LED-Leuchten bei Lidl: Schreibtisch- und Solar-Licht für Sparsame

„Design im Büro“ und „Wir feiern den Garten“ nennt Lidl seine Aktionen, bei denen Sie ab heute unter anderem LED-Tischleuchten für knapp 17 Euro und ab Donnerstag LED-Solarleuchten für rund 10 und 20 Euro kaufen können. Top-Lichtqualität oder -Helligkeit dürfen Sie bei diesen Preisen nicht erwarten.

Lidl-LED-Tischleuchten-07-15
Sehr lückenhaft und teils auch irreführend sind die Angaben, die uns Lidl in seiner aktuellen Werbebeilage (Ausschnitt oben, gültig ab 6. Juli) über die vier 16,99 Euro teuren LED-Tischleuchten von „Briloner“ aus dem Sauerland verrät. „Langlebiges und energiesparendes LED-Modul (nicht dimmbar)“ steht da beispielsweise. Das trifft jedoch nur für drei Varianten mit fest eingebauten Lichtquellen – eine Version ist dagegen mit einem ebenfalls nicht dimmbaren, aber auswechselbaren GU10-Strahler bestückt.

Dass diese Retrofit-Lampe 2,7 Watt zieht und die integrierten Leuchten zwischen ca. 4 und 4,8 Watt, steht leider nicht im Prospekt, sondern nur im Online-Angebot. So ein Versäumnis gab’s schon bei einer Lidl-LED-Aktion im Februar. Nur auf der Website erfahren Sie auch den allenfalls durchschnittlichen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80. Weniger lassen die EU-Vorgaben für die Farbtreue von Innenbeleuchtung sowieso nicht zu.

Lichtkegel-Breite müssen Sie raten

Nirgendwo kriegen Sie allerdings beim Discounter eine Info über den Abstrahlwinkel. Dabei würde man doch zu gerne wissen, wie groß die Schreibtisch-Fläche ist, die die Leuchten aus 39 bis 79 cm Maximalhöhe erhellen können. Ich vermute je nach Bauart zwischen 60 (Variante 1) und 120 Grad. Die maximale Lichtstärke (in Candela) erfahren Sie von Lidl traditionell ebenfalls nicht.

Stattdessen gibt’s die offiziellen Lichtstromwerte von 250, 300, 330 bzw. 340 Lumen. Die jeweilige Gesamthelligkeit entspricht also ungefähr Glüh- bzw. Halogenlampen zwischen 25 und 35 Watt – wobei die LED-Lichtfarbe bei drei Leuchten etwas „kühler“ erscheint und bei Version 2 sogar „kalt-weiß“ (vermutlich eher noch über 6000 Kelvin). Letztere Variante hatte Lidl übrigens bereits Anfang des Jahres im Angebot – für einen Euro mehr.

Dezentes LED-Licht aus Sonnenenergie

Lidl-LED-Solarleuchten-07-15Eher Orientierungs- als Flutlicht bieten die jeweils maximal 60 Lumen starken LED-Solarstrahler und –Solarleuchten der Lidl-Eigenmarke „Livarno Lux“ für 9,99 bzw. 19,99 Euro mit fest eingebauten, „kalt-weißen“ Chips (Prospektausschnitt rechts, gültig ab 9. Juli). Im schaltbaren „Eco-Modus“ mit bis zu acht Stunden Dauerlicht sollen es sogar nur rund 15 lm sein – etwas mehr als die Helligkeit einer Haushalts-Wachskerze.

Immerhin sind ein separates Solar-Panel (bei der runden Leuchte wahlweise auch integriert) sowie ein Bewegungsmelder im Preis drin. Wenn der die Leuchten aktiviert, gibt’s für 90 Sekunden volle Lichtpower – falls die Akkus noch ausreichend Saft liefern. Die haben beim Strahler nur 600 Milliampèrestunden Kapazität; bei der Leuchte sind’s satte 1400 mAh (offizielle Ladedauer bei optimalen Bedingungen: Drei Tage). Die Wetterfestigkeit ist mit Schutzart IP44 nicht überragend, aber für die meisten Außeneinsätze akzeptabel.

Während adie Erfassungswinkel der Sensoren freimütig genannt werden, lesen Sie freilich nichts über den Abstrahlwinkel der Leuchten. Vermutlich ist jener angesichts der sehr überschaubaren Gesamthelligkeit auch kaum relevant. Vorgeschrieben sind diese und andere Angaben bei LED-Außen- und Solarleuchten sowieso nicht. Dass Lidl diesmal dennoch diverse Daten offenlegt, ist schon fast eine lobende Erwähnung wert.

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LED-Tagebuch (KW 27): Cree-Schwäche, LEP-Test, Oval-Leuchte, LED-Feinschutz

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


28.06.: Kurzzeitig kräftig nach unten gingen vergangene Woche die weltweiten Aktienkurse der großen LED-Anbieter, nachdem US-Marktführer Cree-LogoCree Inc. über sinkende Umsätze und Gewinne wegen des unerwartet heftigen Preisverfalls sowie das saisonbedingte Nachfragetief bei privaten Verbrauchern berichtet hatte und eine Restrukturierung seines LED-Geschäfts ankündigte. Die Produktionsstätten seien anhaltend schwach ausgelastet – trotz starker Zuwächse im „Commercial Lighting“-Segment. Connected-Cree-LED-bulbDeshalb sollen jetzt Überkapazitäten abgebaut und Kosten reduziert werden.

Das böse Wort „Arbeitsplatzabbau“ fiel zwar noch nicht, dürfte jedoch für Cree ähnlich relevant sein wie bei diversen Konkurrenten – ebenso wie der Trend zu hochpreisigeren, „intelligenten“ LED-Leuchtmitteln. Erst Mitte des Monats hatten die Kalifornier mitgeteilt, dass ihre knapp 15 US-$ teure, funksteuerbare „Connected Cree LED Bulb(PR-Foto rechts) nun auch offiziell mit der in den USA weit verbreiteten „SmartThings“-Plattform von Samsung kompatibel sei. Schon zuvor konnte die Lampe problemlos in andere „Connected Lighting“-Systeme wie Philips-„hue“ oder Osram-„Lightify“ eingebunden werden.


Edeka-Mueller-Licht-07-15
29.06.: Falls Ihnen die Preise der „Müller-Licht“-LED-Lampen ab diesem Donnerstag bei Aldi Süd zu billig sind oder der Aktionsvorrat dort zu schnell schwindet: Edeka Südwest bewirbt ab heute drei „warm-weiße“, nicht dimmbare Retrofits mit matter Haube des gleichen Lieferanten (Ausschnitt der Sonderbeilage „Handel(n) mit Verantwortung“ oben, gültig bis 11. Juli).

Hier zahlen Sie allerdings knapp 4 Euro für eine 3-Watt-E14-„Kerze“ mit 245 Lumen und 3000 Kelvin (Ersatz für 25-W-Glühlampe), 5,99 € für das 5,5-W/2700-K-Äquivalent einer herkömmlichen 40-W-E27-„Birne“ und satte 7,99 € für die 810-Lumen-Variante, die mit rund 10 Watt, 2700 K sowie ca. 200 Grad Halbwertswinkel als 60-W-Glühlampen-Ersatz taugt. Die „Müller-Licht“-Retrofits bei Aldi Süd kosten dagegen durchweg 4,99 € im Doppelpack – also nur rund 2,50 € pro Stück. Immerhin hat Edeka Südwest seit einem ähnlichen Angebot vor einem Jahr 3 bzw. 1 Euro abgezwackt.


LED-Licht-Hafen-Oakland
30.06.: Was eignet sich künftig besser für die energiesparende Beleuchtung von großen Überseehäfen – LED („light-emitting diode“) oder LEP („light-emitting plasma“)? Das wollen laut Pressemitteilung die Unternehmen „bremenports“, „NPorts“ und „JadeWeserPort“ ab Dezember auf drei Testarealen untersuchen – voraussichtlich in Bremerhaven, Brake und Emden (oben die LEP-Beleuchtung im Hafen von Oakland/Kalifornien – Fotos: Luxim-PR).

LEP-Leuchte„bremenports“-Geschäftsführer Robert Howe sieht bei den elektrodenlosen Plasma-Leuchtköpfen mit rechteckiger, breitflächiger Abstrahlung (links ein LEP-Leuchtkopf von Luxim) einige Vorteile gegenüber den üblichen LED-Punktlichtquellen: „LEP-Leuchten erwärmen sich nicht so schnell, sind weniger empfindlich gegenüber hohen Außentemperaturen und geben ein flimmer- und schattenfreies Licht ab. Außerdem bieten sie eine längere Lebensdauer und verringern den Wartungsaufwand.“

Dass sie nach dem Einschalten knapp eine Minute bis zur Maximalhelligkeit brauchen, dürfte angesichts der langen nächtlichen Leuchtdauer keine Rolle spielen. Immerhin ist das “kalt-weiße“ LEP-Licht dimmbar und schafft rund 70 Lumen/Watt Netto-Systemeffizienz.


Bauhaus-Oval-LED-07-1501.07.: Nur 10,95 Euro zahlen Sie derzeit bei „Bauhaus“ für eine nicht dimmbare, graue und schmucklose Plastik-Zweckleuchte mit fest eingebauten LED-Modulen und matter Haube (Prospektausschnitt rechts, gültig bis 25. Juli). Die 5,5 Watt starke „Oval-Armatur“ von „Ritter Leuchten“ in Unterfranken kann direkt an 230 Volt Wechselspannung angeschlossen werden und ist mit Schutzart IP44 für Feuchträume sowie überdachte Außenbereiche geeignet

. Sie bietet 450 Lumen Lichtstrom (entspricht etwa einer 40-W-Glühlampe) mit einer Tageslicht-ähnlichen Farbtemperatur von 6500 Kelvin und einem Halbwertswinkel von mindestens 120 Grad (das alles steht leider nicht in der Werbebeilage). Zum Vergleich: So was Ähnliches gibt’s auch als LED-Designerleuchte „RZB Turtle“ für rund 190 Euro. Die kommt allerdings aus Oberfrankennomen est omen.


Eigen-Banner-03-15


02.07.: Einer oft übersehenen Gefahrenquelle für LED-Beleuchtung rückt jetzt mein Blog-Kooperationspartner „David Communication“ offensiv auf die Pelle: Überspannungen im Stromnetz. Die können von außen durch Blitzschlag entstehen, haben aber häufig auch interne Ursachen. Wenn bei Ihnen ungewöhnlich viele LED-Lampen und -Leuchten vorzeitig ausfallen, könnte das ein Indiz für solche „Transienten“ sein.
LED-Feinschutz-Bauteil
Abhilfe schafft dann ein davor geschalteter LED-Feinschutz (PR-Foto, UVP 24,95 Euro), der mit Schutzart IP67 auch im Außenbereich eingesetzt werden kann – möglichst nahe an den betroffenen Leuchtmitteln oder Lampengruppen. So können Sie vor allem im gewerblichen Bereich mit minimalem Aufwand eventuell mehrere hundert Euro teure Überspannungs-Schäden sowie die Kosten für den Austausch vermeiden.


LEDON-12,5W-neu-PR03.07.: Etwas später als ursprünglich geplant ist die bis jetzt hellste LED-„Birne“ der Vorarlberger ins Sortiment des LEDON-Online-Shops gerutscht. Die nicht dimmbare, „warm-weiße“ E27-Retrofit für knapp 17 Euro (UVP, PR-Foto rechts) verspricht „flimmerfreies Licht“ und trifft mit den aus Marketinggründen abgerundeten 1050 Lumen (in Wirklichkeit mindestens 1055 lm) aus 12,5 Watt die EU-Vorgabe für den Ersatz von 75-W-Glühlampen.

Farbtemperatur (2700 Kelvin), Farbwiedergabeindex (mindestens Ra 90), Halbwertswinkel (270 Grad) und das EU-Ökolabel A+ entsprechen den aktuellen, schwächeren LEDON-Modellen; mit 12,5 cm Lange, 6,8 cm Maximaldurchmesser und 180 Gramm Gewicht ist die A66 jedoch etwas größer und schwerer (pdf-Download des Datenblatts).


04.07.: Rund 2400 Austeller aus über 50 Ländern, 21 Hallenebenen, sechs Tage, Riesen-Rahmenprogramm: Das sind die bereits bekannten Eckdaten der nächsten light+building-Logo-2016Light + Building“ vom 13. bis 18. März 2016 in Frankfurt/M.. Nach Angaben der Messegesellschaft haben sich bereits alle Marktführer der Branchen „Licht“ und „Gebäudetechnik“ für die alle zwei Jahre stattfindende, weltgrößte Fachmesse ihrer Art angemeldet.

Im kommenden Jahr steht sie unter dem Motto „Where modern spaces come to life“. Das Leitthema „digital – individuell – vernetzt“ beschreibe die drei Grundpfeiler, um „moderne Räume“ zu schaffen, die gleichzeitig mehr Lebensqualität vermittelten. Unter diesen Aspekten werde demonstriert, wie mit Hilfe der zunehmenden Vernetzung Gewerbe- und Industriebauten, öffentliche Einrichtungen sowie Wohnbauten modern und energiesparend ausgestaltet werden könnten.


05.07.: Bis zum Beginn der nächsten „Lichtsaison“ im September geht das Blog-Telegramm in eine kleine Sommerpause – wegen der bis jetzt ungewöhnlich satten LED-Nachrichtenlage zwei Wochen später als im vergangenen Jahr. Die langen Blogbeiträge in der linken Spalte erscheinen allerdings weiterhin, wenn auch nicht so zahlreich wie sonst.


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