LED-Tagebuch (KW 10): Vx-Filterscheibe, defekte Leuchten, Ledvance-Logo

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ (mit inzwischen über 450 Mitgliedern) – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Verbatim-Vx-Filter-CRI
Verbatim-Vx-Filter06.03.: Neue Vorsatz-Filterscheiben (PR-Foto rechts) sollen den LED-Stromschienenstrahlern, GU10– und GU5.3-LED-Spots von Verbatim zur drastischen Verbesserung der Farbwiedergabe (PR-Grafik oben am Beispiel eines Strahlers mit 3000 Kelvin und Ra 82) und Erweiterung des Farbraums verhelfen (PR-Grafik unten links).

Die „Vx-Filter“-Technologie der Mutterfirma „Mitsubishi Chemical“ arbeitet laut Pressemitteilung mit dem biobasierten, technischen Kunststoff „Durabio™“ und zeichne sich durch „hervorragende optische Eigenschaften wie hohe Transparenz und beste Lichtdurchlässigkeit“, eine Lebensdauer von 50.000 Leuchtstunden sowie durch Hitze-, Kratz- und UV-Beständigkeit aus.
Verbatim-Vx-Filter-Farbraum
Im Unterschied zu normalen Vorsatzscheiben für LED-Lampen, die unerwünschte Frequenzen des Lichtspektrum unterdrücken bzw. reduzieren, wird mit den „Vx-Filtern“ nach Verbatim-Angaben etwas „herein“-gefiltert, so dass alle Wellenlängen des Spektrums besser vertreten seien – abgestimmt auf die spektrale Sensibilität des menschlichen Auges. Die „gefilterte Wahrnehmung“ sei somit besser.

Auch bei dieser additiven Farbmischung müssen Sie allerdings noch mit etwa 15 bis 20% Lichtstrom-Verlust durch den höheren Farbwiedergabeindex rechnen. Näheres erfahren Sie am Verbatim-Stand (F30, Halle 4.2) auf der Fachmesse „Light + Building“ vom 13. bis 18. März in Frankfurt/Main.


Aldi-Sued-LED-Aussenleuchten-03-16-mittel07.03.: Immerhin bis zu 640 Lumen versprechen die „IClite“-Sensor-LED-Außenleuchten für 25,99 Euro, die ab heute in den Aldi-Süd-Filialen liegen (Beilagenausschnitt rechts, zum Vergrößern anklicken). Eine sehr ähnliche Kollektion war dort vor zwei Jahren für knapp 30 Euro am Start.

In drei der fünf Varianten steckt ein auswechsel-, jedoch nicht dimmbarer GU10-LED-Strahler mit 5 Watt, 320 lm, 3000 Kelvin Farbtemperatur, EU-Ökolabel A+ sowie nicht genannten Daten für Abstrahlwinkel, Schutzart und Nennlebensdauer.

In den beiden anderen Modellen sind es sogar zwei dieser Spots, die jeweils etwa die Helligkeit von 35-Watt-PAR16-Hochvolt-Halogenstrahlern bieten. Der zu „WOFI Leuchten“ in Meschede gehörende Zulieferer „EuroTechnicsTrade“ gewährt auf die Leuchten drei Jahre Garantie.


Eigen-Banner-03-15


09.03.: Erfurt hadert laut einer MDR-Meldung heftig mit seiner LED-Straßenbeleuchtung (PR-Symbolfoto: Caralux). Caralux-LED-Leuchte-Erfurt-kleinNach insgesamt fünf Jahren sei mindestens ein Drittel der teuren Leuchtköpfe aus der ersten Generation ausgefallen. Die Herstellerversprechen zur längeren Lebensdauer würden nachweislich nicht eingehalten und das Stromkosten-Sparpotenzial durch den aufwendigen Austausch defekter Module erheblich reduziert.

Besonders störend sei, dass jeder Hersteller eigene Systeme auf den Markt bringe, die untereinander nicht kompatibel sind. Die Begeisterung in der thüringischen Landeshauptstadt zu Anfang des Versuchsbetriebs mit „intelligenten“ Straßenleuchten im Rahmen des Projekts „Kommunen in neuem Licht“ war im Lauf der Jahre ohnehin erheblich abgekühlt.

Woanders scheint’s besser zu klappen: Die westfälische Stadt Coesfeld meldete gerade freudestrahlend, dass man letztes Jahr 166.000 Euro weniger Energiekosten für die Straßenbeleuchtung ausgegeben habe als 2013, dem Jahr vor der Umstellung auf LED-Technik. Eine auffällige Defekthäufigkeit gab’s dort bisher nicht.


QisDESIGN-Infinito-Plus-Leuchte
10.03.: Ihre aktuellen und künftigen „Premium-Lifestyle-Leuchten mit LED-Technologie“ präsentiert die Luxusmarke „QisDesign“ der taiwanesischen BenQ-Gruppe auf der Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt/Main vom 13. bis 18. März (Halle 5, Ebene 1, Stand C22).

Zu den Ausstellungs-Flaggschiffen gehört eine neue Variante der dimmbaren, 1,50 Meter langen „Infinito“-Hängeleuchte, die als „Infinito Plus“ (PR-Fotos oben und unten) nicht nur per Handgesten, sondern auch via Fernsteuerung regelbar sein wird. Sie kombiniert bei 36 Watt Gesamtleistung und bis zu 1150 Lumen Lichtstrom „warmweißes“, nach unten strahlendes Hauptlicht (2700 Kelvin, Ra >80) mit einem farbsteuerbaren RGB-„Stimmungslicht“, das auch nach oben leuchtet.

Die LED-Module sind im Alugusskörper integriert und geben ihr Licht laut Firmenangaben „gleichmäßig und blendfrei über optische Reflektoren“ ab. Eine unverbindliche Preisempfehlung liegt mir noch nicht vor, dürfte aber bei mindestens 1300 Euro liegen.
QisDESIGN-Infinito-Plus-Szene


11.03.: Die patentierten LED-Fadenlampen von „Zhejiang Ledison Optoelectronics“ (Markenname „Ledisong“, PR-Foto unten) dürfen in Deutschland nur von zwei Anbietern direkt importiert werden: Von meinem Werbepartner „MeLiTec“ im Sauerland und der Traditionsfirma Hellum im fränkischen Coburg.
Hellum-String-LED
Letztere wird laut Pressemitteilung bei der Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt/Main (Halle 6, Ebene 0, Stand C06) vom 13. bis 18. März ausführlich über ihre vakuumversiegelten „LED-Glühlampen“ mit beidseitig auf transparenten „Strings“ oder „Filaments“ montierten CoB-LEDs informieren. Hellum-Geschäftsführer Joachim Rüther und Ledisong-Geschäftsführer Li Hongqiang stehen während der Messe-Öffungszeiten für Fachgespräche zur Verfügung.

Ebenfalls am Stand zu sehen: Die neuen „Smart Home“-LED-Lichterketten von Hellum, die sich via Smartphone und zertifizierter App steuern lassen (für iOS, Android OS und Windows Phone). So könne man die Dekorationsbeleuchtung zu jedem beliebigen Zeitpunkten ein- und ausschalten –  egal, wo sich der Nutzer gerade aufhalte.


11.03.: Bei der Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt/Main präsentiert Osram ab Sonntag (13.03.) in der Festhalle erstmals LEDVANCE-Logo-purdas neue Unternehmenslogo seiner bald eigenständigen „Ledvance“-Sparte. Name und Aufmachung sollen laut Unternehmensmitteilung Tradition und Zukunft verbinden. Das Versprechen laute: „Advancing light“ – Ledvance bringe die Lichttechnik vorwärts.

Typografie und Farbe des Logos bezögen sich deshalb einerseits auf das bekannte Osram-Erbe; andererseits habe man bewusst eine neue Bildmarke schaffen wollen. Der Lichtpuls links stehe symbolisch für das Kerngeschäft, Licht ins Leben der Menschen zu bringen. Die Produkte der „Lamps“-Sparten-Abspaltung werden allerdings noch viele Jahre lang unter dem Label „Osram“ verkauft; „Ledvance“ dient vorerst nur als Unternehmensbezeichnung und für die interne Kommunikation.


LightSpion-TM30
12.03.: Bis zum Beginn der Fachmesse „Light + Building“ morgen in Frankfurt/Main will „Viso Systems“ aus Kopenhagen in Dänemark das Aussehen eines neuen Lichtmessgeräts geheim halten (Halle 4, Ebene 1, Messestand G08). „BaseSpion“ heißt es und soll Lampen und Leuchten bis 9 kg Gewicht aufnehmen können. Damit ordnet es sich eine Stufe unter dem großen „LabSpion“-System ein.

Bereits jetzt verfügbar ist eine neue Version der „Light Inspector“-Software. Sie beinhaltet erstmals die Unterstützung des neuen „TM30“-Standards zur genaueren Ermittlung der Farbtreue von Leuchtmitteln (IES-Video). Hier werden 99 Testfarbtöne zu 16 Indizes zusammengefasst (Screenshot-Ausschnitt oben). Zum Vergleich: Der „allgemeine Farbwiedergabeindex“ berücksichtigt nur acht Messfarben, die erweiterte CRI-Palette 14 bis 15.


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7 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 10): Vx-Filterscheibe, defekte Leuchten, Ledvance-Logo

  1. Wenn ich für die Straßenbeleuchtung verantwortlich wäre, würde ich auch nicht vorzeitig auf LEDs umrüsten, wie schon mehrfach hier gesagt. Meiner Meinung nach sind LED-Straßenleuchten noch nicht modern genug. Die Leuchten benötigen eine individuelle Anbindung an eine zentrale Steuerung und dezentrale Intelligenz. Nur wenn Personen oder Fahrzeuge detektiert werde, sollte die Beleuchtung angehen. Ansonsten in einer geringen Grundhelligkeit, die stückweise auf 0 reduziert wird. glimmen.
    Bei schlechtem Wetter mit reduzierter Sichtweite (z.B.Nebel) oder besonderen Ereignissen müssen die Leuchten aber von der Zentrale aus auf eine andere Helligkeit bzw. ein anderes Programm eingestellt werden. Wenn die Verbindung zur Zentrale unterbrochen ist, arbeitet jede Leuchte autark ihr Programm ab.
    Über diese Verbindung werden auch Defekte und Totalausfälle von Leuchten erkannt.
    Gegen Frühausfälle helfen nur vertragliche Maßnahmen mit entsprechender Kostenübernahme oder gar in Mietmodell, welches den Kommunen auch die komplexe Steuerung und Programmierung abnimmt. Wahrscheinlich waren viele Gemeindebauhöfe mit dieser Aufgabe ohnehin überfordert.
    Erst wenn dieses Komplettpaket günstiger ist als die Bestandsanlage, wird umgestellt.

  2. > Nur wenn Personen oder Fahrzeuge detektiert werde, sollte
    > die Beleuchtung angehen.

    Damit treibt man nicht nur beim Schlafen Anwohner in den Wahnsinn.

    Ich wäre auch bei Straßenbeleuchtung ein Verfechter von LED-Retrofits. Das ist günstiger und man sitzt nicht nach ein paar Jahren mit einem proprietären Sackgassen-System da, für das sich der Anbieter nicht mehr zuständig fühlt (sofern er noch existiert).

    • Ich denke nicht, daß man mit bedarfsorientierter Straßenbeleuchtung die Anwohner in den Wahnsinn treibt. Denn wechselnde Helligkeit bringen auch die Autos mit sich, Deshalb gibt es Läden, Gardinen etc.
      Und bei einem vernetzten System könnte man auf Wunsch gegen entsprechende Gebühr auch ein Dauerleuchten anbieten. Dann hat jeder dieWahl: Eigenmaßnahmen oder Geld für die Straßenbeleuchtung.
      Als Gemeinde darf man nur nicht den Fehler machen, alles gleichzeitig zu zu ändern: Straße neu, neue (bzw. weniger) Parkplätze, Büsche und Bäume neu ordnen, neue Beleuchtung und die dann auch noch bedarfsgerecht. Zuerst muß die neue Leuchte montiert werden. Die bringt sicher eine andere Ausleuchtung als die alte mit sich. Zuerst kommt Gemurre gegen das Neue, dann die Gewöhnung und erforderlichenfalls Gegenmaßnahmen. Nach einigen Monaten kann man dann bedarfsgerecht steuern. Und jedes Jahr im Juni erniedrigt man die Mindesthelligkeit bis man den Zielwert erreicht hat.

      Retrofits wird bei vielen Straßenleuchten schwierig. Die haben spezielle Vorschaltgeräte mit Zündeinrichtungen für die effizienten Spezialleuchtmittel.

  3. Hierorts wurde vor einigen Jahren auf neue Hochdrucknatriumdampflampen umgestellt, welche in Richtung der Wohnhäuser bis zum Nachrüsten eines Blendschutzes doch sehr stark geblendet haben. Philips hat alternativ längst an unkompliziertere Lösungen gedacht, als an sündteure und im Lauf der Zeit reparaturanfällige Elektroniksteuerungen.

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