Aktuelle OBI-LED-Deals: Viele Lumen und fehlende Daten für wenige Euros

E27-„Birnen“ mit 806 Lumen im 7,99 Euro teuren Zweier-Pack, Deckenleuchten mit bis zu 1084 lm ab rund 20 € und Lichtleisten mit bis zu 1600 lm für maximal 14,99 €: Das sind die aktuellen OBI-LED-Deals für sparsame Kunden, die mehr Wert auf Helligkeit als auf Lichtqualität, Dimmbarkeit oder Datenfülle legen.

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Als ob die Regale voller LED-Lampen und -Leuchten der Markenhersteller nicht schon unübersichtlich genug wären, locken die Baumärkte zusätzlich mit besonders billigen „No Name“- oder Eigenmarken-Leuchtmittel. Und worauf schaut dann der völlig überforderte Durchschnittskunde bei dieser Riesen-Auswahl? Richtig: Auf den Preis. Rätselhafte Daten, beispielsweise mit „Ra“, „Kelvin“ oder „Halbwertswinkel“, werden bei der Kaufentscheidung meistens ignoriert – allenfalls die teils irreführende Einheit „Lumen“ für die Gesamthelligkeit wird ab und zu noch wahrgenommen.

Dass sogar die Prospektbastler bei der Beschreibung ihrer vielen Sonderangebote häufig im Dunkeln tappen, beweist OBI mal wieder in der aktuellen Werbebeilage: Dort werden E27-LED-Retrofits im Doppelpack für knapp 8 Euro angepriesen, die mit nur 9 Watt 806 Lumen Lichtstrom produzieren sollen, deshalb als Ersatz für traditionelle 60-Watt-Glühlampen taugten und die Energieeffizienz-Klasse A hätten.

Tatsächlich aber schaffen diese nicht dimmbaren LED-„Birnen“ mit einem Effizienzindex von 0,14 das bessere EU-Ökolabel A+, was in der Beschreibung auf der OBI-Website auch korrekt vermerkt wird. Exakt das gleiche Doppelpack-Angebot für 7,99 € mit dem selben Fehler in der Werbebeilage gab’s übrigens schon mal im Februar – nichts dazu gelernt. Die im aktuellen Prospekt durchgestrichene Summe „9,99“ suggeriert demnach eine Preissenkung, die es de facto nicht gibt.

Kein vollwertiger „Glühbirnen“-Ersatz

Im Online-Angebot sehen Sie, dass diese Leuchtmittel mit einem Halbwertswinkel von nur 120 Grad alles andere als rundstrahlend sind. Ebenfalls nicht wirklich Glühlampen-ähnlich: Die Farbtemperatur von 3000 Kelvin; sie wirkt deutlich „kühler“ als die 2600 bis 2700 K der stromfressenden 60-Watt-Ahnen. Auf die Pflichtangabe des Farbwiedergabeindex verzichtet OBI gleich völlig – vermutlich dürfen Sie nicht mehr als Ra 80 erwarten (Glühlampe: Ra 100). Vor allem Rottöne erscheinen hier blass-gelblich bis orangefarben, und wenn Sie Pech haben, mischt sich noch ein leichter Grünstich ins Geschehen ein.

Bleiben auf der Habenseite der günstige Stückpreis von rund 4 Euro, das Stromsparpotenzial von 85 Prozent und die Nennlebensdauer von 25.000 Leuchtstunden. Die Zahl der schadlosen Schaltzyklen suchen Sie in der Werbung vergeblich, obwohl auch sie verbindlich vorgeschrieben ist.

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Ziemlich helle LED-Komplettleuchten

Das gilt ebenso für die integrierten, nicht dimmbaren Leuchten bei den aktuellen OBI-LED-Deals. Bei denen können Sie keine Lampen oder Chips auswechseln, was per se kein Nachteil sein muss, so lange die Dauerhaltbarkeit stimmt. Knapp 13 Euro für eine Lichtleiste mit „kaltweißen“ 6000 Kelvin, 800 Lumen aus 10 Watt, einem Halbwertswinkel von mutmaßlich 120 Grad und 30.000 Leuchtstunden Nennlebensdauer sind okay, rund 15 Euro für die doppelt so starke und helle Variante noch besser. Letztere strahlt sogar etwas heller als eine 100-Watt-Glülampe – immerhin.

Da solche Leuchten meistens außerhalb des Wohnbereichs eingesetzt werden (Werkstatt, Garage, Keller etc.), ist die (nicht gannte) Farbwiedergabe bzw. Lichtqualität weniger wichtig. Allerdings gab es laut Kundenrezension offenbar schon vereinzelt Frühausfälle, weil die ebenfalls nicht auswechselbare Vorschaltelektronik schlapp machte.

Falsche EU-Ökolabel-Angaben

Die beworbene Energieeffizienz-Klasse A ist gleich doppelt falsch: Erstens ist für solche LED-Komplettleuchten laut EU-Vorgabe nur die Nennung der Label-Spanne „A bis A++“ vorgesehen und zweitens hätten sie einen Effizienzindex von rund 0,17 oder besser und könnten damit problemlos das „A+“-Label tragen.

Sinngemäß gilt das ebenso für die sechs Deckenleuchten-Varianten ab 19,99 Euro und bis rund 40 Euro. Sie bieten aus 12 Watt zwischen 900 und 1084 Lumen aus fest verbauten LED-Modulen, die mit einem Winkel von etwa 120 Grad nach unten strahlen. Weitgehend korrekt ist die OBI-Angabe „hell wie bis zu 75 Watt“, auch wenn die Lichtfarbe wenig mit dem gewohnten Glühlampen-Schein zu tun hat. Die relativ hohe Farbtemperatur von rund 3000 bis 3500 Kelvin taugt eher für Küche, Treppenhaus und Flur als für kuschlige Wohn- und Schlafzimmer. Farbwiedergabeindex? Erneut Fehlanzeige – dazu lesen Sie weder im Prospekt noch online was.

Hell wird’s auch mit weniger Euros

Übrigens: Im regulären Sortiment finden Sie ähnlich helle und etwas schlichter gestylte LED-Deckenleuchten der Eigenmarke „OBI Lighting“ mit EU-Ökolabel A+ für nur rund 15 Euro. Dort fehlen jedoch fast alle Pflichtdaten, sogar die Farbtemperatur. Vielleicht finden Sie ja dazu was auf den Packungen in Ihrer Filiale.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur batteriebetriebenen LED-Arbeitsleuchte für 4,99 Euro: Sie bietet mit 24 LEDs auf der Seite ein ziemlich helles und etwas breiter strahlendes Licht; eine weitere LED im Kopf leuchtet taschenlampenartig eng nach vorne. Die Farbtemperatur dürfte jeweils „kalt-weiß“ sein – vermutlich irgendwas um die 5500 Kelvin. Konkrete Lumenangaben fehlen, sind jedoch für solche Leuchten ohne Netzanschluss auch nicht vorgeschrieben.

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3 Gedanken zu „Aktuelle OBI-LED-Deals: Viele Lumen und fehlende Daten für wenige Euros

  1. Vielleicht eine gute Nachricht für Schnäppchen-Jäger: HORNBACH erneuert derzeit sein PHILIPS-LED-Lampen-Sortiment. Die ältere Generation wird für Stückpreise von 2, 3, 4 und 6 Euro verramscht. Der Knüller: die 15 W/ 1521 Lumen-Birne für nur 6,-.

    Bei Hornbach unter der Seite „Raus damit“ seinen regionalen Markt eingeben und unter Leuchtmittel die genauen Modelle und Preise erfahren. Viel Glück beim Restejagen.

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