Im Test: LED-Stiftsockellampen von LEDON – die edlen Leuchtzwerge

Anständige Lichtqualität trotz kompakter Dimensionen bieten die neuen G4- und G9-LED-Stiftsockellampen von LEDON. Sie leuchten sogar etwas runder, als es der nominelle Abstrahlwinkel von 130 Grad verspricht.

LEDON-G4-G9-Packungen-vorne
Darauf können Sie gerne mal ein Auge werfen: Die beiden kleinsten LED-Retrofits von LEDON sind jetzt offiziell auf dem Markt – unten rechts sehen Sie die G9- und G4-Lampen im Größenvergleich. (Fotos: W. Messer)

LEDON-Vergleich-G9-G4Jede Menge Schrott und fragwürdige Produkte können Sie bei der Suche nach kleinen G9-Hochvolt- und G4-Niedervolt-LED-Retrofits entdecken. Sie sollen stromfressene Halogen-Stiftsockellampen ersetzen, sind aber meistens erheblich größer und dennoch dunkler. Schließlich müssen hier – wie bei den großen Varianten mit E14- oder E27-Schraubsockeln – jede Menge Elektronikbauteile, LED-Chips und Hitzeableitungen untergebracht werden. Auch die Lichtfarbe und -kegel vieler Billigmodelle machen die Freunde des “warm-weißen”, rundstrahlenden Halo-Lichts nur selten glücklich.

Wenn dann noch vorzeitige Teil- oder Komplettausfälle der Leuchtzwerge passieren, weiß auch der letzte Schnäppchenjäger: Der einzig verbleibende Vorteil dieser “No-Name”-Lämpchen ist ihr Preis. Wer den als ausschließliches Kriterium für seine Käufe heranzieht, darf jetzt aufhören zu lesen und wieder bei “eBay” oder “Alibaba” stöbern. Die beiden LEDON-LED-Stiftsockellampen im Test kosten nämlich satte 10 bzw. 9 Euro – nichts für Discounter-Kunden.

LEDON-G9-LabelBeiden gemeinsam ist die solide Bauweise mit weißem Keramikgehäuse (in den ursprünglichen Datenblättern steht fälschlicherweise “Metall”) und Kunststoff-Linsenoptik mit invertiertem Kegel an der Spitze, die fehlende Dimmbarkeit, die “warm-weiße” Farbtemperatur von 2700 Kelvin, der Farbwiedergabeindex Ra 80, das EU-Ökolabel A+ (im Bild links die falsche Angabe “A” auf der G9-Verpackung), der Halbwertswinkel von 130 Grad, die sehr gute Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen und die Farbkonsistenz von unter sechs Stufen der MacAdam-Ellipe.

Erhebliche Unterschiede gibt’s aber bei der Größe und Helligkeit der beiden Neuheiten – beginnen wir mit dem “Goliath” unter den LEDON-Leuchtzwergen:

Der G9-Hochvolt-Strahlemann

LEDON-G9-Packung-hintenMit 56 mm Gesamtlänge (inklusive Steckkontakte), 18 mm Maximaldurchmesser und 16 Gramm Gewicht ist die 3-Watt/G9-Hochvoltlampe “made in China” deutlich größer und schwerer als vergleichbar helle 20-Watt-Halogen-”Birnchen”. An meinem Amateur-Messgerät und in einer offenen Testfassung startete sie mit rund einer halben Sekunde Verzögerung, blieb absolut still, zog nach zwei Stunden Dauerlauf 2,8 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,85 und wurde an der heißesten Stelle moderate 53 Grad warm.

Im Sockel sitzt ein Modul mit sechs LED-Chips, das offiziell 170 Lumen Lichtstrom nach oben strahlt. Die Helligkeit wird durch die Kegeloptik an der Spitze teils getreut, teils reflektiert. Das Resultat ist eine Schmetterlings-ähnliche Lichtkeule mit mehreren Hauptstrahlen, die auch in die Gegenrichtung reichen, wie mein Leuchtbild zeigt:

LEDON-G9-Leuchtbild
Trotz des nominell engen Halbwertswinkels gibt’s bei stehender Montage auch jede Menge Licht zu den Seiten und nach unten – das ist besser, als die Papierwerte verraten.

Das ist zwar nicht so rundstrahlend wie bei G9-Halogenlampen, sollte aber für die meisten Standard-Anwendungen ausreichen. Bei matten Leuchtenabdeckungen wird Ihnen das Licht durch die zusätzliche Diffusion ziemlich homogen und rund vorkommen. Die Gesamthelligkeit liegt jedenfalls subjektiv eher bei 200 Lumen.

Etwas farbtreuer als angegeben

LEDON-G9-Packung-obenKeine großen Abstriche müssen Sie auch bei der Lichtfarbe und Farbtreue machen. Die offiziellen 2700 K sind glaubhaft, der nominelle Farbwiedergabeindex Ra 80 (siehe Packungsaufdruck links, pdf-Download des Datenblatts) ist vermutlich eher untertrieben. Spontan hätte ich anhand meines Standard-Farbtreuebilds unten auf rund Ra 83 getippt.

Auf Nachfrage erklärte mir ein Unternehmenssprecher, dass LEDON-interne Messungen für beide Stiftsockellampen tatsächlich Ra 82 und 83 ergeben hätten. So sieht jedenfalls meine sattrote Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund aus (Weißabgleich “bewölkter Himmel”, ohne Nachbearbeitung):

LEDON-G9-Farbtreue

Die Rot-Wiedergabe ist ordentlich; die gelb-orangene Einfärbung typisch für “warm-weiße” Leuchtmittel; ein unangenehmer Grün- oder Blaustich ist mir nicht aufgefallen. Der Blick auf das Display der Digicam offenbart außerdem ein konstantes Licht ohne das kleinste Flimmern – hier werden auch extrem sensible Augen nicht durch Stroboskop-Effekte irritiert.

LEDON-G9-neuMein Testurteil:

Ausreichende, flacker- und flimmerfreie Helligkeit, Lichtqualität und Effizienz sowie überdurchschnittlich lange Lebensdauer, gesunder Temperaturhaushalt und größtmögliche Retrofit-Tauglichkeit sind bei derart kleinen LED-Lampenformen massive Zielkonflikte. LEDON hat hier offenbar einen guten Mittelweg gefunden, den Sie allerdings mit knapp 10 Euro auch teuer bezahlen müssen.

Dimmbarkeit dürfen Sie zwar ebenso wenig erwarten wie die Mini-Dimensionen einer G9-Halogenlampe. Für viele enge Leuchtengehäuse dürfte die neue LEDON-Stiftsockellampe etwas zu lang und/oder zu breit sein. Dort, wo sie passt, kann sie Ihnen jedoch ohne wesentliche Komforteinbußen bis zu 85% Strom sparen. Nach meinen Berechnungen erreicht sie einen Energieeffizienzindex (EEI) von 0,15 und darf sich deshalb mit dem EU-Ökolabel A+ schmücken. Dass LEDON auf der Packung nur “A” angibt, ist ein vom Unternehmen eingestandener Fehler und soll bei der nächsten Charge korrigiert werden. Das alles belohnt meine neue LED-Bewertungsskala mit
drei Sternen.

Die 12-Volt-Intimbeleuchtung

LEDON-G4-Packung-hinten-Vieles von dem, was Sie oben im Test gelesen haben, gilt auch für dieses G4-Lämpchen von LEDON. Mit nur 42 mm Länge, 13 mm Durchmesser, 7 Gramm Gewicht und offiziell 100 Lumen Lichtstrom aus 2 Watt ist hier jedoch alles eine Nummer kleiner. Zum Betrieb brauchen Sie allerdings einen Niedervolt-Treiber, der zusätzlich etwas Leistung schluckt.

Zwei Möglichkeiten haben Sie in diesem Fall zur Auswahl: Einen Trafo, der aus 230 Volt Haushaltsstrom 12 Volt Wechselspannung produziert, oder einen mit 12-Volt-Gleichspannung auf der Sekundärseite – die LEDON-Stiftsockellampe verträgt dankenswerterweise beides. Der Treiber sollte allerdings LED-geeignet sein und keine hohe Mindestlast benötigen (pdf-Download der LEDON-Empfehlungen). Bei meinem Versuchsaufbau sah das beispielsweise so aus:

LEDON-G4+DC-Treiber

Dieser “Optotronic” von Osram liefert eine konstante Gleichspannung und blieb – wie die Lampe – absolut still. Nach dem Einschalten gab es keine merkliche Verzögerung; das Messgerät attestierte 2,7 Watt Gesamt-Leistungsaufnahme bei einem Leistungsfaktor von 0,42. Da Niedervolt-LED-Lampen prinzipiell den optimalen Faktor 1 haben, dürfen Sie die Blindleistung komplett dem Treiber in die Schuhe schieben – dazu die rund 0,7 Watt Leerlauf-Wirkleistung.

AC-Niedervolt-TreiberEtwas sparsamer präsentierte sich ein Osram-”Halotronic Mouse”-Trafo (Bild links) mit Wechselspannung und 0,6 W “Standby”-Verbrauch. Zusammen mit der Lampe ging das aber auf 2,8 Watt ‘rauf – bei einem Leistungsfaktor von 0,85. Tatsächlich ist das “Birnchen” bei Wechselstrom etwas leistungshungriger, worauf auch die Packungsangaben hinwiesen (Bild unten rechts, pdf-Download des Datenblatts) Dazu surrte der Treiber leise vor sich – das tat er jedoch auch im Alleingang und hatte nichts mit der LEDON zu tun.

Still, “cool” und nicht sehr hell

LEDON-G4-Packung-obenDie blieb auch im Dauerbetrieb völlig geräuschlos und mit maximal 40 Grad an der heißesten Gehäusestelle ziemlich “cool”. Das bißchen Wärme der reduzierten Vorschaltelektronik wird offensichtlich von der Keramikhülle gut abgeführt; die vier Mini-Chips des LED-Moduls im oberen Teil des Sockels sorgen für keine zusätzlichen Probleme.

Spötter werden jetzt einwenden: “Wo soll denn da auch Hitze herkommen – bei nur 100 Lumen?” Stimmt. Andererseits sind aber die Gehäuse-Dimensionen so klein, dass kein Platz für ausgefeilte Kühlkonzepte bleibt. Auch die Linsenoptik ist mit nur 5 mm Länge äußerst kompakt und kriegt dennoch ein ähnliches “Schmetterlings”-Leuchtbild hin wie die viel größere Hochvolt-Schwester:

LEDON-G4-Leuchtbild

Besonders hell dürfen Sie sich das nicht vorstellen – vor allem in der 0-Grad-Linie nach oben sorgt die innenliegende Spitze des Linsenkegels für eine merkliche Abschattung. Dafür gibt’s mehr Licht nach unten und zu den Seiten. Erneut gilt: Der offizielle, recht enge Halbwertswinkel von 130 Grad verrät nicht die ganze Wahrheit.

Die Lichtfarbe kennen Sie schon von oben

Die Lichtqualität ist weitgehend identisch mit jener der G9-Variante, wie mein Standard-Farbtreuebild zeigt:

LEDON-G4-Farbtreue

Die Kamera zeigte auch hier kein Flackern oder Flimmern, hatte aber ein wenig Mühe mit der Belichtungsregelung und produzierte wegen der geringen Helligkeit mehr Bildrauschen und “Korn”. Das Foto gibt den tatsächlichen Eindruck trotzdem recht gut wieder. Das LEDON-LED-Lämpchen erinnert subjektiv sehr an (schwaches) Halogenlicht, braucht dafür jedoch nur etwa ein Fünftel des Halo-Strombedarfs.

Der von mir berechnete Energieeffizienzindex beträgt 0,16 – unter Berücksichtigung des 1,1-Korrekturfaktors für Niedervoltlampen. Das reicht für’s EU-Ökolabel A+; so steht’s auch im Datenblatt, während auf der Verpackung meines Testexemplars leider erneut die falsche Angabe “A” prangt.

LEDON-G4-neuMein Testurteil:

Mehr als 10 Watt sollte das Niedervolt-Halogen-”Birnchen” nicht haben, das Sie durch die LEDON-G4-LED-Stiftsockellampe “made in China” ersetzen. Deren Licht reicht nämlich solo eher für intime Dämmer-Spielchen als für echte Beleuchtungszwecke.

Anders sieht’s natürlich bei Leuchten aus, in die Sie fünf oder mehr davon stecken können. Dann wird’s aber richtig teuer: Knapp 9 Euro pro Stück sind für LED-Schummerlicht echt übertrieben, zumal Sie ja noch einen externen Treiber brauchen. Immerhin fragt bei nur 100 Lumen wohl niemand nach der (nicht vorhandenen) Dimmbarkeit.

Auf der Habenseite stehen dagegen die überdurchschnittliche Licht- und Materialqualität, der recht breite Lichtkegel, die lange Nennlebensdauer, geringe Hitzentwicklung, die AC/DC-Toleranz und die relativ kompakten Dimensionen. Vermutlich haben Sie mit der G4-Lampe seltener Platzprobleme als mit der G9-Variante. Angesichts der besonderen technischen Herausforderungen dieser Mini-Bauform hole ich von meiner neuen, strengen LED-Bewertungsskala mal wohlwollende
LED-SternLED-SternLED-Stern halbzweieinhalb Sterne.

(Disclaimer: LEDON hat mir die beiden Lampen gratis zur Verfügung gestellt. Sie bleiben – wie üblich – zum Dauertest bei mir.)

Mehr zum Thema:

Neue Mini-LED-Retrofits von LEDON mit G9- und G4-Stiftsockel

GU4-LED-Spots von LCTW und LEDON: Fast identische Messwerte

Im Test: Neue LED-Spots von LEDON – von sehr klein bis sehr hell

Niedervolt-LED-Lampen lieben Konstanz

Diesen Beitrag drucken

Test: “massive”-LED-Pendelleuchte – Philips-Technik zum Kampfpreis

Über 200 Euro kostet bei Philips eine Ledino-LED-Pendelleuchte. Bei “KiK” gab’s diese Woche aber ein offenbar baugleiches Modell für sensationelle 20 € (plus Versand). Wie geht denn so was und wo ist da der Haken?

Massive-Leuchte-Modul1
Eine der drei Lichtquellen auf dem Chrom-Rohrring der “massive”-Pendelleuchte (Gesamtbild auf der Verpackung rechts unten). Die rund 23 cm langen Metallguss- “Satelliten” beherbergen jeweils drei “Lumileds Luxeon Rebel”-LEDs à 2,5 Watt. Zusammen addiert sich das auf 22,5 Watt. (Fotos: W. Messer)

Massive-Leuchte-PackungPhilips-”Ledino”-Leuchten gehören leider zu den teureren LED-Späßen, obwohl sie weder besonders effizient noch farbtreu sind. Über 200 Euro als unverbindliche Preisempfehlung für eine minimalistische, dimmbare LED-Pendelleuchte mit 1050 Lumen Lichtstrom sind noch lange nicht die Spitze des Sortiments. Außerdem brauchen Sie ein gewisses Vertrauen in die Technik, weil Sie die integrierten Module mit 2,5-Watt-”Luxeon Rebel”-LED-Chips der Philips-Tochter “Lumileds” im Schadensfall nicht auswechseln können.

Wie ein Wunder erschien es mir deshalb, dass der Textil-Discounter “KiK” diese Woche genau so eine Leuchte kurzfristig für nur rund 20 Euro (+ Versand) in seinem Online-Shop anbot. Zu diesem Preis bekommen Sie normalerweise höchstens eine “nackte” Leuchte ohne jedes Leuchtmittel – schon gar keine mit LED-Modulen. Von welchem Lastwagen ist die bloß ‘runtergefallen?

Die Herkunft war anfangs unklar

Nun war im “KiK”-Sonderangebot nicht explizit von einer “Philips Ledino”-Leuchte die Rede; auch sonst gab’s so gut wie keine Leistungsdaten. Die drei jeweils 7,5 Watt starken LED-Leuchtmittel wurden jedoch eindeutig Philips zugeordnet, und das Design der Teile erschien mir absolut identisch. Kurz bevor die Leuchte ausverkauft war, gelang mir noch eine Bestellung – drei Tage später kam sie tatsächlich an.

massive-LogoWas stand da auf der Verpackung? Das Label “massive” (Logo links) und ein paar Daten – zu denen komme ich gleich noch. Ist das nun ein “No-Name”-Produkt mit Philips-Technik drin? Nicht ganz. Tatsächlich verwendet Philips den Namen “massive” in Europa schon lange als eine “Schlüssel”-Zweitmarke für seine “Consumer”-Leuchten. Nach dem bekannten “Badge-Engineering”-Prinzip können die Niederländer also identische oder ähnliche Produkte halbwegs anonym und günstiger vermarkten, ohne das eigene (höhere) Preisniveau in Gefahr zu bringen. Die Volkswagen AG tut das beispielsweise mit Seat oder Skoda.

Viele identische Werte

Massive-Leuchte-Aufdruck1“Designed in Europe / Made in China” können Sie ganz klein unter einem der Daten-Aufdrucke lesen (Bild rechts). Das gilt auch für die Ledino-Leuchten. Ebenfalls identisch: Die offizielle Leistungsaufnahme von 3 x 7,5 Watt, die “warm-weiße” Farbtemperatur von 2700 Kelvin, 20 Jahre Nennlebensdauer (20.000 Leuchtstunden, 13.000 Schaltzyklen), die Dimmbarkeit, die Schutzart IP20, die Abmessungen (63 cm Durchmesser, 1,58 Länge, beliebig kürzbar) und der größte Teil der Artikelnummer 37951/31/10.

Bescheidender ist bei der “foxe”-Leuchte von “massive” jedoch der Lumenwert pro Modul: 300 statt 350 lm wie bei den neuen Ledinos. Wir haben’s also hier mit insgesamt 900 Lumen zu tun, was zwischen der Helligkeit von 60- und 75-Watt-Glühlampen liegt. Weitere Daten finden Sie nicht – auch nicht in den Packungsbeilagen: Farbwiedergabeindex, Farbkonsistenz, Spektraldiagramm, EU-Ökolabel – alles Fehlanzeige, obwohl das seit März in der EU für integrierte Leuchten Vorschrift ist.

Da auch die nominelle Effizienz nur bei beklagenswerten 40 Lumen/Watt liegt, legt uns Philips offensichtlich ein ziemlich veraltetes Ei ins Nest, das im offiziellen “Ledino”-Programm keine gute Figur machen würde. Eine wirklich schlechte LED-Pendelleuchte ist die “foxe” dennoch nicht, wie mein Test beweist.

Auch im Dauerbetrieb ruhig und handwarm

An einem normalen Schalter liefert sie nach rund einer halben Sekunde Einschaltverzögerung ihre volle Helligkeit, bleibt absolut still, zieht laut meinem Amateur-Messgerät 23,6 Watt mit einem sehr guten elektrischen Leistungsfaktor von 0,96 und erzeugt etwa die Leuchtstärke von drei 25-Watt-Niedervolt-Halogenspots – allerdings mit deutlich breiterem Lichtkegel in Längsrichtung. Nach gut zwei Stunden Dauerbetrieb erwärmt sich der Philips-Treiber im weißen Decken-Metallsockel (Bild unten) auf maximal 48, die LED-”Satelliten” nur auf 38 Grad. Beim Ausschalten werden sie innerhalb einer Sekunde dunkel.

Massive-Leuchte-Treiber

Die Differenz zum Nennwert der LED-Module von gut einem Watt schluckt offenbar der mit 30 Watt belastbare Trafo. Er wandelt die 230-Volt-Wechselspannung in 42 Volt Gleichspannung mit höchstens 700 mA um und ist laut Aufdruck mit Phasenabschnittregelung (“trailing edge”) dimmbar, was Sie auch tunlichst beachten sollten.

Ein kurzer Test mit einem “Jung”-Phasenanschnittdimmer ging nämlich halbwegs in die Hose: Zwar ließ sich die Leuchte zwischen 7,6 und 26 Watt Gesamt-Leistungsaufnahme (Leuchte plus Dimmer) regeln, zeigte aber teils heftige Helligkeitssprünge im mittleren Regelbereich. Dazu meldete sich der Treiber mit einem lautstarken Surren – bei hellster Stellung noch in mindestens fünf Meter Distanz hörbar, bei dunkelster waren’s noch mehr als drei Meter. Völlig inakzeptal.

Eigenwerbung Juni 2014

Mit einem Phasenabschnittdimmer aus dem Baumarkt lief’s wesentlich besser: Hier surrte der Trafo auf maximal 5 bis 15 cm Entfernung; die Leuchtmittel selbst blieben unhörbar. Wenn der Sockel also in üblicher Deckenhöhe hängt, dürfte unten nichts mehr ankommen. Nach dem Einschalten gab’s nach rund einer halben Sekunde Licht. Je nach Dimmerstellung benötigt die Elektronik aber etwa eine weitere Sekunde, um sich auf die voreingestellte Helligkeit einzupendeln – je dunkler, desto langsamer. Die folgenden Regelversuche verliefen einigermaßen sanft und flackerfrei.

Der Regelbereich zwischen 23,5 und 5,3 Watt Gesamt-Leistungsaufnahme (ca. 22%) dürfte für die meisten Zwecke ausreichen. Der obere Wert ist jedoch etwas zu niedrig. Wenn man den Eigenverbrauch des Dimmers abzieht, fehlen bei der Lichtstrom-Berechnung ein paar Prozent der Maximalleistung. Sie erreichen also auch bei höchster Dimmerstellung vermutlich nicht die größtmögliche Helligkeit der Leuchte. Abhilfe könnte hier ein Phasenabschnittdimmer mit Justierschraube schaffen, der eventuell einen weiter gespreizten Bereich bietet.

Der Lichtkegel passt zum Einsatzzweck

Massive-Leuchte-Modul2Und wie sieht’s mit dem Licht der LED-Module unter den Linsen-/Streuscheiben-Abdeckungen (Detailbild rechts) aus? Ganz okay. Die Helligkeitsangabe ist glaubhaft; die Abstrahlcharakteristik unterscheidet sich allerdings von vielen herkömmlichen Leuchten mit Halogen- oder Glühlampen.

In Längsrichtung der “Satelliten” gibt es einen Halbwertswinkel von rund 120 Grad, in Querrichtung ist er wegen des Blendschutzes viel geringer. In der Summe nennt Philips für die weitgehend baugleiche “Ledino” 85 Grad (pdf-Download des Datenblatts) – das passt angesichts des Leuchtbildes auch für die “foxe”:

Massive-Leuchte-Leuchtbild-neu
Das nachträglich stark abgedunkelte und leicht kontrastverstärkte Foto eines der drei Leuchtkörper – mit dem seitlichen Blendschutz in Blickrichtung. Macht sich beispielsweise sehr gut über einem runden Ess- oder Couchtisch.

Lichtqualität wie bei den “Ledino”-Leuchten

Die Lichtfarbe ist so ziemlich die gleiche wie bei den “Ledino”-Leuchten der neuen Generation – angenehm gelblich-wohnlich – und hat wohl auch den gleichen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80. Im Vergleich mit diversen Ra-80-Discounter-Pendelleuchten liegen die Philips-Module klar vorne: Die Hautfarben- und Rot-Darstellungen sind trotz des identischen Nennwerts natürlicher – ein unangenehmer Grün- oder Blaustich ist mir nicht aufgefallen.

So macht auch mein Standard-Farbtreue-Bild mit einer sattroten Ducati 916 auf weißem Untergrund einen recht guten Eindruck (Weißabgleich “bewölkter Himmel”, ohne Nachbearbeitung):

Massive-Leuchte-Farbtreue
(Zum Vergleich: So sieht das Moped bei natürlichem Tageslicht aus.)

Übrigens zeigte der Monitor meiner Digicam ein relativ stetiges Licht mit nur schwachem hochfrequenten Flimmern; selbst Menschen mit sensiblen Augen dürften nur geringfügige Stroboskop-Effekte bemerken, die meisten vermutlich gar keine.

Mein Testurteil:

Massive-Leuchte-Aufdruck2Die “foxe”-Pendelleuchte von “massive” ist zwar eher filigran als massiv, kann aber vor allem Fans des minimal-pragmatischen Designs erfreuen und spart mindestens 65% Strom gegenüber traditionellen Leuchten dieser Art. Effizienz und die Datenangaben auf der Packung sind weit unterdurchschnittlich; Lichtfarbe, Helligkeit, elektrische Sicherheit, Verarbeitung, Materialanmutung und Dimmbarkeit dagegen ordentlich – hier versteckt sich wirklich Markenqualität hinter einem unscheinbaren Label (siehe Packungsaufdruck links).

Sicher ist die Technik nicht auf dem neuesten Stand. Wenn so eine integrierte LED-Leuchte aber für nur knapp 20 Euro angeboten wird – weit unter Marktpreis, dann relativiert sich dieser Makel doch erheblich. Schnäppchenjäger fallen ja immer wieder auf dubiose Billigangebote ‘rein und mosern anschließend pauschal über die “besch… LED-Beleuchtung”. Das dürfte hier kaum passieren und deshalb sorgt das sensationelle Preis-/Leistungsverhältnis des “KiK”-Sonderangebotes aus dieser Woche auch bei meiner neuen, strengeren LED-Bewertungsskala für
LED-SternLED-SternLED-Stern halbzweieinhalb Sterne.

Mehr zum Thema:

Der Vergleich: Philips Ledino alt und neu

Rabatt-Deal: Über 26% auf “Ledino Styla”-LED-Leuchte von Philips

Aldi wirbt mal wieder mit Lumen-losen LED-Leuchten

Diesen Beitrag drucken