LED-Tagebuch (KW 42): „Goldlampen“ zum Dimmen, Deals, „GreenPower 2.0“

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ (mit aktuell 620 Mitgliedern) – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


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16.10.: Die goldfarben beschichteten LED-„Filament“-Lampen der Osram-„Edition 1906“-Serie gibt’s jetzt nach Angaben von Ledvance auch als dimmbare Modelle (im PR-Foto oben die „Vintage 1906 LED Globe 125“). Im Gegensatz zu den bisherigen Varianten (4 Watt, 470 Lumen, Äquivalent für 40-W-Glühlampen) bieten sie bei voller Leistung 710 lm aus 7 W.

Mit knapp 18 Euro kosten die beiden Neuheiten im „Vintage“-Design rund 6 € mehr als die nicht dimmbaren Lampen. An der Farbtemperatur (2400 Kelvin, „extra-warmweiß“), dem Farbwiedergabeindex (Ra ≥80) und der Nennlebensdauer (15.000 Leuchtstunden, 100.000 Schaltzyklen) ändert sich dagegen nichts.


toom-led-pendelleuchte-10-1617.10.: 5 Euro billiger als im Spätsommer ist eine ziemlich helle, höhenverstellbare LED-Pendelleuchte, die Sie diese Woche in ausgewählten „toom“-Baumärkten bekommen (Prospektausschnitt rechts, gültig bis 22. Oktober).

Für knapp 30 Euro gibt’s vier nicht dimmbare, fest verbaute LED-Module à 4,5 Watt, die mit insgesamt 1600 Lumen Lichtstrom mindestens die Helligkeit einer 100-W-Glühlampe erzielen – allerdings bei einem Halbwertswinkel von rund 110 Grad viel stärker gebündelt. Die Farbtemperatur 3000 Kelvin wirkt außerdem merklich „kühler“ und der Farbwiedergabeindex von Ra >80 kann natürlich auch nicht mit den alten Stromfressern (ca. Ra 100) konkurrieren.


netto-greenlight-sensor-10-16-gross18.10.: Die „Netto Marken-Discount“-Werbeleute betreiben mal wieder Geheimniskrämerei um eine aktuell für 8,98 Euro angebotene „GreenLight“-LED-Lampe der Eures GmbH (Prospektausschnitt rechts, gültig bis 22. Oktober).

Zwar erfahren Sie, dass die nicht dimmbare E27-„Birne“ bis zu ca. 6 Watt zieht, das zweitbeste EU-Ökolabel A+, einen Infrarot-Bewegungssensor und eine Fotozelle zur Messung des Umgebungslichts sowie eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden hat. Wie hell das Teil macht, wird jedoch dezent verschwiegen.

Dann sage ich’s Ihnen halt: 410 Lumen Lichtstrom (etwas dunkler als eine 40-W-Glühlampe) mit ca. 160 Grad Abstrahlwinkel und 6500 Kelvin Farbtemperatur.

So erklärt sich auch der „Netto“-Hinweis „ideal für Dielen, Schränke oder Keller“: Für’s gemütliche Wohn- oder Schlafzimmer taugt diese „kaltweiße“ Sensor-Lampe nämlich nicht.


19.10.:Leuchtend schöne Stimmung“ mit Produkten der Eigenmarke „Melinera“ präsentiert Ihnen Lidl ab diesem Donnerstag (20. Oktober) in seinen Filialen und im Online-Shop. Neben jeder Menge üblicher, schwacher LED-Weihnachts-Deko-Lichter können Sie für knapp 13 Euro auch einen einigermaßen wetterfesten LED-Lichterschlauch kaufen, der mit mußmaßlich rund 1200 Lumen Gesamtlichtstrom draußen oder drinnen für echte Beleuchtung sorgt (Online-Screenshot, nachbearbeitet):
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240 „warmweiße“ LEDs mit jeweils 0,06 Watt verteilen sich in dem 10 Meter langen, spritzwassergeschützten Schlauch (Schutzart IP44); dazu kommen 1,5 m Zuleitung. Die Gesamthelligkeit entspricht etwa der einer 75-Watt-Glühlampe; die Leistungsaufnahme inklusive Trafo wird mit stolzen 22,5 Watt beziffert, die Nennlebensdauer mit 20.000 Leuchtstunden.

Update 22.10.: Mein ELV-„Energy Master Profi-2“ zeigt zwischen 22,2 und 22,4 Watt bei einem sehr guten elektrischen Leistungsfaktor von 0,96; die Farbtemperatur dürfte nach meiner subjektiven Einschätzung bei rund 3000 Kelvin liegen – eventuell auch etwas höher.

Den offensichtlich gleichen LED-Lichtschlauch gibt’s übrigens unter anderen Markennamen ab Montag, 24.10., bei Aldi Nord und Aldi Süd für jeweils 13,99 € – dort jedoch mit drei Jahren Herstellergarantie. Die gilt ebenso für die wahlweise „kaltweiß“ oder „warmweiß“ leuchtenden Modellvarianten, die Sie ab Donnerstag, 27.10., für 12,99 € in ausgewählten „Kaufland“-Filialen kriegen (auch als 6-Meter-Version mit 144 LEDs und mutmaßlich 13,5 Watt für nur 8,99 €).


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Cree-Logo20.10.: Von einem Tag auf den anderen über 11 Prozent seines Börsenwertes verloren hat der US-LED-Gigant „Cree Inc.“, nachdem die neuesten Quartalzahlen veröffentlicht wurden. Der Umsatz aus dem operativen Geschäftsbetrieb war gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 60 Millionen auf 321 Millionen US-Dollar gesunken; pro Aktie gab’s 0,03 US-Dollar Verlust. Die Börse reagierte darauf mit einem massiven Kurssturz von zeitweise mehr als 13%.Cree-Gen3bulb

Besserung verspricht sich Vorstandschef Chuck Swoboda für’s laufende Quartal – vor allem wegen der „Lichtsaison“, die für nordamerikanische Verbraucher traditionell erst mit der Winterzeit-Umstellung am ersten Sonntag im November beginne (im Cree-PR-Foto rechts eine LED-Retrofit).

Cree ist gerade dabei, sich von LED-fremden Geschäften zu trennen und auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Weitere Zukäufe von Firmen aus der Lichtbranche werde es vorerst nicht geben.


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21.10.: Mindestens so hell wie ein 100-Watt-Halogenstab leuchten die LED-Außenstrahler mit Bewegungsmelder, die’s noch bis 12. November zum „4 Wochen Dauersparpreis“ von knapp 45 Euro in vielen „toom“-Baumärkten gibt (Werbebeilagen-Ausschnitt oben).

Aus 20 Watt bieten die schwarzen oder weißen, nicht dimmbaren Fluter mit Schutzart IP44 rund 1500 Lumen bei 6850 Kelvin und etwa 110 Grad Halbwertswinkel. Die „gefühlte“ Helligkeit wirkt durch die „kaltweiße“ Lichtfarbe und stärkere Fokussierung des Lichtkegels größer als bei herkömmlichen, „warmweißen“ Halo-Strahlern.

Im Vergleich zu ähnlichen Discounter-Sonderangeboten ist der „toom“-Preis allerdings keine Sensation. Außerdem vermisst man in der Baumarkt-Werbung unter anderem die Pflichtangabe zur Nennlebensdauer (Leuchtstunden, Schaltzyklen), zumal die 40 LED-Chips fest eingebaut und nicht austauschbar sind.


22.10.: Neue, verbesserte Versionen seiner bekannten, professionellen „GreenPower“-LED-Pflanzenlampen mit E27-Sockeln hat „Philips Lighting“ diese Woche in einer Pressemitteilung präsentiert philips-greenpower-2(PR-Foto rechts). Die zweite Generation soll effizienter leuchten und dank robuster Kunststoff-Bauweise auch bruchsicherer sein als Glas-Pflanzenlampen. Außerdem fällt das schlankere Gehäuse mit Verzicht auf markante Kühlrippen auf.

Nicht verändert wurde dagegen die Spektralverteilung: Beide „GreenPower 2.0“-Varianten haben „kaltweiße“ LEDs, die einen gewissen Blauanteil für die Pflanzen liefern und laut Philips ebenso die optische Beurteilung des Wachstums ermöglichen, sowie tiefrote Chips mit ca. 660 Nanometer Wellenlänge für die Photosynthese. Diese Kombination habe sich unter anderem als ideal für Schnittblumen erwiesen – beispielsweise Chrysanthemen.

Das „DR/W/FR“-Schwestermodell verfüge zusätzlich über „Far-red“-Chips (zwischen 720 und 750 nm) nahe des Infrarots. Es eigne sich besonders für die Aufzucht von Schößlingen und zur photoperiodischen Beleuchtung von Fruchtpflanzen wie etwa Erdbeeren, bei denen das Blütenwachstum beschleunigt werde.

Übrigens: Solche LED-Pflanzenlampen mit Schraubsockel passen zwar in haushaltsübliche Fassungen, empfehlen sich aber wegen ihrer sehr speziellen Lichtfarben nicht für die Beleuchtung von privaten Wohnräumen.


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2 Gedanken zu „LED-Tagebuch (KW 42): „Goldlampen“ zum Dimmen, Deals, „GreenPower 2.0“

  1. Eine Anmerkung zum Weihnachts-Lichterschlauch: aus welchem Grund haben alle Outdoor-Lichterschläuche immer nur 1,5 Meter Zuleitung? Das ist doch völlig unpraktisch, weil einfach viel zu kurz. Im Normalfall hat man ja draußen nicht überall wetterfeste Steckdosen! Ein paar Meter mehr Kabel können doch nicht so teuer sein.

    • Vermutlich teils eine Preisfrage (inzwischen wird ja in der LED-Branche um niedrige Cent-Beträge beim Einkauf gerungen) und teils eine der Verpackungsgröße. Wir haben dafür auch eine zusätzliche Außensteckdose am Balkon montieren und anschließen müssen.

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