LED-Teppiche: So wird der Bodenbelag zum „Heimleuchter“

In knalligen Farben leuchtende Glas- und Kunststoffböden kennen wir spätestens seit der Disco- und „Saturday Night Fever“-Ära Ende der 1970er-Jahre. Ab 2014 soll es von Philips und Desso auch LED-Teppiche mit Lichtsignalen geben.

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Unübersehbare Wegweiser in Konferenzsälen, Theatern, Kinos etc.: Im Teppich eingearbeitete LED-Chips. (Fotos: Philips-PR)

Leuchtende Piktogramme, Hinweisschilder oder -Bildschirme an Wänden und Decken von großen Gebäuden mit Publikumsverkehr sind nach Ansicht von Licht-Marktführer „Philips Lighting“ und des internationalen Teppich- und Bodenbelagsspezialisten Desso nur die zweitbeste Lösung. Menschen ließen sich bei der Fortbewegung nämlich eher vom Boden leiten – häufig mit Blickrichtung nach unten.

Philips_Desso_PfeilBisher sehen sie dort aber höchstens aufgedruckte oder -geklebte Zeichen, die bei schlechten Lichtverhältnissen kaum auffallen – etwa im Kino – und nur schwer an wechselnde Anforderungen angepasst werden können.

Die Lösung: Lichtdurchlässige Teppichböden mit unter dem Flor eingearbeiteten, trittfesten LED-Chips (Detailbild rechts). Philips und Desso sind dazu eine Entwicklungs-Partnerschaft eingegangen und arbeiten bereits an Pilotprojekten in Schlüsselmärkten des Wirtschaftsraums EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Nächstes Jahr soll auch der Produktname im Rahmen einer umfassenden Markteinführung bekannt gegeben werden.

Die LED-Teppiche würden sich laut Philips-Pressemitteilung für Bereiche mit hohem Besucheraufkommen wie Büros, Hotels, Kongresszentren und öffentliche Gebäude eignen und seien künftig in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen lieferbar.

Flexible, anlassabhängige Steuerung

Möglich sind natürlich auch individuelle Helligkeits- und Farbsteuerungen mit verschiedenen LED-Typen – ähnlich wie bei der Philips-„hue“-Modellreihe. Diese Vielfalt erlaube einen sehr flexiblen Einsatz für die Bereiche Information, Wegweisung, Sicherheit und Gebäudeausstattung und verbessere beispielsweise …

  • … die Führung von Menschen in Gebäuden, einschließlich Notausgängen und Fluchtwegen,
  • das Ambiente und die Atmosphäre durch die Kombination von Licht mit Design und Farbe,
  • sowie die Übersichtlichkeit in Innenräumen, da die leuchtenden Informationen nur bei Bedarf sichtbar sind und ansonsten abgeschaltet bleiben können.

Was Philips erst gar nicht erwähnt: So ganz nebenbei könnte mit LED-Teppichen auch noch Strom gespart werden – nicht nur mit einer bedarfsabhängigen, flexiblen Steuerung, sondern auch wegen des – durch die relative Augennähe – geringeren Helligkeitsbedarfs der Leuchtsignale und natürlich durch die ohnehin energieeffiziente LED-Technologie.

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4 Gedanken zu „LED-Teppiche: So wird der Bodenbelag zum „Heimleuchter“

  1. Im entfernteren Sinn etwas Ähnliches gabs dieses Jahr bei Aldi: Einen runden Weihnachtsbaum-Unterleger-Teppich mit eingearbeiteten LEDs.
    Allerdings leider nur Batteriebetrieben und mit 18 Euro dafür zu teuer.

  2. Kann man die Pfeile auch individuell ansteuern oder sind diese immer vorgegeben?

    Denn theoretisch wäre es doch auch möglich die Signale individuell zu schalten. Zum Beispiel beim Kino, bevor der Film beginnt, wird der Nutzer zu seinen Plätzen navigiert. Ist der Film zu Ende kehren sich die Pfeile um, und man weiß wo es nach Draußen geht. Im Notfall könnten die Pfeile zum Notausgang weisen.

    • Das sind ja bisher nur Prototypen. Ich nehme mal an, dass genau solche Loesungen – in der Serie oder individuell gefertigt – problemlos moeglich sein werden.

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