LED-Tagebuch (KW 16): IKEA-Spende, Euroluce, ESC, Halogen-Galgenfrist

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


IKEA-UNHCR-2015
12.04.: IKEA hat offiziell zwischen dem 1. Februar und 28. März 2015 weltweit 10,8 Millionen „Ledare“-LED-Lampen verkauft, davon 1,65 Millionen in Deutschland. Für jedes dieser Retrofit-Leuchtmittel spendete die „IKEA Foundation“ nach eigenen Angaben einen Euro an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) – wie schon im vergangenen Jahr. Damals hatte die Aktion „Ein Licht für eine bessere Zukunft“ allerdings global nur 7,7 Millionen bzw. 1,35 Millionen in Deutschland eingebracht.

Laut UNHCR-Mitteilung werden die Einnahmen helfen, die Lebensumstände der 380.000 Flüchtlinge in Bangladesch, dem Tschad, Äthiopien und Jordanien zu verbessern. Es sollen Ausbildungsplätze, solarbetriebene Straßenleuchten und Lampen sowie weitere erneuerbare Energiequellen zur Verfügung gestellt werden (das „IKEA Foundation“-Foto oben zeigt die aus Syrien geflüchtete Umfadi und ihre 13-jährige Nichte Rama im jordanischen „Camp al Azraq“ mit einer gespendeten Solar-LED-Lampe).


OLED_Winterthur-gross
13.04.:OLED – Licht der Zukunft?“ fragt eine Ausstellung im Forum des Gewerbemuseums Winterthur (Schweiz). Vom 10. Mai bis 18. Oktober sind dort unter anderem Arbeiten des „OLED Design Lab“ der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) Basel zu sehen. Dort werden im Rahmen eines KTI-Forschungsprojekts das Innovationspotenzial von OLED-Panels experimentell untersucht sowie neue Lichtanwendungen und Steuerungen für die Verwendung in Räumen und „szenografischen Kontexten“ entwickelt (oben eine der Demo-Installationen, © OLED Design Lab, Foto: Mathias Stich).

Einer der HGK-Partner ist die Philips AG Lighting Schweiz, die die bekannten „Lumiblade“-Leuchtblättchen beisteuert. Die Ausstellung erlaubt laut Pressemitteilung Innenarchitekten, Designern, Architekten, Lichtgestaltern und interessierten Laien „einen Blick auf das heute bereits Machbare und gibt Auskunft über den aktuellen Entwicklungsstand dieser neuen Technologie“. Ergänzt wird sie mit einer Sammlung der Prototypen und Produkte des renommierten deutschen Lichtdesigners Ingo Maurer. Als Erster seiner Zunft entwickelt und gestaltet er seit 2004 kontinuierlich OLED-Leuchten mit den jeweils aktuellen Panels.


Euroluce-Logo14.04.: Ab heute treffen sich unter anderem Lichtexperten und Innenarchitekten zur zweijährlich stattfindenden Fachmesse „Euroluce(Logo oben) in Mailand – parallel zum „Salone del Mobile„. Zwei der 24 Hallen sind für hochwertige Leuchten und Lampen aller Art reserviert – vorgestellt von rund 500 Ausstellern, vorwiegend aus Italien, manche auch aus Deutschland. Geöffnet ist die Schau bis zum Sonntag (19. April); CoeLux60a_squaredie beiden letzten Tage sind öffentlich.

Einige Anbieter nutzen die „Mailänder Designwoche“ jedoch auch für Präsentationen außerhalb des Messegeländes. So lässt etwa die italienische Firma „CoeLux“ ihre teuren LED-Tageslicht-Simulationen (PR-Foto rechts) in gleich zwei Mailänder Locations leuchten: Im Badezimmer-Showroom „Boffi Solferino“ und im „SPazio INnovazione“ von „Ars et Inventio„.


Osram-S32-Multi-Chip-LED15.04.: Neues aus dem Bereich „Entertainment-Beleuchtung“ gibt es ab heute bei der Frankfurter Fachmesse „Prolight + Sound 2015“ zu sehen. So zeigt beispielsweise Osram ein extrem helles Multi-Chip-LED-Modul namens „S32“ mit bis zu 15.000 Lumen Lichtstrom (PR-Foto links). Es kann unter anderem in Verfolger-/Suchscheinwerfern und „Moving Heads“ eingesetzt werden, wie sie die italienische Osram-Akquisition „Clay Paky“ produziert. Der Show-Licht-Spezialist soll vom 19. bis 23. Mai die Bühne des „Eurovision Song Contest 2015“ in der Wiener Stadthalle erhellen.

Osram wird nämlich als offizieller Lichtpartner der Veranstaltung den größten Teil der Entertainment-Beleuchtung liefern und die Möglichkeiten seines „Lightify“-Systems demonstrieren – unter anderem als farbig leuchtende LED-Lampen-Ergebnisanzeige bei Publikums-Abstimmungen auf dem Rathausplatz.


Unterwasserlicht gruen16.04.: Grünes Unterwasser-LED-Licht (Symbolfoto rechts: Nsaum75 @ Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0) verringert laut eines „New York Times“-Berichts den umweltschädlichen Beifang beim Garnelenfischen erheblich.

Bei zahlreichen Versuchen mit einem Doppel-Rig-Trawler an der US-Pazifikküste im vergangenen Sommer war eines der beiden Grundschleppnetze an der Unterseite der Öffnung mit zehn akkubetriebenen, grünen Leuchtdioden ausgerüstet worden. Während im unbeleuchteten Netz nach dem Hochziehen zahlreiche Kleinfische zappelten – vor allem bedrohte Stinte wie der Kerzenfisch, waren im anderen fast ausschließlich Garnelen zu finden. Offenbar half das grüne Licht den Fischen, einen Fluchtweg zu finden, was den Beifang um rund 90% reduzierte.

Inzwischen seien zahlreiche Trawler an der Westküste mit solchen LEDs ausgerüstet worden. Beim so genannten „Krabbenfischen“ – etwa in der Nordsee – kommen normalerweise auf ein Kilogramm Garnelen rund neun kg Beifang, der tot oder verletzt als Abfall ins Meer geworfen wird.


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17.04.: Das aktuelle Geschäftsjahr läuft für Osram offenbar besser als erwartet. Osram-Logo-neuLaut den vorläufigen Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal (endete am 31.3.) stieg der Umsatz nominal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent auf 1,399 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) belief sich auf 151 Millionen Euro – begünstigt durch den schwachen Euro-Kurs. Hieraus ergebe sich eine bereinigte EBITA-Umsatzrendite von 10,8 Prozent.

Auf Basis der aktuellen Zahlen erwarte der Vorstand für das Gesamtjahr 2015 eine bereinigte EBITA-Marge von über 9 Prozent. Derzeit liegt die Aktie der „Osram Licht AG“ bei 46,90 Euro – fast doppelt so hoch wie der Ausgabekurs von rund 24 Euro im Juli 2013.


18.04.: Vertreter der EU-Staaten im „Ecodesign Regulatory Committee“ entschieden sich gestern in Brüssel für eine Verschiebung des ursprünglich ab 1. September 2016 geplanten Verbots für viele ineffiziente Hochvolt-Halogenlampen um zwei Jahre.

Halogenlampen-EU-neuBetroffen sei somit ab Herbst 2018 der Vertrieb von neuen, rundstrahlenden Lampen der aktuellen EU-Effizienzklasse D (bis September 2013 noch C), die vor allem in der klassischen „Birnen“-Form angeboten würden. Lagerbestände könnten dagegen unbegrenzt verkauft werden.

Die Entscheidung betreffe bestimmte Halogen-Leuchtmittel nicht, wie sie etwa als kompakte Rundstrahler beispielsweise in Deckenflutern und Schreibtischleuchten genutzt werden (siehe EU-Grafik oben rechts mit G9- und R7s-Lampen). Schon im Vorfeld hatte es Kritik von Umweltschutzverbänden und LED-Lampenanbietern an den Verschiebungsplänen der EU-Kommission gegeben.


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5 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 16): IKEA-Spende, Euroluce, ESC, Halogen-Galgenfrist

  1. GU10 Halogenspots braucht man auch nicht verbieten.
    Die finden eh keine Käufer mehr.

    Aldi vor 2 Monaten.
    Gab jede Menge Led Angebote und auch einen Haufen GU10 Halogenspots im 3 und 5er Pack.
    Heute liegen eben diese extremst reduziert in der Grabbelkiste beim Aldi.
    Die würden sie noch nichtmal mehr los,
    wenn sie die verschenken würden. :-))

    Wenn jemand aber vorhat ne Stromsenke zu bauen sollte er sich eindecken.
    Vielleicht bekommt man sie ja auch geschenkt,bevor sie in der Tonne landen.

    Mfg

  2. Ja, solche Speziallampen bekommt man fast geschenkt und sie leuchten im Schaufenster immer noch schöner als die – in dieser Bauform zB. – noch sehr teuren LED-Pendants. Das wird viele Geschäftsleute zögern lassen und die haben noch mit ganz anderen Zahlen zu tun als nur mit der Stromrechnung…

    • Sorry, Verlinkung hat nicht funktioniert.
      @Wolfgang zur Korrektur: Gemeint war eine Halogen PAR38 Speziallampe. Noch was: Früher war das Verlinken einfacher, als unten noch die Link-Codes standen, ich habe bei CARTA nachgeschaut und dort sind die HTML-Befehle leicht verwirrend angegeben – vielleicht als Anregung für dich Wolfgang. Danke!

      • Hab’s korrigiert – Links ohne „http://“ vorne gehen halt nicht. Die Code-Vorlagen habe ich entfernt, weil sich sowieso kaum jemand dran hielt und ich die Links meistens nachträglich manuell einbetten musste.

    • “ Das wird viele Geschäftsleute zögern lassen“
      Nicht bei den Strompreisen in Deutschland. :-O

      Mfg

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