LED-Tagebuch (KW 14): Light + Building, SmartBox, TechniLux, OLED-Starter-Kit

Immer wieder sonntags: Eine Wochen-Rückschau auf die Kurzmeldungen im “Blog-Telegramm” und in der Google+-Community “LED-Beleuchtung” – als LED-Tagebuch mit Updates:

l+b-LG-OLED-Stand

30.3: Einen kleinen optischen Vorgeschmack auf die Fachmesse „Light + Building“ bot die Messegesellschaft Frankfurt mit einem Pressebild vom „Medienrundgang“ am 29. März (Foto oben: Pietro Sutera). Dort sehen Sie unter anderem die via Bluetooth dimmbaren „OLED Stand“-Tischleuchten mit gebogenen Panels von LG Electronics. Hatte ich vor knapp zwei Wochen schon mal kurz beschrieben.

Wie golem.de bereits vor Ort erfahren hat, lässt sich die Leuchte mit einer App via „Bluetooth Low Energy“ dimmen. Der Nutzer brauche also ein Smartphone, das nicht nur „Bluetooth Classic“ unterstützt. Außerdem hat die Leuchte nun offiziell 350 statt 330 Lumen Lichtstrom (wie noch in der Pressemitteilung angegeben).

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30.3.: Ein paar Fragen zum Stand der LED-Lichttechnik hatte mir Blogger Andreas Kühl von energynet.de kurz vor Beginn der „Light + Building“ gestellt. Ich habe versucht, sie möglichst wahrheitsgemäß zu beantworten.

Starlux-Dundee30.3.: Wer noch eine doppelflammige LED-Außenwandleuchte braucht, neulich bei Aldi Süd zu spät kam, mit etwas geringerer Helligkeit leben kann und weniger ausgeben will als 30 Euro: Bei „Bauhaus“ gibt’s jetzt on- und offline sowie „solange Vorrat reicht“ ein „Starlux“-Edelstahl-Modell namens „Dundee II“ – inklusive zweier GU10-Spots für schlappe 22,50 Euro (Prospektausschnitt rechts).

Als Einzelkauf sind die verwendeten, nicht dimmbaren „Voltolux“-Strahler mit rund 3 Watt, 240 Lumen Lichtstrom, 3000 Kelvin, 120 Grad Abstrahlwinkel und Farbwiedergabeindex Ra >80 für immer noch 6,95 Euro allerdings kein Sonderangebot mehr. Sie bieten ungefähr die Helligkeit von 25-Watt-Halogenspots, haben aber einen viel breiteren Lichtkegel.

L+B-Osram-al-Wazir30.03.: Kurz nach seiner Eröffnungsrede für die „Light + Building“ in Frankfurt/M. begutachtete heute der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (rechts) zusammen mit Peter Laier, Technikvorstand bei Osram, die LED-Neuheiten des bayerischen Unternehmens in der Halle 2.0 (Foto: Osram-PR). Ein Grüner bei stromparender „grüner“ Technologie – da gab’s sicher keine Berührungsängste.

31.03.: Die Impressionen meines Messerundgangs tags darauf können Sie in diesem langen Beitrag sehen.

Wolfgang-Dehen-neu-klein2.4.: Der Wandel von herkömmlicher zu Halbleiter-Beleuchtung geht auch für Osram noch schneller als erwartet. Beim „Kapitalmarkttag“ auf der Fachmesse „Light + Building“ berichtete Vorstandschef Wolfgang Dehen (Foto: Osram-PR) von einem aktuellen Umsatzrückgang um 8% im traditionellen Lichtsegment und einem enormen Zuwachs von 48% im LED-/OLED-Bereich – bezogen auf Januar und Februar.

Osram reagiert darauf unter anderem mit einer organisatorischen Spaltung des Unternehmensteils „Lamps & Components“ in die Bereiche „Traditional“ und „SSL“ (Solid State Lighting).

abalight SMARTBOX2.4.: Eine eierlegende Wollmilchsau in Sachen Lichtsteuerung ist offenbar die auf der „Light + Building“ präsentierte „SmartBox 1.0“ der münsterländischen abalight GmbH (Foto: abalight-PR). Wie das mittelständische Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte, schaffe sie eine Verbindung zwischen Ethernet oder WLAN und Schnittstellen wie DALI, DMX oder dem „ZigBee“-Funkstandard.

Über Module könne die Box um bis zu drei Zugänge (etwa KNX, BACnet, EnOcean oder FS20) erweitert werden. Drinnen arbeite ein leistungsstarker Server mit einem ARM Cortex A7 Dual Core, 2 GB RAM und 8 GB Flash-Speicher auf Android-Basis. Dazu gebe es noch je eine VGA-, HDMI-, S/PDIF-, Mini-USB- und Kopfhörerbuchse, zwei USB- und eine Infrarot-Schnittstelle. Das Steuerungskonzept basiere auf der neuen Open-Source-Plattform „Nogs“.

Was angesichts der umfangreichen Ausstattung überrascht: Die „SmartBox 1.0“ kann weder Kaffee kochen noch Brötchen holen – mal sehen, ob das in der Version „2.0“ implementiert wird. 😉

Technilux-LED

3.4.: Wieder ein neuer Player auf dem deutschen LED-Markt, der bisher nur für Unterhaltungselektronik bekannt war: TechniSat aus Daun in der Eifel bietet laut Pressemitteilung neuerdings unter der Marke „TechniLux“ Retrofits in Spot-, Kerzen-, Tropfen-, Birnen- und Röhrenform an (pdf-Download des Katalogs, Ausschnitt oben). Die Spanne der unverbindlichen Preisempfehlungen reicht von knapp 9 bis rund 50 Euro.

Zumindest die Nennwerte dürften die Konkurrenz nicht sonderlich beunruhigen. So erfüllen die Farbwiedergabeindizes bei den normalen „TechniLux“-Haushaltslampen gerade mal die EU-Mindestanforderung für Innenbeleuchtung von Ra >80, während die LED-Röhren mit nur Ra >72 nicht für Wohnräume geeignet sind.

Ulrich_Schumacher3.4.: Harter Sparkurs beim österreichischen Leuchtenhersteller Zumtobel: Die Ex-Mutterfirma von LEDON will Teile ihrer Produktion von Europa in die chinesischen Werke Tianjin, Guangzhou und Shenzhen verlagern; vier bis sechs der bisher 18  Produktionsstätten weltweit sollen schrumpfen, schließen oder verkauft werden; bis zu 600 der rund 7200 Festangestellten, Auszubildenden und Leiharbeiter werden wohl ihren Job verlieren. Details dazu wollte Konzernchef Ulrich Schumacher (Foto: Zumtobel-PR) gestern bei einer Präsentation auf der Fachmesse „Light + Building“ noch nicht verraten.

Zumtobel-Pressesprecherin Astrid Kühn-Ulrich erklärte der österreichischen Nachrichtenagentur APA anschließend, dass die heimischen Standorte vom Stellenabbau „kaum betroffen“ seien. Die Werke in Dornbirn, Jennersdorf und Innsbruck seien gut ausgelastet.

Aruba_Oranjestad_MainStreet

3.4.: Die zum „Königreich der Niederlande“ gehörende Karibikinsel Aruba soll in den nächsten Jahren zu einem LED-Vorzeigeprojekt werden. Philips hat mit der Regierung ein „Memorandum of Innovation“ unterzeichnet, nach dem die „Lighting“-Division der Niederländer Arubas „Smart Island Strategy“ tatkräftig unterstützen wird. Das Stromsparpotenzial bei der Beleuchtung von öffentlichen Straßen, Plätzen und Gebäuden  liege zwischen 1,2 und 1,7 Millionen US-$ bzw. bei 50 bis 80% pro Jahr.

Ausgeschöpft werden soll es nicht nur durch die Umstellung auf LED-Technik, sondern auch mit der jüngst präsentierten „Intelligent City 2.0“-Generation des Telemanagement-Systems „Philips CityTouch“. Sie erlaubt die komplett drahtlose, intelligente Steuerung und Verwaltung der Stadtbeleuchtung (das Bild oben zeigt Straßenlaternen in der Hauptstraße des Regierungssitzes Oranjestad, Foto: Set1536@Wikimedia Commons, Lizenz: GNU, nachbearbeitet).

Lumiblade-Brite-FL300-Leuchte

4.4.: Die Philips-OLED-Tochterfirma „Lumiblade“ (Aachen) arbeitet nach eigenen Angaben an einem Starter-Kit mit je einem der neuen, leistungsstarken „Brite FL300“-Panels. Es soll komplett funktionsfähig mit Vorschaltelektronik und Dimmer geliefert werden. Eine genaue Preisvorstellung wurde mir auf Nachfrage nicht mitgeteilt – ich könne jedoch einen „fair price“ erwarten.

Die 12 x 12 cm großen und nur 0,7 mm dicken Leuchtflächen bieten bis zu 300 Lumen Lichtstrom bei einer Effizienz von 50 lm/W und sind mit Farbtemperaturen von 3000 („warm-weiß“) oder 4000 Kelvin („neutral-weiß“) lieferbar. Im Pressebild oben sehen Sie die OLED-Panels als Quartett in einer neuen Philips-Leuchte.

4.4.: Dass die Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt/.M dieses Jahr mit Flächen- und Aussteller-Rekordzahlen glänzen konnte, wussten Sie ja schon. Light+Building-LogoJetzt kommen laut Veranstalter noch ein paar „Highlights“ dazu: 211.500 Besucher seien insgesamt von Sonntag bis heute registriert worden – 8% mehr als vor zwei Jahren. 47% seien von außerhalb Deutschlands angereist.

Von den deutschen Ausstellern beurteilten 85% bei einer Umfrage der Messegesellschaft Frankfurt die aktuelle Branchenkonjunktur als „gut“ oder „befriedigend“. Wer dieses Jahr keine Zeit hatte: Die nächste „Light + Building“ gibt’s vom 13. bis 18. März 2016 .

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