LED-Tagebuch (KW 05): Kursphantasien, IKEA-Preise, LEDON-Chef geht

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Osram-Kurs-01-15
25.01.: Eine ruppige Achterbahnfahrt hat der Aktienkurs der “Osram Licht AG” seit dem Börsengang vor rund eineinhalb Jahren hingelegt (Chart-Grafik oben, zum Vergrößern anklicken). Aktuell geht’s mal wieder bergauf in die Region über 40 Euro. Analysten sehen darin schon ein “Comeback”, das auch durch Übernahmephantasien verursacht sein könnte. Immerhin sollen laut eines Zeitungsberichts die Beteiligungsgesellschaften KKR und CVC konkretes Interesse an der milliardenschweren Philips-Lichtsparte haben.

Im Windschatten eines solchen Mega-Deals können sich offenbar manche Börsenexperten ebenso den Verkauf von Osram-Unternehmensteilen und die Entstehung eines neuen “Licht-Giganten” vorstellen. Jetzt warten die Experten aber erstmal mit Spannung auf den 4. Februar: Dann soll’s aus München die Vorabzahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 geben – eine Premiere für den neuen Vorstandschef Olaf Berlien, der kürzlich Osram-Aktien für fast 500.000 Euro kaufte und damit schon einen beachtlichen Buchgewinn erzielte.


Scheck-in-Mueller-01-15
26.01.: Seit einiger Zeit haben die “Scheck-In-Center” im Edeka-Südwest-Verbund neben den bekannten Philips-Retrofits auch LED-Lampen von “Müller-Licht” im Regal. Diese Woche gibt’s davon zwei nicht dimmbare, “warm-weiße” (2700 Kelvin) Ra-80-Modelle in Doppelpack-Sonderangebote (Prospekt-Ausschnitt oben, gültig ab 26.1., nicht in Heidelberg).

Knapp 5 Euro zahlen Sie für zwei E14-“Kerzen” mit je 3 Watt, 250 Lumen (ersetzt 25-W-Glühlampen) und ca. 150 Grad Halbwertswinkel. Schlanke 9,99 € soll das 10-W-“Birnen”-Duo mit E27-Sockeln, 810 lm (60-W-Ersatz) und rund 200 Grad Abstrahlwinkel kosten. Die Nennlebensdauer liegt allerdings nur bei 10.000 Leuchtstunden, Schaltzyklen werden nicht genannt und das beworbene EU-Ökolabel A++ wird nur von den “Kerzen” knapp erreicht (Energieeffizienzindex 0,11). Die “Birnen” schaffen in Wirklichkeit mit EEI 0,15 nur die A+-Einstufung.

Update 28.01.: In unserem “Scheck-In”-Markt Baden-Baden war der knapp bemessene Regalraum für diese Sonderaktion heute schon komplett leer geräumt.


LEDON-Einbaurahmen-neu1
27.01.: Es hat jetzt doch über einen Monat gedauert, bis zwei der sechs nachträglich angebotenen Einbaurahmen-Varianten für das im Sommer getestete LEDON-LED-Downlight bei mir eingetrudelt sind (Foto oben: W. Messer). Die Leuchte muss von hinten kräftig in eine Feder-Rasterung gedrückt werden, hält anschließend stabil und ist – mit etwas Schmackes – in zwei Richtungen um jeweils 45 Grad schwenkbar.

Der optische Gesamteindruck passt zum Premium-Anspruch der österreichischen Marke, ebenso wie die soliden, Gummi-überzogenen Feder-Halteklammern der Rahmen. Die Preise zwischen 4,99 und 5,99 € sind also vergleichsweise günstig.


EWS-Rechnung-2015
28.01: Auch vergangenes Jahr habe ich wieder (Öko-)Strom gespart: Gegenüber 2013 waren’s rund 10%, wie die aktuelle EWS-Rechnung (Ausschnitt oben, zum Vergrößern anklicken) beweist. Der Rückgang auf rund 2800 Kilowattstunden ist jedoch erneut weniger der “LEDifizierung” des Haushalts zuzuschreiben, sondern eher dem Einsatz effizienterer Großgeräte.

So arbeiten bei mir seit Herbst 2014 eine neue Waschmaschine mit EU-Ökolabel A+++ und ein Wärmepumpen-Wäschetrockner mit A++. Vermutlich sinkt der Verbrauch deshalb auch 2015 wieder ein Stückchen. Bis zur nächsten Rechnung freue ich mich über fast 100 Euro Rückzahlung und die Reduzierung des monatlichen Abschlags von 77 auf 70 €.


Eigenwerbung Juni 2014


Aldi-LED-Strahler-01-1529.01.: Einen ziemlich leistungsstarken LED-Außenstrahler für Wand- oder Deckenmontage kriegen Sie ab heute für knapp 20 Euro bei Aldi Süd (Prospektausschnitt rechts). Aus 14 Watt liefert das nicht auswechselbare Modul 1065 Lumen mit mindestens 90 Grad Halbwertswinkel, was ungefähr einem 75-Watt-Hochvolt-Halogenstab entspricht.

Allerdings ist die Lichtfarbe mit vermutlich rund 5500 Kelvin erheblich “kälter” und wirkt deshalb heller. Das Alumiumgehäuse kann in der Neigung verstellt werden und soll sehr witterungsbeständig sein (Schutzart IP65). Aldi Süd nennt leider keine Lebensdauer, gewährt jedoch immerhin drei Jahre Garantie. Ein Bewegungsmelder ist nicht dabei; Sie müssen also bei Bedarf einen externen Sensor davor schalten.


IKEA-klor-led-haengeleuchte-klein30.01.: IKEA will seine LED-Leuchten (PR-Bildbeispiel: Hängeleuchte “Klor”) und “Ledare”-Lampen noch billiger als bisher anbieten. Laut Pressemeldungen habe Konzernchef Peter Agnefjäll diese Woche bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts für’s Geschäftsjahr 2014 erklärt: “Unsere Größe verschafft uns die einzigartige Möglichkeit, etwas zu bewirken und zu einem Umdenken in der Gesellschaft beizutragen, indem wir zum Beispiel energieeffiziente Beleuchtung für Millionen Menschen erschwinglicher und attraktiv machen”.

75 Prozent aller im letzten Jahr verkauften Beleuchtungsprodukte seien bereits LED-Lampen oder mit LED-Lampen verwendbar gewesen. Ab September 2015 werde dann das gesamte IKEA-Beleuchtungssortiment nur noch auf dieser stromsparenden Halbleitertechnik basieren.


31.1.: Aus Vorarlberg in den Schwarzwald wechselt der langjährige LEDON-Geschäftsführer Detlef Mikulsky (PR-Foto unten). Ab 1. April wird der 50jährige Diplom-Ingenieur weiterer Geschäftsführer von “Hess GmbH Licht + Form” in Villingen-Schwenningen – neben Pierre van Lamsweerde. Die Firma gehört zur niederländischen Nordeon-Gruppe und gilt als Premiumanbieter von gestalteten Außenleuchten und Stadtmobiliar.

Detlef_Mikulsky-kleinMikulsky soll laut Unternehmensmitteilung “mit seinem hohen technischen Erfahrungsschatz und seinem umfangreichen Know-How in Vertrieb und Marketing dazu beitragen, Hess in einem sich rasant verändernden Umfeld dynamisch und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.” Er selbst sei schon sehr gespannt auf die neue Aufgabe und wird mit diesen Worten zitiert: “Die gesamte Lichtindustrie befindet sich derzeit im Wandel und ich freue mich sehr, diesen Wandel und damit auch die Zukunft von Hess aktiv mitgestalten zu können.”

Bei LEDON wurde die überraschende Entscheidung nach meinen Informationen mit großem Bedauern aufgenommen, war doch Mikulsky von Anfang an maßgeblich am erfolgreichen Aufbau des österreichischen LED-Retrofit-Spezialisten beteiligt. Derzeit werde intensiv mit möglichen Nachfolgern gesprochen.


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Blitztest: Zwei farbtreue “MeLiTec”-LED-Lampen von Aldi Nord

Knapp 10 bzw. 8 Euro kosten die beiden LED-Lampen, die ich mir aus dem aktuellen “MeLiTec”-Aktionssortiment bei Aldi Nord herausgepickt habe. Sie sollen mit Index Ra >90 besonders farbtreu sein.

MeLiTec-E27-GU10-an1
Links die dimmbare 12-Watt-“Birne” mit nominell 1055 Lumen, rechts ein nicht dimmbarer 7-Watt-GU-Spot mit 345 lm. Beide sollen eine “warm-weiße” Farbtemperatur von 2700 Kelvin und einen Farbwiedergabeindex von über Ra 90 haben. (Fotos: W. Messer)

Noch bis Samstag (31.1.) wimmelt es in vielen Filialen von Aldi Nord von LED-Lampen fast jeder Art und Stärke – wenn sie wegen der großen Nachfrage nicht bereits ausverkauft sind: Röhren-Retrofits, Reflektorlampen, “Birnen”, “Kerzen”, Nachtlichter – die meisten von “MeLiTec” im Sauerland; allerdings durchweg “made in China”. Ich kann natürlich nicht jedes Modell ausführlich testen, deshalb hier nur stellvertretend zwei besonders farbtreue Lampen, die dennoch vergleichsweise günstig angeboten werden.

MeLiTec-Packs-Kombi

Die “extra-warme” Keramikverbund-“Birne”

MeLiTec-E27-12W-ausKnapp kalkulierte 9,99 Euro kostet der dimmbare LED-Ersatz von “MeLiTec” für herkömmliche 75-Watt-Glühlampen mit E27-Sockel. Mit knapp 12 cm Länge, 6 cm Maximaldurchmesser und 148 g Gewicht ist sie allerdings merklich größer und schwerer als ihre stromhungrigen Ahnen. Das weiße Gehäuse besteht aus einem Verbund von Keramik und einem wärmeableitenden Spezialkunstoff, die matte Haube aus dem üblichem Plastik.

Trotz der offensichtlich geschlossenen Hülle ist sie nur für den Innenbereich geeignet, sollte also nicht in feuchter Umgebung eingesetzt werden. Die Nennlebensdauer: 25.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen – da können Sie das Lampen-Auswechseln wohl für viele Jahre vergessen.

Umso wichtiger ist bei einem so langlebigen Produkt die Alltagstauglichkeit, Abstrahlcharakteristik und Lichtqualität – vor allem jene soll hier besonders gut sein. Tatsächlich zeigt das Leuchtbild eine ziemlich runde Lichtkeule mit einem Halbwertswinkel von knapp 255 Grad (pdf-Download des Messdiagramms), gepaart mit einem sehr rötliche wirkenden, Glühlampen-ähnlichen Farbeindruck:

MeLiTec-E27-12W-Leuchtbild

Die Labormesswerte meines Kooperationspartners “David Communication” liefern die frappierende Datenbasis dazu: Nur 2435 Kelvin Farbtemperatur, ein “allgemeiner Farbwiedergabeindex” von satten 94,9 mit einem extrem guten Einzelwert für die Zusatzmessfarbe “Rot gesättigt” (R9) von 89,4 (pdf-Download des Messprotokolls)! Noch beeindruckender ist die Wiedergabe der “Hautfarbe Rosa” (R13) mit 98,7. Wie mag wohl das dazu gehörende Spektraldiagramm mit der Strahlungsleistung (in Milliwatt) pro Nanometer Wellenlänge aussehen? So:

MeLiTec-E27-12W-Spektrum

Da merkt auch ein halbblinder Laie, dass hier besonders viel Wert auf den roten Lichtanteil gelegt wurde – mit einer extremen Spitze bei ca. 631 nm und einem wenig ausgeglichenen Verlauf über’s gesamte Spektrum. Sehr schüchtern dagegen der LED-übliche Blau-Peak bei rund 460 nm – da hat “kühles” Licht keine Chance. Umso erstaunlicher, dass der Helligkeits-Nennwert von 1055 Lumen Lichtstrom mit 1033 lm dennoch fast erreicht wird.

Ganz schön warm beim Dauerbetrieb

An einem normalen Schalter kriegen Sie dieses Licht ohne nennenswerte Verzögerung und absolut geräuschlos. Nach dem Ausschalten wird’s in weniger als einer halben Sekunde wieder komplett dunkel. In meiner offenen, hängenden Testfassung habe ich nach zwei Stunden Dauerleuchten eine Leistungsaufnahme von 11,2 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,76 gemessen (im Profi-Labor gab’s 10,7 W und Faktor 0,7); das Infrarot-Thermometer zeigte ca. 80 Grad an der heißesten Gehäusestelle oben und rund 30 Grad unten an der Haube. Ich würde die Lampe zugunsten der Lebenserwartung lieber nicht in ein komplett geschlossenes Leuchtengehäuse schrauben – je mehr Durchlüftung, desto besser.

MeLiTec-E27-12W-Schalter-FlickerZum ersten Mal in meinen Blog-Tests wollte ich außerdem das nicht nur bei LEDs verbreitete Lichtflimmern messen – mit der Gratis-App “Flicker Tester” von “Viso Systems” aus Dänemark. So richtig zufrieden bin ich damit aber noch nicht, weil die ermittelten Werte zu inkonsistent sind und sich scheinbar je nach Winkel zwischen iPod-Kamera und Lichtquelle verändern. Nehmen Sie also die Zahlen (Screenshot links) bitte nur als Näherungswerte zur Kenntnis.

Zum Vergleich: Eine 60-Watt-Glühlampe lieferte eine Flimmerfrequenz von 100 Hertz, “Flicker Index” 0,1 und 21%. Die “MeLiTec”-Retrofit darf also “fast flimmerfrei” genannt werden.

Ungewöhnliche Phasenanschnittdimmer-Toleranz

MeLiTec-E27-12W-DatenJe nach Modell können jedoch an einem Dimmer andere Werte herauskommen als an einem normalen Schalter. “MeLiTec” schreibt auf die Verpackung “dimmbar mit Phasenanschnittdimmern” (Bild rechts), was ich einigermaßen erstaunlich finde, weil sich bei mir meistens das Abschnittprinzip besser mit LED-Lampen verträgt.

Tatsächlich kommt dieses “L94″-Modell aber ungewöhnlich gut mit meinem justierbaren Phasenanschnittdimmer von Jung klar, wenn man von der leichten Geräuschentwicklung absieht: Der Dimmer surrt bei Mittelstellung bis maximal ca. 50 cm Distanz, die Lampe bis rund 20 cm. Bei heller und dunkler Einstellung reduziert sich das auf etwa die halbe Lautstärke.

Auf dunkelster Stufe kann die Lampe beim Ausschalten kurz aufblitzen, bevor sie endgültig dunkel wird. Das Einschalten dauert hier etwas über eine halbe Sekunde. Bei helleren Voreinstellungen ist die Verzögerung vernachlässigbar. Dank der Justierschraube ist ein sehr breiter, flackerfreier und stufenlos proportionaler Regelverlauf möglich – zwischen 1,6 und 11,9 Watt Gesamtleistung (Dimmer und Lampe). Das entspricht ungefähr einer Spanne zwischen 5 und 100 Prozent des Maximal-Lichtstroms – sehr gut! Der “Flicker Tester” munkelte dabei übrigens was von Index 0,1 und 40% Flimmern.

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Etwas kleinere Regelspanne beim Abschnittdimmer

Komplett still blieb es an den beiden Phasenabschnittdimmern – der eine nicht justierbar, namenlos und aus dem Baumarkt, der andere justierbar und von “Sygonix”. Der Regelbereich war mit 1,9 bis 11,1 Watt etwas eingeschränkter; ohne Justierschraube änderte sich die Helligkeit aber nur auf etwa 75% des Dimmerwegs. Noch dazu konnte es beim Einschalten auf hellster Stufe passieren, dass die Lampe extrem flackerte und sich erst nach einmaligen Herunter- und wieder Heraufdrehen wieder beruhigte. Dieses Phänomen kann an einem justierbaren Dimmer mit einer korrekten Einstellung des Phasenwinkels vermieden werden.

In jedem Fall und mit beiden Phasenabschnittdimmern gab es jedoch kein kurzes Aufblitzen nach dem Ausschalten, und auch der “Flicker Tester” meldete mit Index 0 und 18% unkritische Flimmerwerte. Wenigstens hier werden meine Erfahrungen bestätigt.

Mein Testurteil:

MeLiTec-E27-12W-AufdruckEigentlich müsste diese knapp 10 Euro teure E27-LED-“Birne” als “extra-warm-weiß” oder so ähnlich verkauft werden, weil die Farbtemperatur rund 10% unter dem Nennwert liegt und das Licht rötlich wirkt. Dass sie trotzdem so hell ist wie versprochen, sogar etwas weniger Strom braucht als angegeben, damit auch das EU-Ökolabel A+ verdient (Energieeffizienzindex 0,14), ziemlich rund strahlt und dazu noch farbtreuer ist als angegeben, war für mich eine faustdicke Überraschung.

Ebenfalls erstaunlich: Die gute Dimmbarkeit an einem Phasenanschnittdimmer, mit sehr breiter Regelspanne – obwohl ich auch hier für den LED-Einsatz generell zu Dimmern mit Justierschraube raten würde. Wenn man den Werten des “Flicker Tester” glauben kann, hält sich das Flimmern in engen Grenzen und sollte für die meisten Nutzer unsichtbar sein. Zwei kleine Einschränkungen hätte ich allerdings: Die Lampe wird im Dauerbetrieb ordentlich warm und die Zahl der schadlosen Schaltzyklen ist mit 50.000 nur durchschnittlich. Deshalb gibt’s zwar nicht die Maximalpunktzahl meiner strengen LED-Bewertungsskala, aber fast:
LED-Stern halbViereinhalb Sterne.

Der GU10-“HALED”-Klon aus China

MeLiTec-GU10-7W-ausEin extremes “Déjà-vu”-Erlebnis bescherte mir der nicht dimmbare 7-Watt-GU10-Spot von “MeLiTec”. Dieses Design mit dunkelgrauem Aluguss-Gehäuse, den schrägen Kühlrippen, den Luftschlitzen am oberen Gehäuserand, der zentralen COB-LED-Lichtquelle und dem geriffelten Reflektor – das hatte ich doch erst kürzlich gesehen, oder?

Und dann prangt auch noch eine Prägung namens “V-Light” oben am Rand; auf der Packung steht “V-Light – powered by MeLiTec” – sehr verdächtig. Klar gibt’s ein paar Unterschiede zum getesten 7-Watt-“HALED”-GU5.3-Niedervolt-Strahler von “Civilight”: Der weiße GU10-Sockel beim 230-Volt-Spot “MeLiTec” natürlich oder die Nennwerte für Lichtstärke (900 statt 750 Candela) und Lichtstrom (345 statt 300 Lumen). Aber schon beim Farbwiedergabeindex Ra 90 und den 36 Grad Halbwertswinkel herrscht wieder Gleichstand. Und wenn wir uns die GU10-Variante bei ELV für knapp 18 Euro angucken, dürfte das Verwandtschaftsverhältnis endgültig geklärt sein: Nachtigall, ick hör’ Dir trapsen … die beiden kommen sicherlich aus dem gleichen Werk in China.

Keine Platzprobleme beim Strahlertausch

MeLiTec-GU10-7W-DatenDer “MeLiTec” kostet jedenfalls mit 7,99 Euro weniger als die Hälfte, nennt immerhin 25.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen Lebensdauer, misst 56 mm in der Länge, maximal 50 mm in der Breite und wiegt laut meiner Messung schlanke 56 Gramm. Da sollte es beim Austausch von traditionellen 35- oder 50-Watt-Halogenstrahlern keine Platzprobleme geben.

Ebenfalls relativ unkritisch: Die Hitzeentwicklung in meiner offenen, hängenden Testfassung. Hier gab’s nach zwei Stunden “Einschwingen” maximal 66 Grad an der heißesten Gehäusestelle nahe des Sockels und rund 30 Grad am Lichtaustritt. Dennoch sollten Sie nicht längere Zeit mit bloßen Fingern dran ‘rumgrapschen beim Lampenwechsel.

Schnelle Reaktion auf den Schalter

MeliTec-GU10-7W-FlickerLicht gibt’s nach dem Einschalten ohne merkliche Gedenkpause; nach dem Ausschalten wird’s in etwa einer halben Sekunde wieder dunkel. Die Warm-Verbrauchswerte meines Hobby-Messgeräts und des Labors lagen eng beeinander: 6,7 bzw. 6,4 Watt und Leistungsfaktor 0,64 bzw. 0,57. Ein störendes Surren konnte ich nicht hören.

Der “Flicker Tester” behauptete in seiner unendlichen Weisheit, einen Flimmerindex von 0,2 und 57% Intensität mit doppelter Netzfrequenz wahrgenommen zu haben (Screenshot rechts). Das könnte theoretisch von besonders sensiblen Augen ohne weitere Hilfsmittel wahgenommen werden und macht sich eventuell auch für alle anderen als “Stroboskopeffekt” bei schnell bewegten Objekten im Lichtschein bemerkbar.

Der Lichtkegel kommt uns sehr bekannt vor

MeLiTec-GU10-7W-LeuchtbildApropos Licht: Der gemessene Abstrahlwinkel von 35,8 Grad (Download des Diagramms) bestätigt den Nennwert, erzählt aber nicht die ganze Wahrheit. Das Leuchtbild (links) zeigt nämlich zwei Kegel. Der erste, schwächere beginnt direkt am Spot und hat einen Winkel von grob 90°, der zweite ist erheblich enger und weitreichender. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Mir auch. Ich hatte ja schon den “Civilight”-Spot als “Halogen-Imitator” bezeichnet, deshalb gilt das für den “MeLiTec”-Strahler genau so.

Die Discounter-Ware ist sogar noch besser in Form, wie die Laborwerte zeigen (Download des Messprotokolls): Innerhalb des EU-konformen 90-Grad-Bemessungswinkels für Richtstrahler haut der “L84″ 372 Lumen ‘raus, insgesamt sind’s sogar beeindruckende 416 lm. Die Farbtemperatur 2722 Kelvin und der Farbwiedergabeindex Ra 90,9 liegen sehr nahe am Nennwert, die Zusatz-Referenzfarben R9 (“Rot gesättigt” = 40,4) und R 13 (“Hautfarbe Rosa” = 93,8) marginal über den “HALED”-Resultaten.

Eigentlich dürfte A+ auf der Packung stehen

Außerdem schafft der “MeLiTec”-Strahler nach unseren Messwerten knapp den Sprung auf die EEI-18-Latte für’s EU-Ökolabel A+ (auf der Packung steht nur A), während sich der “Civilight” auch real mit A begnügen muss. Spätestens jetzt dürfte es keinen Zweifel mehr geben, dass das Aldi-Nord-Sonderangebot ein adäquater Ersatz für einen 50-Watt-Hochvolt-Halogenspot ist – abgesehen natürlich von der fehlenden Dimmbarkeit.

Das Spektraldiagramm könnte fast ein “Copy & Paste”-Werk sein, weil es dem anderen mit seiner relativen Ausgeglichenheit wie aus dem Gesicht geschnitten ist:

MeLiTec-GU10-7W-Spektrum

Der “Color Peak” bei 615 Nanometer, die Farbdominante bei ca. 583 nm – alles nix Neues oder gar Überraschendes. Deshalb kann ich auch locker auf mein Standard-Farbtreuebild verzichten; es würde genau so aussehen wie das hier.

Update 31.1.: Ein Leser wies mich jetzt in den Kommentaren darauf hin, dass die Kurven der beiden Spots im Grünbereich (links von der höchsten Erhebung) merkliche Unterschiede aufweisen.

Mein Testurteil:

MeLiTec-GU10-7W-topDas Preis-/Leistungsverhältnis dieses “V-Light – powered by MeLiTec”-Spots, den es sonst preis- und baugleich auch als E14-Strahler gibt (pdf-Download des Messprotokolls), dürfte aktuell kaum zu schlagen sein. Knapp 8 Euro für einen sehr farbtreuen, hellen, genügsamen, stillen LED-Strahler mit über 85% Stromsparpotenzial sollten auch Amortisations-Skeptiker überzeugen.

Der hier spielt sein Geld schnell wieder ein und kann noch lange danach für ordentliches Licht sorgen, mit dem auch anspruchsvolle LED-Fans auf Dauer leben können. Als nicht dimmbarer Spot fehlen ihm auch die Nachteile vieler dimmbarer Modelle: Kein Flackern, kein Surren, keine ewig langen Einschaltverzögerungen. Dafür vergibt meine LED-Bewertungsskala doch sehr gerne
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sterne.

(Offenlegung: Die beiden Lampen wurden mir von “MeLiTec” gratis geliefert – sie bleiben wie üblich zum Alltags-Dauertest bei mir. Der Text wurde mit ziemlichem Tempo geschrieben – wenn Sie Fehler finden, bitte unten in den Kommentaren melden – danke!)

Update: Messprotokolle und Abstrahldiagramme gibt’s auch noch von diesen “warm-weißen”, nicht dimmbaren Aktionslampen, die “David Communication” direkt bei Aldi Nord gekauft hat:

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