„Smart Home“, „Smart Lighting“: Warum der Durchbruch auf sich warten lässt

Seit vielen Jahren sagen Fachjournalisten, Branchenverbände und Industrie den endgültigen „Durchbruch“ für zahlreiche „Smart Home“- und „Smart Lighting“-Lösungen voraus, die den Alltag leichter, schöner und komfortabler machen sollen. Bis heute ließ sich davon aber nur eine kleine Minderheit der privaten Verbraucher überzeugen. Und das hat einleuchtende Gründe.

hue-Lampe-iPod
Drahtlose Lichtsteuerung via Smartphone- oder Pad-Touchscreen – das gibt’s beispielsweise seit Oktober 2012 beim Philips-„hue“-System, das schon in Telekom-„Smart Home“ integriert ist und ab Herbst auch mit Apples „HomeKit“-Software kompatibel sein soll. (Foto: W. Messer)

Eigentlich dürfte ich gar nicht „Smart Lighting“ schreiben, weil damit ursprünglich ein durch LED-Leuchtmittel erzeugtes, drahtloses Netzwerk gemeint war. Datentransport via LED-Licht ist tatsächlich schon Realität – etwa in einem „Hypermarché“ des französischen Einzelhandels-Riesen „Carrefour“, wo die Beleuchtung ganz nebenbei Infos an die Smartphones der Kunden sendet. Philips hat dafür ein Licht-basiertes Indoor-Navigationssystem entwickelt, das mit einer von „Think&Go“ in Frankreich programmierten App zusammenarbeitet. Bei fast 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche kann man sich sonst wohl mal verirren oder die neuesten Sonderangebote verpassen …

So „smart“ sind die „intelligenten“ LED-Lampen und -Leuchten für zuhause nicht, obwohl sie häufig schon als Teil eines Netzwerks fungieren. Korrekter wären deshalb eher die Begriffe „Connected Lighting“ oder „digitales Licht“. Im Prinzip geht es darum, dass die Leuchtmittel binäre Steuersignale empfangen, verarbeiten und teils auch an die Nachbar-Lampen weiterleiten können („vermaschtes Netz“ wie bei Osram-„Lightify“ oder Philips-„hue“). Wie genau das funktioniert, kann uns egal sein – Hauptsache, die Geräte setzen unsere Lichtwünsche 1:1 in die Realität um.

Ein paar grundlegende Punkte

Wichtig sind dabei vor allem diese Voraussetzungen:

  • Bezahlbarkeit – auch für Durchschnittsverdiener
  • überschaubarer Montage- und Installationsaufwand
  • einfache, intuitive Bedienbarkeit
  • keine nennenswerten Software-Bugs
  • markenübergreifende Kompatibilität
  • flexible Steuerungsmöglichkeiten – sowohl aus der Ferne, als auch zuhause. Zumindest rudimentäre Einstellungen sollten auch ohne Smartphone, Notebad etc. möglich sein – etwa durch Sprachbefehle, „smarte“ Fernbedienungen („hue tap“-Controller) oder die ganz normalen Wandschalter bzw. Dimmer
  • auf Wunsch automatische Anpassung an Umweltbedingungen, Tages-, Jahreszeiten und Biorhythmus (Tageslicht-Sensor, einwandfreie Dimmbarkeit, zirkadiane Farbtemperatur-Steuerung)
  • gute Material- und Lichtqualität – ohne Flimmern und Flackern, elektromagnetische Störungen oder nervende Geräusche
  • lange Lebensdauer
  • hohes Stromsparpotenzial

„Intelligente“ Lichtsysteme, die hier schwächeln, haben langfristig auch keine Chance, Teil einer übergeordneten, erfolgreichen und zukunftstauglichen „Smart Home“-Infrastruktur zu werden. Im Idealfall kann sie alles Mögliche umfassen: Allgemein- und Notbeleuchtung, Rollläden, Heizungen, Klimaanlagen, Türen, Türklingeln, Garagentore, Überwachungskameras, Alarmanlagen, Luftgüte-Messgeräte, Wetter-Sensoren, Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Dunstabzugshauben, TV-Geräte oder Audioanlagen.

Eigen-Banner-03-15

So könnte das in der Praxis funktionieren

Ein denkbares Programm-Szenario wäre also: Sie kommen im Herbst um 18.30 Uhr von der Arbeit nachhause; Ihr Smartphone erkennt das dank „Geofencing“, öffnet die Haustür, schaltet das Treppenhauslicht ein, wartet ein paar Sekunden, lässt dann die Rollläden herunter, aktiviert ein „Feierabend“-Lichtszenario – begleitet von „Smooth Jazz“ aus der Surround-Anlage, heizt den Backofen hoch und erinnert Sie auf dem Display dezent daran, dass sich heute Abend noch ein paar Freunde zum Pizza-Schlemmen angesagt haben. Schöne neue Welt mit dem „Internet der Dinge“?

Zukunftsmusik ist das jedenfalls nicht, sondern in vielen gehobenen Haushalten schon Realität, bei Profi-Anwendern im gewerblichen Bereich noch häufiger. So nutzt der Edeka-Markt „Clausen“ am Hamburger Wiesendamm seit April als weltweit Erster der Branche das neue Beleuchtungskonzept „StoreWise“ von Philips mit Edeka Markt Clausen, Hamburg„intelligenter“ Lichtsteuerung.

Sie regelt die Helligkeit teils automatisch, kann aber auch einfach per Fingerdruck auf einem Display (PR-Foto rechts) Änderungen umsetzen oder programmierte Szenen abrufen, um das Licht beispielsweise an Sonderaktionen oder Events anzupassen.

Edeka Markt Clausen, Hamburg. Theke
Neues, ferngesteuertes Philips-LED-Licht für Fleisch, Wurst und Käse: Die Bedienungstheke im Edeka-Markt „Clausen“ in Hamburg. (Foto: Philips-PR, Jörg Hempel)

Während der Öffnungszeiten ändert sich die Beleuchtungsstärke für jeden Bereich des Marktes individuell, sensorgesteuert und abgestimmt auf das jeweils einfallende Tageslicht. Nach Ladenschluss wird die Allgemeinbeleuchtung automatisch gedimmt, während bestimmte Areale akzentuiert erhellt werden, damit’s auch von außen hübsch aussieht. Die Sinnfrage stellt sich hier sicher nicht, weil Geschäftsleute vor einer so großen Investition meistens mit spitzem Bleistift rechnen, auf baldige Amortisation setzen und die Vor- und Nachteile genau abwägen.

Vorhersagen mit zweifelhaftem Wert

Privathaushalte sind häufig nicht so konsequent bei der Kalkulation, aber dennoch auffallend gering begeistert über „Smart Home“ oder „Smart Lighting“, obwohl damit doch so tolle Spielereien möglich sind. Unverschämterweise konterkarieren wir „Normalverbraucher“ die seit vielen Jahren immer wiederkehrenden Jubel-Prophezeiungen von technikverliebten Fachjournalisten, High-Tech-Unternehmen oder Branchenverbänden wie dem notorisch optimistischen BITKOM:

Diese unterhaltsame Liste mit Beiträgen aus einer mir ziemlich fremden Parallelwelt könnte ich beliebig erweitern – zurück bis in die frühen „World Wide Web“-Zeiten Mitte der 1990er. Wirklich treffsichere Vorhersagen waren jedenfalls nur selten dabei.

Auch Bauherren halten sich noch zurück

Denn die Realität sieht 2015 bei uns immer noch anders aus. So befragte „BauInfoConsult“ Anfang des Jahres ein paar hundert deutsche Bauherren – und nur etwa jeder Dritte gab an, „Smart Home“-Technologie in seinem neuen Haus bereits zu nutzen oder irgendwann einbauen zu wollen. Dabei stehen hier die viel offeneren Einfallstore für neue Haustechnik als in bestehenden Mietwohnungen oder Altbauten, wo nur selten was frisch eingebaut und bei Renovierungen lieber in Wärmedämmung als in Datentransport und -vernetzung investiert wird.

MM-Ingenium-BLU-App-2

Etwas empfänglicher sind offenbar die Verbraucher in den USA. Die neueste „Socket Survey“ von Osram-Sylvania berichtet, dass 62% zumindest schon mal was von „Smart Lighting“ gehört und rund 10% bereits eine „Smart Bulb“ gekauft hätten. Das muss jedoch nicht unbedingt heißen, dass es durchweg vernetzungsfähige Lampen waren. Schließlich gibt es zahlreiche proprietäre „Insel“-Systeme, bei denen Sie mit Apps oder speziellen Fernbedienungen nur bestimmte Leuchtmittel eines Herstellers steuern können – wie etwa beim Bluetooth-System „Ingenium BLU“ von Megaman (Foto oben: W. Messer). Eine spätere Anbindung an eine „Smart Home“-Infrastruktur ist damit normalerweise nicht möglich.

Selbst LED-Fans setzen noch auf Traditionelles

Eine nicht repräsentative Mini-Umfrage habe ich vor ein paar Tagen in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ gestartet. Dort tummeln sich über 330 vorwiegend Technik-affine, LED-erfahrene Internet-Nutzer ohne falsche Scheu vor sinnvollen Neuheiten – also die Avantgarde der „Early Adopters“. Was halten sie in Zukunft für wirklich praktikabel und massentauglich – hauptsächlich im privaten Bereich der „Allgemeinbeleuchtung“?

  • Werden es die Komplettsysteme sein, die beispielsweise via DALI fast alle elektrischen/elektronischen Geräte im Haus steuern können?
  • Kabellose ZigBee-„Light Link“-Lösungen für Beleuchtung in Verbindung mit Internet, WLAN und Apps?
  • Drahtlose Insellösungen mit individuellen Fernbedienungen für jedes Leuchtmittel oder jeden Raum (mit Bluetooth, sonstigen Funkstandards oder Infrarot)?
  • Genügen „intelligente“, drahtgebundene Lichtschalter mit Dimm- und Speicherfunktionen – eventuell mit zusätzlicher Sensorsteuerung?
  • Oder bleibt es auch langfristig überwiegend bei der herkömmlichen Technik mit simplen Wandschaltern und -dimmern?

Und so sieht das überraschende Ergebnis aus:

Google+-Abstimmung-Smart-Home

Über 60 Prozent votierten also gegen komplexe, vernetzte Systeme oder Insellösungen  und bevorzugen bereits Bewährtes bzw. modernisierte Varianten davon (dort, wo das Häkchen steht, ist meine Stimme gelandet) – trotz aller Probleme, die’s beispielsweise beim Zusammenspiel von LED-Lampen und Dimmern geben kann. Das liegt sicher auch daran, dass die „Smart Lighting“-Entwicklung in vollem Gang ist und die bisherige LED-Technik noch lange nicht alle Erwartungen und Bedürfnisse der potenziellen Kundschaft erfüllt (wie weiter oben aufgelistet). In nächster Zeit werde ich das beispielhaft mit Philips-„hue“-Leuchtmitteln detailliert testen, messen lassen und hier im Blog darüber berichten.

Wieso sollte man sich für teures Geld ZigBee-Interfaces oder DALI-Steuerungskästen kaufen, wenn anschließend das simple Ein- und Ausschalten einer bestimmten LED-Lampe viel komplizierter wird als vorher? Wer kramt dafür schon gerne jedes Mal sein Smartphone ’raus und kämpft sich durch diverse Apps oder Menüs, bis man das virtuelle Abbild des Leuchtmittels gefunden hat und den korrekten Touch-Befehl eingeben kann? Das findet doch höchstens in kinderlosen und Single-Haushalten statt.

Farbspielereien haben nur begrenzten Reiz

hue-Go-gruen

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit irgendwelchen 16-Millionen-Farbnuancen-Spielereien auf bunten iPad-Displays mit RGB- oder RGBW-Lampen und -Leuchten (in meinem Foto oben die mobile „hue Go“ von Philips). Die probieren Sie anfangs ein paar Tage lang freudig aus, verlieren aber schnell die Lust daran, weil knallig rot, blau, grün und gelb beleuchtete Räume eher was für Zappelbuden (Discos), Rock-Konzerte, Schulpartys oder pubertierende Jungs (so zwischen 10 und 60) sind und nichts für normale Wohnungen von erwachsenen Leuten.

Vermeintlich spektakuläre Licht-Vorführungen wird Ihr Freundeskreis – vor allem der weibliche Teil – für ähnlich spannend halten wie früher die endlosen Dia-Abende nach dem Sommerurlaub. Mittelfristig werden Sie sich vermutlich mit einer flexibel und stufenlos steuerbaren Farbtemperatur-Spanne zwischen „warm-weiß“ und „kalt-weiß“ begnügen.

Apple und Google kommen mit Macht

Apple-HomeKit-LogoMöglicherweise erhöht sich die Akzeptanz von integrierten Systemen mit der Evolution von Apples „HomeKit“, das immer mehr Drittanbieter anlockt und in Verbindung mit dem kommenden Betriebssystem iOS 9 und einer „Cloud“ beispielsweise die „Siri“-Sprachsteuerung von Lampen ermöglicht – ohne Zusatzgeräte wie der „Apple TV“-Box. WLAN-Router hat ohnehin schon fast jeder zuhause; iPhones, iPods und iPads sind ebenfalls weit verbreitet.

Nest-LogoParallel drängt Smartphone-Software-Marktführer Google mit „Android“-Apps und der Akquisition des Heizungsregler-Spezialisten „Nest Labs“ in den „Smart Home“-Markt. Auch hier steckt ein großes Potenzial für Marken-übergreifende Steuerungsmöglichkeiten, allerdings auch für das unerwünschte Absaugen und Verarbeiten privater Daten. Schließlich müssen wir damit rechnen, daß alles, was wir über Server in den USA schicken, dort auch von Diensten mit drei Buchstaben verwertet werden kann – dazu gibt es staatliche Geheimverträge mit Google und Co.

Noch reicht aber den meisten privaten Haushalten die überschaubare „Intelligenz“ ihrer bisherigen Leuchtmittel. Immerhin können die uns schon automatisch einen Stromausfall in der Wohnung signalisieren – ganz ohne Apps, Sensoren und Internet.

Mehr zum Thema:

Apps und Sensoren: Wie „intelligent“ kann LED-Lichtsteuerung sein?

Dringend gesucht: Neue Ideen für die Zukunft des Licht-Markts

Osram setzt im Licht-Markt auf Technologie statt Masse – andere auch

LED-Trends bei der „eltefa“: Flexible Lichtsteuerung, höhere Effizienz

Diesen Beitrag drucken

LED-Tagebuch (KW 24): „Fadenlampen“ von Osram, Philips-Spots, Luxeon-Test

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


LED-Fadenlampe-Detail07.06.: Einer der globalen Licht-„Supertanker“ nimmt mit der für diese Schiffsgattung üblichen Trägheit endlich Kurs auf die seit rund zwei Jahren sehr erfolgreiche LED-„Fadenlampen“– oder „Filament“-Technik (Beispielfoto rechts: W. Messer).

Wie mir Osram auf Anfrage bestätigte, sollen die ersten Modelle der Münchener zur nächsten „Lichtsaison“ auf den Markt kommen (also Spätsommer/Herbst) – zusammen mit einem umfassend erneuerten LED-Retrofit-Sortiment. Leistungsdaten oder Preise wurden mir noch nicht genannt.

In den mit einem Kühlgas gefüllten, besonders rund strahlenden „Fadenlampen“ wird eine Vielzahl von sehr kleinen “Chip on Board” (CoB)-LEDs wie auf Perlenschnüren vertikal aufgereiht und imitiert so ansatzweise die Glühfaden-Technik traditioneller Lampen. Diese zwei bis sechs „Chip-on-Cord“ (CoC)-Ketten bilden als Widerstände und Dioden auch einen großen Teil der Vorschaltelektronik, deren weitere Komponenten deshalb sehr kompakt im Schraubsockel einer E27- oder E14-Lampe versteckt werden können.

Die grundlegenden Erfindungen dazu stammen von Forschern aus der Volksrepublik China und Taiwan; derzeit gibt’s aber teils noch heftige Lizenz- oder Patent-Diskussionen unter verschiedenen Herstellern und Anbietern.


Philips-Master-LEDspot:Value-Seite09.06.: Jetzt gibt es – nach langer Wartezeit – auch von Philips besonders farbtreue GU10-LED-Spots im Retrofit-Format mit 5 cm Durchmesser und 5,7 cm Gesamtlänge. Die rund ein Dutzend neuen „Master LEDspot“-Modelle (im PR-Foto links) sind dimmbar, haben Farbwiedergabeindex Ra 90, 250 bis 392 Lumen Nennlichtstrom, 2700, 3000 oder 4000 Kelvin Farbtemperatur, 25 oder 40 Grad Halbwertswinkel, ziehen 4 bzw. 5,4 Watt und glänzen mit einer Nennlebensdauer von 50.000 Leuchtstunden und Schaltzyklen. Erhältlich sind sie teils schon zu Preisen zwischen rund 11 und 13 Euro. Die bisherigen Ra-90-GU10-Profi-Strahler von Philips waren erheblich teurer und fast 8 cm lang.

Zwischen gut 3 und 4 Euro billiger sowie ca. 20% effizienter als die „Master LEDspot“ sind die zwölf neuen, ebenfalls dimmbaren „Master LEDspot Value“-Varianten (im Bild oben rechts). Sie wurden mit Ra 80 nicht farbtreuer als die Vorgänger, jedoch mit nur 3,5 und 4,3 Watt bei 260 bis 390 lm deutlich sparsamer (EU-Ökolabel A++) und mit nominell 35.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen auch langlebiger. Eine kompakte Übersicht des aktuellen Philips-LED-Retrofit-Sortiments finden Sie hier als pdf-Download.


Osram-Lunis-2-Track-klein10.06.: Bis zum Herbst sollen alle städtischen Museen im südbadischen Freiburg laut Medienberichten auf farbtreue LED-Beleuchtung umgerüstet sein. Besonders aufwendig wird das im „Museum für Neue Kunst“, wo komplett neue Lichtsysteme eingebaut werden müssen – beispielsweise Stromschienen für bewegliche LED-Strahler (das PR-Foto oben zeigt einen Osram/Siteco-„Lunis 2 Track“, wie er bereits in Museen eingesetzt wird). In anderen Häusern genügt dagegen der LED-Retrofit-Austausch in vorhandenen Leuchten.

Insgesamt kostet die Aktion rund 650.000 Euro, von denen die Stadt zwar den Löwenanteil trägt, jedoch 20 bis 40% Bundeszuschüsse erhielt bzw. noch bekommen wird. Im Gegenzug rechnet das Freiburger Gebäudemanagement – unter anderem dank Präsenzmelder-Lichtsteuerung – mit bis zu 90% Stromeinsparung; das wären 150.000 kWh pro Jahr. Außerdem würden die Exponate schonender beleuchtet, weil die LED-Technik geringere UV- und Wärmeabstrahlung verursache als herkömmliches Glühlampen- bzw. Halogenlicht.


Eigen-Banner-03-15


11.06.: Für einen geplanten Blogbeitrag habe ich mal wieder eine Umfrage bei Google+ gestartet. Es geht um die Akzeptanz von „Smart Home“- bzw. „Smart Lighting“-Systemen. Bitte alle mitmachen – dankeschön!


Philips-Mini-Luma11.06.: Wie man bei der LED-Umstellung von Straßenleuchten ins Klo greifen kann, wird derzeit eindrucksvoll in Oberhausen demonstriert. Dort rüstet man laut Medienberichten seit Jahresbeginn für über 2,8 Millionen Euro 8800 Laternen mit „MiniLuma“-Köpfen von Philips aus (PR-Foto). Da sie jedoch deutlich fokussierter strahlen als die bisherigen Quecksilberdampf-„Pilzleuchten“ (HQL), bleibt es nun zwischen weiter auseinander liegenden Lichtmasten viel zu dunkel. Kein Fehler von Philips: Offenbar missachteten die mit der Umrüstung beauftragte Firma und die kommunalen „Experten“ die physikalischen Zusammenhänge zwischen Lichtstrom (Lumen), Lichtpunkthöhe, Abstrahlwinkel und Beleuchtungsstärke (Lux).

So empfiehlt Philips je nach „Luma“-Modell eine Montagehöhe zwischen 6 und 18 Meter; in Oberhausen sind es meist nur 4 m – mit entsprechend kleinerem Lichtkegel. Mögliche Abhilfe: Breitere Lichtstreuung durch geänderte Vorsatz-Optik. An der theoretisch möglichen Gesamthelligkeit würde es jedenfalls nicht hapern: Die „MiniLuma“-Leuchtköpfe holen je nach Konfiguration bis zu 11.100 Lumen aus 90 Watt – das entspricht etwa dem Lichtstrom von zehn herkömmlichen 75-W-Glühlampen. In Oberhausen wurden bisher allerdings nur 15 Watt starke Varianten mit 1500 lm montiert.


Lumileds-LUXEON-3535L12.06.: Eine extrem lange Lebensdauer bescheinigt „Lumileds“ seiner „Mid Power“-LED „Luxeon 3535L(PR-Foto). Nach 10.000 Teststunden mit 55, 85 und 105 Grad Betriebstemperatur sowie 200 Milliampère Stromversorgung habe man den Restlichtstrom nach 60.000 Stunden auf mindestens 90% des Ausgangswerts extrapoliert. Das entspreche einer Nennlebensdauer von mindestens 13 Jahren bei einer täglichen Nutzung von zwölf Stunden und sei als „Meilenstein“ einzustufen.

Der getestete SMD-LED-Typ empfiehlt sich als preisgünstiges, variantenreiches und robustes Mittelklasse-„Arbeitspferd“ für zahlreiche Lampen- und Leuchtenmodelle – auch im anspruchsvollen Gewerbebereich. „Lumileds“ war bisher eine 100prozentige Philips-LED-Komponenten-Tochter, integriert jetzt aber auch die Philips-„Automotive Lighting“-Sparte und gehört künftig zu 80,1% dem chinesischen Investment-Fonds „GO Scale Capital“ (siehe dort die Meldung vom 01.04.).


12.06.: Jetzt sind offensichtlich auch die Arbeitnehmervertreter im Osram-Aufsichtsrat mit der Verselbstständigung des „Lampengeschäfts für Allgemeinbeleuchtung“ einverstanden. Laut einer Unternehmensmitteilung von heute stimmte das Kontrollgremium „nach einem intensiven Dialog mit dem Management“ den Plänen des Vorstands zu.

Chef der neuen Einheit wird jes-munk-hansenJes Munk Hansen (PR-Foto). Er war bisher Geschäftsführer der Osram-Region „Americas“ und seit Januar 2015 zusätzlich Leiter des Geschäftsbereichs „Classic Lamps & Ballasts“ (CLB), der in die künftige Firmenkonstruktion integriert wird.

Details über die voraussichtlichen Auswirkungen der Abspaltung auf die Arbeitsplätze und Produktionsstandorte teilte Vorstandschef Olaf Berlien noch nicht mit. Sie betrifft global immerhin über 12.000 Mitarbeiter und rund 40% des aktuellen Osram-Geschäfts – vor allem das mit traditionellen Leuchtmitteln wie Glüh-, Halogen- und Kompaktleuchtstofflampen, aber auch mit einfachen LED-Retrofits ohne Konnektivität.

Nach Angaben des Vize-Aufsichtsratschefs und Gewerkschaftlers Michael Knuth sei in Abstimmung mit dem Vorstand ein „Eckpunktepapier“ mit einem „sozialen Rahmen“ geschrieben worden: „Damit haben wir eine sinnvolle und faire Grundlage aus Arbeitnehmersicht geschaffen, die es nun gilt weiter auszugestalten“, erklärte er laut Agenturberichten. Beispielsweise habe man sich darauf geeinigt, die Osram-Regeln zu Gehältern und Löhnen sowie bestehende Betriebsvereinbarungen zu behalten und die Tarifbindung auch für das neue Unternehmen gelten zu lassen.


13.06.: Innerhalb Dortmunds umgezogen ist mein Blog-Werbepartner Sebson. Sebson-Logo-kleinSeit Mai werden die LED-Lampen und -Leuchten aus der Gernotstraße versendet, wo ein größeres Lager zur Verfügung steht als bisher. Inhaber Sebastian Sonntag teilte mir auf Anfrage mit, dass sich Sebson künftig verstärkt den integrierten LED-Leuchten widmen wolle und diese „etwas sperriger“ als die Retrofit-Leuchtmittel seien.


Mehr zum Thema:

Doppeltest: E27-LED-Fadenlampen von softLED und Velios mit rund 6 Watt

Test: Philips-„Master LEDspot MV“ mit 4 Watt

Freiburger Münster als LED-„Leuchtturm“

Schadet LED-Licht den alten Meistern?

Blog-Leserfrage (15): Lumen, Lux und Candela mit der Gartenbrause erklären?

Philips-„Mini“-LED-Leuchte mit Maxi-Helligkeit

Philips-Lumileds: Zurück in die Zukunft (Update)

Osram setzt im Licht-Markt auf Technologie statt Masse – andere auch

Diesen Beitrag drucken