Aldi Süd storniert offenbar „Müller-Licht“-LED-Röhren-Deals (Update)

Eigentlich sollte es ab Montag (19. September, Prospektausschnitt unten) in den Filialen von Aldi Süd sechs nicht dimmbare LED-Röhren bzw. -„Linienlampen“ von „Müller-Licht“ mit sehr gutem Farbwiedergabeindex geben. Inzwischen sind die Sonderangebote für 12,99 und 16,99 Euro jedoch von der Website verschwunden, weil diese und viele andere Asien-Importe noch auf hoher See unterwegs sind.

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aldi-sued-mueller-licht-led-roehren-09-16Bis mindestens Mitte der Woche warb Aldi Süd auch in seiner Online-Angebotsvorschau (Screenshot rechts, nachbearbeitet) noch für diese recht preisgünstigen, überdurchschnittlich farbtreuen LED-Retrofits von „Müller-Licht“ aus Lilienthal bei Bremen mit Farbwiedergabeindex Ra ≥90 und 30.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer.

Für jeweils 12,99 Euro hätten Sie eine 1,20 m lange, „neutralweiß“ leuchtende T8/G13-Röhre mit 18 Watt, 1700 Lumen und 4000 Kelvin (inklusive Starter-Dummy für KVG-Leuchten) sowie eine 30-cm-LED-Linienlampe mit 5 Watt, 330 lm und „warmweißen“ 2700 K bekommen – wahlweise mit einem (S14d) oder zwei Sockeln (S14s). Die können Sie zum Beispiel als stromsparenden Ersatz für 35-Watt-„Linestra“-Glühlampen nehmen.

Gestern war auf der Website nichts mehr zu finden

Knapp 17 Euro sollten die 1,50-m-LED-Röhre mit 22 W und 2000 lm sowie die beiden 50-cm-Linienlampen-Varianten mit 8 W und 520 lm kosten. Der Halbwertswinkel beträgt laut dieser und jener „Müller Licht“-Aktions-Website durchweg 150 Grad; die Schaltfestigkeit wird dort leider auch nicht verraten. Die beiden langen LED-Röhren mit G13-Sockeln können nicht in modernen EVG-Leuchten und auch nicht in älteren, konventionellen Tandemleuchten mit nur einem Starter verwendet werden.

Als ich gestern – vor der geplanten Veröffentlichung dieser Deals in meinem Blog-Telegramm – noch schnell einen Kontrollblick auf die Aldi-Süd-Website warf, waren die Sonderangebote aus dem Überblick für den 19. September allerdings verschwunden. Die zuvor von mir gespeicherten Deeplinks auf die einzelnen Produkte führten plötzlich auf eine allgemeine Angebotsseite. Auch in der offensichtlich aktualisierten Online-Version der Print-Werbebeilage fehlten die „Müller Licht“-LED-Lampen plötzlich.

Am Montag gucken Sie in die Röhre statt auf die Röhren

Sie können also davon ausgehen, dass es sie am Montag nicht in Ihrer Aldi-Süd-Filiale gibt. Das finde ich vor allem wegen der Linienlampen sehr schade, weil solche S14-LED-Retrofits nur sehr selten in Discounter- oder Baumarkt-Aktionen zu finden sind – schon gar nicht mit einem sehr guten Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 90.

Vielleicht musste der „Müller-Licht“-Deal ja wegen Lieferproblemen verschoben werden und taucht irgendwann in den nächsten Wochen wieder auf, wenn wir Glück haben. Aktuell müssen bekanntlich zahlreiche Importeure weltweit auf ihre in Asien bestellten Waren warten, weil die koreanische Reederei Hanjin insolvent ist und ihre Schiffe teils nicht in europäische Häfen einlaufen dürfen. Ausgang? Ungewiss. Viele deutsche Großhändler befürchten schon ein Desaster, das sogar heftige Auswirkungen auf’s Weihnachtsgeschäft haben könnte.

Lampen schippern auf der „Hanjin Harmony“

Update 20.09.: Wie mir Navid Sanatgar, einer der „Müller-Licht“-Geschäftsführer, heute mitteilte, war meine Vermutung richtig. Die Lampen seien auf der „Hanjin Harmony“, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens lange in der Biskaya lag, inzwischen aber ihren Weg nach Hamburg fortgesetzt und gerade den Ärmelkanal passiert hat. Das Schiff gehört der Hamburger Reederei Peter Döhle und wurde von Hanjin gepachtet.

Der Vorlauf der gedruckten Aldi-Süd-Werbung sei zu lang gewesen, um auf die Verzögerung zu reagieren und die Aktion dort herauszunehmen. Man habe sich nun zusammen mit anderen deutschen Importeuren dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung durch eine Bürgschaft das Einlaufen der „Hanjin Harmony“ in Hamburg ermögliche – so wie es andere Staaten für weitere Hanjin-Frachter schon getan hätten.

Nach dem Eintreffen der Ware wolle „Müller-Licht“ einen neuen Aktionstermin mit Aldi Süd vereinbaren. In welchem Zeitrahmen der möglich wäre, sei aber leider nicht vorherzusagen, weil man dazu eine Lücke im eng getakteten und dicht gepackten Sonderangebots-Rhyth­mus des Discounters finden müsse. Man hoffe, dass es noch dieses Jahr klappt, erklärte mir der Geschäftsführer.

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„Smart Lighting“-Schwäche: Standby schlägt kräftig auf die Effizienz

Flexibel und kabellos LED-Lichtstimmungen steuern oder automatisch immer die optimale Helligkeit und passende Farbtemperatur zur Verfügung haben: So komfortabel kann „Smart Lighting“ sein. Großer Nachteil: Steuergeräte, Sensoren, Lampen und Leuchten brauchen auch Strom, wenn gar nichts leuchtet. Bei langen Standby-Zeiten erreicht eine „intelligente“ LED-Retrofit eventuell nur die Energieeffizienz einer stromhungrigen, simplen Glühlampe.

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Eine flexibel fernsteuerbare „Varilux 4-in1-“-LED-Lampe von „LightMe“ nuckelt im Standby-Modus 0,6 Watt. Wirklich effizient ist sie nur, wenn sie leuchtet – dann kann sie mit knapp 7 Watt eine 40-Watt-Glühlampe ersetzen. (Fotos: W. Messer)

Diesen Monat schlug der „Solid State Lighting Annex“ der länderübergreifenden Initiative „Implementing Agreement Energy Efficient End-Use Equipment“ (IEA 4E) Alarm: „Intelligente“ LED-Lampen und -Leuchten könnten im Standby-Betrieb mehr Strom verbrauchen als während der Lichterzeugung, wenn man ihre tägliche Einsatzdauer berücksichtigt.

In einem ausführlichen Report bezieht sich das SSL-Annex-Management-Komitee auf das, was solche „Smart Lighting“-Produkte überhaupt „intelligent“ macht: Komplexe Funk-, Sensor-, Internet- und Steuerungstechnik, die auch dann arbeiten muss, wenn alle LEDs dunkel bleiben und die Leuchtmittel geduldig auf (Nutzer-)Signale von außen warten. Dazu wurde eine große Studie erarbeitet, für die der Standby-Verbrauch der verbreitetsten „Smart Lighting“-Systeme samt einiger Lampen gemessen und in Relation zur Betriebs-Leistungsaufnahme sowie ihrer tatsächlichen Einsatzdauer gebracht wurde.

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Standby-Verbrauch bis zu 2,7 Watt pro Lampe

Bei den „smarten“ LED-Retrofits, die zwischen 200 und 1000 Lumen Lichtstrom erzeugen konnten, habe es eine Bereitschaftsverbrauchs-Spanne von 0,15 bis 2,7 Watt gegeben – teils sogar mehr als bei schwach leuchtender Lampe. Bei einer Leuchtdauer von nur einer Stunde täglich sorge der Standby-Verbrauch durchschnittlich schon für 51% des Stromkonsums. Über den Tag gerechnet, habe die Energieeffizienz der Testkandidatinnen damit nur zwischen 9 und 51 Lumen pro Watt gelegen; die größten Standby-Stromfresser seien also gerade mal so effizient wie Halogenlampen gewesen.

Bei zwei Stunden Lichterzeugung pro Tag verbesserten sich die Relationen etwas, aber nicht wirklich begeisternd: Durchschnittlich 35% Standby-Anteil, zwischen 16 und 64 lm/W. Die allermeisten aktuellen LED-Lampen ohne „intelligente“ Technik seien wesentlich sparsamer als selbst die effizienteste „smarte“ Probandin der Studie.

Nicht nur die Leuchtmittel nuckeln am Saft

Damit ist die ernüchternde Rechnung aber noch nicht abgeschlossen. Denn zu „Smart Lighting“ gehören sehr häufig noch WLAN-„Bridges“ oder „Gateways“ als Steuerungszentralen, Netzteile, Sensoren, Bewegungsmelder, Smartphones, Pads etc., die alle ebenfalls durchgehend Strom ziehen. Her dürfen Sie je nach Art des Systems und Größe der Infrastruktur gerne nochmal 1 bis 5 Watt draufschlagen.

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Eher eine Minimal-Konfiguration beim Philips-„Smart Lighting“-System „Hue“ (von links nach rechts): Ein batteriebetriebener Dimmschalter, zwei 9,5 Watt starke „White Ambiance“-LED-Lampen und die aktuelle „Bridge 2.0“. (PR-Foto: „Philips Lighting“)

Thereoretisch könnten sich dieser zusätzliche Standby-Verbrauch auf bis zu 50 Leuchtmittel pro Steuerzentrale verteilen und würde in der Summe nicht groß ins Gewicht fallen. In der Praxis sieht das jedoch fast immer anders aus. Da sind in einem Netzwerk nur wenige Lampen und/oder Leuchten angemeldet, dafür existieren nicht selten mehrere verschiedene Systeme in einem Haushalt parallel.

Die „IEA 4E“-Studie kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende Kompatibilität und Interoperabilität vieler „Smart Lighting“-Produkte auf dem Markt. Einfach gesagt: Fast jeder Anbieter kocht sein eigenes, „proprietäres“ Süppchen, das – vermischt mit irgendeinem der anderen – ungenießbar wird.

So wird „Smart Lighting“ zum teuren Spaß

Im Extremfall haben Sie deshalb beispielsweise drei getrennte Systeme mit jeweils drei Leuchtmitteln plus einige Fernbedienungen, Netzteile, Sensoren etc. zuhause. Insgesamt ziehen all diese Geräte im Standby-Modus vermutlich um die 30 Watt, falls sie zu den ineffizientesten Exemplaren der Studie gehören sollten. Das kostet Sie pro Jahr satte 76 Euro (bei einem Brutto-Strompreis von 29 Cent/kWh).

Über 30 Watt – ganz ohne den leisesten Lichtschein! Daraus könnte ein „doofer“ 230-Volt-Halogenstrahler schon rund 300 Lumen zaubern; zwei simple 15-Watt-LED-„Birnen“ würden sogar über 3000 lm schaffen. Spätestens bei diesen Vergleichsrechnungen würde „Smart Lighting“ zu einem teuren, umweltschädlichen Spaß. Muss aber nicht sein: So hatten zum Beispiel von mir gemessene Philips-„Hue“-RGB-LED-Lampen nur 0,2 Watt Leerlauf-Leistungsaufnahme, die aktuelle „Hue-Bridge“ braucht sogar nur maximal 0,1 W.

Beim Kauf auch auf den Standby-Verbrauch achten!

Solche Größenordnungen sind noch in einem vernünftigen Rahmen – selbst bei umfangreichen Konfigurationen. Achten Sie also beim Kauf eines neuen Systems auf den Standby-Verbrauch aller Komponenten und am besten auch auf die Verträglichkeit mit anderen „Smart Lighting“- oder „Smart Home“-Netzwerken. Und schalten Sie bei längerer Abwesenheit (es soll tatsächlich Leute geben, die mehrere Wochen Urlaub machen!) das ganze Geraffel komplett stromlos.

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Die mit normalen Lichtschaltern in drei Stufen dimmbare „MeLiTec L104“-LED-Lampe zieht bei kleinster Dimmstufe und gut 100 Lumen ca. 1,2 Watt (links) – wenn sie aus ist, nichts. (Foto: W. Messer)

Für Verbraucher mit geringeren Komfort-Ansprüchen geht’s natürlich noch viel sparsamer. Denn „normale“ LED-Lampen fordern selbst dann keinen „Bereitschaftsdienst-Zuschlag“, wenn sie flexibel oder in Stufen dimmbar sind – auch nicht, wenn sie sogar gleichzeitig ihre Farbtemperatur ändern können. Ist der (Dimm-)Schalter in der Wand erstmal auf „Aus“, dann wird die Watt-Zahl in jedem Fall zu einer dicken, fetten Null.

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