Osram-LED-Lampen bei OBI – keine Kampfpreise, aber ganz okay

Unter anderem sieben LED-Retrofit-Modelle von Osram bewirbt die Baumarktkette OBI derzeit als Sonderangebot. Die meisten sind allerdings deutlich teurer als der hervorgehobene Preis von 8,99 Euro.

OBI_Osram_11_13Gleich mehrere Riesenseiten voller LED-Lampen und -Leuchten hat OBI in der aktuellen „Jetzt ist Biber-Bescherung“-Werbebeilage 5120/13 (Ausschnitt rechts, gültig bis Samstag, 16. November). Neben diversen „No Name“-Produkten gibt’s auch „warm-weiße“ (2700 Kelvin Farbtemperatur) Osram-LED-Lampen mit „bis zu 20.000 Stunden Lebensdauer“ und EU-Effizienzklasse A+ für „Stück ab 8,99“.

Dieser Preis bezieht sich jedoch nur auf ein Modell, das Sie in der abgebildeten Form weder auf der OBI- noch auf der Osram-Website finden: Ein GU10-Spot mit 4 Watt Leistungsaufnahme und 240 Lumen Lichtstrom.

Wie bei OBI üblich, gibt es keine weiteren Daten über Dimmbarkeit, Abstrahlwinkel, Lichtstärke, Farbwiedergabeindex, Farbkonsistenz, Schaltzyklen etc., obwohl das seit 1. September in der EU Vorschrift ist. Damit reiht sich die Baumarktkette in die Masse der vielen LED-Anbieter ein, die offensichtlich EU-Ökodesign-Verordnungen für irrelevante Witzblätter und ihre Kunden für Vollpfosten halten, die man nicht mit Zahlen verwirren darf. Wissensdurstige sollen sich doch bitte woanders erleuchten lassen.

Kein Problem – können Sie beispielsweise in diesem Online-Shop, wo’s ebenfalls einen 240-Lumen-Osram-LED-Spot gibt. Sieht zwar anders aus, scheint aber mit 4,5 Watt, 2700 Kelvin, 36 Grad, 600 Candela und Ra 80 ein vergleichbares Modell zu sein. Der nicht dimmbare Strahler wird mit 100.000 schadlosen Schaltzyklen, allerdings nur 15.000 Leuchtstunden Lebensdauer beworben. Vorteil des Online-Angebots: Es kostet ohne Versand nur knapp 8 Euro und hat ebenfalls das Ökolabel A+.

LED-Retrofit für 50-Watt-„Glühbirnen“

Osram-LED-Star-Classic-anDen 9 Watt starken Osram-LED-Ersatz für (fiktive) 50-Watt/E27-Glühlampen kennen Sie schon von früheren Discounter- und Baumarktwerbungen. Deshalb wissen Sie, dass auch diese undimmbare „Birne“ offiziell nur mit 15.000 und nicht mit 20.000 Leuchtstunden angegeben wird.

OBI verschweigt ebenso verschämt, dass der Halbwertswinkel dieser „LED Star Classic“-Serie bei maximal 150 Grad liegt und deshalb die Lichtkeule höchstens halb so breit ist wie die einer herkömmlichen Glühlampe (Bild links aus meinem A40-Test im April). Der aufgerufene Preis von knapp 10 Euro ist eher marktüblich als ein Sonderangebot. Woanders gibt’s diese 650-Lumen-Retrofit-LED schon für rund 9 Euro.

„Klar“ teurer als „matt“

Bei vier ziemlich neuen Osram-Modellen mit jeweils 6,5 Watt und 470 Lumen Lichtstrom traut sich OBI dummerweise keine exakte Preisangabe zu: „ab € 12,99/St.“ steht im Prospekt. Heißt das, dass die Teile je nach Version (Kerze, Tropfen, matt, klar, E27-, E14-Sockel) auch teurer sein können? Das wäre allerdings nicht sehr schön, weil’s die matten Varianten doch online bereits für unter 12 Euro gibt. Tatsächlich kosten die klaren „Sparkling“-Modelle bei OBI 14,99 Euro – woanders sind’s 13,80 €.

Fastvoice-Eigenwerbung neu

Wer ohnehin was bei OBI zu erledigen hat und sich die Versandkosten der Online-Shops sparen will, der darf dennoch bedenkenlos im Baumarkt zuschlagen: Die Osram-LED-Retrofits für traditionelle 40-Watt-Glühkerzen und -tropfen sind – auch nach Meinung von Bloglesern und laut eigenem Test – durchaus sehr helle und reelle Mitnahmeartikel. Könnte allerdings sein, dass sie bereits ausverkauft sind (wie in meiner nächstgelegenen OBI-Filiale).

Nur bei ihnen passt übrigens auch das OBI-Versprechen „bis zu 20.000 Leuchtstunden“ einigermaßen zu den offiziellen Osram-Daten. Tatsächlich dürfte die Lebensdauer im Schnitt aber deutlich höher sein, weil diese LED-Lampen nach dieser Zeit noch mit rund 70 Prozent ihrer ursprünglichen Helligkeit leuchten sollen.

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7 Gedanken zu „Osram-LED-Lampen bei OBI – keine Kampfpreise, aber ganz okay

  1. „Tatsächlich dürfte die Lebensdauer im Schnitt aber deutlich höher sein…“

    Was nutzen theoretisch 20.000 Stunden Lebensdauer der LEDs, wenn die Elektronik wahrscheinlich vorher kaputt geht?

    Bei Saturn wurden bunte GU5.3-LEDS als Deko eingesetzt. Nach einer Weile fielen immer einzelne LED-Segmente aus.

    • Die offiziellen Lebensdauerangaben beziehen sich natürlich auf die kompletten Lampen inklusive Elektronik, nicht nur auf die LED-Chips. Vorzeitige Ausfälle kann’s dennoch immer mal wieder geben, auch bei Markenprodukten. Die EU-Ökodesign-Verordnung erlaubt immerhin eine Frühausfallrate von bis zu 5% in den ersten 1000 Leuchtstunden.

      Außerdem dürfen ab 1. März 2014 nicht mehr als 10% einer Serie innerhalb der ersten 6000 Leuchtstunden ausfallen. Der Restlichtstrom muss nach dieser Zeit außerdem regelmäßig noch bei mindestens 80% des Anfangswertes liegen.

      • Danke für die Info zur EU-Verordnung. Interessant.
        Ob sich die Lebensdauer-Angabe wirklich auf die komplette Lampe inklusive Elektronik bezieht – da hab ich meine Zweifel.
        Denn bei einem Fernseher wird auch mit einer Bildschirm-Lebensdauer von 30.000-50.000 Stunden geworben, obwohl doch jeder weiß, dass vorher irgendwas anderes im TV kaputt geht, aber nicht das Panel.

        • Mmhh, bei uns macht gerade bei ’nem älteren Toshiba-LCD-TV das Panel Probleme – Elektronikausfälle hatten wir dagegen noch nie mit insgesamt fünf Flachbild-TVs in über 10 Jahren.

        • Beim sog. HASS-Test von LEDON (der hier auch schon näher vorgestellt wurde) war jedenfalls definitiv die Rede davon, dass die kompletten Lampen auf Lebensdauer, Schaltzyklen usw. getestet werden.
          Da ein Osram-Mitarbeiter hier schon geschrieben hat, dass die etwas abnehmenden Lebensdauerangaben bei neuen Lampenmodellen der immer näher an die Glühlampe gebrachten Bauform geschuldet seien, wird auch hier offenbar die komplette Lampe getestet – um zwei Beispiele zu nennen.

    • Passender zu diesen hier ja immer wieder auftretenden Lebensdauer-Diskussionen wäre vielleicht mal anzufügen, dass diese Lebensdauer-Angaben, seien es nun Betriebsstunden oder Schaltzyklen, ohnehin nichts anderes als Laborwerte darstellen und daher höchstens grobe Richtwerte darstellen. Mir fällt dazu immer das Beispiel ein, dass wenn ein Auto-Testmagazin in einem Dauertest 50.000 km in einem halben Jahr abspult, dies nie und nimmer dasselbe sein kann, wie wenn Otto Normalverbraucher dasselbe in 15 Jahren macht – da treten ganz unterschiedliche Fehlerbilder auf, so hat das Testmagazin wohl kaum mit dem Aspekt alternder Elektronik zu kämpfen, Otto aber schon. Dass Elektronik im Schnitt ab einem Alter von 10 Jahren etwas unberechenbarer wird, gilt in Fachkreisen doch als recht bekannt – daher werden im professionellen Gebrauch Bildschirme, Rechner (also Elektronik!) erst gar nicht so lange genutzt, bis gar nichts mehr geht (ist auch besser so, wenn ich an Atomkraftwerke usw. denke…).

  2. Die Lebensdauerangaben sind ein nur Anhaltspunkt das war schon früher bei den Energiesparbirnen so rechne immer etwa mit eindrittel weniger
    und bei den LED ist es ähnlich erwarte qualiät unter 20000 Stunden durchschnittliche Lebensdauer kaufe ich nicht.

    frankkl

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