Blog-Leserfrage (5): Was unterscheidet die LED-Anbieter?

Hin und wieder melden sich bei mir Blog-Leser mit speziellen Fragen zur LED-Beleuchtung, die ich nicht allein beantworten kann, deshalb hier öffentlich mache und auf hilfreiche Kommentare hoffe. Heute geht’s aber mal nicht um individuelle Lichtprobleme, sondern um den Lampen-Markt allgemein und die LED-Anbieter.

Lighting-Europe-Mitglieder
Ein Teil der Mitglieder des europäischen Licht-Lobby-Verbandes „Lighting Europe“ – wer kennt die Stärken und Schwächen der Firmen? (Grafik: Lighting Europe-PR, bearbeitet)

Blog-Leserin Tabea Holzwarth bat mich vorige Woche via E-Mail mit dem Betreff „Wie funktioniert der LED-Markt?“ um Hilfe, weil sie sich gerade in ihrem Studium mit der Branche befasst. Zuerst wollte sie „eine einigermaßen nachvollziehbare Preistabelle erstellen, in der sowohl Wirkungsgrad als auch Äquivalenzwattzahl im Verhältnis zum Preis gesetzt wird.“ Von dieser Idee musste ich sie jedoch wegen akut drohender Sinnlosigkeit schnell wieder abbringen. Meine Argumente:

„Zwar könnte man tatsächlich „Lumen-pro Euro“-Tabellen basteln oder Effizienzvergleiche anstellen (Lumen pro Watt; daraus ergäbe sich dann auch der Äquivalenzvergleich mit herkömmlichen Glühlampen) – die Aussagekraft wäre aber sehr gering. Häufig sind Lichtqualität und „Lichtstrom pro Euro“ umgekehrt proportional – Helligkeit ist halt nur ein Teil der Rechnung.

Eine reine Preistabelle würde schon daran scheitern, dass man beispielsweise für 20 Euro sowohl günstige 75-Watt-„Glühbirnen“-Äquivalente mit über 1000 Lumen als auch hochwertige 25-Watt-Halogenspot-Äquivalente mit unter 200 Lumen bekäme. Letztere hätten dann auch noch einen schlechteren Wirkungsgrad – aber zugunsten eines erheblich besseren Farbwiedergabeindexes und einer angenehmeren Lichtfarbe.

Dann kämen noch zusätzliche Merkmale wie „Dimmbarkeit“ oder „gewollte Farbänderung beim Dimmen“ (wie das „Sunset Dimming“ bei LEDON) – das alles haben die alten Glüh- und Halogenlampen serienmäßig, die LED-„Retrofits“ und integrierten Leuchten aber nur zum Teil. Unfassbar sind auch die teils erheblichen Preisunterschiede für die gleiche LED-Lampe in unterschiedlichen Shops – was sollte man da als Referenzwert nehmen? Die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller? Die kriegt man häufig nicht mal mitgeteilt.“

Offenbar ließ sich Tabea davon überzeugen, denn in ihrer nächsten E-Mail stand unter anderem das hier (die Lobhudeleien für mein Blog lasse ich mal weg 😉 ):

„Den Plan mit der Preistabelle hab ich auch wieder umgeworfen, weil es einfach echt keinen Sinn macht. Die Lampen unterscheiden sich in so vielen Parametern, da ist es kaum möglich, sie objektiv zu vergleichen.

Was mich jetzt noch interessieren würde, wäre eine Charakterisierung der Anbieter. Was kann Philips, was Osram und LEDON nicht können etc.? Ich finde es sehr schwierig von außen, ohne die Lampen wirklich vergleichen zu können, die Unternehmen in Qualität, Stärken, Schwächen etc. zu beurteilen. Und jetzt LED-Lampen zum Testen zu kaufen, dafür reicht mein Studentenbudget leider nicht 😉 “

Das kann ich gut verstehen; ich mag es schließlich auch lieber, wenn mir Testlampen gratis geschickt werden. Jetzt soll es aber eben nicht um einzelne Leuchtmittel gehen, sondern um die LED-Unternehmen an sich. Einige Unterschiede liegen auf der Hand: Beispielsweise haben Philips und Osram tausende Mitarbeiter in vielen Bereichen, LEDON als „Retrofit“-Spezialist nur zwei Dutzend in einem Segment – Supertanker gegen Fischerboot.

Zahlen allein helfen nicht weiter

Zur Charakterisierung genügen pure Zahlen jedoch nicht. Hier kommt es auch auf den Geist, die Kultur eines Unternehmens an, die Struktur, Innovations- und Experimentierfreude, Zufriedenheit der Mitarbeiter, den Außendienst, die Preispolitik, den Service, die Garantieversprechen, die Kommunikation off- und online (wie kundenfreundlich sind die Webseiten und die Social-Media-Aktivitäten?) und natürlich die generelle Qualität der Produkte sowie eine eventuell erkennbare Philosophie und Zukunftsausrichtung dahinter.

Welche speziellen Stärken oder Schwächen haben die einzelnen LED-Anbieter? Jede Erfahrung, Ansicht und Meinung dazu ist willkommen in den Kommentaren unter diesem Beitrag – namentlich oder anonym, gerne auch von Insidern und Mitarbeitern der Firmen. Tabea Holzwarth liest mit und meldet sich eventuell ebenfalls hier mit Zwischen- und Nachfragen.

Mehr zum Thema:

Preisrutsch bei LED-Lampen sorgt für Risiken und Chancen

LED-Testlampen: Die schlechten ins Töpfchen?

LED-Käufer: „Lost in Conversion“?

Diesen Beitrag drucken

Beitrag teilen:
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmailFacebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Folge mir bei
twittergoogle_plusyoutubetwittergoogle_plusyoutube

17 Gedanken zu „Blog-Leserfrage (5): Was unterscheidet die LED-Anbieter?

  1. Hallo Tabea,
    wenn du Informationen im Rahmen eines Studium benötigst, solltest du auf Studien zurückgreifen, um diese Frage zu beantworten. Eine frei erhältliche und empfehlenswerte Studie von 2012 ist von McKinsey. Alle anderen Studien, die ich kenne sind teuer und frei max. Zusammenfassungen erhältlich. Aber es lohnt sich, danach zu recherchieren, insbesondere wenn du über deine Unibibliothek Zugang zu Datenbanken und Veröffentlichungen hast. Du solltest nach Studien von Strategies Unlimited und Analystenberichten zum LED-Markt von Banken z.B. Deutsche Bank und internationalen Großbanken suchen.
    Etwas irritiert hat mich die Kombination der Frage “ Wie funktioniert der LED Markt“ mit der Fokussierung auf LED-Lampen. Der Grund dafür ist, Beleuchtung ist nur ein (wenn auch stark wachsender) Teil des LED-Marktes und innerhalb des Beleuchtungsmarktes mit LED sind die LED-Lampen wiederum nur eine Lösungsmöglichkeit.
    Für die Firmen und Analysten ist klar, dass die LED-Lampen nur eine Übergangslösung darstellen, die in einigen Jahren an Bedeutung verlieren werden. Sie werden sicher nicht verschwinden, aber es ist heute bereits besser, beim Neueinrichten einer Wohnung gleich zu LED-Leuchten zu greifen und die nicht zur LED-Technik passende Form der alten Lampen nur zu verwenden, wenn es eine besondere Leuchte sein soll, die es eben nur mit Schraubsockel gibt.
    Egal welchen Fokus du in deiner Arbeit nimmst, wenn du Produkte vergleichen willst, empfehle ich die Stiftung Warentest, die LED-Lampentests sind neutral und die Kriterien werden offengelegt. Willst du statt dessen die Firmen vergleichen, empfiehlt sich ein Vergleich der Wertschöpfungskette. Dazu schaust du dir am besten die Geschäftsberichte der Firmen an, die meisten weisen auch ihren LED-Anteil am Gesamtumsatz aus, allerdings keine Informationen zur Profitabilität.
    Viele Grüße,
    Christine

    • Ich hake mich da gleich mal ein mit dem ein oder anderen aber.

      Die verlinkte Studie lasse ich jetzt mal außen vor, die ist zu umfangreich um da jetzt was zu sagen zu können.

      Generell zu irgenwelchen Studien muss man sich klar machen wer hat die wozu in Auftrag gegeben?

      Banken wollen Geld machen, entsprechend ist deren Fokus ausgerichtet.
      Marktforschungsunternehmen liegen auch nicht immer richtig und lesen gerne mal aus der Glaskugel. Das viele diese Ergebnisse dann übernehmen und im Markt umsetzen ist dann eine andere Sache.

      Es ist aber so das der Markt mit Led Leuchtmitteln und Modulen so schnell wächst und die Entwicklungen so schnell von statten gehen das es schwer fällt da Schritt zu halten. Daher kann man eigentlich jede Studie oder jeden Vergleichtstest (wobei man die wirklich „großen wohl an einer Hand abzählen kann) in den Schredder werfen kann sobald sie fertig sind.

      Die halbwertszeit solcher Daten ist recht gering bei der Dynamik die der Markt an den Tag legt.

      Das viele der Meinung sind die aktuellen Retrofit Led-Leuchtmittel wären nur ein Zwischenschritt halte ich aktuell für nonsens.

      Man hat die Verbraucher mit den „Energiesparlampen“ schon verunsichert und wird es kaum schaffen Lampen an den Mann zu bringen bei denen die Leuchtmittel fest verbaut sind. Was macht man damit wenn einem das Licht nicht gefällt oder es doch wesentlich früher den Geist aufgibt?
      Dann hat man viel Geld für nichts ausgegeben.
      Ich denke dieser Markt wird auf Designerstücke begrenzt bleiben.

      Die Annahme das wir vielleicht in naher Zukunft gar keine Lampen mehr haben werden sondern stattdessen die Decke mit dimmbaren Led-Panelen bestücken die am besten noch ihre Lichttemperatur und Farbe ändern können halte ich für utopisch.

      Ich als technikaffiner Mensch habe schon sooooooviel davon gehört wie wir in Zukunft leben werden und das meiste ist einfach Wunschdenken.
      Es geht darum was die Leute kaufen und was andere Leute denken, was die normalen Leute kaufen wollen.
      Bezahlbar muss es auch sein und am Ende kommt was dabei rum das nichts mehr mit der Träumerei von einst zu tun hat.

      Es kann gut sein das es bald schon Led-Leuchtmittel gibt die den Lichtkegel einer Glühbirne perfekt nachahmen.
      Alleine damit dürfte sich dann die Revolution der Beleuchtung für die meisten Haushalte erledigt haben.

  2. Naja…. da fehlen noch die Hersteller von Led-Modulen die aber selbst im Handel nicht wirklich auftreten, z.B. Cree.

    Es gibt auf der einen Seite also Hersteller deren Fertigungstiefe so weit geht das sie ihre Led-Module selbst entwickeln und produzieren und auf der anderen Seite gibt es Hersteller die alles von anderen zukaufen.

    Das macht die Marktbetrachtung noch komplizierter, da man auch bei günstigen Leuchtmitteln auf welche stoßen kann, deren Led Module von z.B. von Osram stammen könnten.

    In der Regel können die großen Hersteller aber eines besser, ordentliche Datenblätter liefern und eine kontinuierliche Qualität liefern.
    Die Daten auf der Verpackung sind meist recht ausführlich, auch wenn sie oft auch bei den großen nicht jeden Wunsch nach Information befriedigen.

    Im Gengensatz dazu hapert es bei vielen Handelsmarken ganz extrem, wir werden sehen wie weit die EU Verordnung das in wenigen Monaten ändert.
    Ich würde darauf wetten das miserabel deklarierte Ware weiterhin den Weg in die EU finden wird.

    Die Abstufung bei den verfügbaren technischen Daten (Datenblatt) wurde ich in etwa so einstufen das die großen Hersteller mit eigener Fertigung klar vorne liegen, danach kommen die Hersteller die ihre Module von den großen Herstellern wie Osram, Cree, Nichia, Edison oder weiteren Branchengrößen beziehen die halt bestimmte Standarts liefern können.
    Auch wenn sich diese Daten oft nicht direkt beim Hersteller finden, bekommt man die Daten meist auch Nachfrage.

    Und das Schlusslicht bilden die Handelsmarken die irgendwas in China bestellen wo alles zusammen gebastelt wird was irgendwie etwas mit Leds zu tun hat.
    Das hat dann mehr etwas von einer Wundertute wo sehr oft nur heiße Luft drin ist.
    Grade bei den Letzgenannten ist der Unterschied bei der Verarbeitung, der Lichtausbeute oder Lichtqualität von Charge zu Charge schon teilweise sehr drastisch.

    Das liegt daran das es bei Leds genau so wie bei anderen Hightech Produkten enorme Produktionschwankungen geben kann und das auch in einer Charge. Dann fängt das große Sortieren nach Qualitätsstufen an (oder eben auch nicht 😉 ) und das was am Ende nicht so toll geworden ist findet trotzdem einen Abnehmer.

    Sowas findet man aber sogar bei Conrad als Conrad Eigenmarke, wo es Led-Leuchtmittel gibt, deren Farbtemperatur irgendwo zwischen 2800 und 3200k liegen soll. Meiner Meinung nach lag die Farbtemperatur noch viel höher.
    Da findet man kaum 2 Leuchtmittel des gleichen Models die ein ähnliches Licht liefern.

    Außen vor gelassen habe ich jetzt mal die wirklich großen Auftragsfertiger die es auch schon gibt, da mir dazu einfach die nötigen Infos fehlen. Man findet aber häufig Leuchtmittel die sich nicht nur optisch ähneln und offensichtlich aus dem gleichen Betrieb stammen unter mehreren Handelsmarken.

    Ein weiterer Vorteil der Hersteller mit eigener Modulfertigung und Entwicklung ist natürlich das diese ihre Produkte dem Markt anpassen können und auch in gewisser weise die Richtung vorgeben.
    Wer nur zu kauft muss damit leben was angeboten wird.

    Der Markt ist momentan ein sehr undurchdringlicher Dschungel und für den normalen Verbraucher kaum überschaubar, da man die Leuchtmitteln kaum miteinander vergleichen kann, sei es weil sie so unterschiedlich sind, die Daten einfach fehlen oder man damit auch nichts anfangen kann.

    Und gerade bei den Handelsmarken und NoName Produkten herrscht eine Art WildWest Stimmung wo man teilweise echt den letzen Mist verramscht und damit Kunden verschreckt.

    Das soll für den Moment reichen.

  3. Meine Sichtweise als Privatkunde, der LEDON, Osram und Philips Lampen seit ca. einem Jahr im Einsatz hat:

    Philips: War nach Bekanntwerden des EU-Glühlampenverbots zweifelsohne Innovator der LED-Branche und immer den gewissen Schritt voraus, zB. mit der bekannten gelb-silbernen MasterLED E27 12W. Mehr und vor allem schon viel früher als bei den beiden Vergleichsmarken erkannte man bei Philips den Trend zur LED als Designerprodukt, auch gab’s dafür schon diverse Auszeichnungen.
    Ausfallsfrei in Verwendung habe ich 8 Stk. Philips MasterLED GU10 4W und eine MasterLED E27 12W.
    Die E27 ist dabei die meistverwendete Lampe im Haushalt, da können’s schon mal 10 Stunden Betriebsdauer am Stück sein.

    LEDON: Für die Größe der Firma wird ein Top Preis-/Leistungsverhältnis geboten, hinsichtlich der Lichtqualität sehe ich die Firma gleichauf mit Konzernen wie Philips und Osram.
    Ausfallsfrei in Verwendung (wenn auch wegen der Passform im Deckeneinbaustrahler grenzwertig) habe ich 3 Stk. LEDON GU10 7W in der alten, weißen Bauform. Auch hier können’s ohne weiteres 10 Stunden Betriebsdauer am Stück sein.
    Zur Sache mit den GU10, die wegen Kundenrückmeldungen relativ kurzfristig neu designt wurden: Hätte bei mir die Bauform von Anfang an etwas besser gepasst, so wären bei mir jetzt wahrscheinlich mehr LEDON GU10 im Einsatz. Zum Zeitpunkt meiner Umrüstung gab es eben nur das weiße Gehäuse, so habe ich dann andere Deckeneinbaustrahler mit den schlankeren Philips / Osram Spots bestückt.
    Die aktuellen GU10 LEDON-Modelle in schwarz-weiss können aber uneingeschränkt empfohlen werden, auch Restposten der alten Modelle, sofern sie halt passen.

    Osram: Ist inzwischen vom Produktsortiment her gleichauf mit Philips, rein nach Kundenbewertungen beurteilt schätze ich Philips jedoch im Privathaushalt als stärker verbreitet ein. Teils sehe ich für mich persönlich bei Osram weniger nachvollziehbare Entscheidungen, so strahlt der größte Teil der Consumer GU10 Lampen nur im 25° Winkel ab, und die Produktionseinstellung der rundstrahlenden A40, A60, A75 E27 Varianten ist auch so eine Sache – also eher eine andere Denkweise wie Philips mit kundenfreundlich-halogenähnlichen GU10 LED-Reflektoren und Designerstücken in E27-Form.
    Sehr zufrieden bin ich mit einer Osram A40 E27 8W Parathom Classic Advanced.
    Die einzige LED in meiner Wohnung, die – wenn auch nur einmalig und vorübergehend – Fehlfunktionen zeigte, ist ein Osram Superstar GU10 5,5W.

  4. Soll das eine technisch oder eine wirtschaftlich orientierte Arbeit werden?
    Ist das Thema tatsächlich „Was unterscheidet die LED-Anbieter?“ Das ist ja etwas komplett anderes als „wie funktioniert der LED-Markt?“
    Geht es um Hersteller oder Händler?
    Je nachdem steht aus meiner Sicht erst das Sammeln von Kennwerten an:
    Finanzielle Grundausstattung, Umsatz, Anzahl der MA, Umsatz/MA, Aufteilung in Bereiche F&E, Produktion Vertrieb, Anzahl von Patenten und Größe der Produktpalette.
    Anzahl von Neuprodukten pro Jahr, Market share.
    Diese Datensammlung ist solide Basisarbeit und daraus kann man schon mal ablesen und natürlich viel spekulieren.
    Bei vielen Firmen findet man diese Kennwerte in den Geschäftsberichten.
    Die Lichtbranche ist im Umbruch. Das Thema Wandlungsfähigkeit und Adaptionsfähigkeit, Schnelligkeit und dennoch Vermeidung von teuren Fehlentwicklungen wird wohl überlebenswichtig sein. An welchen Kenngrößen könnte man sowas ablesen? Das finde ich tatsächlich spannend.
    Der LED-Markt ist kostensensitiv, da die Verbraucher mit der Halogenbirne und den Leuchtstoffröhren kostengünstige Alternativen haben. Kosten sind deshalb enorm wichtig, Deshalb die klassischen Fragen: Wer kann seine eigene wirtschaftliche Lage schnell und genau ermitteln und wer hat seine Kostenstrukturen am Besten im Griff?

    • Und auf Platz 40 liegt Shell o.O
      Shell sitzt auf den größten neu gefunden Ölreserven der Welt, den Ölsandfeldern von Kanada die ohne Rücksicht auf die Umwelt und mit fraglichem Effizienzgrad ausgebeutet werden (die Förderung ist extrem aufwendig, verbraucht Unmengen an Energie und ist pures Gift für die Umwelt).

      Der Hammer überhaupt ist Nestle auf der 14, die sich sogar verbesert haben….

      Nestle kauft Kakao von Plantagen auf denen Kindersklaven arbeiten und Nestle betreibt massiven Raubbau an den Wasservorräten der Welt.
      Es gibt zig tausende Menschen die in der Nähe einer Nestle Wasserabfüllanlage wohnen und kein sauberes Trinkwasser mehr haben, weil Nestle soviel abpumpt das alle städtischen Brunnen trocken liegen und den Bewohnern nur noch Brackwasser zum Trinken bleibt oder das total überteuerte Wasser aus den Nestleflaschen…

      Dann wird damit geworben das man Flüchtlingslager mit frischem Wasser versorgt, was schlichtweg gelogen ist.
      Da wurde mal was aufgestellt, was kaputt ging, Nestle kümmerte sich einen Scheiß darum und jahrelang haben sie weiter behauptet, sie würden die Trinkwasserversorgung für diese Lager sicher stellen.

      Dann wäre da noch ein bisschen Regenwaldzerstörung, Sittenwidrige Bezahlung von Produzenten usw.
      Für Nestle zählt nur der Gewinn und davon machen die mehr als genug, sind aber nicht bereit auch nur einen winzigen Bruchteil davon an die Menschen die weiter unten in der Wertschöpfungskette stehen abzugeben.

      Dieser Konzern hat so unfassbar viel Dreck am stecken das der in so einer Auflistung nichts zu suchen hat.

      Das Nestle die Lebensmittel auch noch um die Welt reisen lässt ist auch noch so eine Sache die mit Nachhaltigkeit irgendwie nicht zusammen passt.

      Und ich sehe da noch mehr Unternehmen die da eigentlich nichts zu suchen haben.

  5. Auf die Frage „Wie funktioniert der LED-Markt“? gibt es eine pragmatische, qualitative wenn auch unwissenschaftliche Antwort, die meiner Meinung sogar weiter helfen kann:
    Ähnlich wie der PC-Markt vor ca. 20 bis 15 Jahren. Es gelten die üblichen Regeln eines freien Marktes mit der Besonderheit der Wertdeflation bzw. Featureiniflation.
    Vor 20 Jahren konnte der Kunde sich noch vor dem Rechnerkauf ganz drücken, heute kann sich der Lichtkäufer bei Halogen und Leuchtstoff bedienen. Die Deflation bremst die Kauflust und zwingt die Anbieter zu einem Warenumschlag.
    Wer nicht schnell genug ist, verdient nicht genug.

  6. Hallo zusammen und Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt persönlich zu Wort melde. Die letzten Wochen waren einfach zu stressig…
    Ich muss schon sagen, ich bin beeindruckt von der Vielfalt der Antworten und dem ehrlichen Interesse an dem Thema 🙂 Ein großes Dankeschön für all die Tipps und Infos!
    Die Verwirrung anhand der Frage „Wie funktioniert der LED-Markt“ tut mir Leid – befasse ich mich doch eigentlich nur mit dem LED-Lampenmarkt – und hier vor allem mit den Retrofits.
    Dabei soll eine möglichst realistische Einschätzung des Marktes entstehen – technischen Unterschiede aber auch Dinge wie Kundenbewertungen, Firmenprofil usw. Im Grunde genommen bin ich noch sehr stark dabei, mich überhaupt in diesem riesigen Marktgebilde zu orientieren und bin deshalb auf jede Hilfe angewiesen 🙂

    Momentan gehe ich davon aus, dass die Attraktivität des LED-Lampen-Marktes neben den großen Beleuchtungsanbietern auch kleiner Unternehmen anlocken wird, die nur mit LED-Lampen handeln. Wie sehen Sie die Chance, dass sich kleiner Unternehmen am Markt beteiligen und wie beurteilen Sie dies? Könnten diese auf Dauer eine Chance haben, oder werden sie von den „cheap Chinese Copies“ und den Beleuchtungsriesen verdrängt?

    Vielen Dank schon jetzt!!

    Mit freundlichen Grüßen Tabea

  7. Alles denkbar. Wieder das Beispiel PC-Markt:
    IBM hat mit dem PC endlich einen Standard gesetzt und war dick im Geschäft. Mit dem PS2 haben sie einen strategischen Fehler gemacht und wurden von den Kunden, die lieber billige kompatible Kopien haben wollten, als das teure PS2, auf das Abstellgleis geschoben. Heute gibt es auch nur noch ein paar wenige große Mainboard-Hersteller. Andererseits hat sich Apple aus einer Garagenfirma zu einem Großkonzern entwickelt – trotz maßlos überteuerter Produkte. Und auch HP hat durch falsche Management-Entscheidungen viel Glanz im Namen eingebüßt.
    Selbst ein Riese kann kaltgestellt werden – wenn er zu lange schläft oder einman einen großen Fehler macht.
    Am meisten verraten noch die o.g. Geschäftszahlen.

  8. Ein direkter Vergleich von IBM und Apple scheint mir etwas fragwürdig.
    IBM hat die Hardwaresparte (ThinkPad, ThinkCentre) nicht zuletzt auch aus strategischen Gründen (für den Wachstumsmarkt China) an Lenovo verkauft, und die sind heute PC-Marktführer. Wäre alles schiefgelaufen, so dürfte es die og. Produkte nun ja nicht mehr geben (der Einstieg von VW bei Skoda wäre ein ähnliches Beispiel, wo wäre Skoda wohl sonst heute).
    Apple hat das Kerngebiet verlassen und macht das Hauptgeschäft mit Lifestyle-Produkten, die Desktops stehen hauptsächlich in Grafikbüros und haben sich für den Großteil und vor allem für den Heimanwender nie in der Breite durchgesetzt.
    Und IBM existiert sehr wohl noch im Server- und Softwarebereich und war noch länger nach der Übergabe an Lenovo mitbeteiligt.
    Ich denke, da ist wie bei einer Familie: Es ist keine genau gleich wie die Andere, geschweige denn direkt vergleichbar mit der Zweiten 😉

    • Die von mir referenzierte Geschichte spielte in den 80er Jahren rund um den IBM-PC.
      Danke für den Hinweis auf Lenovo. Deren Geschichte auf Wikipedia ist so ein Beispiel für den Aufstieg einer jungen Kleinfirma (1984 von 3 Mann gegründet) zu einer der größten in der Branche.

  9. Und um zur LED-Beleuchtung zurückzukommen:
    Ohne genaue Marktdaten zu kennen, dass durch LED „cheap Chinese Copies“ Großkonzerne wie Osram & Philips ernsthaft in Bedrängnis geraten, glaube ich so nicht. Einerseits wurde dieser Trend mittlerweile erkannt und preisgünstigere Consumer-Serien neu eingeführt (die doch noch viel mehr an Garantie bieten als NoNames). Und andererseits haben beide genannten Firmen nicht nur LEDs zu bieten, sondern noch viel mehr Standbeine im Elektronik- oder LED-fremden Bereich.
    Und wenn der LED Retrofit Markt zunehmend abgearbeitet ist (sofern es soweit zeitnah kommt), dann gälte das für alle gleich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.