LED-Tagebuch (KW 35): Diesel, Deals, „GLOWdim Filament“, Licht-Profi-Treffs

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Hella-LED-Arbeits-Scheinwerfer
28.08.: Durch die Umrüstung ihrer 1600 Müllwagen von Halogen- auf LED-Lichttechnik spart die Berliner Stadtreinigung (BSR) nach eigenen Angaben pro Jahr rund 100 Liter Diesel pro Fahrzeug ein (das PR-Foto von Hella oben zeigt einen „Power Beam 1500“-Arbeitsscheinwerfer mit 22 Watt und 1300 Lumen). Das entspreche einem Schadstoffausstoß von 264 Kilogramm CO2. Außerdem seien die Kosten für Wartung und Instandsetzung erheblich geringer.

Schon 2010 hatte man in Berlin begonnen, bei der Neuanschaffung von Müllwagen ausschließlich auf stromsparendes, helles Halbleiterlicht zu setzen; seit 2011 wird zusätzlich nach und nach der Altbestand umgerüstet. Die bisherige Bilanz des BSR-Fuhrpark-Managers: „Wir sind sehr zufrieden“. LED-Scheinwerfer würden definitiv ein besseres Licht beim Arbeiten erzeugen.

Hella-LED-Blitz-RundumkennleuchteAuch die LED-Rundum- und -Blitzkennleuchten (Hella-PR-Foto rechts) seien heller, wodurch die Fahrzeuge besser gesehen würden. Ein Hella-Sprecher erklärte, dass bei der Leuchtenauswahl auf hochwertige Verarbeitungs- und Lichtqualität sowie auf die Abstrahlcharakteristik geachtet werden müsse, selbst wenn das anfangs deutlich mehr koste.

Billig-Scheinwerfer unbekannter Herkunft hielten den harten Außen-Dauereinsatz –   mit extrem wechselnden Witterungs-Belastungen in den vier Jahreszeiten – nicht lange durch. Häufig seien sie beispielsweise schlecht abgedichtet oder nicht hitzebeständig.


toom-LED-Pendelleuchte-08-16
29.08.: Eine ziemlich helle, nicht dimmbare LED-Pendelleuchte für knapp 35 Euro kriegen Sie noch bis kommenden Samstag (3. September) in ausgewählten „toom“-Baumärkten (Prospektausschnitt oben, zum Vergrößern anklicken). Die vier nicht auswechselbaren LED-Module bieten aus insgesamt 18 Watt immerhin 1600 Lumen Lichtstrom mit einer Farbtemperatur von 3000 Kelvin und einem Halbwertswinkel von rund 110 Grad.

Der Lichtkegel bündelt also etwa die Helligkeit zweier 60-Watt-Glühlampen in gut einem Drittel des Raumwinkels, bietet deshalb eine wesentlich höhere Lichtstärke und leuchtet etwas „kühler“ als die alten Stromfresser. Allerdings fehlt ihm mit mutmaßlich Ra >80 auch die exzellente Farbtreue der Glüh- oder Halogenlampen (Ra 100).

Alternativ gäbe es übrigens aktuell bei Lidl-Online eine genau so helle 22-Watt-LED-Pendelleuchte (Modell 1) zum gleichen Preis (+ 4,95 € Versand), die über einen integrierten Schalter sogar stufenlos dimmbar ist.


Eigen-Banner-03-15


Bauhaus-Wave-LED-Tischleuchte30.08.: Eigentlich hat „Bauhaus“ aktuell keine sensationell günstigen LED-Angebote; teils liegen die Preise sogar über den Empfehlungen der Hersteller. Ausnahme: Eine 30 cm hohe LED-Tischleuchte namens „Wave“ für nur 10 Euro (PR-Foto rechts, Preis gilt bis 24. September bzw. solange verfügbar).

Das Modell von „LeuchtenDirekt by Paul Neuhaus“ kostet sonst etwa das Doppelte, dient mit 3 Watt, 270 Lumen, 3000 Kelvin, Ra ≥80 und 120 Grad Halbwertswinkel als hübsches Deko-, maximal als Nahfeld-Lese-Licht. Die LED-Module sind weder auswechsel- noch dimmbar; im 1,5 Meter langen Kabel ist ein Schalter integriert.

Bis Sonntagabend war auch eine Online-Bestellung möglich – sogar versandkostenfrei. Inzwischen ist die Leuchte dort leider ausverkauft, kann jedoch online zur Abholung bei „Bauhaus“ reserviert werden. So geht’s: Auf der Produktseite auf „Verfügbarkeit prüfen“ klicken, dann die eigene Postleitzahl eingeben. Anschließend werden die Filialen in Ihrer Umgebung angezeigt sowie die jeweilige Verfügbarkeit der Leuchte. Gewünschte Filiale auswählen und dann auf „Reservieren und abholen“ klicken – fertig.


Osram-GlowDim-E27-Fil-Pack-vorn
01.09.: Das Beste aus zwei Kunstlicht-Welten will eine neue Osram/Ledvance-LED-„Birne“ vereinen, die diesen Monat in die Shops kommt: Die „GLOWdim Filament E27 7W“ mit 750 Lumen für knapp 11 Euro erinnert nicht nur mit ihrer „Chip on Cord“-LED-Fadentechnik und rund 300 Grad Halbwertswinkel an herkömmliche Glühlampen. Sie senkt auch beim Abdunkeln mit einem üblichen Haushalts-Dimmer Osram-GlowDim-E27-Fil-Pack-Detailihre Farbtemperatur von „warmweißen“ 2700 auf „extra-warmweiße“ 1700 Kelvin (Fotos: W. Messer, Datenblatt) – so ähnlich, wie wir’s von den alten Glühfädem her kennen.

Statt ca. 60 braucht das 42-Gramm-Leichtgewicht jedoch nur maximal 7 Watt. Der Farbwiedergabeindex soll bei mindestens Ra 80 liegen, die Nennlebensdauer bei 15.000 Leuchtstunden bzw. 100.000 Schaltzyklen. Mit 6 cm Maximal-Durchmesser entspricht die „GLOWdim Filament“ der A60-Lampennorm, baut allerdings mit 11,4 cm etwa 2 cm länger als ihre 60-W-Vorbilder.

Update 03.09.: Zwei Exemplare kamen heute bei mir zum Testen und für’s Messlabor an. Ein ausführlicher Bericht folgt irgendwann in den nächsten Tagen.

Update 13.09.: Der Test ist jetzt online.


02.09.: Ab Donnerstag, 15. September, wird es in den Aldi-Nord-Filialen wieder besonders farbtreue LED-Lampen meines Werbepartners MeLiTec geben, MeLiTec-E27-L104-ausdie dort schon Ende Januar Aktionsangebote ab 2,99 Euro waren und von denen ich hier und dort einige Modelle getestet hatte. Es sind teils „normale“ LED-Retrofits mit Farbwiedergabeindex Ra >95 sowie LED-„Fadenlampen“ mit Ra >90, Ein paar Neuheiten und verbesserte Modelle werden Sie allerdings auch im Sortiment finden, das durchweg drei Jahre Herstellergarantie hat.

Apropos: Auch die Stiftung Warentest hat jetzt eine der bekannten Aktions-Retrofits geprüft und die MeLiTec-E27-Lampe „L104“ (Foto rechts: W. Messer) mit „sehr gut“ (Gesamtnote 1,4) bewertet. Die flimmerfreie, „warmweiß“ leuchtende 11-Watt-„Birne“ hat einen integrierten Stufendimmer – kann so mit einem normalen Lichtschalter ihre Helligkeit zwischen 890, knapp 500 und gut 100 Lumen wechseln (laut Messdaten meines Partnerlabors bei „David Communication“). Sie wird bei Aldi Nord wieder für 7,99 Euro angeboten – ebenso wie die stufenlos dimmbare Variante namens L93-2.


03.09.: Diesen Monat wird das Festspielhaus im österreichischen Bregenz zum insgesamt 6. Mal der Treffpunkt für rund 1500 Lichtprofis aus 50 Ländern. LpS2016-Logo-290pxVom 20. bis 22. September findet dort in Sichtweite des Bodensees die „LED professional Symposium + Expo“ statt („LpS 2016“, Logo rechts).

Nach Angaben des Veranstalters werden 100 Aussteller und über 100 Kongress- sowie „Keynote“-Sprecher erwartet, darunter der Physik-Nobelpreisträger Prof. Shuji Nakamura. Eher Insidern als weltweit bekannt ist bisher ein anderer Fachmann, der am 22.9. ab 8.30 Uhr im Seestudio über Theorie und Praxis bei der Messung von moduliertem Licht (Flimmern, Flackern etc.) referiert: „Der Lichtpeter“, regelmäßiger Leser und Kommentator des Fastvoice-Blogs.

Logo-Licht-2016-KAKurz nach der „LpS 2016“ geht’s für Licht-Schaffende und -Experten gleich zum nächsten Fachkongress: „Licht 2016“ heißt das viertägige Treffen im Campus Süd des „Karlsruher Institut für Technologie“ (KIT). Vom 25. bis 28. September werden in der badischen Fächerstadt ein Eröffnungs-, ein Fest-Abend, Vorträge, Besichtigungen und Ausstellungen geboten.

Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Gemeinschaftstagung der Lichttechnischen Gesellschaften Deutschlands (LiTG), Österreichs (LTG), der Niederlande (NSVV) und der Schweiz (SLG) ist zum ersten Mal auch die Lichttechnische Gesellschaft Frankreichs (afe) vertreten. Die LiTG hat ihre Hauptversammlung am Abend des 26. September. Am 29.9. schließt sich dem offiziellen Kongressprogramm ein Workshop-Tag an. Tickets für die „Licht 2016“ kosten zwischen 90 und 700 Euro.


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  1. !!! Ticker !!!
    Der CFD erfolgreich auf der LpS 2016 in Bregenz. Einhellig übereinstimmend war die Meinung, dass es an der Zeit ist für ein umfassendes Messverfahren wie der CFD.

    Nur ein Aussteller, dessen Stand im 100-Hz-Licht flimmerte, war der Meinung, dass die Diskussion um das Lichtflimmern Unsinn sei.

    Der Lichtpeter-Stand E21 war gut besucht, viele Demos waren gefragt. Zusammenarbeiten im Hinblick auf die Implementierung des CFD wurden beschlossen mit TÜV SÜD, Bartenbach, exscitron und omrigon (UPRtek).
    Außerdem wurden gute Kontakte geknüpft unter wahrscheinlicher Zusammenarbeit mit Dekra, Underwriter Laboratories (UL), LEDclusive, AccurIC, labsphere, Ophir Optronics und vilagitas.

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