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22.8.2010 von Wolfgang.
Meine prophetischen Fähigkeiten scheinen doch etwas beschränkt zu sein: Zwar ist tatsächlich auch Berlin im Quartett der Bewerberstädte für den Lenavision Eurovision Song Contest 2011 - neben Hamburg, Düsseldorf und Lenas Heimatstadt Hannover. Das Finale wird aber nicht, wie ich’s vermutet hatte, am 21., sondern schon am 14. Mai sein. Diese Terminverschiebung der EBU (European Broadcasting Union) könnte allerdings ein Indiz dafür sein, dass letztendlich doch Berlin den Zuschlag erhält. Denn am 21. Mai 2011 hätte es eine Terminkollision mit dem DFB-Pokalfinale der Männer gegeben, das ebenfalls in der Hauptstadt gespielt wird. Am 14. wäre dagegen kein anderes Großereignis im Weg.
Der Tod von Christoph Schlingensief hat mich sehr bewegt, obwohl er über zwei Jahre nach der Lungenkrebs-Diagnose eigentlich nicht überraschen konnte. 49 Jahre alt ist der weitab vom Mainstream arbeitende Multi-Künstler geworden - kaum älter als ich, ebenfalls kräftiger Raucher. Sollte eigentlich ein Anlass sein, das potenziell tödliche Laster endlich loszuwerden, zünde mir trotzdem wieder eine an. Der Geist ist nicht willig und das Fleisch ohnehin schwach.
Mein Heimatland Baden-Württemberg weigert sich mal wieder, eine “Steuersünder-CD” zu kaufen. Offiziell ist die Rede von “rechtlichen Bedenken”. Es darf aber vermutet werden, dass der unselige Länderfinanzausgleich eine große Rolle spielt. Als Nettozahler hätte das vergleichsweise “reiche” Baden-Württemberg nämlich nur wenig von den Mehreinnahmen durch die Nachzahlungen und Bußgelder der Steuerhinterzieher, müsste aber die Kosten für Ankauf und Auswertung weitgehend selbst tragen. Also wozu der ganze Aufwand, wenn am Schluss doch nichts im Landeshaushalt bleibt?
Diverse Baumärkte und Discounter spekulieren mal wieder mit der Dummheit der Kunden und Medien. Ab morgen können Sie herkömmliche klare Glühbirnen bis 75 Watt spottbillig und in rauen Mengen hamstern. Denn mit ziemlicher Sicherheit lesen Sie kommende Woche wieder in der “Qualitätspresse”, dass dieses Glühobst ab 1. September nicht mehr verkauft werden dürfe. Das ist zwar grottenfalsch, wird aber trotzdem von vielen geglaubt. Dabei wäre auch ohne die zweite Stufe des EU-Herstellungs- und Vertriebsverbots eine Neuanschaffung dieser veralteten Leuchttechnik saudumm - egal, wie billig die “Birnen” sind.
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20.8.2010 von Wolfgang.
Heute haben wieder zahlreiche Roma Frankreich in Richtung Rumänien verlassen; auf Druck der Regierung des Immigrantensohnes Nicolas Sarkozy und mit finanzieller “Rückkehrhilfe”. Das könnte man “Abschiebung” nennen, ist es aber eigentlich nicht, denn als europäische Bürger haben die Mitglieder dieser Volksgruppe automatisch Aufenthalts- und Rückkehrrecht in Frankreich.

Prominente Roma (v. l. o. nach r. u.): Grigoras Dinicu, Drafi Deutscher, Charlie Chaplin, Pantoja, Ceija Stojka, Dzej Ramadanovski, Irini Merkouri. (Fotomontage: Olahus@Wikimedia Commons)
An sich also sinnloser Aktionismus, der aber die französische Gesellschaft spaltet. Ein großer Teil begrüßt die Auflösung der illegalen Lager und die verkappte Ausweisung der Roma, andere fühlen sich an die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und den Völkermord an den Sinti und Roma erinnert. Gestern hörte ich einen Franzosen, der sich über den Populismus des Staatspräsidenten mokierte und mutmaßte, Sarkozy sei es wohl am liebsten, er könne die “Zigeuner” nach Auschwitz-Birkenau deportieren.
Mit dieser drastischen Anspielung auf das ehemalige Vernichtungslager schließt sich die gedankliche Verbindung zwischen Sarkozy, den Franzosen, den Roma und uns Deutschen. Natürlich ist der Völkermord einerseits schon vor über sechs Jahrzehnten verübt worden und kaum einer der heutigen Deutschen kann dafür noch zur Verantwortung gezogen werden. Andererseits müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unsere europäischen Nachbarn die deutschen Greueltaten in und außerhalb der beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert nicht vergessen und teils auch nicht verziehen haben.

Sinti- und Roma-Frauen mit Kind 1928 in Deutschland - vor dem Völkermord. (Foto: Bundesarchiv@Wikimedia Commons)
Noch immer begegnen den Deutschen zahlreiche Ressentiments auf der anderen Seite des Rheins - nicht wegen einer individuellen Schuld, sondern allein wegen der Zugehörigkeit zu einem zeitweise barbarischen Volk. Die kollektive, überlieferte Erinnerung selbst jüngerer Franzosen kann dabei durchaus bis zum deutsch-französischen Krieg 1870-1871 zurückreichen; bereits hier wurden die Wunden aufgerissen, die später noch vertieft und erweitert wurden. Zwei, drei Generationen genügen hier bei Weitem nicht, um geschehenes Unrecht zu verzeihen.
Eine Rolle spielt dabei sicher auch das Verhalten einiger Deutscher, die sich nach dem 2. Weltkrieg in Frankreich immer noch fast wie eine Kolonialmacht aufführen - als Immobilienkäufer, Unternehmer oder auch nur als großkotzige Touristen und renitente Restaurantgäste.
Angesichts dessen halte ich die Entwicklung der offiziellen deutsch-französischen Beziehungen nach 1950 schon fast für ein Wunder - es hätte auch ganz anders kommen können. Schließlich gab es ja auch zahlreiche Greueltaten der Franzosen gegen Deutsche - eine meiner beiden Großmütter wurde beispielsweise nach dem 2. Weltkrieg von einem französischen Besatzungssoldaten in Baden vergewaltigt (ein Fremdenlegionär aus Nordafrika, kein Einzelschicksal), die Truppen ließen den halben Schwarzwald abholzen, um ihren Bedarf an Brennstoff und Baumaterial zu decken und natürlich gab es auch Demontage-Aktionen bei Industrieanlagen; ähnlich denen der Sowjet-Truppen in deren Besatzungszone.
Das dies alles heutzutage noch eine Rolle spielen soll, mag jungen Deutschen völlig absurd vorkommen, ist aber tatsächlich Bestandteil der aktuellen politischen Realität in Europa. So wäre eine “Abschiebung” von Roma, wie sie derzeit in Frankreich geschieht, in Deutschland völlig undenkbar. Und die Berichterstattung über strafunmündige Roma-Kinder, die offenkundig von ihren Eltern vom Elsass aus auf regelmäßige Diebstahl- und Einbruchstouren über den Rhein geschickt werden, fällt meist sehr zurückhaltend aus. So wird etwa Ulrich Heffner, der Sprecher des Landeskriminalamtes in Stuttgart, so zitiert:
Es handelt sich schon häufig um Angehörige reisender Familien aus Ost- und Südosteuropa.
Eine Zurechnung zu einer bestimmten Volksgruppe will er nicht vornehmen. Weniger zurückhaltend ist man schon ein paar Kilometer weiter im schweizerischen Basel:
Die Ermittlungen des Kriminalkommissariates, die Beobachtungen der Polizei sowie einzelne Festnahmen lassen den Verdacht zu, dass etliche dieser Taten durch Gruppierungen von Romas verübt wurden, die aus mehreren Camps im nahen Elsass stammen und gezielt nach Basel einreisen, um hier Einbrüche zu verüben.
Solche Zuordnungen würden einem deutschen Polizeibeamten in der Öffentlichkeit nie über die Lippen kommen, sähe er sich doch schnell einem Rassismusverdacht ausgesetzt. Im Übrigen gebietet der deutsche Pressekodex:
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründeter Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber schutzbedürftigen Gruppen schüren könnte.
Zu diesen “schutzbedürftigen Gruppen” zählen bei uns natürlich auch die Sinti und Roma. Denn, seien wir mal ehrlich mit uns selbst: Haben wir nicht jede Menge Vorurteile? Haben uns nicht Eltern oder Großeltern den Begriff “Zigeuner” als negativ besetzte Bezeichnung eingebleut? Sind wir nicht auch beunruhigt, wenn “fahrendes Volk” mit Wohnwagen auf dem Festplatz unseres Ortes campiert und dunkelhäutige Kinder durch die Wohngebiete streifen? Ähnlich wie die weißen US-Amerikaner in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts “Schwarze” nur als Dienstboten, Tänzer, Komödianten, Sänger und Musiker akzeptierten, so beschränken sich unsere positiv erlebten Kontakte mit Roma meist auf musikalische Begegnungen - als Zuschauer oder in wenigen Fällen auch als Mitwirkender (been there, done that).
Alle lieben den Gypsy-Jazz von Django oder Schnuckenack Reinhardt, Biréli Lagrène, Häns’che Weiss oder Titi Winterstein, aber: “Lasst die Sippe bitte schön nicht in meiner Nachbarschaft wohnen” - das denken viele Deutsche sicherlich, denen Sinti und Roma privat völlig fremd sind. Und das liegt absurderweise auch daran, dass es wegen der Ermordung von hunderttausenden Roma nur noch wenige von ihnen gibt. Meist ist die Fremdenfeindlichkeit gegenüber einer Volksgruppe umgekehrt proportional zu ihrer Präsenz in der Gesamtbevölkerung. Sehr schön ist das bei den Neonazis zu beobachten, die vor allem in den neuen Bundesländern Zulauf haben, wo der Emigranten- bzw. Ausländeranteil weitaus geringer ist als im Westen der Republik.
Das haben wir offenbar auch mit den Franzosen gemeinsam. Die hätten an sich genug Probleme und Aufgaben mit den Millionen hoffnungslosen legalen und illegalen Emigranten in den Vorstädten, kaprizieren sich aber jetzt ausgerechnet auf die geschätzt rund 15.000 Roma - eine verschwindend geringe Minderheit im bunten, multikulturellen Frankreich, dessen Staatspräsident ungarisch-griechische Wurzeln hat und der sich offenbar von seiner sinnlosen Anti-Roma-Aktion einen politischen Vorteil verspricht. Gerade wir Deutsche sollten das nicht unkommentiert lassen.
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26.6.2010 von Wolfgang.
Ergänzend zu diesem Angebot können Sie sich jetzt dem Modeinstrument dieses Sommers auch deutlich intensiver widmen: Die “Hamburger Akademie für Fernstudien” bietet ein Vuvuzela-Spezialseminar an. Besonders gefällt mir die auf der Website erklärte Finanzierung:
Studiengebühren werden
amin Rand erhoben und sind spätestens am 11. Juli 2010 auf ein noch zu benennendes Konto des Verbandes Wandsbeker Katzenfreunde i.G. zu überweisen.
Einige Fragezeichen wirft allerdings die Zeitplanung des Hamburger Studiums auf:
Die Studiendauer ist verhandelbar und dauert mindestens so lange, wie sich Begeisterung und Motivation die Wage halten.
Mit diesem etwas halbherzigen Angebot werden Sie allerdings nie die Meisterschaft der neuen “Vuvuzela-Gruppe” des Konzerthausorchesters am Gendarmenmarkt in Berlin erreichen, die in diesem Zeit-Online-Video die bisher kaum bekannten hochkulturellen Dimensionen der Tröte demonstriert.
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23.6.2010 von Wolfgang.
Wenn Sie beim Betrachten dieses Blogs nicht auf das derzeit alltägliche Hintergrundgeräusch verzichten wollen, einfach auf das Bild klicken:

(Foto: Berndt Meyer@Wikimedia Commons)
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12.6.2010 von Wolfgang.
Waschmaschinen verfügen zugegebenermaßen über eine Trommel, sie gelten aber trotzdem nicht als Musikinstrumente. Dachte ich jedenfalls bisher. Seit ein paar Tagen allerdings sehe ich das anders, denn meine neue koreanische Samsung P-1481 macht wirklich Musik. Okay, ein paar kleine Pieptöne beim Einschalten, jeweils ein einzelner, schüchterner Ton beim Einstellen von Programm, Temperatur und Schleuderdrehzahl - soweit ist ja alles noch im Rahmen des Erwartbaren.
Dann aber das finale furioso: Nach dem erfolgreichen Ende eines Waschvorgangs ertönt eine komplette Melodie (aus dem Gedächtnis nachgespielt, vielleicht nicht ganz akkurat), die mir sofort sehr bekannt vorkam. Das musste doch aus Mozarts “Zauberflöte” sein, oder? (Update: Nö, ist es nicht, siehe unten). Ganz sicher war ich mir nicht, auch im Familienkreis war nichts Genaues zu erfahren (das Gerät wird dort kaum wegen seiner musikalischen Fähigkeiten benutzt). Also fragte ich per Mail beim Samsung Customer Communication Center in Schwalbach nach und erwähnte auch meinen “Zauberflöten”-Verdacht. Die Antwort kam schon am nächsten Tag:
Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Leider konnten wir nicht genau in Erfahrung bringen, woher die
Endmelodie stammt.
Es ist aber nicht wahrscheinlich, dass die Melodie aus der Zauberflöte
stammt, da dies auch Gemarechtlich abgeklärt werden müsste.
Auf diesen Schreck erstmal einen “Korea“: Die Samsung-Leute wissen das auch nicht? Und glauben, dass man für eine Melodie aus der “Zauberflöte” GEMA zahlen müsste? Leute, Leute, Mozart ist seit weit über 200 Jahren tot, der kostet schon lange nichts mehr. Und rechtlich abklären muss man auch nichts, wenn man eine gemeinfreie Mozart-Melodie vom Pieper einer Waschmaschine dudeln lässt.
Inzwischen hat mir ein befreundeter Musiker bestätigt, dass die Melodie tatsächlich aus der “Zauberflöte” sei, wir sind uns bloß noch nicht ganz klar über die Arie, aus der sie stammt. “Der Vogelfänger bin ich ja” ist es jedenfalls nicht, ich tippe eher auf “Ein Mädchen oder Weibchen”, aber auch das ist eher Vermutung als Gewissheit. Irgendwie fehlt mir bei jeder dieser Arien der assoziative Bezug zum Waschen. Sachdienliche Hinweise in den Kommentaren wären mir sehr willkommen.
Update 12.6. (via Nik aus den Kommentaren): Das Samsung-Rätsel ist gelöst! Nix Mozart, nix Zauberflöte, es ist “Die Forelle” von Franz Schubert, was mir im Zusammenhang mit “Waschen” und “Wasser” auch deutlich sinnvoller erscheint (und übrigens genauso gemeinfrei ist wie Mozart). Tausend Dank für den wertvollen Hinweis - und hier als Bonustrack und Beweis das gerade aufgenommene Waschmaschinen-Finale im Original.
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31.5.2010 von Wolfgang.
Die Nachrichten überschlagen sich heute: Zuerst gibt Stefan Raab bekannt, dass es nun doch keine Nachfolgerin für Oslo-Siegerin Lena geben soll - die junge Dame muss noch mal ‘ran, zahlreiche Fans fordern das Bundesverdienstkreuz für Lena und/oder Stefan, einige wollen Lena sogar als Bundespräsidentin nominieren, Amtsinhaber Horst Köhler reagiert schon kurz darauf und macht den Weg frei - mit seinem Rücktritt.

Austragungsort für den nächsten Eurovision Song Contest: Schloss Bellevue in Berlin, der Amtssitz von Bundespräsidentin Meyer-Landrut. (Foto: Stephan Czuratis@Wikimedia Commons)
Damit dürfte wohl alles klar sein für den Berliner Megatag 21. Mai 2011: Das ebenfalls an diesem Termin geplante DFB-Pokalfinale wird auf den Nachmittag vorverlegt, der Eurovision Song Contest findet abends im Schloss Bellevue statt, Hape Kerkeling moderiert (als Königin Beatrix - lecker Mittagessen!) zusammen mit den Hofdamen Kim Fisher und Anke Engelke) und die Schlossherrin Lena singt ein Lied, das die Untertanen zuvor in einer Song-Casting-Show auf Pro7 und Das Erste gewählt haben. Glauben Sie alles nicht? Also bitte, Sie haben ja auch vor ein paar Monaten noch nicht geglaubt, dass eine Abiturientin aus Hannover mit einem amerikanisch-dänischen Lied den Eurovision Song Contest in Norwegen gewinnt…

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30.5.2010 von Wolfgang.
Nach dem historischen Erfolg für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo und mitten in der ausufernden Lenamania können wir doch schon mal einen Schritt weiterdenken:
* Wann und wo findet das nächste Finale statt? Das Datum ist schon von der EBU entschieden worden, es wird der 21. Mai 2011 sein (übrigens der “Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung”). Das “Wo” ist prinziell auch klar: Natürlich in Deutschland, vermutlich in Berlin.
* Wer startet für Deutschland? Das wird erneut mit Hilfe einer Casting-Show in Kooperation von ARD und Pro7 entschieden. Und dafür hätte ich schon mal einen heißen Kandidat(inn)entipp:
Diese junge Dame heißt Nicole, kommt aus Deutschland (natürlich), ist gerade mal 15 und wäre damit nach Eurovisions-Regeln vermutlich nächstes Jahr startberechtigt (Mindestalter der Interpreten ist 16). Erstaunliches Talent, oder? Stefan Raab, übernehmen sie.
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26.4.2010 von Wolfgang.
Beim quotenstarken Tatort “Blutgeld” des SWR am 25. April war ja vieles vorhersehbar, aber nicht, dass der wahre Thrill-Faktor des Films in der Technik verborgen war - zumindest für Audiophile. Ich gehöre ja leider zu den Verrückten, die (wenn möglich) Fernsehen in HD gucken und in digitalem 5.1-Surround-Sound hören mögen. Das kostet einige Euronen für eine ordentliche Technik, zahlt sich aber durch ein beeindruckendes Medienerlebnis aus, sofern Inhalt und Form stimmen.
Das aber wollte am Sonntagabend irgend wie nicht klappen: Zwar war das originär in HD gedrehte Bild okay, eine Einblendung verriet außerdem, dass der Ton in Dolby Digital 5.1 aufgenommen wurde, aber schon die wohlbekannte Titelmusik von Klaus Doldinger erklang äußerst eindimensional - fast schon mono. Und das setzte sich auch in den ersten Szenen fort: Nicht nur die Dialoge, auch die Atmo(sphärentöne) und die Musik von Oliver Kranz schallten vorzugsweise aus dem Center-Lautsprecher und den beiden Front-Boxen, aber so gut wie gar nicht aus den hinteren Surround-Lautsprechern. Raumeindruck: Gleich Null.
Natürlich denkt man als Besitzer einer recht neuen Anlage bei solchem Ungemach erst mal an einen eigenen Verkabelungs- oder Einstellungsfehler, probiert alles Mögliche aus und verpasst dabei die Hälfte der Handlung, nur um festzustellen: Alles okay - der HD-Kabel-Receiver liefert den Digitalton via PCM-Stream über das HDMI-Kabel an den AV-Verstärker, der decodiert das ganz auf Dolby 5.1, beliefert die fünf Boxen und wäscht seine Hände in Unschuld.
Also die verzweifelte Gegenprobe an einer anderen Surround-Anlage bei der hübschen Nachbarin ein Stockwerk tiefer: Genau der gleiche, seltsam eindimensionale Ton, also offenbar ein Fehler im PCM-Stream der ausstrahlenden Anstalt oder in der Übertragungskette danach. Was muss das für ein Frust sein für die beim Film beteiligten Tontechniker, Sound-Designer und Komponisten, ihr mühsam auf fünf Tonkanälen aufgenommenes und gemischtes Werk so verunstaltet gesendet zu hören.
Immerhin blieb mir als Konsument eine spontane Notlösung für die zweite Hälfte des Filmes (die erste ging ja für “Jugend forscht” drauf): Tonempfang am Kabel-Receiver umschalten auf “Analog” und diese zwei Standard-Stereo-Kanäle dann vom AV-Verstärker auf “Surround” umrechnen lassen - Heureka! Nun klang’s plötzlich um Welten besser aus den fünf Boxen und die Musik konnte auch endlich als solche erkannt und gewürdigt werden.
Selbstverständlich war dann pünktlich zum Ende des Tatorts wieder alles in Butter bei “Das Erste HD” - schon die direkt danach laufenden Programm-Trailer erklangen auch über den digitalen Tonempfang einwandfrei - also kann definitiv niemand meinem Mini-Heimkino die Schuld in die Kabelschuhe schieben.
Ich habe heute mal beim SWR per Mail nachgefragt, welches Technik-Teufelchen denn da sein Unwesen getrieben hat. Wenn eine Antwort kommt, wird sie hier nachgereicht.
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13.4.2010 von Wolfgang.
Wie - um alles in der Welt - bringen wir diese drei netten Damen in einer Meldung unter?



Foto-Quellen (im Uhrzeigersinn von oben nach unten): AxelHH, Bertrand, Stepan (alle aus Wikimedia Commons)
Kein Problem, dank Claudia Roth und Super-Illu. Die Bündnis 90/Grünen-Bundesvorsitzende hat dem laut eigener Einschätzung “ostdeutschen” Boulevardblatt ein Interview gegeben, in dem auch über den nächsten Eurovision-Song-Contest im Mai in Oslo gesprochen wurde. Immerhin kennt sich Claudia Roth als ehemalige Band-Managerin ja bestens aus mit Musik und hat den Schlager-Grand-Prix seit 1965 regelmäßig im Fernsehen geguckt (also schon lange vor “Ton, Steine, Scherben”).
Und an dieser Stelle fällt der Satz: “Unsere deutsche Kandidatin, Lena Meyer-Landrut, gefällt mir außerordentlich gut. Sie hat das Zeug, eine deutsche Björk zu werden.” Frau Roth soll das ganz ernsthaft und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gesagt haben. Wer vermutet, dass sich Rio Reiser angesichts dieses Vergleichs seiner früheren Band-Managerin im Grabe herumdreht, könnte richtig liegen; auf dem Friedhof ist er seit ein paar Tagen auch als Kreisel-Rio bekannt.
Liebe Frau Roth: Nein, Lena hat nicht das Zeug, eine deutsche Björk zu werden. Die eine schauspielert ab und zu, singt, textet, parliert und performt ganz leidlich, die andere beherrscht dies alles ebenfalls, aber erheblich besser, kann zusätzlich Noten lesen und schreiben, arrangieren, musizieren über alle Stilgrenzen von Pop bis Klassik, organisieren und nebenbei noch mit einem Spendenfonds zur Rettung ihres nahezu bankrotten Heimatlandes Island beitragen.
Ja, Frau Roth, ich weiß, das war wahrscheinlich als Kompliment gedacht. Aber projezieren Sie doch nicht gleich Ihren ganzen Erwartungshorizont in eine 18jährige Newcomerin, die einfach frisch von der Leber weg einen Song in Oslo interpretieren soll und allein deshalb schon im Moment unmenschlichen Druck aushalten muss.
Denken Sie mal dran, was mit der damals 17jährigen France Gall passiert ist, der Sängerin, die Sie 1965 beim Eurovisions-Wettbewerb im TV siegen sahen. Der frühe Erfolg hat der jungen Frau jede Menge Probleme beschert und sie sogar jahrelang aus ihrem Heimatland Frankreich nach Deutschland vertrieben, wo sie deutschsprachige Schlager singen musste, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen - das darf man auch “Höchststrafe” nennen. Und so was würden Sie Lena wohl nicht wünschen.
*Für nicht-Frankophile: “Drei Frauen und ein Traum”
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13.4.2010 von Wolfgang.
Das “SWR 3 New Pop Festival” in Baden-Baden hat dieses Jahr einen neuen Sponsor. Es ist “das einzig Wahre - … (hier bitte den Namen einsetzen, der Ihnen spontan einfällt)”. Ein Musik-Festival im Schwarzwald mit junger Zielgruppe lässt sich also von einem Alkoholproduzenten aus dem Sauerland finanzieren - ein “Plopp” zum Pop - das perlt.
Andererseits war der alte “New Pop”-Sponsor auch nicht grade ein Vorbild für die junge Generation; scheint schwer, heutzutage jemanden zu finden, der keinen Dreck am Stecken hat.
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