Im Test: Osrams günstiger LED-Ersatz für 40-Watt-„Glühbirnen“ (Update)

LED-Beleuchtung verkauft sich laut einer aktuellen Studie von „Osram-Sylvania“ (USA) vor allem über Helligkeit, Energieeffizienz, Lebensdauer und nicht zuletzt den Preis. Die deutsche Mutterfirma Osram bietet besonders kostenbewussten Umsteigern eine neue Version der E27-Lampe „LED Star Classic A 40“ an, die teils schon unter der psychologisch wichtigen 10-Euro-Schwelle verkauft wird.

Osram LED Star Classic A40 Gehäuse
Schlicht und kompakt: Die neue Version der „LED Star Classic A 40“ von Osram. Sie kann eine traditionelle 40-Watt-Glühlampe ersetzen, ist allerdings nicht dimmbar. (Fotos: W. Messer)

Ordentliche Marken-LED-Lampen im einstelligen Euro-Bereich sind natürlich nichts Neues: Philips hat seit Frühjahr 2012 eine „low budget“-Linie, US-LED-Gigant „Cree“ knackte dieses Jahr alle Tiefpreisrekorde für dimmbare LED-„Retrofits“ und zahlreiche weitere Anbieter lassen ihre Leuchtmittel von preissensiblen Verbrauchern im „Unter-10-Euro-Schnäppchen-Teich“ angeln.

Osram wollte dieses Gewässer eigentlich bereits im Herbst 2012 mit einem neuen, besonders günstigen, nicht dimmbaren LED-Äquivalent für eine 40 Watt starke „Standard“-Glühlampe bestücken. Das bisherige „warm-weiße“ Modell mit gleichem Namen und Produktcode lag zu diesem Zeitpunkt gut 3 Euro über der magischen Zehner-Marke. Dann setzten die Bayern jedoch kurzfristig andere Prioritäten und stellten stattdessen Lampen im mittleren Preissegment um 20 Euro vor – unter anderem eine dimmbare 470-Lumen-LED-„Birne“ mit 7,5 Watt in der „Professional“-Sektion mit dem schönen langen Namen “Parathom Classic A 40 Advanced 7.5 W/827 E27″.

Keine engen Verwandten

Jetzt gibt es in der „Consumer“-Linie eine neue Version der erheblich günstigeren „LED Star Classic A 40 8 W/827 E27“  (pdf-Download des Datenblatts), die gerade bei einer  Sonderaktion des Elektronikversenders „Conrad“ versandkostenfrei für unter 10 Euro angeboten wird. Obwohl gewisse Ähnlichkeiten bei der Bezeichnung und manche nominelle Gemeinsamkeiten ein näheres Verwandtschaftsverhältnis nahe legen, sprechen die äußeren und inneren Unterschiede eher für eine entfernte Cousine der 7,5 Watt starken „Advanced“-Lampe.

Osram LED Star Classic A 40 Packung

Zugegeben: Beide haben einen E27-Schraubsockel, liefern 470 Lumen Lichtstrom mit einer „warm-weißen“ Farbtemperatur von ca. 2700 Kelvin und einem Farbwiedergabeindex von Ra 80. Das war’s aber auch schon. Die Effizienz der neuen „LED Star Classic“ ist mit 59 Lumen/Watt etwas schwächer, die Garantiezeit mit drei Jahren ein Jahr kürzer, die prognostizierte Lebensdauer nur 15.000 statt 25.000 Leuchtstunden, die Zahl der garantierten, schadlosen Schaltzyklen mit 100.000 nur halb so groß und auch die Maße sind kompakter: 110 mm lang statt 116, 60 mm Durchmesser statt 62.

Osram LED Star Classic A 40 Label Diese „Papierwerte“ werden auf den Osram-LED-Verpackungen übrigens durchweg englischsprachig serviert (Ausschnitt rechts). Nach Auskunft des Unternehmens liegt das daran, dass sie universell verwendbar sein sollen und nicht nur im deutschsprachigen Raum.

Und wie sieht sie in der Praxis aus, die neue, supergünstige „LED Star Classic A 40“? Auf den ersten Blick wie ein idealer, unauffälliger Nachfolger der traditionellen „Glühbirne“: Fast identische Maße, sehr schlicht gestaltetes, weißes Kunststoffgehäuse mit matter Kuppel und ohne äußere Kühlrippen oder Luftdurchlässe. Äußerlich ist sie auch nicht von ihrer großen Schwester „LED Star Classic A 60“ mit 810 Lumen zu unterscheiden. Das Gewicht der „A 40“ von 107 Gramm dürfte keine Leuchtenfassung vor Probleme stellen (Glühlampe ca. 36 g).

Mini-Lötpunkt ist kein Fabrikationsfehler

Osram A 40 LötstelleZwischen Schraubsockel und unterem Gehäuserand fällt bei der „A 40“ ein kleiner Lötpunkt auf (Bild rechts). Hier wird – ähnlich wie bei günstigen LED-Lampen mancher Mitbewerber – die Netzzuleitung zur Treiberelektronik fixiert. Durch das Einschrauben in eine Fassung wird diese Stelle verdeckt.

Nach dem Einschalten leuchtet die „LED Star Classic“ ohne erkennbare Verzögerung, gibt keine störenden Laute von sich und erzeugt über den größten Teil eines Vollkreises deutlich mehr Helligkeit als eine 40-Watt-Glühlampe. Der Halbwertswinkel liegt bei 150 Grad, der „Feldwinkel“ (mit mindestens einem Zehntel der maximalen Lichtstärke) müsste nach meiner Schätzung über 200 Grad betragen. Die neue Osram A 40 strahlt also nicht nur in eine Richtung, sondern leicht elliptisch mit einer „Delle“ in Richtung Sockel.

Osram LED Star Classic A 40 Leuchtbild
Das Leuchtbild der stehend montierten Osram „LED Star Classic A 40“ an einer „lichtgrauen“ Panele: Kein 360-Grad-Rundstrahler, aber das ist in dieser LED-Preisklasse auch (noch) nicht zu erwarten.

Im Gegensatz zu vielen anderen LED-„Standard“-E27-Lampen mit starker Richtwirkung kann die neue Osram-„Birne“ flexibler eingesetzt werden. Bei hängender Montage – beispielsweise über einem Esstisch – wird ein großer Teil des Lichts auch seitlich und an die Decke abgestrahlt. Der Rest des Raumes bleibt also nicht völlig im Dunkeln.

Lichtqualität für die Preisklasse überdurchschnittlich

Der Eindruck der Lichtfarbe ähnelt dann wieder dem der dimmbaren 7,5-Watt-„Classic A 40 Advanced“: Beim direkten Blick auf den Lampenkopf merklich „kälter“ als eine 40-Watt-Glühlampe, beim indirekten Blick auf die angestrahlten Gegenstände dagegen kein allzu großer Unterschied (das Leuchtbild-Foto oben vermittelt diesen Eindruck recht gut).

Bei der Farbtreue nehmen sich die entfernten Cousinen ebenfalls nichts. Auch die für LED-Lampen besonders schwierigen satten Rot- und sanften Haut-Farbtöne werden mit einer leichten Gelbverschiebung akzeptabel wiedergegeben. Leuchtmittel dieser Art sollen schließlich nicht in Operationssälen oder über der Metzgertheke, sondern vorwiegend in Wohnungen eingesetzt werden. Dafür geht die Lichtqualität völlig in Ordnung – vor allem in dieser Preisklasse.

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Ziemlich erstaunlich finde ich, dass das kühlrippenlose, völlig glatte und undurchbrochene Gehäuse offenbar thermisch gut funktioniert. Im Dauerbetrieb in meiner offenen Testfassung wurde es an der heißesten Stelle am Lampenfuß nicht über 65 Grad warm; die Kuppel verharrte bei rund 30 Grad. Ähnlich geformte Lampen der Konkurrenz kommen knapp oberhalb des Sockels teils bis auf 75 Grad. Zum Vergleich: Die Osram „Classic A 40 Advanced“ mit stark geripptem Gehäuse erreichte in meinem Test im Februar maximal 50 Grad.

Mein Testurteil:

Schön, dass Osram auf dem Baum der sehr preisgünstigen LED-Beleuchtung ein richtig gutes „Birnchen“ wachsen lässt. Ähnlich wie bei den Mitbewerbern in diesem Segment gibt es kostenbedingt vor allem leichte Abstriche bei der zu erwartenden Lebensdauer und der Hitzeableitung sowie die fehlende Dimmbarkeit, aber keine nennenswerte Einbußen bei Lichtqualität und Funktion.

LED-Neulinge bekommen hier eine echte „Einstiegsdroge“, die optisch an traditionelle „Glühbirnen“ erinnert, aber im Vergleich zur 40-Watt-Lampe exakt 80 Prozent Strom spart. Da darf ich doch guten Gewissens von meiner „0 bis 5“-LED-Skala die Maximalwertung für nicht dimmbare Lampen vergeben:
vier Sterne.

Update 16.4.: Osram hat jetzt offiziell mitgeteilt, dass die unverbindliche Preisempfehlung für die „A40“-LED-Lampe ab Juni auf 9,95 Euro gesenkt wird. Außerdem seien Sonderaktionen geplant, bei denen es im Handel zeitweise auch die stärkere „A60“ für unter 10 Euro gebe. Tageslicht-Freunde können sich in der gleichen Preisliga auch Versionen mit „kalt-weißen“ 6500 Kelvin holen.

(Disclaimer: Osram hat mir die aktuelle Testlampe gratis zur Verfügung gestellt.)

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7 Gedanken zu „Im Test: Osrams günstiger LED-Ersatz für 40-Watt-„Glühbirnen“ (Update)

  1. Schrecklich billig und kurzlebig wie darmals eine Energiesparbirne wer kauft den sowas ?

    Ich habe mir lieber die neue preiswerte Osram Superstar A40 ADV mit 470 Lumen 7,5 W für etwa 21 Euro gekauft.

    frankkl

    (Anm. d. Redaktion: Unnötiger externer Bild-Link entfernt. Die „Advanced“-Lampe ist sowohl im Beitrag erwähnt als auch ausführlich in diesem Blog-Test gewürdigt)

  2. Wie wäre es, den Kostenaspekt mit einer Kennzahl auszudrücken?
    Ich schlage lm/EUR vor. Hat was amerikanisches, je größer, desto besser.
    Die rezensierte Osram kommt dann auf 47lm/EUR. Wie reiht sich das in den Wettbewerb ein?

  3. Vielen Dank für die Info. Um so besser, wenn das bereist eingeführt ist.
    Dann wenden wir die Kennzahl doch mal an:
    Osram A40 ADV: 22lm/EUR
    Osram classic 40W (s.o.): 47lm/EUR
    Aldi 10W vom Sept. 2012: 80lm/EUR
    Philips A21 (USA): 81lm/EUR

    • Nach meiner Rechnung hat die hier vorgestellte Philips A21 nur ca. 42 Lumen/Euro (1780 lm ./. 42 Euro) – was im Kontext Deiner kleinen Liste eigentlich nur die Selbstverständlichkeit bestätigt, dass dimmbare Lampen in der Regel teurer sind als nicht dimmbare (wie etwa die von Aldi).

      Diese Kennzahl ist ohnehin in vielen Fällen irreführend, weil sie durch das bekannte „Lumen-Schinden“ bei Billig-Lampen verfälscht werden kann. Ohne Betrachtung der Lichtqualität, des Sockeltyps, der Dimmbarkeit, der Richtwirkung etc. kann das höchstens ein ungefährer Anhaltspunkt sein. Beispielsweise schaffen diverse hochwertige Marken-GU10-LED-Spots teils nur 11 lm/Euro. Das heißt aber nicht, dass sie deshalb ein schlechter Kauf wären.

  4. Ja, vielen Dank für die Korrektur. Du hast recht. Sorry, habe in die falsche XLS-Spalte geschielt. 42lm/EUR ist der richtige Wert.
    Mein bisheriger Tabellenführer ist die 5 EUR 36W Leuchtstofflampe mit EVG mit 670lm/EUR.
    Und ja, das ist nur eine von vielen Kennzahlen.
    Für mich erst mal eine wichtige, um das LED-Geschäft in Schwung zu bringen.
    Wem CO2 wichtiger ist, oder 24/7 betreibt, mit Akkus versorgt, oder eine geschlossene Lampe hat und mit Leistung haushalten muß, wird auf die lm/W schauen.
    Andere auf die Farbwiedergabe.
    Für mich als „spielerischer Umsteiger“ sind die Triebfedern derzeit gesteigerte Lichtleistung bei erträglichen Preisen.

  5. Ich bin von den Osram LED Leuchten mehr als enttäuscht. Bereits 3 dieser Leuchtkörper haben noch vor Ablauf eines Jahres so Probleme bereitet, dass sie ersetzt werden mussten. Dies ging von simplem Flackern bis komplettem An- und Ausgehen.
    Ich habe keine Dimmer, sondern normale Stromschalter.
    Ich habe sogar meine Leitungen prüfen lassen, ob diese vielleicht Spannungsschwankungen o. ä. zeigen – alles in Ordnung.
    Sorry, aber für die kurze Lebensdauer sind mir die Dinger zu teuer.

Kommentare sind geschlossen.