LED-Tagebuch (KW 01/02): Zuschüsse, Deals, „Sengled Boost“, OLED-Rabatt

Auch dieses Jahr immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.

LED-Kalender 2015


Leverkusen Weihnachtsbaum02.01.: Immer noch auf herkömmliche, ineffiziente Glühlampen setzte die Energieversorgung Leverkusen (EVL) bei der Beleuchtung ihres Christbaums auf dem Wasserturm (PR-Foto: EVL GmbH) – „wegen der Größe und der besonderen Voraussetzungen“. Laut Presseberichten besteht sie aus 16 spritzwasserfesten Lichterketten mit jeweils 20 „Birnen“ à 25 Watt, was sich zu beeindruckenden 8 Kilowatt Leistungsaufnahme summiert. Ein Unternehmenssprecher behauptete: „Mit LED-Technik wäre das so wohl nicht hinzubekommen.“

Vielleicht kann ja jemand von meinen Lesern bis zur nächsten Adventszeit den Gegenbeweis antreten – es müsste doch irgendwo stromsparende, „warm-weiße“ E27-LED-Lampen mit mindestens 250 Lumen und Schutzart IP44 geben, oder? Hinweise bitte hier einwerfen. Schwächere Modelle dieser Art bietet jedenfalls LEDON via ELV an – mit nachgemessenen 1,6 Watt und 130 Lumen.


03.01.: LED-Lampen für umgerechnet nur 13 Cent soll es laut „Wall Street Journal India“ schon dieses Jahr in Indien geben – rund halb so teuer wie herkömmliche Glühlampen und weit unter dem derzeitigen durchschnittlichen Preisniveau von gut 500 Rupien (ca. 6,55 Euro). Das von der Zentralregierung kontrollierte Joint Venture „Energy Efficiency Services Ltd.“ will mit dieser drastischen Aktion den Stromverbrauch im Land senken und einen Beitrag zur Lösung der aktuellen Energiekrise leisten.

Finanziert wird sie von den Stromanbietern, die besonders bedürftige Haushalte zwangsweise unter Selbstkostenpreis versorgen müssen und deshalb von einem Verbrauchsrückgang profitierten. Die ersten 10-Rupien-Sparlampen würden in Kürze in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Rajasthan sowie im Hauptstadtterritorium Delhi angeboten. Dort sollen außerdem alle Glühfaden- und Leuchtstofflampen in den Regierungsgebäuden durch LED-Leuchtmittel ersetzt werden.


real-neolux-01-15-gross
04.01.: Seit diesem Wochenende online, ab morgen (5. Januar) auch „offline“ in den „real,-„-Märkten: Ein kurzfristiger Einheitspreis von 4,99 Euro für sieben nicht dimmbare, „warm-weiße“ LED-Lampenmodelle der Osram-Zweitmarke Neolux (Prospektausschnitt oben, gültig bis 10. Januar, zum Vergrößern anklicken).

Das bedeutet für die hellsten Varianten eine Senkung um weitere 2 Euro gegenüber der letzten Sonderaktion im November, wo noch mit „ab 4,99″ geworben wurde (statt „je 4,99″). Das beste Preis-/Leistungsverhältnis bieten jetzt natürlich der GU10-Spot mit 5 Watt, 350 Lumen und 35 Grad Halbwertswinkel sowie die 10-W-E27-„Birne“ mit 806 lm und ca. 160 Grad.


Aldi-LED-Deckenschiene-01-15-mittel
05.01.: Schon jetzt ein heißer Kandidat für die armseligste LED-Produktbeschreibung des Jahres: Das ab heute geltende Sonderangebot von Aldi Süd für eine „IClite“-LED-Deckenschiene in vier Varianten mit jeweils sechs auswechselbaren Leuchtmitteln (Prospektausschnitt oben, zum Vergrößern anklicken).

Was genau Sie hier für knapp 40 Euro kriegen, wird weder in der Werbebeilage noch online verraten – keine Lumen-Angaben für die Helligkeit, keine Kelvin-Zahlen für die offensichtlich“warm-weiße“ Lichtfarbe, kein Ra-Wert für den Farbwiedergabeindex, keine Grad-Angabe für den Abstrahlwinkel der Spots, kein Wort zur Nennlebensdauer (Leuchtstunden/Schaltzyklen) und fehlenden Dimmbarkeit. Dabei gehört das alles und mehr zu den EU-Pflichtangaben.

Sie erfahren nur, dass die 3 Watt starken, rundstrahlenden E14-Kerzen in den Leuchten-Versionen 1, 2 und 4 das EU-Ökolabel A+ tragen, die GU10-Strahler in Variante 3 sogar A++, und dass die LED-Lampen nicht von der dreijährigen Garantie abgedeckt werden – wie bei Aldi Süd üblich.


Hagebau-Osram-01-15-mittel
06.01.: Offenbar kein befristetes Sonderangebot sind die nicht dimmbaren, „warm-weißen“ Osram-LED-Lampen „made in Germany“ für knapp 6 und 7 Euro in den „hagebau“-Märkten (aktueller Beilagenausschnitt „HBN2015_01“ oben, kein Gültigkeitszeitraum angegeben, regional unterschiedlich, zum Vergrößern anklicken).

Die selben Preise galten nämlich dort bereits im November; die durchgestrichenen Beträge „7,99“ und „8,99“ sollten Sie also nicht so ernst nehmen. Das „hagebau“-Angebot für die „LED Star Classic“-Lampen mit E27-Sockeln, 470 bzw. 806 Lumen ist dennoch relativ günstig – billiger kommen Sie derzeit woanders teils nur mit Doppelpacks weg.


Sengled-Boost-gross07.01.: Vermutlich noch in diesem Quartal liefert der deutsche Ableger des chinesischen LED-Spezialisten Sengled seine rund 50 Euro teure „Boost“-Lampe mit Standard-E27-Sockel aus (PR-Bild rechts). Sie ist mit 470 Lumen Lichtstrom aus 6 Watt (Farbtemperatur 3000 Kelvin,  225 Grad Halbwertswinkel, Farbwiedergabeindex Ra 80) nicht nur ein Ersatz für 40-Watt-Glühlampen, sondern dient mit zwei integrierten Antennen auch als WLAN-Repeater zur Reichweitenerhöhung des heimischen Netzwerks  – wahlweise im „Client-Mode“ oder als „Access Point„. Zusätzlich kann sie über eine App geschaltet und gedimmt werden.

Die neue LED-Retrofit sei mit den meisten IOS- und Android-Smartphones, -Tablets und -Computern kompatibel, die den IEEE 802.11b/g/n-Standard mit 2,4 GHz unterstützen. Sie soll satte 290 Gramm wiegen; bei 12 cm Länge und 6 cm Durchmesser. Gesamtstromverbrauch: 7,5 bis maximal 9 Watt. Vorgestellt wurde die „Sengled Boost“ diese Woche auf der Elektronikmesse „CES“ in Las Vegas.

Update 16.01.: Bereits jetzt gibt’s die ersten Exemplare mit weißem Gehäuse für 49,99 Euro im Online-Shop meines Werbepartners „LED’s change the world“.


Philips-Luma208.01.: Seit Jahresbeginn können Gemeinden im Schweizer Kanton Aargau ihre Straßenbeleuchtung besonders günstig auf LED-Technik umstellen (PR-Bild links: „Luma 2“ von Philips mit bis zu 33.000 Lumen). Im Förderprogramm „ProKilowatt“ des Bundesamtes für Energie bekam die „AEW Energie AG“ den Zuschlag für ein Projekt, bei dem in den nächsten zwei Jahren 2000 Natriumdampf-Leuchten ausgetauscht werden sollen. Außerdem ist eine zusätzliche Erhöhung der Energieeffizienz durch intelligente Steuerungssysteme, Präsenzmelder, Nachtabschaltungen oder optimierte Dämmerungsschalter möglich.

Die teilnehmenden Gemeinden erhalten je nach Lichtkopf-Höhe 200 (bis 5 Meter) oder 300 Franken (über 5 m) Zuschuss pro Leuchte. Weitere Vorteile ergäben sich laut Pressemitteilung durch geringere Unterhalts- und Stromkosten sowie eine verbesserte Farbwiedergabe. Allerdings könnten nur Umrüstungen bezuschusst werden, die ohne dieses Förderprogramm nicht realisiert würden. Geplante Gesamtinvestition: Über 2 Millionen Franken (ca. 1,7 Mio. Euro).

Auch in Deutschland gibt es dieses Jahr wieder staatliche Förderprogramme für Unternehmen und Kommunen zur Steigerung der Energieeffizienz.


Eigenwerbung Juni 2014


09.01.: Nicht dimmbare, „warm-weiße“ LED-Lampen von Osram und Philips mit EU-Ökolabel A+ für unter 4 Euro pro Stück gab oder gibt es diese Woche bei media-markt-LED-01-15-mittel„Media Markt“ (Prospektausschnitt rechts, Verfügbarkeit unterschiedlich, zum Vergrößern anklicken). Dieses Sonderangebot schlägt sogar die jüngste „real,-„-Aktion für „Neolux“-Retrofits (je 4,99 €, siehe die Meldung vom 04.01 oben).

Die 5 Watt starken Osram „LED Star PAR 16“ im Doppelpack für 6,90 Euro können mit 350 Lumen EU-offiziell mindestens 50-W-Halogenspots ersetzen; die Philips-„Birne“ für 3,90 € dient mit 470 lm als Ersatz für 40-W-Glühlampen, hat jedoch mit nur ca. 160 Grad einen eingeschränkten Halbwertswinkel. Online könnten Sie die Lampen theoretisch ebenfalls versandkostenfrei bestellen – dort sehen Sie aber eventuell nur den Hinweis „zur Zeit leider nicht verfügbar“. Vielleicht haben Sie ja in Ihrem örtlichen „Media Markt“ mehr Glück.


09.01.: Auf Wunsch einiger Leser habe ich jetzt eine Benachrichtigungs-Funktion für neue Kommentare hinzugefügt. Dazu sehen Sie eine klickbare Checkbox unter dem Eingabefeld des entsprechenden Beitrags. Das Abonnement wird aber nur wirksam, wenn Sie auf einen anschließend an Sie per E-Mail gesendeten Link klicken. Dieses „Double Opt-in“-Verfahren wird als relativ sicher eingeschätzt.


Lumiblade-brite-FL300-klein10.01.: Eine meiner Vorhersagen für’s LED-Jahr 2015 (siehe „Oktober“) hat sich schon teilweise erfüllt: Die Philips-OLED-Tochterfirma „Lumiblade“ gibt nach Informationen von „OLED-Info.com“ ab sofort einen saftigen Mengenrabatt für ihre “Brite FL300″-Leuchtkacheln (PR-Bild links im Größenvergleich mit einem Streichholz). Wer ein „the future of lighting starts today“-Paket mit 40 Panels bestellt, zahlt 2400 Euro – also nur noch 60 € pro Stück. Das sind rund 56% weniger als der aktuelle Einzel-Mindestpreis von 136 €.

Die Aktion soll laut Philips kleineren Herstellern helfen, die Endverkaufspreise ihrer OLED-Leuchten in bezahlbarere Dimensionen zu drücken. Den Massenmarkt werde diese Technologie allerdings erst Ende 2016/Anfang 2017 erobern.


10.01.: US-LED-Produzent Cree hat sich sich intensiv um das Problem „Flimmern“ gekümmert und bei “Elektronikpraxis” unter anderem eine Tabelle der gemessenen Flimmerindizes und Flimmeranteile von verschiedenen Leuchtmitteln veröffentlicht. Außerdem liefert Cree-Mitarbeiter Paul Scheidt dort Hinweise, wie Hersteller das auch in meinen LED-Tests häufig beobachtete Phänomen minimieren bzw. vermeiden können. Einfache Lösungen oder klare Vorgaben gibt’s bisher jedoch nicht.


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