Im Test: Neue LED-„Kerze“ von LEDON mit höherer Farbtreue (Update)

Erst ab Dienstag offiziell auf dem Markt sind die verbesserten Nachfolger der bisherigen E14-LED-„Kerzen“ und -„Tropfen“ von LEDON. Ich konnte aber schon vorab eines der neuen 5-Watt-Modelle mit matter Haube testen.
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Äußerlich kaum von den Vorgängern zu unterscheiden: Die neue dimmbare 5-Watt-„Kerze“ von LEDON mit markentypischem „Wellen-Design“, 11,1 cm Länge, 35 mm Durchmesser, 63 Gramm Gewicht, matter Kunststoffhaube, 220 Lumen und einem auf Ra 90 erhöhten Farbwiedergabeindex. (Fotos: W. Messer)
LEDON-5W-Kerze-neu-Packung
Im „Dracula-Schloss“ sind sie schon zahlreich im Einsatz, im LEDON-Online-Shop gibt es sie noch nicht (Update: … die matten Kerzen und „Tropfen“ ab Dienstag, 10. September, die klaren folgen irgendwann im Herbst): Die neuen „warm-weißen“ 5-Watt-LED-Lampen in verschiedenen Varianten, mit verbesserter Vorschaltelektronik und neuen „Cree“-Chips unter der Haube. Passend zum Premium-Anspruch des österreichischen LED-Retrofit-Spezialisten sind sie endlich genau so farbtreu wie die stärkeren, größeren LEDON-Lampen und im Hochpreissegment zwischen rund 16 und 18,50 Euro angesiedelt.

Tatsächlich differenziert sich meine matte, dimmbare E14-Test-„Kerze“ vor allem bei den „inneren Werten“ und der neu gestalteten Verpackung (Bild rechts) von ihren eineinhalb Jahre alten Vorgängern – die Lampe selbst scheint fast unverändert. Auch einige Daten blieben gleich (pdf-Download des alten und des neuen Datenblatts): 220 Lumen Lichtstrom (die „Tropfen“ haben wie bisher 230 lm), 2700 Kelvin Farbtemperatur und 25.000 Leuchtstunden. Der offiziell gemessene Halbwertswinkel stieg geringfügig von rund 160 auf 174 Grad. Den sieht man auch auf meinem Leuchtbild sehr schön:

LEDON-5W-Kerze-neu-Leuchtbild
Auch die neuen LEDON-Kerzen strahlen ihr Licht vor allem seitlich und nach oben ab – ihr Halbwertswinkel ist mit 174 Grad nur gut halb so groß wie der einer vergleichbaren Glühlampen-Kerze.

LEDON-5W-Kerze-neu-DatenZwei bedeutendere Unterschiede gibt’s jedoch: Statt einer Million werden nur noch mindestens 100.000 schadlose Schaltzyklen garantiert, und statt des höchstens mittelguten Farbwiedergabeindexes Ra 80 steht jetzt der exzellente Wert „Ra 90“ auf der Verpackung (Bild links).

Obwohl eine höhere Farbtreue meistens mit geringerer Effizienz erkauft wird, blieb diese rechnerisch mit 44 Lumen/Watt gleich. LEDON selbst erzählt zwar im Datenblatt der dimmbaren Version was von 48 lm/W, bezieht sich dabei aber nicht auf die Nennleistung von 5 Watt, sondern auf die etwas kleineren „Bemessungswerte“.

Etwas stromsparender als die Packung verrät

LEDON-5W-Kerze-neu-LabelFür die Einstufung ins neue EU-Öko-Label dürfen diese jedoch keine Rolle spielen. Hier zählen nur die offiziell angegebenen Nennwerte 220 Lumen und 5 Watt. Das ergibt einen Energieeffizienzindex von 0,21 – mitten drin in der Spanne für Stufe A, wie auch auf der Verpackung korrekt zu sehen ist (Bild rechts).

Ebenso wie ihre Vorgängerin scheint die neue Version etwas sparsamer zu sein als auf der Packung angegeben: Laut meinem “Energy Meter” zieht die Kerze ohne Dimmer 4,6 Watt bei einem Leistungsfaktor von 0,83. Im neuen LEDON-Datenblatt (pdf-Download) werden 4,6 W für die nicht dimmbare und 4,8 W für die dimmbare Variante genannt.

Nach dem Einschalten ist sie in weniger als einer halben Sekunde auf voller Helligkeit und meldet sich dann akustisch nur äußerst dezent mit einem auf maximal 10-15 cm Distanz wahrnehmbaren Surren. Ein nennenswertes „Nachglühen“ nach dem Ausschalten konnte ich nicht feststellen.

Auch am Dimmer keine „Leichen im Keller“

An meinem marktüblichen Phasenabschnittdimmer hat schon manche dimmbare – an einem Schalter unauffälllige – LED-Test-Lampe ihre versteckten Sünden beichten müssen. Das bleibt der LEDON-Kerze erspart. Sie hat bei keiner Dimmerstellung mehr als eine halbe Sekunde Verzögerung beim Einschalten, flackert nicht, lässt sich stufenlos regeln und hat nur ein etwa eine Sekunde dauerndes „Fading“ nach dem Ausschalten. Das Surren ist mit Dimmer ein wenig lauter, aber schon in maximal 20 cm Entfernung nicht mehr zu hören.

Die Gesamtleistungsaufnahme von Dimmer und Lampe erreicht maximal 5,8 Watt bei einem optimalen Leistungsfaktor von 1,0. Auf kleinster Stellung verringert sich das auf 2,7 Watt und 0,41. Die Helligkeit liegt dann nur noch bei rund 20% der Höchstleistung – die neu entwickelte Elektronik der Lampe erweitert also etwas den teils mangelnden LED-Regelbereich von herkömmlichen Haushalts-Dimmern ohne Justierschraube.

Temperatur im „grünen Bereich“, das Licht aber nicht

Thermische Probleme sollte es trotz fehlender Kühlrippen oder Lüftungsöffnungen nicht geben. Im Dauerbetrieb in meiner offenen Testfassung gab es an der heißesten Gehäusestelle maximal 69 Grad. In einer engen Leuchte müssen Sie wegen mangelnder Wärmeabfuhr zwar mehr Hitze erwarten; bis ca. 90 Grad bleibt das jedoch unkritisch.

Und was ist jetzt mit der höheren Farbtreue? Die gibt’s tatsächlich und sie ist sehr gut wahrnehmbar. Vergleichen wir mal die alte „Globe“-Version, die im März 2012 mit Ra 80 mein Standard-„Supermodel“ – eine rote Ducati 916 im Kleinformat – anstrahlte, …

LEDON-5W-Globe-RA80-Farbtreue

… mit der neuen LEDON-Kerze:

LEDON-5W-Kerze-neu-Farbtreue

Da ist jetzt deutlich weniger Grünanteil drin, stattdessen mehr Musik bei Rot und Gelb. Insgesamt wirken beleuchtete Gegenstände jetzt satter, farbiger und lebendiger. Das gilt ebenso für Hautpartien, die nun erheblich „gesünder“ aussehen. Das macht die neuen LEDON-Kerzen zur ersten Wahl für Schminkspiegel und ähnlich farbsensible Einsatzorte.

Kurioserweise sieht das sogar merklich „wärmer“ und Glühlampen-ähnlicher aus als bei der E27-LEDON-Lampe mit 7 Watt und 400 Lumen, obwohl sie nominell ebenfalls 2700 Kelvin und Ra 90 hat. Dort spielen aber offensichtlich mehr Blauanteile im LED-Orchester mit und sorgen für ein „weißeres“ Lichtkonzert. Ihre größere Helligkeit trägt natürlich auch einen Teil zu dieser subjektiven Wahrnehmung bei.

Mein Testurteil

Die neue dimmbare LEDON-„Kerze“ ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 18,49 Euro (15,99 € für die nicht dimmbare Version) nicht billig, leistet sich aber auch keine nennenswerten Schwächen – bis auf die eingeschränkte Rundstrahlung. Sie ist mit ihren 220 Lumen ein fast perfekter, stromsparender Ersatz für herkömmliche 25-Watt-„Glühkerzen“ und nicht wesentlich größer oder schwerer.

Auch bei den Kriterien, die für LED-Lampen prinzipiell schwer zu meistern sind, gibt es keine Probleme: Dimmbarkeit, Lichtfarbe und Farbtreue. Bei besserer Effizienz und einem Halbwertswinkel von über 300 Grad könnte ich die Maximalwertung vergeben – so sind’s von meiner bis fünf reichenden LED-Skala immerhin sehr gute
LED-Stern halbviereinhalb Sterne.

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6 Gedanken zu „Im Test: Neue LED-„Kerze“ von LEDON mit höherer Farbtreue (Update)

  1. Hallo! Leider gibt Ledon bisher auch keine Spektraldaten oder Farbkonsistenzen preis, obwohl eigentlich seit einer Woche dazu verpflichtet. Vielleicht kommen sie ja doch ihrer Pflicht nach, und geben brauchbare Daten raus. Dann könnte man das Geheimnis der unterschiedlichen Rot-/Blauanteile beider 927-er Lampen vielleicht lüften. Offensichtlich weichen die tatsächlichen Farbtemperaturen eben doch erheblich von den deklarierten ab (so wie schon bei Philips-LEDs, die von Lumitronix auf ca. 2600 statt 2700 K gemessen wurden).

    Zudem könnte es sich um Mehrkomponenten-Systeme handeln, ähnlich wie schon bei älteren Ledon-LEDs mit Ra=90. Da sind zusätzliche rote LEDs drin verbaut. Mehrere Amazon-Kunden berichteten von einem merklichen Rotstich gleich nach dem Einschalten, der nach einigen Minuten zurückging – offenbar war die thermisch bedingte Effizienzabhängigkeit bei den roten Komponenten stärker als bei den weißen, ähnlich auch bei Osrams Parathom A80 anno 2011.

    Ändert sich der Farbton einige Minuten nach dem Einschalten?

  2. Schade das die Sockel E14 LED Kerzen fast immer so lichtschwach sind,
    ich bin bereit in qualiät zuinvestieren dafür sollen die aber dann mindestens 400 Lumen haben.

    frankkl

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