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Warum keiner die “Katzenfänger” fängt


Eigentlich müssten wir als Besitzer von drei Freigänger-Katern jeden Tag in totaler Angst leben, denn in den letzten Wochen sind angeblich mal wieder kriminelle Katzenfänger in unserer Region Baden-Baden/Rastatt unterwegs und haben schon Dutzende von armen, unschuldigen Miezen erwischt. Wenn man verängstigten, verzweifelten und verstörten Tierbesitzern glaubt, werden ihre verschwundenen Lieblinge wahlweise als Labortiere oder für “schwarze Messen” missbraucht, zu Rheumadeckchen oder gar exotischen Gerichten verarbeitet. Panikattacken verursachen da schon Altkleider- und Schuhsammlungen, bei denen laut selbsternannten “Experten” die mit Lockstoffen präparierten gelben oder orangefarbenen, leeren Sammeleimer von dubiosen Gestalten (in weißen Lieferwagen mit verdunkelten Scheiben) offenbar an bestimmten Stellen vor Häusern abgestellt werden, in denen Katzen vermutet werden.

Freigänger-Katzen
Zwei unserer drei Freigänger spähen von der Terrassentür aus nach Katzenfängern - entdeckt haben sie bisher noch keine. (Foto: W.Messer)

Warum wir trotzdem guten Gewissens unsere Katzen ins Freie lassen? Weil ich diese Horrorgeschichten für eine Urban Myth (Moderne Sage) halte, ähnlich wie die “Spinne in der Yucca-Palme” (die Yucca ist übrigens keine Palme, sondern ein Spargelgewächs, aber das nur am Rande) oder den eisenhaltigen Spinat oder die “Bonsai-Katzen“-Legende. Wenn nämlich die deutsche Polizei in jedem Bereich der Kriminalität eine so katastrophal niedrige Aufklärungsquote hätte wie bei illegalen Tierfängern, könnte sie ihren Laden genauso gut zumachen - kein Gauner würde je gefasst. Auch wenn “Tierschützer” es häufig anders behaupten: In Deutschland wurde noch nie ein Tierfänger-Ring ausgehoben und in der Regel ermittelt die Polizei bei verschwundenen Katzen auch nicht gegen “unbekannte Tierfänger”; von wenigen Ausnahmen abgesehen, die aber allesamt ins Leere liefen und teils nachträglich für sinnlos erklärt wurden. Auch gezielte Durchsuchungen von Kleintransportern, in denen angeblich die gefangenen Katzen kläglich miauten, blieben allesamt ergebnislos.

Seriöse Tierschutzorganisationen haben sich schon mehrfach mit der Thematik befasst, Sammelbehälter auf Lockstoffe untersucht (nichts gefunden), bei den kommerziellen Kleidersammlern nachgehakt, Vermisstenfälle recherchiert und vermeintliche Diebstahl-Zeugen befragt. Ergebnis: Gleich null. Selbst wenn in einer Region mal eine merkwürdige Häufung von verschwundenen Katzen verzeichnet wurde, gab es nie eine konkrete Spur zu Katzenfängern, sondern meist eine andere Erklärung. Aber wer sich mal auf einen Glauben versteift hat, der lässt sich natürlich nicht von der lästigen Realität davon abbringen. Nichts gefunden? Also bitte, das liegt natürlich nicht daran, dass es keine Katzenfänger gibt, sondern dass eben nicht gründlich genug gesucht wurde.

Das Ausmaß an Ignoranz, Angstmacherei und manchmal auch purer Dummheit, das einem aus diversen Internet-Foren entgegenschlägt, ist schier unfassbar. Da hilft es noch nicht mal, wenn selbst der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, Herbert Lawo, die Katzenfänger-Theorie massiv bezweifelt: “Es gibt viele Punkte, die dagegen sprechen und keine Beweise dafür”. So würden Labortiere speziell gezüchtet, um eine genetische Vergleichbarkeit bei den Versuchen gewährleisten zu können und das Verarbeiten heimischer Tiere zu Rheumadecken sei zu teuer.

Seltsamerweise scheint das der Deutsche Tierschutzbund etwas anders zu sehen. Er hält es laut seiner Website durchaus für möglich, dass gestohlene Tiere zu illegalen Tierversuchen eingesetzt oder ins europäische Ausland exportiert werden, fordert zu möglichst konkreten Anzeigen bei der Polizei auf und bittet um Spenden für sein 1999 eingerichtetes Tierdiebstahlregister.

Viel wahrscheinlicher als Tierversuche und Pelzverwertung ist aber, dass die Tiere durch Jäger oder im im Straßenverkehr zu Tode kommen, vor allem in der Brunftzeit ihr Stammrevier verlassen und nicht mehr zurück finden oder irgendwo eingesperrt und später ohne Wissen des Besitzers in ein Tierheim gebracht werden. In der Statistik der vermissten Tiere werden die tot oder lebend wiedergefundenen Katzen allerdings nicht gegengerechnet, deshalb kann man die jährlich rund 2000 verschwundenen Katzen in Deutschland nicht insgesamt als “ungeklärte Fälle” bezeichnen oder gar ohne weitere Prüfung vermeintlichen Dieben anlasten.

Ich persönlich fände es auch nachvollziebar, dass manche Tiere die Schnauze voll hatten von ihren geistig benachteiligten Besitzer(inne)n und das Weite suchten. Ich würde mich jedenfalls als Katze schämen, zu einer Person zu gehören, die solchen Unsinn verzapft und vielleicht auch noch glaubt, dass Behörden, Polizei, Wissenschaft, Industrie und Altkleidersammler eine mafiöse Verschwörung zum massenhaften Katzenfang gebildet haben (deshalb auch die Null-Prozent-Aufklärungsquote, logisch).

Selbstverständlich sind bei diesem Niveau auch die hartnäckigen Gerüchte über den Verzehr von Katzenfleisch in Deutschland nicht aus der Welt zu schaffen. Dass jedoch ausgerechnet auf der Website chefkoch.de besonders heißblütig über Katzendiebstahl diskutiert wird, sollte mir vielleicht doch zu denken geben. Allerdings werden dort keine passenden Rezepte angeboten.
http://www.wikio.de

Ein Job für lange Felle

Ab heute ist das neue Fastvoice-Studio in der Nähe von Baden-Baden offiziell in Betrieb, mit komplett neuer Akustik und Technik und nun auch - pünktlich zum 1. April - mit einem neuen Operator für das ProTools/MBox 2 Pro-System. Damit ist Fastvoice ein echter Coup geglückt, denn Operator Balou wiegt nicht mal vier Kilogramm, kommt ohne Alkohol aus (ein Novum in der Branche), hat ein Näschen für den richtigen Sound, einen Gehör-Frequenzumfang von über 10 Oktaven (bis 100 kHz!) und keinerlei Gehaltsforderungen.

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Der neue Operator Balou an seinem Arbeitsplatz

Besonders viel Spaß hat er an der Bedienung der Logitech-Maus (im Bild hinter ihm, rechts vom MacBookPro), mit der er das virtuelle Mischpult von ProTools souverän kontrolliert und den Einsatz der Plug-ins steuert. Beeindruckend auch sein Umgang mit haarigen Aufnahme- und Mischsituationen, die er dank seines dicken Fells ohne jegliche Nervosität meistert. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt bei der Produktion von World Music, vor allem mit Einflüssen von norwegischer Folklore und persischen Tarab-Klängen. Offenbar sind wohl doch norwegische Waldbewohner und langhaarige persische Rock-Musiker in Balous Ahnengalerie zu finden.

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“Wo war noch mal der Keyboard-Shortcut für das Low Latency Monitoring?” ProTools-Operator Balou arbeitet sich in die Geheimnisse des virtuellen Mischpults ein.

Sehr wichtig findet Balou auch die Weiterentwicklung der so genannten “Katzenmusik“, die seiner Ansicht nach heutzutage völlig zu Unrecht in Verruf geraten ist: “Offenbar haben viele vergessen, dass diese etwas fremdartig klingenden Laute und ihre ausübenden Originalinterpreten immerhin ihren Ursprung in der ägyptischen Hochkultur haben”. Dazu wären aber weitere Investitionen nötig, vor allem ein komplettes Outboard-System mit Brekkies-Equalizer, Whiskas-Kompressor und Purina-Limiter. Fastvoice-Chef Wolfgang Messer sperrt sich bisher noch ignorant gegen diese Pläne: “Das kostet jede Menge Mäuse und ist doch nur für die Katz’”.

Steinzeitliche Macho-Vergleiche mit herkömmlichen Tontechnikern und ProTools-Operators muss Balou übrigens nicht scheuen: Er hat ohne Zweifel den längsten und schönsten Puschelschweif.

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