED-Lampe dann auch noch schön hell und nicht zu teuer ist, sollte sie wohl einige Liebhaber finden – vorausgesetzt, Abstrahlcharakteristik und Lichtqualität passen zu ihren Anforderungen.

Viele Lumen und breiter Lichtkegel

Sebson-GU10-3C-DatenOffiziell bietet der „GU10 3Color“-Strahler mindestens 400 Lumen Lichtstrom; das ist etwa so hell wie eine 35-Watt-Hochvolt-Halogenlampe. Während jene aber mit rund 40 Grad Halbwertswinkel einen ziemlich engen Lichtkegel hat, klotzt der Sebson mit ca. 110 Grad (siehe die Daten im Packungsausschnitt links).

Er verteilt sein Licht also wesentlich breiter, dafür mit geringerer Reichweite auf der 0-Grad-Achse. Damit eignet er sich viel besser zur flächigen Raum- als zur Akzentbeleuchtung. Wie hoch allerdings die maximale Lichtstärke des Strahlers ist, verraten die offiziellen Daten nicht. Ich vermute einen Wert zwischen 150 und 200 Candela.

EU-Ökolabel A+ statt nur D

Noch mehr Unterschiede zu den alten Halo-Stromfressern: Das Sebson-Modell ist nicht dimmbar, 5,8 cm lang (inklusive Pins) und 59 Gramm schwer; sein Farbwiedergabeindex liegt nominell nur etwas über Ra 80 statt bei optimalen Ra 100; die Nennlebensdauer ist mit 25.000 Leuchtstunden sowie mindestens 12.500 Schaltzyklen (sehr konservativ kalkuliert) jedoch erheblich länger und die Lichterzeugung um über 80% effizienter und sparsamer.

Auf der EU-Ökolabel-Skala erreicht der „3Color“ die zweitbeste Stufe A+ (siehe Packungsaufdruck unten links), während Hochvolt-Halogenspots höchstens das zweitschlechteste D schaffen. Bei Sebson gibt es leider keine über die gesetzliche Gewährleistung hinaus reichende Garantie, dafür ein 30tägiges Rückgaberecht ohne Angabe von Gründen. Einem ausführlichen Probieren steht somit nichts im Weg.

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Wenn Chinesen englischsprachige Verpackungen produzieren, kann auch mal was daneben gehen. Der Aufdruck auf der Oberseite (links) müsste natürlich „Energy Saving LED“ lauten.

Auch im Dauerbetrieb technisch unauffällig

Und was bleibt beim Praxistest und nach den Labormessungen von den Herstellerangaben übrig? Teils mehr als versprochen. In meiner offenen, hängenden Testfassung startete der Strahler ohne nennenswerte Einschaltverzögerung, Sebson-GU10-3C-Aufdruckzog nach zwei Stunden Dauerleuchten zwischen 5 („neutral-weiß“) und 5,3 Watt („warm-weiß“) bei einem elektrischen Leistungsfaktor von nur 0,54, wurde oben an der heißesten Gehäusestelle nahe des Sockelaufdrucks (Bild rechts) maximal 53 Grad warm; unten an der Abdeckscheibe blieb es bei rund 25° Zimmertemperatur.

Störende Surrgeräusche konnte ich in keinem der drei Modi hören; das Bild auf dem Nikon-Kamera-Display blieb flimmer– und streifenfrei; auch die „Flicker Tester“-App registrierte stabiles Licht: Index 0,0 mit sehr kleinen Flimmer-Raten zwischen 2 und 4 Prozent – bei 100 Hertz Bezugsfrequenz und mit einem Stück weißes Papier als Diffusor vor der iPod-Linse.

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Das Leuchtbild (Foto oben im Modus „neutral-weiß“) und die Labormessung meines Blog-Kooperationspartners „David Communication“ von knapp 108 Grad (pdf-Download des Diagramms) bestätigten faktisch die 110°-Werksangabe. Dieser Halbwertswinkel ändert sich übrigens beim Umschalten nicht nennenswert.

„Warm-Weiß“ ist nicht seine Parade-Disziplin

Überraschender waren da schon die Farbwiedergabe-Werte für die drei Einstellmöglichkeiten. Fangen wir mal mit der „warm-weißen“ Lichtfarbe an, die im Labor mit 2711 Kelvin, knapp 406 Lumen insgesamt, davon rund 300 lm innerhalb eines 120-Grad-Kegelwinkels und Ra 81,9 gemessen wurde (pdf-Download des Protokolls). Letzteres hört sich zwar ganz okay an, verrät aber nicht die ganze Wahrheit. Die Einzelwerte für die Messfarben „Fliederviolett“ (R8 = 56,2), „Blau gesättigt“ (Zusatzfarbe R12 = 73,9) und vor allem „Rot gesättigt“ (R9 = 3,8) sind nämlich kein Grund zum Jubeln.

Bei meinem neuen Standard-Farbtreue-Motiv mit zwei Modell-Motorrädern auf weißem Untergrund (Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung) machte sich diese Schwäche so bemerkbar:

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Die eigentlich sehr kräftigen Rot- und Blau-Töne wirken etwas fahl – mit markanter Orange-Verschiebung und zumindest subjektiv auch einem leichten Grünstich. Das dazugehörige Spektraldiagramm mit der Energieverteilung in Milliwatt über die Wellenlängen in Nanometer zeigt einen frühzeitigen, starken Abfall der rechten Flanke in Richtung Tiefrot sowie eine nicht ganz gleichmäßig abfallende Kurve zwischen Orange und dem kleinen Blau-Hügelchen links:

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Bei „Kalt-Weiß“ wird’s schon etwas farbtreuer

Einen etwas besseren Eindruck hinterließ der Tageslicht-ähnliche, „kalt-weiße“ Modus, der gut 425 Gesamt-Lumen (313 lm @ 120°), ca. 6400 Kelvin (100 K weniger als angegeben) und Ra 84,1 bot (pdf-Download). Trotz der für diese Lichtfarbe üblichen Blau-Verschiebung waren die Werte für „Fliederviolett“ (R8 = 72,5) und „Rot gesättigt“ (R9 = 15,7) erheblich besser. Nochmal die zwei Mopeds und das entsprechende Spektraldiagramm mit seiner Farbspitze bei 454 Nanometer („Königsblau“):

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„Neutral-Weiß“ bietet sehr guten Ra-Wert

Das beste Ergebnis präsentierte allerdings die Kombination aus beiden LED-Typen, die in der Summe „neutral-weißes“ Licht mit 3980 Kelvin Farbtemperatur, rund 456 Lumen gesamt (339 lm @ 120°) und sensationell gute Ra 87 lieferten (pdf-Download). Beeindruckend waren hier vor allem die relativ hohen Einzelwerte für „Hautfarbe Rosa“ (R13 = 89,6) und „Rot gesättigt“ (R9 = 29,9). Das schaffen nur wenige LED-Lampen mit einem nominellen „allgemeinen Farbwiedergabeindex“ von Ra >80.

Kein Wunder, dass auch mein Referenz-Motiv sowie das Spektraldiagramm im „neutral-weißen“ Modus die ausgeglichensten Vorstellungen boten:

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Hier bleibt der weiße Hintergrund tatsächlich weitgehend weiß; Schwarz, Rot und Blau werden gut herausgearbeitet – diese Einstellung empfielt sich also auch für kosmetische (Badezimmer-Spiegel) oder gastronomische Beleuchtungsaufgaben (Küche, Esstisch). Einziges Manko, das in allen drei Leuchtbildern zu sehen ist: Mehrere LEDs verursachen halt auch mehrere diffuse Schattenwürfe – statt nur eines, klar definierten Schattens wie bei Strahlern mit einzelner, zentraler Lichtquelle.

Mein Testurteil:

Sebson-GU10-3C-Pack-vornDer neue „GU10 3Color 5W“-LED-Strahler von Sebson spielt zwar preislich und qualitativ nicht in der Top-Liga, ist aber akustisch sowie flimmertechnisch unauffällig und übertrifft die moderaten Erwartungen an die Lichtqualität teils deutlich – vor allem, wenn alle 24 LEDs gemeinsam leuchten dürfen.

Das originelle Konzept von drei mit einem normalen Lichtschalter umstellbaren weißen Farbtemperaturen sowie einem sehr breiten Abstrahlwinkel kann eine lange vermisste LED-Speziallösung für bestimmte Einsatzbereiche sein und ist dafür mit knapp 8 Euro fair kalkuliert.

Kritikwürdig sind die Rot-Schwäche im „warm-weißen“ Modus sowie die teils fehlerhafte, ausschließlich englischsprachige Beschriftung ohne Angabe der Lichtstärke und dem fehlenden Hinweis auf die „Memory“-Funktion nach mindestens 15 Sekunden Pause zwischen zwei Schalterbetätigungen. Für die gute Idee und die teils überdurchschnittlich gelungene Ausführung spendiert meine bis Fünf reichende LED-Bewertungsskala dennoch anerkennende
drei Sterne.

(Offenlegung: Sebson ist einer meiner Werbepartner und hat mir den Strahler gratis zur Verfügung gestellt. Einen Einfluss auf meine Beurteilung haben diese Umstände jedoch nicht.)

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Doppeltest: Neue LEDON-Spots – weiße LED-Strahler mit „Premium“-Licht

„Premium“-Lichtqualität gibt’s bei LEDON zwar schon lange, bisher aber noch nicht bei den kompakten GU10- und GU5.3-LED-Spots. Jetzt glänzen die neuen Strahler-Modelle endlich mit Farbwiedergabeindex Ra >90, weißem Gehäuse und frischem Design. Zwei davon waren bei mir im Praxistest und im Profi-Labor.

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Links der neue, 6 Watt starke LEDON-GU10-Strahler, rechts der 3,5-Watt-GU5.3-Spot. Die chromfarbenen „Color Rings“ zum Aufstecken gibt’s gratis dazu. (Fotos: W. Messer)

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Der Blick von oben (ohne die Farbringe) zeigt jeweils einen CoB-LED-Chip inmitten einer Reflektor-Optik. Sieht zwar bei beiden Strahlern sehr ähnlich aus, ist aber nicht identisch. Beim GU10-Spot links fiel mir außerdem ein mangelhaftes Finish auf: Eine Kühlluftöffnung des Aluguss-Gehäuses war nicht komplett entgratet.

Den LEDON-Leuten in Vorarlberg wird sie vor zweieinhalb Jahren wohl wie ein großer Wurf vorgekommen sein – ihre neue LED-Spot-Serie mit einem starken, schwarz-weißen Farbkontrast in Wellenform zwischen dem oberen und unteren Teil des Gehäuses. Ich war damals schon skeptisch, weil sich nach meinem Empfinden ein schwarzer Strahler-Kopf weder in silbernen noch in weißen Leuchten-Gehäusen oder Einbaurahmen besonders gut macht.

LEDON sah das später offenbar auch ein, bot aufsteckbare weiße und chromfarbene „Color Rings“ als farbliche Nachrüstung an, ließ jedoch ein weiteres Manko unangetastet: Während immer mehr LED-Retrofits im Sortiment der Österreicher mit „Premium“-Lichtqualität punkten konnten – die ersten großen, „warm-weißen“ LEDON-E27-„Birnen“ hatten schon 2010 Farbwiedergabeindex Ra 90, verharrten die GU10-, GU5.3- und GU4-Strahler bei etwas über Ra 80 (Glüh- und Halogenlampen haben ca. Ra 100). In fast jedem Telefonat mit Dornbirn und später Lustenau wies ich penetrant auf die Schere zwischen dem damaligen Anspruch als „Premium-Licht“-Anbieter und der Realität bei den kleineren LED-Retrofit-Typen hin.

Die Spots blieben hartnäckig bei Ra 80

Ab Herbst 2013 konnten immerhin einige E14-„Kerzen“ und -„Tropfen“ die Ra-90-Hürde überspringen, gut ein Jahr später gab’s einen sehr farbtreuen AR111-Niedervoltstrahler, im März 2015 gelang das auch bei den kleinen G4- und G9-Stiftsockellampen; bei den Spots änderte sich während der ganzen Zeit leider nichts Wesentliches beim Farbwiedergabeindex.

Wer Ra 90 wollte, konnte immerhin ab Sommer 2014 für knapp 40 Euro auf einen integrierten Strahler mit fest verbautem CoB-Chip und externem Trafo ausweichen. Dessen optisches Prinzip mit einer zentralen Lichtquelle und einem facettiertem Reflektor begegnet uns jetzt wieder: Bei den neuen, farbtreuen Retrofit-Spots mit weißem Gehäuse. Die gibt’s ab sofort in verschiedenen Varianten, teils auch dimmbar, für 230 oder 12 Volt Stromversorgung, mit 38 oder 60 Grad Halbwertswinkel. Jeweils ein chromfarbener „Color Ring“ liegt gratis bei – die alten Farbringe passen hier nicht mehr.

Der stille Mini-Richtscheinwerfer

LEDON-GU5.3-3,5W-Pack-vornAls nicht dimmbarer, stromsparender LED-Ersatz für mindestens 20 Watt starke MR16-Niedervolt-Halogenspots mit GU5.3-Sockel sieht sich der offiziell knapp 8 Euro teure 3,5-Watt-Strahler von LEDON. 230 Lumen Lichtstrom, enorme 600 Candela Lichtstärke, 2700 Kelvin Farbtemperatur, 38 Grad Halbwertswinkel und Farbwiedergabeindex Ra 90 sind seine offiziellen Eckdaten.

Maße (5 cm Gesamtlänge mit Pins, 5 cm Maximalbreite) und Gewicht (47 Gramm) sind ebenso Retrofit-tauglich wie die akzeptierte Stromversorgung: Gleich- oder Wechselspannung – egal, Hauptsache irgendwas mit rund 12 Volt und ausreichender Mindestlast. Empfehlenswert ist dabei meistens ein LED-geeigneter Trafo, weil die Halogen-tauglichen alten Biester mit derart sparsamen Stromnucklern häufig nicht zurecht kommen – außer, sie dürfen gleichzeitig mehrere, parallel geschaltete Exemplare bedienen.

Stromverbrauch hängt auch vom Trafo ab

Wie viel Watt dann ein einzelner LED-Spot zieht, hängt teils vom Trafo ab. Netto ermittelte das Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ LEDON-GU5.3-3,5W-Aufdruckexakt die angegebenen 3,5 Watt (siehe Sockelaufdruck links). Die Kombination aus „Mean Well“-Gleichspannungs-Trafo und Lampe startete bei mir mit gut einer halben Sekunde Leuchtverzögerung, zeigte nach zwei Stunden „Einschwingen“ 4,7 Watt Gesamtleistung an und verursachte keinerlei Störgeräusche. An der Osram-„Halotronic-Maus“ mit 12 Volt Wechselspannung wurde es ohne merkliche Bedenkzeit hell, das Messgerät zeigte 4,5 Watt, der Spot blieb still, während der Trafo in stiller Umgebung bis etwa 30 cm hörbar surrte. Das tut er aber mit jeder Lampe.

LEDON-GU5.3-3,5W-LabelDas EU-Ökolabel berücksichtigt den Trafo-Mehrverbrauch von Niedervolt-Leuchtmitteln durch einen Aufschlag von 10 Prozent auf den Nettowert. In diesem Fall lesen Sie also unter der Einstufung A+ einen durchschnittlichen Jahresverbrauch (bei 1000 Leuchtstunden) von 4 Kilowattstunden (Packungsausschnitt rechts).

Im Dauerbetrieb in meiner offenen, hängenden Testfassung entwickelte der Strahler nur moderate Wärme: Maximal 51 Grad oben an der heißesten Gehäusestelle beim Sockel, etwa Zimmertemperatur (26°) unten am Lichtaustritt.

So ganz ohne Flimmern geht’s hier wohl nicht

LEDON-GU5.3-3,5W-Flicker-DCLeider war der Test-Spot nicht flimmerfrei, obwohl LEDON im Datenblatt „Flicker Prozent < 3%“ schreibt (pdf-Download). Im Display meiner Kamera war durchweg ein leichtes Flimmern zu sehen – unabhängig von der Art der Stromversorgung.

Auch die „Flicker Tester“-App registrierte bei einer Bezugsfrequenz von 100 Hertz einen weit höheren Wert (Screenshot links). Die Messung erfolgte allerdings noch mit einer matten Streuscheibe statt des von „Viso Systems“ empfohlenen Papierstreifens vor der iPod-Linse und dürfte deshalb stark übertrieben sein. Ein neuer Messwert wird nachgeliefert, wenn die Lampe aus dem Labor zurück ist.

Ra-90-Vorgabe wird klar übertroffen

LEDON-GU5.3-3,5W-Pack-obenViel interessanter und aussagekräftiger sind ohnehin die Messwerte aus dem Licht-Labor (pdf-Download des Protokolls): 228 Lumen Lichtstrom innerhalb des EU-konformen 90-Grad-Bemessungswinkels für Richtstrahler, knapp 263 lm über den Vollwinkel (offiziell nur 250 lm), 2655 Kelvin Farbtemperatur und Farbwiedergabeindex Ra 93,6. Keine Schwächen auch bei den Zusatz-Messfarben „Rot gesättigt“ (R9 = 64,0), „Hautfarbe Rosa“ (R13 = 95,4) und „Blau gesättigt“ (R12 = 84,4).

Mein Standard-Farbtreue-Motiv mit einer roten Ducati und einer blauen Yamaha in Modellformaten auf weißem Untergrund lässt jedenfalls kaum etwas zu wünschen übrig, wenn man „warm-weißes“, Halogen-ähnliches Licht mag (Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung):

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LEDON-GU5.3-3,5W-top-anZiemlich satte Farben, relativ geringe Orange-Verschiebung und ein klar umrissener, einfacher Schattenwurf – so muss das bei einer Ra-90-LED-Lampe mit einer einzigen, zentralen Lichtquelle und Reflektor sein (Detailbild rechts).

Oberflächlich sieht das genau so aus wie beim unten getesteten, stärkeren Hochvolt-GU10-Spot. Wie mir jedoch LEDON auf Nachfrage erklärte, gibt es sowohl Unterschiede beim LED-Modul als auch bei der Optik.

Viele Candela trotz weniger Lumen

Anders wäre es auch nicht zu erklären, dass ein 230-Lumen-Strahler mit nominell 38 Grad Halbwertswinkel sagenhafte 600 Candela Maximal-Lichtstärke schafft, während der weitaus stärkere 345-lm-Spot mit ebenfalls 38° gerade mal 50 cd mehr liefert, obwohl es rechnerisch irgendwas um die 900 cd sein müssten LEDON-GU5.3-3,5W-Leuchtbild(einen ausführlichen Grundlagenbeitrag zu solchen scheinbar unlogischen Differenzen lesen Sie dort).

Das Leuchtbild des GU5.3-Strahlers (Bild links) zeigt eine Kombination aus einem anfangs recht breiten, aber schwächeren Lichtkegel und einer sehr engen, hellen und weit reichenden Mittelkeule. Offensichtlich wird ein Großteil des Lichts innerhalb des vom Labor ermittelten Halbwertswinkels von 34 Grad stark gebündelt (pdf-Download des Diagramms). Der Streulichtanteil ist deutlich geringer als beim 6-Watt-GU10-Spot von LEDON.

Vor allem Profis sparen schnell und viel

LEDON-GU5.3-3,5W-DatenDas Stromsparpotenzial gegenüber einem ähnlich hellen 20-Watt-Niedervolt-Halogenspot liegt wegen der hohen Gesamteffizienz von ca. 70 Lumen/Watt bei über 80%. Die Nennlebensdauer ist mit 25.000 Leuchtstunden und 100.000 Schaltzyklen um ein Mehrfaches länger (siehe Packungsausschnitt rechts).

Beides spielt vor allem bei der gewerblichen Amortisations-Kalkulation eine Rolle. Die rund 8 Euro Anfangsinvestition können je nach Nutzungsintensität eventuell bereits im ersten Jahr durch den erheblich geringeren Verbrauch eingespielt werden – danach kehrt sich die Rechnung noch für lange Zeit ins Positive um. Immerhin gewährt LEDON neuerdings fünf Jahre Herstellergarantie – auch für Profi-Anwender.

Mein Testurteil:

Höchste Zeit, dass LEDON auch seine Strahler mit sehr guter Farbwiedergabe ausstattet, deren Nennwert Ra 90 beim 3,5-Watt-GU5.3-Spot laut Labor sogar übertroffen wird. Die gleichzeitige konzeptionelle Änderung der Lichterzeugung passt: Statt mehrerer SMD-LEDs genügt jetzt ein einziges, zentrales CoB-Modul. Störende „Multi-Schatten“ werden so vermieden.

LEDON-GU5.3-3,5W-top-Color-RingDie neue weiße Gehäusefarbe und die aufsteckbaren Chrom-Farbringe (Foto links) machen die Spots optisch universeller einsetzbar; diese Idee wäre schon vor Jahren gut gewesen. Die Testwerte für Lichtstrom und Farbtemperatur liegen bei diesem Niedervolt-LED-Strahler nur minimal unter den offiziellen Angaben und weit innerhalb der Messtoleranz.

Außergewöhnlich hoch ist die Lichtstärke und Reichweite; das Licht wird teils stark fokussiert. Ein kleines Fragezeichen gibt’s beim Thema „Flimmern“ – hier konnte ich die Werksangabe von nur <3% Rate nicht nachvollziehen. 7,99 Euro UVP sind für diesen Spot und die lange Garantiezeit dennoch nicht zuviel. Wenn dieser Spot dimmbar wäre, bekäme er locker vier von fünf Sternen meiner LED-Bewertungsskala. So sind es immerhin noch
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne.

Der dimmbare 50-W-Halogenstrahler-Ersatz

LEDON-GU10-6W-Pack-vornEinige der oben genannten offiziellen Basisdaten gelten auch für diesen neuen, nominell 6 Watt starken GU10-LED-Spot von LEDON: Farbwiedergabeindex mindestens Ra 90, Farbtemperatur 2700 Kelvin, 38° Halbwertswinkel, 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen Nennlebensdauer, 5 cm Maximaldurchmesser, fünf Jahre Garantie – bis hierhin alles identisch.

Sonst ist jedoch vieles anders: 230 Volt Wechselspannung, 58 mm Gesamtlänge, 71 Gramm Gewicht, rund 340 Lumen Lichtstrom, beim knapp 13 Euro teuren Testexemplar dimmbar. Darauf weist der rote Streifen auf der Packung hin (Bild rechts). Das nicht dimmbare Modell hat einen blauen Streifen und kostet drei Euro weniger.

Sehr Halogen-ähnliche Abstrahlung

LEDON-GU10-6W-LeuchtbildVon beiden Versionen könnten Sie auch eine etwas breiter strahlende Variante mit 60 Grad Halbwertswinkel kaufen – das Testexemplar bot jedoch offiziell und im Profi-Labor exakt 38 Grad (pdf-Download des Messprotokolls). Und hier haben wir einen weiteren Unterschied zum GU5.3-Strahler: Der Hochvolt-Spot liegt mit seiner Abstrahlcharakteristik (Foto links) viel näher am Halogen-Vorbild.

Beide Haupt-Lichtkegel sind breiter und sanfter; die Hell-Dunkel-Grenzen sind weicher und fließender, der Streulichtanteil höher. Insgesamt registrierte das Lichtlabor knapp 407 Lumen; innerhalb des 90-Grad-Bemessungswinkels waren es knapp 340 lm (pdf-Download des Protokolls). Als 50-Watt-Halogen-Äquivalent würden übrigens laut EU-Vergleichstabelle schon 300 lm genügen.

Das Licht wirkt wirklich angenehm

LEDON-GU10-6W-top-anDieses Resultat der Kombination aus „Chip-on-Board“-LED, Facetten-Reflektor und zentral vorgesetzer Streulinse mit „Bienenwaben“-Struktur (Bild rechts) wirkte auf mich ausgesprochen angenehm und blendarm. Ein längerer direkter Blick in die Lichtquelle ist natürlich dennoch gefährlich, weil auch 650 Candela maximale Lichtstärke noch eine Menge Holz sind.

Farbtemperatur und „allgemeiner Farbwiedergabeindex“ sind jenen des GU5.3-Strahlers zum Verwechseln ähnlich: Laut Labor von „David Communication“ kamen 2722 Kelvin und Ra 93,0 ’raus. Auch die Zusatz-Messfarben wurden faktisch gleich gut wiedergegeben: „Rot gesättigt“ (R9) mit 63,3, „Hautfarbe Rosa“ (R13) mit 95,5 und „Blau gesättigt“ (R12) mit 86,6. Erwarten Sie deshalb keine Überraschungen bei meinem Farbtreue-Standardfoto mit den zwei Mini-Supersportlern auf weißem Untergrund:

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Dass vor allem die tiefblauen Teile der Yamaha mit dem GU10-Spot noch ein wenig besser durchgezeichnet werden, liegt an der höheren und gleichmäßiger verteilten Gesamthelligkeit, nicht am Farbwiedergabeindex. Die Nikon-„Bridge“-Kamera bekam einfach mehr „Futter“ zum Verarbeiten. Solange der Strahler an einem normalen Schalter werkeln durfte, war im Display übrigens auch kein Flimmern zu sehen.

Am Schalter gab’s nur ein leises Surren

LEDON-GU10-6W-DatenHier blendete das Licht nach dem Einschalten innerhalb von gut einer halben Sekunde hoch; die Lampe ließ in stiller Umgebung bis knapp unter 10 cm Distanz ein leises Surren aus ihrem weißen Aluguss-Gehäuse hören, erwärmte sich nach zwei Stunden in der offenen, hängenden Testfassung auf maximal 68 Grad oben am Sockel und rund 32 Grad unten an der Plastik-Abdeckscheibe.

Zu diesem Zeitpunkt meldeten sowohl mein „Energy Master“-Messgerät als auch das Profi-Labor 6,2 Watt Leistungsaufnahme bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,86.

Nicht ganz so reibungslos läuft der Betrieb, wenn ein Dimmer ins Spiel kommt. LEDON verweist beim Packungsaufdruck (Ausschnitt rechts) nicht umsonst auf eine spezielle Hinweisseite mit Listen empfohlener Dimmer für jedes Lampenmodell. Die aktuellen Ra90-Spots sind dort allerdings noch nicht berücksichtigt.

Lustenau, wir haben ein Dimmer-Problem!

In meinen Versuchen mit vier Reglermodellen von Ehmann, Jung, Sygonix und Merten war durchweg vor allem bei sehr dunklen Einstellungen durch die hohe Regelfrequenz ein starkes Kamera-Display-Flimmern mit horizontalen Streifen im Bild zu sehen. Die „Flicker Tester“-App meldete bei einer Bezugsfrequenz von 100 Hertz teils katastrophale Werte mit Index 0,7 und 100 Prozent Rate. Selbst wenn wir eine sehr große Fehler-Marge dieser Kalkulation berücksichtigen, bleibt noch ein signifikantes Problem übrig. Die von LEDON im Datenblatt versprochenen <3% können sich allenfalls auf den Schalterbetrieb beziehen.

Dazu kommen mehr oder weniger starke Surrgeräusche, am stärksten aus dem offiziell LED-geeigneten, justier- und umschaltbaren Merten-Universaldimmer. Während der LEDON-Spot bis maximal 30 cm zu hören war, reichte das Surren aus dem Dimmer bei mittlerer Reglerstellung teils über einen Meter weit. Immerhin gab’s hier eine Gesamt-Leistungsspanne zwischen ca. 1,5 und 7,2 Watt (Lampe plus Dimmer) – das entsprach etwa 15 bis 100 Prozent der Maximalhelligkeit.

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Etwas leiser (ca. bis 50 cm) war der Jung-Phasenanschnittdimmer, der mit 0,9 bis 7 Watt Gesamtleistung den größten flackerfreien Regelbereich und mit bis zu über eine Sekunde die längste Einschaltverzögerung bot. Als geräuschärmste Wahl präsentierten sich die Phasenabschnittdimmer von Ehmann und der Conrad-Eigenmarke Sygonix, die selbst still blieben und den LEDON-Spot bis rund 30 cm hörbar machten. Beide schafften jedoch nur eine Spanne zwischen etwa 2,3 und 7 Watt – die Lampe lieferte auch bei niedrigster Einstellung noch schätzungsweise über 20% ihres Lichtstroms.

Breitere Spanne mit mehr Lampen im Stromkreis

Wichtig zu wissen: Wenn mehrere LED-Spots im gleichen Dimmer-Stromkreis laufen, erweitert sich normalerweise die Regelspanne wegen der höheren Last nach unten. Vor allem bei justierbaren Dimmern kann dann teils bis zur völligen Dunkelheit heruntergedreht werden. Beim erneuten Einschalten mit Dreh-/Drück-Dimmern ist die Leuchtverzögerung aber umso höher, je niedriger die Voreinstellung ist. Auch das Surrgeräusch aus dem Dimmer kann dann eventuell lauter sein.

LEDON-GU10-6W-AufdruckPrinzipiell gilt das nicht nur für dieses neue LEDON-Modell (Gehäuseaufdruck rechts), das wie viele dimmbare LED-Leuchtmittel offensichtlich immer noch sehr empfindlich auf diverse Regler reagiert. Immerhin klappt das Dimmen selbst über den jeweiligen Bereich meistens ziemlich sämig und flackerfrei.

EU-Ökolabel A+ wird nur sehr knapp verfehlt

LEDON-GU10-6W-LabelFalls sich jemand beim Blick auf die Packung (Ausschnitt links) wundert, wieso dieser lichtstarke Spot gerade mal eine offizielle Effizienz von rund 58 Lumen/Watt und nur das EU-Ökolabel A schafft: Das hat drei Gründe.

Erstens kostet die zur Dimmbarkeit benötigte Vorschaltelektronik mehr Saft. Zweitens reduziert der Sprung von Farbwiedergabeindex Ra 80 auf Ra 90 die Effizienz von LED-Chips durchschnittlich um rund 25%. Und drittens schrammt der LEDON-GU10-Spot mit einem Energieeffizienzindex von 0,19 nur haarscharf am A+-Grenzwert für Richtstrahler vorbei. Der liegt nämlich bei 0,18 – aber knapp daneben ist halt auch vorbei.

Mein Testurteil:

LEDON-GU10-6W-Pack-obenWenn der neue, knapp 13 Euro teure LEDON-Spot mit der vollständigen Typenbezeichnung „LED LAMP MR16 6W/38D/927 GU10 230V DIM“ nicht dimmbar wäre, gäbe es fast nur Lob: Tolle Lichtqualität, schöne Abstrahlcharakteristik, kräftige Gesamthelligkeit, hübsches Design mit alternativem „Color Ring“, am normalen Schalter fast geräuschlos und weitgehend flimmerfrei.

Kaum kommt aber ein Dimmer ins Spiel, kann es harzig werden: Surren, Flimmern, Einschaltverzögerungen – je nach Dimmermodell ist das alles möglich. Mein Tipp: Wenn Sie nicht unbedingt dimmen müssen, nehmen Sie lieber die nicht dimmbare Variante für 9,99 Euro (UVP). Bei meinem Testmodell muss ich jedoch einen Punkt abziehen – statt den sonst möglichen viereinhalb rückt meine LED-Bewertungsskala nur
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne ’raus.

(Offenlegung: Die beiden LED-Strahler wurden mir von LEDON gratis zur Verfügung gestellt und bleiben zum Praxis-Dauertest bei mir. Dass es – wie immer – kein bezahlter Testbericht ist, dürfte schon vom Inhalt her klar sein.)

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