LED-Tagebuch (KW 09): PL-C-Lampen, Sonderangebote, EGLO-Pläne

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ (mit inzwischen über 450 Mitgliedern) – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Philips-PLC-Kombi1
28.02.: Bis spätestens Mitte März sollen sie verbreitet lieferbar sein, die ersten acht „CorePro LED PL-C“-Retrofit-Varianten von Philips mit verschiedenen G24-Stecksockeln, robusten Polycarbonat-Gehäusen, drehbaren Endkappen und zwischen 6 und 9 Watt Leistungsaufnahme (oben zwei der Modelle mit ihren Verpackungen, Foto: W. Messer). Sie sind nicht dimmbar und sollen 18 bzw. 26 Watt starke Leuchtstofflampen ersetzen, wie sie beispielsweise in Downlights von Büros, Hotels, Konferenz- oder Warteräumen eingesetzt werden.

Die LED-PL-Cs sind durchweg rund 3,3 cm breit, je nach Version ca. 14 bis 17 cm lang, mit zwei Pins für KVG/VVG-, mit vier Pins für bestimmte EVG-Leuchten geeignet (wichtig: EVG-Kompatibilitätsliste beachten!) und kosten zwischen rund 11 und 13 Euro. Die Lichtstromwerte: 600 650, 900 bzw 950 Lumen – je nach Modell und Farbtemperatur (wahlweise 3000 oder 4000 Kelvin). Allen Varianten gemeinsam ist der Halbwertswinkel von 120 Grad, der Farbwiedergabeindex Ra 80 sowie die Nennlebensdauer von 30.000 Leuchtstunden. Eine kleine Auswahl dieser Neuheiten werde ich als Leihgaben im März testen können.

Update 20.03.: Ein Doppeltest mit zwei PL-C-Varianten ist jetzt online – und er ist der 1000. reguläre Blogbeitrag!


real-Osram-Zweierpacks-02-16
29.02.: „real,-“ hat offenbar den Trend zu LED-Dreier-Sets für unter 10 Euro verpennt: Die Einzelhandelskette der Metro-Group bietet nämlich ab heute on- und offline drei Osram-Retrofit-Modelle als Zweierpacks für 9,99 Euro an (Prospektausschnitt oben, gültig bis 5. März). Stückpreise von 5 Euro für solche nicht dimmbaren GU10-Strahler, E27-„Birnen“ und E14-„Kerzen“ sind allerdings heutzutage keine echten Sonderangebote mehr.

Wie’s wirklich günstig geht, zeigt nächste Woche „real,-“-Mutter Metro bei der „Wilde Ostern“-Aktion ihrer „Cash & Carry“-Märkte (Prospektausschnitt unten): Dort kriegen Sie vom 3. bis 9. März exakt die gleichen Osram-LED-Retrofits im Dreierpack für schlanke 8,33 Euro brutto – pro Lampe also nur knapp 2,78 €. Kleiner Wermutstropfen: Zum Einkaufen brauchen Sie eine Kundenkarte und sollten offiziell (räusper) Gewerbetreibender, Selbstständiger oder Freiberufler sein.
Metro-Osram-03-16


01.03.: Weiß, schmucklos, aus Kunststoff, nicht dimmbar und ziemlich hell ist die integrierte LED-Deckenleuchte zum „4-Wochen-Dauersparpreis“ von knapp 15 Euro in vielen „toom“-Baumärkten toom-LED-Deckenleuchte-03-16(Beilagen-Ausschnitt rechts, gültig bis 26. März).

Mit „neutralweißer“ Farbtemperatur 4000 Kelvin und Schutzart IP44 eignet sie sich besonders für trockene oder feuchte Funktionsräume (Treppenhaus, Keller, Waschküche, Vorratskammer, Garage etc.) und Außenbereiche, wo kein „wohnlich-warmweißes“ Licht gebraucht wird (Carport, Hauseingänge usw.).

Die Helligkeit von 850 Lumen aus 12 Watt wird auf schätzungsweise 140 Grad Halbwertswinkel gebündelt und erreicht so mindestens die Lichtstärke einer rundstrahlenden 75-Watt-Glühlampe. Die LED-Module sind nicht austauschbar; die Nennlebensdauer wird in der Werbung leider verschwiegen.


Bauhaus-LED-Boston-03-16
02.03.: Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo Sie rund 15 Euro für den LED-Ersatz einer 60-Watt-„Glühbirne“ bezahlen mussten. Inzwischen kriegen Sie für diesen Preis beispielsweise noch ’ne Edelstahl-/Kunststoff-Außenleuchte mit Schutzart IP44 dazu. Bei „Bauhaus“ wäre das aktuell eine „Boston“-Wandleuchte von „Globo Lighting“, die mit einer 8,5 Watt und 806 Lumen starken, nicht dimmbaren, rundstrahlenden E27-LED-Lampe bestückt ist (Prospektausschnitt oben, gültig bis 26. März).

Die Farbtemperatur von 3000 Kelvin wirkt etwas „kühler“ als bei den alten Stromfressern. Das gleiche Leuchtmittel steckt auch in der Sockelleuchte für 19,95 Euro und der 1,10 m langen Wegeleuchte für 29,90 €. Wer später mal mehr Helligkeit, eine andere Lichtfarbe oder was Dimmbares braucht, kann irgendein anderes LED-Lampenmodell ’reinschrauben – vorausgesetzt, es ist nicht dicker als knapp 6 cm.


Eigen-Banner-03-15


03.03.: Der österreichische LED-Spezialist LEDON stellt laut aktuellem Newsletter derzeit schrittweise seine Lampenverpackungen auf ökologischen Karton um LEDON-Packung-neu-alt(im PR-Foto links für einen LED-Spot; in meinem Bild rechts eine der bisherigen Packungen).

Dadurch lasse sich der Ausstoß des „Treibhausgases“ CO2 um über 22 Tonnen pro Jahr reduzieren; außerdem sei das Material vollständig recyclingfähig. Umweltbewusstes Handeln gehöre bei LEDON zum Unternehmens-Leitbild; deshalb ergreife man geeignete Maßnahmen, um dem Ziel der Klimaneutralität bis 2025 näher zu kommen.


EGLO-Leuchten
04.03.: Ehrgeizige Ziele hat der Tiroler Leuchtenhersteller Eglo Leuchten GmbH mit Hauptsitz in Pill, laut Eigenangaben der größte in Europa (das PR-Bild oben zeigt einen klitzekleinen Ausschnitt der rund 5000 Modelle, die inzwischen fast alle mit LED-Technik bestückt sind). Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, habe EGLO-LogoEglo 2015 beim Umsatz um 15,7 Prozent oder rund 60 Millionen auf rund 441,5 Millionen Euro zugelegt. In diesem Jahr hoffe man auf 5% Zuwachs, 2017 wolle man die halbe Umsatz-Milliarde überschreiten.

In nächster Zeit würden ca. 22 Millionen € investiert, den größten Teil davon in eine Erweiterung des 2014 gestarteten Produktionsstandorts im indischen Bawal. 2020 will Eglo weltweit täglich 10.000 Leuchten herstellen – jeweils 40 Prozent in Indien und im chinesischen Dongguan sowie 20 Prozent in Pásztó (Ungarn). In diesem Jahr werde es rund 900 neue Produkte geben, von denen Sie einige auf dem 364 m² großen Eglo-Stand bei der Fachmesse „Light & Building“ vom 13. bis 18. März in Frankfurt/Main sehen können (Halle 6.0, Stand C58 ).


05.03.: Kurioses Nachspiel des Arteko-LED-Fadenlampen-Tests: Der Anbieter bezweifelte die Richtigkeit der im Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ ermittelten Daten der Arteko-E27-12W-aus12 Watt starken E27-„Birne“ (Foto links: W. Messer, pdf-Download unseres Messprotokolls), absolvierte eine eigene Messung mit einem weiteren Exemplar (pdf-Download des Arteko-Protokolls) und verlangte diese Woche eine Korrektur der im Blog veröffentlichten Resultate.

Diese Forderung verblüffte mich sehr, weil die von Arteko selbst ermittelten Werte für Farbwiedergabe (Ra 81,1 und R9 = 2), Lichtstrom (1407 lm, sollten eigentlich 1521 lm sein!), Effizienz (121,6 lm/W) und elektrischer Leistungsfaktor (0,54 statt offiziell 0,95!) durchweg noch etwas schlechter ausfielen als unsere (Ra 83,1; R9 = 9,9; 1440 lm; 124,1 lm/W; Faktor 0,57).

Der Experten-Verdacht: Die von Arteko verwendete „Everfine“-Ulbricht-Kugel könnte mit 1,75 Meter Durchmesser eventuell zu groß für das relativ kleine Messobjekt sein und deshalb ungenauere Werte geliefert haben als die 1,10 m bzw. 0,5 m großen Kugeln bei „David Communication“.

Ein weiterer Erklärungsansatz wäre die durchaus übliche Schwankungsbreite einer LED-Lampen-Serienproduktion. Ich sehe jedenfalls keinen Anlass, irgendwas in meinem Beitrag zu korrigieren und teilte das auch Arteko mit. Eine Reaktion darauf erhielt ich bis heute nicht.


Mehr zum Thema:

Doppeltest: Philips-PL-C-LED-Röhren – Nutzlicht für Funktionsräume

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7 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 09): PL-C-Lampen, Sonderangebote, EGLO-Pläne

  1. Die Arteko-Sache ist tatsächlich etwas konfus aber nicht nur schlecht.
    Immerhin lesen sie mit, nehmen das Thema ernst, kümmern sich und haben eine Ulbricht Kugel zumindest im Zugriff.
    Da ich annehme, daß das David Equipment kalibriert und zertifiziert ist, hätte ich an Artekos Stelle bei signifikaten Abweichungen anders agiert. Erst mal einen Überblick über die Produktstreuungen verschaffen (kostet zwar, hilft aber beim Lieferantenmanagement) und bei unplausiblen Abweichungen auf David zugehen, um die genauen Umstände zu klären und ggf. eine Kreuzmessung zu initiieren. Wenn dann immer noch unerklärliche Diskrepanzen bleiben, werden die Hersteller der Meßmittel eingeschaltet. Vielleicht auch schon früher, denn da kann man immer etwas lernen.

    • Sowohl das Equipment von „David Communication“ als auch das von Arteko werden nach jeweils eigener Aussage etwa wöchentlich kalibriert. Von einer Zertifizierung der beiden Labore ist mir allerdings nichts bekannt.

      Dass ein Anbieter, der Testlampen zur Verfügung stellt, hier mitliest, liegt im eigenen Interesse – schließlich erhofft er sich eine gewisse Image- und Werbewirkung von einem Bericht (mal ganz davon abgesehen, dass es nur noch sehr wenige in DACH vertretene Hersteller gibt, die hier nicht mehr oder weniger „heimlich“ mitlesen).

      Wenn ich als Hersteller feststellen würde, dass die Ergebnisse im Blog etwas besser ausfallen als meine eigene Gegenprobe, würde ich die Füße stillhalten – zumal, wenn meine offiziellen Packungs- und Prospekt-Angaben zum elektrischen Leistungsfaktor oder dem Lichtstrom meines Produkts erheblich von den zwei- bis dreimal mit verschiedenen Instrumenten nachgemessenen Resultaten abweichen.

  2. Warum werden nur Leuchtstoffröhren ab 18 Watt aufwärts ersetzt? Wir haben hier im Büro 13 Watt Modelle mit 900 Lumen, die durchs ständige ein und ausschalten der ToilettenBeleuchtung oft kaputt sind.

    • Je nach Vorschaltgerät (KVG oder kompatibles EVG) und Leuchtengröße kann man da eventuell auch die kleinere Variante der Philips-PLC-LEDs montieren (14 cm lang, maximal 3,3 cm Durchmesser). Die G24-Sockel sind ja bei allen Leistungsstufen die gleichen, bloß die Gesamtlänge ist unterschiedlich.

    • Solange man keine passenden LEDs findet, gibt es noch elektronische Starter Palmstep bzw. Ökostart, Ökostart (von Pollin) mit einer kontrollierten Vorheizzeit von ca. 2 Sekunden. Nach der Vorheizzeit starten die Lampen sofort ohne langes Flackern. Die Röhren werden dadurch geschont und leben länger. Man muß eben mit den 2 Sekunden Verzögerung leben können. Für Ungeduldige und/oder Betrieb mit Bewegungsmeldern gibt s elektronische Sofortstarter Turbio (von Pollin) mit 0,4 Sekunden Vorheizzeit. Das schont mehr die Nerven aber nicht so sehr die Lampen. So hat man die Wahl.
      Ein ziemlich exotisches Nischenprodukt, das mit den Leuchtstoffröhren lebt und stirbt, aber funktioniert. Eine ausführlichere Erläuterung mit Benennung des Gewinns an Lebensdauer findet man in Fachartikel Palmstep. Funktioniert natürlich nur mit KVG. Falls starterlose EVGs verbaut sind geht diese Lösung nicht. Aber es gibt auch EVGs mit ca. 2 Sekunden Vorheizzeit. Diese werden z.B. in Parkhäusern und Industrieanlagen verwendet und sorgen ebenfalls für eine längere Lebensdauer. Da ist es aber mit 4 EUR nicht getan.

  3. Das mit der kleineren Variante um die 13 Watt Modelle zu ersetzen wird nicht gehen da die G24- Sockel eine zusätzliche Codierung haben .Die kleine Plastiknase seitlich am Sockel .

    • Stimmt, wenn die Fassung für G24d-1 (2 Pins, KVG) oder G24q-1 (4 Pins, EVG) gedacht ist, geht’s mit den Philips nicht. Die kleinen Varianten haben d-2- bzw q-2-Sockel. Bliebe zumindest bei KVG-Leuchten der Austausch gegen PLC-LED-Lampen mit Universalsockel. Gibt’s beispielsweise von Bioledex.

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