Im Test: LEDON „Dual Color work“ – LED-Licht zum Arbeiten und Wohnen

Bekanntes mit Neuem verbindet LEDON bei seiner „Dual Color work“-E27-LED-Lampe: Design und Doppelklick-Steuerung kannten wir schon, die Umschaltung zwischen zwei Lichtfarben mit zusätzlicher stufenloser Dimmbarkeit noch nicht. Erstaunlich ist jedoch, dass das neue Modell trotz des hohen Preises und des sonst propagierten Premium-Anspruchs der Vorarlberger keine exzellente Ra-90-Farbtreue bieten will und kann.

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Die „Double Click“-Schaltsequenz der LEDON „Dual Color work“: „Neutralweiß“ – aus – „Warmweiß“ – aus – „Neutralweiß“ usw.. Die zuletzt gewählte Lichtfarbe wird nicht gespeichert; beim Einschalten nach mehr als ein paar Sekunden Pause leuchtet die Lampe wieder mit ihrer „Default“-Farbtemperatur von rund 4000 Kelvin. (Fotos/Animation: W. Messer)

Eigentlich ist es ja nicht die erste LEDON-Lampe, die ihre Lichtfarbe ändern kann. Die seit rund drei Jahren angebotene „Sunset Dimming“ simuliert beim Dimmen das Verhalten von Glühlampen und leuchtet beim Abdunkeln immer „wärmer“. Die Spanne zwischen 2700 und 1900 Kelvin Farbtemperatur wird bei ihr mit einer Kombination aus weißen und roten LEDs sowie eines bernsteinfarbenen Chips abgedeckt; der Farbwiedergabeindex erreicht bei hellster Einstellung exzellente Ra/CRI 90 – so wie inzwischen fast alle LEDON-Lampen und –Leuchten.

Die neuen „Dual Color“-E27-Retrofits setzen auf ein anderes Prinzip: Sie wechseln ihre Lichtfarbe nicht beim Dimmen, sondern durch simple Lichtschalter-Befehle. Die „Double Click“-Technik gibt’s bei LEDON schon länger; bisher wurde sie bei den Vorarlbergern jedoch nur zur wahlweisen Reduktion des Lichtstroms auf ca. 30% des Maximalwerts genutzt. Immer mehr Hersteller bieten dagegen zwischenzeitlich LED-Lampen mit einer Umschaltung von zwei oder gar drei Farbtemperaturen an.

Getestet wurde die „work“-Variante

LEDON-Dual-Color-ausIn diesem Segment will LEDON jetzt auch mit zwei dimmbaren A66-Varianten dabei sein: Die „Dual Color work“ bietet „neutralweiße“ 4000 Kelvin und „warmweiße“ 2700 K an – etwa zum flexiblen Einsatz im Home-Office; die „Dual Color relax“ soll mit 2700 und „ultrawarmweißen“ 2000 K laut Pressemitteilung für „komfortorientierte Anwendungen“ bis hin zu einem „besonders behaglichen Ambiente“ dienen.

Zum Test landete bei mir die „work“-Version, die im unternehmenseigenen Online-Shop für heftige 24,99 Euro angeboten wird. Mit 12,5 cm Gesamtlänge, 6,8 cm Maximaldurchmesser und 180 Gramm Gewicht übertrifft sie ihre „normalen“ A60-Schwestermodelle aus der gleichen Leistungsklasse (rund 10 Watt, ca. 800 Lumen Lichtstrom), entspricht ihnen aber mit dem bekannten Wellen-Design sowie dem Materialmix aus solidem, weißem Aluguss-Gehäuse und matter Kunststoffhaube. Sie sollten vor dem Kauf unbedingt darauf achten, dass Ihr Leuchtengehäuse genug Platz für die Montage dieser „Riesen-Birne“ und ihre Wärmeabfuhr lässt. Ähnlich helle 60-Watt-Glühlampen sind nämlich rund 20% kürzer und schmaler.

Ein paar Watt-Zehntelchen mehr als angegeben

LEDON-Dual-Color-LabelIn meiner offenen, hängenden Testfassung wurde die „Dual Color work“ nach zwei Stunden an der heißesten Stelle, nahe des Sockels oben, bis zu 73 Grad warm. Unten an der Haube blieb sie mit ca. 25 Grad gefahrlos anfassbar.

Die Leistungsaufnahme an einem dimmerlosen Schalter zu diesem Zeitpunkt: 10,6 Watt bei „warmweißer“ Einstellung, 10,5 W bei „Neutralweiß“ – das ist etwas mehr als der Nennwert von 10 W (siehe EU-Ökolabel links). Der elektrische Leistungsfaktor von 0,77 blieb identisch und war damit höher als die offizielle Angabe von nur 0,5 (pdf-Download des LEDON-Datenblatts). Das Profilabor ermittelte jeweils 10,5 Watt und Faktor 0,8.

Kein sichtbares Geflimmer – auch nicht am Dimmer

Die Leuchtverzögerungen beim Ein- und Umschalten lagen nur knapp über einer halben Sekunde, die Lampe blieb so gut wie geräuschlos und störende Flimmereffekte gab’s weder im Display der Digitalkamera noch bei den Messungen mit der „Flicker Tester“-App von „Viso Systems“:

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Um Befürchtungen vorzubeugen: Auch während der Tests mit verschiedenen Dimmer-Modellen (siehe weiter unten) blieb der Index bei 0,0 und die Prozentwerte gingen bei der gleichen Bezugsfrequenz von 100 Hertz LEDON-Dual-Color-Pack-Seitenur minimal höher: 4 bis 5% bei Phasenabschnitt-Regelung, maximal 7% bei Phasenanschnitt. Damit dürften selbst sehr flimmersensible Menschen klarkommen.

Ebenso wacker hielt sich die neue LEDON bei der Messung des Halbwertswinkels (pdf-Download des Diagramms): Gut 263 Grad entsprechen weitgehend der Werksangabe von 270° (siehe Packungsausschnitt rechts). Mein Standard-Leuchtbild-Foto zeigt tatsächlich eine sehr rund strahlende Charakteristik ohne störende Lichtstärke-Spitzen oder -Schwachstellen:

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Auch in Richtung Sockel wird’s noch ausreichend hell; damit empfiehlt sich die „Dual Color“ als ziemlich universell einsetzbares Leuchtmittel für verschiedene Einbaulagen.

Super-Farbtreue? Hier leider nicht

LEDON-Dual-Color-Pack-obenDurch die Lichtqualität wird die Universalität aber leider etwas eingeschränkt. Denn bei diesem Spezialmodell müssen Sie sich von der üblichen Assoziation „LEDON = exzellente Farbtreue“ verabschieden.

Beim Lesen der Packungsangabe „Ra = 80“ für den „allgemeinen Farbwiedergabeindex“ (Foto rechts) vermutete ich ja noch gepflegtes österreichisches Understatement und hoffte frohen Mutes auf weitaus bessere Labor-Resultate. Nach dem Studium der gratis zur Verfügung gestellten Messergebnisse meines Blog-Kooperationspartners „David Communication“ war jedoch klar: Mehr als Ra 83,2 bei „neutralweißer“ Einstellung (Download des Messprotokolls) wird tatsächlich nicht geboten; im „warmweißen“ Modus sind es nur Ra 81,3 (Messprotokoll).

In Richtung Tiefrot kommt nur noch wenig

Die Spektraldiagramme der beiden Farbtemperaturen (laut Messungen 3889 und 2726 Kelvin) mit der Strahlungsverteilung in Milliwatt pro Nanometer Wellenlänge zeigen unter anderem, dass die Farbdominanten mit gut 578 und rund 583 nm recht nahe beieinander liegen und die Flanken rechts der Hügelspitzen in Richtung Tiefrot ziemlich früh abfallen:

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Das Diagramm mit dem ausgeprägten Blau-Peak links gehört natürlich zur „neutralweißen“ Einstellung, die auch mit Hilfe des größeren Grünanteils einen Lichtstrom-Vorteil bietet: 858 statt nur knapp 794 Lumen bei „Warmweiß“. Beide Werte sind innerhalb einer 10-Prozent-Abweichungstoleranz des 800-lm-Nennwerts. Die „Dual Color work“ kann also problemlos 60-Watt-Glühlampen ersetzen.

Schwache Werte für Zusatz-Messfarben

Regelrecht enttäuschend waren für mich einige Werte für die Zusatz-Farbtreue-Referenztöne, beispielsweise sehr niedrige 11,8 bzw. 5,4 für „Rot gesättigt“ (R9) oder 61,9 bzw. 70,2 für „Blau gesättigt“ (R12). Gerade diese beiden Farben spielen eine große Rolle bei meinem üblichen Farbtreue-Motiv – einer roten Ducati und einer tiefblauen Yamaha im Kleinformat auf weißem Untergrund (Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung, zum Vergrößern anklicken):

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Das sieht zwar beides nicht wirklich schlecht aus; mir gefiel jedoch die Darstellung mit ca. 3900 K (links) viel besser, weil die satten Farben weniger in Richtung Ocker verschoben werden und deshalb prägnanter, naturgetreuer ’rüberkommen. Rechts wirken Mopeds und Papier dagegen wie mit einem Gelbschleier überzogen, ohne die Durchschlagskraft für Rot und Blau, die wir sonst von Ra->90-LEDON-Lampen kennen. Der Schattenwurf ist in beiden Lichtfarbeinstellungen multipel-diffus; ein Zeichen dafür, dass unter der Lampenhaube mehrere auseinanderliegende LEDs leuchten und nicht nur eine Punktlichtquelle durch die Mattierung gestreut wird.

Blauer Ring statt roter Sohlen

LEDON-Dual-Color-SockelLeicht irreführend ist mal wieder die blaue Einfärbung zwischen Schraubsockel und Kontaktspitze (Foto rechts). LEDON hat nämlich zwei Farbcodes für seine Verpackungen: Roter Streifen bei dimmbaren Lampen (siehe unten links), blauer Streifen bei nicht dimmbaren Modellen. Diesen blauen Sockelteil haben aber alle neuen LEDON-E27-Retrofits, auch dimmbare wie die „Dual Color“-Varianten.

Das Blau ist hier also offensichtlich als markentypisches Farb-Merkmal gedacht – ähnlich wie die roten Sohlen der Louboutin-High-Heels, und nicht als wertvoller Hinweis auf die Einsatzmöglichkeiten der Lampe.

Breite Regelspanne am Phasenanschnittdimmer

LEDON-Dual-Color-Pack-vornWomit ich schon mehr oder weniger elegant zum Thema „Dimmer-Kompatibiltät“ übergeleitet hätte. Diese Prüfung ist immer eine der aufwendigsten Test-Teile, weil ich das Regelverhalten inzwischen mit mindestens drei unterschiedlichen Dimmermodellen ausprobiere.

Das Ergebnis in Kurzform: Das breiteste Helligkeitsspektrum bot diese LEDON an einem Jung-Phasenanschnittdimmer mit Justierschräubchen – zwischen ca. 5 und 100 Prozent. Die Regelung war ziemlich proportional zur Dimmerstellung und blieb fast durchweg flackerfrei.

Bei sehr dunkler Voreinstellung gab’s allerdings ein etwa eine Sekunde langes Einschalt-Flackern, bis sich das Licht stabilisiert hatte. Bei helleren Stufen reagierte die Lampe dagegen ähnlich schnell wie an einem simplen Schalter. Nachteil: Vor allem bei mittlerer Helligkeit war diese Kombination die lauteste. Lampe und Dimmer surrten bis mindestens 50 cm Distanz, sonst war das Geräusch bei stiller Umgebung auch noch in ca. 20 cm Entfernung zu hören.

Ziemlich leise mit Phasenabschnittdimmern

Am leisesten war die „Dual Color“ mit zwei Phasenabschnittdimmern. Hier surrte sie nur bis rund 10 cm, während die Dimmer selbst entweder still blieben (Ehmann „be T46“) oder auf maximal 5 cm Distanz hörbar waren (Sygonix 33596V/„be T46.03“). Hier fiel nach dem Einschalten ein etwa einsekündiges Hochregeln und teilweise eine ähnlich lange Verzögerung beim Folgen der Dimmervorgaben auf – vor allem in den unteren zwei Dritteln des Reglerwegs. Im oberen Drittel verlief das weitgehend proportional.

Offenbar arbeitet die Vorschaltelektronik der LEDON nach dem Motto „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ und schafft es so – zusammen mit einer sehr hohen PWM-Regelfrequenz, unschöne Flacker- und Flimmereffekte zu vermeiden.

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Seltsamerweise spielte es bei den Phasenabschnittdimmern fast keine Rolle, ob sie justierbar sind; die Regelspanne war fast identisch: 2,9 bis 11,4 Watt beim „be“-Dimmer ohne Justierschraube (jeweils Gesamtleistung Lampe und Dimmer); 2,2 bis 11,2 Watt beim justierbaren Sygonix. Das entspricht rund 15 bzw. 10 bis 100 Prozent der Maximalhelligkeit. Das sollte für die meisten Einsatzzwecke genügen. Eine Kompatibilitätsliste mit zahlreichen weiteren Dimmermodellen finden Sie übrigens auf der LEDON-Website (pdf-Download).

Mein Testurteil:

Ordentliche Dimmbarkeit, ausreichende Helligkeit, runde Abstrahlcharakteristik, eine lange Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen und fünf Jahre Herstellergarantie zeichnen die „Dual Color work“ von LEDON aus LEDON-Dual-Color-Aufdruck(Aufdruck rechts). Sie kann mit rund 10,5 Watt und guter A+-Effizienz nicht nur traditionelle 60-W-Glühlampen ersetzen, sondern mittels doppeltem Schalterdruck sogar zwischen zwei Lichtfarben umschalten. Damit eignet sie sich theoretisch sehr gut für den flexiblen Einsatz in „Multi Purpose“-Räumen, in denen situationsabhängig mal nüchternes „neutralweißes“, mal wohnlich-„warmweißes“ Licht gebraucht wird.

Praktisch gibt es aber eine große Einschränkung: Die Farbtreue ist mit maximal Ra 83,2 leider nur durchschnittlich und reicht für kosmetisch, künstlerisch oder gastronomisch anspruchsvolle Beleuchtungs-Herausforderungen kaum aus. Vor allem die Wiedergabe von satten Rot-Tönen bleibt stark hinter der sonst von LEDON gewohnten, sehr hohen Lichtqualität zurück. Knapp 25 Euro sind meiner Meinung nach ein deutlich zu stolzer Preis für das Gebotene; meine LED-Bewertungsskala rückt jedenfalls nicht mehr ’raus als
LED-SternLED-SternLED-Stern halbzweieinhalb Sterne.

(Offenlegung: Die Lampe wurde von LEDON gratis zur Verfügung gestellt und bleibt zum Dauertest bei mir.)

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14 Gedanken zu „Im Test: LEDON „Dual Color work“ – LED-Licht zum Arbeiten und Wohnen

    • Im Profibereich gibt’s so was problemlos als LED-Komplettleuchten – im Retrofit-Consumerbereich dürften sich Material, Aufwand und damit das Preis-/Leistungsverhältnis bisher noch nicht rechnen.

      • Was aber nicht nur technische Gründe hat (es gibt ja nicht einmal 4000 k mit > 1000 lm und RA >80, habe jedenfalls nichts gefunden), sondern vor allem an der mangelnden Nachfrage liegen dürfte. Das Gros des Angebots bedient hat das gewohnt-warmweiße „Glühlampenimitat“. Es ist mir allerdings schleierhaft warum sich als – oft einzige – Alternative dazu im Retrofit-Bereich ausgerechnet Kaltweiß um 6000 k etabliert hat (sowohl bei LEDs als auch bei Leuchtstoffröhren). Im gewerblichen und öffentlichen Bereich sind 4000 k Röhren hingegen schon lange Standard – mit gutem Grund.

        • Klar liegt das an der mangelnden Nachfrage – passende LED-Chips von renommierten Herstellern (Cree, Nichia, Lumileds, Osram Opto Semiconductors etc.) gäbe es ja genug. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz: Geringe Stückzahl -> zu hohe Stückpreise -> geringe Nachfrage.

    • Generell ist es einfacher, Ra>90 mit „warmweißen“ LEDs zu erreichen, da der Blaupeak und das „Türkis-Loch“ bei 500 nm nicht so sehr ins Gewicht fallen. Bei „neutralweißen“ LEDs muss mehr Aufwand beim Leuchtstoff getrieben werden, ob diese dort stärker ins Gewicht fallenden spektralen Unregelmäßigkeiten zu glätten (bei Leuchtstofflampen mit ihren multiplen Peaks scheint es übrigens genau umgekehrt zu sein; zumindest finden sich solche mit Lichttyp 965 eher als solche mit „warmweißen“ 927). Es gibt durchaus sogar „tageslichtweiße“ LEDs mit Ra>90, sogar als Retrofits, aber die sind ziemlich teuer und selten im „Consumer“-Angebot.

      Möglicherweise wollte man bei LEDON eine gleichmäßige Lichtqualität in allen Phasen und hat daher auch bei der 2700-K-Phase dieser Lampe auf Ra>90 verzichtet. Mal sehen wie die dual-color „relax“ mit 2700 und 2000 K wird – ich könnte mir vorstellen, dass da Ra>90 realisiert wird.

      • 2000 k sind allerdings schon etwas sehr „relaxt“. Dafür mache ich mir dann ohnehin eher ein kleines Stimmungslicht an – oder gleich eine Kerze 😉

        Wie gesagt, RA > 80 wäre ja auch OK, wenn der Lichtstrom nur etwas höher wäre. Es gibt bereits eine Menge kaltweiße Lampen mit über 1000 lm und RA > 80 auf dem Markt – neutralweiße Lampen mit dem selben RA-Wert sollen sogar einfach zu realisieren sein, gibt es aber kaum. Schade, aber das wird sich mit wachsenden Ansprüchen der Verbraucher durch die neue Technik – und die damit einhergehende „Glühlampenentwöhnung“ hoffentlich bald ändern.

        • Osram hat seit kurzem eine 1500(!)-Lumen-Superstar auch in 4000 K. Übrigens nur 13 Watt, also fast 120 lm/W. Kostest ca. 18 Euro bei der Amazone.

          • …und dann auch noch dimmbar, nicht schlecht. Leider nur CRI 80, aber sonst wäre sie auch sicher nicht so effizient.

          • Die Lampe gibt es hier (sie ist bei amazon unter mindestens zwei verschiedenen ASINs geführt) für aktuell 15,44€ direkt von amazon – womit sie nicht nur die 100 lm/W, sondern auch gleich noch die 100 lm/€ Marke knackt 😉

            Habe mir mal eine bestellt und bin gespannt wie sie sich im Vergleich zur TIWIN macht. Beide sind spielen ja in der selben Lumenliga.

            Danke nochmal für den Tipp!

        • Bisher scheinen mir all diese LED-Leuchtmittel mit variabler Farbtemperaur recht „primitiv“ zu sein. Das ist schade, denn bereits die derzeit bestehende Technologie bietet hier großes, bisher offenbar weitgehend ungenutztes Potential.

          Ich denke da vor allem an R(G)BW-LEDs, denen meines Erachtens die Zukunft gehört. Bei den bisherigen Leuchtmitteln mit variabler Farbtempetatur wird ja nur das Licht von Warm- und Kaltweißen LEDS gemischt. Bei bestehenden RGB-Lösungen wie Philips Hue Light kann jede beliebige Farbtemperatur aus den drei Pimärfarben gemischt werden, allerdings mit bescheidener Qualität und Intensität.

          Nun gibt es bereits seit geraumer Zeit RGBW-Arrays in denen dieses Problem durch eine zusätzliche weiße LED gelöst wird. Dabei kommt m.W. aber nur eine ganz normale, kaltweiße LED zum Einsatz.

          Eine deutliche Verbesserung ließe sich erzielen – und ich würde mich wundern, wenn nicht bereits dem entsprechende Patente bei den Herstellern in der Schublade liegen; falls nicht, Pech gehabt, dann ist es hiermit public domain 😉 – wenn man das Spektrum der „weißen“ LED optimal auf die Spektren der RGB-LEDs abgestimmt, etwa in dem die „weiße“ LE im violettbereich strahlt, aber im Gegensatz zu den bestehenden violettbasierten LEDs keine relativ ineffiziente Luminophore für den Blauanteil enthält, da ja die blaue LED hier einspringt. Die restliche Leuchtschicht könnte primär im Gelb- und Grünbereich abstrahlen, weil die rote LED das Spektrum nach rechts flankiert. Die relativ ineffiziente grüne LED bräuchte man beim Weißlicht hingegen nur zur Feinkalibrierung der Farbtemperatur- und Qualität.

          Mit einer solchen optimal aufeinander abgestimmten RGBW-Lösung sollte sich also nicht nur wie bei bestehenden RGB-LEDs alle Spektralfarben sondern auch weißes Licht im gesamten Farbtemperaturbereich bei hoher Farbqualität und Effizienz erzeugen lassen.

          • Ja, aber die Frage ist, ob das Spektrum der „weißen“ LED auf die beschriebene, optimale Weise auf die RGB-LEDs abgestimmt ist. Nach allem was ich bisher darüber gelesen habe, werden da einfach die üblichen Standard-LEDS zusammengesetzt ohne sie aufeinander abzustimmen.

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