LED-Röhre statt Leuchtstofflampe: Flackern und Brummen war gestern

Sie erhellen bevorzugt Keller, Treppenhäuser, Büros, Werkstätten und Lagerhallen, brauchen häufig eine lange Anlaufzeit und arbeiten nicht immer flacker- und geräuschfrei: Leuchtstofflampen in Röhrenform mit vorgeschalteten „Startern“. Inzwischen gibt’s aber bezahlbare und bessere Alternativen. Im Test: Eine LED-Röhre von „LEDoptix“ mit 10 Watt und 835 Lumen Lichtstrom.

LEDOptix-T5-LED-Röhre„Neonröhren“ nennt sie der Volksmund, obwohl kein Neon drin ist. Sie machen ziemlich viel Licht mit relativ wenig Stromverbrauch, liefern aber eine teils sehr fragwürdige Farbwiedergabe, vorwiegend „kaltes“ Licht, neigen im harten Alltag zum Flackern, Surren oder Brummen, mögen keine kurz hintereinander folgenden, häufigen Schaltvorgänge und enthalten giftigen Quecksilberdampf.

Nach dem Einschalten müssen sie „gezündet“ werden, bleiben deshalb gerne anfangs ein paar Sekunden lang dunkel und erreichen Ihre volle Helligkeit manchmal erst nach Minuten. Bis dahin stolpern Sie nachts ziemlich „blind“ über die Treppenstufen. An wie vielen Beinbrüchen mögen diese Dinger wohl schuld sein?

Doch was bei Standard-Haushaltslampen flächendeckend möglich ist, gilt inzwischen auch für Leuchtstofflampen: Sie können sie durch bezahlbare LED-„Retrofits“ ersetzen. Knapp 42 Euro kostet beispielsweise eine 60 Zentimeter lange „T10“-Röhre mit G13-Sockel von „LEDoptix“, einer Handelsmarke der „Global Components GmbH“ aus dem bayerischen Oberhaching.

Es gibt sie in neun Versionen: Jeweils in matt („frosted“), „prisma“ und klar mit Farbtemperaturen von 3500 („warmweiß“), 5000 („neutralweiß“) und 6500 Kelvin („kaltweiß“). Je nach Ausführung geben sie bei einer Leistungsaufnahme von 10 Watt bis zu 1050 Lumen Lichtstrom ab. Der Abstrahlwinkel liegt bei rund 200 (matt), 180 (prisma) bzw. 140 Grad (klar); mittels der drehbaren Endkappen können Sie die Lichtkeule in beiden Richtungen um etwa 45 Grad verstellen.

Der Farbwiedergabeindex der 168 „Epistar-SMD 3528“-Chips wird mit Ra/CRI >70 angegeben; künftig soll es auch Modelle mit >80 geben. Die LED-Röhren sind nicht dimmbar, laufen direkt mit 230 Volt Wechselspannung und werden deshalb mit einem „Dummy“ geliefert, der anstelle eines normalen Zündstarters in der Leuchte montiert wird. Ein konventionelles Vorschaltgerät („Drossel“ oder KVG) kann drin bleiben, ein elektronisches (EVG) muss ‚raus oder überbrückt werden.

Alternativ können Sie bei „LEDoptix“ auch gleich ein LED-geeignetes Leuchtengehäuse ohne Drossel und Starter kaufen. Die Stromversorgung läuft dann nur über ein Ende der Lampe, was beim Einsetzen in die Fassung beachtet werden muss. Sonst bleibt’s nämlich dunkel.

Auf der „blinden“, nicht-stromführenden Seite sind die beiden Anschlüsse intern über eine rückstellende Sicherung gebrückt. Falls Sie also die Röhre doch falsch herum einsetzen, wird so ein Kurzschluss oder gar eine körperliche Gefährdung verhindert.

Für meinen Test bekam ich eine matte „neutralweiße“ Röhre mit rund 835 Lumen und ca. 200 Grad Abstrahlwinkel (Bild links). Handelsübliche 10-Watt-„Neonröhren“ sind deutlich lichtschwächer, weil sie einen größeren Teil der Energie in Wärme umwandeln und außerdem diverse Candela durch den Vollkreis-Abstrahlwinkel in der Leuchte „verloren gehen“ – also nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Den Effizienzvorteil der LED-Röhren beziffert „LEDoptix“ auf bis zu 70 Prozent.

Nach dem Einschalten benötigt die „T10“-LED-Röhre etwa eine halbe „Gedenksekunde“, leuchtet dann aber sofort mit voller Kraft. Ein Flackern oder Brummen habe ich nicht festgestellt – auch nicht in unmittelbarer Nähe. Selbst nach mehreren Stunden wurde die Röhre an der heißesten Stelle nicht wärmer als rund 36 Grad Celsius. Die Farbtemperaturspanne wird auf der Lampe mit 5000 bis 5500 Kelvin angegeben; angesichts des subjektiven Eindrucks sicher zutreffend.

Bessere Lichtqualität als Leuchtstoffröhren

Tatsächlich unterscheidet sich die Lichtfarbe oberflächlich kaum von der herkömmlicher Leuchtstoffröhren. Bei genauerem Hinsehen erscheinen die Farben der angestrahlten Gegenstände aber etwas kräftiger und naturgetreuer. Vor allem bei der offiziellen DIN-Prüffarbe „gesättigtes Rot“ (R9) fällt auf, dass sie durch die LED-Röhre zwar einen leichten Blaustich bekommt, aber nicht so blass wirkt wie mit einer billigen „Neonröhre“. Das spricht für ein ausgeglicheneres Lichtspektrum. Spontan hätte ich deshalb eher auf einen CRI-Wert von mindestens 75 getippt.

LEDoptix_T10_Roehre_Leuchtbild3
Das nachträglich abgedunkelte und kontrastverstärkte Leuchtbild der matten „LEDoptix“-Röhre unterstützt die Werksangabe von rund 200 Grad für den Halbwertswinkel. Die Lichtfarbe im Foto entspricht wegen der Nachbearbeitung nicht ganz der Realität.

Natürlich reden wir hier in beiden Fällen nicht von der jeweiligen Spitzenklasse. Sowohl bei LED- als auch bei Leuchtstofflampen gibt es Modelle mit exzellenten Farbwiedergabeindizes von über CRI/Ra 90. Die liegen aber in ganz anderen Preisklassen als ihre günstigen Schwestern.

Apropos Finanzen: Die etwas größere Stromersparnis allein rechtfertigt meistens noch nicht den Umstieg von Leuchtstoff- auf LED-Röhren. Immerhin zahlen Sie für die neue Technologie fast das Zehnfache. Vor allem im gewerblichen Bereich mit langen Betriebszeiten zählen aber andere Vorteile; beispielsweise die vom Hersteller prognostizierte Lebensdauer von 30.000 bis 50.000 Leuchtstunden. Bei ununterbrochenem Einsatz wären das etwa dreieinhalb bis sechs Jahre.

LEDoptix-Röhre-Anschluss
Die LED-Röhre bezieht ihre Stromversorgung nur von einer Seite – mit „AC Input“ gekennzeichnet. Die Ausrichtung spielt bei konventionellen Leuchten keine Rolle, weil dort an beiden Enden Spannung anliegt. Beim Einsetzen in die Fassung einer speziellen Leuchte für T8- und T10-LED-Röhren muss sie jedoch beachtet werden.

LEDoptix-LED-Startet
Der von „LEDoptix“ mitgelieferte „LED-Starter“ ist nur ein Dummy ohne Elektronik. Er überbrückt die Anschlüsse für den herkömmlichen, parallel zur Lampe geschalteten Zündstarter.

Während bei „Neonleuchten“ schon nach wenigen tausend Stunden gerne mal der Starter schlapp macht, braucht die LED-Röhre kein solches ausfallträchtiges Zusatzbauteil mehr. Der beigelegte „LED-Starter“ leitet nur die Wechselspannung durch und besitzt keinerlei Elektronik. Die Lampe selbst hält vermutlich ebenfalls viel länger als Leuchtstoffröhren.

Der Hauselektriker einer Spedition, bei der die Deckenleuchten in luftiger Höhe montiert sind, wird diese Nachricht freudig zur Kenntnis nehmen und gerne auf die häufigen, bisher unvermeidlichen akrobatischen Einlagen bei der Wartung verzichten. In die gesamte Kalkulation müssen deshalb auch die wegfallenden Kosten für Ersatzbeschaffung und -Montage einfließen.

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Solide LED-„Retrofit“-Alternative

„LEDoptix“ gewährt für sein breites Spektrum an LED-Röhren inklusive der Elektronik drei Jahre Garantie. Die Umgebungstemperatur darf zwischen minus 20 und plus 50 Grad Celsius liegen – damit sollte die Spanne zwischen Kühlhaus und sonnenbeschienener Wellblech-Lagerhalle weitgehend abgedeckt sein. Angaben zur Schaltfestigkeit werden beim Testprodukt leider nicht gemacht. Die Effizienz von über 83 Lumen/Watt ist für eine LED-Farbtemperatur von ca. 5000 Kelvin zwar kein Spitzenwert, geht aber angesichts der matten, lichtschluckenden Lampenhülle und der Preisklasse in Ordnung.

Mein Fazit: Wer mit wenig Watt viel „neutralweißes“ Licht über einen breiten Winkel haben will und keinen Wert auf höchste Farbtreue legt, bekommt mit dieser LED-Lampe eine solide, schadstoffreie, langlebige und einfach zu montierende „Retrofit“-Alternative zur Leuchtstoffröhre – vorausgesetzt, die Herstellerangabe der Lebensdauer ist nicht zu optimistisch. Noch dazu ist sie mit unter 40° Celsius Maximaltemperatur die kühlste LED-Lampe, die ich jemals getestet habe. Von meiner 0-bis-5-Skala für LED-Angebote gibt’s dafür gute
drei Sterne.

(Disclaimer: „LEDoptix“ hat mir die Test-LED-Röhre gratis zur Verfügung gestellt – sie wird ab sofort bei uns unter Realbedingungen weiter beobachtet)

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16 Gedanken zu „LED-Röhre statt Leuchtstofflampe: Flackern und Brummen war gestern

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag zu einer besonderen Art Retrofit. Röhren sind beleuchtungstechnisch in vielen Anwendungen günstiger als Punktlichtquellen. Bin gespannt, wie sich dieses Leuchtmittel im Alltag schlägt.

    Der Hauselektriker einer Spedition, bei der die Deckenleuchten in luftiger Höhe montiert sind, wird diese Nachricht freudig zur Kenntnis nehmen

    Ein Hauselektiker kennt wahrscheinlich den Fellbacher Elektroteilehersteller Eltako mit seinem professionellen und weitreichenden Programm an dimmbaren LED-Röhren.
    Beispieldaten:
    230 V-LED-Röhren 600 mm lang, 26 mm Durchmesser, Leistungsaufnahme 12 Watt, Farbwiedergabe Ra> 80, Farbtemperaturen 3000 K, 4000 K, 5000 K oder 6500 K. Sockel G13, Abstrahlwinkel 140°; bis zu 50.000 Brennstunden; A++; Lichtstrom ± 5% / Farbtemp. ± 250K; dimmbar
    Warm white: 3000 K 950 lm; 79 lm/ W
    Cool white: 4000 K 1000 lm; 83 lm/ W
    Daylight 5000K: 1050 lm; 88 lm/ W
    Cool Daylight 6500K: 1080 lm; 90 lm/ W .
    Skylight 8000K: mit 12W nicht erhältlich
    Und das bei Straßenpreisen von 44EUR.
    Sorry für die Links und langen Zitate, aber mir macht schon das detaillierte Datenblatt Freude.

    Ansonsten ist die „klassische“ Konkurrenz sehr stark. Ich betreibe erfolgreich etliche <5EUR Leuchtstofflampen aus dem Baumarkt mit Bewegungsschaltern. Geht prima. Diese Billiglampen haben sogenannte Kaltstart-EVGs eingebaut und zünden sehr schnell. Ohne großes Flackern und auch im Betrieb sehe ich kein Flimmern.

    Für den professionellen Bereich gibt es kaltstartende oder warmstartende EVGs mit langen Lebensdauern. Die kaltstartenden zünden in <0,3s bei etwas höherem Leuchtmittelverschleiß und die warmstartenden lassen sich 2s Zeit, schonen durch die Vorhaizung aber die Leuchtmittel. Das wäre die Lösung für die Hallendecke oder das Parkhaus.

    Der Privatmann, der den Austausch einer kompletten Lampe scheut, kann auch seine bisherigen Lampen mit "elektronischen Startern" für einige EUR ausrüsten. Auch diese gibt es wahlweise für schnelle oder schonende Starts. Betreibe auch einen solchen für schnelle Starts sehr erfolgreich an einem Bewegungsschalter.

    Das sind für mich aber nur Übergangslösungen, bis die LEDs "bezahlbar" sind.

    • Hallo Juergen, Dein „Link“ zu den „Straßenpreisen“ war keiner mit URL, deshalb habe ich das Wort zu normalem Text umgewandelt.

      Ich finde prinzipiell erst mal die Anbieter gut, die mir von sich aus was zum Testen zur Verfügung stellen. Alle anderen mögen auch toll sein; das kann ich aber meistens aus finanziellen Gründen nicht beurteilen.

      Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass viele Betriebselektriker nicht viel mehr über LED-Röhren/Lampen wissen als die Mehrzahl der Offline-Lampen-/Elektrohändler. Und das ist meiner Erfahrung nach sehr wenig.

  2. Es gibt auch genug Elektriker die nicht all zu viel von Elektrik wissen.

    Die fummeln immer die gleichen Automaten und FIs in den Schaltenkasten und nehmen immer NYM mit 1,5mm²

    Viele sind echt schon überfordert wenn es darüber hinaus geht und meist sind das noch die mit der größten Klappe.

    Für viele ist Weiterbildung und damit auf dem aktuellen Stand bleiben ein Fremdwort, was sehr traurig ist aber solange man in Deutschland seinem Handwerk nachgeht und keine jahrelangen Pausen macht verliert man seine Zulassung nicht.

    Zu den Leuchtstoffröhren…

    Deren Licht ist eine Katastrophe und das nicht nur aus technischer Sicht (Farbwiedergabe) sondern auch von den biologischen Auswirkungen durch dieses unnatürliche Lichtspektrum und das ständige Geflacker (die Flackern auch wenn viele das nicht mehr sehen können, die Augen bekommen das Geflacker trotzdem ab), enorme Elektrosmogfelder (ein Vergleich zu LEDs wäre mal nett, die arbeiten ja auch mit Vorschaltelektrik aber eben mit viel niedrigerer Spannung und auf viel kleinerer Fläche) und nicht zuletzt diese Priese Quecksilber die bei normalen Kompaktleuchtstofflampen schon reicht um Kinder oder 5.000 Liter Wasser zu vergiften.
    Dieses Quecksilber kann man nicht wirklich zurückgewinnen und es kontaminiert alles womit es in Berührung kommt.

    Ein ausdampfen bei einem Glasbruch kann man auch nicht ausschließen. Passiert das im Schlafzimer sind alle Textilien verseucht. Bettzeug, Teppich, das zieht überall ein wenn es in der Raumluft rumschwirrt.

    Da wir uns schon mit so unglaublich Gift umgeben muss man sich das nicht auch noch antun.
    Quecksilber ist eines der schlimmsten Gifte die wir auf diesem Planeten haben.

    Wie die Umweltbilanz bei LEDs in Punkto Herstellung und Entsorgung aussieht kann ich nicht beurteilen aber das hochgiftige Zeug ist schonmal nicht drin und das landet bei vielen ja mit im Hausmüll.

  3. Die LED-Röhren von Philips und Osram haben einen Ra von >80 und kosten in der hier eingesetzen Länge von 60cm weniger als 45€. Nutzbar an EVG sind sie ebenfalls nicht.
    Generell ist die elektronische Kompatibilität bei LED-Röhren das größte Thema, anschließend die elektronische Sicherheit und Zulassung.

    Irgendwie vermisse ich bei genau diesem Artikel die sonst gewohnte kritische Perspektive – selbst der fehlende Ra-Wert und die Verfügbarkeit preiswerterer Modelle der Mitbewerber wird nicht angesprochen.

    Dass nun endlich auch mal LED-Röhren thematisiert werden, finde ich jedenfalls gut.

    • Verstehe ich nicht – das mit dem Ra-Wert steht doch sowohl in der Produktbeschreibung („weitere technische Details“) als auch ausführlich und mit meiner eigenen Meinung im Blogbeitrag – was fehlt denn da? Und muss ich bei allen Testlampen wirklich immer eine eventuell billigere Konkurrenz empfehlen (deren Qualität ich selbst nicht immer beurteilen kann)? Dafür sehe ich eigentlich nur einen Sinn bei Vergleichstests, wo die Konkurrenz auch wirklich mit einem Produkt vertreten ist.

  4. Vielen Dank für Ihren Artikel.

    Es gibt noch zwei kritische Punkte bzgl. der Leuchtstoffröhren LED Retrofits, die essenziell sind und daher vor einem Austausch fachgerecht beurteilt werden müssen:
    1. Das Thermomanagement, d.h. wie gut kann die LED Wärme in der Leuchtenfassung abgeführt werden (falls die nicht „ideal“ ist, geht sowohl der Lichtstrom, Lebensdauer und ggf. auch der Ra-Wert dramatisch in den Keller.
    2. Wirtschaftlichkeit: wir würden Interessenten dringend raten, Amortisation und Gewinn nach Betriebsdauer kritisch zu prüfen.

    Viele Grüße

  5. Der Titel dieses Artikels stimmt nur zur Hälfte:
    Flackern ist gestern, brummen ist aber immer noch.

    Ich habe mir bei Aldi mehrere LED-Röhren (Längen 60cm und 150cm) gekauft. Nachdem ich einige LED-Röhren eingebaut habe, ist ein Summen zu hören, was bei ruhiger Umgebung auf Dauer nervt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich die Vorschaltgeräte außer Betrieb genommen habe, um unnötige Wärmeentwicklung zu vermeiden. Ein Teil dieser Röhren ist unter Hängeschränken verbaut, bei denen die darüberstehenden Gläser bisher durch die notwendige Drossel relativ stark erwärmt wurden. Die Gläser musste man erst abkühlen bevor man sich ein kaltes Bier einschenken konnte.

    Nach Rücksprache mit dem Hersteller wurde mir gesagt, dass die internen Netzteile der LED-Röhren dieses Geräusch verursachen und zwar unabhängig vom Betrieb mit oder ohne Vorschaltgerät.

    Diese Aussage hat mich doch ziemlich ernüchtert.

    Schönen Gruß

    • Ja, das mit dem 100-Hertz-„Brummen“ war mir teilweise auch aufgefallen – siehe den entsprechenden Blogbeitrag zum Aldi-Angebot. Allerdings betrifft das nur eine der drei von uns gekauften Röhren. Je nach Art des Stromkreises, der Länge der Leitungen und anderen Geräten im Haushalt können die Dinger auch ziemlich still sein – da hat jeder andere Resultate. Hängt leider vieles vom Zufall ab.

      Die in diesem Beitrag getestete LEDoptix-Röhre (und nur darauf konnte sich natürlich auch die Überschrift beziehen – die Aldi-Röhren gab’s im April noch nicht) war und ist jedenfalls akustisch unauffällig.

      Und logischerweise kommt ein eventuelles Brummen aus dem Vorschaltgerät/Trafo in der Röhre – woher auch sonst (Details dazu stehen in diesem Beitrag)? LED-Chips können beim besten Willen nicht surren oder brummen. Die Aussage des Lieferanten (nicht „Herstellers“) „Müller-Licht“ ist also bestenfalls redundant.

  6. Dass ich hier einen Beitrag geleistet habe war wirklich reiner Zufall und eine spontane Reaktion auf den Titel, da ich erst gestern meine Erfahrungen mit den LED-Röhren von ALDI / Müller-Licht gemacht habe.

    Inzwischen habe ich ebenfalls heraus gefunden, dass die Geräusche nicht immer sein müssen oder gleich sind. In meinem Arbeitskeller hört es sich bei der 150cm Röhre anderes an, als die beiden 60cm-Röhren in der Küche, welche übrigens direkt hintereinander montiert sind. Eine der beiden macht „Krach“ und bei der anderen muss man das Ohr nah ran, um sie zu hören.

    Da ich mich nicht nur privat sondern auch beruflich mit diesem Thema beschäftige, werde ich ab und an mal hierein schauen und ggf. ein Beitrag hinterlassen.

    SG FH

      • Ich hatte Glück. Sowohl meine 120er als auch meine 60er sind leise. Bei der 120er ist das Chassis unverändert, die 60er hat ein EVG, welches jetzt nur noch mechanisch im Lampengehäuse ruht, elektrisch aber umgangen wird.

  7. Was beim Retrofit-Röhrentausch jeder in seinem privaten Kämmerlein macht ist jedem sein eigenes Tun und Lassen. Beim Austausch in Leuchten mit EVG ist ein Umbau und eine Umverdrahtung erforderlich.

    Im gewerblichen Bereich zählen dann allerdings andere Sachen, wie z.B. Konformität und Versicherungsschutz. Seitens der verschiedenen Sicherheits- und Prüforganisationen, wie baua (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), VdE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) sowie einer Mitteilung des Sachversicherers HDI-Gerling wird ausdrücklich von einem Umbau abgeraten. Gemäß Konformitätsrichtlinien wird der Umbauer der Leuchte zum Hersteller und Inverkehrbringer der „neuen“ Leuchte.

    Abgesehen davon ändern sich durch die Änderung die lichttechnischen Eigenschaften einer Leuchte, weil nicht mehr ein 360° abstrahlendes Leuchtmittel eingesetzt wird sondern ein mit anderen Eigenschaften. Somit ändern sich die Ausleuchtverhältnisse für den Raum, indem die Leuchte eingesetzt wird.

    Wenn man dann die Kosten, sofern man es nicht selber macht (Konformität, versicherungsrechtliche Fragen) für die Umverdrahtung durch eine elektrotechnische Fachkraft und das LED-Leuchtmittel zusammenrechnet, kommt man auf Amortisationszeiten bis zu 25 Jahren.

    Zudem macht ein Einsatz von LED-Röhren, abgesehen von dem schon angesprochenen Wechselaspekt, nicht wirklich Sinn, weil klassische Leuchtstoffröhren inzwischen Lebensdauern von bis zu 25.000 h (teilweise 45.000 h), einen Farbwiedergabeindex von bis zu 90 (z.T. darüber) und eine Lichtausbeute von bis zu 114 lm/W erreichen. Wo liegt da der Sinn bei Preisen des Zehnfachen einer „klassischen“ Röhre?

    • In meinem konkreten Fall: Betrieb am BWM. Lief auch mit der preislich unschlagbaren Leuchtstofflampe für 5 EUR. Röhre hält ca. 1 Jahr an diesem Einsatzort, was aber wirtschaftlich noch immer tragbar ist. Aber die Röhre flackert (repetitive Dunkelräume nach Hittorf, Crookes oder Faraday?) und das hat mich gestört.

      Die LED-Röhre, die sich aufgrund von Abverkaufspreis in ca. 2 Jahren amortiersiert, macht ein ruhigeres und schöneres Licht.

      Einbau an Kellerdecke: Baut einfach flacher als jede Leuchtstoffröhre. Einseitige Strahlungscharakteristik ist hier nicht so störend. Eine brandhemmende Zwischenlage hilft gegen etwaige Elektronikanomalitäten. Zu Abverkaufspreisen auch wirtschaftlich interessant.

      Und ja klar, man muß wissen, was man tut und die passende Ausbildung haben. Wenn man dann noch technisch neugierig ist, verschmerzt man die paar EUR Mehrpreis für das ruhigere LED-Licht gerne.

      Im industriellen Einsatz oder Parkhäusern ist die Wirtschaftlichkeit derzeit wohl nur in Sonderfällen gegeben. Wenn man EVGs mit Warmstart hat, halten Leuchtstoffröhren sehr lange. Und die Investition für die Leuchten, Montage und EVGs ist ja schon getätigt. Umrüsten ist wohl noch recht lange unwirtschaftlich.
      Ich vermute aber, daß spätestens in 4 Jahren (integrierte) LED-Leuchten bei Neuausrüstungen konkurrenzfähig sein werden.

      Besonders wenn kleinere Lampencluster an einem BWM mit sehr kurzer Einschaltzeit hängen, wird auch der Betrieb recht wirtschaftlich. Bei Sanftanlauf und Sanftstopp wird immer nur der gerade benötigte Abschnitt angenehm beleuchtet. Zusätzlich sieht man schon von Weitem, wo sich ein Mensch aufhält bzw. bewegt. Die Sicherheit wird dadurch ebenfalls erhöht. So ähnlich würde ich es übrigens mit Straßenbeleuchtungen auch machen. Nur dort beleuchten, wo sich jemand aufhält.

      Klar, auch mit Leuchtstofflampen kann man solche Sachen machen. Aber die Entwicklung der Leuchtstofflampe ist wohl eher in der Sättigungsphase angelangt, während die LED-Technik noch im steilen Anstieg ist. Ich erwarte, daß die LED-Technik die Leuchtstoffröhre überholen wird. Oder sehen Sie dort andere Entwicklungen, z.B. HF-Plasmazünder?

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