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2.9.2010 von Wolfgang.
“Lies das Kleingedruckte!” muss man sich immer wieder sagen, wenn Mobilfunk- und Internet-Provider wahnsinnig supergünstige Flatrates bewerben, die sich bei näherem Hinsehen als doch nicht so wahnsinnig günstig entpuppen. Dieses “nähere Hinsehen” ist schon unter normalen Umständen äußerst schwierig, weil die Schriftgrößen etwa Fliegendreck-Format haben. Wenn allerdings die lesbaren Sätze dann noch offenkundig unvollständig, zerstückelt und somit unverständlich sind, wird’s richtig heftig, wie gesehen auf den Seiten 46/47 der “Spiegel”-Ausgabe Nr. 35 vom 30. August:

Das Kleingedruckte einer Anzeige von 1&1 - für größere Darstellung auf’s Bild klicken.
Ich nehme mal an, das muss man jeweils komplett von links nach rechts über den Seitenbruch hinweg lesen und nicht spaltenweise pro Seite. Es ergibt jedoch auch so wenig Sinn (Bemerkungen in eckigen Klammern von mir):
1&1 All-Net-Flat inkl. 1&1 Internet-Flat in den ersten 12 Monaten für 19,90 €/Monat (bei [hier ist der Seitenbruch] eines Smartphones entfällt der Preisvorteil von 10.-€/Monat in den ersten 12 Monaten). 1&1 Internet-Flat: Mobil surfen mit bis zu 7.200 kBit/2, ab 250 MB Datenvolumen/Monat mit bis zu 64 bis zu 64 kBit/s. Bei Mitnahme ihrer Rufnummer erhalten Sie 25.-€ Wechslerbonus. Kostenlose Mailbox-Abfrage.[Seitenbruch] agslaufzeit. Einmalige Bereitstellungsgebühr 29,90 €, keine Versandkosten.
Puh - da fehlt doch was. Beim ersten Seitenbruch möglicherweise das Wort “Kauf”, beim zweiten stehe ich auf dem Schlauch. Grundsätzlich ist mir klar, dass die Superpreise nur ein Jahr lang gelten und teilweise auch nur Download-Geschwindigkeiten aus der Telefonmodem-Ära garantieren. Aber was ist mit der “agslaufzeit”? Vielleicht war der Text auch für die 1&1-Anzeigen-Layouter deutlich zu klein.
Disclaimer: Ich bin seit vielen Jahren 1&1-Kunde und dies ist ein von 1&1 gehostetes Blog. Ich hoffe mal, dass hier sportlich reagiert, nicht zensiert und vielleicht sogar aufgeklärt wird.
Update 7.9.: Das Rätsel wurde jetzt von 1&1 zumindest teilweise gelöst - siehe in den Kommentaren.
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2.9.2010 von Wolfgang.
Unsere geschätzten Qualitätsmedien arbeiten sich gerade umfassend an Thilo Sarrazin ab, dem Bestseller-Autor und künftigen Ex-Bundesbank-Vorstandsmitglied. Die Thematik scheint aber so aufwühlend zu sein, dass so Einiges daneben geht. Nun ist das zwar hier kein Watchblog, aber finden Sie mal den Sinn und die Fehler in diesem Teil einer Faz.net-Meldung:
Der Vorstand der Bundesbank wird voraussichtlich am heutigen Donnerstag entscheiden, über eine Trennung von Sarrazin nach seinen umstrittenen Thesen zur Integration von Einwanderern gehen soll. In der Bundesbank selbst drehte sich die Diskussion weniger um den Inhalt der Thesen, die Sarrazin in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ und in begleitenden Interviews verbreitet hat, sonder um den Vorwurf, er verstoße gegen das Gebot der politischen Zurückhaltung.
Hä? Was will der Vorstand entscheiden? Hat er überhaupt was zu entscheiden? Oder ist dafür nicht eigentlich der Bundespräsident zuständig? Und auch über den Titel des Sarrazin-Buches gibt es unterschiedliche Ansichten. So schreibt Spiegel-Online:
Auch außerhalb der Politik wächst der Druck auf den Bundesbanker. Nach der Veröffentlichung des Sarrazin-Buches “Deutschland schafft sich selbst ab” hat der Islamrat dem Autor Islamfeindlichkeit und Rassismus vorgeworfen.
Ups, wo habt Ihr denn das “selbst” her? Laut Amazon.de und dem dort faksimilierten Einband heißt es doch “Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen”. Übrigens hat das Buch dort seit Erscheinen den unangefochtenen Verkaufsrang 1 bei den Büchern und wird von den Amazon-Rezensenten überwiegend positiv beurteilt. 104 von 125 gaben dem Werk bis dato die Bestnote “5 Sterne”. Vielleicht haben ja Einige davon im Gegensatz zu manchen Journalisten das Buch auch wirklich gelesen und Sarrazin bedient mit seinen teils kruden und populistischen Thesen perfekt die sonst “schweigende Mehrheit” im Volk.
Abweichend von Sarrazins Ansichten bin ich übrigens immer noch der Meinung, dass man Basken nicht am Gen, sondern an der Mütze erkennt.
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1.9.2010 von Wolfgang.
Nachdem sich dieses Jahr die Zugriffs- und Besucherzahlen dieses kleinen Blogs und meiner Website kräftig erhöht haben (etwa 605.500 Hits vom 1. Januar bis 31. August 2010), kann ich meiner Webstatistik schon ein paar aussagekräftige Zahlen entnehmen. Das beginnt natürlich bei der Häufigkeit des Abrufs einzelner Artikel, es gibt aber auch ein paar wertvolle Hinweise für die technische Gestaltung; vor allem bei der Hitliste der verwendeten Browser-Versionen.
Zwar sind diese Werte mit etwas Vorsicht zu genießen, weil ein Großteil der Besucher-Technik nicht ausgewertet werden kann, es bleibt aber immer noch eine verwertbare Basis von über 85.000 Besuchern in acht Monaten. Das ist schon eine ganz ordentliche Statistik-Grundlage. Der darf ich zum Beispiel entnehmen, dass der neue Webstandard HTML5 nur von sehr wenigen Besuchern genutzt wird, womit meine vereinzelten Implementierungsversuche leider noch eine sehr elitäre Angelegenheit sind. Schließlich schaffen es eigentlich nur die neueste Safari-Versionen 5.0 und 5.0.1, die wichtigsten HTML5-Elemente korrekt darzustellen.
Und so sieht die Hitliste 2010 aus (von Crawlern und Robots bereinigt):
1 Firefox 3.6 20.73%
2 Mozilla 5 13.58%
3 Internet Explorer 6.0 9.17%
4 Firefox 3.5 6.25%
5 Safari 5.23%
6 Internet Explorer 8.0 4.63%
7 Internet Explorer 7.0 4.44%
8 Firefox 2.0 3.01%
9 Opera 9.8 2.36%
10 Firefox 3.0 1.90%
11 Camino 1.59%
12 Netscape 0.90%
13 Java 1.6 0.35%
14 Internet Explorer 5.0 0.14%
15 Opera 9.6 0.11%
Ein paar Erläuterungen sind bei diesen Charts notwendig: Der Camino-Prozentsatz wäre noch deutlich geringer, wenn meine eigenen Zugriffe abgezogen würden (Ich nutze Camino als Alltags-Werkzeug und Safari nur für Spezialfälle). Die Kennzeichnung Mozilla 5 (Platz 2) sagt sehr wenig über den tatsächlich verwendeten Browser aus. Einige (darunter auch der Internet Explorer) können sich mit ihrem User-Agent-String als “Mozilla” ausgeben, um Darstellungsprobleme bei diversen Webseiten zu vermeiden.
Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass der norwegische Opera-Browser in seinen neuesten Versionen (ab 10.00) überhaupt nicht explizit in der Liste auftaucht und Netscape kaum noch eine Rolle spielt. Was waren das noch für Zeiten, als in meinen Internet-Anfängen (etwa 1995) der Netscape Navigator die unangefochtene Nummer eins bei den Browsern und die Speerspitze gegen das mächtig heranrollende, böse Microsoft-IE-Imperium war. Dessen zwischenzeitliche Dominanz ist aber auch schon Vergangenheit: Alle explizit erkannten Internet-Explorer-Versionen zusammen erreichen bei meinen Websites noch nicht mal 19%.
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19.8.2010 von Wolfgang.
Wenn Sie immer über die neuesten Blogeinträge hier informiert sein wollen: Das geht natürlich bequem über das Abonnieren des RSS-Feeds, aber neuerdings auch anders. Ich habe mich nämlich versuchsweise dem modischen Gezwitscher angeschlossen und kündige regelmäßig die aktuellen Beiträge an. Kann aber auch gut sein, dass dort ein wenig mehr landet als nur die Blog-Hinweise.
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18.8.2010 von Wolfgang.
Mal eben geguckt, wie viele Menschen außer mir gestern “Mord mit Aussicht” im “Ersten” geschaut haben: Es waren über 6,2 Millionen, ein tolles Ergebnis für eine sehr gelungene Serie. Die Zuschauerzahl und der Marktanteil von 20,5 Prozent waren einsame Spitze quer durch alle Sendungen und Programme am Dienstag.
Aber: Beim “Kress-Quotencheck” (und nicht nur dort) reicht’s nur für Platz 13. Denn hier zählt für die Platzierung ausschließlich die ominöse “Zielgruppe 14-49 Jahre”, und da waren’s nur 1,36 Millionen Zuschauer und 11,9 Prozent Marktanteil. Die rund 4,8 Millionen anderen Fans der Serie aus den Altersklassen darüber und darunter fallen durch den Rost und interessieren offenbar nicht - in diesem Fall besonders absurd.

Screenshot: Kress.de
Die alte und willkürliche Marketing-Erfindung der “werberelevanten” 14-49jährigen (unter anderem vom damaligen RTL-Chef Helmut Thoma) wird aber inzwischen weder von der werbenden Wirtschaft noch von den Sendern so richtig ernst genommen. Auch Thoma selbst hält sie heutzutage für überholt. Immerhin versammelt sich schon seit vielen Jahren eine riesige Kaufkraft bei den über 49jährigen (und teils auch bei den unter 14jährigen), die im Übrigen auch durchaus empfänglich für Werbebotschaften und neue Produkte sind.
Das hindert aber diverse Marketing-Fuzzis und vermeintlich “hippe” Medienredakteure nicht daran, diesen 14-49-Quatsch immer noch als Maßstab für ihre Quoten-Charts zu nehmen. Offenbar sind diese Jungspunde bei ihrer Methodik weitaus weniger flexibel als die “Alten” bei ihren Kaufentscheidungen.
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10.8.2010 von Wolfgang.
Vergessen Sie Roland Koch, Horst Köhler, Ole von Beust und alle anderen, das hier ist wohl der Abgang des Jahres: JetBlue-Flugbegleiter Steven Slater (38) war es jetzt nach 20 Dienstjahren offenbar leid, sich ständig mit aufsässigen Flugpassagieren herumzuärgern.
Als in New York sein üblicher Hinweis nach der Landung, dass die Damen und Herren bitte bis zum Stillstand der Maschine angeschnallt zu bleiben hätten, mal wieder mit Missachtung gestraft wurde und sogar in einer Auseinandersetzung mit einer renitenten Reisenden gipfelte, gingen Slater die Gäule durch. Er beschimpfte per Borddurchsage die Passagiere, schnappte sich ein kühles Bier aus der Pantry, löste die Notrutsche aus, sauste nach unten, rannte zu seinem Wagen und fuhr nach Hause.
Dort fand ihn die Polizei kurz darauf und nahm ihn fest. Nach unbestätigten Berichten soll Slater gelächelt haben, was auch daran liegen könnte, dass er gerade mit seinem Freund im Bett lag. Dieser rasante Abgang wird ihn seinen Job kosten und möglicherweise auch eine Haftstrafe einbringen, aber auch viele Sympathisanten und neue Freunde. Auf seiner Facebook-Seite (Update: Nein, es ist nicht seine Facebook-Seite, sondern eine Fan-Page) wurde die Reisende, die ihm eine Gepäckklappe auf’s Haupt schlug und ihn übel beschimpfte, anfangs so gegrüßt:
To the passenger who called me a m—f–er, f— you
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14.7.2010 von Wolfgang.
Eigentlich wollte ich ja diese Woche hier noch so Einiges schreiben; zum Beispiel über den rätselhaften Freitod einer jungen Frau und die Berichterstattung der Bild-Zeitung dazu, über den Verkauf des Schlosshotels “Bühlerhöhe” im Schwarzwald an eine Immobiliengesellschaft mit anonymen Investoren mutmaßlich ukrainischer Herkunft und dubioser Historie, über die teils geheuchelte, teils völlig überzogene Aufregung über den Wechsel eines ZDF-Moderators auf den Chefsessel des Bundespresseamtes und, und und….
Eigentlich. Aber Temperaturen über 30 Grad und Luftfeuchtigkeitswerte um 70 Prozent machen mich irgendwie zu träge und hirnfaul, um diese sehr komplexen Themen (obwohl schon teilweise recherchiert) angemessen zu behandeln. Also lesen Sie hier nichts davon, sondern sehen heute aus Anlass des heißen französischen Nationalfeiertags nur ein kleines erfrischendes Beispiel zur Hitzebewältigung dort mit landestypischer Ignoranz behördlicher Verbote:

Foto: Julien Haler (Paris)@Wikimedia Commons
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3.7.2010 von Wolfgang.
Identitätsdiebstahl, dubiose Werbung und Geschäftemacherei sind im Internet längst Alltag, beschränken sich allerdings auch nicht auf’s Netz. So hat vor einiger Zeit mal ein Unbekannter in meinem Namen auf eBay nicht existierende Fotoapparate an ahnungslose Kunden verkauft, die dann von mir ihr Geld zurückhaben wollten. Dabei war ich nie bei eBay angemeldet. Es hat viel Mühe und Zeit gekostet, um das gefälschte eBay-Konto löschen zu lassen. Bis heute ist mir nicht klar, mit welchen Dokumenten der Unbekannte diesen Account eröffnen konnte.
Heute gab’s wieder eine unangenehme Überraschung dieser Art: Die britische Wettbörse Betfair schickte mir einen personalisierten Werbebrief (laut Umschlag “per Luftpost”), in dem mir für die Anmeldung gedankt und ein Benutzername zugewiesen wurde. Damit gehörte ich jetzt zu den über zwei Millionen Kunden weltweit.
Der Betfair-Werbebrief - Adresse und Benutzername habe ich gelöscht (für größere Ansicht draufklicken).
Natürlich habe ich mich niemals bei Betfair angemeldet und kann mir deshalb den Ursprung dieses Schreibens nicht erklären. In einer Mail an das Unternehmen bat ich um Aufklärung, die sofortige Löschung eines eventuell auf meinen Namen lautenden Kontos und kündigte rechtliche Schritte an. Falls es noch weitere “Opfer” dieser Aktion gibt, bitte in den Kommentaren melden.
Update 13.15 Uhr: Schon jetzt gab’s eine Antwort vom Betfair-Kundenservice:
“…., vielen Dank für Ihre e-mail.
Wir haben das Konto fuer Sie geschlossen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, sich erneut an uns zu wenden.”
Das lässt darauf schließen, dass tatsächlich ein Konto auf meinen Namen existierte, das aber nie von mir eingerichtet wurde. Stellt sich die nächste Frage: Wer war’s? Betfair selbst ist offenbar nicht sehr an der Aufklärung interessiert. Auf meine erneute Anfrage hieß es:
“Sie können eine Anzeige bei der Polizei erstatten und diese dann an uns per Fax an 00442070747320 faxen. Das Schreiben sollte in englisch sein.”
Ahja - ich soll also die deutsche Polizei dazu überreden, die Anzeige mal ausnahmsweise auf Englisch zu schreiben? Sehr lustig. Zu diesem seltsamen Bild passt auch eine Veröffentlichung des deutschen Betfair-Pressebüros (”wbpr Public Relations” in Berlin), die mit Grammatik- und Kommafehlern gespickt ist, aber immerhin die Information bereit hält, dass Betfair nun über drei Millionen Kunden habe (passt nicht so ganz zu den “über zwei Millionen” im Werbebrief). Eine Pressemitteilung eines seriösen Unternehmens sieht in der Regel jedenfalls anders aus.

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3.7.2010 von Wolfgang.
ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein macht seit Januar 2010 Werbung für die Molkerei Weihenstephan, die seit dem Jahr 2000 zur Gruppe Theo Müller (”Müllermilch”) gehört - das hat bisher niemand groß aufgeregt und war offenbar im Herbst 2009 noch mit dem damaligen ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender abgesprochen (oder doch nicht? / siehe Update 4.7. unten). Nun klagte aber sein Nachfolger Peter Frey - bis dahin wohl uninformiert - auf Nachfrage des Branchenblatts “medium magazin“:
Ihr Internet-Auftritt auf den Seiten von Weihenstephan ist nicht glücklich und kann so nicht bleiben.
Diese harsche Kritik schlug umgehend hohe Wellen in der Medienszene, weil Müller-Hohenstein derzeit durch ihren Einsatz bei der Fußball-WM in Südafrika hohe Bildschirmpräsenz genießt und generell die privaten Werbeaktivitäten von öffentlich-rechtlich bezahlten Moderatoren kritisch betrachtet werden sollten.
Die veröffentlichten Fakten sind jedoch nicht die ganze Wahrheit. Die Werbeaktivitäten von Katrin Müller-Hohenstein für die Molkerei Weihenstephan beschränken sich nicht auf den Internet-Auftritt, sie war ebenso als “Schirmherrin des Qualitätsbeirats” in Radio-Spots zu hören (auch in ARD-Stationen, was Peter Frey offenbar ebenfalls entgangen ist). Als freie Mitarbeiterin des ZDF (ohne Pensionsansprüche) wollte sie hier wohl die gleichen Rechte haben wie etwa ZDF-Kollege Thomas Gottschalk als Werbebotschafter für “Haribo“. Chefredakteur Frey sieht das jedoch anders:
Der Vertrag enspricht nicht den Vorstellungen des ZDF von Auftritten seiner journalistischen Köpfe. Ich gehe davon aus, dass dieser Internet-Auftritt schon bald Geschichte ist.
Kein Wort darüber, dass auch die Wettervorhersagen im ZDF-Morgenmagazin von der Molkerei Weihenstephan präsentiert wurden, obwohl sich diese noch bis 2008 irreführend als “Staatliche Molkerei Weihenstephan” bezeichnet hatte und illegal das bayerische Staatswappen verwendet hatte. Kein Wort auch darüber, warum sich ein durch knallharte politische Intervention ins Amt gehievter Chefredakteur öffentlich Gedanken über die möglicherweise fehlende Unabhängigkeit oder Glaubwürdigkeit von “Journalisten” machen muss.
Immerhin hat das ZDF ja auch kein Problem damit, dass seine WM-Berichterstattung teilweise durch Sponsoren finanziert wird und dass der Experte an der Seite von Katrin Müller-Hohenstein, Oliver Kahn, hochgeschätzter Werbepartner von Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, DWS Investments, Riva-Verlag und Sonax ist. In diesem Umfeld dürfte es öffentlich-rechtlichen Sender schwerfallen, eine Grenze zwischen “hui” und “pfui” zu ziehen; bisherige Versuche erinnern eher an eine diffuse Doppelmoral. Peter Frey erklärte im medium magazin dazu:
Wir müssen, vielleicht in einer Art Selbstverpflichtung, uns die Kriterien noch klarer machen.
Vielleicht sollte beim ZDF auch mal über die unternehmensinterne Kommunikation geredet werden. Katrin Müller-Hohenstein will nämlich laut Spiegel-Online erst an diesem Freitag telefonisch von Peter Frey über dessen Kritik unterrichtet worden sein, als die Vorwürfe schon längst publik gemacht worden waren. Und weil sie ihren Job beim ZDF natürlich ungern verlieren will, muss sie sich jetzt hektisch darum bemühen, den noch bis Jahresende laufenden Vertrag mit der Molkerei Weihenstephan vorzeitig aufzulösen.
Update 13.30 Uhr: Inzwischen hat sich KMH für ihren Werbeauftritt entschuldigt und ihre “Schirmherrschaft” niedergelegt: „Das Engagement war ein Fehler, den ich bedaure“, erklärte sie an diesem Samstag dem “Spiegel“.
Update 4.7.: Ebenfalls im “Spiegel” widersprach sie allerdings auch ihrem eigenen Management, das (wie oben geschrieben) dem “medium magazin” von einer vorherigen Absprache mit Nikolaus Brender berichtet hatte. Brender selbst erklärte dem “Spiegel”, er habe die Genehmigung “für die Mitwirkung bei einer unabhängigen Stiftung zur gesunden Ernährung von Kindern” erteilt: “Eine Aktion für irgendein Produkt hätte ich niemals genehmigt.” Nach eigenen Angaben war Katrin Müller-Hohenstein selbst nicht klar, dass sie für Werbezwecke verwendet werden würde, was allerdings für einen Medienprofi sehr naiv wäre. Spätestens bei der Umsetzung der Zusammenarbeit (wie bereits erwähnt auch mit Werbespots im Radio) hätte sie es wissen müssen.
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26.6.2010 von Wolfgang.
Ergänzend zu diesem Angebot können Sie sich jetzt dem Modeinstrument dieses Sommers auch deutlich intensiver widmen: Die “Hamburger Akademie für Fernstudien” bietet ein Vuvuzela-Spezialseminar an. Besonders gefällt mir die auf der Website erklärte Finanzierung:
Studiengebühren werden
amin Rand erhoben und sind spätestens am 11. Juli 2010 auf ein noch zu benennendes Konto des Verbandes Wandsbeker Katzenfreunde i.G. zu überweisen.
Einige Fragezeichen wirft allerdings die Zeitplanung des Hamburger Studiums auf:
Die Studiendauer ist verhandelbar und dauert mindestens so lange, wie sich Begeisterung und Motivation die Wage halten.
Mit diesem etwas halbherzigen Angebot werden Sie allerdings nie die Meisterschaft der neuen “Vuvuzela-Gruppe” des Konzerthausorchesters am Gendarmenmarkt in Berlin erreichen, die in diesem Zeit-Online-Video die bisher kaum bekannten hochkulturellen Dimensionen der Tröte demonstriert.
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