Doppeltest: LED-„Glühlampe“ und GU10-LED-Spot von „Yanled“

„Immer bestes Handwerk“ (IBH) nennt sich ein Einkaufsverbund, der seine Mitglieder unter anderem mit LED-Lampen und -Leuchten versorgt. Darin werkeln zwar teils Komponenten von US-Branchenriese „Cree“, bekannte Markennamen stehen aber nicht drauf. Ich habe mir zwei „Retrofits“ aus dem IBH-Sortiment vorgenommen: Eine E27-„Birne“ als Ersatz für herkömmliche 40-Watt-Glühlampen und einen GU10-Spot, der 50-Watt-Halogenstrahler ablösen soll.

IBH-GU10-Seite:Draufsicht
350 Lumen Lichtstrom aus 6,4 Watt entwickelt der IBH-GU10-LED-Spot laut Packungsangabe. Bei der Draufsicht rechts denkt man angesichts der zahlreichen dünnen Kühlrippen spontan an eine Auto-Alufelge. Die Streuscheibe täuscht eine größere Zahl von LED-Chips vor – es leuchtet aber nur ein Vierer-„Array“ in der Mitte. (Fotos: W. Messer)

Sie als regelmäßiger Blogleser wissen es längst: Es gibt eine Welt jenseits der LED-Prominenz namens Osram, Philips, Samsung, Toshiba, Paulmann, LEDON etc.. Diese Welt besteht hauptsächlich aus mittelgroßen, kleinen und kleinsten Anbietern mit seltsamen Namen wie „Civilight“, „Ledgalaxy“ oder „Xavax“, sie ist riesengroß, extrem vielfältig und unübersichtlich. Kein LED-Blog wäre in der Lage, deren Produktflut auch nur ansatzweise abzubilden und qualitativ einzuordnen.

Ab und zu bekomme ich aber Botschaften aus dieser „Terra incognita“ – vor Kurzem beispielsweise diese von Bernhard Havighost aus Garrel in Niedersachsen:

„Lieber Wolfgang Messer,

wenn es um richtig gute Retrofits geht, dann empfehle ich einmal einen Blick auf die Seite http://www.led-seite.de. Leider kommen wir gegen die großen Namen nicht an, aber es gibt beste LED-Glühlampen, die tatsächlich und wirklich exakt das gleiche Lichtbild einer „alten“ Glühlampe darstellen. Und zwar nicht durch opale Abdeckungen, sondern durch beste und neueste patentgeschützte Technologien.

Wenn Sie die Yanled mit 6,5 Watt leuchten lassen, dann erkennen Sie keinen (!) Unterschied zur alten matten 40 Watt Glühlampe. Sie erraten in Leuchten nicht, ob es sich um unsere Yanled oder um eine alte Glühbirne handelt, dafür verbürge ich mich. Sie können genau so hineinschauen, Sie werden keine „Sterne“ sehen. Bestes Temperaturverhalten und sehr lange Lebensdauer zeichnen dieses Produkt aus.

Die Lumenzahl ist so auch nicht einfach vergleichbar, denn die Yanled hat kein (!) gerichtetes Licht. Dies wird durch eine besondere Optik erreicht. Daher besitzt diese Lampe auch einen klaren Kolben (wie gesagt, der 1:1 Leuchteffekt wird nicht durch einfache opale Kolben erreicht).

Aber was sollen wir machen? Leider finden wir als Newcomer nur schwerlich Unterstützer. Und noch etwas: Wer will denn einen GU10-Strahler, der größer, dicker, schwerer ist? Wo es doch 1:1-Bauformen mit den Leistungswerten des alten 50-Watt-Halogenstrahlers gibt, die zudem noch bestes Temperaturmanagement vorweisen können (dieser Strahler ist auch nach 24 Stunden Betriebszeit noch anfassbar).“

Also gut, dachte ich mir, dann mal her mit den Dingern! Man darf ja vor allem auf dem LED-Markt nicht alles Unbekannte einfach ignorieren. Schließlich gibt’s da manchmal sehr positive Überraschungen. Und schon ein paar Tage nach meiner Anfrage landeten zwei Lampen des von Havighorst vertretenen Einkaufsverbunds IBH auf meinem Test-Tisch – beide aus der chinesischen „Yanled“-Familie.

„Die beste LED Glühlampe aller Zeiten“

YanLed-E27-aus:Packung

Beginnen wir mit der „besten LED Glühlampe aller Zeiten“ (Eigendarstellung ohne Bindestrich). Die nicht dimmbare „Yanled“ hat einen E27-Sockel, eine unverbindliche Preisempfehlung von 19,90 Euro, kommt mutmaßlich aus Shenzhen in China (eine Herkunftsangabe fehlt) und wird in einer schmucklosen, weißen Verpackung mit deutschsprachigen Aufkleber geliefert (Bild rechts oben). Offiziell erzeugt sie aus 6,5 Watt 380 Lumen Lichtstrom (Effizienz: knapp 59 lm/W) mit einer „warm-weißen“ Farbtemperatur von 2700 Kelvin.

YanLED-LabelDer Abstrahlwinkel wird mit 280 Grad beziffert. Der Farbwiedergabeindex (in Ra/CRI), die Schaltfestigkeit und die vorgeschriebenen RoHs– oder Recycling-Zeichen sind nirgendwo zu finden. Laut IBH-Auskunft handelt es sich um einen „Fehldruck“; alle erforderlichen Dokumente und Registrierungen zur Marktfähigkeit in Deutschland und der EU seien vorhanden. Ein aufgeklebtes Öko-Label stuft die Lampe in Klasse „A“ ein und verspricht 30.000 Leuchtstunden Lebensdauer (Bild rechts).

In meinem Test leuchte die „Yanled“ ohne Einschaltverzögerung und gab auch keine unerwünschten Geräusche von sich. Im Unterschied zu vielen anderen LED-„Birnen“ ist die Lichtquelle unter ihrem transparenten Lampenkopf gut sichtbar. Es ist eine kleine Kuppel mit gelber Konversionsbeschichtung mittig im unteren Drittel der Kunststoffhülle mit einer mir unbekannten Zahl von LED-Chips darunter. Der Lichtaustritt ist nicht gleichmäßig über die gesamte Oberfläche verteilt, sondern ähnelt eher dem von matten Glühlampen.

Mein nicht sehr genaues Verbrauchsmessgerät meldete 7 Watt; die angegebenen 6,4 W sind also glaubwürdig. Gleiches gilt für die Farbtemperatur, auch wenn der Eindruck nicht wirklich Glühlampen-identisch ist. Zwar überwiegen gelbliche Töne, es mischen sich aber deutliche Grünanteile hinein. Besonders deutlich wird das bei meinem Farbtreue-Standardtest mit einem überwiegend roten Motorradmodell:

YanLed-E27-Farbtreue

Spontan hätte ich deshalb den Farbwiedergabeindex irgendwo zwischen Ra 75 und 80 eingeordnet (eine Glühlampe hat Ra 100). Auf Nachfrage nannte mir IBH als offiziellen Wert aber „>80“.

Im Dauerbetrieb in meiner offenen Testfassung wurde die „Yanled“ an der heißesten Stelle bis zu 75 Grad warm. In engen Leuchtengehäusen ohne Luftzirkulation könnte das durchaus problematisch werden. Offensichtlich ermöglichen die kleinen Kühlrippen und -Öffnungen keine ausreichende Wärmeabfuhr.

Nach dem Ausschalten glimmt die Lampe noch mehrere Sekunden lang leicht nach. Das hat sie mit einigen anderen LED-Leuchtmitteln gemeinsam und stellt kein echtes Manko dar. Mit 15,5 Zentimeter Länge, 6 cm Maximaldurchmesser und ca. 107 Gramm ist sie im Rahmen der Konkurrenzprodukte und sollte fast überall einsetzbar sein.

Große Zweifel habe ich jedoch an der offiziellen „Winkel“-Angabe. Normalerweise ist hier „Abstrahlwinkel gleich Halbwertswinkel“ und damit der Bereich, in dem mindestens die Hälfte der maximalen Lichtstärke abgegeben wird. So sieht das auch die verbindliche EU-Kennzeichnung vor. „280 Grad“ würde bedeuten, dass es ungefähr in einem Dreiviertelkreis rund um die Lampe schön hell wird. Aber jetzt schauen Sie mal auf mein abgeblendetes Leuchtbild:

YanLed-E27-Leuchtbild

Sie sehen deutlich, dass nach oben relativ wenig Helligkeit abgestrahlt wird. Die nierenförmige Lichtkeule lässt auf einen Halbwertswinkel von höchstens 200 Grad schließen. Der „Feldwinkel“ mit bis zu einem Zehntel des maximalen Candela-Werts könnte zwar bis zu 300 Grad betragen, darf aber nicht als alleinige Winkelangabe verwendet werden.

Nein, ein Glühlampen-ähnlicher Rundstrahler ist die „Yanled“ keinesfalls; das können andere LED-„Birnen“ erheblich besser. Womit wir beim nächsten Problem wären: Die 380 Lumen LED-Lichtstrom halten zwar wegen der Bündelung in einer Leuchtrichtung mit der traditionellen 40-Watt-Glühlampe mit. Prinzipiell ist aber eine solche Gleichsetzung in der Werbung nicht zulässig, weil dafür laut EU-Verordnung mindestens 470 Lumen gefordert werden.

Mein Testurteil:

Weder Lichtqualität noch Helligkeit, Abstrahlcharakeristik oder Thermohaushalt rechtfertigen die Preisvorgabe von knapp 20 Euro. Nicht dimmbare Marken-LED-Lampen dieser Leistungsklasse sind inzwischen nur halb so teuer. Ich sehe keinen Grund, warum diese „Birne“ von IBH ausgerechnet „beste LED Glühlampe“ genannt werden muss. Leuchtdioden glühen höchstens, wenn sie durchbrennen, und der beste auf dem Markt verfügbare Glühlampen-Ersatz ist die „Yanled“ meiner Meinung nach auch nicht. Dafür gibt’s von meiner bis „5“ reichenden LED-Bewertungskala nur
zwei Sterne.

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Farbtreuer, teurer Allzweck-Spot aus Taiwan

IBH-LED-GU10-PackungDass IBH seinen Partner-Handwerksbetrieben Besseres bieten kann, beweist die zweite Testlampe mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 27,60 Euro: Es ist ein nicht dimmbarer GU10-Spot, der laut Aufkleber auf der schlichten Verpackung (Bild links) und der Lampe aus 6,4 Watt immerhin 350 Lumen mit einem Halbwertswinkel von 60 Grad und einer Halogen-ähnlichen Farbtemperatur von 3000 Kelvin produziert.

Das Internet-Datenblatt ergänzt noch einen Farbwiedergabeindex von über CRI 85, nennt aber seltsamerweise nur 6,2 Watt Leistungsaufnahme und 300 Lumen. Mein Verbrauchsmessgerät ist sich da auch nicht ganz sicher und schwankt beim Betrieb zwischen 5 und 6 Watt. Den tatsächlichen Lichtstrom kann ich ohne teure Apparaturen natürlich nicht ermitteln.

Ersatz für 50-Watt-Halogenspots?

Die im Datenblatt genannte Länge von 64,2 Millimeter ist ebenfalls leicht neben der Spur. Tatsächlich sind es inklusive der Kontaktstifte allenfalls 55 mm. Bei einem Durchmesser von knapp 50 mm und einem Gewicht von unter 35 Gramm kann der IBH-LED-Spot problemlos überall dort ‚reingedreht werden, wo bisher ein Halogenstrahler steckte.

Ersetzen soll er laut Werbeversprechen herkömmliche 50-Watt-Stromfresser. Das trifft zumindest für diese Spot-Version nicht so richtig zu, weil dafür der Abstrahlwinkel etwas zu breit ist. Hier passt die ebenfalls erhältliche 35-Grad-Variante mit engerem Kegel und entsprechend höherer Lichtstärke besser. Das Leuchtbild des 60-Grad-Spots bestätigt diese Vermutung:

IBH-GU10-Leuchtbild

Der Kegel mit mindestens der Hälfte der maximalen Lichtstärke ist breiter als bei Halogenspots mit Reflektor. Dafür wird’s mit dem LED-Spot auf längere Distanz höchstens so hell wie bei einem 35-Watt-Halo. Wie groß allerdings der höchste Candela-Wert auf der Null-Grad-Achse ist, habe ich nur auf Anfrage erfahren: 420 cd bei diesem Spot, satte 1250 cd bei der 35-Grad-Variante.

Weder Verpackung oder Lampe noch das Datenblatt geben dazu Auskunft – obwohl es hauptsächlich die Lichtstärke ist, die uns einen Anhaltspunkt über die Leistungsfähigkeit eines LED-Spots liefert.

Wie bei der „Yanled-Birne“ fehlen außerdem die vorgeschriebenen RoHS– bzw. Recycling-Zeichen sowie die Angabe der Schaltfestigkeit. Immerhin wird „Taiwan“ als Ursprungsland verraten und im Datenblatt steht eine garantierte Lebensdauer von über 25.000 Leuchtstunden.

Ab September wär’s ein „A+“-Spot

Die anhand der Packungsangaben kalkulierte Energieeffizienz von ca. 55 Lumen/Watt (umgerechnet ein Effizienzindex „EEI“ von 33,6) würde nach der ab September geltenden EU-Öko-Label-Einteilung für „A+“ reichen (gibt’s bei Leuchtmitteln mit „gebündeltem Licht“ ab EEI <40 ). Ein solcher Aufkleber ist aber bis dahin für Spots noch nicht vorgeschrieben und glänzt auch beim „Yanled“-LED-Strahler durch Abwesenheit.

Erfahrene Blog-Leser haben schon beim Leuchtbild oben gesehen, dass er eine völlig andere Lichtfarbe und -Qualität als die E27-Lampe hat. Trotz „warm-weißer“ Fabtemperatur von nominell 3000 K bildet er Gegenstände und Hautpartien einigermaßen neutral und ohne großartigen Gelb- oder Grünstich ab. Gucken wir uns das mal bei meinem roten Modell-Motorrad auf weißem Hintergrund an:

IBH-GU10-Farbtreue

Das für LED-Lampen besonders problematische „gesättigte Rot“ wird noch als solches wiedererkannt, und auch sonst halten sich die Farbverschiebungen in Grenzen. Doch, damit kann man leben – der offizielle Farbwiedergabeindex von >CRI 85 ist meines Erachtens glaubhaft.

Keinen Fehl und Tadel gibt’s bei den Standard-Testprozeduren: Keine Einschaltverzögerung, kein Nachglimmen, kein Brummen, Sirren oder Surren. Die Temperatur steigt im Dauerbetrieb bei offener Fassung an der heißesten Stelle des Gehäuses auf maximal 68 Grad Celsius. Die sehr „freizügige“ Rippenkonstruktion scheint thermisch gut zu funktionieren.

Bei anderen LED-Spots hatte ich schon höhere Werte. Prinzipiell gibt es nämlich durch die meist sehr kleinen Abmessungen der GU10-Lampen wenig Platz für die Wärmeabfuhr – vor allem in engen Fassungen. Wenn’s da drin der LED-Vorschaltelektronik zu heiß wird, führt das zum vorzeitigen Tod des Strahlers.

Mein Testurteil:

Der „Yanled“-Spot von IBH ist eine anständige und unproblematische „Retrofit“-Lampe für alle, die sich etwas „kälteres“ und breiter gestreutes Licht als das von Halogenspots wünschen. Da passt auch die oben zitierte Einschätzung von IBH-Geschäftsführer Bernd Havighorst. Normalerweise würde ich hier vier Sterne von meiner LED-Skala regnen lassen. Weil mir aber eine Preisempfehlung von rund 27 Euro für einen nicht dimmbaren Spot stark übertrieben scheint und ein so wichtiger Wert wie die Lichtstärke erst auf Nachfrage genannt wird, reicht’s leider nur für
drei Sterne.

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18 Gedanken zu „Doppeltest: LED-„Glühlampe“ und GU10-LED-Spot von „Yanled“

  1. Wenn das kein Eigentor ist, weiß ich es auch nicht.

    Dass die Produkte, die sich auf http://www.led-seite.de finden, den Durchbruch noch nicht geschafft haben und auch nie schaffen werden, liegt an dem katastrophalen Preis/Leistungsverhältnis.

    Die Leistung ist in Anbetracht des Preises ein schlechter Witz.

    Man kann ja Led-Leuchtmittel mit ähnlicher Leistung wie die „beste LED-Glühlampe“ für unter 10 Euro bekommen und für 15 Euro gibt es schon einiges von Toshiba, Samsung, Osram usw….
    Warum sollte man sich da so eine „Gurke“ ohne ordentliche technische Angaben zu so einem Preis kaufen?

    Ich würde mal sagen, dass andere wie Ledon da deutlich eher an der „perfekten Glühbirnennachbildung“ dran sind, wobei ich mich wieder frage, wer eigentlich entscheidet, was die Verbraucher kaufen wollen?

    Ich hasse Glühbirnenlicht. Unter 3000k zur Raumbeleuchtung geht bei mir garnichts und irgendwas zwischen 3000 und 4000k wäre mein Wunschlicht.

    Bei den Nachtlichtern auf dem Weg zum Bad und im Bad bevorzuge ich dagegen gelb oranges Licht, ähnlich der neueren Straßenbeleuchtung.
    Wie man da den Leuten kaltweißes Licht andrehen kann, ist mir ein Rätsel.

    Warum Verbraucher Glühbirnenlicht verlangt haben, ist doch logisch, das Licht vieler „Energiesparlampen“ ist so grauenhaft gewesen, das die gleich im Müll gelandet sind.
    Total farbunecht, sehr kalte Lichtfarbe am besten noch mit einem ordentlichen Farbstich Richtung blau oder Richtung violett, sprich Gewächshauslicht.

    Bisher war jeder von meinen 3000k Leuchtmitteln angetan und auf meinen Biorythmus hat es definitv einen positiven Einfluss.

    Was fehlt, ist ein ordentlicher Lichtkegel, der gleichmäßig den Bereich eines Glüh- oder Halogenleuchtmittels (Osram Classic Eco) abdecken kann.

    • Das zeigt nur wieder einmal, dass die Deklarationspflicht auch die Farbort-Abweichung von der Planckkurve einschließen sollte, damit man sofort sehen kann, ob das Licht grünstichig ist oder nicht. Die eindimensionale Planckkurve (für die Mathematiker: 1D-Untermannigfaltigkeit des u,v-Farbraums) allein stellt lediglich einen Idealfall dar, lädt aber ohne weitere Angaben geradezu zum Lumenschinden ein.

      Nachtlicht: Welche neuere Straßenbeleuchtung? Natrium-Dampflampen (eben diese gelborangen Lampen) gibt es doch schon seit Jahrzehnten. Allerdings regional unterschiedlich weit verbreitet. In Bonn z.B. sehr verbreitet, anderswo dominieren weiße Leuchtstoffröhren.

      Wobei mein Lieblingsnachtlicht auch „kaltweiß“ scheint, und das ganz ohne Strom, allerdings nur ca. alle 4 Wochen in voller Stärke, und dann auch nur bei klarem Himmel. Mich hat der Vollmond jedenfalls noch nie um den Schlaf gebracht 😉

      • Ich war eigentlich der Meinung, ich hätte „neuere“ in Anführungszeichen gesetzt.

        Man kann beobachten das immer mehr Kommumen auf das gelbe Licht umsteigen, was irsinnig erscheint in Zeiten von brauchbarer Led-Beleuchtung.

        • Na-Dampflampen erreichen eine Lichtausbeute von gut 150 lm/W, also durchaus konkurrenzfähig zu LEDs, wenn es nicht auf die Farbwiedergabe ankommt.

          • Und dennoch bringt der Austausch von Natriumdampf-Hochdrucklampen gegen LED-Leuchten unter Umständen eine anständige Stromersparnis – beispielsweise auf dem Vorfeld des Münchener Flughafens.

            Diese alten Dinger haben halt neben der schlechteren Farbtreue und größeren Lichtstreuung noch den Nachteil, dass sie nicht sekundenschnell geschaltet/geregelt werden können.

          • Wenn ich mich nicht irre werden die aber laut EU Verordnung auch demnächst aus dem Verkehr gezogen.

  2. Mich hat der Vollmond jedenfalls noch nie um den Schlaf gebracht

    Eher wohl eine Mondfinsternis 😉

  3. „….. mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 27,60 Euro: Es ist ein nicht dimmbarer GU10-Spot, der laut Aufkleber auf der schlichten Verpackung (Bild links) und der Lampe aus 6,4 Watt immerhin 350 Lumen. ..“

    he… ein Noname-Strahler für 27,60 Euro? Hier ist ein dimmbarer Osram Strahler für 13,99 Euro.

  4. Lieber Herr Messer,

    vielleicht darf ich zu Ihrem Test kurz zwei Punkte aufgreifen:
    1. wir etikettieren alle Verkaufsverpackungen um. Sobald wir es fertig haben, schicke ich Ihnen ein Foto. Hier berücksichtigen wir dann auch gleich die neue Norm der Effizienzkennzeichnung (A, A+, A++). Gleichzeitig haben wir auch einige Daten auf unserer Web-Site korrigiert.
    1.1 zur neuen Effizienzkennzeichnung: wenn ich einen Cree Chip mit hoher Farbwiedergabe verwende, erhalte ich nach der Berechnungsformel ein A. Wenn ich aber einen Chip mit schlechterer Farbwiedergabe verwende und dafür mehr Lumen erzeuge, bin ich plötzlich bei A+. Tja, so Klasse ist das Ganze dann wohl auch nicht…
    2. Zur YanLED mit E27 Fassung als Glühlampenersatz:
    Wow, Volltreffer! Ihr Satz: „Der Lichtaustritt ist nicht gleichmäßig über die gesamte Oberfläche verteilt, sondern ähnelt eher dem von matten Glühlampen.“ ist genau dass, was dieses Leuchtmittel erzeugen soll. Die Bauform ist 1:1 zur alten Glühbirne und das Leuchtbild auch. Was zu beweisen war… Einen Vergleich mit den ansonsten üblichen LED-Strahlern hält diese Lampe nicht stand, aber, wie gesagt, das war auch nicht Ziel.

    • wenn ich einen Cree Chip mit hoher Farbwiedergabe verwende, erhalte ich nach der Berechnungsformel ein A. Wenn ich aber einen Chip mit schlechterer Farbwiedergabe verwende und dafür mehr Lumen erzeuge, bin ich plötzlich bei A+.

      Ja, das ist eine Kehrseite dieser vereinfachten plakativen Kennzeichnung. Um so wichtiger ist es, alle relevanten Daten bereit zu stellen. Als Kunde wähle ich z.B. für die Hofbeleuchtung lieber ein hocheffizientes möglichst helles Leuchtmittel, während ich zum Arbeiten und Lesen lieber eine gute Farbtreue wünsche (in meinem speziellen Fall aber keine gelben 2700K) und ein entsprechendes Leuchtmittel kaufe. Da ist mir der Wirkungsgrad nur indirekt wichtig. Beim Umstieg auf LEDs habe ich bisher immer die Helligkeit deutlich erhöht (sonst hätte ich nicht umgestellt) und dann hat bei geschlossenen Lampen der Wirkungsgrad irgendwann mal einen Einfluß.
      Klar, diese Vielfalt mit verschiedenen Farbtemperaturen und Farbtreuen macht es einem Anbieter nicht leichter und erhöht letztlich die Kosten. Aber bei den Leuchtstoffröhren ist sie immerhin bis in die Baumärkte vorgedrungen – wenn auch nicht vollumfänglich.

    • Ihre hochgesteckten Ziele haben andere Hersteller aber mit wesentlich beserer Lichtausbeute erreicht oder mit angenehmerem Licht.

      Warum man immer unbedingt eine Glühbirne mit 2700 Kelvin oder noch weniger nachahmen will geht mir nicht in den Kopf.

      Dieses sehr gelbliche Licht hat mehr etwas von einem Sonnenuntergang als von ordentlicher Raumbeleuchtung.
      Ich empfinde solches Licht generell als ermüdend und beim Lesen als extrem anstrengend für die Augen.
      Vor Jahren habe ich auf Halogenbirnen umgestellt die nicht mehr so gelblich vor sich hin leuchten und betreibe heute Hauptsächlich LED-Leuchtmittel mit 3000 Kelvin.

      Wenn ich mir im Verwandten- oder Bekanntenkreis die Leuchtmittel anschaue sind dort oft Kompaktleuchtstofflampen mit um die 3000 Kelvin im Einsatz und keiner hatte das Bedürfnis eine Kompaktleuchtstofflampe mit gelblichem Licht um die 2600 – 2700 Kelvin zu kaufen und wenn dann nur für bestimmte Bereiche, wie z.B. den Esstisch.

      Wer sich also schon nur ein klein wenig damit beschäftigt und darauf eingelassen hat das Licht durchaus neutraler sein darf, vermisst das Glühbirnenlicht meistens nicht.

      Die meisten Verbraucher kaufen aber nur Dinge die sie kennen ohne vielleicht bessere Alternativen zu kennen aber das kommt schon mit der Zeit.
      Und bei denjenigen die schon neutrale Kompaktleuchtstofflampen im Einsatz haben ist der Wunsch nach gelber Beleuchtung für jeden Bereich im Haushalt meist schon Geschichte.

      Ich glaube die Marktstrategen sind da einem Irrglauben aufgesessen.

      • @Wattebaellchen: 1. Na-Dampflampen, warum sollten diese abgeschafft werden? Ihre Effizienz ist besser als die aller marktüblichen LED-/ESL-Retrofitlampen. Oder haben sie andere Nachteile, weshalb sie auch in der Straßenbeleuchtung ersetzt werden müssen? Die schlechte Farbwiedergabe konnte ja durch Zusätze verbessert werden.

        2. Ich habe aus Beobachtung (Direktvergleich von Sonnenlicht durch das geöffnete Westfenster mit Halogen- und gutem LED-Licht) sowie auch anhand von hiermit erstaunlich konsistenten Modellen (gemessenes extrasolares Sonnenspektrum und spektrale Transmission der Atmosphäre in Abhängigkeit von der Luftsäule; Daten aus ASTMG 173) festgestellt, dass das direkte Sonnenlicht an einem klaren Tag auf Meeresniveau (ohne Himmelsanteil, also z.B. Lichteinfall durch ein kleineres Fenster) erst unterhalb von ca. 4° überm Horizont die korrelierte Farbtemperatur von 3000 K unterschreitet (und dabei nach meiner Beobachtung ganz leicht grünlicher erscheint als Halogenlicht); 2700 K werden erst unter 3° unterschritten. Das Globallicht auf einer der untergehenden Sonne zugewandten Fläche (sprich Sonne plus Streulicht; z.B. auf eine weiße Außenwand, Auto usw.) erreicht bei ca. 2° ihr Minimum mit knapp unter 3000 K. Sinkt die Sonne noch tiefer, dominiert das Himmelslicht. Nur bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei horizontnahen Schichtwolken können stark rötliche, bisweilen auch rosa Verfärbungen auftreten. Daher kann man mit Fug und Recht sagen, dass Licht unter 3000 K eher unnatürlich ist. Tageslicht hat fast immer deutlich über 5000 K (was einem Sonnenstand von mindestens 20° bei klarem Wetter entspricht). Bei bedecktem Himmel (ohne Cumuluswolken über der gleichmäßigen Wolkendecke) sinkt er Wert kaum unter 5900 K, Minimum bei ca. 9° Sonnenstand. Wenn also manche Hersteller Licht mit 3000 K schon als „tageslichtähnlich“ bezeichnen, dann ist das eine sehr verzerrte Beschreibung der Wirklichkeit. All das unterstützt auch meine Vermutung, dass die scheinbare Vorliebe für das „Braune-Zwerge-Licht“ eher eine Gewohnheitssache ist. Die paar 10000 Jahre, seit denen der Mensch schon das Feuer nutzt, dürften jedenfalls kaum für die Entwicklung einer signifikanten genetischen „Warmlicht“-Präferenz ausgerecht haben.

      • Quecksilberdampflampen werden 2015 endgültig verboten, die Natriumdampfhochdrucklampen mit geringer Effizienz sind schon verboten, das gleiche gilt für Halogenmetalldampflampen mit geringer Effizienz.

        Ähnlich sieht es bei den Vorschaltgeräten aus.
        Es ging da nicht nur um Glühbirnen bei den Richtlinien

        • @Wattebaellchen: Hierzu hätte ich gerne Quellen. Laut Wikipedia sind auch Na-Hochdrucklampen mit 150 lm/W (das wäre schon A++, oder?) effizienter als normale Leuchtstofflampen und sogar als die meisten LED-Lampen (darunter alle Retrofits). Daher kann die Effizienz kein Verbotskriterium sein. Eher schon Problemstoffe wie Na und etwaige Hg-Zusätze.

          Reine Hg-Hochdrucklampen sind meines Wissens weitaus weniger effizient, da sie einen Großteil im UV-Bereich abstrahlen (der bei Leuchtstofflampen ja in sichtbares Licht umgewandelt wird).

  5. @Wattebaellchen: Nee, diese Natriumdampflampen werden jedenfalls von der EG-Verordnung 244/2009 noch nicht erfasst. Wenn ich mich mal selbst zitieren dürfte:

    Lampen mit klarem Glas müssen diese Mindestanforderungen erfüllen:
    ……
    * ab September 2016: Energieeffizienzklasse B für alle, Ausnahmen für einige Halogenlampen mit Effizienzklasse C, für die noch kein Ersatz auf dem Markt ist.

    Zwischendurch, im Jahr 2014, sollen die bis dahin gewonnenen Erfahrungen und neue technische Trends ausgewertet werden, um die bestehenden Regelungen eventuell zu verändern. Möglicherweise wird man dann auch noch einige Ausnahmeregelungen auf den Prüfstand stellen. So sind Speziallampen, etwa in Kühlschränken, Backöfen oder der Medizin, von den Verboten nicht betroffen; ebenso Lampen besonders kleiner und großer Leistung (Lichtstrom unter 60 und über 12000 Lumen).

    • Die Natriumdampflampen dürften aber wohl die Effizienzklasse A erfüllen. Neben dem niedrigen Energieverbrauch dürften aber auch andere Gründe für Na-Lampen als Straßenbeleuchtung sprechen:
      – das gelb-orange Licht ermöglicht gutes Kontrastsehen.
      – bei schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel, Schneefall wird rötliches Licht besser wahrgenommen als bläuliches
      – geringere Blendwirkung bei nasser Fahrbahn
      – es werden weniger Insekten angelockt
      – weniger „Lichtverschmutzung“ am Nachthimmel
      – das rötlichere Licht wird meistens als angenehmer empfunden als das kaltweiße Licht von Quecksilberdampflampen, Leuchtstoffröhren oder kaltweißen LED, was weniger Beschwerden (Straßenlaterne leuchtet ins Schlafzimmer) von Anwohnern zur Folge hat

      Nachteile von Na-Lampen wären
      – schlechte Farbwiedergabe (nicht relevant bei Straßenbeleuchtung)
      – Na-Lampen brauchen mehrere Minuten, um ihre volle Helligkeit zu erreichen. Bei Ausfall können sie nicht sofort wieder gezündet werden, sondern müssen einige Zeit ausgeschaltet bleiben (auch eher nicht relevant, da Straßenlampen in der Regel nur einmal am Tag gezündet werden)
      – Na-Lampen sind Sondermüll, weil sie Natrium (reaktionsfähig) und meistens auch geringe Mengen Quecksilber (hochgiftig) enthalten.
      – Na-Lampen haben viel Streulicht (was durch moderne Straßenlaternen immerhin teilweise kompensiert werden kann)

      Hier bei uns wurden auch die meisten Straßenlaternen durch Natriumdampflampen ersetzt. Die Laterne vor meinem Wohnzimmerfenster leider noch nicht. Die steht auf der anderen Straßenseite und leuchtet richtig „schön“ in meine Dachgeschosswohnung rein (Entfernung: 4-5 m) :-(. Als Leuchtmittel sind 2 kaltweiße Leuchtstoffröhren im Einsatz, von denen eine um 23 Uhr ausgeschaltet wird. Ich hoffe mal, das dem Spuk bald ein Ende gemacht wird und das da eine neue Straßenlaterne (niedriger und nach unten gerichtet) mit Na-Lampe hinkommt. Gegen eine LED-Laterne mit auf die Straße gerichtetem Licht habe ich aber auch nichts einzuwenden 😉

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