Von 4,90 bis 9,90 Euro: LED-Retrofit-Offensive bei „Media Markt“

Eine komplette DIN-A3-Seite widmet die aktuelle „Media Markt“-Werbebeilage seinen LED-Lampen und -Leuchten (Ausschnitte unten). Die Preise könnten diverse Online-Händler zur Verzweiflung treiben, die Qualität teils ebenso.

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(Für größere Darstellung auf’s Bild klicken)

LED-Lampen bei „Media Markt“ sind natürlich nichts Neues; auch aktuell werden keine zeitlich begrenzten Sonderangebote beworben. Aber so offensiv wie jetzt kurz vor Ostern habe ich das bisher noch nie in einer gedruckten Werbebeilage der Metro-Tochter gesehen: Eine Riesen-Seite mit LED-Leuchtmitteln aller Art – vor allem von „Müller-Licht“, Philips, „ultron“ und der Eigenmarke „ISY“.

Die Preise zwischen 4,90 und 9,90 Euro für die Retrofits mit „warm-weißer“ Lichtfarbe – bis auf ein Modell nicht konventionell dimmbar – sind eine Kampfansage an Discounter, Baumärkte und das IKEA-„Ledare“-Sortiment. Auch Online-Shops werden an dieser Konkurrenz zu knabbern haben, weil sie trotz fairer Produktpreise zwangsläufig teurer sind: Häufig müssen sie ja schon 4,90 Euro allein für die Versandkosten berechnen, während die aktuell beworbenen Lampen im „Media Markt“-Online-Shop durchweg als „versandkostenfrei“ beworben werden.

Hohe Farbtreue trotz Niedrigpreis

Bleibt noch das Qualitäts-Argument, das allerdings schon von IKEA nachhaltig ausgehebelt wurde, weil es dort für unter 10 Euro diverse LED-Lampen mit exzellenter Farbtreue gibt. Und das gilt ebenso für einen Teil der „Media Markt“-Retrofits, auch wenn der Prospekt es leider nur unzureichend beschreibt. Hier müssen Sie auf die Website ausweichen, um alle wichtigen Daten zu sehen.

Dort glänzen dann beispielsweise die 10-Watt-E27-„Birnen“ von „Müller Licht“ nicht nur mit 810 Lumen Lichtstrom (Ersatz für 60-Watt-Glühlampen) und 25.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer, sondern auch mit einem Farbwiedergabeindex von offiziell „bis Ra 90“. Kleiner Wermutstropfen: Der Halbwertswinkel dieser großen Modelle liegt nur bei 190 bzw. 200 Grad, während die schwächere Schwesterlampe (3,2 Watt, 250 Lumen als Äquivalent einer 25-Watt-Glühlampe) bei gleich hoher Lichtqualität einen erheblich runderen 250-Grad-Lichtkegel schafft.

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Durchschnittliche Werte um Ra 80 können Sie bei den „ISY“-Lampen und der Philips-„Birne“ erwarten – mit jeweils 4,90 Euro dennoch sicher nicht überbezahlt und durchaus vernünftige Angebote für LED-Einsteiger mit schmalem Geldbeutel. Die Glühlampen- bzw. Halogenspot-Vergleichsangaben im Prospekt entsprechen den aktuellen EU-Vorgaben.

RGB-Farbspielereien mit Bluetooth 4.0

Media-Markt-UltronWer mal mit ’ner „Smart Bulb“ herumspielen möchte, aber kein komplettes, teures Steuer-Netzwerk kaufen mag, der wird bei „Media Markt“ ebenfalls bedient: Die „ultron Save-E LED E27“RGB-Lampe liefert mit maximal rund 8 Watt Stromverbrauch bis zu 490 Lumen Lichtstrom (etwas heller als eine 40-Watt-Glühlampe), kann mit drei verschiedenen LED-Chip-Typen unzählige Farbkombinationen erzeugen und ist via Bluetooth 4.0 („Low Energy“) fernsteuer- und programmierbar.

Die App dazu läuft auf Smartphones und Tablets mit iOS oder Android. Bis zu acht solcher Lampen können einzeln angesteuert oder zu Gruppen zusammengefasst werden. Eine zusätzliche „Bridge“ oder ein „Gateway“ wie bei den Philips-„hue“– oder Osram-„Lightify“-Netzwerklösungen ist nicht nötig. Und auch für diese RGB-Lampe gilt aktuell im „Media Markt“-Online-Shop: Keine Versandkosten.

Mein Fazit:

LED-Retrofit-Standardpreise von weniger als 10 oder gar 5 Euro bei einer großen Kette wie „Media Markt“ stürzen vor allem kleinere Händler in Existenznöte – so was hatte ich ja schon im Januar prophezeit. Auf der anderen Seite kann sich die Kundschaft freuen und mit verstärkter Kauflust dazu beitragen, dass LED-Beleuchtung ein echtes Massengeschäft wird – mit den aus anderen Branchen schon lange bekannten Verdrängungs- und Marktbereinigungs-Mechanismen.

Ebenfalls absehbar und für mich spätestens seit der Fachmesse „Light + Building“ Ende März/Anfang April offensichtlich: Auch vermeintliche LED-Billiganbieter wie IKEA oder „Müller Licht“ haben bei der Lichtqualität schon enorm zugelegt und werden in Zukunft weiter verbesserte Retrofits im Sortiment haben – trotz sinkender Preise. Wer jetzt noch einzelne LED-Lampen als dubiose Asien-Eigenimport-„Schnäppchen“ bestellt und sich Wochen später in die lange Stelle vor dem Zollamt stellt, der spart fast nichts mehr und muss noch dazu auf verlässliche Qualität sowie Garantieansprüche verzichten.

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26 Gedanken zu „Von 4,90 bis 9,90 Euro: LED-Retrofit-Offensive bei „Media Markt“

  1. Bei der Müller-Licht 10W Birne kann ich die Ra90 Angabe auf der Mediamarkt Seite nicht finden.
    Hast du diese Info irgenwo anders gesehen ?

    • Doch, die steht dort, allerdings nicht bei den „technischen Daten“, sondern weiter oben:

      „Produktbeschreibung für MÜLLER-LICHT LED Birne 10 W E27 warmweiß

      Sehr gute Farbwiedergabe (bis RA 90), große Abstrahlwinkel, echtes Glühlampenwarmweiß (2700K), Dimmbarkeit, hohe Lebensdauer“

      Wobei „Dimmbarkeit“ hier Quatsch ist, weil’s die nicht dimmbare Version ist. Bei der dimmbaren Variante haben sie wiederum den Ra-Wert vergessen.

  2. Für RA 90 wäre die aber sehr Effizient. (810Lumen bei nur 10W) Das glaube ich kaum. Eher glaube ich, dass entweder der Ra niedriger ist, oder aber der Lichtstrom.

    • Finde ich durchaus möglich; die Entwicklung geht ja rasant voran. In einem schon etwas älteren Neuheitenkatalog von Müller-Licht (November 2013) gibt’s beispielsweise ein dimmbares E27-Modell mit nur 8,5 Watt, 2700 K, 800 Lumen und Ra >90. Kann man u. a. hier kaufen.

      Wobei die Formulierung „bis Ra 90“ natürlich theoretisch auch bedeuten könnte, dass es nur 83 oder 87 oder sonstwas sind. 😉

      • Interessant, ein weiterer Weckruf in die Zentralen der großen „Premiummarken“, ihre Produktpipelines vielleicht doch etwas schneller durchzuputzen, statt darauf zu setzen, dass anspruchsvolle Konsumenten gleich zu den trendigen Funkerbirnen greifen werden. Bei Mediamarkts „Müller-90“ wird sich zeigen, ob es nur um die Ra-Klasse 80-90 geht, ob ein „>“-Zeichen irgendwo verschütt gegangen ist, oder eventuell auftretender rosaweiß-Eindruck stört. Auch auf die Schaltfestigkeiten achten, bei ELV stehen mal 100000, auf dem verlinkten Datenblatt dann 12500

  3. „Wer jetzt noch einzelne LED-Lampen als dubiose Asien-Eigenimport-”Schnäppchen” bestellt und sich Wochen später in die lange Stelle vor dem Zollamt stellt, der spart fast nichts mehr und muss noch dazu auf verlässliche Qualität sowie Garantieansprüche verzichten.“

    Ja und nein. Wer mit 2700K zu recht kommt, kann sich weitgehend hier bedienen. Die Chinaimporte sind wirklich eine Art Glückspiel. Habe von dort einige meiner schönsten Lampen aber auch etliche Ausfälle. Der Bastler kann u.U. nochmals reparieren, aber eine klare Empfehlung sieht wirklich anders aus.
    Habe dennoch gerade wieder ein solches „Glückspiel“ getätigt, weil ich 4000K und heller als 810lm haben wollte. Das bekommt man hier eben kaum, aber in Asien schon.
    Allerdings hat mich diesmal der Zoll angeschrieben, weil keine ordentliche Rechnung auf dem Paket sei. Ließ sich aber alles ohne Anstehen und per email klären. Die Lampe kam dann halt 2 Wochen später per Post. Die Deklaration sah aber aus „wie immer“. Und ich habe schon etliche dieser Chinapäcken mit Bastelkram unter 22 EUR bekommen. Anscheinend wird der Zoll etwas strenger.

    • @Jürgen: Es gibt von Toshiba eine Lampe mit deklariert 806 Lumen und 4000 K als 240° Fast-Rundstrahler. Eine davon ist seit nunmehr fast 2 Jahren im Einsatz, ohne Probleme. Allerdings auch nicht ganz billig und oft erst nach längerem Suchen zu bekommen. Und Osram hat seit einiger Zeit 6500 K mit ähnlicher Leuchtkraft (810 lm) und Rundstrahlcharakteristik im Angebot, allerdings sind 6500K schon fast zuviel des Guten.

      • Bei Toshiba würde mich interessieren, ob die im Vergleich zu alten E-Cores verringerten Haltbarkeitsangaben auf Vorsicht, auf höhere Temperaturen oder auf billigere Komponenten zurückzuführen sind. Bei Osram entdecke ich mit Ihren Angaben keine Rundstrahlcharakteristik, nur eine runde Lampenform. Hätten Sie vielleicht Links (Osram wechselt bekanntlich technische Eigenschaften schneller, als sie die EAN ändern)?

        • Warum die neueren Toshiba-Modelle eine kürzere Lebensdauer haben, weiß ich nicht, aber ähnliches hat man meines Wissens auch bei anderen Herstellern schon beobachtet, und auch nicht nur bei Leuchtmitteln. Das scheint dem allgemeinen Trend zu immer kurzlebigeren Produkten zu entsprechen. Vermutlich wird man diesem Trend nur Einhalt gebieten können, wenn man die Hersteller selbst (und nicht nur die Händler) für Entsorgung bzw. Recycling in die Pflicht nimmt und zusätzlich z.B. Strafsteuern auf schlecht recyclebare Produkte erhebt (auch und gerade Handys etc.). Hier wäre die Politik gefragt.

          Bzgl. Osram konnte ich leider keine konkreten Angaben zum Abstrahlwinkel finden, aber da ich selbst ein Exemplar habe, kann ich bestätigen, dass die Abstrahlcharakteristik durchaus mit der Toshiba-„Birne“ vergleichbar ist (und das sollte dann auch für die Varianten mit anderer Lichtleistung und Farbtemperatur gelten). Aber nur geschätzt, nicht gemessen.

          • Die 2013er-Osram-LED-„Birnen“ haben so um die 240 Grad Halbwertswinkel.

            Die Hersteller und Importeure sind bei uns schon lange in der Recycling-Pflicht – wird meist über über den „Lightcycle“-Verbund erledigt und abgerechnet.

            Die Anbieter müssen den Nachweis einer insolvenzsicheren Garantie für die Finanzierung der Rücknahme und Entsorgung von privat genutzten Elektro- und Elektronikgeräten erbringen (wozu auch LED-Lampen gehören), ohne den sie keine Registrierung von der “Stiftung Elektro-Altgeräte Register” (EAR) in Fürth erhalten. Und wer die nicht hat, darf hier auch nichts verkaufen.

          • @Wolfgang: Die bestehende Recycling-Pflicht bezieht sich m.W. nur auf die Rücknahme von Altlampen des Kunden. Die tatsächliche Recyclingrate dürfte eher gering sein, und bei anderen Elektronikartikeln (Handys, Flachbildschirme, CDs/DVDs usw.) ist sie meines Wissens nach wie vor bei nahe Null. D.h. das meiste wird nur möglichst schadstoffarm entsorgt (verbrannt?) oder deponiert, in der Hoffnung, aus dem Elektronikmüll eines fernen Tages neue Wertstoffe zu gewinnen. Aber allein schon die sortenreine Stofftrennung aus Halbleiterchips oder LCD-Komponenten in industriellem Umfang mit hinreichend hoher Recyclingquote (also vergleichbar der von Flaschenglas oder Eisen, wo technisch fast 100% möglich ist) ist meines Wissens noch ferne Zukunftsmusik, ähnlich wie bei Verbundstoff-Verpackungen.

            Meine vorsichtige Schätzung: Das wird frühestens im 22. oder 23. Jahrhundert etwas, wenn wir eine Technologie vergleichbar dem „Replikator“ aus Star Trek haben, die die Teile auf molekularer Ebene zerlegen und neu sortieren kann. Aber selbst das dürfte nur unter erheblichem Energieaufwand möglich sein, d.h. eine sichere und nachhaltige Energieversorgung (oder Kernfusion) voraussetzen.

            Bis dahin sollte die Maximierung der Nutzlebensdauer bei gleichzeitiger Minimierung des Rohstoffbedarfs einer der zentralen Punkte für gesetzliche Regulierungen sein.

      • Ja, Danke, Ingo. Finde eine Toshiba E-Core 10W 806lm 4000K für ca. 40 EUR. Habe hier ja mal vorgerechnet, warum ich in der derzeitigen deflationären LED-Phase nicht gern so teuer einkaufe. Ich beiße mich mit der Billiglampe 1 bis 2 Jahre durch (notfalls mit dem Lötkolben) und vertraue in die zukünftigen Entwicklungen. So gibts auch immer wieder Geschichten für „Stammtisch und Blog“.
        Habe 2 6700K LED-Lampen. Eine Steinel Außenlampe und eine Billiglampe für innen. Letztere dient jetzt in einem Abstellraum. Derzeit drifte ich gerade von 3600K in Richtung 4000K. Mit 6700K tue ich mich noch etwas schwer.

        • Ich habe die für 20 Tacken bekommen (bei dem Internet-Versandhandel mit dem schlechten Ruf). Die 6000-K-„Workhorses“ habe ich aber auch von preiswerteren Marken/Noname bezogen.

          Ein häufiges Problem bei Billiganbietern ist auch, dass die häufig 100Hz-Flimmern haben (seltener sogar hartes 50Hz-Flimmern, wenn nur eine AC-Halbwelle genutzt wird), was auf Dauer durchaus lästig wird.

    • @Juergen: Nach dem, was ich da so alles bei der „Light + Building“ gesehen habe, gibt’s bei uns spätestens im Herbst an jeder Ecke (auch von günstigen Discounter-Zulieferern) Farbtemperatur-steuerbare Retrofits und integrierte Leuchten. Teils braucht es dafür noch nicht mal Smartphones und Tablets – siehe „hue tap“ von Philips. Dann wären die „entweder/oder“-Probleme vom Tisch.

      • Ja, das wäre sehr zu begrüßen. Habe ja bereits so ein Set von MiLight und bin recht zufrieden.
        Denke, daß damit noch viele die Freude an weißerem Licht entdecken. Man startet bei Glühlichtgelb und driftet langsam in Richtung weiß.
        Mußte aber jetzt bei einer Bewegungsmelder-Lampe handeln und wollte mehr als ein 60W Äquivalent. Bis die farbsteuerbaren LEDs Gemeingut sind muß ich mich eben noch irgendwie durchbeißen.

        • @Juergen: Warum sollte man das wollen? Warum will jemand, der das wunderbar warme Licht einer Glühlampe gewöhnt ist, plötzlich auf eiskaltes Licht mit über 4000 K umschwenken? Ich wohne ja nicht in einer Fabrikhalle oder in einem Einkaufscenter. Denn hier in der Stadt haben sie gerade ein Einkaufscenter komplett auf LED-Beleuchtung umgestellt. Aber leider mit einer eiskalten Deckenlichtfarbe. Da bin ich jedesmal froh, so schnell wie möglich wieder raus zu sein.

          • Nee, nicht schon wieder die Farbtemperatur-Diskussion! Die hatten wir hier schon x-fach – immer mit dem Ergebnis, dass es wegen der unterschiedlichen optischen Geschmäcker dazu keine einheitliche Meinung geben kann. Dank der vielen Möglichkeiten der LED-Technik ist das ja auch gar nicht notwendig, weil irgendwann (fast) alle zufriedengestellt werden können.

            Haut mal lieber alle gemeinsam auf die Hersteller ein, dass bald nichts mehr unter Ra 90 über’n Tisch geht. Hohe Farbtreue ist nämlich generell wichtiger als die individuellen Farbtemperatur-Vorlieben.

          • Persönliche Meinung, Empfindung, Geschmack:
            Ich will bei den meisten Tätigkeiten eigentlich Tageslicht.
            Glühlicht ist letztlich nur eine Notlösung – auch wenn wir uns vielleicht daran gewöhnt haben. Wolfram glüht halt nicht heißer und damit nicht weißer.
            Den Ra bei <5000K auf Glühlicht normieren heißt die Farbwiedergabe auf diese Notlösung referenzieren und nicht auf Tageslicht.
            Am Besten mal so eine farbtemperatur-veränderliche Lampe (nicht aber RGB) testen.
            Oder um es "kalendergemäß" zu zitieren:
            "jeder sonnt sich heut so gern, …Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,…
            Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
            Sind sie alle ans Licht gebracht."
            😉

          • @Busse: Die Diskussion hatten wir schon einmal. Daher nur die kurze rheinische Standardantwort: Jeder Jeck ist anders 😉

            Allerdings scheint durchaus Bedarf an zumindest zeitweilig höher temperiertem (irreführenderweise oft als „kalt“ bezeichnetem) Licht zu bestehen, weshalb es zunehmend farbregelbare Lampen und Leuchten gibt, die allmählich auch für den Privatsektor erschwinglich und handhabbar werden. Wäre der Mensch derart einseitig auf „warmweiß“ getrimmt, wie es die Verteilung der abendlichen Lichtfarben im durchschnittlichen deutschen Wohngebiet vermuten lässt, dann wären Produkte wie „Hue“ oder „Mi.Light“ nicht mehr als teure Nerd-Spielzeuge und hätten langfristig auf dem Markt keine Chance.

  4. Sorry, dass ich nochmal antworten muss (ist auch zu dem Thema das letzte Mal):
    Das Tageslicht der Sonne ist doch nicht dermaßen kaltweiss wie LEDs mit 4000 Kelvin. Sonnenlicht ist zu jeder Tageszeit angenehm warm und gelblich! Eine kaltweisse LED ist dagegen blaustichig und kühl.
    Allen Lesern Frohe Ostern!

    • Im Gegenteil. Das Mittags-Sonnenlicht hat ziemlich „kalt-weiße“ 5777 Kelvin (diese Farbtemperatur wird deshalb in der Lichtbranche auch „tageslicht-weiß“ genannt); die typische Tageslicht-Farbtemperatur (bei blauem Himmel) liegt sogar bei 6500 K und nähert sich nur bei Dämmerung bzw. Sonnenaufgang relativ „warm-weißen“ ca. 3200 K. 😉

      Auch Dir frohe Ostern mit möglichst viel Sonne!

    • Keine Angst, ich will keine Farb-Präferenz-Diskussion wiederbeleben, sondern nur noch ergänzende Fakten beisteuern, die das Phänomen vielleicht etwas zu verstehen helfen.

      Durchschnittliches Sonnenlicht hat in Meereshöhe mittlerem bis hohem Sonnenstand und klarem Himmel etwa 5000 bis 5500 Kelvin. In den Tropen und auf hohen Bergen nähert sich der Wert den von Wolfgang genannten knapp 5800 K an. Erst zum Sonnenuntergang hin wird es deutlich kühler, bis unter 2000 K (dabei jedoch überraschenderweise stets grob Planck-ähnlich, weshalb es hier durchaus Sinn macht, von der Strahlungstemperatur zu sprechen). Blauer Himmel hat dagegen oft deutlich über 10000 K.

      Ungefiltertes Sonnenlicht im Weltraum hat sogar ca. 5900 K (also etwas mehr als die Oberflächentemperatur), weil die Sonne kein perfekter schwarzer Körper ist. Das Spektrum von ASTM G-173 liefert etwa 5930 K im Weltraum.

      Der Grund, warum Kunstlicht gleicher Lichtfarbe oft blaustichig wirkt, liegt vermutlich (ein Augenmediziner oder Neurologe müsste es genauer beantworten können) an den unterschiedlichen Helligkeitsbereichen der Zäpfchen und Stäbchen sowie auch an der „Firmware“ des Sehzentrums im Gehirn. Daher wird Mondlicht oft auch als viel weißer als Sonnenlicht erlebt, obwohl es genau anders herum ist: Der Mond reflektiert weniger Blau- als Rotanteile, ist also leicht bräunlich.

      Wie leicht sich unser visuelles System täuschen lässt, zeigen die beliebten „Schummelbilder“, wo zwei graue Flächen mit exakt dem selben Grauton ganz unterschiedlich wirken, nur weil sie von hellen bzw. dunklen Feldern umgeben sind. Ähnliche Illusionen gibt es auch mit Farben.

      Frohe Ostern mit vielen bunten Farben 🙂

  5. Kann man konkret bei der E14/R50 Lampe von Müller-Licht für 5,90€ auch gut zugreifen? Generell und speziell mit größerem Abstrahlwinkel scheint die Auswahl bei Lampen diesen Typs nicht so riesig zu sein.

    • Kann man. Allerdings ist die Beschreibung mit Vorsicht zu genießen. Auf der Produktseite steht oben u. a. „Sehr gute Farbwiedergabe (bis RA 90)“ und „Dimmbarkeit“. Allerdings ist der Strahler tatsächlich nicht dimmbar, wie auch weiter unten bei den technischen Daten zu lesen ist. Ob die Angabe „Ra 90“ stimmt oder nur ein „Copy & Paste“-Unfall ist, weiß ich nicht. Bei 5,90 Euro wäre es aber auch kein Beinbruch, wenn’s nur Ra >80 sind.

      • Das ist wohl ein Standardtext für die „Serie“ den man hineinkopiert hat. Unten steht ja auch 3000k statt der 2700k im Text. „Bis zu“ heißt ja ohnehin, dass man drunter bleibt.

        Hatte auch direkt bei Müller-Licht geguckt. Ist Ra 80, was aber ok ist. Wie gesagt, man findet sonst ja wenig Angebot für solche Lampen (die ja relativ oft genutzt werden). Da bin ich froh, diese gefunden zu haben (gestern ist die alte ausgefallen ^^).

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