LED-Tagebuch (KW 17): Aldi-Leuchten, Osram-Abspaltung, „2 Bulb Value Pack“

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Lichtmuseum-Logo-Exponat19.04.: Ein virtuelles Museum für Licht und Beleuchtung wird derzeit in der deutschen „Lichtregion“ Sauerland geplant. Laut Medienberichten soll das Internet-Projekt eines Fördervereins (oben das Logo und eines der historischen Exponate) die Alternative für ein bis jetzt nicht finanzierbares reales Museum in Arnsberg-Neheim bilden.

Inzwischen seien rund 3000 Objekte zusammengekommen – von den Anfängen der Erzeugung von künstlichem Licht bis zur Gegenwart und Zukunft mit LED-, OLED- und Laser-Technologie. Aktuell werden Sponsoren zur Finanzierung des virtuellen Leuchtenmuseums gesucht, um die Kosten von geschätzt 15.000 bis 20.000 Euro zu decken (Kontaktdaten).


Aldi-Sued-Ranex-04-15-mittel21.04.: Jeweils knapp 20 Euro verlangt Aldi Süd ab diesem Donnerstag (23.04.) für fünf Außenleuchten-Modelle von Ranex mit auswechselbaren, „warm-weißen„, nicht dimmbaren LED-Lampen der niederländischen Ranex-Handelsmarke „XQ-lite(Prospektausschnitt rechts, zum Vergrößern anklicken).

Die Edelstahl-Varianten 1 und 2 werden mit einer rundstrahlenden E27-„Birne“ geliefert, die aus 6,3 Watt rund 470 Lumen Lichtstrom mit einem Halbwertswinkel von ca. 180 Grad erzeugt und herkömmliche 40-Watt-Glühlampen ersetzen kann. Nummer 4 ist aus Aluminium und mit einem 5 Watt starken GU10-LED-Strahler bestückt. Der bietet mindestens 320 Lumen mit einem mutmaßlichen Haupt-Abstrahlwinkel von ca. 100 Grad und könnte EU-offiziell als Ersatz für 50-Watt-PAR16-Hochvolt-Halogenstrahler dienen, wenn er mindestens 300 lm in einem 90-Grad-Kegel liefern würde.

Nummer 3 und 5 (ebenfalls mit Alu-Gehäuse) haben davon sogar zwei Stück, die nach oben und unten kräftige Lichtkegel parallel zur Hauswand werfen können. Hier gibt’s also aus 10 Watt insgesamt 640 Lumen.

Vor einem Jahr kosteten ähnliche ein- und zweiflammige LED-Außenleuchten bei Aldi Süd noch rund 30 Euro, waren jedoch mit offiziell 345 Lumen pro Strahler etwas heller und verfügten großteils zusätzlich über integrierte Bewegungsmelder. Damals wie heute sind die mitgelieferten LED-Lampen leider von der dreijährigen Garantie ausgenommen.


Osram-Claim
22.04.: Osram plant laut Pressemitteilung, sein Geschäft mit Lampen für die „Allgemeinbeleuchtung“ als rechtlich selbstständiges Unternehmen auszugliedern – Details sollen kommende Woche nach einer Aufsichtsratssitzung folgen. Betroffen seien die erst im Mai 2014 gebildeten Sparten „CLB“ (Classic Lamps & Ballasts) und „LLS“ (LED Lamps & Systems). Im Geschäftsjahr 2013/14 habe man mit dem Leuchtmittelverkauf (Glüh-, Halogen- und Leuchtstofflampen sowie LED-Retrofits) weltweit rund 2 Milliarden Euro Umsatz erzielt – knapp 40% des Gesamtvolumens.

Mit dem „Spin-Off“ soll laut Osram „die Grundlage für eine Weiterentwicklung dieses Geschäfts, auch unter Einbeziehung von Partnern, geschaffen werden.“ Die weitaus einträglicheren integrierten Leuchten und Lichtsysteme sollen offenbar im Konzern bleiben, ebenso die LED-Komponenten-Produktion (Osram Opto Semiconductors) sowie die Kfz-Beleuchtung, bei der Osram globaler Marktführer ist (im Bild oben der traditionelle Osram-Claim am Münchener Stachus, Foto: W. Messer). Der Aktienkurs kletterte nach Bekanntwerden der Pläne auf neue Höchststände von zeitweise über 52 Euro.


Eigen-Banner-03-15


OBI-LED-Leiste-04-1523.04.: „Kalt-weißes“ Arbeitslicht mit 6000 Kelvin bieten die „LED-Komplett-Lichtleisten“, die Sie noch bis Anfang Mai zu Sonderpreisen in den OBI-Baumärkten kaufen können (Prospektausschnitt oben). Knapp 13 Euro kosten die 61,5 (Online-Angabe 60) cm langen 10-Watt-Leisten mit 800 Lumen (ca. 60% der Helligkeit von 18-W-Leuchtstoffröhren), rund 15 € die 1,24 (online 1,23) m langen 20-W-Varianten mit 1600 lm.

Die Nennlebensdauer soll 30.000 Leuchtstunden betragen; Angaben zur Schaltfestigkeit, dem Halbwertswinkel (mutmaßlich ca. 120 Grad) oder dem Farbwiedergabeindex der fest eingebauten LED-Module fehlen. Die nicht dimmbaren Lichtleisten sind für direkten 230-Volt-Anschluss vorbereitet und haben keinen eigenen Schalter.


LEDON-Website neu
23.04.: Der österreichische LED-Spezialanbieter LEDON hat seine Unternehmens-Website komplett neu gestaltet – mit größeren Bildern und Schrifttypen sowie teils mit bildschirmfüllenden Hintergrund-Animationen (Ausschnitt oben). Offenkundig wurde das Design vor allem für die Nutzer von Mobilgeräten (Smartphones, Pads etc.) optimiert.

Seit Anfang der Woche bevorzugt Google bei der Anzeige von mobilen Suchergebnissen solche Websites und ergänzt die Treffer mit dem Hinweis „Für Mobilgeräte„. Diese Kennzeichnung fehlte LEDON mit der alten Homepage. Das gilt aktuell auch noch für die bisher unveränderten Online-Shop-Seiten der Vorarlberger. Hier droht ein massiver Ranking-Verlust bei der Mobilsuche.


Philips-Value-Pack24.04.: Philips und die nordamerikanische Baumarktkette „The Home Depot“ erkunden ab Anfang Mai neue Preistiefen beim LED-Ersatz für 60-Watt-Glühlampen.

Der „2 Bulb Value Pack(PR-Foto) mit zwei nicht dimmbaren 8,5 Watt-LED-Retrofits mit E26-Sockel, 800 Lumen Lichtstrom und Farbwiedergabeindex Ra 80 kostet laut Pressemitteilung in den ersten 90 Tagen sensationelle 4,97 US-$ (ca. 4,60 Euro) – pro „Birne“ sind das umgerechnet nur rund 2,30 Euro! Die Nennlebensdauer wird mit 10.000 Leuchtstunden bzw. zehn Jahren beziffert, die Farbtemperatur mit „warm-weißen“ 2700 Kelvin.


25.04.: Fast ausgebucht sind derzeit die Banner-Werbeplätze in diesem Blog. Als neuester Unterstützer ist diese Woche auf der Seite „Alles über LED-Beleuchtung“ „MEGAlight Dr. Kunde“ hinzu gekommen – eine Marke der „Hans Raum GmbH“ in Nürnberg. Aktuell gibt es nur noch einen tiefen, sehr preisgünstigen Platz auf der Einsteigerseite „Ihr Weg zum LED-Licht„. An diesem Montag wird jedoch erstmals auch die beste und teuerste Platzierung frei: Oben in der rechten Seitenleiste, direkt über dem „Blog-Telegramm“, auf allen Blog-Seiten sichtbar. Wenn Sie gerne für Ihr LED-Angebot wirksam werben wollen, schreiben Sie mir einfach eine E-Mail.


25.04.: Die LED-Lampen und –Leuchten der stetig wachsenden „hue“-Familie können jetzt auch mit der brandneuen „Apple Watch“ vom Handgelenk aus gesteuert werden. Apple_Watch_hue-SunsetPhilips hat dazu eine aktualisierte Gratis-App für iOS (Version 1.8.2) veröffentlicht, die die „intelligente“ Uhr einbindet. Mit einer Widget-Oberfläche können Sie dort nach Philips-Angaben Ihre favorisierten Beleuchtungsszenarien per Wischbewegung wechseln und auswählen (PR-Beispielgrafik „Sunset“ rechts).

Helligkeit und Lichtfarben seien schnell und einfach einstellbar – passend zur jeweiligen Aktivität. Bei aktivierter Geofencing-Funktion auf dem iPhone würden Sie außerdem „dezent“ auf der „Apple Watch“ benachrichtigt, sobald sich Ihre Beleuchtung nach dem Verlassen des Hauses ausschalte.

Konkurrent Osram teilte auf Nachfrage mit, dass es für sein „Lightify“-System noch keine „Apple Watch“-geeignete Steuerung gebe. Man wolle zuerst neue Funktionen für die bisherige Smartphone-/Pad-App anbieten – beispielsweise die Einbindung des vorhandenen Lichtschalters.


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7 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 17): Aldi-Leuchten, Osram-Abspaltung, „2 Bulb Value Pack“

  1. “ 60) cm langen 10-Watt-Leisten mit 800 Lumen (ca. 60% der Helligkeit von 18-W-Leuchtstoffröhren), rund 15 € die 1,24 (online 1,23) m langen 20-W-Varianten mit 1600 lm.“

    Whoaaaa…
    Meine Lichtleiste ist n Meter lang,verbraucht 9 Watt und hat 2000 Lumen.
    Kostenpunkt 40 Euro.

    Cree XPL sind echt der Burner. :-))

    Mfg

    • Tja, ist halt ’ne Preisfrage. Ist das eine Eigenbau-Leiste, wo die 40 € nur für’s Material stehen?

      Übrigens bezweifle ich stark eine Systemeffizienz von 222 Lumen/Watt – das schaffen bisher noch nicht mal Labor-Prototypen von Osram, Philips, Cree und Co. Vermutlich ist mit 2000 Lumen nur der maximal mögliche Lichtstrom der Chips gemeint – ohne jede Vorschaltelektronik. Mein Tipp: Im Labor kämen allenfalls 140 lm/W oder so ‚raus.

      • Selbstbaupreis…
        Von der Helligkeit kommt das schon hin.
        Hatte vorher XPG drin,und die hatten die genannten 140 Lumen. 😉
        Ich hab hier zwar kein super Testequipment,
        aber in diesem Fall sagt mir schon mein Auge das die XPL schon um einiges heller sind.
        Die Vorschaltelektronik die ich hier hab wird noch nicht einmal warm,da die Leds so summarum 29 Volt brauchen und ich 30 V auf die Vorschaltelektronik gebe.
        Okay,ich könnt jetzt noch die Verluste des grossen Netzteils einrechnen,das wird für mich dann aber irgendwann Erbsenzählerei.
        Und leider isses ja auch nur blauweisses Licht womit man aber wunderbar Salat züchten kann mit nur 70 Watt aufn Quadratmeter. .-9

        Mfg

        • Das ist aber nun wirklich ganz weit weg vom OBI-Angebot – der Zusammenhang zum Beitrag oben erschließt sich mir irgendwie nicht. Schließlich reden wir dort von einem rund zehnmal geringeren Gesamtpreis (Arbeitskosten mitgerechnet).

          BTW: Wenn Deine Leistungsangaben stimmen würden (was sie garantiert nicht tun), könntest Du Dich sofort als neue Ein-Mann-Entwicklungsabteilung für sämtliche LED-Leuchtenhersteller weltweit bewerben.

          • „könntest Du Dich sofort als neue Ein-Mann-Entwicklungsabteilung für sämtliche LED-Leuchtenhersteller weltweit bewerben.“

            LED-Leuchtenhersteller werden sich bei mir bewerben.^^

            Mfg

    • Die Cree XP-L schafft maximal 200 lm/W bei 350mA (P=1W) im höchsten CRI65 cool-white bin bei 25°C.
      Bei CRI80 im Bereich von 2700 bis 4000K Farbtemperatur und 1050mA (ca. 3W) sind es bei 85°C auch nur noch praxisrelevante 127 lm/W, bei 25°C 144 lm/W (jeweils auf das beste binning bezogen).

      Also relativiert sich das ganze schon, zumal in der Praxis kaum jemand eine auf maximal 10W spezifizierte LED mit nur 10% Nennleistung betreiben wird. 😉

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