Doppeltest: Neue, helle MeLiTec-LED-Spots mit sehr hoher Farbtreue

Nur zwischen 3 und 10 Euro kosteten Mitte September zahlreiche LED-Lampen bei einer Aldi-Nord-Aktion. Das Besondere: Die exzellenten Farbwiedergabeindizes von mindestens Ra 90. Einige dieser sehr farbtreuen „MeLiTec“-Aktionsmodelle hatte ich bereits Ende Januar getestet und messen lassen; zwei der neu hinzu gekommenen Varianten waren jetzt auf dem Prüfstand: Nicht dimmbare, „warmweiße“ GU10-LED-Strahler mit multifacettierten Reflektoren, nominell Ra >95 und 345 bzw. 500 Lumen.

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Die beiden neuen „MeLiTec“-Testkandidaten: Das offiziell 8,5 Watt starke „HALED“-Modell L126 (links) und der Glas-Spot L114-1 mit rund 6,5 Watt. (Fotos: W. Messer)

Eine Riesenauswahl war das wieder diesen Monat bei Aldi Nord: LED-Retrofits mit E27- und E14-Schraubsockeln, ohne und mit „Filament“-Technik; dazu Spots und Strahler mit GU10-Bajonett- oder GU5.3-Stiftsockeln. Die meisten dieser sehr farbtreuen Modelle kamen von meinen Werbepartner „MeLiTec“ aus Ense, überwiegend schon aus einer Aldi-Nord-Aktion Ende Januar und meinen ausführlichen „Blitztests“ dazu bekannt.

Ein paar neue bzw. verbesserte Retrofits waren diesmal aber auch dabei – etwa bei den mehr oder weniger richtstrahlenden „Reflektorlampen“. melitec-aufkleber-ra95Zwei besonders bemerkenswerte – allerdings nicht dimmbare – GU10-Modelle mit einem außergewöhnlich hohen nominellen Farbwiedergabeindex von Ra >95 (Packungsaufkleber links) habe ich näher „unter die Lupe“ genommen. Beide „made in China“-Strahler haben laut Anbieter 2700 Kelvin Farbtemperatur, 36 Grad Halbwertswinkel, EU-Ökolabel A, eine Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden und 50.000 Schaltzyklen sowie drei Jahre Herstellergarantie. Natürlich mussten sie auch zum Messen ins Profi-Labor meines Kooperationspartners „David Communication“ in Norddeutschland.

Der kompakte LED-Ersatz für Glas-Halogenstrahler

melitec-gu10-63w-unten-anBekanntlich hat eine EU-Verordnung am 1. September das allmähliche Aus für zahlreiche Halogenstrahler-Typen eingeläutet. Das ist aber kein Grund für Verzweiflung, weil die mutmaßlich riesigen Lagerbestände dieser Stromfresser noch unbegrenzt ganz legal verkauft werden dürfen, und weil es vor allem für die direkt an 230 Volt anschließbaren Modelle inzwischen jede Menge seriösen LED-Ersatz gibt.

Dass Sie beim Umrüsten keine nennenswerten Kompromisse bei Optik, Helligkeit und Farbtreue eingehen müssen, beweist beispielsweise der vorwiegend aus Glas gebaute „MeLiTec“-LED-Spot L114-1 (oben rechts der Blick von unten auf das teilweise lichtdurchlässige Gehäuse). melitec-gu10-63w-pack-seiteEr soll mit 345 Lumen und 750 Candela Lichtstärke aus ca. 6,5 Watt handelsübliche 50-W-Hochvolt-Halogenstrahler ersetzen (Packungsaufdruck links). Mit seinem Material, Design und den Maßen (53 mm Gesamtlänge, maximal 50 mm Durchmesser, 48 Gramm Gewicht) gleicht er seinen Vorläufern fast bis auf’s Haar.

Reaktionsschnell, still und nicht übermäßig heiß

In meiner offenen, hängenden Testfassung zog der LED-Spot nach zwei Stunden Dauerleuchten mit 6,6 Watt bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,63 ein Fitzelchen mehr als die angegebenen 6,3 W. melitec-gu10-63w-labelAuch das Profi-Labor maß mit 6,7 W bei Faktor 0,62 etwa das Gleiche wie ich. In der Praxis spielt das keine Rolle – das EU-Ökolabel (rechts) rundet die Zahl sowieso auf 7 Watt auf. Die Gehäusetemperatur lag zu diesem Zeitpunkt an der heißesten Stelle – oben am Sockel – bei technisch unkritischen 68 Grad.

Nach dem Einschalten kam die volle Helligkeit ohne merkliche Verzögerung und absolut frei von Störgeräuschen – das erzeugte Licht scheint auch sehr stabil zu sein: Die „Flicker Tester“-App meldete bei meiner Standard-Bezugsfrequenz 100 Hertz mit Index 0,0 und 3% Rate faktische Flimmerfreiheit. Zum Vergleich: Ein 50-W-Halogenstrahler wurde von der selben App mit Index 0,0 und 14% gemessen.

Das Profi-Flimmermessgerät „FM-LM“ zeigte bei der „MeLiTec“-LED-Lampe zwar bis maximal 52% Modulation; die lagen aber bei menschlich nicht wahrnehmbaren 93 Kilohertz an. Wir reden hier also vermutlich von einem sehr hochfrequent getakteten Schaltnetzteil in der Vorschaltelektronik, das auch äußerst flimmersensiblen Beobachtern keine bewussten oder unterbewussten Probleme bereitet.

Da kommt viel mehr ’raus als 345 Lumen

melitec-gu10-63w-pack-datenZwei der Packungsangaben (Ausschnitt links) dürfen Sie bei einem Glas-Spot dieser Art nicht wirklich wörtlich nehmen: Die genannten 345 Lumen sind nicht der insgesamt abgestrahlte Lichtstrom. Der beträgt nämlich laut Labormessung saftige 440 lm (pdf-Download des Messprotokolls).

Laut EU-Verordnung darf bei Akzentbeleuchtung aber nur der Teil der Helligkeit berücksichtigt werden, der innerhalb eines 90-Grad-Bemessungswinkels ’rauskommt. Selbst mit dieser Einschränkung übertraf der „MeLiTec“-Strahler allerdings mit 388 lm deutlich seinen Nennwert.

Der Halbwertswinkel ist nur die halbe Wahrheit

Die Differenz zwischen Gesamt- und 90-Grad-Lichtstrom ist natürlich bei einem LED-Glas-Spot mit transluzenter Gehäuse- Unterseite besonders groß. Schließlich wird ja ein kleiner Teil der Helligkeit nach hinten in Richtung Sockel geleitet. Und weil der multifacettierte Reflektor auch nach vorn für eine sehr Halogenstrahler-ähnliche, leicht diffuse Verteilung sorgt, sind auch die rund 36° für den Halbwertswinkel nur begrenzt aussagekräftig (jpg-Diagramm des Goniophotometers) .

Das Leuchtbild zeigt jedenfalls einen subjektiv viel breiteren Gesamtwinkel bis ca. 120° –  mit relativ sanften Hell-/Dunkel-Übergängen und einem fokussierteren, weitreichenderen Kegel in der Mitte:

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Das ist nicht nur das Resultat der Reflektor-Optik-Arbeit und dem zentralen „COB“-LED-Modul , sondern auch das Zusammenspiel aus einer klaren Kunststoff-Abdeckhaube mit geriffelter Mittellinse, wie Sie beim Blick von oben auf die aus- und angeschaltete Oberseite sehen:

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Und wie ernst dürfen Sie die anderen Leistungsangaben nehmen? Ziemlich ernst. Die Farbtemperatur liegt mit 2676 Kelvin fast auf Punkt; der gemessene „allgemeine Farbwiedergabeindex“ verfehlt zwar mit Ra 94,8 knapp die Ra->95-Vorgabe, liegt aber noch innerhalb der Messtoleranz-Spanne. Zumal die Zusatz-Referenzwerte wirklich gut sind: Beispielsweise 73,2 für das schwierige „Rot gesättigt“ (R9) und 97,6 für „Hautfarbe Rosa“ (R13). Damit wäre dieser „MeLiTec“-Glas-Spot eigentlich perfekt für anspruchsvolle kulinarisch-gastronomische oder kosmetische Beleuchtungsaufgaben.

Leichte Differenz zwischen Papierwerten und Lichteindruck

melitec-gu10-63w-farbortEigentlich – denn leider ist der subjektive Lichtfarbeindruck nicht so perfekt, wie es die Papierwerte suggerieren. Diese Lampe ist wieder mal so ein Fall, bei dem der Farbort etwas zu weit nach oben von der idealen „Schwarzkörperkurve“ weg gewandert ist – dorthin, wo es gelblich-orange oder teils auch grünlich werden kann (Grafik links).

Und das sieht man dann halt auch, wenn man ein etwas geschultes Auge für so was hat oder generell eine Aversion gegen zu gelbes Licht hegt. Mein Standard-Farbtreue-Motiv mit zwei Modell-Motorrädern auf weißem Untergrund (fotografiert mit Weißabgleich „Tageslicht“, ohne Nachbearbeitung) kann das leider nicht so deutlich wiedergeben wie die Realität. Vielleicht bemerken Sie’s dennoch:

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Das satte Rot, das tiefe Blau und das Weiß drunter werden doch ziemlich in Richtung Gelb-Orange verschoben – mehr, als es eine ebenfalls „warmweiße“ Glüh- oder Halogenlampe tun würde. Dann schon lieber ein Tick mehr Rot-Einfluss, das würde für mich stimmiger wirken. Wie’s auch mit LED-Technik besser geht als hier, können Sie übrigens schon in diesem Beitrag weiter unten beim Test des stärkeren, neuen „MeLiTec“-Spots sehen.

Mein Testurteil:

melitec-gu10-63w-pack-vornDer neue „MeLiTec“-LED-Glas-Strahler namens L114-1 ist kein perfekter Halogen-Ersatz, kommt ihm jedoch schon sehr nahe. Optik, Maße, Verarbeitung, Helligkeit, Farbtemperatur, Farbwiedergabindex, Geräusch- sowie Flimmerfreiheit, Nennlebensdauer und Effizienz stimmen – allein bei der Lichtfarbe gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Und natürlich sollten Sie aktuell bei so einer besonders farbtreuen LED-Lampe, die für knapp 5 Euro im Discounter verkauft wurde, auch keine Dimmbarkeit erwarten. Kommt in dieser Preisklasse vielleicht noch – möglicherweise schon nächstes Jahr um diese Zeit?

Für das von „MeLiTec“ gebotene Preis-/Leistungsverhältnis gibt’s jedenfalls eine der höchsten Wertungen, die nicht dimmbare LED-Lampen von meiner bis Fünf reichenden LED-Bewertungsskala kriegen können:
drei Sterne.

Der heiße LED-Fernscheinwerfer

melitec-gu10-85w-pack-seiteDieser „MeLiTec“-LED-Strahler mit der Modellnummer L126 lässt viele Konkurrenten aus der GU10-Liga ziemlich alt aussehen: Über 500 nachgemessene Lumen produziert er aus 8,2 Watt, kann bis zu 70 Watt starke Halogenspots ersetzen (siehe Packungsaufdruck links), leuchtet überdurchschnittlich farbtreu aus einem zentral montierten LED-Array, hat ein stattliches, graues Aluguss-/Kunststoffgehäuse mit ausgeprägten Kühlrippen und multifacettiertem Reflektor, ist insgesamt 59 mm lang, 63 Gramm schwer und eines der stärksten Mitglieder der von „Civilight“ her bekannten „HALED“-Familie.

melitec-gu10-85w-pack-datenDie von mir und im Profi-Labor nach jeweils zwei Stunden „Einschwingen“ ermittelten Werte im Einzelnen (pdf-Download des Messprotokolls, rechts zum Vergleich die Packungsangaben): 516 Lumen insgesamt, davon 488 lm innerhalb des EU-konformen 90-Grad-Bemessungswinkels, 8,2 Watt Leistungsaufnahme bei einem elektrischen Leistungsfaktor von 0,55, Farbtemperatur 2697 Kelvin, „allgemeiner Farbwiedergabeindex“ Ra 94, Halbwertswinkel 32,4° (jpg-Grafik des Abstrahldiagramms).

Ebenfalls bemerkenswert: Die Hitzeentwicklung. In meiner offenen, hängenden Testfassung waren es an der heißesten Stelle oben am Sockel rund 70 Grad und selbst unten am Ring um die Abdeckscheibe noch ca. 65° – im Gegensatz zu vielen anderen LED-Strahlern wie dem „MeLiTec“-L114-1 oben, die unter diesen Bedingungen dort nur knapp über Zimmertemperatur haben. Bitte versuchen Sie also nicht, diesen leistungsstarken Spot in betriebswarmem Zustand irgendwo ’raus- oder ’reinzumontieren! Das wäre schmerzhaft bis gefährlich – allerdings auch nicht so schlimm wie mit einer rund dreimal so heißen Halogenlampe.

Kein Flimmern, kein Surren, keine lange Bedenkzeit

Kein Problem dagegen für flimmersensible Betrachter: Wie beim schwächeren Strahler oben, arbeitet wohl auch hier ein sehr hochfrequenter Schaltregler, der laut „FM-LM“-Profi-Messgerät die maximalen 89% Licht-Modulation bei völlig unkritischen 59 Kilohertz liefert. Die „Flicker Tester“-App meldete bei 100 Hertz Bezugsfrequenz nur Index 0,0 und 4% Flimmer-Rate – das ist innerhalb der Messtoleranz zu „flimmerfrei“.

Auch Surrgeräusche oder nennenswerte Leuchtverzögerungen beim Einschalten müssen Sie nicht befürchen – unschöne Effekte, die häufig bei dimmbaren LED-Lampen auftreten. Da dieses Modell jedoch nicht dimmbar ist und deshalb auch nur an normalen Schaltern arbeiten darf, haben Sie diese Probleme schon mal von der Backe.

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Der L126-Strahler von oben – aus- und angeschaltet. Deutlich zu sehen: Der multifacettierte Reflektor (Kürzel „MR“) und die mattierte Linse in der Mitte der ansonsten klaren Kunststoff-Abdeckscheibe – direkt über dem zentralen, saumäßig hellen LED-Modul.

Stattdessen bekommen Sie eine störungsfreie Kombination aus einer mittleren, sehr weit reichenden Lichtkeule mit maximaler Lichtstärke von rund 1000 Candela (siehe Packungsaufdruck links) und einem rundherum „weicheren“, viel breiteren Kegel ohne plötzlichen Abbruch zur Dunkelheit.

Weitreichendes und ausgewogenes Leuchtbild

Die optischen Ursachen für diese Charakteristik sind die gleichen wie beim anderen Test-LED-Spot oben, nur auf höherem Helligkeitsniveau. In über fünf Meter Entfernung ohne Anstrengung der Augen ein Buch lesen? Gar kein Problem mit diesem starken „MeLiTec“-Strahler. Und so sieht sein Leuchtbild auf dem ersten Meter aus:

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Was im Vergleich zum L114-1-Spot auffällt: Nach unten kommt nichts ’raus und die Lichtfarbe wirkt neutraler, weniger gelblich. Das ist auch einer der Gründe, warum ich es gut akzeptieren kann, dass der von uns gemessene Ra-Wert 94 leicht unter dem offiziellen von >95 landet. Denn beim L126 liegt der Farbort sehr nahe an der Idealkurve; die Komposition des Spektraldiagramms erscheint ausgewogener.

Deutlich mehr Rot-Anteile in der Lichtfarbe

Außerdem gibt’s an den Farbtreue-Zusatzmesswerten nichts zu meckern – etwa bei den hervorragenden 81,2 für das schwierige „Rot gesättigt“ (R9), guten 81,5 für „Blau gesättigt“ und sehr guten 98 für „Hautfarbe Rosa“ (R13). Einen zumindest für mich überzeugenden Eindruck hinterlässt deshalb auch mein Standard-Farbtreue-Motiv:

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Hier sind die Rot-Anteile merklich größer als oben; die für „warmweiße“ Leuchtmittel typische Gelb-Orange-Verschiebung fällt schwächer aus; das Ducati-Rot wird schön herausgearbeitet; das tiefe Yamaha-Blau bleibt dennoch gut erkennbar. Und störende Multi-Schatten wie bei Strahlern mit mehreren Einzel-SMD-LEDs gibt’s dank zentralem Modul sowieso nicht – der Schattenwurf ist wie bei Halogenspots klar und prägnant.

Mein Testurteil:

melitec-gu10-85w-pack-vornSo wie der „MeLiTec“-L126-„HALED“-GU10-Spot mit Reflektor muss ein nicht dimmbarer Ersatz für starke Hochvolt-Halogenstrahler sein: Hell genug, um auch hartnäckige LED-Skeptiker vom Fleck weg für sich einzunehmen, angenehme Lichtfarbe, sehr gute Farbtreue, dennoch eine ordentliche Gesamteffizienz von 63 Lumen/Watt, ohne Zicken wie Flimmern, Surren oder nervige Einschaltverzögerung.

Das Stromsparpotenzial: Beeindruckende 88%. Umso schöner, wenn es sowas beim Discounter schon für knapp 8 Euro gibt – da fällt das Zugreifen leicht.

Zu beachten ist allenfalls die leichte Überlänge von 5,9 cm – der Spot könnte bei kurzen Leuchtengehäusen drei bis vier Millimeter herausschauen – und die Wärmeentwicklung nach längerer Leuchtdauer über die gesamte Aluguss-Außenhaut. Der L126 ist halt ein sehr starker und dennoch relativ kompakt gebauter LED-Strahler – da lässt sich eine gewisse Hitzekonzentration nicht vermeiden. Insgesamt reicht das aber bei meiner strengen, bis Fünf reichenden LED-Bewertungsskala für anerkennende
LED-Stern halbdreieinhalb Sterne.

(Offenlegung: Die Lampen wurden mir von meinem Werbepartner „MeLiTec“ gratis zum Test überlassen – einen Einfluss auf die Beurteilung hat das wie immer nicht.)

Mehr zum Thema:

MeLiTec-Aktion bei Aldi Nord: Viele bekannte, teils auch neue LED-Lampen

Blitztest (Teil 1): Wie gut sind die neuen MeLiTec-LED-Lampen bei Aldi Nord?

Blitztest (Teil 2): Wie gut sind die LED-Fadenlampen bei Aldi Nord? (Update)

Im Test: „HD95-LED“-Lampen von Müller-Licht – Premium zu Mini-Preisen?

Im Test: GU10-LED-Strahler von „Green Power“ mit sehr hoher Farbtreue

Blog-Leserfrage (21): Warum sind LED-„Birnen“ effizienter als LED-Spots?

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18 Gedanken zu „Doppeltest: Neue, helle MeLiTec-LED-Spots mit sehr hoher Farbtreue

  1. Hallo,

    guter Test wie immer. Bleibt die Frage, wie ich als Süddeutscher an die L114-1 komme. Im Melitec-Shop gibt es sie jedenfalls nicht. Und da sie bei Aldi Nord bestimmt ausverkauft sind, würde es auch nichts nützen, eine Reise in den kalten Norden zu unternehmen…

  2. Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, warum so ziemlich alle Strahler bei der Effizient deutlich hinter „Birnen“ hinterherhinken, selbst wenn man Gesamtlumen statt derer im definierten Lichtkegel ansetzt?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Reflektor schlechter ist als die üblichen weißlackierten Platinen in dem nachgemachten Obst, und die Linse wird auch keine schlechtere Transmission haben als eine milchige oder mattierte Haube.

    Ist es einfach die fehlende Konkurrenz?

  3. Seitdem wir Filament-LEDs mit 430 lm flimmerfrei versteckt im E14-Sockel finden, kann mir keiner mehr erzählen, dass man im G10-Sockel und mit zusätzlichem Platz unter der Platine, die das COB trägt, nicht auch vernünftige Elektronik für 5 – 8 W unterbringen kann.

    • Bei Filamenten übernimmt die Gasfüllung die Wärmeleitung zum kühlenden Kolben. Bei GU10-Sockeln kommen keine Filamente zum Einsatz und es wäre auch schlichtweg zu wenig Volumen für eine Gasfüllung da. Ausserdem laufen GU10 oft an schlecht belüfteteten Einbauorten, weswegen man die Abwärme nicht so hoch gestalten kann wie bei Birnen oder Kerzen.

    • M. Gruber hat recht – Filament-Lampen sind eine völlig andere Baustelle, zumal dort die LED-Fäden nicht nur leuchten, sondern auch als ohmsche Widerstände Teil der Vorschaltelektronik sind. Deren Zusatzfunktion muss bei Filament-losen LED-Strahlern durch Bauteile im engen Sockel übernommen werden.

      Beim direkten Kubikzentimeter-Vergleich dürften außerdem GU10-Bajonettsockel von kompakten LED-Spots (wenn sie maximal 58 mm lang sind) im Innern etwas weniger Platz bieten als die relativ langen E14-Schraubsockel. Klar kriegt man da auch „vernünftige Elektronik“ rein – die darf dann aber nicht so heiß werden wie bei den größeren, rundstrahlenden LED-Lampen-Bauformen, bei denen insgesamt mehr Oberfläche für die Wärmeableitung zur Verfügung steht.

  4. Mag für den Glas-Strahler stimmen, aber selbst da dürfte die massive Glashalbkugel besser abführen als der dünne Glaskolben eines Tropfens. Das Gas, sofern es wirkllich dafür optimiert ist, dürfte vernachlässigbaren Effekt haben. habe das mal abgeschätzt, bin auf wenige einstellige Prozent gekommen.

    Der größere der beiden hier getesteten Strahler hat ein anständiges Alugehäuse und genug Platz unter der Platine.

    • GU10 werden normalerweise nach unten hängend montiert, d.h. die Wärme steigt zumeist in den Sockel hoch. Erschwerend kommt hinzu, dass GU10 auch gerne als Einbaustrahler genutzt werden: da wird es dann nochmal wärmer. All das limitiert die Lichtleistung.

  5. Buchstäblich cool, das ist ja eine annähernde Verdoppelung der Effizienz für Filamente und Strahler. So eine Initiative braucht die Welt, dass sowas mal in Stückzahlen hergestellt wird.

    Der relative Nachteil der Strahler von ~ 1/3 bleibt, und bei 12 V kann es nun wirklich nicht mehr an der Kühlung liegen. Ob die Linsen doch ungeahnt viel Licht schlucken?

    Versuch macht klug: könnte David Communication nicht mal einen Strahler nach Entlinsen messen?

    Das mit der Einbausituation kaufe ich für die Hochvolt-Strahler mit Alugehäuse nicht. Erstens führt das Alugehäuse bestimmt mindestens so gut ab, wie der Glaskolben, zweitens würde ein höherer Wirkungsgrad des Netzteiles ja gerade bei kritischer Temperatursituation helfen und drittens kann eine Filament-Birne in einem kleinen geschlossenen Gehäuse, z.B. einer Feuchtraumleuchte landen, was sicher noch schlimmer als ein hängender Strahler mit Lüftungsloch wäre.

    • Nö – die Abdeckscheiben und Linsen schlucken sicher weniger Helligkeit als beispielsweise eine matte „Birnen“-Haube und/oder die Diffusionslinsen darunter. Da reden wir von maximal 5 bis 10%. Den Effizienznachteil erklärt das also keineswegs.

      Wie gesagt: Ein direkter Vergleich von „Filament“- mit SMD/COB-Technik endet fast immer mit einem Effizienznachteil für Letztere (vorausgesetzt, Farbwiedergabeindex und Kelvin sind identisch). Das gilt auch für die großen LED-Lampentypen, nicht nur für kleine Strahler.

      Die „leiden“ halt zusätzlich, weil beispielsweise hocheffiziente (Schaltregler-)Trafos und andere Bauteile der Vorschaltelektronik mehr Platz brauchen, als bei GU10 zur Verfügung steht. Schließlich sollen die ja für flimmer-, geräusch- und verzögerungsfreies Licht sorgen. Bei GU5.3 ist das etwas einfacher, weil da immerhin die 230/12-Volt-Umformung nicht innerhalb des Gehäuses, sondern extern stattfindet.

      Und was die Hitzefestigkeit der großen LED-Fadenlampen angeht: Da hatte ich auch schon mehrere Frühausfälle (siehe Updates hier).

  6. Filament hat ja ausserdem systembedingt einen höheren Wirkungsgrad durch die beidseitige Abstrahlung durch das Substrat. Deswegen sind die auch in der A60 etc. Bauform durchweg effizienter als klassische LED Bauformen. Daher sollte man den Wirkungsgrad von Filament-Leuchtmitteln nun nicht gerade zum Maßstab für GU10 & Co machen. Mir sind GU10 weiterhin suspekt wegen ihrer Ausfallhäufigkeit.

  7. Vielleicht lassen wir mal die Filamentlampen weg und gucken nur Strahler und Birnen mit Ra ~ 95 an:

    Müller/Aldi Süd E14 – „Strahler“ 32885 90,8 lm/W gesamt, 80,7 lm/W im eingeengten Winkel, Ra 92,3, 116,8° Abstrahlwinkel (eigentlich ist das eher eine enge Birne)

    Müller/Aldi Süd Birne 42880 94,7 lm/W, 181°, Ra 93,2

    Müller HD95 Birne 80,6 lm/W bei Ra 95 (Datenblattwerte)

    Melitec L104 Birne 183° 84,2 lm/W, Ra 95,2

    Es ist also mit COBs und einzel – LEDs (die häufig auch 2 – 6 Chips enthalten, also eigentlich COBs sind) bei Ra 95 auf ~ 90 lm/W zu kommen, aber nur mit Streuhaube. Doch die Linsen?

    • Jetzt dreht sich die Diskussion aber wirklich im Kreis. Nein, nicht die Linsen, auch nicht die COB-LEDs, sondern vor allem die Sockeltypen und Gehäusegrößen (in Verbindung mit der dort unterzubringenden Vorschaltelektronik und abzuführenden Wärme) machen den Unterschied. Ich dachte, das wäre jetzt auch durch die Kommentare anderer Leser geklärt.

      Außerdem sind Module mit mehreren Einzel-LEDs nicht notwendigerweise COBs – siehe beispielsweise die Osram-Duris-SMD-Array-Familie.

      • Sorry, aber die Kommentare anderer Leser haben mich so gar nicht überzeugt. Ich fühle mich ehrlich gesagt auch qualifiizierter als diese (Physiker, mehrere Jahre Elektronikentwicklung und Wärmeflüsse habe ich auch schon modelliert und simuliert, mache seit etlichen Jahren Lebensdauervorhersagen für sauteures Equipment in der Industrie). Mag jetzt arrogant klingen, aber mit der Zeit kann man Zusammenhänge und Mögliches ziemlich gut schätzen, und die gelieferten Erklärungen passen nicht zum Bauchgefühl und back-of-the-envelope calculations.

        Die Linsen überzeugen mich auch nicht so recht. Ja, ein COB wird bei grenzwertiger Auslegung wärmer laufen als mehrere einzelne LEDs, aber Strahler mit mehreren Linsen über einzelnen LEDs oder Mini-CoBs schneiden auch nicht besser ab. Am Ende läuft es wahrscheinlich darauf hinaus, dass alle so schlecht sind und daher keiner den Ansporn hat, deutlich besser zu werden. Das führt wieder zu grenzwertigen Auslegungen und damit suboptimaler Effizienz.

        Genau deshalb brauchen wir Initiativen wie die aus Dubai, denn wenn sich die Industrie erstmal Gedanken gemacht hat, wie man etwas ohne Selektion auf das 1/1000 der besten Teile hinbekommt, sinken auch die Preise.

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