Penny-LED-Deals: Mut zur Lücke

Mit einem bunten, lückenhaften und teils falschen Daten-Wirrwarr bespaßt uns der Marken-Discounter “Penny” bei seinen LED-Sonderangeboten diese Woche (Prospektausschnitte unten, gültig vom Donnerstag, 23.10, bis Samstag, 26.10.).

Penny-LED-Leuchten-10-14-mittel

Penny-LED-Aussenleuchte-10-14Bei den integrierten LED-Leuchten der Handelsmarke “Style Fair” für knapp 30, 50 und 70 Euro müssen Sie sich die Gesamthelligkeit teils selbst zusammenrechnen (820, 984, 1808 bzw. 1920 Lumen). Lichtfarbe, Farbwiedergabeindex, Halbwertswinkel (vermutlich alle 120 Grad) und Nennlebensdauer werden on- und offline überhaupt nicht verraten.

Die konkret genannten EU-Effizienzklassen A+ und A++ sind für solche Leuchten mit fest verbauten LED-Modulen gar nicht vorgesehen (die korrekten Labels müssten eigentlich so aussehen) und bei der LED-Außenleuchte mit Sensor (oben rechts) auch noch falsch angegeben.

Die kann nämlich mit ihren 20 Watt, gut 1800 Lumen und mutmaßlich “kalt-weißer” Farbtemperatur zwar ungefähr einen 150-Watt-Halogenstrahler ersetzen, schafft jedoch höchstens den Energieeffizienzindex (EEI) 0,15. Und das reicht selbst bei Richtstrahlern (120 Grad Hauptabstrahlwinkel) leider nur für A+ statt A++. Solche Daten-, Label- und Kalkulationsschwächen zeigen die “Penny”-Prospektbastler nicht zum ersten Mal. Vermutlich können Sie ab Donnerstag auf den Verpackungen der Leucnten die korrekten Angaben sehen – Hinweise dazu bitte unten in die Kommentare schreiben.

Philips-LED-Lampen im Doppelpack

Penny-Philips-10-14-kleinRelativ günstig sind die Zweierpacks mit Philips-Retrofits (E14-, GU10- und E27-Sockel, links, zum Vergrößern anklicken) ab 7,99 Euro. Die “Penny”-Leistungsangaben von 25, 35, 40 und 60 Watt repräsentieren natürlich die zulässigen Äquivalenzwerte für ähnlich helle Glühlampen bzw. Halogenspots – tatsächlich ziehen die sparsamen LED-Nachfolger nur 3 bis 9,5 Watt.

Schon nach kurzer Internet-Suche werden Sie diese “Sonderangebote” allerdings anderswo sogar als Einzelexemplare billiger oder ähnlich preiswert entdecken. Eine sehr ähnliche Philips-Doppelpack-Aktionen gab’s übrigens bereits Anfang Oktober in den OBI-Baumärkten.

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LED-Tagebuch (KW 42): Helle OLEDs, XXXL-Aktion, Osram-Orange, Attralux

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit aktuellen Updates und Ergänzungen.
Lumiblade-brite-FL300
12.10.: “Innerhalb der nächsten sieben Tage” sollen die neuen, nur 1,4 bis 3 Millimeter dünnen “Brite FL300″-OLED-Kacheln aus Aachen (PR-Foto oben im Größenvergleich mit einem Streichholz) für 140 bis 160 Euro regulär im “Technology sample webshop” zu kaufen sein. Das hat mir die Philips-Tochterfirma “Lumiblade” heute auf Nachfrage mitgeteilt. Die schon im Frühjahr vorgestellten dimmbaren 6,5-Watt-Panels empfehlen sich mit bis zu 300 Lumen, einer Effizienz von ca. 50 lm/Watt, Farbwiedergabeindex Ra >80 und einer Nennlebensdauer von 10.000 Leuchtstunden (bei voller Leistung) erstmals für wirklich helle Beleuchtung (pdf-Download des Datenblatts).

Vorerst wird es sie mit einer “warm-weißen” Farbtemperatur von 3000 Kelvin und in drei Integrationsstufen geben (“nackt” mit 12 x 12 cm Größe und 1,4 mm Dicke; inklusive thermischer Rückplatte und Verkabelung oder im Gehäuse mit Verkabelung, 2,1 bzw. 3 mm dünn, jeweils 12,7 x 12,7 cm). Schon jetzt soll die Nachfrage nach großen Mengen aller Varianten riesig sein. Etwas später wird eine “neutral-weiße” 4000-K-Version auf den Markt kommen. Passende Treiber für 35 bis 110 € bietet “Lumiblade” natürlich ebenfalls an.

Update 21.10.: Mit leichter Verspätung sind die OLED-Panels nun wirklich im Webshop zu sehen.

Henrik Holen14.10.: Eine grundsätzlich andere Sicht auf “Smart Home”-Konzepte forderte diese Woche Henrik Holen (PR-Foto rechts), Geschäftsführer der norwegischen Spezialfirma “Viva Labs“. In einem Beitrag für “The Next Web” erklärte Holen, dass die Entwickler solcher Systeme lernen müssten, aus der Benutzerperspektive zu denken und nicht als Ingenieure oder ausgesprochene Technologie-Fans.

Das betreffe auch vernetzte oder “intelligente” Beleuchtung: “Nur weil etwas analog ist, heißt das nicht, dass es nicht funktioniert, und nicht alles benötigt eine Internetverbindung. Lichtschalter funktionieren beispielsweise gut und Sie werden den Umgang der Leute damit nicht ändern.”

xxxl-led-10-14-Steh-mittel
xxxl-10-14-Lampen-klein14.10.: Für LED-Fans könnten sich ab Donnerstag (16.10.) auch etwas weitere Wege nach Karlsruhe lohnen. Zur Wiedereröffnung nach einem größeren Umbau haut das Möbelhaus “XXXL Mann Mobilia” nämlich mit dem dicken Hämmerchen auf einige Lampen- und Leuchtenpreise.

Die Spanne der Aktionsangebote reicht von E14-LED-Retrofits mit 3 Watt und 198 Lumen Lichtstrom für 2 Euro über einen fernsteuerbaren LED-Strip für 19 € sowie einer 33,5-W-LED-Deckenleiste mit 2375 lm für 49 € bis zu dimmbaren, integrierten Leuchten ab 39 €. Die hellsten davon haben ca. 40 Watt, 4000 oder insgesamt bis zu 4470 lm und kosten 125 bzw. 199 € (Prospektausschnitte oben, rechts und unten, zum Vergrößern bitte anklicken). Gegenüber den normalen “XXXL”-Preisen sparen Sie zwischen 41 und 71 Prozent. Außerdem gibt’s dank einer speziellen Aktion derzeit fünf Jahre Garantie auf LED-Leuchten (LED-Lampen sind offensichtlich nicht gemeint).
xxxl-led-10-14-Haengexxxl-Strip-Strahlerxxxl-led-10-14-Decke
Kleine Warnung: Die beworbene 9,5-Watt-Philips-“Birne” für 5 Euro hat natürlich keine 1806 Lumen, sondern nur die üblichen 806 lm als Äquivalent einer 60-W-Glühlampe. War ein Beilagen-Setzfehler; im internen “XXXL”-System steht’s richtig, wie mir auf Nachfrage versichert wurde. Die Sonderaktion läuft bis zum 26. Oktober und ausschließlich in Karlsruhe. Sie müssen allerdings damit rechnen, dass wegen der großen Nachfrage einige der Leuchten und Lampen schon vorher ausverkauft sind.

Osram-Opel-Adam
15.10.: Fünf Kleinwagen und 100 “Lightify”-Starter-Kits können Sie ab sofort und bis Ende Mai 2015 gewinnen, wenn Sie Osram-LED-Lampen “made in Germany” kaufen. Der Clou: Die 100 Preisträger werden per Zufallsprinzip durch speziell angefertigte und im Vertriebsweg eingestreute Exemplare ermittelt. Sie leuchten nicht mit der üblichen “warm-” oder “neutral-weißen” Farbtemperatur, sondern in der markanten Osram-Hausfarbe Orange (PR-Foto oben).

Der Verdacht liegt nahe, dass unter der Haube ausschließlich bernsteinfarbene Oslon-LEDs werkeln. Wer die präparierten “Birnen” zuhause ‘reinschraubt und anschaltet, weiß also sofort, dass er oder sie zu den Gewinnern der Promo-Aktion zählt – falls der entsprechende Hinweis auf der Verpackung verstanden und nicht irrtümlich ein Produktfehler vermutet wird.

Eigenwerbung Juni 2014

16.10.: Die hier im August veröffentlichte Suche einer Blogleserin nach “warm-weißen” LED-Außenstrahlern und den dazu passenden Bewegungsmeldern war offenbar erfolgreich. Solche “LED-Happy-Ends” freuen mich natürlich besonders, zumal die Leserin auf meinen Vorschlag hin statt eines “Erfolgshonorars” eine schöne zweistellige Spende an “Ärzte ohne Grenzen” überwiesen hat.

Kaufland-Attralux
17.10.: Vier nicht dimmbare LED-Lampen der Philips-Leuchtmittel-Zweitmarke “Attralux” – mit “warm-weißer” Farbtemperatur von 2700 Kelvin, Farbwiedergabeindex Ra 80, ca. 12.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer und EU-Ökolabel A+ – bekommen Sie ab Montag (20.10.) zu Sonderpreisen in den Filialen von “Kaufland(Online-Screenshot oben).

Offiziell jeweils 3,99 Euro kosten die GU10-Spots mit 36 Grad Abstrahlwinkel und 4,5 Watt/345 Lumen (Ersatz für 50-W-Halogenstrahler) bzw. 3,5 W/240 lm (35-W-Ersatz). Knapp 5 Euro zahlen Sie für E27-“Birnen” mit 9,5 W/806 lm (ersetzt 60-W-Glühlampen) oder 7 W/470 lm (40-W-Ersatz). Sie haben mit ca. 150 Grad den gleichen, relativ engen Halbwertswinkel wie ihre Philips-Schwestermodelle. In einzelnen “Kaufland”-Märkten sind diese vier Aktionslampen eventuell sogar jeweils einen Euro billiger.

nanoroehre17.10.: Mit einem ähnlichen “Kathodenstrahl”-Prinzip wie alte Röhrenbildschirme arbeitet die Nanoröhren-Leuchte eines Forscherteams der japanischen Tōhoku-Universität. Im Labor sei es jetzt gelungen, dank einer optimierten, kostengünstigen Produktionsmethode flackerfreies und homogenes Licht mit einer Effizienz von 60 Lumen/Watt zu erzeugen.

Das äußerlich einem OLED-Panel ähnliche 0,1-Watt-“Leuchtplättchen” (PR-Foto: Norihiro Shimoi) besteht aus einer ultradünnen Schicht hochkristalliner, einwandiger Kohlenstoff-Nanoröhren auf einer positiven Trägerelektrode, die sehr schnelle Elektronenstrahlen aussenden (Kathode). Darüber liegt ein dünner Vakuum-Hohlraum und eine grüne Phosphorschicht, die zugleich Anode und Licht-Emitter ist. Die in diversen Veröffentlichungen aufgestellte Rechnung, dass dieser 6-Lumen-Prototyp rund 100mal sparsamer als LEDs sei, ist allerdings blanker Unsinn und wurde von den japanischen Wissenschaftlern auch nie behauptet.

Mueller-HD-Ledare-13W-klein18.10.: Hatte ich Anfang des Monats beim Test einer “Müller-Licht-HD-LED”-Lampe (Foto links: W. Messer) einen Ausreißer bzw. ein “Montagsmodell” erwischt? Statt der offiziell versprochenen 810 konnte die 13-Watt-E27-“Birne” in der Ulbricht-Kugel meines Partnerlabors “David Communication” nach der üblichen zweistündigen “Warmlaufzeit” nur 688 Lumen Lichtstrom liefern (pdf-Download des Messprotokolls). “Müller-Licht” teilte mir jetzt mit, dass man daraufhin intern bisher drei Lampen aus der gleichen Charge (EB1400398) gemessen habe und kein Helligkeitsmangel nachweisbar gewesen sei. Weitere Muster aus der Produktion seien angefordert worden.

Update 23.10.: Auch die neuen Musterlampen wichen laut heutiger Mitteilung von “Müller-Licht” nicht vom Nennwert ab. Allerdings seien die internen Messungen bisher immer schon nach ca. 15 Minuten Leuchten erfolgt und nicht erst nach zwei Stunden wie bei meinen Tests. Künftig werde man das in der DIN 62612, Anhang A, geforderte Stabilisierungsverfahren anwenden, um den Nutzlichtstrom zu bestimmen.

18.10.: Unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen findet Ende des Monats die Herbstausgabe der 16. “Hong Kong International Lighting Fair” statt. Die chinesische Sonderverwaltungszone erwartet vom 27. bis 30. Oktober rund 40.000 Besucher zu einer der weltweit größten Lichtmessen. Unter den etwa 2500 Ausstellern aus 37 Ländern werden auch einige deutsche LED-Anbieter mit Absatzmärkten und/oder Fertigungsstätten in Asien sein.

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