Doppeltest: Müller-Licht-HD-LED contra IKEA-Ledare-„Birne“ (Update)

Sie sind beide besonders farbtreu, ziehen rund 13 Watt, können gedimmt werden, haben einen E27-Schraubsockel und die Form herkömmlicher „Glühbirnen“ mit matter Haube: Die „Müller-Licht-HD-LED“ und die IKEA-„Ledare“-LED-Lampe. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede, wie der Doppeltest zeigt.
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Die „Müller-Licht-HD-LED“-Lampe (links) ist einen halben Zentimeter kürzer als die „Ledare“ von IKEA – der maximale Durchmesser von 6 Zentimeter jedoch identisch. (Fotos: W. Messer)

Zwei Trends prägen derzeit den LED-Retrofit-Markt: Einerseits gehen die Preise weiterhin großflächig ‚runter, andererseits gibt es immer mehr Modelle mit besonders hohem Farbwiedergabeindex. Während die EU-Mindestanforderung für Innenbeleuchtung gerade mal Ra 80 beträgt, werben einige Anbieter mit hervorragenden Farbtreue-Werten in der Region um Ra 90. Dazu gehört schon seit einiger Zeit IKEA mit einigen der „Ledare“-Lampen; neu in dieser Liga ist „Müller-Licht“ mit seiner sechsköpfigen „HD-LED“-Familie.

Aber wie ehrlich sind die Nennwerte, was bringen diese besonders farbtreuen Lampen in der Praxis und wie sieht’s mit dem Preis-/Leistungsverhältnis aus? Dazu schauen wir uns mal zwei der aktuellen LED-Retrofits mit jeweils rund 13 Watt Leistungsaufnahme genauer an – auch im Profi-Messlabor meines Kooperationspartners „David Communication„.

„HD-LED“-Lampe mit Effizienz-Manko

Mueller-HD-E27-Packung12,99 Euro lautet die unverbindliche Preisempfehlung für die dimmbare „Müller-Licht-HD-LED“-Retrofit mit E27-Sockel. Laut Blister-Verpackung (Bilder rechts und unten) soll sie aus 12,5 Watt 810 Lumen Lichtstrom mit einer „warm-weißen“ Farbtemperatur von 2700 Kelvin, einem Farbwiedergabeindex von Ra >90 und einem Halbwertswinkel von 200 Grad erzeugen. Damit wäre sie ein ziemlich vollwertiger Ersatz für eine traditionelle 60-Watt-Glühlampe, die allerdings mit einer idealen Farbtreue von Ra 100, einem Abstrahlwinkel von ca. 320 Grad und kompakteren Dimensionen punkten kann.

Für die LED-„Birne“ sprechen die rund 80prozentige Stromersparnis und die mindestens 30mal längere Nennlebensdauer von 30.000 Leuchtstunden sowie mindestens 100.000 Schaltzyklen. Letzteres kann ich kurzfristig natürlich nicht überprüfen, ein paar der anderen Werte aber schon.

Mueller-HD-E27-Daten

In meiner offenen Testfassung habe ich die „HD-LED“ erstmal zwei Stunden an einem gewöhnlichen Schalter warmlaufen lassen und mit meinem Hobby-Messgerät 12,7 Watt Leistungsaufnahme bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,83 ermittelt. Das Profi-Labor maß 12 W und 0,83. Die Lampe lieferte nach dem Einschalten ohne merkliche Verzögerung ihre volle Helligkeit, braucht aber nach dem Ausschalten etwa zwei Sekunden, bis sie wieder komplett dunkel ist.

Mit einer maximalen Temperatur von 86 Grad am weißen Gehäuse und ca. 45° an der matten Haube gehört diese 154 Gramm schwere „Birne“ zu den heißeren Teilen meiner Test-Historie. Ein leises Surrgeräusch ist in stiller Umgebung nur auf rund 5 cm Distanz hörbar – in der Praxis also unerheblich.

Mueller-HD-E27-Leuchtbild
Die „Müller-Licht-HD-LED“ strahlt nicht so rund wie eine „Glühbirne“, bietet aber auch in Richtung Sockel noch etwas Licht – genug für viele Einsatzbereiche.

Keine Probleme auch bei den meisten Labor-Messungen (pdf-Download des Protokolls): Die Farbtemperatur lag mit 2643 Kelvin im Toleranzbereich, ebenso der Abstrahlwinkel von rund 204 Grad (pdf-Download des Diagramms) und der Farbwiedergabeindex Ra 90,5. Sehr ordentlich auch der der Einzelwert 51,2 für die zusätzliche Referenzfarbe R9 („Rot gesättigt“), die für LED-Lampen eine besonders problematische Aufgabe darstellt.

Das Diagramm der spektralen Strahlungsverteilung über den Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts (Milliwatt pro Nanometer) zeigt relativ sanfte Täler und Hügel – mit der für „warm-weiße“ Farbtemperaturen typischen Betonung des Bereichs um 620 nm:

Mueller-Licht-13W-Spektrum

Bei meinem Standard-Farbtreue-Foto mit einer sattroten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund (Weißabgleich „bewölkter Himmel, ohne Nachbearbeitung) macht sich diese Charakteristik so bemerkbar:

Mueller-HD-E27-Farbtreue

Mueller-HD-E27-HautDie Gelb-/Orange-Verschiebung der Abbildung würden Sie auch mit einer Glühlampe beobachten; die Farben sind aber dennoch gut erkennbar und das Licht wirkt insgesamt wohnlich-„warm“-angenehm. Falls bei Ihnen keine Mini-Duc zu beleuchten ist: Die exzellente Farbtreue sehen Sie ebenso bei Lebensmitteln oder Ihrer Haut (Bild links). Da wirkt nichts fahl, bleich, blau- oder grünstichig, wie es leider mit manchen Ra-80-LED-Lampen vorkommen kann.

Sie dürfen die „Müller-Licht“-Lampe also bedenkenlos auch in sensiblen Bereichen der Wohnung einsetzen, wo es auf eine anständige Darstellung der beleuchteten Objekte ankommt – etwa im Bad, Schlafzimmer, über’m Esstisch oder vor dem Garderobenspiegel. Ein durchschnittlicher Nutzer dürfte kaum einen Unterschied zum vorherigen Glühfadenlicht bemerken, wenn er nichts über die Umrüstung weiß – das gilt vor allem auch für die weiblichen Bewohner.

Rund 15% weniger Lichtstrom als versprochen

Wirklich heller als mit einer 60-Watt-„Glühbirne“ wird’s aber insgesamt nicht. Statt 810 sammelte die Ulbricht-Kugel nämlich nach den bei meinen Tests üblichen zwei Stunden „Warmlaufzeit“ nur knapp 688 Lumen ein – etwa 15% weniger als versprochen. Damit reduziert sich die praktische Effizienz auf schwache 57 Lumen/Watt, was zwar immer noch für’s EU-Ökolabel A reicht, aber deutlich zeigt, dass höhere Lichtqualität unter Umständen heftig auf die Helligkeitsausbeute schlagen kann.

Nicht optimal waren auch die Ergebnisse meiner Dimmversuche. An einem (theoretisch wegen zu hoher Mindestlast nicht geeigneten) Phasenabschnittdimmer aus dem Baumarkt verlängerte sich die Einschaltverzögerung bei dunkelster Voreinstellung auf bis zu eine Sekunde und ein etwas stärkeres Surrgeräusch war zu hören. Am lautesten wurde es bei mittlerer Einstellung – hier machte sich die Lampe bis auf etwa einen halben Meter Entfernung hörbar; der Dimmer surrte etwas leiser mit. Weitgehend still blieb’s auf hellster Stufe – dann war auch die Einschaltverzögerung kaum noch sichtbar.

Eigenwerbung Juni 2014

Das Display meiner DigiCam zeigte außerdem vor allem bei dunkleren Einstellungen und mit beiden Test-Dimmern ein deutliches Flimmern, das eventuell auch von besonders sensiblen Menschen – ohne technische Hilfsmittel – wahrgenommen werden kann.

Die Leistungsaufnahme ließ sich immerhin trotz fehlender Justierschraube flackerfrei und stufenlos zwischen 2 und 12,2 Watt (Gesamtleistung Dimmer + Lampe) steuern – bei einem maximalen Leistungsfaktor von 0,83. Das entspricht etwa einem Regelbereich von 10 bis 95 Prozent des maximalen Lichtstroms – sehr anständig bei den für LED-Lampen ungünstigen Gegebenheiten, die so oder ähnlich in vielen Haushalten auftreten können.

Bis zu rund zwei Sekunden „Bedenkzeit“

Prinzipiell empfiehlt „Müller-Licht“ für seine LED-Lampen Phasenanschnittdimmer mit geringer Mindestlast. Tatsächlich kommt die „HD-LED“-„Birne“ recht gut mit einem justierbaren „Jung“-Dimmer aus dieser Liga klar. Zwar wurden die Surrgeräusche bei meinen Versuchen etwas lauter als mit dem Phasenabschnittdimmer; der Regelbereich erweiterte sich aber flackerfrei auf 1,5 bis 11,7 Watt (maximaler Leistungsfaktor 0,75). Die Lampe konnte also deutlich dunkler gedimmt werden. Nachteil: Bei dieser Minimal-Voreinstellung verlängerte sich die Einschaltverzögerung nach längerer Auszeit auf rund zwei Sekunden.

Da kriegt man natürlich erstmal einen Schreck und glaubt kurzzeitig, das Ding sei hinüber. Tatsächlich ist das aber bei vielen aktuellen, dimmbaren LED-Lampen ähnlich – noch drastischer übrigens bei der unten getesteten IKEA-„Ledare“. Mit dieser „Bedenkzeit“ vor der Aktivierung der LED-Chips verhindert nämlich die Vorschaltelektronik unschöne Helligkeitssprünge oder Flacker-Erscheinungen. Wem das zu viel ist, der kann bei justierbaren Dimmern die untere Helligkeitsschwelle ein wenig nach oben setzen. Die Befehle am Hauptregler werden in jedem Fall spontan umgesetzt – da gibt’s keinen „Nachlauf“.

Mueller-HD-E27-aus2Mein Testurteil:

Sehr hohe Nennlebensdauer und Farbtreue, überdurchschnittliche, angenehme Lichtqualität, akzeptabler Abstrahlwinkel und relativ anständige Dimmbarkeit sprechen für die „Müller-Licht-HD-LED“. Die Maße sind mit 12 cm Länge (inklusive Sockel) und 6 cm Maximaldurchmesser noch im Rahmen, Material und Verarbeitung solide – abgesehen vom nicht abriebfesten Aufdruck der Lampe.

Negativ machen sich der gemessene Lichtstrom (ca. 15% unter Nennwert), die dadurch schwache Effizienz, die hohe Gehäusetemperatur, das leichte Flimmern im DigiCam-Display und der recht hohe Preis von rund 13 Euro bemerkbar. Leider gibt’s auch nur die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren und keine verlängerte Garantie. Dass einiges davon auch besser geht, beweist schon die nächste Testkandidatin in diesem Beitrag. Deshalb spendiert meine neue, strenge und bis „Fünf“ reichende LED-Bewertungsskala hier nur
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne.

Update 17.10.: „Müller-Licht“ ist derzeit laut E-Mail-Auskunft noch dabei, die Testergebnisse intern nachzuprüfen – speziell natürlich den Lichtstromverlust:

„An drei geprüften Lampen konnte dies nicht nachgewiesen werden. Es wurden weitere Muster angefordert. Wir werden der Sache nachgehen und uns wieder bei Ihnen melden.“

Update 23.10.: Auch die neuen Musterlampen wichen laut heutiger Mitteilung von „Müller-Licht“ nicht vom Nennwert ab. Allerdings seien die internen Messungen bisher immer schon nach ca. 15 Minuten Leuchten erfolgt und nicht erst nach zwei Stunden wie bei meinen Tests. Bekanntlich können aber LED-Chips bei zunehmender Betriebstemperatur Helligkeit einbüßen. Künftig werde man das in der DIN 62612, Anhang A, geforderte Stabilisierungsverfahren anwenden, um den Nutzlichtstrom zu bestimmen.

IKEA-„Ledare“: Heller als erwartet

Ledare-13W-Daten-Lampe
Blisterpackungs-Einleger (Vorder- und Rückseite) und Inhalt sehen vielversprechend aus – aber kann das die IKEA-„Ledare“-Lampe auch alles erfüllen? (Fotos/Montage: W. Messer)

Nur 9,99 Euro will IKEA für seine dimmbare 13-Watt-/E27-„Ledare“-Lampe „made in China“ mit nominell 1000 Lumen und der Materialangabe „Polycarbonat“. Noch dazu soll diese 143 Gramm schwere „Birne“ mit den Gardemaßen 12,5 cm Länge und 6 cm Durchmesser einen Farbwiedergabeindex von Ra >87 haben und eine 100-Watt-Glühlampe ersetzen können. Zumindest die letzte Angabe ist jedoch in der EU nicht zulässig, weil es dafür laut verbindlicher Vergleichstabelle mindestens 1521 Lumen bräuchte.

Und wo schwindeln die Schweden sonst noch? Vielleicht bei der Effizienz von 76 lm/W? Oder bei der „warm-weißen“ Farbtemperatur von 2700 Kelvin? Nö, hier sind die Laborergebnisse sogar besser als angegeben: 1134 Lumen aus 13 Watt ergeben 87 lm/W – bei einem hervorragenden elektrischen Leistungsfaktor von 0,95 (pdf-Download des Messprotokolls). Der von mir anhand der Messwerte berechnete Energieeffizienzindex von 0,15 reicht locker für’s EU-Ökolabel A+ und die Helligkeit übertrifft den Äquivalenzwert einer 75-Watt-„Glühbirne“. Die ermittelten 2662 K sind eher noch Glühfaden-ähnlicher als versprochen.

Farbwiedergabe besser als der Nennwert

Auch die Farbtreue liegt mit Ra 90,6 deutlich über dem Nennwert; der R9-Einzelwert für die Zusatz-Referenzfarbe „Rot gesättigt“ schlägt mit 53,1 knapp die „Müller-Licht-HD-LED“. Sehen können Sie das einerseits beim sehr ausgeglichenen Spektraldiagramm (Milliwatt Strahlungsleistung/Nanometer Wellenlänge) mit der LED-üblichen kleinen Spitze bei „Blau“ und einem sanften Hügel mit der Kuppe im Gelb-/Orangebereich …

IKEA-E27-13W-Spektrum

… und bei meinem allseits bekannten Farbtreue-Bild der roten Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund (Weißabgleich „bewölkter Himmel, ohne Nachbearbeitung):

Ledare-13W-Farbtreue

Im direkten Vergleich mit dem entsprechenden „Müller-Licht-HD-LED“-Foto fallen durchaus ein paar Unterschiede auf, obwohl die Messdaten sehr nahe beieinander liegen. So wirkt das Licht der „Ledare“ insgesamt etwas neutraler, kontraststärker und weniger gelblich; der Rotbereich scheint minimal präsenter zu sein. Was ich oben über die Vorteile und möglichen Einsatzbereiche solcher Ra-90-LED-Lampen geschrieben habe, gilt deshalb hier mindestens genau so.

Ziemlich rundstrahlendes Leuchtbild

Komplett verschwiegen hat IKEA leider auf dem Packungseinleger die Anzahl der schadlosen Schaltzyklen und den Halbwertswinkel. Wenigstens den kann ich dank meines Partnerlabors nachliefern (pdf-Download des Diagramms): Er bietet beeindruckende 248 Grad, wie Sie auch am ziemlich runden Leuchtbild sehen können:

Ledare-13W-Leuchtbild

Auch nach unten wird’s hier ganz schön hell – die Einbaulage in Ihrer Leuchte spielt also keine so große Rolle für die Helligkeitsverteilung wie bei der „Müller-Licht“-Lampe mit nur 204 Grad. Übrigens sagen diese Winkelgrade nicht aus, dass es jenseits dessen komplett dunkel bleibt. Gemeint ist nur der Hauptkegelwinkel, in dem mindestens die Hälfte der maximalen Lichtstärke gemessen wird.

Weniger als eine Sekunde soll es laut IKEA dauern, bis die „Ledare“ nach dem Einschalten ihr volles Lumen-Potenzial präsentiert. Zumindest an einem gewöhnlichen Schalter stimmt das auch. In meiner offenen Testfassung startete sie sogar nach unter einer halben Sekunde, zog laut meinem Hobby-Messgerät 12,5 Watt mit einem idealen Leistungsfaktor von 1,0 und blieb absolut geräuschlos. Nach zwei Stunden „Einschwingen“ habe ich maximal 76 Grad am Gehäuse und rund 40 Grad an der matten Haube gemessen. Die Zeit nach dem Ausschalten bis zur völligen Dunkelheit: Ebenfalls rund 0,5 Sekunden.

Ledare-13W-Aufdruck
Sehr ausführlicher Aufdruck des IKEA-„Ledare“-Gehäuses – wenigstens der entspricht den EU-Vorgaben, wenn’s schon die lückenhaften Daten im Online-Shop und auf den Packungseinlegern nicht tun.

Auch am „No Name“-Phasenabschnittdimmer erreichte die Lampe nach spätestens einer Sekunde die voreingestellte Helligkeit – sogar bei dunkelster Reglerposition. Allerdings lag die Spanne hier nur zwischen 13,2 und 4,6 Watt (Gesamtleistung Lampe + Dimmer), was ungefähr dem Bereich zwischen 100 und 25% der maximalen Helligkeit entspricht. Nach der Aktivierung wurden selbst schnelle Drehungen am Regler flott und flackerfrei umgesetzt.

Gleichzeitig endete die Stille im Testraum, weil Lampe und Dimmer (etwas leiser) vernehmlich surrten. Bei mittlerer Einstellung war das bis ca. einen Meter Distanz hörbar, bei dunkelster auf rund einen halben Meter und bei hellster noch auf gut 20 cm. Dazu zeigte das Display der Digitalkamera vor allem im unteren Helligkeitsbereich ein signifikantes Flimmern – stärker jedenfalls als bei der „Müller-Licht-HD-LED“.

Am Phasenanschnittdimmer etwas leiser

Am offiziell LED-geigneten, justierbaren „Jung“-Phasenanschnitt-Druck-/Drehdimmer änderte sich daran nichts – es ging aber etwas leiser zu. Das Surren war bei sonst stiller Umgebung maximal in 75 cm Entfernung zu vernehmen, wobei hier der Dimmer etwa die gleiche Lautstärke wie die Lampe entwickelte. Dank Justierschraube verbreiterte sich der flackerfreie Regelbereich auf 14,2 bis 3,1 Watt – also rund 100 bis 10% des Maximal-Lichtstroms.

Ob diese dunkelste Einstellung aber wirklich nutzbar ist? Denn hier gab’s beim „Kaltstart“ über zwei Sekunden lang kein einziges Lumen – erst dann ließ die Messroutine in der Vorschaltelektronik der „Birne“ die LEDs ihren Dienst aufnehmen. Bei mittlerer Dimmerstellung verringerte sich diese „Bedenkzeit“ auf unter eine Sekunde, auf hellster Stufe ging’s genau so fix wie am Schalter. Sie sollten also besser die unterste Dimmerschwelle etwas höher justieren, um diverse Schrecksekunden zu vermeiden („Huch? Ist die nagelneue Lampe schon kaputt?!“).

Optikmängel am Gehäuse

Noch ein Kritikpunkt: Die Verarbeitung des „Ledare“-Gehäuses weist Mängel auf. Im Übergang zwischen dem unteren, weißen Teil und der Haube sehen Sie unsaubere Grate und Oberflächenteile:

Ledare-13W-Grate

Es ist ja nett, wenn zugunsten des Endpreises an vielen Ecken des Material und der Produktion gespart wird – es sollte aber nicht derart offensichtlich sein wie hier oder bei einer Anfang des Jahres getesteten, älteren „Delock Lighting“-Lampe. Auch eine Massenfertigung kann optisch einwandfreie Ergebnisse liefern, wenn man nur will.

Mein Testurteil:

Ledare-13W-aus-3

Schon die Papierwerte der IKEA-„Birne“ sind prima und weisen auf eine deutlich höhere Effizienz als bei der offiziell gleich hellen 16,5-Watt-„Globe“-Lampe aus dem „Ledare“-Sortiment hin. Die gemessenen Daten sind sogar noch beeindruckender – auch bei Helligkeit, Lichtqualität und Abstrahlwinkel. Der Preis von knapp 10 Euro für das dimmbare LED-Äquivalent einer 75-W-Glühlampe erscheint umso günstiger, als IKEA seit dem 25. August auch für solche Produkte ein lebenslanges, unbedingtes Rückgaberecht gewährt.

Auf der Negativseite bleiben die Geräuschentwicklung und die teils enormen Einschaltverzögerungen an diversen Dimmermodellen, die mangelhafte Gehäuseoptik, die überdurchschnittliche Länge (passt nicht in alle Leuchtengehäuse), das von besonders sensiblen Menschen wahrnehmbare Flimmern und das vor allem im IKEA-Online-Bereich hartnäckig betriebene, illegale Verschweigen von zahlreichen Pflichtdaten.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich diese E27-„Ledare“ für den Einsatz an einem stinknormalen Schalter – dann haben Sie die Dimmerprobleme von der Backe und dennoch eine sehr preisgünstige LED-Lampe mit hoher Farbtreue. Potenziell wäre sie für meine neue Bewertungsskala eigentlich eine klare „Vier-Sterne“-Kandidatin. Wegen der genannten Schwächen und IKEA-Versäumnisse gibt’s aber nur die Höchstwertung für nicht dimmbare Modelle – und das sind
drei Sterne.

(Offenlegung: Die „HD-LED“-Lampe habe ich gratis direkt von „Müller-Licht“ erhalten; die „Ledare“-Lampe wurde Ende September regulär von „David Communication“ im IKEA-Online-Shop gekauft. Beide Retrofits bleiben zum Dauer-Praxistest bei mir.)

Mehr zum Thema:

Im Test: „HD95-LED“-Lampen von Müller-Licht – Premium zu Mini-Preisen?

Doppeltest: Müller-Licht-LED-Lampen mit Ra >90 – nicht alles super

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27 Gedanken zu „Doppeltest: Müller-Licht-HD-LED contra IKEA-Ledare-„Birne“ (Update)

  1. IKEA 1000 lm im Test: im wie immer sehr ausführlichen und detaillierten Text kein einziges Wort über etwaige Geruchsentwicklung. Vor einiger Zeit musste ich mein Exemplar wegen seines bestialischen Gestanks zurückgeben (worüber ich in diesem Blog berichtet habe). Ein weiterer Blog-Leser aus Süddeutschland hatte die selbe Erfahrung machen müssen. Hatten wir einfach nur Pech? Sollte man sein Glück bei IKEA nochmal versuchen? Oder ist dieser Aspekt diesmal vernachlässigt worden?

    • Wenn mir da was aufgefallen wäre, hätte ich es auch geschrieben. Auch vom Labor, wo die Lampe zuerst längere Zeit leuchtete, habe ich nichts von einem üblen Geruch berichtet bekommen.

      P. S.: Auf meine konkrete Nachfrage erklärte mir „David Communication“: „Nichts aufgefallen, alles okay.“

  2. Also ich habe diese Ikea-Lampe seit einigen Tagen im nichtgedimmten Einsatz und kann nichts negatives feststellen. Weder Geruchs- noch Geräuschentwicklung. Ist der Ersatz für eine 23 Watt Energiesparlampe und ich bin mit der Helligkeit mehr als zufrieden.

  3. Ich habe die LEDARE 600lm und 1000lm Globe bei mir im Einsatz, fast alle an LCN BUS Dimmern. Diese Dimmer haben Triacs, die nicht vollständig abschalten wenn die Leistung zu gering ist. Also brauch ich Leuchtmittel, die irgendwo über ca. 9-11W liegen. Entweder 2 * 600lm oder 1 * 1000lm und dann funktioniert es.

    Die LEDARE 1000lm Globe ist relativ laut, was ich als sehr störend empfinde. Ich dreh abends gern den Fernseher nach und nach leiser, weil ich – wenn ich zur Ruhe komme – auch immer geräuschempfindlicher werde. Ich höre die Leuchtmittel auch aus 8m noch ohne Probleme – was aber nicht negativ gemeint ist, denn auch teure Fabrikate von Philips und Co. haben diese blöde Eigenschaft und ich eben ein gutes Gehör. Der Grund dafür liegt vermutlich im Dimmer.

    Gleichzeitig wird immer wieder auf das Flimmern von LED Lampen hingewiesen.

    Da ich aus der Filmproduktion und Bearbeitung komme, macht mir dieses Problem der LED Leuchtmittel ernsthafte Sorgen: Mit zunehmender Verbreitung entsprechender Leuchtmittel, womöglich im wilden Mix verschiedener Hersteller und Fabrikate, wird es an vielen Drehorten sehr schwierig, flimmerfreie Filme zu drehen.

    Worin genau liegt nun das Problem?

    Ich denke, sowohl die Geräuschentwicklung als auch das gelegentlich feststellbare Flimmern gehen auf die Art und Weise zurück, wie die LED Lampen gedimmt werden. Rein technisch lassen sich LEDs ja nicht direkt dimmen, allenfalls übersteuern (Overdrive, Flash). Daher wird in der Regel hochfrequent das Licht ein- und ausgeschaltet (typischerweise PWM = Pulsweitenmodulation). Diese Frequenz überlagert sich aber im schlimmsten Fall z.B. mit der typischen Netzspannung von 50Hz, die leider bis heute die Videoformate bestimmt und auf die Kameras getaktet entsprechend reagieren. Ferner kommt es je nach Dimmerfrequenz auch zu hörbaren Geräuschen in der entsprechenden Elektronik.

    Eine technische Lösung ist nicht einfach. Man könnte z.B. die PWM sehr hochfrequent machen, also die LED tausende oder millionen Mal pro Sekunde ein- und ausschalten. Für Filmaufnahmen ist das dennoch kritisch, wenn die Sensoren keine Global Shutter sondern Rolling Shutter haben. Beim Global Shutter wird das gesamte Bild gleichzeitig belichtet. Wenn etwas flackert, dann im ganzen Bild gleichmäßig. Leider gibt es heute eine Vielzahl von Kameras, deren Sensoren mit Rolling Shutter arbeiten. Diese Sensoren haben die unangenehme Eigenschaft, die Zeilen des Bildes nicht alle gleichzeitig, sondern versetzt nacheinander zur Belichtung einzuschalten und wieder auszulesen. Das führt dann dazu das vertikale Linien im Kameraschwenk plötzlich schief erscheinen. Besonders häufig findet sich der Effekt bei DSLR und Handy Sensoren, jedoch gibt es auch professionelle Film- und Videokameras, die nicht frei von der Problematik sind. Das schlimme: Rolling Shutter Kameras können ggf. zeilenweise auf das Lichtproblem reagieren! In anderen Worten: Im selben Bild kann es – von oben nach unten – helle und dunkle Bereiche geben, weil während der Belichtung des Bildes das Licht an- und ausgeschaltet wurde.

    Eine weitere Option hier Abhilfe zu Schaffen wäre, eventuelle die vorhandenen LEDs (in den Leuchtmitteln sind ja oft viele kleine LEDs drin) nicht alle gleichzeitig ein- und auszuschalten, sondern individuell und quasi überlappend, also eine ist an, während eine andere aus ist usw. Dann bleibt zumindest der Lichtstrom etwas konstanter. Damit könnte man vielleicht auch den Stromverbrauch etwas herunterbringen und gleichmäßiger machen. Inwieweit das heute schon so gemacht wird ist schwer nachzuvollziehen. Fakt ist jedoch: Es lässt sich mit vielen Handykameras (besonders die mit 4K/UHD Videoaufnahme) leicht überprüfen.

    Ein Rechenbeispiel:
    UHD Auflösung 3840x2160y bei 25Hz entspricht 25 * 2160y = 54.000 Zeilen pro Sekunde. Nach Nyquist Theorem müsste ich also mindestens mit doppelter Frequenz, also 108.000 Mal pro Sekunde an- und ausschalten (also 216.000 Schaltungen), damit das nicht im Sensor sichtbar wird (in der Realität wird es noch viel höher sein). Die Tatsache, das wir manche Leuchtmittel hören und flimmern sehen können, lässt also darauf schließen, das die Frequenz deutlich niedriger liegt. Wenn z.B. nur 10.000 oder auch 30.000 Mal pro Sekunde umgeschaltet wird ist das ein 10 KHz oder auch 30 KHz Signal, also klar hörbar. Und in der Interferenz ggf. auch sichtbar.

    Vermutlich ist vielen Herstellern diese Problematik nicht einmal bewusst. Man kann nur hoffen, das hier irgendwann neue Standarts kommen. Sicherlich wäre es ratsam gleich in den Bereich mehrerer MHz zu gehen, denn neue Videomodi legen den Anspruch bald deutlich höher: UHD2 Standart wird mit 7680x4320y („8K“) bei bis zu 120 Hz kommen und UHD („4K“) bis 300 Hz erlauben…

    • Sowohl zum Flimmern als auch zum Surren existieren in diesem Blog bereits Grundlagenartikel. Tatsächlich gibt es im Profi-Bereich inzwischen sauteure LED-Leuchten, die für HDTV – sogar mit Sperzeitlupen – geeignet sind und neuerdings auch in Sportstadien verbaut werden. Ein Beispiel steht hier (weiter unten).

      Um Missverständnissen vorzubeugen: Im Gegensatz zur Geräuschentwicklung hat das Flimmern keine unbedingte Korrelation mit der Dimmbarkeit einer Lampe. Das habe ich auch schon bei vielen nicht dimmbaren Lampen und Leuchten gesehen. Gemeint ist stattdessen die Helligkeitsregelung der LED-Chips durch die Stromversorgung der in der Lampe/Leuchte eingebauten Vorschaltelektronik.

      • Danke für den Link zu den Stadion-Leuchten.
        Es ist zwar richtig und sinnvoll, das man in einem Stadion auf zweckmäßige (TV Übertragung…) Beleuchtung achtet. Aber das Problem haben wir heute schlichtweg überall. Jeder will mal mit dem Handy oder der Consumer Kamera eine Urlaubserinnerung drehen, das Familienfest festhalten oder ähnliches. Das wird zum Albtraum wenn eben die falschen Lampen „vor Ort“ sind. Und man kann eigentlich nichts dagegen tun außer die Lampen zu wechseln. Die Kameras können das Problem nicht lösen (und wenn kann ich das nur sehr aufwändig und mit fragwürdigen Ergebnissen in professioneller Bearbeitung).

        Das Brummen / Sirren habe ich grundsätzlich auch schon an klassisch ein/ausgeschalteten LEDs erlebt, aber nicht an allen. Einige machen hörbare Geräusche eben nur am Dimmer.

        Als Verbraucher wünsche ich mir daher für die genannten Probleme entsprechende Vorschriften, die von den Herstellern eingehalten werden müssen. Die Probleme sind ja alle irgendwie lösbar und bei den gewünschten Lebensdauern von LEDs wäre es besser gleich von vorneherein DAS richtig zu machen, sonst erleben wir die Problemlösung womöglich nicht mehr…

    • Guten Tag!

      Ich denke hier lesen doch viele mit und ich kann nur vor den Ikealampen warnen. Vor etwa 10 Monaten habe ich unseren Haushalt komplett auf LED umgestellt.
      Alle E27 Lampen wurden durch Ikea Ledare (allerdings mit 600 Lumen) ersetzt. Mittlerweile sind mir schon 3 dieser Lampen kaputt gegangen. Ich habe Ikea schon kontaktiert und warte auf eine Reaktion.

      Jetzt bin ich am Überlegen ob ich teurere Markenlampen (LED) kaufen soll, oder doch wieder normale Glühbirnen kaufen soll. Hat jemand Langzeiterfahrung mit einem Hersteller?

  4. Hallo Herr Messer,

    Vielen Dank für Ihre Arbeit und Ihren Blog!

    Meine Familie würde gerne auf LED Lampen im Haus- und Wohnbereich umsteigen, wir wollen aber auf gar keinen Fall in Lampen inversiteren die flimmern. Leider finde ich dazu keine schnell und leicht verständlichen Angaben und würde es gerne vermeiden (bzw. schaffe es zeitlich gar nicht) zu Hause Tests durchzuführen und Lampen auszuprobieren. Gäbe es eine Liste/Bestenliste in der die jeweils „flimmerfreisten“ LED Lampen jeder Kategorie aufgeführt sind oder an welchem Wert kann ich das Poetential zu FLimmern ablesen? Obwohl ich mich zu Zeiten der Energiesparlampen einigermaßen in die Problematik eingearbeitet habe, steige ich bei den LED Lampen nicht mehr durch und jede Kaufentscheidung wurde bisher dadurch verhindert, daß ich nicht genau einschätzen kann was ich da kaufe, ob das Produkt gut ist, ob der jeweiligen Marke vertraut werden kann, usw.

    Ihren Beitrag zum Flimmern der LED Lampen habe ich gelesen, aber eine konkrete Kaufentscheidung für die verschiedenen Lampentypen (E27, E24, G9) konnte ich daraus nicht ableiten.

    Herzlichen Dank im Voraus, mit besten Grüßen,

    Frido Schmidt

      • Prof. Peter Marx hat einen Analogdimmer angemeldet (Seite 22 bis 24), der die „Lichtwelligkeit“ (Flimmern nicht Flackern) im Unterschied zu üblichen Phasendimmern meidet und speziell für Film- und Video-Aufnahmen vorgesehen ist.

        • Vielen Dank für den Link zu der sehr informativen Seite von Prof. Marx.
          Analodimmer sind ja nichts Neues. Vom Meanwell gibt es einige Baureihen mit optionaler dimmbarer Stromregelung.
          Ich betreibe einen PWM-Dimmer chin. Proveninienz für <5EUR und einer Grundfrequenz von ca. 650Hz. Da flimmert für das Auge nichts mehr. Die 12V oder 24V LED-Leisten machen das einfach.
          Die Hersteller von LED-Matrix-Großdiplays setzen wegen der Stromabhängigkeit der Lichtfarbe meist auf PWM-Dimmung. Aus EMV-Gründen leider meist mit recht niedriger Grundfrequenz, die zumindest in Kamerabildern zu sehen ist.

          • Naja das war eher für die Videofilmer gedacht, die nicht immer die 12V oder 24Vdc dabei haben. (Nachbau ist übrigens frei wegen Verfall der Priorität)

  5. Hallo Herr Messer,
    mich würde mal interessieren ob Sie in Ihrem Test auch den Einschaltstrom der Leuchtmittel gemessen haben. Könnten Sie diese Werte ggf. noch veröffentlichen? Gerade bei mir im Smart-Home habe ich in den Aktoren ohne Dimmer eine Lastbegrenzung auf 6A und müsste bei höheren Stromwerten einen anderen Aktor mit 16A Lastfähigkeit wählen, da sonst im Langzeitbetrieb die Relaiskontakte verkleben. Besonders im Flurbereich ist dies von Bedeutung da mittels Präsenzmelder häufig ein- und ausgeschaltet wird.
    Mir ist mit der kleinen IKEA Ledare mit 600lm aufgefallen, dass diese an den Dimmaktoren in der Phasenabschnittsteuerung bei ca. 30% Leistung das Schwingen anfängt. Ist Ihnen ein solches Verhalten auch bekannt?
    Viele Grüße
    M.Klein

    • Einschaltströme habe ich bei einzelnen LED Lampen schon gemssen. Es gibt leider keine Regel wie Preis oder Marke, aus der man ableiten könnte, ob die Lampen einen hohen Einschaltstrom haben oder nicht. Also gehe ich bei der Installation erst mal von einem hohen Einschaltstrom aus.
      Relaisaktoren mit 6A (oder 5A) bzw. 16A hört sich sehr nach eQ3 – also Homematic und RWE Smarthome – an.
      Es gibt umfangreiche Beiträge zum Thema im Homematic Forum, die das Thema praktisch umfassend abdecken.
      Die 5A Aktoren haben das Problem, bei den 16A wird es praktisch nicht berichtet. Wenn man die Wahl hat, die 5A Typen vermeiden.
      Bastler können die Relais in den 5A durch (teure) Halbleiterrelais (SSR) mit Nullspannungsschalter ersetzen und für den 16A gäbe es kompatible Relais mit voreilenden Wolfram Kontakten.
      Dort werden auch andere Möglichkeiten wie Eltako Strombegrenzungsrelais oder Strombegrenzung durch NTCs (Fertiglösungen von Gira und ELV beschrieben).
      Dimmerkompatibilität ist leider wie Flöhe hüten. Die Dimmerhersteller versuchen ebenfalls Kompatibilitätslisten zu führen, müssen sich bei den LEDs aber auf gängige Markenartikel beschränken, die oft beim Erscheinen der Kompatibilitätsliste nicht mehr auf dem Markt sind.

      Zur Ledare 600lm gibt es ein Teardown. Soweit ich das sehe, ist am Eingang lediglich ein niederohmiger Sicherungswiderstand. Es ist aus der Entfernung betrachtet mit einem hohen Einschaltstrom zu rechnen.

      • Es handelt sich in diesem Fall um Loxone, einem Produkt aus Österreich. Am normalen Aktor kann man Verbraucher bis 5A Dauerlast anschließen. Das Relais selbst könnte 20A leisten jedoch ist die Leistung der Leiterbanden anscheind begrenzt. Selbstverständlich könnte man Koppelrelais einsetzen und diese gibt es auch in Varianten die höhere Einschaltströme verkraften. Es gibt auch Aktoren mit 16A. Nur warum sollte man diese einsetzen, wenn man den Einschaltstrom kennt ist es möglich eine Aussage zu treffen ob NTC oder Koppelrelais überhaupt notwendig sind. Schließlich möchte man sich nicht unnötig Fehlerquellen einbauen. Was nicht angeschlossen ist kann auch nicht kaputt gehen. Mir bleibt also nur der Weg selbst im Messlabor den Einschaltstrom zu ermitteln.
        Trotzdem Danke.

        • Meanwell gibt beispielsweise für ein 12W LED-Netzteil Einschaltströme bis 70A an. Die Zeit in der dieser Strom wirkt, kann mit unter 100µs recht kurz sein. Man benötigt also die passende Meßtechnik. Z.B. Speicheroszi und eine schnelle, gleichstromtaugliche Stromzange wenn man galvanisch getrennt arbeiten möchte. Außerdem muß man recht viele Messungen machen, um auch mal den richtigen Zeitpunkt (Einschalten im Spannungsmax) zu erwischen. Alternativ kann man auch mit 325V Gleichstrom aus einem großen Elko (>10*Elko im Netzteil der Lampe) messen.
          Mit einem Multimeter geht da nichts.

          Relais mit AgSnO2 Kontakten sind übrigens deutlich unempfindlicher gegen Einschaltströme. Vielleicht hat Loxone so etwas verbaut. Wenn man die Relaisbezeichnung und den Hersteller hat, kann man im Datenblatt nachschauen.

          Einige Hersteller von Bewegungsmeldern und Installationsrelais habe mittlerweile ihre Produktpallette angepaßt und schalten im Spannungsnulldurchgang. Vielleicht macht Loxone auch so etwas? Dann wäre die Gefahr auch gebannt.

  6. (Kommentar gelöscht – bitte die Namenskonvention des auch hier geltenden Kommentarkodex beachten – steht auch unten auf der Seite. „Von1970“ ist kein Name./d. Red.)

  7. Habe mir nach der Melitec L94 (1055lm/12W) jetzt testweise eine Ledare 1000lm/13W besorgt.

    Die Lampen sind sich recht ähnlich. Die Hauben haben fast identische Abmaße. Das Gehäuse der Ledare ist 10mm länger als das Gehäuse der Melitec. Die Melitec wirkt deutlich rötlicher.

    Die erwartete geringere Gehäusetemperatur der Ledare hat sich bei mir nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil wird die Ledare bei mir (hängend in Schraubfassung) einige Grad wärmer als die Meltiec. Kurz oberhalb des Schraubgewindes zeigte das IR-Thermometer 88 Grad Gehäusetemperatur.

    Beide Lampen haben für meinen Geschmack schon eine zu hohe Leuchtdichte um sie in Leuchten zu betreiben, in denen die Lampe sichtbar ist. Ikea hatte in seinen sonst sehr umfassenden offenen Demoboards auch keins der 1000lm Modelle. In etwa gleicher Bauform sah man ein 600lm Modell, das in der speziellen Umgebung auch schon etwas blendete.

    • Ich messe die Temperaturen immer in einer „nackten“ Fassung (meistens hängend) ohne Leuchte drum herum. Je nach Leuchtengehäuse kann eine Lampe deshalb in der Praxis auch mal deutlich wärmer werden.

      • Bei mir jeweils auch die „nackte“ Ikea-Fassung frei von der Decke hängend, wie sie zum Einbau z.B. in die Reispapierkugelleuchten vertrieben wird.

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