Philips schließt Lücken in seinem LED-Retrofit- und Hue-Angebot (Update)

In diesem Frühjahr oder „zeitnah“ will Philips eine ganze Reihe neuer LED-Retrofits in den Handel bringen – darunter besonders leistungsstarke „InstantFit“-Röhren sowie diverse Lampen mit flexibler Farbtemperatur. Ein Überblick der wichtigsten Neuzugänge im „Consumer“-Sortiment der aktuell zum Verkauf stehenden „Philips Lighting“-Sparte.

Philips-Hue-Dimmschalter-white-ambiance-E27
Darauf haben Hue-Fans lange gewartet: Eine weiß leuchtende E27-Lampe namens „Hue white ambiance“, die ihre Farbtemperatur zwischen „kaltem“ Tageslichtweiß (6500 Kelvin) und „warmem“ Kerzenlichtgelb (2200 K) verändern kann und bis zu 800 Lumen produziert (bei „neutralweißen“ 4000 K). Natürlich ist sie auch mit dem neuen Hue-Dimmschalter (links) kompatibel, der als batteriebetriebene Fernsteuerung fungiert. (Fotos: Philips-PR)

Klar hat der weltweite Kunstlicht-Marktführer Philips schon eine fast unübersehbare Zahl von LED-Lampenmodellen im Angebot. Ein paar Nischen für neue, sinnvolle Produkte gibt’s aber dennoch, teils sind es sogar weit offene Lücken. So hat Konkurrent Osram beispielsweise in seiner fernsteuerbaren „Lightify“-Familie schon lange „tunable white“-Lampen mit einstellbarer Farbtemperatur zwischen 2700 und 6500 Kelvin; bei Philips geht das zumindest bei den E27-Hue-Retrofits bisher nur über den Umweg einer kompromissbehafteten RGB-Mischung.

Das soll sich mit der „Hue white ambiance“ ändern, die in der äußeren Form der bekannten „Hue lux“-E27 mit festen 2700 K entspricht, aber laut Pressemitteilung stufenlos von 2200 bis 6500 K durchstimmbar sein soll. Diese Spanne reicht also von „extra-warmweiß“ bis „kaltweiß“ und ist damit auch erheblich breiter als bei den nicht vernetzbaren, aber ebenfalls lichtfarbflexiblen Philips-LED-Retrofits der „DimTone“– bzw. „WarmGlow“-Linien. Die Maximalhelligkeit von 800 Lumen (entspricht etwa einer 60-Watt-Glühlampe) soll bei „neutralweißen“ 4000 K und 9,5 Watt Leistungsaufnahme erreicht werden; weitere Daten wie Farbwiedergabindex, Abstrahlwinkel oder Preis (siehe Update unten) wurden noch nicht veröffentlicht.

Neue „Lichtrezepte“ auch mit Dimmschalter

Hue-Bridge-2015-WandImmerhin wissen wir schon, dass es ein Starter-Set mit zwei „Hue white ambiance“-Lampen und einer aktuellen Hue-Bridge (2.0, Philips-PR-Foto links) geben soll, die sowohl Apple HomeKit als auch den batteriebetriebenen Philips Hue-Dimmschalter unterstützt. So könnten die Hue-Leuchtmittel wahlweise per App, Dimmschalter oder Siri-Sprachsteuerung und Apple Watch gesteuert werden.

Und weil der Dimmschalter bei Bedarf auch ohne Kopplung an das Hue-Gateway („Bridge“) funktioniert, dürfen Leute, die kein Smartphone oder Pad mit der Hue-App haben, immerhin das Licht an- oder ausschalten und verschiedene „Lichtrezepte“ ausprobieren. Deren Programmierung soll mit neuen „Routinen“-Funktionen erleichtert werden, die in Kürze zusammen mit einer komplett überarbeiteten App eingeführt werden – beispielsweise:

  • „Aufwachen“ holt Sie mit einem aufdimmenden Sonnenaufgang aus dem Tiefschlaf, bevor der Wecker klingelt.
  • „Einschlafen“ dimmt das Licht abends, bis es vollständig ausgeht. So kommt der Körper zur Ruhe und bereitet sich mit zunehmender Melatonin-Produktion aufs Einschlafen vor.
  • „Nachtlicht“ ist speziell für kleine Kinder interessant, wenn sie mal wieder mitten in der Nacht aufstehen (und das tun ja die meisten). Die geringe Leuchtstärke mit minimalem Anteil von blauem Licht stört dann den Schlafzyklus nicht.

Andere „Lichtrezepte“ erleichtern laut Philips den Alltag, indem sie helfen, konzentriert zu arbeiten, zu entspannen, Energie zu tanken oder abends zur Ruhe zu kommen.

Flexibles Licht ganz ohne Netzwerk

Philips-Classic-LED-SpotZum Teil sind solche flexiblen Einstellungen jedoch auch mit anderen LED-Lampen möglich – auf einer etwas niedrigeren Technologie-Ebene und ganz ohne Hue-Netzwerk und/oder ZigBee-„Light Link“-Funkmodule.

Dazu wird es nach Philips-Angaben bald weitere Retrofits geben, die ihre besonderen Fähigkeiten bereits mit der vorhandenen Haustechnik zeigen können – also mit normalen Schaltern und Dimmern:

  • Neue „Classic“-GU10-LED-Strahler aus Glas (PR-Foto oben links) ersetzen direkt 25, 35 und 50 Watt starke Halogen-Spots und leuchten auch sehr ähnlich – bei den dimmbaren Varianten inklusive einer Farbtemperatur-Senkung.Philips-Classic-Filament-Globe
  • „Classic Filament“-Lampen (PR-Foto rechts) kommen als moderne und stromsparende Imitationen von Glühfaden-Klassikern bald ebenfalls in „DimTone“-Varianten – das kommt dem „Vintage“-Lichteinduck noch ein Stückchen näher.
  • Zusätzliche „WarmGlow“-LED-Lampenmodelle, insbesondere Reflektorlampen (Hoch- und Niedervolt); außerdem je eine matte LED-Lampe mit E27 Sockel als 40- und 60-Watt-Ersatz sowie eine klare LED-Kerzenlampe mit E14-Sockel als 60-Watt-Ersatz (müsste also satte 806 Lumen haben – eine technische Herausforderung bei dieser kleinen Sockelvariante und deshalb bisher konkurrenzlos).
  • Philips-SceneSwitch-LED-bulb-2200k„SceneSwitch“-LED-Lampen, die ohne Dimmer drei Farbtemperaturen und Helligkeitsstufen liefern können. Den Stufen 806, 320 und 80 Lumen seien dabei die Lichtfarben 2.700, 2.500 und 2.200 Kelvin (PR-Foto rechts) fest zugeordnet. Wie von ähnlichen „3-Step“-, „3-in-1“– oder „Double Click“-Retrofits der Konkurrenz her gewohnt, muss dazu nur der normale Lichtschalter in kurzen Abständen mehrfach gedrückt werden. Die „SceneSwitch“-Modelle haben eine Memory-Funktion, die sich beim erneuten Einschalten an die vorher gewählte Lichtszene erinnert. Mehrere Lampen können an einem Schalter synchronisiert werden.

Allen gemeinsam ist eine Nennlebensdauer von 15.000 Leuchtstunden. Weitere Details oder Preise liegen mir noch nicht vor, werden aber wohl spätestens bis Juni veröffentlicht – zu kaufen dürften die Neuheiten dann im Sommer sein.

Neue LED-Röhre mit bis zu 3700 Lumen

Kein konkretes Marklteinführungsdatum nennen die Niederländer auch bei einer anderen Neuheit, die bei der Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt/Main vorgestellt wurde: Mit der „Master LEDtube UltraOutput (UO“) und ihrer „InstantFit“-Technik erweitert Philips seine LED-Alternativangebote für Gehäuse, in denen bisher Leuchtstofflampen an elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) werkeln. Mit bis zu 3.700 Lumen habe die 26-Watt-Ausführung den derzeit höchsten Lichtstrom ihrer Leistungsklasse und könne durch ihre besonders hohe Effizienz im Vergleich zu einer konventionellen Lösung pro Jahr und Röhre rund 28 Euro Stromkosten sparen.

Philips-LEDtube-UO-InstantFit-Montage
Alte Leuchtstoffröhre ’raus, neue Philips-„LEDtube UltraOutput InstantFit“ ’rein – so einfach geht die Umrüstung jetzt auch bei Leuchtengehäusen mit modernen EVGs. Eine Neuverdrahtung mit Verlust der VDE-/CE-Leuchtenzulassung entfällt.

Die neuen UO-Röhren seien in Längen von 1.200 und 1.500 Millimeter sowie in Lichtfarben von Warm- bis Tageslichtweiß (830/840/865 – das bedeutet Farbwiedergabeindex Ra 80 und 3000, 4000 bzw. 6500 Kelvin) erhältlich. Das Gehäuse bestehe aus splitterfreiem Polycarbonat; mit den drehbaren Endkappen könne die Abstrahlrichtung in 22,5-Grad-Schritten von 0 bis 90 Grad verändert werden. Die Nennlebensdauer betrage bis zu 50.000 Leuchtstunden.

Mit der Markteinführung der neuen Modellreihe gibt es die „InstantFit“-Familie in drei Ausführungen: Als günstige „Master LEDtube“, die dort zum Einsatz kommt, wo die Lichtqualität eine weniger wichtige Rolle spielt, als „Master LEDtube HO (HighOutput)“, die auch für die Beleuchtung im Einzelhandel und in Supermärkten geeignet sei, und als „Master LEDtube UO“ mit der besten Lichtleistung. Damit hätten die Käufer nun für alle Betriebsarten (EVG, KVG/VVG), in denen bisher Leuchtstofflampen von 600 bis 1.500 Millimeter Länge verwendet wurden, energiesparende und langlebige Alternativen zur Verfügung.

Update 23.05.: Die „Hue white ambiance“-Modelle sind laut Philips-Pressemitteilung ab sofort im Handel. Danach kostet ein Starter-Set mit zwei Lampen, einem kabellosen Dimmer und einer Bridge mit Apple-HomeKit-Unterstützung (Version 2.0) 139,95 Euro (UVP). Einzeln gebe es die LED-Lampe für 34,95 Euro. Ebenfalls ab sofort verfügbar ist die neue, um weitere Funktionen ergänzte App.

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Ein Gedanke zu „Philips schließt Lücken in seinem LED-Retrofit- und Hue-Angebot (Update)

  1. Auf „60 Watt“ E14-Kerzen warte ich schon lange und auf solche mit 4000K werde ich wohl noch länger warten…… (muss keine Kerze sein, vielleicht wirds ja wenigstens ein Zylinder…)

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