„Tunable white lighting solutions“ – flexible LED-Beleuchtung von Philips

Vorerst nur in Nordamerika hat „Philips Lighting“ jetzt ein neues, digitales Steuerungssystem für flexibel regelbare LED-Beleuchtung vorgestellt: „Tunable white lighting solutions“ arbeitet in der Basiskonfiguration drahtgebunden, in Ausbaustufen auch mit Funksignalen. Spezielle Philips-Leuchten können gedimmt werden sowie ihre Farbtemperatur zwischen „warmweißen“ 2700 und „kaltweißen“ 6500 Kelvin ändern. Das geht wahlweise manuell und stufenlos, mittels Presets, Sensoren oder programmierten dynamischen Verläufen.

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Anwendungsbeispiel für die neuen Philips-„tunable white lighting solutions“: Über ein „Antumbra“-Keypad (Bildmitte) und Presets können verschiedene weiße Farbtemperaturen in einem Klassenzimmer eingestellt werden. Sie sollen je nach Anforderung für aufmerksamkeitsfördernde („focus“) bis beruhigende Stimmung („calm“) sorgen. (PR-Fotos: Philips Lighting)

Wer zuhause beispielsweise ein Osram-„Lightify“-, „LightMe Varilux“– oder Philips-„hue“-System mit „tunable white“-Leuchtmitteln hat, kennt das schon: Je nach Situation und Anforderung können Sie das LED-Licht mal aufmunternd und Tageslicht-ähnlich „kalt“, mal neutral, mal beruhigend „warmweiß“ oder individuell irgendwo dazwischen leuchten lassen. Das geht bei vielen „Smart Lighting“-Systemen auch automatisiert und dynamisch, sogar unter Berücksichtigung von Sensoren, die Anwesenheit, Bewegung oder Lichtintensität registrieren.

Die Branche setzt zunehmend auf das Prinzip „Human Centric Lighting“ – dynamisches Kunstlicht, das den Mensch und seine Orientierung am Tagesverlauf des natürlichen Lichts in den Mittelpunkt stellt, die auch den circadianen Rhythmus taktet. Das übergeordnete Ziel solcher Beleuchtung soll sein, Gesundheit, Befinden und Leistungsvermögen zu fördern. Im Profi-Bereich war hier unter anderem Osram mit „Lightify Pro“ ganz vorne dabei; bei Konkurrent Philips fehlte bisher ein integriertes, einfach zu konfigurierendes, skalierbares Indoor-Steuerungssystem samt kompatibler Komplettleuchten für Gewerbe, Industrie, öffentliche Gebäude, Schulen, Krankenhäuser, Museen etc..

Vorerst sind sechs Leuchten-Modellreihen kompatibel

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Statische LED-Leuchtmittel mit fest eingestellter Helligkeit und Farbtemperatur können in dieser Liga normalerweise nicht mitspielen. Also muss ein umfangreiches Sortiment an dynamisch regelbaren Leuchten und Lampen her, das zentral und/oder dezentral und möglichst flexibel angesteuert werden kann.

Diesen Anspruch will Philips jetzt mit seiner ersten „tunable white lighting solutions“-kompatiblen LED-Leuchtenpalette erfüllen (Werbe-Video): Die Aufbau- und Hängeleuchten-Modellreihen Ledalite-„BoldPlay“ und -„FloatPlane“, die Einlege-Panels Day-Brite-„SofTrace“, -„ClearAppeal und -„EvoGrid“ sowie das Einbau-Downlight „Lightolier LyteProfile“ (PR-Foto oben).

LED-Chips mit mindestens zwei Farbtemperaturen

Philips-Antumbra-PanelsSie alle müssen dimmbar sein und jeweils mindestens zwei getrennt ansteuerbare LED-Chip-Typen („warmweiß“ und „kaltweiß“) beherbergen, um mit einem stufenlos einstellbaren Mischverhältnis die gewünschten Farbtemperatur erzeugen zu können.

Dazu gibt es verschiedene „Antumbra“-Steuer-Panels und -Displays für die Wandmontage (Modellbeispiele rechts) – den Namen kennt man schon von den „Dynalite“-Sensortastern. Als Herzstück einer „Stand alone“-Basisinstallation dient ein „load controler“, der im Schaltschrank versteckt werden kann, dort die Signale der Panels und Sensoren empfängt und über eine digitale Duplex-Steuerleitung Befehle an die angeschlossenen Leuchten sendet (ausführliche pdf-Broschüre).

Für App-Steuerung braucht’s deutlich mehr

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In der Boutique einfach mal die Bekleidung vor dem Kauf bei verschiedenen weißen Lichtfarben und Helligkeiten checken: Kein Problem – dank einer optionalen App-Steuerung für die „tunable white lighting solutions“ von Philips.

Alternativ können Sie mit Hilfe einer „DNG232-NA“-Netzwerk-Brücke auch vorhandene Philips-„Color Kinetics“-Leuchten in das System integrieren. Deutlich mehr Hard- und Software braucht es allerdings für ausgefeilte, dynamische Programmierungen und eine drahtlose Steuerung der „tunable white lighting solutions“-Leuchten. Hier empfiehlt sich ein Philips-„Envision“-System samt Zentralcomputer, WLAN-Router, Gateway und spezieller App für Mobilgeräte. Hat den Vorteil, dass hier bei Bedarf auch „statische“ Leuchten und andere „Smart Lighting“-Systeme wie Philips-„Dynalite“ eingebunden werden können.

Was das alles kostet? Keine Ahnung – Preise für Profi-Produkte werden von „Philips Lighting“ generell nicht publiziert. Es wird auf jeden Fall weit mehr sein, als Normalverbraucher für ihre private Beleuchtung ausgeben wollen. Alle anderen müssen sich zumindest hier in Europa noch keine großen Gedanken über die Finanzierung einer solchen Investition machen: Philips bietet das „tunable white lighting solutions“-Sortiment vorerst nur in Nordamerika an. Und weil in den USA und Kanada vorwiegend 120 Volt Wechselspannung mit 60 Hertz aus der Stromleitung kommen, dürfte beispielsweise eine kompatible Philips-Leuchte ohne Modifikation bei uns nicht funktionieren.

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