Aldi Süd wirbt mal wieder mit Lumen-losen LED-Leuchten

Eine bereits bekannte LED-Pendelleuchte und drei LED-Stehleuchten-Varianten verkauft Aldi Süd ab Dienstag (22. April). Die Werbebeilage verschweigt leider fast alle wichtigen Leistungsdaten – sogar die Lumenwerte für die Helligkeit.

Aldi-Pendelleuchte-Ostern
Ohne unseren Osterschmuck gibt’s die 16-Watt-LED-Pendelleuchte ab Dienstag bei Aldi Süd (Prospektausschnitt unten links). Die gelb-grünliche Lichtfarbe der Module verfälscht leider die Farben der Eier. (Foto: W. Messer)

Aldi-Pendelleuchte-4-14Bereits Anfang Dezember 2013 war die höhenverstellbare, nicht dimmbare LED-Pendelleuchte bei Aldi Süd für ebenfalls 69,99 Euro zu haben. Wir hatten das Teil damals testweise gekauft; immerhin versprach der Prospekt da noch 1200 Lumen Lichtstrom aus den vier nicht auswechselbaren 4-Watt-Modulen und eine Farbtemperatur von 3000 Kelvin (“warm-weiß”, wirkt aber deutlich “kühler” als etwa Halogenlampen). In der aktuellen Beilage und im Online-Angebot lesen Sie davon kein Wort mehr, obwohl es EU-weite Pflichtangaben sind.

Wir waren jedenfalls nicht sehr überzeugt von der leicht grünlich wirkenden Lichtfarbe und der suboptimalen Lichtqualität. Die Packungsangabe “Ra 80″ bezieht sich leider nur auf den “allgemeinen Farbwiedergabeindex“, wo’s nur um Pastellfarben geht. Die Wiedergabe von satten Farbtönen wird dabei nicht berücksichtigt.

Hier hat die Pendelleuchte erkennbare Schwächen bei Rottönen und Hautfarben. Das ist auch nicht ideal für Esstische, weil diverse Lebensmittel grünlich-fahl wirken. Gemittelt über die 14 oder 15 Messfarben des kompletten Farbwiedergabeindex’ tippe ich mal auf irgend was zwischen 70 und 75.

Ziemlich begrenzte Verstellbarkeit

Noch ein  Problem: Die Höhenverstellbarkeit des Glas-/Metallkorpus’ ist nach oben hin sehr eingeschränkt – selbst in der höchsten Stellung (90 cm Gesamtlänge) hängt die Leuchte für unsere Zwecke noch etwas zu tief. Kann man zwar bastelmäßig modifizieren, mag aber sicher nicht jeder wagen. Außerdem kann es passieren, dass die Leuchtleiste nicht exakt lotrecht zur Kabelbefestigung justiert werden kann und deshalb leicht schief hängt.

Die im Dezember versprochene Helligkeit ist immerhin glaubhaft – innerhalb eines ca. 90 Grad breiten Raumwinkels kann die Leuchte mindestens eine herkömmliche 75-Watt-Glühlampe ersetzen. Das Modell der Eigenmarke “IClite” wird übrigens vom Großhändler “EuroTechnicsTradeGmbH” (ETT) im sauerländischen Arnsberg geliefert, genau wie diese LED-Leuchten:

Aldi-Stehleuchten-4-14

Die drei Stehleuchten-Versionen aus dem Aldi-Süd-Prospektausschnitt kommen altgedienten Bloglesern zum Teil ebenfalls schon bekannt vor – aus dem April und vom Juni 2013. Okay, es gibt ein paar entscheidende Unterschiede: Damals waren die Modelle nicht als dimmbar gekennzeichnet, diesmal schon. Dennoch zahlen Sie aktuell nur noch knapp 50 statt 60 Euro. Und vor genau einem Jahr verriet Aldi noch freimütig die jeweils 350 Lumen der drei nicht auswechselbaren 4,9-Watt-Module – insgesamt also 1050 lm, was EU-offiziell exakt der Helligkeit einer 75-Watt-Glühlampe entspricht.

Die Kundschaft darf mal wieder raten

Jetzt kann die Kundschaft das alles nur raten, weil auch im Online-Angebot die große Datendürre herrscht (wie schon im Juni 2013): Das “wohnliche, warm-weiße Licht” kommt vermutlich mit einer Farbtemperatur von gut 3000 Kelvin und mit einem Halbwertswinkel von 120 Grad aus den Modulen und wird durch die Gehäusevorsätze etwas gebündelt. Farbtreue und Lichtqualität dürften nach meinen Erfahrungen mit diesem LED-Chip-Typ jenen der Pendelleuchte oben sehr ähnlich sein.

Anders formuliert: Für solche Schnäppchenpreise dürfen Sie keine Wunderdinge von den LED-Leuchten erwarten, von der Verarbeitungsqualität ebenso wenig. Bleibt vor allem der Stromspareffekt als positivstes Merkmal der aktuellen Aldi-Süd-Sonderangebote – jeweils rund 80 Prozent gegenüber traditionellen Glüh- und Halogenlampen. Dass der Discounter sich aber mal wieder regelwidrig und rabiat die unverzichtbaren Infos für die Kunden spart, trägt wohl kaum zur Verbesserung des Klimas bei.

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LED-Tagebuch (KW 16): Pflanzenzucht, Leucht-Fingernägel, Rabatt-Deal

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates:

NASA-LED-SpaceX

13.4.: Mit einem aufblasbaren, LED-beleuchteten Mini-Gewächshaus namens “Veg-01” startet vorausssichtlich morgen Abend (Ortszeit) (siehe Update) ein “SpaceX-Dragon”-Raumfrachter von Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation ISS. Das Experiment mit dem Spitznamen “Veggie” basiert auf ausgedehnten NASA-Forschungsreihen mit vorwiegend roten und blauen LED-Chips und bietet einen Sonnenlicht-unabhängigen Wuchsraum von rund 29 x 37 cm (das NASA-Bild oben von Bryan Onate zeigt einen “Veggie”-Prototyp mit rotem Römersalat).

Man verspricht sich davon unter anderem weitere Erkenntnisse über das veränderte Pflanzenwachstum bei Schwerelosigkeit. Die mehrfach verschobene “Dragon”-Versorgungsmission transportiert außerdem einige OLED-Panels der Philips-Tochter “Lumiblade”, die jedoch nicht in der ISS eingebaut werden.

Update 14.4.: Der Start wurde erneut verschoben – diesmal laut offizieller Mitteilung wegen eines Heliumlecks an der “Falcon 9″-Trägerrakete. Die nächste Startmöglichkeit ist am Freitag, 18. April.

Update 18.4.: Heute Nachmittag (Ortszeit) hat’s nun endlich geklappt.

TakaraTomyArts_Lumi Deco Nail14.4.: Künstliche Fingernägel mit LED-Chip drin gibt’s jetzt vom japanischen Unternehmen “Takara Tomy Arts(PR-Foto rechts). Wie die “Akihabara News” berichteten, enthalte ein “LumiDecoNail”-Set jeweils 16 normale Deko-Nägel sowie ein Exemplar, das Steuerimpulse via NFC-Funkstandard empfange und sie in LED-Blinken umsetze – etwa von einem Android-Smartphone.

Je nach Einstellung würden so beispielsweise ankommende Anrufe oder SMS direkt am Finger signalisiert. Die Stromversorgung des LED-Kunstnagels komme allein von der Funkenergie; zusätzliche Batterien seien unnötig. Das Set gibt’s vorerst nur in Japan für umgerechnet rund 8,50 Euro und noch nicht für iPhones.

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Philips-LED-Lampe-18W-Weiss-klein14.4.: Voraussichtlich ab Juni können Sie ein neues LED-Retrofit-”Flaggschiff” von Philips kaufen: Die rundstrahlende, dimmbare “Master LED”-Lampe mit E27-Sockel, 18 Watt, 1521 Lumen, 2700 Kelvin, Farbwiedergabeindex Ra >80 und 25.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer (PR-Bild links) ersetzt traditionelle 100-Watt-Glühlampen und löst das 20 Watt starke Vorgängermodell ab.

Eine weitere neue Variante mit 13 W dient als 75-W-Ersatz. Die Gehäusefarbe ist nun durchgehend weiß statt silber; Preise und Maße wurden in der Pressemitteilung nicht erwähnt.

15.4.: Hier gibt’s jetzt das Protokoll des Chats von “Stiftung Warentest” zu ihrem LED-Lampentest. Sie als gut informierter Blogleser könnten wahrscheinlich die eine oder andere Frage anders beantworten. So stimmt es beispielsweise nicht, dass es keinen LED-Ersatz für eine traditionelle 100-Watt-Glühlampe gäbe – siehe dort oder die Meldung eins weiter oben.

LED-Umwelt-neu

16.4.: Das Freiburger Öko-Institut fordert den verstärkten Einsatz von hocheffizienter LED-Beleuchtung mit Licht- und bewegungsabhängiger Steuerung – vor allem im Gewerbe, Handel und Dienstleistungssektor (das Bild zeigt LED-Retrofits in “grüner” Umgebung, Foto: W. Messer). Die Steigerung der Energieeffizienz sei nämlich von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz.

Was die Wissenschaftler sonst noch empfehlen, steht im neuen “Klimaschutzszenario 2050” des Öko-Instituts. Andere Studien zeigen allerdings, dass zumindest vielen privaten Verbrauchern der Umweltschutz-Aspekt von LED-Lampen ziemlich egal ist.

17.4.: Nach den Osterfeiertagen wird es hier endlich wieder einen neuen Blog-Rabatt-Deal geben – zum ersten Mal nicht für eine LED-Retrofit-Lampe, sondern mit einer hochwertigen integrierten LED-Leuchte. Außerdem in Planung: Eventuell mache ich eine Verlosungsaktion zum fünfjährigen Blog-Jubiläum im Juni. Spendenangebote von Herstellern, Shops etc. bitte an die bekannte E-Mail-Adresse oder ins Kontaktformular auf dieser Seite schreiben.

rwe_hue
18.4.: Seit gestern bietet der Stromversorger RWE für jeweils 349 Euro “Osterpakete” mit einer Kombination aus farbsteuerbaren Philips-”hue”-LED-Lampen und seiner “RWE SmartHome”-Technik an (RWE-PR-Foto oben). Die Kunden können zwischen E27-Rundstrahlern und GU10-Spots wählen und diese ins “SmartHome”-Netzwerk integrieren.

Eine weitgehend identische Aktion läuft derzeit auch bei der KELAG in Österreich (“SmartHome Austria”), an der RWE mit 49% beteiligt ist. Dort gibt’s als Sparpaket für 209 Euro auch wahlweise nur drei “hue”-Lampen inklusive “Bridge” und Fernbedienung.

19.4.: Nicht nur Astronauten (siehe oben), sondern auch (illegale) Hanfanbauer setzen nach einem Bericht der “taz” verstärkt auf LED-”Grow Sets”. Die Vorteile: Geringerer Stromverbrauch, längere Lebensdauer, wegen der moderaten Hitzeentwicklung kaum durch Infrarot-Kameras der Gesetzeshüter zu entdecken.

Außerdem könne man spezielle LED-Leuchten präzise auf 660 Nanometer im Rotlichtbereich einstellen, was Cannabispflanzen zur verstärkten Harz-Produktion anrege. Ergebnis: Die Konzentration des Wirkstoffs THC steigt. Nachteil: Die Sets seien mit 800 bis 1400 Euro pro Stück noch sehr teuer.

myGarden-Packung-klein19.4.: Blog-Premiere: Heute kam erstmals ein LED-Testprodukt an, das keinen Haushaltsstrom braucht. Im Unterschied zu vielen Billig-Solar-Gartenfunzeln erzeugt die teure Philips-”myGarden”-Leuchte mit separatem Panel (Foto: W. Messer) jedoch viel mehr als nur Deko-Licht: Bis zu 280 Lumen aus einem 3,5 Watt starken LED-Modul mit “warm-weißer” Farbtemperatur werden auf der Verpackung versprochen – heller als eine herkömmliche 25-Watt-Glühlampe. Details dazu gibt’s hier voraussichtlich bis Ende des Monats, falls die Sonne mitspielt.

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