Im Test: „Diamond-Cut“-LED-Spots von Verbatim (Teil 2)

Nach dem Test eines Verbatim-„Diamond-Cut“-GU10-LED-Spots ist jetzt ein „neutral-weißer“ GU5.3-Strahler dran. Er soll nicht nur wegen seines Struktur-Reflektors glänzen, sondern auch durch ein verbessertes Dimmverhalten.

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Der hellste Verbatim-„Diamond-Cut“-Niedervolt-LED-Spot leuchtet mit 4000 Kelvin Farbtemperatur und dem neuen Brillantschliff-artigen Kunststoff-Strukturreflektor – kombiniert mit einer Linse und Streuscheibe. (Fotos: W. Messer)

Verbatim-GU5.3-DC-ausDass die neue Optik der LED-Spots aus der Verbatim„Professional Range“ sehr gut funktioniert, wissen Sie schon vom ersten Teil dieses Doppeltests: Die Lichtquelle erschien mir “weicher”, wärmer, blendungsärmer und großflächiger als bei den älteren Verbatim-Strahlern; die Abstrahlkeule sah homogener, etwas breiter und nicht ganz so weit reichend aus.

Das gilt umso mehr für die drei GU5.3/MR16-Varianten dieser Baureihe, weil sie mit 40 Grad einen um 4 Grad größeren Halbwertswinkel als ihre drei Hochvolt-GU10-Geschwister haben. Dazu kommt die Streuung durch den „Diamond-Cut“-Reflektor, der einen nicht unerheblichen Teil des Lichts auch jenseits dieser 40 Grad verteilt.

Breiterer Winkel, weniger Lichtstärke

Verbatim-GU5.3-DC-LeuchtbildDeshalb liefert mein Testexemplar trotz enormer 450 Lumen Lichtstrom nur eine maximale Lichtstärke von 800 Candela, erhellt dafür aber auch einen größeren Teil des Raums. Das abgedunkelte Leuchtbild links gibt Ihnen davon einen recht guten Eindruck. Auf den ersten Blick würde man eher auf rund 60 Grad Abstrahlwinkel tippen.

Das Licht sieht natürlich komplett anders aus als beim vergangene Woche getesteten GU10-Spot. Der hatte nur 375 Lumen und „warm-weiße“ 2700 Kelvin Farbtemperatur; hier haben wir’s mit „neutral-weißen“ 4000 K zu tun (siehe Packungsausschnitt unten rechts).

Verbatim-MR16-Packung2Die kühler erscheinende Lichtfarbe ist auch für die Helligkeitsunterschiede bei weitgehend gleicher Leistungsaufnahme von offiziell 7 Watt verantwortlich: Die beiden anderen GU5.3-Varianten haben 2700 Kelvin, nur 375 Lumen und 680 Candela bzw. 3000 K mit 385 lm und 700 cd. Faustregel: Je „kälter“ das Licht, desto heller wirkt es für das menschliche Auge.

Gemeinsam haben die drei Niedervolt-Spots die unverbindliche Preisempfehlung von 24,99 Euro, den Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80, 30.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer, versprochene 60.000 schadlose Schaltzyklen, drei Jahre „limitierte Garantie“, EU-Ökolabel A, knapp 5 cm Maximaldurchmesser und Gesamtlänge.

Außerdem gibt’s eine neue, auf der Vorderseite der Verpackung beworbene „Universal Dimming Technology“ (Bild unten). Diese Elektronik hat den internen Code „Chameleon“ und soll zumindest laut Verbatim-Pressemitteilung für eine „verbesserte Kompatibilität mit der Mehrzahl an handelsüblichen Transformatoren und Dimmern“ sorgen – dazu gleich mehr.

AC/DC – funktioniert beides

Verbatim-MR16-Packung1Netterweise spielt es für diese Retrofit-Lampen schon mal keine Rolle, ob sie mit Gleich- oder Wechselspannung versorgt werden – Hauptsache, es ist irgendwas um die 12 Volt. Dennoch sollte die Stromversorgung meiner Meinung nach am besten von einem dimmbaren, LED-geeigneten Trafo kommen.

Schließlich haben wir es hier ja mit ziemlich teuren, dimmbaren LED-Lampen zu tun. Mit einem „Wald- und Wiesen“-Halogenleuchten-Trafo könnte es Ihnen durchaus passieren, dass Sie trotz Dimmer in der Wand keine Helligkeitsregelung hinkriegen. Und glauben Sie mir: Diese Spots sind so hell, dass Sie wahrscheinlich nicht ständig die volle Leistung brauchen.

Erster Test am dimmerlosen Schalter

Zum Testbeginn kamen Lampe und LED-Trafo aber erstmal an einen stinknormalen Schalter. Hier gab’s keine merkliche Ein- oder Ausschaltverzögerung, der Spot leuchtete sofort mit voller Helligkeit. Die Kombination gab keine unerwünschten Geräusche von sich und zog nach rund zwei Stunden „Einschwingen“ laut meinem „Energy Meter“ 9,1 Watt bei einem Leistungsfaktor von 0,95 (offiziell 0,90).

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Dabei wurde die Lampe in der offenen Testfassung an der heißesten Stelle (am oberen Kranz) maximal 60 Grad warm; beim Trafo war’s nicht mal die Hälfte. Statt – wie früher – vier, gibt es jetzt acht Kühlschlitze im Lampenkopf, die den „Kamineffekt“ nutzen. Selbst beim Einbau in eine Zwischendecke und im Dauerbetrieb müssen Sie wahrscheinlich keine Angst vor Überhitzung haben. Hier denke ich natürlich vor allem an die gewerblichen Nutzer, die Hauptzielgruppe der Verbatim-Profi-Baureihen.

Phasenabschnitt passt ganz gut

Keine großen Auffälligkeiten gab’s auch an einem nicht justierbaren Phasenabschnittdimmer mit theoretisch etwas zu hoher Mindestlast von 20 Watt. Hier ließen sich Trafo und Spot flacker- und geräuschfrei zwischen 3,7 und 9,8 Watt regeln; der beste Leistungsfaktor lag bei sehr guten 0,96. In der dunkelsten Stellung kam noch etwa ein Drittel der maximalen Helligkeit ‚raus – mit einem justierbaren Dimmer könnten Sie das sicher noch geringer einstellen.

Gegenprobe mit einem älteren 7-Watt-Verbatim-LED-Spot: Überraschung – der funktionierte genau so gut! Wenn’s also einen Fortschritt bei der Vorschaltelektronik gibt, dann machte er sich hier nicht bemerkbar. Da aber die „Diamond-Cut“-Niedervolt-Strahler einen neu designten und etwas breiteren Sockelbereich haben, sollte wohl auch was anderes drin stecken.

Härtetest geht in die Hose

Dann also der Härtetest an einem komplett ungeeigneten Baumarkt-Phasenanschnittdimmer mit 60 Watt Mindestlast und ohne Justierschraube. Den absolvierte der GU10-Spot letzte Woche – mit ein paar kleinen Einschränkungen – sehr anständig. Der GU5.3-Strahler konnte es ihm leider nicht nachmachen.

Zwar ließ er sich über eine sehr breite Spanne zwischen 1,6 und 10 Watt Gesamtleistung (Lampe + Trafo) regeln. Der Leistungsfaktor erreichte aber maximal 0,60 und sowohl der Spot als auch der Dimmer äußerten ihr Unbehagen durch ärgerliches Surren. Je nach Einstellung konnte man das aus einer Distanz zwischen 50 cm und einem Meter hören. Im unteren Regelbereich war die Lampe zwar leiser, begann aber unangenehm zu flackern.

Verbatim-MR16-DimDer ältere Spot reagierte genau anders herum: Je dunkler, desto lauter. Dafür konnte ich in keinem Bereich der Regelspanne ein Flackern sehen; er ließ sich anstandslos dimmen – ganz ohne „Universal Dimming Technology“. Nun kann ich nicht ausschließen, dass es einige Dimmer-/Trafo-Kombinationen gibt, wo die neue Elektronik wirklich ihre Überlegenheit zeigen darf. Wunder kann sie jedoch nicht vollbringen. Verbatim schreibt nicht umsonst auf der Produktseite:

„Die Dimmbarkeit hängt von der Kombination aus Transformator und Dimmer ab. Für elektronische Transformatoren gelten Mindestlastanforderungen.“

„Bridgelux“-COB-Modul im Innern

Verbatim-GU5.3-DC-ChipWenn alles funktioniert, können Sie Ihre helle Freude an diesem Spot haben. Im Innern leuchtet ein rundes Chip On Board“(COB)-LED-Modul mit neun Einzel-Chips – nicht von „Cree“ wie bei meinem „warm-weißen“ GU10-Testexemplar, sondern vom kalifornischen Halbleiterlicht-Spezialisten „Bridgelux“ (Bild links).

Zusammengebaut wird der Strahler aber weder dort, noch in Japan, dem Stammsitz der Verbatim-Mutterfirma „Mitsubishi Chemical Holdings Group“, sondern in Malaysia. Dort haben diverse Mitsubishi-Töchter schon seit Jahrzehnten Produktionsstandorte.

Bei diesem Licht bleiben Sie wach

Die „neutral-weiße“ Lichtfarbe der „Diamond-Cut“-GU5.3 verzichtet auf die typische Gelb-/Orangeverschiebung von „warm-weißen“ LED-Lampen für den Wohnbereich und bildet weiße Flächen wirklich einigermaßen weiß ab. Die LED-typischen Schwächen bei der Rot-Wiedergabe sieht man ihr nach – schließlich soll sie eher sachlich-neutrales Licht für Präsentations- und Arbeitszwecke liefern und nicht die Produktion des menschlichen „Schlafhormons“ Melatonin fördern.

Das Bild mit meinem Farbtreue-Standard-„Model“ – einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund – gibt diese Präferenz recht gut wieder:

Verbatim-GU5.3-DC-Farbtreue

Das ist trotz des (auf der Verpackung fehlenden) Farbwiedergabeindex‘ Ra >=80 sicher nicht der ideale Spot für die Nachttischleuchte oder den Kosmetikspiegel, aber sehr gut geeignet für „Akzentbeleuchtungen im Einzelhandel, in Galerien oder in anderen öffentlichen Bereichen“ (O-Ton Verbatim). Jeanine Chrobak-Kando, „Business Development Manager LED EUMEA“, erklärt dazu:

„Die optische Innovation, die in der jüngsten Generation unserer LED-Spotlights zum Einsatz kommt, trägt zu einer stimmungsvolleren Lichtatmosphäre in Hotels, Museen, Restaurants und Cafés bei, wo schon kleinste Unterschiede der Strahlenqualität und der Dimm-Eigenschaften einen bedeutenden Einfluss auf die Wahrnehmung der Besucher und Gäste haben. Dank der Halogen-Reflektor-Optik sorgen die blendfreien PAR16-LED-Leuchtmittel … nicht nur für eine perfekte Lichtverteilung – verglichen mit konventionellen 60W-Halogenlampen verbrauchen sie 87% weniger Energie, halten 15 Mal länger und bieten ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Auf der Packung werden nur 83% Energieeinsparung und ein (theoretischer) 41-Watt-Halogenstrahler als Äquivalent genannt; die EU-Vergleichstabelle endet für MR16-Spots sogar schon bei 300 Lumen als LED-Ersatz für einen 35-Watt-Referenzstrahler. Tatsächlich können Sie aber von dieser 450-Lumen-Lampe nach meinem Eindruck etwa die Helligkeit eines 50-Watt-Niedervolt-Halos erwarten – ein beeindruckendes Sparpotenzial von 86 Prozent.

Mein Testurteil:

Zugegeben: Ich hätte mir mehr erwartet von der beworbenen „Universal Dimming Technology“. Die ist sicher noch lange nicht „universal“, sondern immer noch sehr von der LED-geeigneten Peripherie abhängig. Beim getesteten GU5.3-Spot gilt das noch mehr als bei den GU10-Schwestern, die auch ohne die neue „Chameleon“-Technologie recht gut funktionieren. Deshalb gibt’s hier trotz enormer Helligkeit, gelungenem Reflektorkonzept und ordentlicher Lichtqualität ein halbes Sternchen weniger von meiner fünfstufigen LED-Bewertungsskala. Bleiben immerhin noch
vier Sterne.

Die Alternativen vom gleichen Hersteller? Wenn Sie weniger Helligkeit, aber gute Dimmbarkeit und höhere Farbtreue mit schöner Rotwiedergabe haben wollen, schauen Sie sich mal diesen Verbatim-„VxRGB“-MR16-LED-Spot an. Und just diese Woche wurde schon für Anfang 2014 ein „VxRGB Natural Vision“-Niedervoltstrahler mit „Diamond-Cut“-Reflektor, 6,5 Watt, 170 Lumen, 2950 Kelvin, 25 Grad Abstrahlwinkel und sensationellen Ra 97 angekündigt. Mal sehen, wie’s dann mit dem Dimmverhalten aussieht.

(Disclaimer: Die Testlampe hat mir „Verbatim Europe“ gratis zur Verfügung gestellt.)

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