LED-Tagebuch (KW 10): Heckleuchten, „Media Markt“-Deals, „hue Phoenix“

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


LED-Ruecklicht-GT86
01.03.: LED-Heckleuchten (oben an einem Toyota GT86, Foto: W. Messer) blenden nachfolgende Verkehrsteilnehmer grundsätzlich nicht stärker als herkömmliche Glühlampen. Das ergab eine gemeinsame wissenschaftliche Untersuchung des österreichischen Verkehrsclubs ÖAMTC und seines deutschen Pendants ADAC am Lichttechnischen Institut (LTI) in Karlsruhe – mit vier aktuellen Automodellen und 52 Versuchspersonen (ausführliche Dokumentation).

Die Gründe für einen gegenteiligen Eindruck: Die subjektive Wahrnehmung der Blendung sei bei jedem Menschen stärker oder schwächer ausgeprägt. Das habe auch damit zu tun, dass beispielsweise ein LED-Bremslicht „blitzartig“ aufleuchte, während eine Glühlampe etwas länger brauche, um die volle Leuchtkraft zu erreichen. Auch die Bauform der LED-Heckleuchte könne entscheidend sein. ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl: „Ist die Heckleuchte so geformt, dass die Fläche, an der das Licht austritt, sehr klein ist, ist die Leuchtdichte an dieser Stelle sehr hoch. Das kann den Eindruck von Blendung hervorrufen.“ Die tatsächliche Sehleistung werde dadurch jedoch nicht herabgesetzt.

Wer sich geblendet fühlt, solle nicht direkt in die Leuchten der voraus fahrenden Autos schauen. „Vor allem beim Warten an der Ampel empfiehlt es sich, bewusst am Vordermann vorbei zu blicken“, riet Kerbl.


Media-Markt-LED-Faden-03-15-klein02.03.: Sehr effiziente, rundstrahlende LED-Fadenlampen ab 4,90 Euro (Prospektausschnitt rechts, zum Vergrößern anklicken) und LED-Dreierpacks für 7,90 € gibt’s aktuell bei „Media Markt“ – online sogar teils versandkostenfrei.

Die „warm-weißen“, nicht dimmbaren Filament-Retrofits von „Müller Licht“ mit E14– und E27-Sockeln für 4,90 und 6,90 € liefern über 100 Lumen Lichtstrom pro Watt, schaffen deshalb das beste EU-Ökolabel A++ und sollen mindestens 15.000 Leuchtstunden durchhalten; Schaltzyklen werden nicht genannt. Der Farbwiedergabeindex Ra liegt laut Online-Beschreibungen bei „weniger als 80“, womit sie in der EU nicht für Innenbeleuchtung geeignet wären.

Media-LED-03-15-2-mittel„Größer Ra 80“ sei dagegen die Farbtreue der konventionellen, nicht dimmbaren LED-Lampen der Hausmarke „ISY“ mit jeweils 4 Watt und 2800 Kelvin Farbtemperatur im Dreier-Set für kalkulatorische 2,63 € pro Stück (Ausschnitt links, zum Vergrößern anklicken).

Die GU10-Strahler können mit 200 Lumen EU-offiziell 35-Watt-PAR16-Halogenlampen ersetzen, die E14-Kerzen und –„Mini Globes“ entsprechen 25-W-Glühlampen. Einziges dimmbares Modell der aktuellen Werbung ist eine E27-„Birne“ von „Müller Licht“ für 6,90 € mit 10 W, 810 lm, 200 Grad Abstrahlwinkel, 25.000 Leuchtstunden sowie 100.000 Schaltzyklen. Bei Aldi Süd war diese Lampe im Februar noch für 7,99 € im Sonderangebot.


Eigenwerbung Juni 2014


03.03.: LEDON plant offenbar die Markteinführung neuer Spots mit höherer Farbtreue. LEDON_MR16_GU53-kleinBisher gibt es die GU10-, E14GU4- und GU5.3-Strahler (PR-Foto rechts) der österreichischen LED-Spezialisten nur mit Farbwiedergabeindex Ra >80 – im Gegensatz zu vielen anderen LEDON-Modellen mit mindestens Ra 90.

Ein LEDON-Mitarbeiter schrieb in einem Blog-Kommentar gestern jedoch von „MR16-Spots mit Ra 90“. Auf meine Nachfrage und jene einer Leserin wurde in Lustenau bestätigt, dass man an solchen verbesserten Retrofits arbeite. Ein genauer Verfügbarkeitstermin war allerdings noch nicht zu erfahren.


Hue Phoenix Lifestyle1-gross
Hue Phoenix-Wandleuchte-gross04.03.: Fünf neue integrierte LED-Leuchten für drahtlose „hue“-Netzwerke bietet Philips laut Pressemitteilung ab Mitte April in Europa an – als „hue Phoenix“-Modelle (PR-Fotos, Werbevideo). Sie können sowohl gedimmt werden, als auch ihre Lichtfarbe stufenlos verändern – von 2200 („extra-warm-weiß“) bis 6500 Kelvin („kalt-weiß“).

Der Farbwiedergabeindex wird mit Ra 80 beziffert; die Helligkeitsspanne soll laut dieser Online-Übersicht von maximal 447 (Downlight) bis 3155 Lumen Lichtstrom („LightDuo“-Deckenleuchte) reichen – jeweils bei „neutral-weißen“ 4000 K gemessen. Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, dass die dort genannten Daten korrekt seien – im Gegensatz zu den leicht abweichenden Angaben in einer deutschsprachigen Info.
Hue Phoenix-Pendel-gross
Dazu liefert Philips eine fast schon poetische Beschreibung des Designs: „Feine, sechseckige Zellen auf der äußeren Oberfläche des Leuchtengehäuses reflektieren das Licht und lassen es dezent funkeln, bevor es sich weich im Raum verteilt. Hue Phoenix-Downlight-weissZudem verändern sie die Erscheinung der Leuchten je nach Blickwinkel des Betrachters, so als würde es sich bei der hue Phoenix um ein lebendiges Objekt handeln, aus dessen Inneren Licht emittiert. Selbst im ausgeschalteten Zustand fängt die Oberfläche des Leuchtenschirms das Umgebungslicht ein und zeigt dezente Lichtreflexe in unterschiedlichen, subtilen Weißtönen“.

Sehr prosaisch dagegen die unverbindlichen Preisempfehlungen: 5-W-Downlight (PR-Foto oben) 49,95 Euro, 17,4-W-Wandleuchte 129,95 €, 8,7-W-Tischleuchte 179,95 €, 17,4-W-Pendel- und 30,4-W-Deckenleuchte jeweils 349,95 €. Ganz schön viel Asche für diese neuen „Phönixe“ …


Bern_Nationalbank_Nacht
05.03.: 27.000 Straßenleuchten will der Schweizer Kanton Bern in den nächsten Jahren auf LED-Technik umstellen (Foto: Berner Bundesplatz mit Nationalbank, WillYs Fotowerkstatt@Wikimedia Commons, Lizenz CC by 3.0). Wie das SRF berichtete, erhofft man sich 70 bis 90 Prozent Kostensenkung bei Stromverbrauch und Unterhalt – auch durch Sensor-gesteuertes Dimmen.

Pilotversuche in einzelnen Gemeinden hätten gezeigt, dass sich die Mehrkosten für neue Leuchtmittel bereits nach einem Jahr amortisieren könnten. Pro Umrüstung eines bestehenden und verkabelten Kandelabers rechne man aktuell mit 1200 bis 1600 Franken Gesamtkosten (ca. 1100-1500 Euro). Der Markt sei jedoch „stark in Bewegung“; man verhandle hart mit den Anbietern und wolle keine „Apothekerpreise“ bezahlen.


OBI-LED-Aussenstrahler-03-1506.03.: Zwei interessante LED-Produkte kriegen Sie zur Zeit als Sonderangebote in vielen OBI-Baumärkten (Prospektausschnitte „1100/15“, gültig bis 15.03., regional unterschiedlich). Einen integrierten 10-Watt-Außenstrahler mit 550 Lumen Lichtstrom (entspricht etwa 50-W-Halogen), 6400 Kelvin Farbtemperatur („kalt-weiß“), ca. 90 Grad Abstrahlwinkel und Schutzart IP65 gibt’s schon für knapp 10 Euro (oben); 5 € mehr kostet OBI-LED-Farbwechsler-03-15die Variante mit Bewegungsmelder. Effizienz und EU-Ökolabel A sind zwar schwach, jedoch angesichts des Preises für viele Einsatzbereiche (Hofeinfahrt, Garten etc.) akzeptabel.

Schlanke 14,99 € kosten fernsteuerbare, 14 Watt starke E27-LED-„Birnen“ (rechts). Sie dienen mit 806 Lumen und „warm-weißen“ 3000 K nicht nur als Ersatz für herkömmliche 60-W-Glühlampen, sondern können dank zusätzlicher RGB-LEDs auch farbiges Licht liefern. Diese RGBW-Kombination finden Sie noch nicht mal bei den teuren Philips-„hue“-Lampen.


07.03.: Der österreichische „Premium“-LED-Anbieter LEDON hat einen neuen Geschäftsführer gefunden. Reinhard_WeissReinhard Weiss (58, PR-Foto © „drexel und weiss„, Markus Gmeiner) ist laut Pressemitteilung Nachfolger von Detlef Mikulsky (50), der offiziell am 1. April operativer Chef des deutschen Leuchtenherstellers Hess wird.

Weiss hatte in Vorarlberg unter anderem einen Hausgeräte- und Effizienzhaus-Spezialisten geleitet und war zuletzt geschäftsführender Gesellschafter des Solar-LED-Anbieters „photinus“ in Lochau. Bei LEDON will er mit den 25 Mitarbeitern auf weitere Internationalisierung des Geschäfts setzen und sieht vor allem auf dem skandinavischen Markt große Chancen für die LED-Lampen und -Leuchten aus Lustenau.


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5 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 10): Heckleuchten, „Media Markt“-Deals, „hue Phoenix“

  1. „Einen integrierten 10-Watt-Außenstrahler mit 550 Lumen Lichtstrom (entspricht etwa 50-W-Halogen), 6400 Kelvin Farbtemperatur (“kalt-weiß”)“

    Aus 10 Watt nur 550 Lumen. :-/
    Und dann noch in der Lichtfarbe wo Leds besonders effizient sind.

    Ich hab hier Crees liegen die machen knapp 200 Lumen per Watt in 6500.

    So einen Baumarktschrott mit Schrottleds würd ich nichtmal geschenkt nehmen.

    Mfg

    • Die theoretisch mögliche Effizienz von „nackten“ Top-LED-Chips ohne Vorschaltelektronik ist relativ unerheblich für billig konstruierte und schwach bestromte Komplettleuchten. Ob so ein Teil nun 10 oder 5 Watt zieht, macht sich bei den durchschnittlich sehr kurzen Leuchtzeiten solcher Strahler kaum auf der Stromrechnung bemerkbar. Hauptsache, die Chips halten möglichst lange.

      • „“Hauptsache, die Chips halten möglichst lange“

        Kann man nur hoffen das der Chinamann da wenigstens Wärmeleitpaste druntergeschmiert hat.

        Hatte da grad n 4 Watt gu10 Strahler wo weder unter den Chips,noch unter der Platine wo diese raufgelötet waren,Wärmeleitpaste war.
        Aber wenigstens weiss ich jetzt wie verbrannte Leds aussehen.:-))
        Und zum Schluss hat das Teil nurnoch grüngelb geleuchtet.
        Die Vorschaltelektronik darf ab jetzt 4 warmweisse Crees in einer Nachttischlampe antreiben.

        Mfg

  2. Hallo Herr Messer, zuerst vielen Dank für Ihren ausgezeichneten Blog.
    Mein Kommentar zielt auf die Ledon Ankündigung, die GU5.3 Strahler mit RA90 versprechen. Scheinbar ist so etwas bereits von Osram verfügbar. Siehe hier

Kommentare sind geschlossen.