Light+Building-Vorschau in München: LED-Neuheiten, keine Sensationen

Einen ganzen Tag lang ging’s am Dienstag in München um einen Ausblick auf die Branchenmesse „Light+Building“ Ende März/Anfang April in Frankfurt. Echte Überraschungen blieben aus, ein paar Neuigkeiten gab’s dennoch.

Osram-Claim
Ein Heimspiel für Osram war die L+B-„Preview“ in München. Dort können Sie übrigens am Stachus sogar noch den uralten Claim sehen. (Fotos: W. Messer)

Mutmaßlich über 100 (Fach-)Journalisten kamen zur zweiten „L+B“-Vorschau-Veranstaltung. Sie hörten und sahen teils das bereits von der Hamburger „Preview“ eine Woche zuvor Bekannte, teils aber auch ein paar echte Neuigkeiten. Für mich war’s in jeder Hinsicht eine Premiere, und auch die „Preview“-Organisatoren dürften bisher nur selten mit einem „LED-Blogger“ zu tun gehabt haben.

Die größte „Light+Building“ von allen

Hasselmann1Die „Light+Building“ 2014 wird laut Maria Hasselmann (Bild rechts) von der Messe Frankfurt die umfangreichste seit dem Start im Jahr 2000; die weltgrößte ihrer Art ist sie ohnehin: Über 2300 Aussteller aus 50 Ländern, verteilt auf 240.000 qm in 22 Hallenebenen und auf dem Freigelände „Agora“. Dieses Jahr gibt’s eine zusätzliche Ebene 6.2 für LED-Technik und Artverwandtes. Nach meinen Informationen konnten dennoch nicht alle Wünsche von potenziellen Ausstellern erfüllt werden. So wird beispielsweise LEDON deshalb keinen Stand in Frankfurt haben.

Die Messegesellschaft betont natürlich einen anderen Aspekt: Die positive Entwicklung zeige, dass die Themen „Licht“ und „Smart Buildings“ einen immer größeren Stellenwert hätten – vor allem angesichts der Energiewende. Schließlich würden rund 40% der insgesamt in Deutschland genutzten Energie in Gebäuden verbraucht. Hier erreiche man mit intelligenter Technologie, dass „Energiesparen“ nicht zwangsläufig „Verzicht“ bedeute. Auf der im zweijährigen Turnus stattfindenden „Light+Building“ könne man sich über alle Aspekte und Neuentwicklungen in diesem Markt informieren.

Bald auch neue Osram-„LED Superstar“-Spots

Laier-Superstar-Germany

Osram-Superstar-Linie neuDie neue, teils in Deutschland endmontierte Osram-„LED Superstar“-Baureihe wird nicht nur – wie bereits berichtet – „warm-weiße“ E27-Lampen, sondern auch GU5.3- und GU10-Spots umfassen (Bild links). Diese Retrofits repräsentieren laut Osram-Manager Dr. Peter Laier (oben) eine neue Designsprache und sollen zur nächsten „Lichtsaison“ verfügbar sein. Damit ist üblicherweise Spätsommer/Frühherbst gemeint.

Laier verwies darauf, dass Osram schon 1973 in Regensburg mit der LED-Produktion begonnen habe und derzeit immerhin die Nummer zwei auf dem LED-Weltmarkt sei. Da ist es wohl selbstverständlich, dass die LED-Lampen und -Leuchten in zahlreichen Werken weltweit entstehen und schon lange nicht mehr ausschließlich in Deutschland. Das gilt übrigens auch für die werbewirksam schwarz-rot-gold-geschmückte E27-Präsentations-„Birne“ im Bild oben, die so natürlich nicht in den Handel kommt.

Philips braucht eine komplette Halle

Philips-Lotus-Kombi
Zwei der Philips-Neuheiten für die „Light+Building“: Die „Master LED“-Lampen mit „Lotus“-Prismenoptik – links als E14-Kerze, rechts als E27-„Tropfen“.

Kurpiers-Trend

Philips-Marketing- und Kommunikationsexperte Michael Kurpiers (Bild oben) bot in München nicht nur einen Rückblick auf die Entwicklung des LED-Anteils seiner „Lighting“-Division (aktuell rund die Hälfte des Gesamtumsatzes in Deutschland, Österreich und der Schweiz, kurz „DACH“).

Er gab auch schon mal eine kleine Vorschau auf den geplanten Frankfurter Messestand des niederländischen Licht-Weltmarktführers: Eine komplette Halle, zwei Ebenen, mit Fokus auf die generellen Trends (etwa „Light beyond Lighting“, „Vernetztes Licht“, „Green Parking“ und OLED) und weniger auf die Vielzahl der einzelnen Produkte. „Bescheiden“ erklärte Kurpiers in der Stadt des Hauptkonkurrenten Osram, dass Philips weltweit nur der zweitgrößte Lichthersteller sei – nach der Sonne.

Keine Sensationen bei der Osram-Keynote

Streubel-Trend

„Was kommt nach der LED?“ war der vielversprechende Titel der kurzen „Keynote“ von Dr. Klaus Streubel, Osram-Vorstand für Forschung & Entwicklung (Bild oben). Ausgehend von der Fähigkeit der LED-Chips, als Licht-„Portionen“ individuell, flexibel kombinier- und steuerbar zu sein, werde man künftig – unabhängig von der verwendeten Technologie (LED, OLED, Laserlicht) – weniger über die Lichtquellen selbst reden, sondern mehr über das tatsächlich benötigte Licht.

Was aber wirklich „nach der LED kommt“, das konnte Streubel leider nicht verraten. Dabei hatte ich mich schon so auf die Enthüllung der neuesten Geheimnisse und Sensationen aus der Osram-Entwicklungsküche gefreut.

Toshiba-Präsentation mit kleinem Lapsus

Bierbaumer-Toshiba-NeoAccent
Toshiba E27 neu
Auch Toshiba, erst seit 2010 im LED-Retrofit-Markt aktiv, hat Neues in der Pipeline für den „L+B“-Messestand. Produktmanagerin Eva Bierbaumer stellte in München unter anderem das direkt an der Box dimmbare „NeoAccent-Tracklight“ für Drei-Phasen-Stromschienen vor (Bild oben). Ebenso wie die weiteren LED-Leuchten-Varianten „Extractable“ und „Battery“ ist es vor allem als Shop-Beleuchtung gedacht.

Natürlich wird’s auch neue „E-Core“-LED-Retrofits geben: Beispielsweise dimmbare E27-Lampen mit 240 Grad Abstrahlwinkel (10,5 Watt/806 Lumen Lichtstrom sowie 13 W/1060 lm, im Bild rechts.)

Besonders stolz ist man bei Toshiba auf die neuen und hocheffizienten „E-Core“-LED-Spots, deren Maße exakt denen von herkömmlichen Halogenstrahlern entsprechen sollen. Bei der Präsentation unterlief jedoch ein kleiner Lapsus, der offenbar niemandem zuvor aufgefallen war. Schauen Sie sich mal die offizielle Abbildung an:

Toshiba GU10 neu

Bei dieser Projektion bin ich vor Überraschung fast vom Stuhl gekippt: Ein „warm-weißer“ Marken-LED-Spot mit der bestmöglichen EU-Energieeffizienzklasse „A++“! Das gab’s meines Wissens noch nie und wäre ’ne echte Sensation. Ein kurzes Nachrechnen ergab jedoch, dass 230 Lumen aus 3,5 Watt nur zu einem Energieeffizienzindex (EEI) von ca. 0,14 führen. Bei Richtstrahlern genügt das zwar locker für das „A+“-Label; für „A++“ darf’s aber maximal EEI 0,13 sein.

Darauf angesprochen, gaben die Toshiba-Mitarbeiter den Fehler zu und erklärten, dass sich dieses „A++“ auf eine Variante des 3,5-Watt-Spots mit „kälterer“ Farbtemperatur beziehe, die 250 Lumen erzeuge. Diese Version wurde aber meines Wissens bei der Präsentation nicht erwähnt.

Jung denkt Jahrzehnte voraus

Deniz-Turgut„LED-Lampen und Dimmer“ sind bekanntlich eine sehr spezielle Kombination mit diversen Problemchen. Die Firma Jung stellte in München eine Auswahl ihrer Steuergeräte vor, die jetzt und in Zukunft für ein entspannteres Verhältnis sorgen sollen. Firmensprecher Deniz Turgut (PR-Bild links) erklärte bei seinem Vortrag in München: „Unsere Produkte müssen auch noch funktionieren, wenn sie 40 Jahre lang in der Wand sind – bis zur nächsten Renovierung.“ Und in dieser Zeitspanne wird’s dann nicht mehr nur um Lichtsteuerung gehen.

Deshalb denkt man bei Jung ein paar Schritte weiter, spricht von „Connected Living“, der Vernetzung von „Inseln“ im Haus mit „KNX-DALI-Gateways“, von Raum-Controllern mit umfassenden Steuerungsmöglichkeiten, die dennoch in traditionelle Unterputzdosen passen. Derzeit werde solch komplexe Technik zwar noch vorwiegend in hochwertigen, individuell geplanten Gebäuden eingesetzt, dürfte aber mit der Zeit und fallenden Preisen „nach unten wandern“ – also in Immobilien für Normalverdiener.

Da ich aber keine kompletten „Smart Homes“ teste, sondern nur LED-Lampen, will mir das Unternehmen einen ihrer LED-geeigneten, justierbaren Drehdimmer zur Verfügung stellen. Den könnte ich künftig als Standard-Teststeuergerät für dimmbare Retrofits verwenden – anstatt der Baumarkt-An- und -Abschnittdimmer ohne Justierschraube. Vielleicht gibt’s dann ja ein paar „Surrer“ weniger als bisher.

Fastvoice-Eigenwerbung 04-14

Verbatim-Neuheiten gab’s einen Tag später

Verbatim-L+B
Nicht bei der Messevorschau in München vertreten waren Verbatim und Konzernmutter Mitsubishi Chemical Corporation (MCC). Deren Ausblick kam erst einen Tag später als Pressemitteilung. Drei neue LED-Retrofit-Sortimente soll’s geben: Für Privatanwender, für hoch leistungsfähige kommerzielle Anwendungen und für Profi-Lösungen. Als Besonderheit der Verbatim-Palette wird die sehr gute Farbkonsistenz genannt, die mindestens einer vierstufigen MacAdam-Ellipse (SDCM-Abweichung) entspreche.

Außerdem seien in allen drei Segmenten Verbesserungen bei Thermomanagement, Abstrahlwinkel und Dimmbarkeit vorgenommen worden. Die neuen Spots sollen mit der für regelmäßige Blogleser bereits bekannten „Diamond-Cut“-Optik ausgestattet sein, mit der sich die Lichtverteilung besser kontrollieren lasse und die gleichzeitig Blendung, Streulicht und „Hot-Spot“-Effekte vermindere.

In Frankfurt werde auch eine große Auswahl integrierter LED-Downlights für die Allgemein- und Akzentbeleuchtung gezeigt, sowie erstmals die „VELVE™“-OLED-Panels, die mit einem neuen Nassbeschichtungsverfahrens gemeinsam von Pioneer und MCC entwickelt wurden. Dazu gibt’s das flexible Verbatim-OLED-Panel der nächsten Generation zu sehen. Alles andere ist nicht wirklich neu und war teils schon hier im Test: Die „Natural Vision VxRGB™“-Technologie beispielsweise oder die davon abgeleiteten „True Candlelight“-LED-Lampen.

Mehr zum Thema:

LED-Tagebuch (KW 06): Preview-Neuheiten, Cannabis-Licht, IKEA-Spende

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Das LED-”Kerzen”-Duell: Toshiba “E-Core” vs. Osram “Superstar”

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