Doppeltest: „Sunset Dimming“-Strahler von LEDON – flexibel und farbtreu

Fast perfekte Halogenstrahler-Imitationen liefern zwei neue, helle, flexible und sehr farbtreue „Sunset Dimming“-LED-Leuchtmittel von LEDON aus Österreich: Der 7-Watt-/GU10-Spot und das 10-Watt-Einbau-Downlight mit externem Treiber reduzieren Ihre Farbtemperatur beim Dimmen stufenlos – so ähnlich, wie wir es von Glüh- oder Halogenlampen her gewohnt sind.

LEDON-SD-GU10-Downlight-Packs
Die beiden „Sunset Dimming“-Testexemplare: Ein 7-Watt-/GU10-LED-Spot mit nominell 345 Lumen (entspricht 50-Watt-Hochvolt-Halogenstrahlern) sowie ein 10-Watt-Niedervolt-LED-Downlight mit über 500 lm und einem externen Trafo. Dass hier der EU-konforme Vergleichswert dennoch nur 45 Watt beträgt, liegt an der höheren Effizienz von 12-Volt-/MR16-Halogenstrahlern. (Fotos: W. Messer)

Das jetzt echt lange gedauert, bis LEDON mal wieder mit neuen „Sunset Dimming“-Lampen und -Leuchten um die Ecke kommt: Das bisher erste und einzige Modell dieser Art war eine E27-„Birne“ aus dem Jahr 2012. Seither meldeten sich immer mehr Hersteller mit ähnlichen Konzepten, etwa Megaman („Dim-to-warm“), Philips („DimTone“) oder Osram („GLOWdim“). Allen gemeinsam ist die Fähigkeit, ihre Lichtfarbe beim Herunterdimmen stufenlos „wärmer“ zu machen, meist innerhalb einer Spanne zwischen ca. 2900 und 1900 Kelvin Farbtemperatur.

Normale LED-Lampen können sowas nicht

Je dunkler, desto gemütlich-rötlicher leuchtet’s also – vor allem traditionsbewusste Lichtkäufer wollen diese von Glüh- und Halogenlampen her gewohnte Eigenschaft auch nach dem Umstieg auf stromsparende LED-Beleuchtung behalten. In den allermeisten Fällen ist das jedoch unmöglich, weil die normalen, „weißen“ Halbleiter-Chips ihre Farbtemperatur beim Dimmen nicht oder nur geringfügig ändern.

Also muss Spezialtechnik her: Mindestens zwei verschiedene Chip-Sorten („warmweiß“ und „extra-warmweiß“ oder bernsteinfarben), die individuell angesteuert werden können und durch ein stufenlos regelbares Mischungsverhältnis die jeweils gewünschte Lichtfrabe liefern. Die beiden LEDON-Neuheiten integrieren das in einem Multi-Chip-CoB-Modul, bei dem die einzelnen Mini-LEDs mit bloßem Auge kaum voneinander zu unterscheiden sind.

Halogenstrahler-ähnliche Reflektor-Optik

LEDON-SD-Downlight-top-anAußerdem sitzen sie gut versteckt unten inmitten einer facettierten Reflektor-Optik mit Struktur-Streuscheibe, die eine Halogenstrahler-ähnliche Abstrahlung gewährleisten soll (im Bild der Blick von oben beim „Sunset Dimming“-Downlight auf dunkler Dimmstufe).

Dieses Konzept mit einer zentralen Lichtquelle hat gegenüber der sonst sehr verbreiteten, günstig zu produzierenden Strahler-Technik mit mehreren munter verteilten SMD-LEDs klare Vorteile:

  • Weicherer Übergang zwischen Hauptlichtkegel, Streulicht und Dunkelzone;
  • keine Mehrfach-Schatten bei angestrahlten Objekten;
  • attraktiveres Erscheinungsbild, das auch im ausgeschalteten Zustand an Halogenstrahler erinnert, statt mit Riffel-Streuscheiben und Vorsatzlinsen offensiv die neue Lichttechnik zu offenbaren.

Das ergibt in der Praxis allerdings nur dann einen Sinn, wenn das gebotene Licht ebenfalls Halogen-verwöhnte Augen zufriedenstellen kann. Und hier tritt LEDON – bis auf wenige Ausnahmen – mit einem Premium-Anspruch an, den auch beide Testobjekte erfüllen sollen. Dann nehmen wir uns mal den Retrofit-Strahler vor:

50-Watt-GU10-Ersatz mit 86% Stromersparnis

LEDON-SD-GU10-aus-Color-Ring345 Lumen Lichtstrom aus 7 Watt bei voller Leistung und 3000 Kelvin Farbtemperatur klingen beim „Sunset Dimming“-GU10-Spot erstmal nicht nach sensationeller Effizienz. Tatsächlich genügt das aber schon als EU-konformer LED-Ersatz für einen 50-Watt-Halogenstrahler (der Vergleichswert von 300 lm bezieht sich auf die kalkulierte Leistung am Ende der LED-Lampen-Nennlebensdauer).

Und außerdem protzt der inklusive einem alternativ aufsteckbaren Chrom-„Color Ring“ gelieferte Weißling mit einem Farbwiedergabeindex von Ra 90 – das kostet gegenüber Ra-80-Modellen bis zu 25% Helligkeit. Deshalb können Sie getrost ignorieren, dass auf der Packung nur das EU-Ökolabel A steht (Bild unten links) und nicht A+ oder gar A++ – in der Praxis ist das kaum relevant.

Lange Lebensdauer wird garantiert

LEDON-SD-GU10-LabelMindestens 86% Stromsparpotenzial sind nämlich vor allem beim gewerblichen Dauereinsatz ein starkes Argument, das selbst bei dem hohen Preis von 16,99 Euro für eine schnelle Amortisation spricht. Schließlich sind die beiden „Sunset Dimming“-Neuheit laut LEDON unter anderem für die stimmungsvolle, situationsabhängig flexible Beleuchtung von Restaurants, Hotels oder Bars gedacht.

Und damit sie die Strahler nicht alle paar Monate auswechseln müssen, beträgt die Nennlebensdauer mindestens 25.000 Leuchtstunden und 100.000 Schaltzyklen. Garantiezeit: Satte fünf Jahre – so muss das sein.

Passform ist fast überall Retrofit-tauglich

LEDON-SD-GU10-Pack-Seite„Retrofit“ bedeutet unter anderem, dass eine LED-Lampe problemlos dort ‘reinpasst, wo vorher ein traditioneller Stromfresser drin steckte. Hier macht der aus Aluguss und Kunststoff gefertigte LEDON-Spot auch als „Sunset Dimming“-Variante eine ordentliche Figur: 58 mm lang, 50 mm Maximaldurchmesser, 70 Gramm Gewicht.

Auf der Verpackung (Foto rechts) wird allerdings mit einer Grafik darauf hingewiesen, dass pro Dimmer-Stromkreis maximal 20 dieser Spots angeschlossen werden dürfen. Außerdem zeigt LEDON, dass es eine online publizierte Liste von Kompatibilitäts-geprüften Dimmer gibt.

Am Schalter gab’s keine Probleme

In meiner offenen, hängenden Testfassung geht’s aber prinzipiell erstmal an einem dimmerlosen Schalter zur Sache: Dort startete der Strahler innerhalb etwa einer halben Sekunde in zwei Helligkeitsstufen, blieb geräuschlos, zog nach zwei Stunden Betrieb 6,8 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,80 und wurde an der heißesten Stelle des Gehäuses – oben am Sockel – 72 Grad warm. Unten am Lichtaustritt waren es nur rund 25 Grad.

LEDON-SD-GU10-Flicker-SchalterAuch beim sensiblen Thema „Flimmern“ gibt’s zumindest am Schalter Entwarnung: Die „Flicker Tester“-App von „Viso Systems“ meldete bei einer Bezugsfrequenz von ca. 100 Hertz nur Index 0,0 und eine minimale Rate von 3% (Screenshot rechts). Das können wir problemlos als „flimmerfrei“ durchgehen lassen.

Je nach Modell und Helligkeitseinstellung konnten sich diese Werte am Dimmer allerdings auf bis zu Index 0,1 und 31% Rate erhöhen. Das galt vor allem bei halbwegs dunklen Stufen, wo offenbar eine höherfrequente PWM-Regelung ins Spiel kam. Mit bloßem Auge ist das nicht zu sehen; das Kamera-Display zeigte jedoch – ähnlich wie beim normalen LEDON-Downlight – teils ein leichtes Flimmern und bei extrem dunkler Einstellung am justierbaren Jung-Phasenanschnittdimmer sogar horizontale, schwarze „Shutter-Streifen“. Bei Volllast blieben die Werte dagegen durchweg auf dem Niveau der Schalter-Messung.

Halbwertswinkel wird beim Dimmen etwas kleiner

LEDON-SD-GU10-Spot-Leuchtbild-2000KDas GU10-Modell gibt’s – im Gegensatz zum unten getesteten Downlight – nur in einer Lichtkegel-Variante mit nominell 38 Grad Halbwertswinkel bei Volllast, der sich laut Datenblatt (pdf-Download) beim Dimmen durch die veränderte Ansteuerung des CoB-Arrays bis auf 27° verringern soll (Leuchtbild links).

Für die Abstrahlcharakteristik spielt diese leichte Verengung keine Rolle. Sie kriegen in jedem Fall zwei Hauptlichtkegel: Einen etwas breiteren, flachen direkt am Lichtaustritt und darüber einen engeren, weitreichenden mit einer Maximal-Lichtstärke von rund 750 Candela.

Im Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ konnte, messtechnisch bedingt, nur der Halbwertswinkel bei voller Leistung ermittelt werden – und der lag mit 37,7° fast punktgenau bei der LEDON-Angabe (pdf-Download des Diagramms).

Der Spot leuchtete etwas „wärmer“ als erwartet

LEDON-SD-GU10-Pack-obenDas gilt ebenso für den gemessenen Lichtstrom nach zwei Stunden Dauerlauf: Gut 412 Lumen insgesamt, 342 lm innerhalb des 90-Grad-Bemessungswinkels (pdf-Download des gesamten Messprotokolls).

Signifikant war allerdings die Abweichung bei der „kühlsten“ Farbtemperatur: Nur 2903 statt der angegebenen 3000 Kelvin (siehe Packungs-Oberseite rechts) – der Spot leuchtete also etwas „wärmer“ als versprochen.

Dagegen wurde die Untergrenze ziemlich exakt getroffen: Beim Dimmen auf ca. 43 Lumen hatte der Strahler 1972 Kelvin (pdf-Download des Messprotokolls). Ein weiteres Herunterregeln verringerte nur noch den Lichtstrom, nicht aber die Farbtemperatur. Hier liegt der LEDON-Strahler auch im direkten Sichtvergleich viel näher am Megaman-„Dim-to-Warm“-Spot als bei seinem Philips-„DimTone“-LED-Konkurrenten, der auf unterster Dimmerstufe noch deutlich „kühler“ leuchtet.

Ra 90 wird bei jeder Helligkeit übertroffen

Kaum einen Einfluss hatte die Dimmer-Stellung auf die gemessene Farbtreue des LEDON. Der „allgemeine Farbwiedergabeindex“ mit acht Messfarben lag stets deutlich über den offiziellen Ra 90 – und auch bei den zusätzlichen sechs Werten gab’s keine nennenswerten Schwächen. Bei voller Leistung waren es glatte Ra 93 mit guten 65,5 für die schwierige Zusatzfarbe R9 („Rot gesättigt“), bei „ultra-warmweißer“ Stufe 92,3 bzw. 55,8.

LEDON-SD-GU10-Farbtreue-3000-2000
Links mein Standard-Farbtreue-Motiv mit einem sattroten und einem tiefblauen Mini-Motorrad auf weißem Untergrund bei 2900 Kelvin, rechts mit knapp 2000 K – jeweils mit Weißabgleich „Tageslicht“ und ohne Nachbearbeitung.

Unangenehme Rosa- oder Grün-Farbstiche werden Ihnen hier ebenso wenig begegnen wie Multi-Schatten – hier ist alles schön klar definiert und die satten Farben sind als solche erkennbar. Selbst Fans von eher „neutralweißen“ Lichtfarben könnten sich eventuell zumindest mit der hellsten und „kühlsten“ Einstellung etwas anfreunden, weil sich die Orange-Verschiebung in Grenzen hält. Das ist schon nicht schlecht, geht aber erstaunlicherweise noch besser, wie Sie weiter unten beim Downlight-Test sehen werden.

Mal wieder gemischte Resultate beim Dimmen

Wie immer der heikelste Teil der Prüfung: Die Dimmer-Versuche. Wie’s dabei mit dem Flimmern aussieht, habe ich weiter oben schon geschrieben. Jetzt geht’s um Reaktionsschnelligkeit, Regelbarkeit und Geräusche. Sowohl am nicht justierbaren „be“-Phasenabschnittdimmer als auch am justierbaren Jung-Dimmer kam bei dunkler Voreinstellung nach Schalter-Druck sofort und stufenlos Licht. Bei helleren Reglerstellungen gab’s innerhalb von etwas über einer halben Sekunde ein zweistufiges „Einfaden“ bis zur gewählten Helligkeit. Ausschaltverzögerungen sind mir nicht aufgefallen.

Am Jung-Dimmer beeindruckte nach korrekter Justage die gleichmäßige, verzögerungs- und flackerfreie Regelung über den gesamten Dimmerachsen-Weg zwischen 0,9 und 7,7 Watt (Gesamtleistung Strahler + Dimmer), während die effektive Regelspanne beim „be“-Dimmer trotz der höheren Einstiegsschwelle (2,2 bis 7,6 Watt) eher auf die untere Hälfte des Drehwinkels beschränkt war. Obenrum änderte sich nicht mehr viel. Dafür sorgte dieser Phasenabschnittdimmer aber für einen deutlich leiseren Betrieb: Der Spot surrte hier bis maximal 20 cm Distanz bei stiller Umgebung – bei dunkler Einstellung wurde daraus ein hochfrequentes Sirren.

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Besonders laut wurde das Duett LEDON/Phasenanschnittdimmer: Bei mittlerer Einstellung waren beide teils noch in über einem Meter Entfernung mit dem typischen 100-Hertz-Surren zu vernehmen. Beim Dreh auf Dunkel wurde dieses Geräusch ebenfalls von einem höheren Sirren abgelöst, das allerdings nur rund halb so laut war wie das Surren zuvor. Am leisesten blieb an beiden Dimmern die jeweils hellste Einstellung. Im Prinzip gilt hier die gleiche Empfehlung wie für die dimmbaren LEDON-GU10-Spots mit fixer Farbtemperatur: Lieber einen justierbaren Phasenabschnittdimmer nehmen.

Mein Testurteil:

LEDON-SD-GU10-Spot-ausDer neue, rund 7 Watt starke „Sunset Dimming“-GU10-Spot von LEDON bekommt eine erstaunlich gute und sehr farbtreue Halogenstrahler-Imitation hin, die je nach Dimmerstellung von „Warmweiß“ bis „Ultra-Warmweiß“ reicht. An der Helligkeit gibt’s nichts zu Meckern: 50-Watt-Halos können mit insgesamt bis zu 412 LED-Lumen locker ersetzt werden.

Auch schön: Wer statt des weißen Rands oben lieber einen chromfarbenen hätte, darf einen mitgelieferten, aufsteckbaren „Color Ring“ montieren. 16,99 Euro klingen erstmal ziemlich happig, sind jedoch nur 4 € mehr als beim dimmbaren 6-Watt-Schwestermodell ohne „Sunset Dimming“ und werden immerhin von fünf Jahren Garantie flankiert. Eigentlich müsste meine LED-Bewertungsskala für all das Gebotene viereinhalb von fünf Punkten vergeben. Weil’s aber je nach Dimmermodell für eine ordentliche Sonnenuntergangs-Stimmung deutlich zu laut im Zimmer werden kann, gibt’s einen kleinen Abzug und wir enden bei
LED-SternLED-SternLED-SternLED-Sternvier Sternen.

Das „Rundum-Sorglos“-LED-Leuchtenpaket

LEDON-SD-Downlight-Teile

LEDON-SD-Downlight-LabelFür knapp 50 Euro kriegen Sie neuerdings von LEDON eine Packung mit vier Teilen: Eine rund 10 Watt starke, 71 Gramm leichte, 56 mm hohe, 50 cm breite, dimmbare Niedervolt-Reflektor-LED-Einbauleuchte aus Aluguss und Kunststoff mit fest angeschlossenem Kabel samt Kupplungsstück, einen 100 Gramm schweren Treiber mit Kabel und Kupplung sowie zwei alternativ aufschraubbare Rahmenringe in Weiß und Chrom.

Zwischen Treiber und Leuchte können bis zu 40 cm Distanz liegen; eine Schutzart wird nicht genannt. Die EU-Ökolabel-Einstufung liegt bei A (Packungsausschnitt rechts).

Es ist rein äußerlich fast die gleiche Materialsammlung, die’s bei LEDON auch schon für rund 40 Euro gäbe. Für passende Einbaurahmen in diversen Variationen müssen Sie in beiden Fällen jeweils nochmal 4,99 € extra anlegen. Der Unterschied: Für 10 Euro mehr bekommen Sie rund 100 Lumen Lichtstrom weniger. Hä?! Des Rätsels Lösung: Die teurere Lieferung enthält eine neue „Sunset Dimming“-Variante des bekannten LEDON-Downlights. Und auf der Verpackung stehen unter anderem zwei Farbtemperaturen:

LEDON-SD-Downlight-Pack-oben

Es ist mit 2900 bis 2000 Kelvin nicht ganz die gleiche Spanne wie beim GU10-„Sunset Dimming“-Spot – tatsächlich liegen die regelbaren Lichtfarben beider Modelle aber recht nahe beieinander: Im Labor schaffte das Downlight zwischen 2816 und 1918 K – die jeweilige Differenz zu den 2903 und 1972 K beim Retrofit-Spot beträgt also nicht mal 90 K.

Größer sind die Unterschiede bei der Helligkeit: Die Ulbricht-Kugel meines Kooperationspartners „David Communication“ wurde vom Downlight ungedimmt mit insgesamt 565 Lumen beleuchtet, davon 505 lm innerhalb des 90-Grad-Bemessungswinkels (pdf-Download des Messprotokolls) – also etwas weniger als die versprochenen 600 bzw. 520 lm.

Drei Abstrahlwinkel-Varianten im Angebot

LEDON-SD-Downlight-AufdruckDiese Messwerte beziehen sich auf das Testexemplar mit einem nominellen Halbwertswinkel von 38 Grad (siehe die schwarze Markierung im Leuchten-Aufdruck rechts) und 1100 Candela Lichtstärke. Sie können jedoch auch Varianten mit 20 und 60 Grad bekommen.

Das Labor ermittelte einen Hauptabstrahlwinkel von knapp 36 Grad (pdf-Diagramm), der sich wohl auch bei den verschiedenen Farbtemperaturen nicht wesentlich ändert. Jedenfalls steht davon nichts im Datenblatt (pdf-Download) und auch meine Leuchtbilder legen das nahe:

LEDON-SD-Downlight-Leuchtbild-2800-1900

Oben links leuchtet das Downlight mit voller Leistung, rechts auf kleinster Dimmstufe – es ist beide Male ein sehr homogener, weitreichender Lichtkegel ohne große Brüche mit einem relativ sanften Hell-/Dunkel-Übergang. Das gefiel mir schon mal deutlich besser als beim GU10-SD-Spot. Die facettierte Reflektor-Optik des Downlights (unten links) sieht zwar sehr ähnlich aus, scheint mir aber vor allem in der Mitte etwas komplexer aufgebaut zu sein als beim Retrofit-Strahler (unten rechts).
LEDON-SD-Downlight-Top-ausLEDON-SD-GU10-top-aus
Ebenfalls eine Liga höher: Die Farbtreue. Bei der „kühlsten“ Lichtfarbe lag der „allgemeine Farbwiedergabeindex“ bei Ra 96,8 mit hervorragenden 92,3 bei der Zusatzfarbe „Rot gesättigt“ (R9). Der niedrigste Wert auf der kompletten 14er-Skala war 88,9 bei sattem Blau (R12). Die unterste Dimmstufe mit ca. 52 Lumen bei 1918 Kelvin fiel im Labor kaum schlechter aus: Ra 95,7 mit 87,7 für R9 (pdf-Download des Messprotokolls).

Und so sehen die entsprechenden Farbtreue-Standardmotive aus (Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung):

LEDON-SD-Downlight-Farbtreue-2800-1900

Trotz der etwas stärkeren Orange-Rot-Verschiebung sind die Farben noch genau so gut erkennbar wie beim GU10-Spot; das Rot der Ducati wirkt noch eine Spur kräftiger und naturgetreuer – vor allem im Bild links mit der neutraleren Lichtfarbe von rund 2800 Kelvin. Selbst das Dunkelblau der Yamaha kippt hier nicht völlig ins Ungefähre weg.

Ohne Dimmer unter 10 Watt Leistungsaufnahme

Der Schattenwurf ist ausreichend prägnant definiert; es gibt keine Mehrfach-Schatten oder Zerfaserungen – eine segensreiche Wirkung der zentralen Einzel-Lichtquelle. Wer nicht wüsste, dass hier Halbleiterlicht im Spiel ist, könnte auch auf eine Halogen-Beleuchtung tippen. LEDON-SD-Downlight-Treiber-AnschlussDie bräuchte allerdings bei MR16-Niedervolt-Ausführungen rund 50 Watt, um eine ähnliche Maximalhelligkeit zu erzielen.

Das LEDON-„Sunset Dimming“-Set zog bei mir nach Anschluss der 230-Volt-Kabel unter einer abnehmbaren Klappe des Treibers (Bild links), Zusammenstecken der Kabel-Kupplungen und zwei Stunden „Warmlaufen“ an einem dimmerlosen Schalter gerade mal 9,6 Watt mit einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,86.

Moderate Wärmeentwicklung beim Dauerleuchten

LEDON-SD-Downlight-untenDen Leuchtkopf ließ ich offen am Kabel nach unten hängen (rechts der Blick auf’s „Hinterteil“) – er wurde am heißesten Gehäuseteil oben maximal 58 Grad warm (laut Datenblatt könnten das problemlos auch 75° sein). Unten am Lichtaustritt waren’s rund 30°. Am externen 37-Volt-Gleichspannungs-Treiber habe ich bis zu 41 Grad gemessen.

Nach dem Einschalten leuchtete das Downlight innerhalb von unter einer halben Sekunde mit voller Power, ließ sich jedoch nach dem Ausschalten über zwei Sekunden Zeit bis zur völligen Dunkelheit. Dieses „Fading“ ähnelt dem von Halogenspots. Treiber und Strahler blieben still.

Ein bisschen Flimmern scheint’s noch zu geben

LEDON-SD-Downlight-Flicker-SchalterLaut „Flicker Tester“-App war das Licht zwar nicht ganz flimmerfrei (Screenshot links). Der Index 0,1 und die Rate von 19% bei einer Bezugsfrequenz von ca. 100 Hertz genügten jedoch nicht, um mein Kamera-Display zu verwirren: Dort habe ich kein nennenswertes Flimmern und keine „Shutter-Streifen“ gesehen – noch nicht mal später bei den Dimmer-Tests, bei denen die App Werte bis zu 0,1 und 28% maß (bei mittlerer Helligkeit, sonst weniger).

Auch sehr flimmersensible Menschen können wohl mit dem LEDON-„Sunset“-Downlight gut leben – eine sichere Vorhersage für Alle ist allerdings unmöglich.

Dimmer-Prüfungen mit zwei verschiedenen Typen

Am nicht justierbaren „be“-Phasenabschnittdimmer von Ehmann mit 20 Watt Mindestlast gelang eine absolut geräuschlose, flackerfreie Regelung zwischen 3 und 10,1 Watt (Gesamtleistung Dimmer, Treiber und Strahler), bei der sich die Helligkeit mitsamt Farbtemperatur allerdings vorwiegend in der unteren Spanne des Dimmerwegs veränderte. Beim Anschluss mehrerer Downlights verbessert sich diese Charakteristik – erst dann geht’s auch wirklich ’runter bis auf ca. 10% Helligkeit mit der minimalsten Farbtemperatur.

Am justierbaren Jung-Phasenanschnittdimmer klappt das schon mit nur einem Exemplar und einer Regelspanne zwischen 0,8 und 10,5 Watt, die sich sehr gleichmäßig über den gesamten Dimmer-Achsweg verteilte. Gravierender Nachteil: Wie beim GU10-Spot oben wird’s mehr oder weniger laut in der Bude. Leuchte und Dimmer surrten in stiller Umgebung bei hellster Einstellung bis rund 50 cm Distanz und waren bei mittleren Stufen noch in ca. einem Meter Entfernung hörbar. Nur bei sehr dunkel geregelter Leuchte blieb’s fast still.

LEDON-SD-Downlight-Pack-Rueckseite
Die Packungs-Rückseite mit Angaben zu Maßen, Halbwertswinkel, Lichtstärke, Nennlebensdauer, Einschaltverzögerung und Dimmung.

Die Einschaltverzögerung ist nicht abhängig vom Dimmer-Typ, sondern von der jeweils möglichen Dimmung: Je dunkler die Voreinstellung, desto länger dauert’s – im Extremfall auch mal gut eineinhalb Sekunden. Die Ausschaltcharakteristik ist dagegen fast durchweg die gleiche wie am dimmerlosen Schalter: Sanftes „Herunterfaden“ innerhalb von gut zwei Sekunden. Die von LEDON selbst als Downlight-kompatibel empfohlenen Dimmer finden Sie in dieser Liste.

Mein Testurteil:

LEDON-SD-Downlight-Leuchte-weissKnapp 50 Euro, 25.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen Nennlebensdauer, fünf Jahre Garantie, auswechselbare Leuchtkopf-Rahmen und ein von uns gemessener allgemeiner Farbwiedergabeindex von über Ra 95 weisen eindeutig auf die Liga hin, in der LEDON dieses „Sunset Dimming“-LED-Downlight-Set spielen lassen will: Profi-Einsätze – beispielsweise in der gehobenen Gastronomie – oder sehr anspruchsvolle Privathaushalte.

Wer sich so was leisten kann, die passenden Dimmer-Typen und Einbaurahmen auswählt sowie mindestens 7 cm Montage-Tiefe in der abgehängten Decke hat, kriegt ein „Rundum-Sorglos“-Paket, das bedenkenlos als 50-Watt-Halogenstrahler-Ersatz montiert werden kann, maximal 10 Watt pro Stück zieht und beim Dimmen nicht nur die Helligkeit, sondern auch – LED-untypisch – die Lichtfarbe ändern kann. Die Abstrahlcharakteristik passt ebenfalls prima zu dieser sehr guten Halogen-Imitation.

Bis hierhin hätten wir’s mit einer heißen Fünf-Sterne-Kandidatin für meine strenge LED-Bewertungsskala zu tun. Da jedoch die Geräuschentwicklung je nach Dimmer-Typ zu stark und das Licht auch an einem normalen Schalter eventuell nicht völlig flimmerfrei sein könnte, gibt’s einen halben Punkt weniger – macht also
LED-Stern halbviereinhalb Sterne.

(Offenlegung: Der Spot und das Leuchten-Set wurden mir von LEDON gratis zur Verfügung gestellt und bleiben zum Langzeittest bei mir.)

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14 Gedanken zu „Doppeltest: „Sunset Dimming“-Strahler von LEDON – flexibel und farbtreu

  1. Die LED Downlight MR 16 scheint eine super Leuchte zu sein, sowohl in der normalen, wie auch der Sunset Dimming Variante. Der Preis für das scheinbar Gebotene geht aus meiner Sicht völlig in Ordnung. Es gibt genügend LED-Leuchten die deutlich teuerer sind und nicht diese Werte bieten.

    Ich plane mir drei dieser Leuchten zu kaufen zum Einbau in eine abgehangene Decke in der Küche (Deckenhöhe liegt zw. 245 und 250 cm). Die Küche ist recht schmal (Bild). Wäre die 36° oder 60° Variante zu empfehlen?

      • Vielen Dank. Ich hatte ebenfalls an die 60° Variante gedacht. Ich werde die Leuchten wahrscheinlich bestellen.

        • Zwischenzeitlich habe ich die Downlights erhalten und verbaut. Ich bin zufrieden! 🙂

          Es ist nicht perfekt aber in Ordnung. Das liegt aber nicht an den Leuchten, sondern an den Gegebenheiten. Als Allgemeinbeleuchtung wäre in einer Küche diffuses Licht besser geeignet („Schatten“). Über der Arbeitsplatte selber dann Downlights.

          Ich habe jedenfalls ordentlich Geld gespart, da ich schon fast die F-Sign one LED Direkt bestellt hätte. Da kostet eine Leuchte soviel (oder mehr) wie alle drei Ledon zusammen.

          Allgemein bin ich verwundert, dass manche Retrofit-Leuchten und Downlights wie die hier getestete LEDON CRI-Werte von 90 und mehr erreichen und dabei relativ „günstig“ sind. Aber bei richtig teueren Leuchten der CRI Wert häufig noch bei CRI > 80 stehen geblieben ist (dort gibt es natürlich ebenfalls CRI jenseits 90, z.B. Occhio).

  2. Das ist eine wunderbare gu10 Lampe. Genauso wie schon das Modell mit fester Farbtemperatur.
    Aber warum zum Teufel machen die das Gehäuse weiß? Bei vielen leuchten sieht man nun mal den ganzen Lampenkopf. Und weiß sind ja wohl die wenigsten Leuchten. Die meisten sind nun mal aus Metall, so dass grau oder Silber viel besser passen würde. Die Blende hilft da rein gar nichts.

    Etwas schwächere dafür günstigere Varianten wären auch schön. Bei 6 flutigen Leuchten braucht man nicht gleich äquivalente 50W.

    Vielleicht kannst du die Anregungen ja mal zum Hersteller tragen. 😉

    Gruß
    Benjamin

    • Der oder die eine oder andere Mitarbeiter/in liest hier sowieso mit 😉

      Zumindest bei den üblichen Einbaurahmen sieht man ja wirklich nur die Blende – und bei vielen PAR16-Strahlergehäusen auch. Die anderen großen Hersteller sind sich da allerdings auch nicht ganz einig – bei manchen gibt’s alternative Farben, bei vielen aber auch nicht.

  3. Betrifft das sunset dimming Downlight…

    Habe mir O.g. Lampe mal geholt, nicht um sie abzuhängen, sondern sie in meine Lieblings Leselampe zu transplantieren. Im Original Bestückt mit einem Par38 Strahler, deswegen nicht die „E27“Birne“, da sonst die Richtwirkung wegfällt. So allererste Versuche begeistern mich durchaus schon. Helligkeit ist absolut ausreichend und der „Sunset Effekt“ beim runter dimmen ist sensationell!!! Endlich 🙂 …das müsste es viel häufiger geben, muss nur noch eine möglichst stille Dimm-Möglichkeit finden.
    LG stefan

  4. Hallo! Erst einmal vielen Dank für die hervorragende Internetseite und die lesenswerten Tests. Wir haben im Wohnzimmer nun unser Lichtkonzept überarbeitet. Verbaut wurden drei Busch-Jaeger 6526 U Busch-Tastdimmer sowie drei Mal das Busch-Jaeger 6066-84 IR-Bedienelement. Dafür suchen wir nun passende LED-Einbaustrahler und Leuchtmittel. Ganz wichtig ist mir, dass ich keine Geräusche höre. Welche Modelle sind nun für uns geeignet? Sehr interessant fand ich zum Beispiel dieses Modell hier, das abr wohl starke Geräusche von sich gibt sowie das Modell von Philips Warm Glow, das aber auch nicht geräuschlos ist. Schön wäre, wenn die Leuchtmittel über eine warme Dimmfunktion verfügen – so lange sie wirklich geräuschlos sind. Einen passenden LED Einbaustrahler suche ich zudem auch noch (in weiß und mit einfacher Möglichkeit des Auswechselns der Leuchtmittel). Über Hinweise würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank und liebe Grüße.

  5. Hallo Wolfgang, vielen Dank für diesen Test.

    Ich interessiere mich derzeit sehr für das Thema Flimmern. Meine Civilight Haled 7W GU10 LEDs produzieren Shutter-Streifen beim Filmen mit einer Kamera. Hängt das mit der Amplitude des Flimmerns oder eher mit der Frequenz zusammen? Ich meine (leider) auch, das Flimmern wahrzunehmen. Nach einiger Zeit, spätestens ein paar Stunden, bin ich immer froh, das Licht mal auszuschalten. Das darf eigentlich nicht sein.
    Nun suche ich nach gescheiten LEDs, die so ein Flimmern nicht haben, und zwar auch nicht beim Dimmen. Ra >90 ist Pflicht. Das Sunset Dimming klingt eigentlich super, nur bin ich mir bei den Ledons unsicher, ob mir das Flimmern besser passt.

    Ich nutze einen Berker 2-fach Universal-Tastdimmer (8542 21 00), der wohl Phasenanschitt- und abschnitt nutzt, je nach Lampe. So richtig verstanden habe ich das aber nicht. Auf jeden Fall ändert das Dimmen nichts an den Shutter-Balken, die auch bei ungedimmten LEDs auftreten. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Ursache der Shutter-Balken bei der Lampe selbst liegt, und dass der Dimmer prinzipiell adäquat ist, um flimmerfrei zu dimmen. Was meinst Du?

    Ist Dir zufällig eine App für ein Android-Smartphone bekannt, die das Flimmern messen kann? Ich habe leider kein Apple-Gerät zur Verfügung.

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