LED-Tagebuch (KW 40): IKEA-Trådfri, Aldi-Deals, LEDON-Revival, Doppelpack

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ (mit inzwischen über 600 Mitgliedern) – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


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02.10.: Mit einer eigenen Insel-Lösung startet IKEA ins „Smart Lighting“-Geschäft. Seit gestern gibt es dort in den schwedischen, tschechischen, italienischen und belgischen Einrichtungsmärkten fernsteuerbare LED-Lampen und -Paneele sowie Schranktüren mit LED-Beleuchtung IKEA-Tradfri-in-Leuchte(Fotos rechts und unten: obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/Inter IKEA Systems B.V. 2016).

Sie können stufenlos gedimmt werden und ihre Farbtemperatur in drei Schritten verändern („warmweiß“, „neutralweiß“, „kaltweiß“). Gesteuert werden sie mit einem „Trådfri“-Funk-Controller, der via „ZigBee Light Link“ bis zu zehn solcher Leuchtmittel im Griff hat, oder mit einem drahtlosen Bewegungsmelder (IKEA-PR-Foto oben, Werbevideo).

Das „Plug & Play“-Prinzip ähnelt beispielsweise den bekannten „Varilux“-LED-Leuchtmitteln von „LightMe“ und ist wesentlich einfacher zu bedienen als vernetzte „Smart Lighting“-Systeme mit WLAN- und Internet-Gateways.

Durch Hausbesuche, Kundenumfragen und Untersuchungen habe IKEA herausgefunden, dass diese komplexe Technik häufig als zu teuer und zu schwer verständlich wahrgenommen werde. Die Einführung der neuen IKEA-„Smart Lighting“-LED-Kollektion im Rest Europas sowie in Nordamerika ist für April 2017 vorgesehen; in den nächsten Jahren soll sie stetig erweitert werden.
IKEA-Jormlien-Tueren


aldi-sued-led-04-10-16-mittel
03.10.: Wegen des heutigen Feiertags in Deutschland können LED-Fans erst ab morgen zum Großeinkauf in die nächste Aldi-Süd-Filiale (Online-Screenshot oben, nachbearbeitet, zum Vergrößern anklicken).

Als „individuelle Beleuchtung“ präsentieren sich dort beispielsweise klare und matte E27- sowie E14-LED-„Filament“-Glas-Retrofits von „Müller-Licht“ mit sehr gutem Farbwiedergabeindex Ra >90, 2700 Kelvin, EU-Ökolabel A++ und 15.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer: 2,2 Watt und 220 Lumen für 3,99 Euro, 4 W und 430 lm für 4,99 € sowie 7 W und 810 lm für 6,99 €. Ähnliche LED-Fadenlampen-Modelle gab’s dort schon im Januar und Juli, allerdings teils noch teurer.

aldi-sued-led-deckenfluter-04-10-16Auch nicht übel: Die beiden integrierten, stufenlos dimmbaren LED-Deckenfluter der Eigenmarke „Casalux“ mit 2900 Lumen oben plus schaltbarer 220-lm-Leseleuchte für knapp 80 Euro (PR-Fotos links). Eine Watt-Zahl wird leider nicht verraten (laut Infos meines Werbepartners „MeLiTec“, der die Leuchten lieferte, sind’s maximal 33), dafür drei Jahre Garantie, 3000 Kelvin, Ra >80 und 15.000 Leuchtstunden. Die Helligkeit des Fluters kann locker mit der eines 150-Watt-Hochvolt-Halogenstabs mithalten.

Zwischen 1200 und 2000 Lumen Gesamtlichtstrom bieten die vier „Horstmann“-Deckenleuchten für 25,99 Euro – bestückt mit drei bis fünf jeweils 5 W starken, nicht dimm-, aber austauschbaren E14- oder GU10-LED-Retrofits.

Eher als Deko-Licht taugen die fünf „Horstmann“-Tischleuchten-Modelle für je 9,99 €: Hier leuchtet in allen Varianten nur eine auswechselbare 3-W-LED-„Kerze“ mit 250 lm und 3000 K. Die ist zwar etwa so hell wie eine 25-W-Glühlampe, wirkt aber deutlich weniger „warm“ oder gemütlich und kann auch nicht gedimmt werden.


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05.10.: Zwei ziemlich helle LED-Akku-Werkstattleuchten für je 9,99 Euro bekommen Sie ab morgen bei Aldi Nord (Online-Screenshot oben, nachbearbeitet, gültig ab 6. Oktober). Sie haben zwei Helligkeitsstufen, immerhin 3 Watt starke COB-LED-Streifen für breites Ausleuchten der Arbeitsfläche (dürfte für rund 300 Lumen gut sein) sowie eine zusätzliche 1-Watt-SMD-LED im Kopf als „Taschenlampen“-Funktion, ein USB-Kabel, Netz- und Kfz-Lademöglichkeit sowie drei Jahre Garantie.

Der 900-mAh-Lithium-Ionen-Akku reicht bei hellster Stufe vermutlich für knapp 20 Minuten Licht, sonst rund eine Stunde. Dank Magneten und drehbarem Haken können die Arbeitsleuchten sehr flexibel befestigt und eingesetzt werden – das schwarz-rote Modell sogar als Tischleuchte.


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06.10.: Einen sechsfachen „Horstmann“-LED-Nachschlag kriegen Sie ab heute bei Aldi Süd, wenn Ihnen die vorgestern angebotenen Lampen und Leuchten nicht genügt haben: Jeweils knapp 10 Euro kosten die in drei Designs à zwei Farben und/oder Längen angebotenen, nicht dimmbaren Schreibtischleuchten (Online-Screenshot oben, nachbearbeitet).

Sie haben die Wahl zwischen Modellen mit fest verbauten LED-Modulen, die 350 Lumen mit 3000 Kelvin und einem Ra-Wert von mindestens 80 bieten, und solchen mit auswechselbarer LED-Lampe, die mit 400 lm, 2700 K und Ra >80 strahlt. Die Nennlebensdauer ist in beiden Fällen gleich: 20.000 Leuchtstunden; die Schaltfestigkeit wird in der Werbung nicht erwähnt.


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07.10.: Der Vorarlberger LED-Spezialist LEDON hat seit einigen Tagen die Neuauflage eines Klassikers aus dem Spätsommer 2012 im Programm – viel heller, effizienter, kompakter und rundstrahlender als damals: Die 10,5 Watt starke, 12 cm lange und maximal 6 cm breite „E27 A60 Sunset Dimming“ mit gut 800 Lumen (Fotos: W. Messer).

ledon-e27-sd-neu-aus-mittelSie wird beim Dimmen nicht nur dunkler, sondern leuchtet auch immer „wärmer“; die Farbtemperatur sinkt von 2700 auf 2000 Kelvin – ähnlich wie bei einem Sonnenuntergang (Beispiel-Einstellungen im Bild oben). Bei hellster Einstellung liefert sie mindestens so viel Licht wie eine 60-W-Glühlampe.

Im Gegensatz zu vielen anderen LED-„Birnen“ dieser Art schafft die LEDON-Neuheit einen sehr guten Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90, 270 Grad Halbwertswinkel und eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen (pdf-Datenblatt). Mit knapp 22 Euro im LEDON-Online-Shop ist die neue „Sunset Dimming“ allerdings auch nicht ganz billig.

Update: Ein Exemplar ist heute schon bei mir als Gratis-Testobjekt von LEDON aus Österreich eingetrudelt. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber dieses Modell erscheint mir ausgesprochen gut gelungen. Wegen akuter Vollauslastung meines Partnerlabors und meiner eigenen Kapazitäten kann es allerdings noch ein Weilchen dauern bis zu einem ausführlichen Blog-Review mit konkreten Messwerten.

Update 24.10.: Jetzt habe ich es endlich geschafft – der Test der LEDON-Neuheit ist online!


bauhaus-osram-cla-10-1608.10.: Nicht wirklich günstig sind die meisten LED-Sonderangebote diesen Monat bei „Bauhaus“. Kleiner Lichtblick: Die nicht dimmbaren Osram-E27-„Fadenlampen“ im Doppelpack für 11,95 Euro (Prospektausschnitt rechts, gültig bis 29. Oktober bzw. „solange Vorrat reicht“).

Mit 806 Lumen Lichtstrom, 2700 Kelvin Farbtemperatur und rund 300 Grad Halbwertswinkel können sie EU-offiziell jeweils eine 60-Watt-„Glühbirne“ in Rente schicken.

Wegen des mittelmäßigen Farbwiedergabeindex‘ Ra >80 und der etwas gelb-grün-stichigen Lichtfarbe dürfen Sie jedoch von diesem LED-Ersatz bei Weitem nicht die gleiche Lichtqualität wie von den alten Stromfressern erwarten. Immerhin verbessert die mattierte Haube dieser Variante die bei meinem Test des extrem effizienten und hellen Klarglas-Modells kritisierte inhomogene Abstrahlcharakteristik.

Bei der Leistungsaufnahme stapelt die „Bauhaus“-Werbebeilage übrigens zu tief: Die matten Osram-„LED RF Classic A 60“ müssen 7,2 Watt nuckeln, um die gleiche Helligkeit wie ihre 6-Watt-Schwestern mit klarer Haube zu erzielen. Deshalb gibt’s hier auch nur das zweitbeste EU-Ökolabel A+.


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14 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 40): IKEA-Trådfri, Aldi-Deals, LEDON-Revival, Doppelpack

  1. Auch wenn Melitec hier der Werbepartner ist, muss mal gesagt werden, dass der o.g. Deckenfluter eine ganz traurige Angelegenheit ist. Lediglich die Lumenzahl geht ok. Aber warum nur Ra>80 und nur 15.000 Stunden. Die meisten Menschen werden Deckenstrahler in der Bauform im Wohnzimmer einsetzen, wo man schon mal von höheren Anforderungen an die Farbwidergabe ausgehen kann. Weiterhin hatten die Konstrukteure bei der Leuchte alle Freiheiten um eine hinreichende Kühlung zu realisieren. Ebenso kann es nicht am Bauraum gescheitert sein, dass ein Schaltnetzteil mit mehr als 15000 Betriebsstunden Platz gefunden hätte. 15000 Betriebsstunden für eine Leuchte dieser Bauform, die bei Defekt entsorgt werden muss, tendieren wohl eher in Richtung Umweltverschmutzung.

        • Ich fürchte, da sind Sie relativ alleine. Diese Deckenfluter sind ein preissensibles Mitnahmeteil im Supermark/Baumarkt. Da geht es für 90% der Käufer nur darum, was auf dem Preisschild steht und wie das Ding aussieht.

          Je nachdem wie man eingerichtet ist, gibt es auch noch Fluter mit E27-Fassungen. Da kann man dann hochwertige Retrofits reinschrauben. Einfach z.B. mal nach Honsel Antwerpen 47842 oder Steinhauer Capri 6838ST suchen.

          • Der doppelte Preis war ja auch nicht als Muss gemeint und da Melitec auch sehr gute Retrofits zum kleinen Preis hinbekommt, könnte man ja annehmen, dass sich das vielleicht auch beim Deckenfluter fortsetzt. Das tut es aber nicht mal im Ansatz.
            Es kann aber gut sein, dass das Teil gut zur Zielgruppe passt, bei der es zusammen mit dem restlichen Mobiliar sowieso spätestens nach 3 Jahren auf dem Sperrmüll landet.

            Die von Ihnen genannten Modelle sind keine Fluter sondern Stehleuchten mit einer E27 im Oberteil. Außerdem steht zu befürchten, dass die Schirme wegen der großen Kühlsockel der Retrofits nicht gleichmäßig ausgeleuchtet werden.
            M.E. liegt man bei Deckenflutern mit Retrofit-Bauformen total falsch. Die Melitec Bauform des Fluters zeigt schon, wo es hingehen soll. Einfach nur noch die LEDs genau so mischen wie bei den Melitec Retrofits mit Ra>95 und ein haltbareres Schaltnetzteil verbauen und das Teil ist gekauft.

  2. Also, wenn ich die Wahl zwischen einer 150-€-Leuchte mit festen Ra95-LEDs und einer Variante mit Retrofit-Fassungen habe, würde ich immer die mit Retrofit-Sockeln nehmen. Denn wenn nach der 2-3-jährigen Garantie die festen LEDs defekt sein sollten, habe ich einen wirtschaftlichen Totalschaden. Bei Retrofits schraube ich einfach eine neues Leuchtmittel rein und habe schon in wenigen Jahren vermutlich auch gleich Ra100.
    Abgesehen davon bringen auch die festen LEDs in Deckenflutern nicht mehr wie 180° Abstrahlung – das schafft fast jede E27-Birne.

      • Also ich habe inzwischen den für mich perfekten dimmbaren Deckenfluter gefunden. 4300 Lumen aus 35W, austauschbares LED Modul – 360 Grad Abstrahlung (LEDs sind auf einer runden flachen – und wechselbaren – Leiterplattenscheibe mit ca. 20 cm Durchmesser angebracht – des Weiteren sind auf einem ca. 1 cm breiten Rand ebenfalls LEDs untergebracht, so dass das Licht schön nach oben, unten und zur Seite abgestrahlt wird). Nach unten gerundetes Milchglas, nach oben eine durchsichtige Scheibe, so dass sich im Inneren kein Staub mehr ansammeln kann.

        Wermutstropfen ist aktuell Ra80 (wobei es evtl. in ein paar Jahren das LED Modul mit Ra > 90 zum Austausch gibt) und der Preis. Aber im Vergleich zu meinen bisherigen Deckenflutern ist das aber auch optisch der ansprechendste.
        Wen es interessiert, mal unter B+M Leuchten nachsehen.

        • Scheint ja wohl zu gehen. Habe direkt Fluter mit >4000 Lumen und Ra>90 bei B+M gefunden. Preise sind aber schon sehr ambitioniert und vollständige Datenblätter sucht man auch vergeblich. Um eine konkrete Angabe zur projektierten Lebensdauer drückt man sich auch. Das ging doch bei den Osram Vorschaltgeräten für Kompaktleuchtstoffröhren mit 100.000 Stunden auch, ohne dass die Teile deswegen gleich ein Vermögen kosten mussten.

  3. An Erwin und alle, die’s sonst noch interessiert:

    Ein LED-Deckenfluter von „Briloner Leuchten“, 1,80 m hoch, mit ca. 3.000 Kelvin, stufenlos dimmbarer Fluterkopf mit ca. 29 Watt und 2.350 Lumen, schaltbare Leseleuchte mit ca. 5 W und 330 lm; 25.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen Nennlebensdauer und … festhalten! Farbwiedergabeindex Ra ≥ 90!

    Gibt’s ab 10. November in den Lidl-Filialen (schon jetzt online bestellbar, dann plus 4,95 € Versandpauschale) für nur 69,99 Euro. Und jetzt kommt Ihr … 😉

    • Ja, sehr schön, die Datenblattwerte gehen in die richtige Richtung. Die bessere Hälfte mag aber spontan das Stadion-Strahler-Design des Lidl-Modells nicht in ihrem Wohnzimmer. Es bleibt zu hoffen, dass „Briloner Leuchten“ vergleichbare Daten für die anderen Fluter in Ihrem Programm bringen wird. Aber genau wie bei „B+M“ findet man auch auf den Produktwebseiten von „Briloner Leuchten“ nur mangelhafte technische Daten. Zufall? Wahrscheinlich eher die Zugehörigkeit zur Möbelbranche, in der man immer noch zwanghaft versucht, eine maximale Preisintranspararenz durch Geheimhaltung von Herstellern und technischen Daten aufrecht zu erhalten.

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