Im Test: LCTW wechselt neue GU10-LED-Spots ein

Heimlich, still und leise hat “LED’s change the world” (LCTW) ein paar neue GU10-LED-Spots in sein Sortiment eingewechselt. Die wahlweise silbernen oder weißen Strahler holen offiziell 350 Lumen Lichtstrom aus rund 7 Watt bzw. 460 lm aus knapp 8 W. In Wirklichkeit sind’s sogar einige Lümchen mehr.

LCTW-GU10-neu-Kombi

So viel Heimlichkeit – in der Weihnachtszeit” – da bin ich doch tatsächlich erst diesen Monat – im Zusammenhang mit zwei anderen Neuheiten – auf mir bisher unbekannte Spots im Sortiment meines Blog-Werbepartners “LED’s change the world” (LCTW) gestoßen: Weiße und silberne, dimmbare GU10-/230-Volt-Strahler mit bis zu 460 Lumen “warm-weißem” Licht (2700 Kelvin) und 1200 Candela Lichtstärke – deutlich heller als 50-Watt-Halogenspots. Dazu wird eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden und 100.000 Schaltzyklen versprochen.

Echtes Sensationspotenzial haben die Teile allerdings kaum. Der Lieferant “Sengled Optoelectronics Co., Ltd” aus Shanghai hat sich bei der Weiterentwicklung der bisherigen Modelle offensichtlich vor allem auf die Dimmbarkeit bzw. Verbesserung von Helligkeit und Effizienz konzentriert; ein geändertes Design oder höhere Lichtqualität stehen eventuell in der Agenda, sind jedoch noch nicht in der Serienproduktion angekommen. Bis jetzt bleibt’s also bei der bekannten Bauform mit 58 bzw 57 mm Länge, bis zu 50 mm Durchmesser und Farbwiedergabeindex Ra 80. Beginnen wir mit dem hellsten Licht in der LCTW-Strahler-Kapelle:

Der 8-Watt-/36-Grad-Fernstrahler

LCTW-GU10-neu-460lm-ausEigentlich hat sich ja beim neuen LCTW-Top-Spot für 9,95 Euro (rechts die silberne Variante) nicht viel geändert gegenüber dem nominell 7,8 Watt starken Vorgängermodell: 460 statt 430 Lumen Lichtstrom, aber gleiche maximale Lichtstärke (1200 cd) wegen des etwas breiteren Halbwertswinkels (36 statt 35 Grad). Es leuchten immer noch acht “Nichia”-SMD-LED-Chips unter der Linsen-/Streuscheiben-Kombi aus Kunststoff; der Gehäuseteil mit den markanten Kühlrippen und -öffnungen besteht weiterhin aus Aluminiumguss. Mit 79 Gramm ist der neue Spot gerade mal drei Gramm schwerer.

Tatsächlich sind die beiden Generationen aber noch näher beieinander. Das enthüllen die Messergebnisse meines Blog-Kooperationspartners “David Communication”: Im Labor zog der Neuling nach zwei Stunden “Einschwingen” nämlich 7,7 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,82 (bei mir waren’s am Hobby-Messgerät 7,5 W und 0,97, dazu gab’s maximal 60 Grad Hitze an der wärmsten Gehäusestelle) und lieferte zwar insgesamt beeindruckende 534 Lumen, aber nur 441 statt 460 lm im EU-konformen 90-Grad-Bemessungswinkel für Lampen mit Richtwirkung (pdf-Download des Messprotokolls).

LCTW-typisch: Halogen-ähnliches Licht

LCTW-GU10-neu-460lm-AufdruckDer Abstrahlwinkel mit mindestens der Hälfte der maximalen Lichtstärke lag ebenfalls etwas unter der Herstellerangabe: 34,4 Grad (pdf-Download des Diagramms, Lampenaufdruck links). Das dürfen Sie aber gerne unter “Messtoleranz” verbuchen.

In der Praxis haben sie jedenfalls jede Menge weitreichendes, Halogen-ähnliches Licht, das selbst in zehn Metern Entfernung noch einigermaßen komfortable Zeitungslektüre ermöglicht. Sieht ungefähr so aus:

LCTW-GU10-neu-460lm-Leuchtbild

Die Streuscheibe sorgt für einen initial sehr breiten, relativ hellen Lichtkegel und einen recht sanften Übergang zur viel stärker (Linsen-)fokussierten Hauptlichtkeule. Die Hell-/Dunkelgrenze ist ebenfalls ziemlich breit auslaufend statt brutal abgeschnitten (welchen Einfluss eine solche Abstrahlcharakteristik auf die Candela-Werte hat, können Sie in diesem Beitrag nachlesen). Die LCTW-Beschreibung “Punktbeleuchtung” trifft demnach nicht wirklich den Kern der Sache.

Farbtreue-Vorgabe Ra 80 wird erfüllt

Keine Überraschungen gab’s bei der Messung von Farbtemperatur (2638 Kelvin) und “allgemeiner Farbwiedergabeindex” (Ra 82,5) – mit dem für solche LED-Lampen üblichen, schwachen Wert für die Zusatz-Messfarbe R9 (“Rot gesättigt” = 15,7). Immerhin zeigte der neue LCTW-Strahler keine Schwäche bei der Wiedergabe von “Hautfarbe Rosa” (R13 = 83,7) und lieferte ein akzeptables Bild meines Standard-Farbtreue-Modells – einer sattroten Ducati 916 auf weißem Untergrund (Weißabgleich “bewölkter Himmel”, keine Nachbearbeitung):

LCTW-GU10-neu-460lm-Farbtreue

Sie sehen am starken Schattenfall: Dieses LCTW-Top-Modell ballert jede Menge Helligkeit ‘raus und vermittelt fast den Eindruck, als würde die gleißende Mittagssonne auf eine Hälfte des Mopeds bretzeln. Da wirkt das weiße Papier im oberen Bilddrittel gar nicht so gelb-orange wie mit schwächeren “warm-weißen” LED-Lampen, sondern schon fast … naja: Weiß. Das Rot sieht allerdings eher orange-rot aus und die goldene Schrift darauf hebt sich farblich nicht so richtig davon ab – typisch für diese Lichtqualitätsklasse, aber für viele “Normalverbraucher” kein Grund zur Klage.

Das dazugehörige Spektraldiagramm mit der Strahlungeverteilung in Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge sieht ganz manierlich aus – mit seiner Spitze auf dem “Gelb-Orange-Berg” bei 608 nm und dem kleinen Hügel im Blau-Bereich links:

LCTW-neu-GU10-8W-Spektrum

Natürlich spielen da diverse Profi-GU10-LED-Spots vor allem bei der Rot-Wiedergabe in einer anderen Liga – die können aber auch mindestens doppelt so teuer sein.

Mal wieder die üblichen Dimmer-Probleme

Wobei solche edleren Konkurrenzprodukte noch nicht mal besser dimmbar sein müssen als diese LCTW-Lampe. Die hielt sich am nicht justierbaren Phasenabschnittdimmer aus dem Baumarkt recht wacker, war zwischen 2,6 und 8,7 Watt Gesamtleistung (Dimmer + Lampe) stufenlos und flackerfrei regelbar und surrte maximal auf 30 cm Distanz.

LCTW-GU10-12-14-8W-Packung-obenDer Regelbereich entsprach etwa 20 bis 100 Prozent der maximalen Helligkeit. Hier wird die auf der Packung versprochene Spanne zwischen 10 und 100% also nicht ganz erreicht (siehe Ausschnitt rechts). Die Ein- und Ausschaltverzögerung betrug maximal eine halbe Sekunde. Das Kamera-Display zeigte bei dunklen Dimmerstellungen ein Flimmern mit niedriger Frequenz.

Lautstarkes Surren am Phasenanschnittdimmer

Letzteres galt auch für den Testlauf am justierbaren, offiziell LED-geeigneten Jung-Phasenanschnittdimmer. Der flackerfreie Regelbereich ließ sich hier durch sorgfältige Feineinstellung auf 1,8 bis 8,7 Watt vergrößern – das wären etwa die beworbenen 10 bis 100%. Nachteil: Dimmer und Lampe äußerten ihren mangelnden Willen zur Zusammenarbeit durch lautstarkes Surren – bei stiller Umgebung zwischen 50 cm (hellste Dimmerstellung) und 100 cm Entfernung (mittlere Stellung) vernehmbar. Außerdem ließ sich der Strahler bei dunkelster Voreinstellung nach dem Anschalten teils rund 2 Sekunden Zeit bis zur Lichterzeugung. Ansonsten blieb die Einschaltverzögerung meist unter einer Sekunde.

An einem normalen, dimmerlosen Schalter haben Sie all diese Probleme nicht: Kein Flimmern, keine nennenswerte “Bedenkzeit” der Vorschaltelektronik und nur ein minimales Surren auf maximal 5 cm Distanz. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Sie dimmbare LED-Lampen nicht zwingend an einem Dimmer betreiben müssen? Wenn’s doch einer sein muss, weil Sie nicht ständig die volle Leistung dieses sauhellen Spots brauchen: LCTW hat eine Liste mit getesteten Dimmer-Modellen auf seiner Website.

Mein Testurteil:

LCTW-GU10-neu-460lm-topEiniges an diesem neuen GU10-Top-Modell von “LED’s change the world” in silber oder weiß für 9,95 ist sehr gut (Nennlebensdauer, Gesamthelligkeit, Abstrahlcharakteristik, Material, Verarbeitung und Preis), manches ist akzeptabel (Farbwiedergabe, Wärmeentwicklung, Verhalten am Schalter, Flimmern), einiges aber auch suboptimal (eingeschränkte Dimmerkompatibilität, Surren).

Auch die Effizienz (bezogen auf das Licht im 90-Grad-Kegelwinkel) von gut 57 Lumen/Watt (EU-Ökolabel A) ist für Ra-80-/GU10-LED-Spots kein Quantensprung. Insgesamt lässt dieser neue Strahler also kaum Fortschritte gegenüber den bisherigen LCTW-Modellen erkennen. Da rückt meine neue, strengere LED-Bewertungsskala natürlich nicht mehr ‘raus als
zwei Sterne.

Der kleine Bruder macht’s etwas besser

LCTW-GU10-neu-350lm-ausEine Etage tiefer im LCTW-Preis- und Helligkeits-Gefüge rangiert die neue dimmbare Variante eines schon bekannten, nicht dimmbaren GU10-LED-Spots. Für 8,95 Euro bekommen Sie offiziell 350 Lumen Lichtstrom, 850 Candela maximale Lichtstärke aus rund 7 Watt – erneut mit einem Halbwertswinkel von 36 Grad.

Hier genügen vier LED-Chips im üblichen Aluguss-/Plastik-Gehäuse – wahlweise weiß oder silberfarben. Dessen Maße: 57 mm hoch, 50 mm breit, 76 Gramm Gewicht. Vielleicht werden ja die kommenden Generationen etwas kürzer, was die Montage und das optische Erscheinungsbild in sehr kompakten Leuchten oder Einbaurahmen etwas erleichtern bzw. verbessern würde. Philips hat beispielsweise bei einigen seiner LED-Spots ein paar Millimeter abgezwackt.

Am Schalter blieb’s noch sehr ruhig

In meiner offenen, hängenden Testfassung und mit einem normalen Schalter leuchtete der LCTW-Strahler ohne merkliche Verzögerung, surrte nur sehr leise (1-2 cm Distanz) und nuckelte nach zwei Stunden Warmlaufen laut meinem “Energy Meter” exakt 7 Watt mit einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,97 (im Profi-Labor waren’s 6,8 W und 0,83). Oben am Gehäuse wurde es dabei naturgemäß am heißesten; maximal 69 Grad sind aber noch moderat. Das Kamera-Display zeigte keinerlei Flimmer-Effekte.

LCTW-GU10-neu-7W-top-aus-an
Im Kopf des 7-Watt-GU10-Spots von LCTW leuchten nur vier Nichia-LEDs unter der Kunststoff-Linsen-/Streuscheiben-Optik – links aus, rechts an. Der Gehäuseaufdruck (unten links) nennt die wichtigsten Daten – sie gehen also nicht verloren, wenn die Packung weggeworfen wird.

LCTW-GU10-350lm-AufdruckFast ebenso unauffällig klappte der Test mit dem Baumarkt-Phasenabschnittdimmer: Die Ein- und Ausschaltverzögerungen betrugen höchstens eine halbe Sekunde, der Dimmer blieb still, die Lampe surrte auf höchstens 30 cm Distanz. Auch hier flimmerte nichts. Der Regelbereich ging von 2,9 bis 8,4 Watt Gesamtleistung – das sind umgerechnet etwa 25 bis 100 Prozent des maximalen Lichtstroms.

Am justierbaren Phasenanschnittdimmer lief’s ähnlich wie beim großen 8-Watt-Bruder oben: Bei Mittelstellung relativ starkes Surren bis gut 75 cm, bei hellster Stufe 20 bis 30 cm. Die Einschaltverzögerung verlängerte sich vor allem bei dunkelster Voreinstellung teils auf bis zu 2 Sekunden – sonst blieb’s bei 0,5 bis 1 Sekunde. Die flackerfreie Regelspanne nach entsprechender Feinjustage: 1,2 bis 8,3 Watt – das geht also von maximaler Helligkeit fast bis zu völliger Dunkelheit ‘runter. Erstaunlicherweise registrierte die Kamera bei diesem Spots nur ein sehr schwaches Flimmern – unabhängig von der Dimmerstellung.

Abstrahlwinkel passt zum Nennwert

Der im Labor gemessene Halbwertswinkel war mit 35,3 Grad auf Höhe der Herstellerangabe (pdf-Download des Abstrahldiagramms) – entsprechend gab’s auch keine Überraschungen beim Leuchtbild:

LCTW-GU10-neu-350lm-Leuchtbild

LCTW-GU10-12-14-7W-Packung2Eigentlich gilt hier alles, was ich schon oben im ersten Teil des Doppeltests erzählt habe – abgesehen von der geringeren Gesamthelligkeit. Die ist aber laut Labor beim etwas kleineren Spot (Packungsinfo rechts) gar nicht so viel schwächer: 426 Lumen über den Vollwinkel, 383 lm im 90-Grad-Kegel – also fast 10% mehr als versprochen. Farbtemperatur (2684 Kelvin) und Farbwiedergabeindex (Ra 82,3) sind weitgehend identisch – auch die einzelnen (Zusatz-)Messfarben von R1 bis R14 unterscheiden sich höchstens innerhalb der Messtoleranzen (pdf-Download des Protokolls).

Deshalb sieht meine “Farbtreue-Duc” auch fast genau so aus wie oben – natürlich etwas dezenter bestrahlt, weshalb der weiße Untergrund auch teils ein wenig gelblicher, teils orangefarbener wirkt:

LCTW-GU10-neu-350lm-Farbtreue

Sie wollen doch jetzt nicht ernsthaft auch das Spektraldiagramm des 7-Watt-Spots sehen, oder? Das unterscheidet sich bei der Strahlungsverteilung erwartungsgemäß überhaupt nicht von dem des großen Bruders; es reicht halt nur bis maximal 9 Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge statt bis über 11. Diese Abbildung können wir uns also sparen.

Mein Testurteil:

LCTW-GU10-12-14-7W-Packung-LabelDer etwas schwächere LCTW-Neuling könnte für viele LED-Umsteiger die bessere GU10-Retrofit-Wahl sein. Mit über 380 gemessenen Lumen über den EU-konformen 90-Grad-Winkel und vermutlich fast 900 Candela maximale Lichtstärke kann er nämlich ebenfalls 50-Watt-Halogenstrahler locker in den Schatten stellen, spart so rund 85% Strom und ist mit 8,95 Euro vernünftig kalkuliert. An diversen Dimmern ist der Spot durchweg leiser und flimmerärmer als die 8-Watt-Variante.

Nennlebensdauer, Material und Verarbeitung sind lobenswert; die versprochenen Werte für Farbtemperatur und Abstrahlwinkel stimmen; die Farbwiedergabe ist – trotz leichten Übertreffens des Nennwerts Ra 80 – nur durchschnittlich. Viele Halogenstrahler-Fans dürften dennoch ihre helle Freude am neuen LCTW-Spot haben. Da gibt die LED-Bewertungsskala gerne eine kleine Zugabe und spendiert
LED-SternLED-SternLED-Stern halbzweieinhalb Sterne.

Offenlegung: “LED’s change the world” ist einer meiner Werbepartner und hat mir die Spots gratis und dauerhaft zur Verfügung gestellt.

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Im Test: Neue LEDON-Kerzen und -Tropfen – billiger, aber besser

Mehr Helligkeit, Farbtreue und Leuchtbreite für weniger Geld versprechen die neuen LEDON-Kerzen und -Tropfen mit E14- bzw. E27-Sockel. Zu optimistisch? Der ausführliche Test mit Laborwerten zeigt: Die offiziellen Leistungsdaten der Vorarlberger LED-Spezialisten sind teilweise sogar zu bescheiden ausgefallen.

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Die zwei dimmbaren, “warm-weißen” Testkandidaten und ihre Verpackungen: Eine 5-Watt-LED-“Tropfenlampe” und eine 6-Watt-“Kerze” (von links) – beide mit E14-Sockel und nominell Ra 90. (Fotos: W. Messer)

Vor gut einem Jahr hatte ich die ersten besonders farbtreuen, teils dimmbaren LED-“Kerzen”- und “Tropfen”-Lampen” meines jetzigen Blog-Werbepartners LEDON vorgestellt: Aus rund 5 Watt erzeugten sie 220 bzw. 230 Lumen Lichtstrom mit “warm-weißer” Farbtemperatur 2700 Kelvin, Farbwiedergabeindex Ra 90 und Halbwertswinkeln knapp unter 180 Grad. Die Preisspanne damals: Zwischen 16 und 18,50 Euro.

Jetzt sind die Nachfolger da – mit 5 W und 250 Lumen oder 6 W und 400 lm, gleiche offizielle Werte für Lichtfarbe und Farbtreue, 200 (“Tropfen”) bzw. 230 Grad Abstrahlwinkel (“Kerzen”). Die Preisempfehlungen: Zwischen 8,99 und 16,99 Euro. Einbußen bei der Nennlebensdauer? Nein, es sind weiterhin 25.000 Leuchtstunden und mindestens 100.000 Schaltzyklen. Auch äußerlich gibt’s nur geringe Unterschiede; die Maße blieben offenbar identisch – die für’s LEDON-“Wave Design” charakteristische, umlaufende Wellenlinie natürlich auch. Der Fortschritt verbirgt sich weitgehend unter den Aluguss-Gehäusen und Kunststoffhauben, wie der Doppeltest beweist.

Der tapfere 5-Watt-Tropfen

LEDON-E14-neu-Tropfen-aus“P45 5W E 14″ ist die nüchterne Bezeichnung für die 94 mm lange und 68 Gramm leichte LED-Tropfenlampe von LEDON. Die “45” steht für den Maximaldurchmesser in Millimeter, E14 für die Sockelversion – es gibt nämlich auch eine E27-Variante für die großen Schraubfassungen.

Der tapfere, dimmbare Gesell für knapp 12 Euro (UVP) bemühte sich nach Kräften, die Labortests und meine Versuche anständig zu meistern und war dabei sogar teilweise erfolgreicher, als seine Erzeuger offiziell zugeben wollen (pdf-Download des LEDON-Datenblatts).

In meiner offenen, hängenden Testfassung mit einem normalen Schalter musste er erstmal zwei Stunden dauerleuchten. Die Ein- und Ausschaltverzögerungen blieben mit ca. einer halben Sekunde moderat. Mein “Energy Meter” zeigte am Ende 4,5 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,85 (im Profilabor waren’s 4,5 W und 0,87). Der heißeste Gehäuseteil (oben) erwärmte sich auf maximal 63 Grad; die Haube blieb mit unter 30 Grad gefahrlos anfassbar.

Tolerierbares Surren am Phasenabschnittdimmer

Ein geringfügige Surrgeräusch war selbst in stiller Studio-Umgebung auf höchstens 5 cm Distanz hörbar – das Display meiner Digitalkamera zeigte keinerlei Flimmern. Das änderte sich auch kaum beim Einsatz eines nicht justierbaren Phasenabschnittdimmers aus dem Baumarkt. Bei dunkelster Reglerstellung steigerte sich das Surrgeräusch zwar etwas, blieb jedoch mit rund 10 cm Reichweite tolerierbar.

Auch die Einschaltverzögerung war in diesem Fall weitgehend unverändert; beim Ausschalten leuchtete der Tropfen noch etwa eine Sekunde nach. Je heller die Voreinstellung des Dreh-/Drück-Dimmers, desto kürzer wurden diese “Bedenkzeiten”. Die Gesamt-Leistungsaufnahme (Lampe + Dimmer) war zwischen 2,7 und 5,9 Watt regelbar – das entspricht ungefähr der Spanne von 30 bis 100 Prozent des maximalen Lichtstroms.

Deutlich lauter am Phasenanschnittdimmer

Flexibler geht das naturgemäß an einem Dimmer mit Justierschraube – wie an einem offiziell LED-geeigneten Jung-Modell, das nach dem Phasenanschnittprinzip arbeitet. Hier konnte die LEDON-/Dimmer-Kombi flackerfrei bis ‘runter auf 1,3 Watt gedreht werden – ‘rauf ging’s bis 5,8 W. In Helligkeit ausgedrückt: Etwa 10 bis 100 Prozent – das ist für LED-Verhältnisse sehr repektabel. Die Ein- und Ausschaltverzögerungen waren ähnlich wie beim Phasenabschnittdimmer; die Regelvorgänge über den gesamten Weg ebenso flackerfrei und stufenlos.

Allerdings surrten Lampe und Dimmer vor allem in der Mittelstellung deutlich lauter – bis auf maximal einen halben Meter Entfernung hörbar. Das kann sich in der Praxis auf größere Distanzen ausdehnen, wenn es Resonanzen durch ungünstige Leuchtengehäuse bzw. -fassungen gibt. Bei dunkelster Regelung war auch ein schwaches Flimmern im Kamera-Display zu sehen. Da “beißt sich” also zumindest die Frequenz der LED-Schaltregelung mit der des Digicam-Shutters – es wäre jedoch durchaus möglich, dass besonders flimmersensible Menschen das auch ohne technische Hilfsmittel wahrnehmen.

LEDON-E14-neu-Tropfen-Leuchtbild
Ziemlich rundes Leuchtbild mit einer guten Portion Helligkeit in Richtung Sockel: Der mit 213,7 Grad gemessene Halbwertswinkel ist bei den Tropfen nicht ganz so breit wie bei den neuen LEDON-Kerzen, aber für die meisten Zwecke ausreichend.

Bravouröses Abschneiden im Labor

Keine Schwächen zeigte der LEDON-Tropfen bei der Beurteilung von Helligkeit, Abstrahlcharakteristik und Lichtqualität – im Gegenteil: Die von meinem Blog-Kooperationspartner “David Communication” gemessenen gut 265 Lumen Lichtstrom, ca. 214 Grad Halbwertswinkel (pdf-Download des Diagramms) und der Farbwiedergabeindex Ra 95 liegen über den Nennwerten – wobei besonders der hohe Einzelwert für die Zusatz-Messfarbe R9 (“Rot gesättigt”) mit knapp 65 den Unterschied zum größten Teil der LED-Retrofits macht (pdf-Download des Messprotokolls). Da kommen nur wenige Konkurrenten über 30.

Subjektiv scheint die Lichtfarbe durch diese hohe Farbtreue weniger gelblich-“gemütlich” zu wirken, wie auch mein Standard-Farbwiedergabe-Bild mit einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund zeigt (Weißabgleich “bewölkter Himmel”, keine Nachbearbeitung):

LEDON-E14-neu-Tropfen-Farbtreue

Stimmt objektiv aber nicht, wie der gemessene Farbtemperaturwert von 2664 Kelvin beweist. Dieser Eindruck kommt wohl von der besseren Neutralität des Lichts. Die Abbildung kann bei ihrer stimmigen Darstellung der Objektfarben problemlos mit dem ebenfalls sehr ansprechenden Ergebnis beim integrierten LEDON-Profi-Downlight mithalten. Das Spektraldiagramm des 5-W-Tropfens sieht die Verteilung der Strahlungsleistung (in Milliwatt) über die Spanne der sichtbaren Wellenlängen (in Nanometer) zumindest teilweise und tendenziell auf dem ausgeglichenen Niveau einer “warm-weißen” Glühlampe:

LEDON-E14-5W-Tropfen-Spektrum

Beim LEDON-Tropfen liegt die Spitze bei 620 nm mit einer moderat abfallenden Flanke nach rechts in Richtung “Tiefrot”. Links geht’s noch sanfter ins Tal – der Bereich zwischen “Hellgelb” und der kleinen Blau-Erhebung ist viel besser abgedeckt als bei den üblichen Ra-80-LED-Leuchtmitteln. Fast optimale Einzelwerte hat der LEDON-Tropfen übrigens bei den Farbwiedergabe-Messwerten “Senfgelb” (R2=99,6), “Grün gesättigt” (R11=98,9) und “Blattgrün” (R14= 99,3). Überdurchschnittlich auch die Darstellung der “Hautfarbe Rosa” (R13=98,6), was diese Lampe auch für anspruchsvolle kosmetische Zwecke qualifiziert.

Mein Testurteil:

LEDON-E14-neu-Tropfen-Packung1Schön, wenn unsere Messergebnisse besser ausfallen als die Hersteller-Angaben. Das hatten wir öfter schon anders herum – auch bei LEDON. Beim neuen 5-Watt-P45-Tropfen passen Helligkeit, Abstrahlcharakteristik, Dimmbarkeit, Lichtqualität und Nennlebensdauer nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis zum Premium-Anspruch und den etwas höheren Preisen der Österreicher. 11,99 Euro kosten die dimmbaren E14-Modelle, 8,99 die nicht dimmbaren E14- und E27-Tropfen im LEDON-Online-Shop.

Dass die tatsächliche Effizienz nur bei gut 53 Lumen/Watt liegt (EU-Ökolabel A), sollte kein Anlass zum Meckern sein. Farbtreuewerte um Ra 95 kosten nämlich bei LED-Chips, optisch-technisch bedingt, jede Menge Lichtstrom – gegenüber Ra-80-Lampen dürften es mindestens 30% Verlust sein. Von meiner bis Fünf reichenden neuen LED-Bewertungsskala bekommt der neue LEDON-Tropfen deshalb glatte
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sterne.

Der 6-Watt-Könner in Kerzenform

LEDON-E14-neu-Kerze-ausAuch bei diesem Neuling mit nominell 400 Lumen sehen Sie oberflächlich kaum Unterschiede zu den Vorgängermodellen: Weißer Aluguss-/Kunststoffmix im LEDON-typischen “Wellen-Design”, 11,1 cm Länge und 3,5 cm Maximaldurchmesser; mit 71 Gramm bringt die dimmbare, matte 6-Watt-LED-Kerze mit E14-Sockel (UVP: 15,99 Euro) allerdings 8 g mehr auf meine Waage als die alte 5-W-/220-lm-Variante.

Schon an den offiziellen Werten (pdf-Download des Datenblatts) sehen Sie: Da wurde offenbar die Effizienz kräftig gesteigert – obwohl der Farbwiedergabeindex weiterhin bei sehr guten Ra 90 liegen soll. Statt “A” prangt jetzt auf dem Energieeffizienz-Label die bessere Stufe “A+”. Alles gemogelt? Nö.

Am dimmerlosen Schalter legt die neue LED-Kerze nach maximal einer halben Sekunde los, lässt auf nur ca. 5 cm Distanz ein schwaches Surren hören und bleibt absolut flimmerfrei, wenn man dem Display meiner Nikon-Kamera glauben kann. Nach zwei Stunden “hängendem” Betrieb in einer offenen Fassung zieht sie laut meinem “Energy Meter” exakt 6 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,85 (das Profi-Labor ermittelte 6,1 W und 0,84) und erreicht 73 Grad an der heißesten Gehäusestelle (also oben). Die unten liegende Haube erwärmt sich auf höchstens 30 Grad. Bei diesen Temperaturen wird übrigens das Surren noch leiser als ohnehin schon.

Fast die gleichen Dimmer-Testergebnisse

Bei den Dimmer-Versuchen kamen annähernd die gleichen Resultate ‘raus wie beim 5-W-Tropfen – können Sie oben im Beitrag nochmal nachgucken. Selbstverständlich waren die Regelspannen anders: 2,7 bis 7,2 Watt Gesamt-Leistungsaufnahme (Dimmer + Kerze) am nicht justierbaren Phasenabschnittdimmer – entspricht etwa 25 bis 100 Prozent des maximalen Lichtstroms. 1,2 bis 7,1 Watt am Phasenanschnittdimmer mit Justierschraube (kleinste flackerfreie Voreinstellung) – eine Spanne von ca. 10 bis 100 Prozent.

Allerdings sollten Sie die Justierschraube hier lieber etwas höher drehen. Bei dunkelster Stufe gab’s nämlich beim Einschalten eine bis zu zwei Sekunden währende Phase, bei der die Lampe zuerst dunkel blieb, dann kurz hoch- und wieder herunterregelte, bis sie stabil mit der gewünschten (schwachen) Helligkeit leuchtete. Außerdem zeigte das Kamera-Display auf dieser Stufe ein relativ starkes Flimmern. Im mittleren Dimmbereich surrten außerdem Dimmer und Lampe bis maximal 50 cm Distanz. Prinzipiell gilt auch hier meine Standard-LED-Empfehlung: Lieber einen justierbaren Phasenabschnittdimmer verwenden – dann bleibt’s meistens leiser.

Eigenwerbung Juni 2014

Lichtqualität besser als angegeben

Große Übereinstimmungen haben offensichtlich nicht nur die Vorschaltelektroniken, sondern auch die LED-Chips des 5-W-Tropfens und der 6-W-Kerze: Die vom Labor gemessenen 2677 Kelvin Farbtemperatur und der hervorragende “allgemeine Farbwiedergabeindex” Ra 94,4 sind weitgehend identisch. Das gilt auch für sehr guten Werte der (Zusatz-)-Einzelfarben wie R9 (“Rot gesättigt” = 61,7) oder R13 (“Hautfarbe Rosa” = 97,4) – das komplette Messprotokoll können Sie hier als pdf ‘runterladen.

Auf die Wiedergabe des Spektraldiagramms kann ich guten Gewissens verzichten, weil es dem oben gezeigten bei der Tropfen-Lampe wie das sprichwörtliche Ei dem andern gleicht. Mein Standard-Farbtreue-Bild mit der LEDON-Kerze unterscheidet sich auch nur durch die größere Helligkeit, die dem Foto ein wenig mehr “Glanz” und Durchzeichnung verleiht:

LEDON-E14-neu-Kerze-Farbtreue

Apropos Helligkeit: Statt der offiziellen 400 Lumen sammelte die Ulbricht-Kugel im Messlabor satte 433 lm Lichtstrom ein – Chapeau! Nur in einem Punkt konnten die Herstellerangaben nicht ganz erreicht werden: Der Halbwertswinkel liegt mit 222 Grad etwas unter dem offiziellen Wert von 230. Diese minimale Differenz spielt in der Praxis aber keine Rolle, wie mein Leuchtbild demonstriert:

LEDON-E14-neu-Kerze-Leuchtbild

Die Lichtkeule ist natürlich nicht ganz so rund und ausgeglichen wie die einer Glühlampen-Kerze mit ca. 320 Grad Abstrahlwinkel, kommt dem Ideal aber schon sehr nahe und dürfte für die meisten Anwendungsbereiche okay sein. So ganz ohne den abschattenden Gehäusekörper geht’s halt bei dimmbaren LED-Lampen dieser Bauform (noch) nicht – wegen der Wärmeabfuhr und der ziemlich umfangreichen Elektronik darunter.

Mein Testurteil:

LEDON-E14-neu-Kerze-Packung1Knapp 16 Euro sind selbstverständlich für eine dimmbare 6-Watt-LED-Kerze mit matter Haube keine Kleinigkeit – für die klare Variante sind’s sogar rund 17 €. Die neuen LEDON-Kerzen rechtfertigen diese Preisempfehlungen aber mit sehr guter Farbtreue, schöner “warm-weißer” Lichtfarbe, anständiger Dimmbarkeit, bemerkenswert hoher Effizienz (effektiv 72 Lumen/Watt), langer Nennlebensdauer sowie ordentlicher Material- und Verarbeitungsqualität. Abstrahlwinkel und Hitzeentwicklung sind mindestens guter Durchschnitt.

Wer auf das Dimmen verzichten kann, kommt etwas günstiger davon: 12,99 Euro für die matte, 13,99 € bei der klaren Version. In jedem Fall dürfen Sie von LEDON Profi-LED-Qualität erwarten, die Sie auch problemlos im harten gewerblichen Betrieb einsetzen können – beispielsweise in Restaurants oder Lounges, wo Ihre Speisen und Getränke appetitlich ausgeleuchtet werden sollen. Das effektive Stromsparpotenzial gegenüber einer ähnlich hellen 40-W-Glühlampe liegt bei immerhin 85 Prozent. Deshalb spendiert meine neue LED-Bewertungsskala den gleichen Wert wie oben beim 5-Watt-Tropfen:
LED-SternLED-SternLED-SternLED-SternVier Sterne.

Offenlegung: LEDON ist noch bis Jahresende einer meiner Werbepartner und hat mir die beiden Lampen gratis zur Verfügung gestellt. Sie bleiben – wie üblich – zum Dauer-Praxistest bei mir.

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