LED-Tagebuch (KW 21): toom-Strahler, Osram-Split, Zumtobel-Umsatzrekord

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


toom-LED-Gartenstrahler-05-1517.05.: Sehr sparsame LED-Gartenstrahler im Dreierpack halten die “toom”-Baumärkte für Sie bis zum 13. Juni zum “4 Wochen Dauersparpreis” von 39,99 Euro bereit (Prospektausschnitt rechts). Pro Edelstahl-Leuchte mit fest verbauten, nicht dimmbaren LED-Modulen kriegen Sie immerhin 210 Lumen Lichtstrom aus nur 1,8 Watt – das entspricht etwa einem 20-W-Hochvolt-Halogenspot.

Die Effizienz von über 116 lm/W ist auch angesichts der “warm-weißen” Farbtemperatur 3000 Kelvin bemerkenswert. Zum Vergleich: Die etwas günstigeren “Nema”-Gartenspots bei “Bauhaus” mit auswechselbaren GU10-Strahlern für knapp 13 Euro pro Stück brauchen 3 Watt für 260 Lumen (ca. 87 lm/W). Leider verrät “toom” weder Abstrahlwinkel, noch Lichtstärke oder Schutzart. Der Farbwiedergabeindex wird zwar ebenfalls verschwiegen, spielt aber für Außenbeleuchtung nur eine untergeordnete Rolle.


18.05.: Sind Sie risikofreudig genug für’s Haifischbecken “Licht-Markt”? Oder wollen Sie Ihr bestehendes LED-Geschäft erweitern? Dann können Sie jetzt für maximal 140.000 Euro (VB inklusive Warenbestand im Schätzwert von rund 25.000 € ) einen seit 2008 bestehenden, “etablierten und erfolgreichen” LED-Online-Shop übernehmen, der offiziell “aus gesundheitlichen und familiären Gründen” verkauft werden soll.

Dass drastisch sinkende Lampen- und Leuchtenpreise ebenfalls eine Rolle spielen könnten, zeigt die Umsatzentwicklung des nicht namentlich genannten Internet-Ladens: 2013 waren es 265.000 Euro, 2014 nur noch 213.000 € – und das bei immerhin knapp 10.000 registrierten Kunden. Über die daraus generierte Rendite wird leider nichts verraten. Im Januar 2014 hatte ich zum Thema “sinkende Handelsspannen für LED-Händler” geschrieben: “Vermutlich wird man künftig mit weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz auch als Familienbetrieb keinen ausreichenden Profit mehr machen.”

Update: Heute hat sich auf die “Blog-Telegramm”-Meldung hin schon ein ernsthafter Interessent bei mir gemeldet, obwohl ich selbst mit dieser Aktion nichts zu tun habe.


ESC-Village-Wien-rot-blau
19.05.: LED-Leuchten von Osram und seiner neuen italienischen Tochter “Clay Paky” sorgen laut Pressemitteilung diese Woche für die Lichtinszenierungen beim “Eurovision Song Contest” in Wien. Die Auftritte der Sänger und Musiker in der Stadthalle werden unter anderem von motorgesteuerten “Moving Head”-Scheinwerfern beleuchtet, Lightify-ESC-Appdie für dynamische Farbeffekte, Projektionen und Lichtkegel sorgen.

Im “Public Viewing”-Bereich auf dem Rathausplatz wird außerdem ab heute eine spezielle Variante des Osram-“Lightify”-Systems eingesetzt. Hier können die Besucher mit einer Smartphone-App und der ESC-üblichen 12-Punkte-Skala innerhalb der ersten 60 Sekunden eines Songs über die Auftritte der einzelnen Teilnehmer in den zwei Halbfinals sowie im Finale abstimmen und dadurch das Rathaus samt “Eurovision Village” in zahlreichen Farbstufen zwischen rot (“top”) und blau (“Flop”) tauchen (Screenshot/Fotos: Osram-PR).


19.05.: Mails an Leser mit AOL-E-Mail-Adressen (aol.de oder aol.com) kommen derzeit als unzustellbar an mich zurück. Offenbar sind die URLs www.fastvoice.de und fastvoice.net dort Opfer einer IP-Adressbereichssperre. Das gilt auch für (vergebliche) Versuche, Kommentare von Blogbeiträgen zu abonnieren. Hier laufen die automatischen Bestätigungs-Rückfragen an AOL-Accounts ins Leere. Mein Provider 1&1 hat bereits ein Delisting beantragt.


dr.-olaf-berlien-neu20.05.: Osram-Vorstandschef Olaf Berlin (PR-Foto links) hat diese Woche in einem Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung” die Abspaltungspläne für ca. 40% des Konzerngeschäfts mit derzeit rund 12.000 Mitarbeitern etwas konkretisiert. Danach soll der Bereich der traditionellen Leuchtmittel und einfachen LED-Retrofits (ohne “Lightify” etc.) möglichst schnell in eine rechtlich selbstständige Firma überführt werden – und zwar “in den kommenden zwölf Monaten”. Osram peile dort nur eine Minderheitsbeteiligung an.

Aktuell sei zwar kein weiterer Arbeitsplatzabbau konkret geplant, Berlien betonte jedoch: “Ich kann keinem eine Job-Garantie geben, das wäre unehrlich. Wir werden es nur schaffen, wenn wir wettbewerbsfähig sind. Am Ende entscheidet das der Markt, die Nachfrage nach bestimmten Produkten.” So seien (Kompakt-)Leuchtstofflampen vor nicht allzu langer Zeit noch sehr innovativ und gefragt gewesen; inzwischen gehe die Bedeutung aber stark zurück, weil LED-Leuchtmittel effizienter und langlebiger seien. Bereits am Tag nach Erscheinen des Interviews zog der Kurs der “Osram Licht AG”-Aktie wieder kräftig an – auf über 49 Euro.


Zumtobel-Werk-Dornbirn-Schweizerstrasse
21.05.: Den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte erzielte der österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel nach vorläufigen Zahlen im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 (PR-Foto oben: Das Werk in der Schweizerstraße in Dornbirn). Nach eigenen Angaben waren es über 1,3 Milliarden Euro, davon entfiel rund die Hälfte auf LED-basierte Produkte. 2013/2014 waren es nur 33,6%. Das operative Ergebnis (EBIT) sei dank “Anpassung der Werkskapazitäten, der Zusammenführung der bislang getrennten Vertriebsorganisationen von Zumtobel und Thorn sowie die konzernweite Bündelung der Einkaufsaktivitäten” auf 66,5 Millionen € gestiegen.

Tatsächlich wurden und werden Produktionsstätten außerhalb Österreichs verkleinert, verkauft oder komplett geschlossen – samt Arbeitsplatzabbau. Zumtobel will laut Vorstandschef Ulrich Schumacher zwar auch künftig nicht ganz auf die Leuchtenproduktion verzichten, langfristig aber nur noch wenige große Standorte selbst betreiben und stattdessen als General-Dienstleister zahlreiche Produkte von Auftragsunternehmen fertigen lassen.


OBI-Bojano-30cm22.05.: Zwischen 2 und 6 Euro billiger als üblich sind aktuell die “Bojano”-LED-Solarleuchten in den OBI-Märkten – dieses Sonderangebot gilt noch bis zum 31. Mai. Für 5,99 statt 9,99 € gibt’s die kleinste Variante mit zwei Mini-LEDs unter einer weißen Kunststoffkugel mit 15 cm Durchmesser. Knapp 10 statt 11,99 € kostet das 20-cm-Modell mit vier LEDs; 12,99 statt 16,99 € zahlen Sie für die 25-cm-Version; rund 15 statt 21 € sind’s bei der 30-cm-Leuchte (PR-Foto rechts).

Die 174 bis 516 Gramm schweren und maximal zwischen 46 und 73 cm hohen Varianten sind mit zweiteiligen Erdspießen sowie einer 1,2-Volt-Akku-Zelle ausgestattet und mit Schutzart IP44 einigermaßen Garten-tauglich. Angaben über Leuchtkraft oder Farbtemperatur werden nicht gemacht; vermutlich handelt es sich um “kalt-weiße” LEDs mit höchstens 0,05 Watt Leistung pro Stück, die relativ schwaches Deko-Licht bieten. Die beworbene Leuchtdauer von bis zu acht Stunden dürfte in unseren Breitengraden wegen der geringen Akku-Kapazität von maximal 600 mAh wohl nur bei sehr günstigen Bedingungen erreichbar sein.


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LED-Tagebuch (KW 20): LEDON-Lampen, Leuchten-Deals, neue Testkandidaten

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


LEDON-A60-10,5W-PR10.05.: Vier Varianten einer äußerlich gleichen A60/E27-Retrofit hat der österreichische LED-Spezialist LEDON neu im Sortiment (PR-Foto rechts). Sie sind effizienter und mit 12 cm Länge, 6 cm Maximaldurchmesser sowie 138 bzw. 147 Gramm Gewicht teils auch kompakter und leichter als ihre Vorgänger.

Die 10,5-Watt-Lampen (dimmbar 17,99 Euro, nicht dimmbar 13,99 €, pdf-Datenblatt) bieten 800 Lumen, dienen mindestens als Ersatz für traditionelle 60-W-Glühlampen und lösen die alten 13-W-A66-Modelle ab. Mit 600 lm etwas dunkler leuchten die neuen 8,5-W-“Birnen” (dimmbar 15,99 €, nicht dimmbar 11,99 €, pdf-Datenblatt). Sie ersetzen die gleich großen, aber etwas schwereren 10-W-Modelle.

Alle Varianten sollen eine “warm-weiße” Farbtemperatur von 2700 Kelvin, einen exzellenten Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90, rund 270 Grad Halbwertswinkel, eine Flimmer-Rate von unter 3%, EU-Ökolabel A+ und eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen haben. Von beiden Leistungsversionen wird es auch “Double-Click“-Modelle für knapp 17 bzw. 19 Euro geben, die mit einem normalen Lichtschalter auf 30% gedimmt werden können.


Aldi-Sued-LED-05-15-klein11.05.: “Lichtblicke” verspricht Aldi Süd ab heute mit seiner LED-Leuchten-Aktion (Prospektausschnitt oben, zum Vergrößern anklicken). Für jeweils knapp 60 Euro bekommen Sie drei dimmbare “IClite”-Pendelleuchten-Varianten mit fest verbauten LED-Modulen, “brillantem, warm-weißem Licht” und offiziell 1600 Lumen Gesamt-Lichtstrom. Das ist heller als eine 100-Watt-Glühlampe und sogar noch auf rund 120 Grad Halbwertswinkel nach unten gebündelt – also erheblich lichtstärker. EU-regelwidrig verschweigt Aldi jedoch unter anderem die Leistungsaufnahme (vermutlich ca. 20 Watt bei Volllast), die genaue Farbtemperatur (etwa 3000 Kelvin), den Farbwiedergabeindex Ra und die Nennlebensdauer – wie schon bei ähnlichen, früheren Aktionen.

Das gilt teils auch für die drei integrierten “Horstmann“-LED-Stehleuchten für knapp 50 €, die Sie mit einem kleinen Schalter im Standrohr in vier Helligkeitsstufen strahlen lassen können. Hier kriegen Sie – wie bei fast identischen “IClite”-Leuchten vor gut einem Jahr – maximal 1050 lm aus 15 Watt mit Spot-ähnlichen, engen Abstrahlwinkeln.

Mit vier auswechselbaren, nicht dimmbaren GU10-LED-Strahlern ausgestattet sind die drei “IClite”-Deckenleuchten-Modelle, die es annähernd baugleich bereits 2013 für knapp 40 € und vor einem Jahr schon für 29,99 € gab. Die Spots sind mit je 250 lm aus knapp 3 Watt sehr effizient (EU-Ökolabel A++), leuchten jedoch merklich breiter und “kühler” als ähnlich helle 25-W-Hochvolt-Halogenstrahler und sind längst nicht so farbtreu.


Bauhaus-Milano-05-15
12.05.: Ziemlich effiziente und helle LED-Außenleuchten kriegen Sie noch bis 23. Mai oder “solange Vorrat reicht” als Sonderangebote in den “Bauhaus“-Filialen und online – beispielsweise für 49 Euro eine nicht dimmbare Wandleuchte namens “Milano” mit zwei fest eingebauten 5-Watt-LED-Modulen (Prospektausschnitt “Der Stadtgarten” oben).

Sie entsprechen mit jeweils 400 Lumen etwa herkömmlichen 50-W-Halogenstrahlern, leuchten aber mit 3000 Kelvin etwas “kühler” und mit einem Abstrahlwinkel von ca. 90 Grad auch deutlich breiter nach oben und unten. Bauhaus-Nema-05-15Neu ist, dass Sie zusätzlich mit je drei Schablonen-Einsätzen (Gobos) verschiedene Leuchtmuster an die Wand zaubern können.

Die gleiche Farbtemperatur und einen ähnlich breiten Lichtkegel liefert der ebenfalls nicht dimmbare, aber auswechselbare 3-Watt-/GU10-LED-Strahler im Gartenspot “Nema”. Die Werbebeilage (Ausschnitt links) verschweigt leider den Lichtstrom von 260 Lumen, der ungefähr so hell ist wie ein 25-W-Halogenspot.

Knapp 13 Euro sind für diese einigermaßen wetterfeste Kombination aus Gehäuse, Erdspieß, zwei Meter Stromkabel und Leuchtmittel mit EU-Ökolabel A+ jedenfalls ein günstiger Preis. Die Nennlebensdauer gibt “Bauhaus” für beide Angebotsartikel mit 20.000 Leuchtstunden an.


Aldi-Nord-LED-Solar-05-15
14.05.: Nach der Aldi-Süd-Fraktion im April wird ab Montag (18.05.) auch die Aldi-Nord-Hälfte Deutschlands mit besonders leistungsfähigen “MeLiTec”-LED-Solarleuchten versorgt (Screenshot-Ausschnitte oben). In fast allen Edelstahl-Varianten stecken zwei bis acht “kalt-weiße” und sehr effiziente 0,075-Watt-Chips, die rund 30% heller leuchten als die LEDs in den üblichen Baumarkt-Billig-Modellen.

Dieses Merkmal, die drei Jahre Herstellergarantie und einige zusätzliche Features erklären auch die vergleichsweise hohen Aldi-Preise. So verfügt die ein Meter (plus 18 cm Erdspieß) hohe Wegeleuchte für 26,99 Euro nicht nur über einen Dämmerungssensor, sondern auch über einen Bewegungsmelder, der zu den zwei Basislicht-Chips sechs weitere LEDs aktiviert. Das halb so große Sensor-Modell kostet knapp 20 Euro. Wenn die drei 1,2-Volt/NiMH-Akkus vom Bosch-Solar-Panel voll geladen wurden, sind bis zu acht Stunden Leuchtdauer pro Nacht drin.

Knapp 10 Euro kosten die fünf billigsten LED-Solarleuchten-Varianten mit 31 bis ca. 65 cm Länge (ohne Erdspieß). Hier stecken je zwei 600-mAh-Akkus drin. Drei Modelle leuchten mit zwei 0,075-W-Chips sowie eines mit einer 0,21-W-LED ebenso “kalt-weiß” wie die großen Solarleuchten.

MeLiTec-Solarkugel-kleinModell Nr. 4 ist eine schwimmfähige Kunststoff-Kugelleuchte mit teiltransparenter Haube, 15 cm Durchmesser und zwei “Bernstein”-LEDs, die mit ca. 2000 Kelvin Farbtemperatur deutlich “wärmer” leuchten als herkömmliche Glühlampen, allerdings auch einen wahrnehmbaren Grünstich haben (Foto: W. Messer).


SoftLED-Velios-Packungen
16.05.: Weil ich teils schon seit März vergeblich auf diverse neue, fest versprochene Rezensions-LED-Lampen warte, gab’s in den vergangenen Wochen nur wenige Testberichte im Blog. Aktuell habe ich aber zwei aktuelle E27-LED-“Fadenlampen” von “SoftLED” und “Velios” in der Mache (Foto: W. Messer), die mir mein Blog-Werbepartner “Grünspar” zu Verfügung gestellt hat – der Doppeltest erscheint vermutlich im Lauf der kommenden Woche ist jetzt online. Als nächstes erwarte ich dann einige der neuen, effizienteren LEDON-A60-Retrofits zum ausführlichen Check.


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