Bauhaus ködert LED-Leuchten-Einsteiger

Integrierte LED-Leuchten erobern den Massenmarkt und werden wohl bald die Retrofit-Lampen ablösen. Neuestes Indiz: Die Sonderangebote in der aktuellen „Bauhaus“-Werbebeilage (gültig bis 23. August, Ausschnitt unten).

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(Für größere Darstellung bitte auf’s Bild klicken)

Zwischen insgesamt 720 und 1600 Lumen Lichtstrom kriegen Sie, wenn Sie eines dieser drei „Bauhaus“-LED-Angebote kaufen: Für 14,85 Euro gibt’s eine 1,23 Meter lange 20-Watt-Lichtleiste von „Ritter Leuchten“ mit fest eingebauten Modulen und „Tageslicht-weißer“ Lichtfarbe (6000 Kelvin), Nennlebensdauer 30.000 Leuchtstunden bzw. 20.000 Schaltzyklen, die Sie anstatt einer Leuchte mit ähnlich starker „Neonröhre“ montieren können. Hier müssen Sie sich nicht, wie bei LED-Retrofit-Röhren, um irgendwelche Vorschaltgeräte oder „Starter-Dummys“ kümmern – einfach an Wand oder Decke dübeln, Strom anschließen, fertig.

Ähnliches gilt für die knapp 40 Euro teure „Tween Light Sensor-Innenleuchte Pino“ mit nicht auswechselbaren LED-Chips. Sie kann mit 12 Watt, 780 Lumen, 3000 Kelvin und vermutlich rund 160 Grad Abstrahlwinkel ungefähr die Gesamthelligkeit einer traditionellen 60-Watt-Glühlampe erzeugen – allerdings enger gebündelt und zusätzlich durch einen Bewegungsmelder mit einstellbarer Umgebungslicht-Schaltschwelle gesteuert. Nennlebensdauer: 20.000 Leuchtstunden, 10.000 Schaltzyklen. Bei einem Einsatz in Flur oder Treppenhaus ist Letzteres sehr knapp bemessen.

Die Einbau-Spots können Sie auswechseln

Das „Tween Light“-Dreier-LED-Einbauleuchten-Set für 29,90 Euro gehört eigentlich nicht in diese Reihe. Erstens ist es nämlich mit Schutzart IP44 (spritzwassergeschützt) auch für Feuchträume und Außenbereiche geeignet, zweitens ist dieses Set nur eine Kombination aus schwenkbaren Einbaufassungen und austauschbaren „Voltolux“-GU10-LED-Spots, die direkt an 230 Volt angeschlossen werden können. Sie nuckeln jeweils 3,2 Watt, bieten 240 Lumen (also insgesamt 720 lm aus 9,6 W) mit einer Farbtemperatur von 3000 K, tragen das EU-Ökolabel A+, halten mindestens 25.000 Leuchtstunden und 12.500 Schaltzyklen und leuchten mit einem ziemlich breiten Halbwertswinkel von 120 Grad.

Der wird allerdings bei allen drei Angeboten (auch online) ebensowenig erwähnt wie der Farbwiedergabeindex, die Farbkonsistenz, die Spektralverteilung und die fehlende Dimmbarkeit – obwohl diese Angaben seit einiger Zeit in der EU Pflicht sind. Diese Nachlässigkeit kennen wir leider schon von früheren LED-Werbeaktionen. Hoffen wir mal, dass wenigstens die Farbtreue den EU-Mindestwert für Innenbeleuchtung von Ra 80 erreicht.

Eigenwerbung Juni 2014

Mein Fazit:

Einerseits sind die „Bauhaus“-Sonderpreis durchaus verlockend und hübsche Köder für LED-Einsteiger. Andererseits erscheinen mir die Schaltzyklen-Nennwerte der Sensor-Deckenleuchte und des Einbauleuchten-Sets sehr bescheiden. Schließlich will man die Teile nicht schon nach ein paar Jahren wegen Totalversagens wegwerfen. Das billigste Angebot erscheint mir daher noch am besten, zumal es mit 1600 Lumen auch die hellste Lichtquelle des Trios ist: Die 120 cm lange Lichtleiste für knapp 15 Euro dürfte wohl Jahrzehnte durchhalten und stellt damit eine gute Alternative für herkömmliche Fassungen mit Vorschaltgerät und G13-Leuchtstoffröhre dar.

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11 Gedanken zu „Bauhaus ködert LED-Leuchten-Einsteiger

  1. Eine Baumarkt-Beilage für pottenhässliche Leuchten ohne Ra-Angaben und nicht mehr zeitgemäßer lm/W-Effizienz als Ende von Retrofits?

    Retrofits mögen für LEDs eine schwierige Umgebung sein, aber die Vorteile von genormten Fassungen überwiegen die Nachteile bei weitem.

    Die wenigsten Leute möchten sich alle x Jahre oder nach jeder kleinen Überspannung (Gewitter) eine neue Lampe an die Decke dübeln. Auch kann man mit Retrofits zukünftig von Effizienzsteigerungen und/oder Ra-Verbesserungen profitieren.

    • Bei diesem Preisniveau kann man eventuell über ein paar Schwächen hinweg sehen – und wenn die Leuchten tatsächlich mal den Geist aufgeben oder vorzeitig gegen Besseres ausgetauscht werden, sind keine Riesenwerte futsch. Außerdem sind „Neonröhren“ nicht wirklich schöner als diese LED-Lichtleiste.

      Im übrigen haben wir in viereinhalb Jahren noch keine einzige LED-Lampe oder -Leuchte durch Überspannungen o. Ä. verloren – und wir haben sehr viele davon.

  2. Wenn es die LED-Lichtleiste mit 4000K gäbe, würde ich sie kaufen.
    Habe im Kellerflur u.a. eine 5EUR-Leuchtstofflampe mit EVG. Wegen der vielen Schaltungen durch den Bewegungsmelder brauche ich jährlich eine Röhre. Ist immer noch billig und macht ordentlich Licht.
    Aber seit ich letztes Jahr eine 60cm Leuchtstofflampe mit EVG an einem Bewegungsmelder durch eine LED-Röhre vom Aldi-Abverkauf ersetzt habe, möchte ich auch im Kellerflur eine LED-Röhre o.ä. Aber natürlich nicht zu teuer, ist ja nur der Kellerflur.
    Bin ja generell der Meinung, daß Retrofit ein Krampf ist. Aber die Röhren sollten genügend Platz für ein ordentliches Netzteil und die Kühlung haben. Wer hier was ordentliches eindesignen möchte, kann das auch – ohne zu teuer zu werden. So eine Lichtleiste sollte das noch einfacher machen.
    Denke, daß eine Leuchtstofflampe mit EVG ähnlich empfindlich gegen Überspannung ist wie eine LED-Leuchte mit festeingebauten LEDs. Man kann beide Gerätschaften mehr oder weniger resistent bauen. Für 5 EUR erwarte ich da aber keine Wunder an Überspannungsfestigkeit – und werde auch keine bekommen. Für 50 EUR würde ich mehr erwarten – aber was ich wirklich bekomme weiß auch dann erst nach einer gründlichen Inspektion.

      • Wegen mir wäre es ja nicht, aber es gehen noch andere Leute durch diesen Flur und ich möchte keine unnötigen Diskussionen 😉
        Die o.g. 60cm LED-Röhre ist unmittelbar davor im Treppenhaus und hat auch sehr gefällige 4000K. Da passt eine 4000K im Kellerflur dann nahtlos, wobei die LED im direkten Vergleich schöner wirkt als die Leuchtstoffröhre. Ist ein guter Kompromiß und wird bisher auch allgemein akzeptiert.

          • Vielen Dank. 1000lm steht mittlerweile in der Anzeige. Wäre mir zu dunkel.
            Letztes Jahr im September gabs die Müller-Licht 120cm für 20 EUR. Dieses Jahr vielleicht etwas billiger?
            Bei ELV gibts bis 3.8. einen Gutschein, dann käme ich auch auf 20 EUR.
            Aber dafür gibts derzeit bei Hornbach eine Toshiba 4000K 1600lm. Auch nicht billiger, aber immerhin Toshiba.

  3. Hallo Fastvoice,

    danke für den Tipp mit den Bauhaus LED Leuchten. Ich habe hier seit ein paar Tagen einige davon im Einsatz.
    1. Werkstatt – als Ersatz für eine 58Watt Decken Neonleuchte – Fazit: reicht vom Licht her – ist aber ein wenig dunkler
    2. Werkstatt – als Ersatz für eine kurze 36 Watt Neon Wandleuchte direkt bei der Werkbank – ist heller als die alte Röhre
    3. Ersatz einer 36 Watt Neonröhre in einem Spiegelschrank (unter einer Abdeckung) – Heller und sieht auch noch super aus. Hier habe ich die Abdeckung der LED Leuchte selbst entfernt – also quasi die nackte LED Lampe anstelle der alten nackten Röhre eingebaut. Funktioniert ohne Probleme und ist vor allem sofort da, was bei der Röhre nicht immer der Fall war.
    4. Ersatz einer 58 Watt Neon Decken Lampe in der Waschküche – reicht völlig aus
    5. Ersatz Küchenunterbauleuchte – vorher 36 Watt Neon – auch hier völlig ausreichend.
    So langsam habe ich das komplette Haus auf LED umgestellt 🙂

  4. Hallo,

    Ich bin auf der Suche nach universell einsetzbaren Einbauhalterungen für GU10 LED-Leuchtmittel.
    Würde es sich lohnen, das 3er-Set Einbauspots nur für die Halterung zu kaufen und dann mit andern Leuchtmitteln zu bestücken? Oder gibt es vergleichbare Halterungen, IP44, Einbaudurchmesser 68-70mm, GU10 Fassung, zu einem ähnlichen Preis? Gibt es hierzu eine Empfehlung?

    Viele Grüße

    hauke

    • Da weiß Google sicher mehr als ich – solche spritzwassergeschützten Einbaurahmen wie bei diesem „Bauhaus“-Angebot sind mir nämlich sonst noch nicht begegnet. Ich hatte allerdings auch noch nie danach gesucht.

      Das mit „universell einsetzbar“ ist ohnehin mit Vorsicht zu genießen. Leider passt nicht jede LED-Strahler-Bauform auch in jede Einbaurahmen-Variante (Sprengring, Aufsatzring etc.). Häufig sind die halt für Halogenspots konzipiert, die fast immer etwas kürzer sind und eine plane Abdeckhaube haben.

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