„Hue Wireless Dimming Kit“: Neue LED-Fernsteuerung von Philips

Ab September wird es in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Produkte für die Philips-„hue“-Familie geben: Eine fernsteuerbare E27-LED-Lampe mit 806 Lumen und einen mobilen Dimmschalter – wahlweise als Set oder einzeln. Beides funktioniert auch ohne Einbindung in ein „hue“-Netzwerk.

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Links die neue „warm-weiße“ 9,5-Watt-Lampe, rechts die batteriebetriebene Fernsteuerung, die bei Bedarf auch aus der Wandhalterung genommen werden kann. (Fotos: Philips-PR)

Eine „Smart Lighting“Insellösung, die vernetzt werden kann – das klingt erstmal paradox. Philips versucht jetzt aber die Quadratur des Kreises mit dem 39,95 Euro teuren „Hue Wireless Dimming Kit“, das ab September unter anderem in der DACH-Region verkauft werden soll. In der der Packung stecken nämlich eine neue E27-„hue“-LED-Lampe (nicht identisch mit der „hue Lux“) und eine Fernbedienung samt optionaler Wandhalterung, die im Duett auch völlig autark – ganz ohne Smartphone, Internet, „Bridge“, App oder „hue“-Netzwerk – funktionieren.

Philips-Hue-WDK-Fernbedienung2Die Installation beschränkt sich auf’s Einschrauben und Anschalten der Lampe, dann ist das Kit schon einsatzbereit. Die magnetische Wandhalterung darf geschraubt oder geklebt werden und hat keinen Einfluss auf die Funktion. Sie können den handlichen Taster also mit jeweils einem Handgriff ’reinstecken oder zur mobilen Steuerung herausnehmen (Bild links).

Über vier selbsterklärende Tasten schicken Sie Ein-, Ausschalt- und Dimmbefehle drahtlos im 2,4-Gigahertz-Frequenzbereich an die „Birne“, die ihre Helligkeit laut Philips-Pressemitteilung flimmerfrei und stufenlos zwischen 0 und 806 Lumen regelt (entspricht mindestens einer herkömmlichen 60-Watt-Glühlampe), maximal 9,5 Watt zieht und eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden hat.

Glühlampe hat teils noch die Nase vorn

Allerdings hat die „hue“-Lampe im Gegensatz zu ihren „Low Tech“-Ahnen nur eine feste Farbtemperatur von 2700 Kelvin, einen mediokren Farbwiedergabeindex Ra >80 (Glühlampe: Ra 100) sowie einen eingeschränkten Halbwertswinkel von ca. 180 Grad (statt über 320°). Die beiden letzten Daten finden Sie übrigens nicht in der deutschsprachigen Pressemitteilung, sondern nur auf der englischsprachigen Produktseite. Philips Deutschland reagierte auf meine entsprechende Anfrage bisher nicht. Exzellente LED-Lichtqualität sieht heutzutage jedenfalls anders aus.

Ein batteriebetriebener „hue“-Dimmtaster kostet einzeln 24,95 Euro (UVP) und kann in Innenräumen über mindestens 12 Meter Distanz bis zu zehn solcher Lampen (Einzelpreis: 19,95 €) steuern. Aufwendige Installationen mit teuren, LED-geeigneten Dimmern und die häufig auftretenden Kompatibiltätsprobleme wie Surren oder Flackern entfallen. Eine 3-Volt-CR2450-Knopfzelle soll bei durchschnittlicher Benutzung drei Jahre halten. Die schon etwas ältere „hue tap“-Fernbedienung kann das allerdings noch besser; sie nutzt die kinetische Energie des Tastendrückens als Stromquelle und braucht keine Batterie.

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Wer schon ein „hue“-Netzwerk samt „Bridge“ hat oder sich später eines zulegen will, kann die Neuheiten problemlos einbinden und via App fernsteuern bzw. noch „intelligenter“ machen. Der Dimmtaster ist dann sogar in der Lage, bis zu 50 „hue“-Lampen und –Leuchten anzusteuern. Reichweitenprobleme dürfte es dabei nicht geben, weil diese Leuchtmittel als Transceiver ein „vermaschtes Netz“ bilden und die ZigBee-Funksignale an das jeweils nächstliegende Exemplar weiterreichen.

Das Beste aus zwei „Lighting“-Welten?

Zur Zielgruppe des neuen Kits gehören offensichtlich Nutzer, die zum Steuern ihrer Beleuchtung nicht immer das Smartphone ’rauskramen und sich durch diverse Menüs klicken wollen – und das dürften die meisten LED-Kunden sein. Susanne Schmitz, „Senior Marketing Direktorin“ bei „Philips Lighting“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz, formuliert das so:

„Das Philips Hue Dimming Kit ist ein komfortabler und kostengünstiger Einstieg in eine moderne Dimmtechnologie. Es zeigt, wie einfach eine Smart-Home-Beleuchtung funktionieren kann. Zugleich ist es kompatibel und erweiterbar um andere Produkte der Hue-Familie.“

Im Idealfall also das Beste aus den zwei sich überschneidenden Welten „Smart Lighting“ und „Connected Lighting“, deshalb auch leider nicht billig. Dass allerdings eine nagelneue, „intelligente“, knapp 20 Euro teure E27-LED-Retrofit nur mit Ra >80 und einer nicht besonders rund strahlenden Lichtkeule kommt – das ist für mich kein Idealfall. Und wer auf die unzähligen Möglichkeiten eines Internet-basierten Netzwerks verzichten kann, für den gibt’s Fernsteuer-Insellösungen mit LED-Lampen woanders günstiger.

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LED-Röhren und -Lampen bei Kaufland und Netto: Gut und günstig

T8-LED-Röhren ab 9,99 Euro bei Kaufland, E14- und E27-LED-Lampen ab 2,99 Euro bei „Netto Marken-Discount“ – alle von Zulieferern aus Württemberg: Diese Woche können Sparfüchse ihre alten Leuchtstoff- und Glühdraht-Stromfresser günstig ersetzen – wenn Sie auf Dimmbarkeit und Top-Lichtqualität verzichten.

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Nicht dimmbare T8-LED-Röhren mit G13-Sockeln gab’s bereits im Januar zu Sonderpreisen in vielen Kaufland-Filialen – ab diesem Montag reicht die Spanne von knapp 10 bis rund 15 Euro. Das ist immerhin rund 50% billiger als bei einer ähnlichen Aldi-Süd-Aktion vor zwei Jahren, obwohl die Röhren der renommierten Firma „Näve Leuchten“ aus dem württembergischen Forchtenberg teils etwas effizienter und heller sind als die damals angebotenen von „Müller-Licht“.

Top-Lichtqualität oder universelle Einsetzbarkeit gibt’s für diese Preise allerdings nicht. Die 60, 120 und 150 cm langen Röhren mit einem Lichtstrom von 900 Lumen aus 36 SMD-LEDs, 1620 lm aus 72 und 2160 lm aus 84 Chips haben nur einen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80 (optimal wäre Ra 100) und können ausschließlich in Einzelleuchten mit konventionellen (KVG/VVG) Vorschaltgeräten eingesetzt werden. Der vorhandene Starter muss zuvor durch einen mitgelieferten „Dummy“ ersetzt werden. Mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) vertragen sich die „Näve“-Röhren nicht.

Lichtfarbe nicht weit weg von Leuchtstoffröhren

Die „neutral-weiße“ Farbtemperatur von 4000 Kelvin passt gut für die Arbeitsbeleuchtung in Küchen, Kellern, Garagen, Abstellräumen etc. – eventuell auch in Spiegelschränken im Bad oder als verstecktes Hintergrundlicht hinter den Abdeckblenden von Gardinenführungen in älteren Haushalten, wo häufig Leuchtstoffröhren eingesetzt wurden, um fehlendes Tageslicht zu simulieren.

Die LED-Röhren leuchten etwas effizienter, allerdings auch nicht ganz so hell wie die jeweils gleich langen 840er-Vorgänger. Dafür fokussieren sie ihr Licht stärker in eine Richtung und sind dabei nicht auf Reflektoren in den Leuchten angewiesen. Der Halbwertswinkel dürfte mit den matten Leuchtenhauben maximal 160 Grad betragen. Noch ein Vorteil der Umrüstung: Die Nennlebensdauer von 30.000 Leuchtstunden und das unproblematischere Schaltverhalten ohne Flackern, Flimmern oder nennenswerte Verzögerungen. Unschöne Surr- oder Sirr-Geräusche sollten ebenfalls der Vergangenheit angehören.

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Die Sonderpreise beim Lidl-Schwesterunternehmen Kaufland sind im Vergleich zu diversen Online-Angeboten solcher „Näve“-Röhren wirklich sehr günstig – LED-Umsteiger mit dünnem Finanzpolster bekommen für ihr sauer erspartes Geld ordentliche Produkte mit dem zweitbesten EU-Ökolabel A+. Nur schade, dass die Pflichtangaben für Farbtreue und Schaltfestigkeit nirgendwo zu finden sind.

Rundstrahlende „AvaLux“-Lampen bei „Netto“

Netto-AvaLux-08-15-kleinDie Edeka-Tocher „Netto Marken-Discount“ hat sich jetzt offenbar von ihren „Carrera“-LED-Lampen verabschiedet und präsentiert die bisher vier nicht dimmbaren Retrofits mit E14- und E27-Schraubsockeln eines relativ neuen Anbieters aus Filderstadt bei Stuttgart: „AvaLux“ (Prospektausschnitt rechts, gültig vom 24. bis 29.8., zum Vergrößern anklicken).

Die machen auf mich trotz der günstigen Preise zwischen 2,99 und 5,99 Euro einen recht soliden Eindruck. Zu blöd, dass „Netto“ in seiner Werbebeilage mal wieder einen großen Teil der EU-Pflichtangaben für solche Leuchtmittel unterschlägt – beispielsweise die Helligkeit in Lumen, den Abstrahlwinkel, die Farbtemperatur („warm-weiße“ 2700 Kelvin, steht nur im Online-Angebot), die Farbtreue oder die Schaltfestigkeit.

Hier hilft teilweise nur die „AvaLux“-Website weiter, die etwa der 3,4-Watt-LED-„Kerze“ 250 Lumen einen sehr guten Halbwertswinkel von 250 Grad attestiert. Damit hätten Sie einen akzeptablen, preisgünstigen Ersatz für eine 25-Watt-Glühlampe. Die beiden E27-„Birnen“ können sogar einen sehr runden Hauptlichtkegel von 300 Grad vorweisen – das schaffen sonst fast nur LED-„Fadenlampen“ (es werden sich hier doch keine CoB-Fäden unter den matten Hauben verstecken?).

Spareffekt schon im ersten halben Jahr

Die 6-Watt-Variante für 4,99 € liefert 470 Lumen (offizieller 40-W-Ersatz); das 9-W-Modell bietet 806 lm (60-W-Äquivalent). Alle vier Lampen sollen einen Farbwiedergabeindex von Ra >80, eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden sowie über 20.000 schadlose Schaltzyklen, eine Farbkonsistenz von <6 SDCM und das EU-Ökolabel A+ haben. Das Stromsparpotenzial gegenüber traditionellen Glühlampen liegt exakt bei 85%; die Investion kann sich also schon innerhalb eines halben Jahres amortisieren.

Ich vermute, dass die meisten „Netto Marken-Discount“-Kunden nicht enttäuscht sein werden, wenn sie bei Ihrem Großeinkauf diese Woche auch mal ein paar LED-Lampen mitnehmen. Solche Discounter-Angebote sind ja nicht per se schlecht; anspruchsvolle „LED-Feinschmecker“ tummeln sich sowieso in anderen Preisregionen und Sortimenten.

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