Ärger mit Dimmer-LED-Lampen? Justieren kann helfen

Sind Sie auch schon mal daran gescheitert, die Helligkeit Ihrer dimmbaren LED-Lampen flackerfrei und über eine ausreichende Hell-Dunkel-Spanne zu regeln? Dann gibt es eventuell – anstelle größerer Operationen – eine ziemlich einfache Lösung namens “Justierschraube”. Viele Dimmermodelle sind nämlich mit einem Mini-Potentiometer ausgerüstet, den Sie nach Freilegen der Trägerplatte verstellen können.

Dimmer-Justierung
So oder ähnlich könnte es auch auf Ihrem Dimmer aussehen: Der oben ins Bild montierte rote Pfeil markiert den Zugang zur tiefer liegenden Justierschraube eines Universaldimmers. Bei “Sygonix”-LED-Dimmern finden Sie die (im Bildausschnitt unten rechts von mir rot umkreiste) Schraube an ähnlicher Stelle, aber direkt auf der Platine – je nach Modell mit “Trafoanpassung” oder “Grundhelligkeit” bezeichnet. (Fotos: W. Messer)

Sygonix-Dimmer-JustierschraubeGrundvoraussetzung ist allerdings, dass der Helligkeitsregler auch wirklich für LED-Beleuchtung geeignet ist. Es sollte ein Phasenabschnittdimmer (mit kapazitativer [Kennzeichnung C] oder kombinierter ohmscher und kapazitativer Last [RC]) sein. Phasenanschnittdimmer (Kennzeichnung R, so genannte “Haushalts-Universaldimmer”) funktionieren dagegen meistens nicht. Außerdem sollte die Mindest- oder Grundlast nicht höher sein als die Leistungsaufnahme der Lampen im Stromkreis (beim oben abgebildeten Dimmer sind das 60 Watt, in der Regel zu viel für LED-Anwendungen).

Möglicherweise erleben Sie selbst mit einem theoretisch perfekten Dimmer, dass Ihre LED-Leuchtmittel in der höchsten Stufe zu dunkel oder in der kleinsten Stufe noch zu hell sind und außerdem an diversen Reglerpositionen flackern, surren oder brummen. Das liegt daran, dass handelsübliche Dimmermodelle überwiegend noch für erheblich stromhungrigere Glühlampen oder Halogenspots ausgelegt und eingestellt sind, teilweise auch für dimmbare Kompaktleuchtstofflampen, aber eben nicht für sparsame LED-Leuchten und -Lampen.

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Falls Ihr Dimmer über eine Justierschraube verfügt, holen Sie sich aus Ihrem Feinwerkzeug einen Mini-Schraubendreher (meistens sollte es ein Kreuzschlitz sein). Drehen Sie zuerst den Dimmerregler (die Achse in der Mitte) auf die kleinste Stufe (maximale Dimmung), stecken dann den Schraubendreher ins kleine Loch in der Trägerplatte, bis Sie auf den Widerstand der Potentiometerschraube stoßen, und justieren mit leichten Drehungen nach links oder rechts die gewünschte Minimalhelligkeit, ohne dass die LED-Lampen zu flackern beginnen oder unschöne Geräusche von sich geben.

Anschließend den Dimmer auf die höchste Stufe drehen und die Justierschraube so einstellen, dass Ihre Lampen die maximale Helligkeit erreichen. Eventuell klappt das auch schon ohne weitere Justierung. Wenn Sie den Potentiometer zu weit aufdrehen, beginnt das große Flackern oder die LEDs gehen möglicherweise sogar komplett aus. Keine Angst, diese Aktion beschädigt Ihre teuren Lampen nicht.

LCTW-LED-Spots Küchendecke
So dezent können 7 Watt starke GU10-LED-Spots von “Led’s change the world” an der Küchendecke strahlen – heruntergedimmt mit einem korrekt justierten “düwi”-Helligkeitsregler. Ungedimmt erleuchten sie die Küche dagegen taghell.

Wenn Sie alles richtig eingestellt haben, sollte die Helligkeit über den gesamten Dimmerweg flackerfrei regelbar sein. Das geschieht zwar je nach Modell, Leistungsaufnahme und Anzahl der LED-Lampen im Stromkreis selten linear und – wegen Bauteil-Toleranzen in der Vorschaltelektronik – häufig auch ungleichmäßig, reicht aber für die meisten Zwecke aus. Falls es doch nicht funktioniert, taugt der Dimmer nichts oder Sie sollten sich dimmbare Leuchtmittel mit besserer Elektronik kaufen.

Bei einem Wechsel zu einem anderen Lampentyp müssen Sie den Dimmer übrigens meistens erneut justieren, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Das sollte bei der langen Lebensdauer von ordentlichen LED-Leuchtmitteln aber nur selten nötig sein.

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12 Gedanken zu “Ärger mit Dimmer-LED-Lampen? Justieren kann helfen

  1. Für alle Nutzer von Dimmern ein interessanter Grundlagenartikel.
    Aber von LCTW gibt es (noch) keine 7W Spots – oder gibt es schon neue Modelle?

  2. @Chris: Klar gibt’s die, bloß nicht offiziell im Online-Shop. Hast Du meinen Test nicht bis zum Ende gelesen?
    http://fastvoice.net/2012/06/02/leds-test-the-lamps/
    Zehn Stück von den dimmbaren GU10-Modellen habe ich bereits verbaut und bin sehr zufrieden. Ein 7W-GU5.3-Modell ist noch übrig und wird zusammen mit ein paar der – durchweg nicht dimmbaren – schwächeren “Schwestern” in Kürze noch eine besondere Rolle in diesem Blog spielen ;-)

  3. Stimmt, da war was…
    Wievel kostet ein 7W LCTW Spot brutto?

  4. @Chris: Oooch Mensch, steht doch alles im verlinkten Beitrag. Zitat:
    “LCTW mildert die Härte der notwendigen Anfangsinvestition und verlangt pro Exemplar nur 13,70 Euro”
    Das ist natürlich der Bruttopreis (exkl. Versand).

  5. “Wolfgang:
    Außerdem sollte die Mindest- oder Grundlast nicht höher sein als die Leistungsaufnahme der Lampen im Stromkreis”
    -
    Wenn ich mir die Dimmerkompatibilitätslisten der Hersteller anschaue, muss es offenbar nicht zwangsläufig so sein. Ein Beispiel:
    Der Drehdimmer Berker 2830-10 dimmt laut Ledon-Dimmerliste problemlos bis zu 5 Stk. Ledon GU10 5W (das wären 25W gesamt), wobei dieser Berker Dimmer einen Dimmbereich von 60-400W abdeckt, wobei laut deiner Aufstellung die Grundlast ja zu hoch sein müsste?!
    -
    http://www.ledon-lamp.com/media/download/Dimmer_Compatibility_list_DE.pdf
    -
    http://www.amazon.de/Berker-Drehdimmer-283010/dp/B002UROVIS/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1340328971&sr=8-1

  6. @Johannes: Dass dieser Berker-Dimmer tatsächlich mit LED-Lampen funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Zwar kann es durchaus sein, dass manche Modelle trotz eigentlich zu hoher Mindestlast auch mit einigen LED-Lampen klar kommen (ich habe mit dem oben abgebildeten 60-400W-Dimmer sogar testweise eine einzige 5W-LED-Lampe dimmen können, bei einer 15W-LED-Strahlerleiste klappte es dagegen nicht ohne Flackern). Deshalb verwende ich jeweils die Wörter “sollte” oder “meistens” und nicht “muss” und “immer”.
    Das Berker-Modell ist aber ein Phasenanschnittdimmer und so was geht normalerweise gar nicht mit LEDs. Laut der von Dir verlinkten Liste scheint er ohnehin nur die GU10-Modelle von LEDON ordentlich dimmen zu können, bei allen anderen versagt er mehr oder weniger. Eine Justierschraube scheint er auch nicht zu haben.
    So einen Dimmer kann ich nicht der “breiten Masse” empfehlen, die verschiedene LED-Lampen verschiedener Hersteller problemlos dimmen will. Meine sehr konservativen Empfehlungen sind daher auf möglichst universelle Gültigkeit und für Nicht-Fachleute ausgelegt. Dass in Einzelfällen auch bei Nichtbeachtung dieser Regeln eine ordentliche Dimmfunktion möglich ist, interessiert in diesem Kontext eher nicht, weil’s zu sehr von der Vorschaltelektronik der Lampe und vom Zufall abhängt.

  7. @ Wolfgang:
    Verstehe. Ja, ist sehr komplex das Ganze und tatsächlich vom Einzelfall abhängig.
    Gerade habe ich bei Philips GU10 LEDs gelesen:
    “…stufenlos dimmbar (100%-10%) an handelsüblichen Phasenanschnittdimmern…”
    Bin dann gespannt wie es mir dann ergeht. Bei mir steht 2012 auch noch eine Dimmerkette mit 8 Halos zur Umrüstung an…

  8. Zum Thema “Philips-LED und Phasenanschnitt” empfehle ich mal einen Blick in dieses Foren-Posting:
    http://www.ledhilfe.de/viewtopic.php?f=34&t=12480&hilit=Dimmer#p144484
    Ich weiß jedenfalls aus eigener Erfahrung, dass diverse Philips-Ledino-Leuchten (wir haben drei verschiedene zwischen 15 und 30 Watt) sehr sensibel auf falsche Dimmer reagieren – inklusive Flackern und Surren.
    Philips schreibt im Ledino-Prospekt: “Die meisten Philips LED-Leuchten können über einen externen Dimmer mit Phasenabschnitts-Steuerung (nicht im Lieferumfang enthalten) gedimmt werden.”

  9. @ Wolfgang:
    Bei deinem Test der Ledon GU10 hast du aber wiederum geschrieben, dass du x-beliebige Baumarkt-Dimmer genommen hast, ohne jegliche Probleme, kein Surren, kein Flackern (halt das bekannte ‘nicht ganz herunterregeln’).
    Es gibt dem unerfahrenen Kunden natürlich keine Garantie, aber idR. wird wohl die hochpreisigere GU10, ich nenne mal Philips MasterLEDs, Osram, Ledon, wohl auch hinsichtlich der Elektronik aufwändiger gestrickt sein.

  10. Vermutlich ist das so, aber dann müsste es eigentlich auch mit hochwertigen E27- und E14-LED-Lampen sowie mit teuren Komplettleuchten funktionieren. Tut es aber offensichtlich (auch laut LEDON) nicht.

  11. Oh, das ist ein richtig guter Hinweis. Hab mir neulich nämlich ein paar schicke LEDs bei http://www.bb-leuchten.de/led-leuchten gekauft und nachdem mein Mann sie eingebaut hatte, habe ich mich doch sehr über die schwache Helligkeit gewundert. Zumal bei Freunden die gleichen Leuchten viel heller waren. War schon ein wenig genervt und bin daher umso froher,dass das Problem so schnell gelöst werden konnte.

  12. @Ronja T.: Habe ich das richtig verstanden, dass Euer Dimmer so ‘ne Justierschraube hat und Ihr damit die LEDs wirklich heller machen konntet? Prima!
    P. S.: Falls Du was mit dieser Ronja zu tun hast:
    http://www.ledhilfe.de/viewtopic.php?f=34&t=14711
    … dann kann ich die gleiche oder ähnliche Kombination empfehlen, die oben im Beitrag abgebildet ist – dimmbare GU10-Spots von LEDON oder Led’s change the world und einen düwi-Dimmer wie der hier:
    http://www.duewi.de/index.php?productid=30971
    Am Besten mal bei meinem aktuellen Gewinnspiel teilnehmen – vielleicht gibt’s dann was Kostenloses zum Ausprobieren ;-)

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