LED-Tagebuch (KW 50): Osram-Duette, IKEA-Absatzplan, neue Hue-Freunde

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


LED-Umwelt-neu
06.12.: LED-Leuchtmittel (Foto: W. Messer) sind über ihren kompletten Produktions- und Lebenszyklus umweltfreundlicher als traditionelle Glühlampen. Beim Kauf ist jedoch nicht mehr die Watt-Zahl das entscheidende Kriterium; andere Werte spielen bei energiesparender Beleuchtung eine viel größere Rolle.

Was genau diese Daten bedeuten und was gutes Licht ausmacht – gerade jetzt im Winter, darum geht’s am kommenden Donnerstag (10.12.) ab 10.10 Uhr in der Reihe „Marktplatz“ des Deutschlandfunks. Moderator Henning Hübert wird dazu bis 11.30 Uhr mit verschiedenen Experten reden.

Update 11.12.: Die komplette Sendung können Sie jetzt hier als mp3-File hören:

P. S.: Den vom Moderator behaupteten „Verkaufsstopp“ für konventionelle Glühlampen gab und gibt es übrigens bis heute nicht.


Real-Osram-Doppel-12-15
07.12.: Nicht dimmbare, “warmweiß” leuchtende Osram-LED-Lampen im Zweierpack gibt’s diese Woche zum Einheitspreis von 9,99 Euro in den „real,-“-Märkten sowie im Online-Shop – dort ausnahmsweise sogar versandkostenfrei (Prospektausschnitt KW 50, nachbearbeitet, regional unterschiedlich).

Im Angebot sind matte E27-Retrofits mit 10 Watt und 806 Lumen, mit denen Sie traditionelle 60-W-“Glühbirnen” ersetzen können, matte 6-W-E14-“Kerzen” mit 470 lm als 40-W-Ersatz und GU10-Spots mit 5 W, 350 lm sowie 36 Grad Halbwertswinkel, die ungefähr so hell sind wie 50-W-Hochvolt-Halogenstrahler.

Für all diese Osram-“LED Star”-Modelle gilt: Farbtemperatur 2700 Kelvin, Farbwiedergabeindex Ra 80, EU-Ökolabel A+, 15.000 Leuchtstunden und 50.000 bzw. 100.000 Schaltzyklen Nennlebensdauer. Der kalkulatorische Stückpreis von knapp 5 Euro ist bei solchen LED-Lampen fast schon Standard, wird von diversen Online-Anbietern sogar unterboten – dort müssen Sie jedoch meist Versandkosten addieren.


toom-Deckenleuchte-12-1508.12.: Sehr flexibel einstellbar ist eine integrierte LED-Deckenleuchte, die Sie noch bis Samstag, 12. Dezember, für knapp 40 Euro in vielen „toom“-Baumärkten kriegen (Prospektausschnitt rechts, regional unterschiedlich). Mittels Fernbedienung können Sie die Helligkeit der nicht auswechselbaren LED-Chips zwischen 200 und 2000 Lumen (entspricht etwa zwei 75-Watt-Glühlampen) und die Farbtemperatur zwischen „warmweißen“ 2700 und „kaltweißen“ 6500 Kelvin regulieren.

Maximal zieht die weiße Kunststoffleuchte 25 Watt; der Durchmesser beträgt überschaubare 35 cm. Herkunft sowie Details zur „Nachtlichtfunktion“ bleiben in der Beschreibung leider ebenso im Dunkeln wie die Farbtreue, der Abstrahlwinkel oder die Nennlebensdauer. Ähnlich flexible und helle LED-Leuchten kosten allerdings sonst rund das Doppelte.

Update 09.12.: Zwei etwas hübschere LED-Deckenleuchten namens „Castor“ und „Venus“ haben jetzt einige OBI-Baumärkte noch bis 19. Dezember im Angebot – mit ähnlichen Funktionen und fast gleicher Leistung (25 Watt, bis 2100 Lumen):
OBI-LED-Deckenleuchte-12-15
Hier zahlen Sie allerdings selbst mit reduziertem „Top-Preis“ deutlich mehr: 59,99 Euro (Prospektausschnitt 2000/15 oben, regional unterschiedlich). Außerdem liegt die Spanne der einstellbaren Farbtemperaturen nur zwischen 3000 und 5000 Kelvin.


09.12.: Von Anfang 2016 bis Ende 2020 will IKEA weltweit über 500 Millionen LED-Lampen verkaufen – im Schnitt also 100 Millionen pro Jahr. Steve-Howard-IKEADieses ehrgeizige Ziel publizierte Steve Howard (PR-Foto rechts) diese Woche bei einer Veranstaltung der UN-Klimakonferenz in Paris. Howard ist für das Thema „Nachhaltigkeit“ im Konzern zuständig.

Wenn all diese LED-Leuchtmittel herkömmliche Glühlampen ersetzen würden, könne dadurch jedes Jahr so viel Strom eingespart werden wie der Bedarf aller Haushalte in Paris und London. Im Lauf der bis zu 20jährigen Lampen-Nennlebensdauer würden so über 80 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart.

Im Geschäftsjahr 2015 hat IKEA laut seines Nachhaltigkeitsberichts weltweit bereits über 90 Millionen LED-Lampen und -Leuchten verkauft; nach meiner Schätzung dürften davon mindestens 15 Millionen in Deutschland abgesetzt worden sein. IKEA hatte im Spätsommer das gesamte Licht-Sortiment komplett auf LED-Technik umgestellt. Howard präsentierte im Paris außerdem die „Global Lighting Challenge“ – eine länder- und firmenübergreifende Klimaschutz-Initiative, bei der unter anderem Deutschland und Frankreich sowie die Licht-Weltmarktführer Philips und Osram mitmachen.


Philips-hue-Siri-Bosch
10.12.: Mit nur einem Bediensystem das „Hue“-LED-Licht, die Heizung, Klimaanlage, Unterhaltungselektronik, Waschmaschine, Rollläden etc. programmieren und fernsteuern – sogar mit „Siri“-Sprachbefehlen von zuhause oder sonstwo auf der Erde (Fotos: Philips-PR, Bosch-PR, W. Messer)?

Kein Hexenwerk – dank der neuesten Kooperationen von Philips. „Robert Bosch Smart Home“, „Logitech Harmony“ sowie „Smart Home by Samsung“ werden nämlich Teil der „Friends of Hue“-Rasselbande und mit der App- bzw. ZigBee- und Internet-basierten Philips-LED-Lichtsteuerung kompatibel. So vereinen sich „Connected Lighting“ und „Smart Home“ auf einer zentralen Bedienebene.

Zwei weitere neue Philips-Partnerschaften setzen ebenfalls auf integrierte Lösungen – allerdings in größerem Maßstab: Die „HANA“-Plattform des Walldorfer Software-Unternehmens SAP soll sich laut Pressemitteilung künftig mit dem Web-basierten Philips-Straßenleuchten-System „CityTouch“ verstehen; der IT-Weltmarktführer Cisco Systems wird zusammen mit den Niederländern intelligente, stromsparende Büro-Beleuchtung weiterentwickeln und anbieten.

Update 14.12.: Offenbar unterstützt das „Hue“-System nach einem Anfang des Monats veröffentlichten Firmware-Update der neuen Bridge 2.0 plötzlich keine Lampen und Leuchten von ZigBee-„Light Link“-Drittanbietern mehr (beispielsweise Osram-„Lightify“) – siehe auch die Kommentare unten und meine aktuelle Meldung im Blog-Telegramm.


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Logo-Zumtobel-positiv11.12.: Einen leicht getrübten Ausblick auf die Zukunft des Licht-Unternehmens warf die österreichische Zumtobel Group diese Woche bei der Vorstellung der neuesten Quartalszahlen. Zwar waren LED-Leuchten der Marken Thorn, Zumtobel und „acdc“ sowie LED-Komponenten von Tridonic wieder die Haupt-Wachstumstreiber und machen inzwischen 61,8% des Konzernumsatzes aus.

Die erhofften Spareffekte aus der Umstrukturierung von Vertrieb und Produktion Ulrich_Schumacherseien jedoch nur teilweise realisiert worden. Das veranlasste den Zumtobel auch zu einer Korrektur der Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr (Mai 2015 bis April 2016) von bislang 90 bis 100 Millionen auf 70 bis 80 Millionen Euro (bereinigtes EBIT).

Man wolle deshalb „zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten in unseren Strukturkosten“ ausloten, erklärte Vorstandschef Ulrich Schumacher (PR-Foto links).

Richtig mies lief’s unterdessen für den deutschen Spezialmaschinenbauer Aixtron: Ein chinesischer LED-Hersteller nimmt statt der ursprünglich bestellten 50 nur noch drei Chip-Produktionsanlagen ab – vermutlich wegen des derzeitigen LED-Überangebots auf dem Weltmarkt. Damit geht ein satter zweistelliger Millionenumsatz flöten und die Aixtron-Aktie verlor gestern über 40%.


Haus-der Technik-Essen12.12.: Arbeiten Sie in einem Hochbauamt oder einer anderen „aufsichtsführenden“ Behörde? Sind Sie Elektroplaner, Elektroinstallateur, Architekt, Lichttechniker, Licht-Verantwortlicher in Industrie oder Kommune, technischer Leiter in einem Krankenhaus oder „Facility Manager“ (der englischsprachige Euphemismus für „Hausmeister“) in irgendeiner großen Bude? Ja, sind Sie? Prima!

Dann können Sie nämlich am 14. Januar 2016 im Haus der Technik in Essen (PR-Foto) alles über LED-Retrofit-Umrüstungen und den Neukauf von integrierter LED-Beleuchtung erfahren – firmen- und markenunabhängig. Das ganztägige Seminar soll Grundlagen und Fallbeispiele vermitteln, die Sie auch für Ihre konkreten Licht-Projekte verwenden können. Die Leitung hat Dr. Uwe Slabke, Direktor des gleichnamigen LED-Instituts in Bensheim; die Teilnahme kostet für Vereinsmitglieder 495, sonst 595 Euro.


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