LED-Tagebuch (KW 12): „Luminous Patterns“, „Earth Hour“, Lidl-Leuchten

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im „Blog-Telegramm“ und in der Google+-Community „LED-Beleuchtung“ – als LED-Tagebuch mit Updates und Ergänzungen.


Luminous-Patterns-Panels
20.03.: Nach „Luminous Carpet“, „Luminous Textile“ und „OneSpace Luminous Ceiling“ kommt jetzt die neueste Raum-Lichtquellen-Idee von Philips mit integrierten LEDs: „Luminous PatternsLuminous-Patterns-Sparkle(PR-Fotos oben und rechts). Die in verschiedenen Mustern leuchtenden Wandpaneelen in den Standardgrößen 400 x 400 und 600 x 1.800 Millimeter sind laut Pressemitteilung in einer Vielzahl von Lichtstilen und -texturen, mit einer breiten Palette an dekorativen Beschichtungen und Grafikdrucken erhältlich.

Daneben könnten die Kunden aus vier Lichteffekten wählen: 3D– und 2D-Grafik, „Round“ und „Linear Sparkle“. Da jeder Beleuchtungspunkts über ein digitales Kontrollsystem separat angesteuert werde, sei es möglich, individuell programmierte, dynamische Lichteffekte an die Wände und Decken von Foyers, Lobbys oder Rezeptionen zu zaubern. Die angepeilten Einsatzgebiete sind also eher Bars, Restaurants, Einzelhandel, Hotels oder Geschäftshäuser – weniger das schnöde Eigenheim. Preise gibt’s sowieso nur auf Anfrage.


21.03.: Ökologisch ähnlich sinnlos wie die jährliche Winter-/Sommerzeit-Umstellung war offenbar wieder die vom WWF initiierte „Earth Hour“ am vergangenen Samstagabend Earth-Hour-Symbolbild(Symbolbild: KurtMervin @ Wikimedia Commons, nachbearbeitet, Lizenz CC BY-SA 3.0).

Wie „WiWo Green“ berichtet, brachte die einstündige „Licht aus“-Aktion zumindest in Deutschland keine außergewöhnliche Senkung des Stromverbrauchs, obwohl diesmal offiziell 241 Städte dabei waren.

Eigentlich kein Wunder: Beleuchtung macht sowieso nur einen kleinen Teil der jährlich benötigten rund 520 Netto-Terawattstunden aus – und hier können Sie durch die Umrüstung auf LED-Technik kontinuierlich viel mehr sparen und für den Klimaschutz tun als mit einer Extra-Stunde Dunkelheit pro Jahr. Typische Symbolpolitik also einer millionenschweren Schweizer Stiftung, die selbst schon zahlreiche dunkle Momente hatte.


Lidl-LED-Deckenleuchten-03-16
23.03.: Auch in größeren Zimmer wird’s hübsch hell, wenn Sie eins der drei LED-Deckenleuchten-Modelle der Eigenmarke „Livarno Lux“ montieren, die Lidl ab Donnerstag, 31. März, für knapp 46 Euro unter der Rubrik „Wohnideen“ in den Filialen und online anbietet (Screenshot-Ausschnitt oben, nachbearbeitet).

In den Fassungen stecken sechs nicht dimmbare, aber austauschbare E14- bzw. GU10-Retrofits, die aus jeweils 5 Watt 400 Lumen mit einer Farbtemperatur von 3000 Kelvin und Farbwiedergabeindex Ra ≥80 liefern. Insgesamt sind es also 30 W und 2400 lm pro Strahlerleiste; das entspricht mindestens der Helligkeit von drei 60-Watt-Glühlampen.

Die GU10-Strahler haben natürlich einen viel engeren Lichtkegel: 345 der 400 lm werden innerhalb des EU-konformen Bemessungswinkels von 90 Grad abgegeben. Nennlebensdauer aller Leuchtmittel: 20.000 Leuchtstunden und ebenso viele Schaltzyklen. Das von Lidl beworbene EU-Ökolabel A++ ist allerdings falsch: Die Energieeffizienzindizes reichen nach meinen Berechnungen nur für A+.


Eigen-Banner-03-15


24.03.: Wie effizient sind LEDs? Dazu kursieren seit Jahren diverse Fabelzahlen – häufig so im Bereich von 90 Prozent. Tatsächlich beträgt die Lichtausbeute bei „weißen“ LED-Leuchtmitteln im derzeit besten Fall nur um die 30%, was immer noch über 90% besser als die von Glühlampen ist.

Den Vogel schoss jetzt aber „Great Basin Lighting“ ab, eine US-Beratungsfirma für LED-Außenbeleuchtung – also keine blutigen Laien, sondern jemand vom Fach. Dort twitterte man diese Woche Great-Basin-Lighting-Grafikeinen irreführenden Vergleich (Sreenshot rechts), nach dem LEDs sogar fast 100 Prozent der zugeführten Energie in Licht umwandeln würden.

Ein leider unerfüllbarer Wunschtraum. Selbst das theoretische Maximum von „kaltweißem“ LED-Licht mit 6600 Kelvin würde nur bei ca. 350 Lumen/Watt oder einer Effizienz von etwas über 50% liegen – ohne die Verluste durch Vorschaltelektronik und Optik. Übrigens sind auch normale Glühlampen nicht so effizient wie von „Great Basin Lighting“ behauptet: Ihr Licht-Wirkungsgrad liegt meist bei nur 5%.


Lidl-LED-Tischleuchten-03-16
25.03.: Noch ein nachösterliches LED-Sonderangebot bei Lidl ab Donnerstag, 31. März: Vier Tischleuchten „in hochwertiger Mattnickel-Optik“ und mit fest eingebauten, nicht dimmbaren LED-Modulen warten on- und offline für je 24,99 Euro auf Käufer (Screenshot-Ausschnitt oben, nachbearbeitet). Je nach Modell gibt’s überschaubare 400 Lumen Lichtstrom aus 4,8 Watt, moderate 600 lm aus 7 W oder immerhin 690 lm aus 9,5 W.

Für alle gleich: 3000 Kelvin Farbtemperatur, Farbwiedergabeindex mindestens Ra 80, Nennlebensdauer 20.000 Leuchtstunden bzw. 15.000 Schaltzyklen. Die Halbwertswinkel werden nicht verraten (vermutlich zwischen 90 und 120 Grad). Das von Lidl angegebene EU-Ökolabel A++ darf bei solchen integrierten LED-Leuchten nicht verwendet werden (müsste stattdessen so aussehen) und wäre sowieso zu optimistisch.


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