Osram-App hilft bei der Lichtsuche

Den Weg zu einer individuellen, stromsparenden Beleuchtung will Osram jetzt mit einer kostenlosen App für Smartphones und Tablets erleichtern. Der mehrsprachige “Light Finder” (unten ein PR-Screenshot der englischen Version) empfiehlt nach Benutzervorgaben die passenden Lampen und Leuchten.

Osram "Light Finder"-App

Nach meinen Erfahrungen gehört nicht viel dazu, als Kunde beim Kauf von LED-Lampen und -Leuchten besser informiert zu sein als der Verkäufer im örtlichen Fachhandel oder Baumarkt. Künftig können Sie diesen Wissensvorsprung noch weiter ausbauen. Passend zur offenbar immer noch andauernden “dunklen Jahreszeit” (die sich dieses Jahr deutlich länger hinzieht als üblich) serviert Osram laut Pressemitteilung sein Sortiment an LED-, Kompaktleuchtstoff- und Halogenbeleuchtung in Form eines Suchprogramms.

Eine Unteranwendung namens “Lampen Finder” (sic – ohne Durchkopplung!) fragt zuerst nach dem gewünschten Sockel für die Lampe. Danach können Sie zwischen verschiedenen Lampenformen – etwa “Birne” oder “Kerze”  – wählen. Anschließend entscheiden Sie sich noch für die gewünschte Helligkeit der Lampe, und die App zeigt Ihnen, welche Licht-Technologien und Modelle für Ihre Zwecke in Frage kommen.

Auch komplette Leuchten im Angebot

Neben den Lampen (Leuchtmitteln) können Sie mit dem App-Menü “Licht Idee” auch komplette Leuchten für Ihr Zuhause finden. Dazu werden verschiedene virtuelle Räume vorgegeben, in die Sie Osram-Leuchten “einbauen” und so schon mal den Gesamteindruck im Kleinformat erahnen können. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, einen tatsächlich existierenen, eigenen Raum zu fotografieren, um die vorgeschlagene Leuchte dort direkt zu simulieren.

Die Smartphone- und Tablet-App können Sie ab sofort über den “App Store” von Apple und den “Google Play Store” gratis herunterladen.

Firmen-übergreifendes Suchprogramm?

Selbstverständlich wird Ihnen diese App keine Produkte der Konkurrenz vorschlagen. Das wäre doch ein toller Job für einen findigen, firmenunabhängigen Entwickler: Alle bereits vorhandenen Suchprogramme der Hersteller und Distributoren zu einer übergreifenden Applikation zusammenbasteln, bei der auch Ihre Farbtemperatur-, Farbtreue- oder Abstrahlwinkel-Vorgaben berücksichtigt werden.

Wetten, dass sich dafür – angesichts des Riesenangebots auf dem Sparlampen-Markt – nicht nur Kunden, sondern auch Händler interessieren würden?

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Verbatim startet ersten “Violet Chip”-LED-Spot namens “Vivid Vision”

Vorgestellt wurde es schon vor rund drei Jahren – ab sofort gibt es endlich in Europa die erste Verbatim-LED-Lampe auf Basis des “Violet Chip”-Konzepts der Mutterfirma “Mitsubishi Chemical Corporation”. Der 6,5-Watt-Niedervolt-Spot nutzt drei unterschiedlich beschichtete Chip-Typen und ist vor allem für professionelle Spezialanwendungen vorgesehen.

Verbatim-Vivid-Vision-Spot

Der neue “Vivid Vision”-LED-Spot von Verbatim soll sich unter anderem besonders gut für die farbtreue Beleuchtung von Gemälden eignen. (Grafik/Fotos: Verbatim-PR)

“VxRGB® technology” nennt sich das patentierte Prinzip, das jetzt unter den Handelsnamen “Vivid Vision™” (im Sinne von “klare, lebhafte Wiedergabe”) vermarktet wird. Das erste kommerziell verfügbare Produkt dieser neuen LED-Lampenserie wurde schon 2012 auf Fachmessen präsentiert, hat die Artikelnummer 52224 und heißt mit vollem Namen “Verbatim LED MR16 GU5.3 6,5W/20W VxRGB 180LM 2900K 36 Grad”. Eine unverbindliche Preisempfehlung liegt mir bisher nicht vor.

Der dimmbare Niedervolt-Spot soll einen Farbwiedergabeindex von über Ra/CRI 85 haben und seine Stärken vor allem dort entfalten, wo bisherige LED-Spots Probleme zeigen – etwa bei der Wiedergabe der Einzelfarbe R9 (gesättigtes Rot). Dafür nimmt Verbatim auch eine erheblich geringere Effizienz von nur knapp 28 Lumen/Watt in Kauf. Die 180 Lumen Lichtstrom reichen allenfalls als Ersatz für herkömmliche 20-Watt-Halogenspots.

Violette LEDs sind die Basis

Basis für die Erzeugung des “warm-weißen” Lichts mit einer Farbtemperatur von 2900 Kelvin sind violette LED-Chips (ca. 405 Nanometer Wellenlänge), die anstelle der üblichen blauen bzw. “königsblauen” eingesetzt werden. Durch verschiedene Luminiszenzkonversions-Beschichtungen (auch “Phosphor” genannt) decken Sie mit additiver Rot-Grün-Blau (RGB)-Farbmischung das Weißlicht-Spektrum ziemlich gleichmäßig ab. Größere Lücken in der Bandbreite – etwa bei Grün oder Rot – soll es nicht mehr geben.

Violet Chip-Technologie
LED-Technologien im Vergleich: Rechts die herkömmliche Weißlicht-Erzeugung mit gelb beschichteten blauen LEDs und Lücken im Farbspektrum, links das Verbatim-”Violet Chip”-Konzept mit drei unterschiedlich beschichteten Chips und weitgehend homogener Bandbreiten-Abdeckung.

Verbatim-Phosphors
Ein paar Zutaten aus der Verbatim-”Hexenküche” für die Konversionsschichten von LED-Chips. Je nach Zusammensetzung und Dicke des “Phosphors” wird ein andersfarbiges Licht erzeugt.

Mit dem ersten “Vivid Vision”-Spot zielt Verbatim deshalb vor allem auf Klientel, die besonders hohe Anforderungen etwa bei der Ausleuchtung von Architektur, Mode oder Kunst stellen: Repräsentative Empfangsräume, edle Boutiquen, Museen und Galerien. Der Halbwertswinkel von ca. 36 Grad entspricht etwa dem von Halogenspots, das Licht wird aber fokussierter, mit weniger Streuanteilen abgestrahlt. So sind sehr stark abgegrenzte, gezielte Lichtakzente möglich. Die Lichtstärke wird mit 300 Candela angegeben.

Verbatim-Vivid-Vision-Spot-PackungDieser Niedervolt-LED-Spot (links die Verpackung) ist sicher nur ein bescheidener Anfang. Immerhin versprach Verbatim bereits vor drei Jahren eine sehr große Variabilität des “Violet Chip”-Konzepts. Möglich seien beispielsweise LED-Lampen mit “durchstimmbaren” Farbtemperaturen zwischen “warm-weißen” 2700 und “kalt-weißen” 6500 Kelvin, die konsequent einen Gesamt-Farbwiedergabeindex von bis zu CRI 98 liefern könnten. Zum Vergleich: Halogenlampen sind mit CRI 100 kaum farbtreuer.

Noch spektakulärer ist der projektierte R9-Einzelindex: Hier sei ein CRI-Wert von über 85 möglich. Bei LED-Lampen, die ausschließlich mit den üblichen gelb beschichten blauen LEDs ausgerüstet sind, liegt dieser Wert für die Wiedergabe von sattem Rot teils bei rund 20, teils aber auch nahe Null oder gar im negativen Bereich.

Spezialisierung statt Standardlampen

Jeanine Chrobak-KandoBeim ersten kommerziell vertriebenen “Vivid Vision”-Produkt spielt allerdings die Gesamt-Farbtreue (“nur” CRI 85) offenbar nicht die entscheidende Rolle. Jeanine Chrobak-Kando, “Business Development Manager Lighting EUMEA” bei Verbatim (PR-Bild links), erklärt dazu:

“Der Farbwiedergabeindex (CRI) ist für diese Art von hochspezialisiertem Leuchtmittel nicht die relevante Größe. Es geht vielmehr um den Wunsch der Anwender, die Beleuchtung so einzusetzen, dass Gegenstände noch lebendiger und noch wirklichkeitsgetreuer als bislang wahrgenommen werden können.”

Man wolle das Angebot von LED-Lampen mit dieser Technologie stetig ausbauen – auch mit weiteren Zielrichtungen:

“VxRGB® ermöglicht uns größere Freiheiten bei der Entwicklung von Leuchtmitteln mit einer genau festgelegten Helligkeit, die exakt auf die Bedürfnisse unserer Kunden bei speziellen Anwendungen zugeschnitten sind.”

Diese Ankündigung und die in jüngster Zeit verstärkt präsentierten neuen Multi-LED-Konzepte nach dem “RGB”- oder “RGBW”-Prinzip – etwa von Osram und Philips – zeigen die Bemühungen der Hersteller, LED-Beleuchtungstechnik flexibler zu machen und damit auch spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. Manche meiner Blog-Leser, die sich von LEDs mehr wünschen als nur “warm-weißen” Glühlampen-Ersatz, dürften darüber nicht unglücklich sein.

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