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2.9.2010 von Wolfgang.
“Lies das Kleingedruckte!” muss man sich immer wieder sagen, wenn Mobilfunk- und Internet-Provider wahnsinnig supergünstige Flatrates bewerben, die sich bei näherem Hinsehen als doch nicht so wahnsinnig günstig entpuppen. Dieses “nähere Hinsehen” ist schon unter normalen Umständen äußerst schwierig, weil die Schriftgrößen etwa Fliegendreck-Format haben. Wenn allerdings die lesbaren Sätze dann noch offenkundig unvollständig, zerstückelt und somit unverständlich sind, wird’s richtig heftig, wie gesehen auf den Seiten 46/47 der “Spiegel”-Ausgabe Nr. 35 vom 30. August:

Das Kleingedruckte einer Anzeige von 1&1 - für größere Darstellung auf’s Bild klicken.
Ich nehme mal an, das muss man jeweils komplett von links nach rechts über den Seitenbruch hinweg lesen und nicht spaltenweise pro Seite. Es ergibt jedoch auch so wenig Sinn (Bemerkungen in eckigen Klammern von mir):
1&1 All-Net-Flat inkl. 1&1 Internet-Flat in den ersten 12 Monaten für 19,90 €/Monat (bei [hier ist der Seitenbruch] eines Smartphones entfällt der Preisvorteil von 10.-€/Monat in den ersten 12 Monaten). 1&1 Internet-Flat: Mobil surfen mit bis zu 7.200 kBit/2, ab 250 MB Datenvolumen/Monat mit bis zu 64 bis zu 64 kBit/s. Bei Mitnahme ihrer Rufnummer erhalten Sie 25.-€ Wechslerbonus. Kostenlose Mailbox-Abfrage.[Seitenbruch] agslaufzeit. Einmalige Bereitstellungsgebühr 29,90 €, keine Versandkosten.
Puh - da fehlt doch was. Beim ersten Seitenbruch möglicherweise das Wort “Kauf”, beim zweiten stehe ich auf dem Schlauch. Grundsätzlich ist mir klar, dass die Superpreise nur ein Jahr lang gelten und teilweise auch nur Download-Geschwindigkeiten aus der Telefonmodem-Ära garantieren. Aber was ist mit der “agslaufzeit”? Vielleicht war der Text auch für die 1&1-Anzeigen-Layouter deutlich zu klein.
Disclaimer: Ich bin seit vielen Jahren 1&1-Kunde und dies ist ein von 1&1 gehostetes Blog. Ich hoffe mal, dass hier sportlich reagiert, nicht zensiert und vielleicht sogar aufgeklärt wird.
Update 7.9.: Das Rätsel wurde jetzt von 1&1 zumindest teilweise gelöst - siehe in den Kommentaren.
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19.8.2010 von Wolfgang.
Nein, das geht eigentlich nicht. In Deutschland hat noch kein Rennstreckenbetreiber nennenswerte Gewinne erzielen können; im Gegenteil. Der EuroSpeedway Lausitz in Brandenburg war schon zwei Jahre nach der Eröffnung des erste Mal pleite, das Land Baden-Württemberg und die Gemeinde Hockenheim buttern seit Jahren Steuergelder in den Hockenheimring, Rheinland-Pfalz versenkte unter dubiosen Umständen hunderte Millionen in den unrentablen Nürburgring-Umbau.
Aber einer hat es möglicherweise geschafft, seinen Reibach mit dem Ring in der Eifel zu machen: Der Düsseldorfer “Projektentwickler” Kai Richter und seine GmbH Mediinvest sollen nach SWR-Informationen mit Hilfe von Steuermitteln mehrere Millionen Gewinn aus dem Projekt “Erlebniswelt Nürburgring” gezogen haben.
Nach Erkenntnissen des Landesrechnungshofs gelang dies mit direkt erhaltenen Honoraren, aber auch mit Zinsgewinnen aus “durchgeleiteten” und zeitweise “geparkten” Investitionsmitteln des Landes. Hier ist offenbar mal wieder der Traum eines jeden Abzockers wahr geworden: Verluste sozialisiert, Gewinne privatisiert.
Die ganze Geschichte gibt’s heute abend zuerst im Radio (SWR 1 Rheinland-Pfalz, “Thema heute Landespolitik”, ab 19.30 Uhr) und dann im TV (SWR-Fernsehen Rheinland-Pfalz, “Ländersache”, ab 20.15 Uhr).
Update 20.8.: Wer’s verpasst hat, kann den TV-Beitrag in der SWR-Mediathek sehen.
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3.7.2010 von Wolfgang.
Identitätsdiebstahl, dubiose Werbung und Geschäftemacherei sind im Internet längst Alltag, beschränken sich allerdings auch nicht auf’s Netz. So hat vor einiger Zeit mal ein Unbekannter in meinem Namen auf eBay nicht existierende Fotoapparate an ahnungslose Kunden verkauft, die dann von mir ihr Geld zurückhaben wollten. Dabei war ich nie bei eBay angemeldet. Es hat viel Mühe und Zeit gekostet, um das gefälschte eBay-Konto löschen zu lassen. Bis heute ist mir nicht klar, mit welchen Dokumenten der Unbekannte diesen Account eröffnen konnte.
Heute gab’s wieder eine unangenehme Überraschung dieser Art: Die britische Wettbörse Betfair schickte mir einen personalisierten Werbebrief (laut Umschlag “per Luftpost”), in dem mir für die Anmeldung gedankt und ein Benutzername zugewiesen wurde. Damit gehörte ich jetzt zu den über zwei Millionen Kunden weltweit.
Der Betfair-Werbebrief - Adresse und Benutzername habe ich gelöscht (für größere Ansicht draufklicken).
Natürlich habe ich mich niemals bei Betfair angemeldet und kann mir deshalb den Ursprung dieses Schreibens nicht erklären. In einer Mail an das Unternehmen bat ich um Aufklärung, die sofortige Löschung eines eventuell auf meinen Namen lautenden Kontos und kündigte rechtliche Schritte an. Falls es noch weitere “Opfer” dieser Aktion gibt, bitte in den Kommentaren melden.
Update 13.15 Uhr: Schon jetzt gab’s eine Antwort vom Betfair-Kundenservice:
“…., vielen Dank für Ihre e-mail.
Wir haben das Konto fuer Sie geschlossen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, sich erneut an uns zu wenden.”
Das lässt darauf schließen, dass tatsächlich ein Konto auf meinen Namen existierte, das aber nie von mir eingerichtet wurde. Stellt sich die nächste Frage: Wer war’s? Betfair selbst ist offenbar nicht sehr an der Aufklärung interessiert. Auf meine erneute Anfrage hieß es:
“Sie können eine Anzeige bei der Polizei erstatten und diese dann an uns per Fax an 00442070747320 faxen. Das Schreiben sollte in englisch sein.”
Ahja - ich soll also die deutsche Polizei dazu überreden, die Anzeige mal ausnahmsweise auf Englisch zu schreiben? Sehr lustig. Zu diesem seltsamen Bild passt auch eine Veröffentlichung des deutschen Betfair-Pressebüros (”wbpr Public Relations” in Berlin), die mit Grammatik- und Kommafehlern gespickt ist, aber immerhin die Information bereit hält, dass Betfair nun über drei Millionen Kunden habe (passt nicht so ganz zu den “über zwei Millionen” im Werbebrief). Eine Pressemitteilung eines seriösen Unternehmens sieht in der Regel jedenfalls anders aus.

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3.7.2010 von Wolfgang.
ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein macht seit Januar 2010 Werbung für die Molkerei Weihenstephan, die seit dem Jahr 2000 zur Gruppe Theo Müller (”Müllermilch”) gehört - das hat bisher niemand groß aufgeregt und war offenbar im Herbst 2009 noch mit dem damaligen ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender abgesprochen (oder doch nicht? / siehe Update 4.7. unten). Nun klagte aber sein Nachfolger Peter Frey - bis dahin wohl uninformiert - auf Nachfrage des Branchenblatts “medium magazin“:
Ihr Internet-Auftritt auf den Seiten von Weihenstephan ist nicht glücklich und kann so nicht bleiben.
Diese harsche Kritik schlug umgehend hohe Wellen in der Medienszene, weil Müller-Hohenstein derzeit durch ihren Einsatz bei der Fußball-WM in Südafrika hohe Bildschirmpräsenz genießt und generell die privaten Werbeaktivitäten von öffentlich-rechtlich bezahlten Moderatoren kritisch betrachtet werden sollten.
Die veröffentlichten Fakten sind jedoch nicht die ganze Wahrheit. Die Werbeaktivitäten von Katrin Müller-Hohenstein für die Molkerei Weihenstephan beschränken sich nicht auf den Internet-Auftritt, sie war ebenso als “Schirmherrin des Qualitätsbeirats” in Radio-Spots zu hören (auch in ARD-Stationen, was Peter Frey offenbar ebenfalls entgangen ist). Als freie Mitarbeiterin des ZDF (ohne Pensionsansprüche) wollte sie hier wohl die gleichen Rechte haben wie etwa ZDF-Kollege Thomas Gottschalk als Werbebotschafter für “Haribo“. Chefredakteur Frey sieht das jedoch anders:
Der Vertrag enspricht nicht den Vorstellungen des ZDF von Auftritten seiner journalistischen Köpfe. Ich gehe davon aus, dass dieser Internet-Auftritt schon bald Geschichte ist.
Kein Wort darüber, dass auch die Wettervorhersagen im ZDF-Morgenmagazin von der Molkerei Weihenstephan präsentiert wurden, obwohl sich diese noch bis 2008 irreführend als “Staatliche Molkerei Weihenstephan” bezeichnet hatte und illegal das bayerische Staatswappen verwendet hatte. Kein Wort auch darüber, warum sich ein durch knallharte politische Intervention ins Amt gehievter Chefredakteur öffentlich Gedanken über die möglicherweise fehlende Unabhängigkeit oder Glaubwürdigkeit von “Journalisten” machen muss.
Immerhin hat das ZDF ja auch kein Problem damit, dass seine WM-Berichterstattung teilweise durch Sponsoren finanziert wird und dass der Experte an der Seite von Katrin Müller-Hohenstein, Oliver Kahn, hochgeschätzter Werbepartner von Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, DWS Investments, Riva-Verlag und Sonax ist. In diesem Umfeld dürfte es öffentlich-rechtlichen Sender schwerfallen, eine Grenze zwischen “hui” und “pfui” zu ziehen; bisherige Versuche erinnern eher an eine diffuse Doppelmoral. Peter Frey erklärte im medium magazin dazu:
Wir müssen, vielleicht in einer Art Selbstverpflichtung, uns die Kriterien noch klarer machen.
Vielleicht sollte beim ZDF auch mal über die unternehmensinterne Kommunikation geredet werden. Katrin Müller-Hohenstein will nämlich laut Spiegel-Online erst an diesem Freitag telefonisch von Peter Frey über dessen Kritik unterrichtet worden sein, als die Vorwürfe schon längst publik gemacht worden waren. Und weil sie ihren Job beim ZDF natürlich ungern verlieren will, muss sie sich jetzt hektisch darum bemühen, den noch bis Jahresende laufenden Vertrag mit der Molkerei Weihenstephan vorzeitig aufzulösen.
Update 13.30 Uhr: Inzwischen hat sich KMH für ihren Werbeauftritt entschuldigt und ihre “Schirmherrschaft” niedergelegt: „Das Engagement war ein Fehler, den ich bedaure“, erklärte sie an diesem Samstag dem “Spiegel“.
Update 4.7.: Ebenfalls im “Spiegel” widersprach sie allerdings auch ihrem eigenen Management, das (wie oben geschrieben) dem “medium magazin” von einer vorherigen Absprache mit Nikolaus Brender berichtet hatte. Brender selbst erklärte dem “Spiegel”, er habe die Genehmigung “für die Mitwirkung bei einer unabhängigen Stiftung zur gesunden Ernährung von Kindern” erteilt: “Eine Aktion für irgendein Produkt hätte ich niemals genehmigt.” Nach eigenen Angaben war Katrin Müller-Hohenstein selbst nicht klar, dass sie für Werbezwecke verwendet werden würde, was allerdings für einen Medienprofi sehr naiv wäre. Spätestens bei der Umsetzung der Zusammenarbeit (wie bereits erwähnt auch mit Werbespots im Radio) hätte sie es wissen müssen.
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29.6.2010 von Wolfgang.
An diesem Mittwochabend ist zwischendurch mal Platz und Zeit für was Fußballfernes und sehr Empfehlenswertes im Fernsehen: Der SWR sendet in seinem “Dritten” ab 20.15 Uhr die Dokumentation “betrifft: Nürburgring“. Spätestens um 21 Uhr dürfte auch dem letzten Laien klar sein, dass der “Ring” weit mehr ist als nur eine Rennstrecke und ein Mythos - er war und ist auch Schauplatz für einen mindestens 330 Millionen Euro teuren Halbwelt-Krimi namens “Nürburgring-Affäre“, der zu einem finanziellen und politischen Debakel führte.

Der Nürburgring - wie auf diesem Luftbild liegt auch hinter den Kulissen Einiges im Halbdunkel. (Foto: Stahlkocher@WikimediasCommons)
Besonders weh tat mir diese Entwicklung in den letzten Jahren gerade auch als aktiver Motorsport-Freund; ich hatte das Vergnügen, noch vor dem monströsen Umbau zum Erlebnis- und Freizeitpark einen Tag lang auf dem Grand-Prix-Kurs herumzukurven - bei typisch wechselhaftem Eifelwetter, aber unbelästigt von der pannenträchtigen “schnellsten Achterbahn der Welt” und den zahlreichen neuen und nicht immer geschmackssicheren Gebäuden. Ich gehöre halt zu den unverbesserlichen Puristen, die eine Rennstrecke primär als Sportplatz sehen und nicht als Hallodri-Zirkus für die ganze Familie.

August 2004: Der Autor dieses Blogs im Honda NSX auf dem Nürburgring-GP-Kurs. (Foto: PVW - Michael Pietsch)
Der damalige Nürburgring-GmbH-Geschäftsführer Dr. Walter Kafitz galt unter Motorsportlern bis 2009 noch als ehrenwerter, engagierter Mann, der nichts unversucht ließ, die Anlage zu vermarkten und das schon traditionelle Defizit zu minimieren. Inzwischen wurde Kafitz fristlos entlassen und soll rund 7 Millionen Euro Schadenersatz an die GmbH bezahlen. Das allein macht schon die Dimension des Debakels deutlich, ist aber nur ein kleines Puzzleteil des Skandals, in den die SPD-geführte Landesregierung ebenso verwickelt ist wie dubiose Investoren und Geschäftemacher im Halbdunkeln.
Die Finanzierung der “Erlebniswelt Nürburgring” war von Anfang an eine Luftnummer, aber alle, die den Crash hätten verhindern können, schauten weg, kassierten vielleicht sogar mit und waschen nun ihre Hände in Unschuld. Die ganze Komplexität der Ereignisse kann eine 45minütige TV-Sendung natürlich nicht beleuchten - wahrscheinlich gelingt das nicht mal den damit befassten Ermittlungsbehörden und Gerichten -, aber der Film von Christoph Würzburger gibt einen erhellenden Einblick in den unfassbaren Finanz- und Polit-Krimi rund um die “grüne Hölle”.
Gäbe es da nicht die einzigartige Nordschleife und den ebenfalls sehr unterhaltsamen Grand-Prix-Kurs, man müsste den Nürburgring in diesem Licht leider den “Ring, der nie gelungen” nennen.
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26.6.2010 von Wolfgang.
FIFA-Funktionäre haben bekanntlich einen nicht zu unterschätzenden Finanzbedarf, den sie auch schon mal gerne mit - sagen wir mal - etwas unkonventionellen Mitteln zu decken versuchten. Dabei bieten aber auch die durch FIFA-Chef Joseph Blatter erschlossenen konventionellen Wege durchaus erkleckliche Summen; etwa durch die eigene Produktion und Vermarktung der Fernsehbilder von der Fußball-WM 2010 (die offiziell sogar FIFA WM 2010™ heißt).
Dazu gehören in diesem Jahr auch die direkt an den Weltfußballverband zu zahlenden Lizenzgebühren für das so genannte Public Viewing. Für welche Art der Veranstaltung hier Gebühren fällig werden, war im Vorfeld heftig umstritten. Klar ist laut den FIFA-Regeln, dass “nichtkommerzielle” Vorführungen gebührenfrei sind. Hier dürfen weder Eintrittsgelder und Mindestverzehr verlangt werden, noch Sponsoren herangezogen werden. Das finanzielle Risiko liegt damit allein bei den Veranstaltern, die auf gutes Wetter, das Weiterkommen der deutschen Mannschaft und damit auf großen Publikumszuspruch bauen müssen. Nach FIFA-Angaben sind von den rund 1.600 in Deutschland gemeldeten Events “die allermeisten” nichtkommerziell.

Public Viewing bei der WM 2006 im Münchener Olympiapark. (Foto: René Stark@Wikimedia Commons)
Anders sieht es beim kommerziellem Public Viewing aus: Zwischen 1.000 und 14.000 US-Dollar sind dann pro Veranstaltung an die FIFA zu bezahlen - das muss erst mal erwirtschaftet werden. Wahrscheinlich waren deshalb auch viele deutsche Stadtverwaltungen sehr zurückhaltend bei der Planung. In Baden-Baden wird es zum Beispiel erst ab dem Halbfinale “Rudelgucken” auf dem Marktplatz bei der Stiftskirche geben - und auch nur, falls Jogis Jungs die Runde der letzten Vier erreichen sollten. In einem Kommentar des Badischen Tagblatts in Baden-Baden schreibt Sarah Breuer dazu:
Grund für die Entscheidung, erst spät und damit - man muss es ja trotz aller Euphorie einmal erwähnen - eventuell auch überhaupt nicht mehr in die Weltmeisterschaft einzusteigen, seien die Kosten gewesen, heißt es im Rathaus. Dabei hätten sich doch sicherlich Sponsoren gefunden.
Das zeugt leider von mangelnder Berücksichtigung des oben beschriebenen Regelsystems, denn was nutzt ein Sponsor, der zum Beispiel 2.000 Euro bezahlt, wenn im Gegenzug dann 2.000 Euro FIFA-Lizenzgebühren fällig würden? Unabhängig von verlangten Eintrittsgeldern wäre ja durch den Sponsor aus einer lizenzfreien eine gebührenpflichtige kommerzielle Veranstaltung geworden. Und diese hätte nach den FIFA-Regeln auch schon spätestens am 7. Mai angemeldet werden müssen.
Noch mehr Löcher in die Kassen reißt übrigens nicht nur die übliche Kostenbilanz solch einer öffentlichen Veranstaltung (Material, Logistik, Sicherheit, Energie etc.), sondern auch die Verwertungsgesellschaft GEMA: Sie hat zwar relativ günstige Sondertarife für Gastwirte, verlangt aber für’s sonstige Public Viewing je nach Größe und Dauer vier- bis fünfstellige Lizenzgebühren. Zusätzliche Ausgaben dieser Größenordnung sind in Zeiten knapper Stadtkassen häufig nicht zu stemmen und dem Steuerzahler auch kaum vermittelbar.
Trösten wir uns in diesen mageren Zeiten ständig steigender Kindergartengebühren und sonstiger Kommunalabgaben doch damit, dass es nicht allen Menschen schlecht geht. Immerhin gelingt es FIFA-Boss Sepp Blatter und seiner Entourage noch, einen gewissen Mindest-Lebensstandard zu halten.
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15.6.2010 von Wolfgang.
Dieser Sommer wird der vorerst letzte für das legendäre “Schlosshotel Bühlerhöhe” im Schwarzwald bei Baden-Baden. Zum 31. August soll der Betrieb eingestellt werden; der Vertrag zwischen Eigentümer Dietmar Hopp und dem Betreiber, der spanischen Hotelkette NH Hoteles, wird “in beiderseitigem Einvernehmen” zum 30. September aufgelöst. So richtig überraschend kam diese Nachricht gestern allerdings nicht, sie bedeutet eher das vorläufige Ende eines jahrelangen Siechtums.

Das Schlosshotel Bühlerhöhe von der Talseite aus gesehen. (Foto: Ichneumon@Wikimedia Commons)
Es ist kein Geheimnis, dass die Nobelherberge in über 95 Jahren nie einen Gewinn eingefahren hat - sie war immer ein teures Stück Liebhaberei für betuchte Unternehmer. 1986 war es Rundfunkgeräte-Pionier Max Grundig, der das heruntergewirtschaftete Hotel mit seiner nach ihm benannten Stiftung übernahm und es aufwändig umbauen ließ, inklusive dem Gourmet-Restaurant “Imperial”. Die Neueröffnung der Bühlerhöhe 1989 (über die ich damals noch als Privatradio-Moderator mit einer Sondersendung vor Ort berichtete) war der letzte Höhepunkt seines Lebens, das im selben Jahr endete. Seine Witwe Chantal führte die Max-Grundig-Stiftung und damit den Hotelbetrieb bis Mitte der 1990er-Jahre ohne großes persönliches Interesse weiter, nach erneutem Besitzer- und Managementwechsel kaufte SAP-Mitgründer Dietmar Hopp 1999 das Hotel und die angeschlossene Luxus-Klinik mit Computertomograph.

Hobby-Hotelbesitzer Dietmar Hopp (Foto: Smalltown Boy@Wikimedia Commons)
Für den milliardenschweren Unternehmer und Mäzen war die Bühlerhöhe durchaus eine Herzensangelegenheit. Er setzte den schweizer Fachmann Reto Schumacher als Hoteldirektor ein, der Hotel und Edelrestaurant wieder zu einer der ersten Adressen in Deutschland machte. Als Betreiber verpflichtete Hopp zuerst die deutsche Astron-Hotelgesellschaft, die 2002 von der wenig renommierten spanische Hotelkette NH Hoteles (Branchenspott: “Never heard”) übernommen wurde. Eigentlich hätte Hopp schon damals die Reißleine ziehen müssen: Die eher im 3-Sterne-Mittelklasse-Segment erfahrene Gesellschaft wollte massiv Kosten sparen und das Niveau des Luxushotels massenkompatibler machen.
Die Intention des Eigentümers war eine völlig andere und der unausweichliche Zoff von NH mit Hopp gipfelte im September 2005 in einem öffentlich ausgetragenen Streit um die Entlassung des Hoteldirektors Schumacher. Unvergessen ist in der Branche die damals verschickte Pressemitteilung der Familie Hopp, bei der aus jeder Zeile ungebremst Wut und Ärger tropfte. Schon damals war die Rede von rund 17 Millionen Euro “Instandsetzungs-Rückständen”, Hopp wollte die Spanier wieder los werden; es gelang nicht und die Misere nahm ihren Lauf: Mehrfach wechselndes Management, erst abgewirtschaftetes, dann geschlossenes “Imperial”, weiterer Renovierungsstau und Personalabbau bis jenseits der Schmerzgrenze.
Positive Schlagzeilen machte die Bühlerhöhe noch einmal im Sommer 2006, als hier die englische Fußballnationalmannschaft ihr Quartier für die WM in Deutschland nahm - “Beckham auf der Bühlerhöhe” schien noch ein gutes Omen zu sein für das 5-Sterne-Haus. Das ehemalige Traumschloss blieb aber, trotz einiger reicher Klienten - vorzugsweise aus Osteuropa - und eher mittelprächtiger Kongressgäste, mit Belegungsquoten von weit unter 50 Prozent ein Millionengrab.
Vorbei die glorreichen Zeiten, als hier Adenauer, Heisenberg, Orff, Heidegger und später auch diverse Scheichs logierten und defilierten auf 800 bis 850 Meter Höhe über NN. Die Finanzen waren dagegen auch damals nie über “Normal Null”. Zu teuer und aufwändig war schon der Bau von Hotel und Sanatorium 1911 bis 1914, und allein die Umbau- und Renovierungsarbeiten in in der Ära Grundig summierten sich auf rund 200 Millionen Mark.
Wie es weiter geht, ist völlig offen - genau so wie die derzeitigen Machtverhältnisse beim Hotelbetreiber. So wird heute noch in zahlreichen Agentur- und Pressemeldungen Jan Hein Simons als Geschäftsführer von NH Hoteles Deutschland bezeichnet, eine Recherche im Handelsregister Berlin-Charlottenburg ergibt aber, das Simons diesen Posten bereits seit dem 10. bzw. 11. Juni bei mindestens zwei NH-Gesellschaften nicht mehr hat. So heißt es z. B. zu “NH Hoteles Deutschland GmbH”:
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin).
Aktenzeichen: HRB 89131 B Bekannt gemacht am: 15.06.2010 12:00 UhrIn () gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:
Veränderungen
11.06.2010
NH Hoteles Deutschland GmbH, Berlin, Friedrichstraße 76, 10117 Berlin. Nicht mehr Geschäftsführer:; 6. Simons, Jan Hein; Geschäftsführer:; 7. Markus, Martinus, *04.07.1965, Heemstede/Niederlande; Geschäftsführer:; 8. Ruf, Philipp, *29.06.1978, Hennigsdorf.
Bis zur “Qualitätspresse” und ins Impressum von NH Hoteles Deutschland ist dieser Wechsel aber offenbar noch nicht durchgedrungen.
Update 16.6.: Die Fachpresse wusste hingegen schon vor gut einem Monat, dass Jan Hein Simons künftig für die “NH Hoteles”-Häuser in Benelux, Frankreich, Großbritannien und Afrika verantwortlich ist.
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8.6.2010 von Wolfgang.
Ich muss nicht alles haben, was neu ist, aber als neugieriger Kerl untersuche ich doch gerne diverse Neuigkeiten auf den Gebrauchswert (wir reden hier ausdrücklich von technischen Errungenschaften und nicht von neuen Kolleginnen, Nachbarinnen oder so, klar?). Zum Beispiel hat Apple heute die Version 5.0 des Webbrowsers Safari veröffentlicht (nebenbei auch 4.1 für die älteren Macs, aber das soll hier keine Rolle spielen). Neben den üblichen Verbesserungen in Sachen Handling, Geschwindigkeit und Java interessiert mich hier vor allem die HTML5-Unterstützung.

Safari 5.0-Screenshot “Top Sites” unter MacOs 10.6.3
Ähnlich wie Apple-Chef Steve Jobs bin ich nämlich auch der Meinung, dass Adobe Flash kein ideales Instrument zur Einbettung von Animationen, Audio und Video in eine Webseite ist. Vor allem ältere Macs wie mein Zweitgerät Powerbook G4 haben ihre liebe Mühe mit Flash-Elementen und auch die Browser bei neueren MacBook Pro-Geräten können hin und wieder beim Besuch von Flash-animierten Webseiten abstürzen.
Viele Apple-User haben deshalb schon Flash deaktiviert und können so die “wunderbaren” Spielereien nicht genießen, die einige Web-Designer in ihrem Flash-Wahn ersonnen und programmiert haben, ohne dass es die Webseiten wirklich besser oder schöner machen würde. Vollends ärgerlich wird es für mich als stark kurzsichtigem Brillenträger, wenn winzig kleine Schriften verwendet werden, die dann noch nicht mal direkt skalierbar sind.
Deshalb setze ich meine Hoffnungen darin, dass sich HTML5 mittelfristig durchsetzt, denn dieser Standard ermöglicht eine weitgehend problemlose Einbettung von Dateien und genug andere “Gimmicks”, um dem Leben von kreativen Web-Designern weiterhin einen Sinn zu geben. Natürlich verstehen auch das neue Apple iPhone 4 und das iPad große Teile des HTML5-Standards. Zur Zeit funktioniert das aber leider nicht in den meisten Browsern (von Safari 4.1, Firefox 3.6, Camino 2.03 und SeaMonkey weiß ich, dass sie’s nicht können; keine Ahnung, was der Internet Explorer damit anstellt), so dass HTML5-Seiten derzeit noch abwärtskompatibel erstellt werden müssen.
Ich habe das mal ansatzweise und laienhaft auf der Fastvoice-Indexseite mit einem Audiofile und auf der Fastvoice-News-Seite mit einem alten Video ausprobiert - aber wenn Sie nicht mit Safari 5.0 surfen, dann könnte es sein, dass Sie nichts sehen; vielleicht noch nicht mal einen Platzhalter. Das alte Problem, dass jeder Browser eine Webseite anders darstellt, setzt sich hier dummerweise in verschärfter Form fort. Trotzdem werde ich nach dem Motto “Jugend forscht” auf diesem Weg weiter experimentieren. Und wenn mir jemand erklärt, wie ich HTML5 mit Safari 5.0 auch in diesem abgespeckten 1&1-Wordpress-Blog hier implementieren kann, dann werde ich auch das versuchen - bisher kam da nur Datenmüll ‘raus.
Nächste Neuigkeit: Ein Micro Payment-Modell aus Schweden namens Flattr - ein Wortspiel aus dem englischen to flatter (jemandem schmeicheln, in einigen Regionen auch “flattieren” genannt) und der auch hier gut bekannten Flatrate. Das läuft derzeit noch in der Beta-Phase, funktioniert aber für einige Blogger schon ganz gut und scheint ein guter “Weiterdreh” meiner Kleingeld-Idee vom September 2009 zu sein.
Kurz gesagt, kann jeder Benutzer monatlich eine bestimmte Summe (zum Beispiel €20) auf sein Flattr-Konto einzahlen und damit eine unbegrenzte Anzahl von bei Flattr registrierten Content-Anbietern beglücken. Ein Klick auf den Button unter dem zu würdigenden Beitrag genügt. Je mehr Klicks pro Monat, desto geringer wird der persönliche Obolus für den einzelnen Beitrag - bei €20 Euro Bruttoeinsatz (minus 10% Flattr-Gebühr, also bleiben €18) und 1000 Klicks wären das zum Beispiel 1,8 €-Cent. Alter Schwede, das klingt wenig, summiert sich aber zu einer ganz netten Spende, wenn Hunderte Leser auf diesen Beitrag klicken. Einzelne Blog-Betreiber können sich schon über einen anständigen Kostendeckungsbeitrag
freuen, andere hoffen noch darauf.

Die fröhlichen Flattr-Buben aus Schweden vor ihrem Logo (Foto: flattr)
Bei mir werden Sie den Flattr-Knopf vorerst nicht sehen, weil mich die Umsetzung des Konzepts noch nicht ganz überzeugt. Das beginnt beim Geld-Transfer, der zum Beispiel über relativ teure Dienste wie PayPal laufen muss. Deren Gebühren reduzieren noch mal die Brutto-Summe. Wenn ein Benutzer mal einen Monat lang keinen Beitrag anklickt, verfällt das gesamte Geld und wird laut Flattr für einen wohltätigen Zweck gespendet, statt es einfach auf den nächsten Monat draufzulegen. Wer “geflattred” werden will, der muss auch selbst “flattren” oder “flattern” (heißer Kandidat für einen Eintrag im nächsten Duden!); die Gefahr ist also groß, dass sich hauptsächlich die Blogger in einem geschlossenen System die Euronen hin und her schieben. Das ist jetzt in der Beta-Phase ohnehin der Fall, weil Registrierungen nur mit einem Einladungs-Code möglich sind.
Sinnvoll wird die Sache aber erst, wenn deutlich mehr Leser/Nutzer als Anbieter mitmachen - sowohl finanziell als auch beim im jeweiligen Spenden-Button sichtbaren Anerkennungswert. Dann könnten sich auch Verlage dazu entschließen, dieses Social Micro Payment-Modell für ihr Web-Angebot zu nutzen; und sei es auch vorerst nur, um die Wertschätzung ihrer Leser für bestimmte Artikel, Themen, Autoren etc. zu erkunden.
Update 9.6.: Offenbar geht in dieser Testphase auch schon mal etwas schwer daneben (falls es Absicht des Bloggers war, seinen Beitrag nur für “Flattr-Premium-Kunden” sichtbar zu machen, ist das wohl auch nicht so ganz gelungen).
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20.5.2010 von Wolfgang.
Keine sonnigen Aussichten für die Solarbranche in Deutschland: Bei der Hauptversammlung der Bonner SolarWorld AG heute musste Vorstandschef und “Sonnenkönig” Frank Asbeck den frustrierten Anlegern erklären, warum der Aktienkurs aktuell auf klägliche 8,14 Euro abgestürzt ist. Damit hat das Papier allein seit Sommer 2008 (damals bin ich mit einem kleinen vierstelligen Betrag eingestiegen) über 70 Prozent verloren; die heute beschlossene Dividende von 16 Euro-Cent pro Aktie ist da kein Trost und reicht bei meinem SolarWorld-Portfolio allenfalls für drei Tuben Sonnencrème.

Im Börsen-Abwärtsstrudel: Die Bonner SolarWorld AG (Firmenlogo).
Was ist da schief gelaufen seit dem Aktien-Höchststand von rund 48 Euro im Frühjahr 2007? Liegt’s am Regenwetter zur Zeit bei uns? An diversen, sonnigen südeuropäischen Ländern, die gerade den Börsen zu schaffen machen? Immerhin hat sich das Unternehmen doch sehr breit aufgestellt, sowohl bei der Fertigungstiefe als auch bei der globalen Ausdehnung. SolarWorld hat die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff Silizium bis zur fertigen Solaranlage im Griff und damit eigentlich jede Menge Ansatzpunkte zur effizienteren Produktion und für günstige Endpreise. Die bittere Wahrheit ist aber, dass zur Zeit nur ein deutsches TecDax-Unternehmen aus der Solarbranche börsentechnisch gut dasteht: SMA Solar - und das produziert keine Solarzellen, sondern hauptsächlich Wechselrichter, die für jede Solaranlage gebraucht und regelmäßig nach etwa 10 Jahren ersetzt werden müssen.
Zu lange war man offenbar der Meinung, das Qualitätssiegel “Made in Germany” und die hohe Energieausbeute der in Deutschland entwickelten und produzierten Solarzellen verschafften trotz hoher Preise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der asiatischen Konkurrenz. Die Chinesen zum Beispiel sind aber auch keine Warmduscher, verbesserten ihre Produkte trotz einiger qualitativer Rückschläge ständig und bieten ebenfalls Komplettanlagen an - allerdings erheblich billiger. Das funktioniert durch geringere Arbeitslöhne, aber wohl auch durch versteckte Staats-Subventionen. So scheinen staatliche Kredite (bis dahin noch völlig unverdächtig und international üblich) in China nach einer gewissen Zeit stillschweigend erlassen zu werden; ein riesiger Kostenfaktor fällt somit weg.

Werden immer billiger: Solarzellen zur Stromerzeugung (Foto: SolarWorld AG)
Den deutschen Kunden scheren diese Hintergründe wenig, denn natürlich versucht jeder Solaranlagenbesitzer - trotz sinkender Strom-Einspeisevergütungen - auf eine ordentliche Rendite zu kommen. Und die gibt’s nur, wenn pro Euro Kapitaleinsatz möglichst viel Watt erzeugt wird. Auffallend ist dabei, dass auch die in Deutschland produzierten Anlagen binnen Jahresfrist etwa ein Drittel billiger wurden - eine Preissenkung, die nicht allein durch effizientere Produktion erklärt werden kann. Und tatsächlich: Die bisher offenbar aufgeblähten Gewinnmargen sollen weiter verkleinert werden; laut SolarWorld jetzt noch mal durch eine Preissenkung um 8 Prozent. Finanzvorstand Philipp Koecke blickte heute trotzdem “in eine sonnige Zukunft”. Immerhin hat die AG noch fast eine Milliarde Euro Bar-Mittel - das entspricht etwa dem gesamten Umsatz 2009 und auch dem derzeitigen Börsenwert des Unternehmens.
Da darf sich der Kunde seinen Teil denken; hat er doch vermutlich in den letzten Jahren vor allem für tolle Renditen bei den Anlagenherstellern gesorgt und nicht für die seines eigenen Solarstroms vom Dach. Im Fall von SolarWorld wurden diese Gewinne ärgerlicherweise auch noch direkt und indirekt für Parteispenden verwendet - vor allem für die Atomstrom-Fans der FDP um Asbeck-Kumpel Guido Westerwelle. Die kümmerten sich anschließend in der Regierungskoalition darum, dass die Kürzung der Solarstrom-Einspeisevergütungen nicht ganz so heftig ausfiel wie ursprünglich geplant - ein Zusammenhang zwischen Spenden und Subventionspolitik wird natürlich lautstark dementiert.
Kritiker halten diese Form der Stromerzeugung ohnehin für wenig sinnvoll, die Förderung für weit überzogen und die Beteiligten für “Solar-Absahner”. Objektiv ist es für Hausbesitzer tatsächlich empfehlenswerter, keine Solarzellen auf dem Dach zu montieren, sondern Sonnenkollektoren zur selbstgenutzten Warmwassererzeugung. Dabei ist man nicht von den Unwägbarkeiten der politischen Förderung und der undurchschaubaren Preisgestaltung der Solarzellenindustrie abhängig, tut aber langfristig trotzdem was für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.
Und so schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Das eine schmerzt der SolarWorld-Kursverfall gewaltig, das andere freut sich darüber, dass wir auf dem Dach nicht - wie ursprünglich geplant - Solarzellen haben, sondern drei große Sonnenkollektoren. Die können so ungefähr den Teil meiner Altersversorgung wieder einspielen, der auf dem Solarzellenmarkt verbrannt ist.
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18.5.2010 von Wolfgang.
Mal ehrlich: Zur Zeit verdient fast niemand nennenswert Geld mit Internet-Angeboten; abgesehen von ein paar weltweit agierenden Platzhirschen wie Google, Facebook oder eBay, die aber auch schon ordentlich Federn lassen mussten, deshalb teilweise mit ihren Quartalsgewinnen Altschulden abbauen und immer noch die Personaldecke ausdünnen müssen.
Sehr traurig sieht es vor allem auf nationaler Ebene aus. In Deutschland sind selbst Klickzahl-Giganten wie Bild.de, Spiegel-Online oder StudiVZ kaum in der Lage, sich nennenswert zu refinanzieren. Die Preise für Online-Werbeformen wie Banner oder Pop-Ups sind im Keller - unter anderem, weil viele Benutzer diverse Ad-Blocker in ihren Browsern aktiviert haben und die Werbung ohnehin nicht wahrnehmen.
Andere Geschäftsmodelle, bei denen die Konsumenten für Content bezahlen müssen, haben sich ebenfalls nicht flächendeckend durchgesetzt; abgesehen von Apples florierenden iTunes- und App-Stores. Die profitieren aber davon, dass hier auch die Anbieter ihr Scherflein beitragen müssen mit Lizenzgebühren oder reduzierten Margen. Insofern ist das also ein erweitertes B2B-Modell, bei dem Apple gleich auf zwei Seiten verdient - good job, Mr. Jobs!
Außer Frage stehen auch die Online-Handelsplattformen, die nicht mit dem eigenen Content Umsatz generieren, sondern nur Vehikel für andere Produkte und Dienstleistungen sind. Hier hängt der Erfolg also von einem proprietären Angebot ab und nicht primär von der Website an sich. Die taucht in der Bilanz meist nur als Vertriebskostenfaktor auf und muss keine Einnahmen erwirtschaften.
Trotzdem repräsentiert eine Website wie Otto.de einen erheblichen Wert; allein schon durch ihre Bekanntheit, den Alexa-Traffic Rank und den Google-PageRank. Das also ist die wahre Währung des World Wide Web: Aufmerksamkeit, Bekanntheit und Reputation durch zahlreiche Verlinkungen von außen. In Zeiten, in denen immer mehr Medien und Namen um die begrenzte öffentliche Wahrnehmungsfähigkeit kämpfen, wird diese Währung stetig wertvoller. Und das gilt nicht nur für große Handelsplattformen, sondern auch für kleine und kleinste Webseiten.

“Website verkaufen und zur Ruhe setzen” scheint noch keine echte Alternative zu sein. Allerdings sind die täglichen Seitenabrufe in Wirklichkeit etwa um den Faktor 200 höher als hier dargestellt. (Screenshot: bizinformation.org)
Markus Beckedahl zum Beispiel betreibt das Blog netzpolitik.org und erklärt im Interview mit carta.info, dass er sein Angebot nur durch Querfinanzierung am Leben erhalten kann - das Geld kommt überwiegend von seiner Agentur Newthinking und seinen Beratertätigkeiten. Die wiederum profitieren von der Reputation und Bekanntheit von netzpolitik.org, bekommen also einen Gegenwert für die Subventionen. Ähnliches gilt auch für andere Blogs - etwa von freien Journalisten, Buchautoren oder IT-Dienstleistern. Das Gratis-Angebot ist jeweils ein Vehikel für das andere, kostenpflichtige.
Und das ist im Moment neben der Selbstausbeutung offenbar das einzige Internet-Geschäftsmodell, das auch im Kleinen funktioniert. Unabdingbare Voraussetzung ist allerdings, dass das primäre Geschäft genug Gewinn abwirft, um das Sekundärangebot zu finanzieren oder einfach nur den Betreiber nicht verhungern zu lassen.

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