LED-Lampen im „Stiftung Warentest“-Check: Fast alle „gut“

Unter anderem neun LED-„Retrofits“ für E27-Fassungen stellten sich der ausführlichen Beurteilung von „Energiesparlampen“ der „Stiftung Warentest“. Bis auf eine LG-Lampe mit „deutlich wahrnehmbaren Geräuschen“ schafften alle das Testurteil „gut“. Ganz vorne landeten ein mir unbekanntes, extrem teures Produkt von „Havells Sylvania“ und die inzwischen abgelöste Version der Osram „Parathom Classic A 60 Advanced“ – jeweils mit Testnote 1,6.
Osram Classic A 60 advanced
Links die getestete, rechts die neue und günstigere Variante des dimmbaren Osram-LED-Äquivalents für eine traditionelle 60-Watt-Glühlampe. (Fotos: Osram-PR)

Vergleichende LED-Lampentests sind wirklich nicht einfach: Da muss man Leistungsdaten und Bilder der verschiedenen Modelle sauber auseinander halten und zuordnen, Fehlendes nachrecherchieren, nachvollziehbare Gewichtungen festlegen und dann am Besten auch noch diverse Dauer- und Belastungstests durchführen. Das kostet Mühe und nimmt teils mehr Zeit in Anspruch, als ein Produktzyklus in diesem schnelllebigen Segment dauert. Die Datenfülle kann verwirrend groß sein; das Ergebnis ist deshalb nicht immer fehlerfrei und konsistent.

Kein Wunder, dass im gerade erschienenen „test“-Heft (Ausgabe Mai 1013) einige der getesteten Lampen nicht mehr im aktuellen Sortiment der Hersteller sind. Oder dass eine LEDON-„Double Click“ wegen eines vermeintlichen Problems bei der „Deklaration“ im hinteren Feld statt ganz vorne landete – trotz der besten „lichttechnischen Eigenschaften“. Oder dass das Leuchtbild der „warm-weißen“ 11-Watt-Philips-„Birne“ (auf Seite 63 oben) eher nach weiß-blauer „Leuchtstofflampe“ aussieht und dann auch noch im Bildtext fälschlicherweise als ein Foto der LEDON-Lampe ausgegeben wird.

Warentest-LED-Lampen
Das „Stiftung Warentest“-Bündel der geprüften LED-, Kompaktleuchtstoff- und Halogenlampen. (Foto: Stiftung Warentest/PR)
LEDON 10W Double Click alt/neu
Beste Lichtqualität im Test: Die frühere Version der 10-Watt-„Double Click“-Lampe von LEDON (links). Das aktuelle Design sehen Sie rechts. (Fotos: LEDON-PR)

Etwas willkürlich erscheint mir der Test-Mix aus dimmbaren und nicht dimmbaren Leuchtmitteln mit einer offiziellen Lichtstrom-Spanne zwischen 550 und 850 Lumen (gemessen waren’s dann zwischen 615 und 895 lm). Da leidet teilweise die Vergleichbarkeit, weil es bekanntermaßen vor allem bei dimmbaren LED-Lampen diverse Flacker- und Surrprobleme geben kann. Vermisst habe ich eine Messung oder Bewertung der Maximaltemperatur am Lampengehäuse sowie die Angabe des gemessenen Farbwiedergabeindexes in exakten CRI/Ra-Werten.

Die gute Nachricht: Allen Probanden wurde, trotz der aufwendigen Elektronik, die beste Gesamt-Ökobilanz gegenüber den Kompaktleuchstoff- und Halogen-„Birnen“ bescheinigt – vor allem wegen der langen erwarteten Lebensdauer. Tatsächlich gab es im 6000 Stunden-/100.000 Schaltzyklen-Dauertest keinen Ausfall. LED-Lampen seien anfangs zwar teurer, rechneten sich aber langfristig wegen des niedrigen Energieverbrauchs und der langen Haltbarkeit.

Außerdem seien die LED-Leuchtmittel prima als Treppen- oder Flurlicht geeignet, weil sie im Gegensatz zu den getesteten Kompaktleuchtstofflampen sofort nach dem Einschalten mit voller Helligkeit zu Sache gingen.

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Kein Abstrahlwinkel auf der Packung

Weniger schön fanden die Tester beispielsweise, dass bei der 10-Watt-LEDON „nirgendwo“ stehe, dass sie kein rundstrahlendes, sondern „gerichtetes Licht“ mit einem Abstrahlwinkel von rund 165 Grad abgebe. „Nirgendwo“ kann sich allerdings nur auf die Verpackung beziehen, denn auf der Website der Österreicher findet jeder Interessierte ein Datenblatt mit Lichtstärke-Verteilungsdiagramm, auf dem dieser Halbwertswinkel klar zu erkennen ist (pdf-Download).

Diese „Manko“ führte jedoch zur Abwertung um eine halbe Note auf 2,0 und brachte das inzwischen nicht mehr aktuelle LEDON-Modell um den knappen Testsieg. Den teilen sich stattdessen mit 1,6 die ältere Ausführung der 12 Watt starken, dimmbaren Osram „Classic A 60 Advanced“ (mittlerer Preis laut „Stifung Warentest“: 35 Euro) und die nicht dimmbare ToLEDo GLS A60 von Havells Sylvania (52 Euro, nicht zu verwechseln mit dem Osram-US-Ableger Sylvania).

Philips-Farbtreue nur „befriedigend“

Mit jeweils Note 1,7 folgen die 11-Watt-Megaman „LED dimmable Classic“ (35 €), die nicht dimmbare 11-Watt-Philips-A60 (20 €) und die beim Dimmen teilweise flackernde und leise brummende 10-Watt-Samsung „LED A60“ (25 €). Die Philips war mit offiziell 20 € am günstigsten und lag erwartungsgemäß mit 2700 Kelvin einer Glühlampen-ähnlichen Farbtemperatur am nächsten, war aber bei der Farbtreue – wie die „Birnen“ von Paulmann und Megaman – nur „befriedigend“. Dieses vermeintliche Paradoxon ist mir neulich erst beim Nachfolgemodell aufgefallen.

Wer’s genauer wissen will, kauft sich das aktuelle „test“-Heft für 4,90 Euro oder lädt sich den Vergleich für 2,50 € von der Website herunter. Und nehmen Sie die Testtabellen mit Vorbehalt zur Kenntnis, weil teils weder die Lampenmodelle noch die genannten „mittleren Preise“ wirklich der neueste Stand sind.

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33 Gedanken zu „LED-Lampen im „Stiftung Warentest“-Check: Fast alle „gut“

  1. @ Wolfgang:
    Wurde dies von Osram bestätigt, dass die bisherige Parathom Classic A 60 Advanced von der aktuellen Variante (die weniger glühlampenähnlich aussieht) abgelöst wurde?
    Wenn ich bei der Osram-Suchfunktion auf ‚Professional‘ umschalte, erscheinen die bisherigen, weitgehend rundstrahlenden Lampen sehr wohl noch. Auch wurden in deinem Blogbeitrag kürzlich besser dimmbare Varianten erwähnt, wobei hier ebenfalls eine sehr rundstrahler-artige E27 dabei war.
    Daher meine Vermutung, dass es sein wird wie bei Philips, und hier eine Aufteilung in Consumer + Professional bestehen und bleiben wird.

      • Danke für die Info.
        Da bleibt (mir) zu hoffen, dass solche Lampenformen wie bei der als besser dimmbar angekündigten Osram Sylvania erhalten bleiben.
        Beim Testergebnis finde ich eigentlich auch nur positiv, dass keine der Lampen frühzeitig ausgefallen ist, auch wenn Philips zB. immer ganz vorsichtig nur 50.000 Schaltzyklen angibt.
        Die Abwertung der Philips-Lampe hingegen wird wohl für viele Kunden Fragen aufwerfen, es sei denn man glaubt, dass sie unzähligen positiven Kundenerfahrungen allesamt gefälscht sind.
        Aber man kann zu Testergebnissen (Wolfgang, von dir wurde ja auch mal die übliche Vorgangsweise bei Autotests beschrieben) ja allgemein stehen wie man will. Ich persönlich schaue mir Lichtergebnisse lieber live an.

        • Ich habe die neue hier schon getestete Osram Superstar Classic A40 Advanced 7,5W und bin sehr zufrieden,
          sodas ich mir auch die neue A60 von Osram kaufen werde die qualität dieser 2013er Serie hat mich voll überzeugt !

          frankkl

  2. @Johannes: „Die Abwertung der Philips-Lampe“? Die wurde doch gar nicht abgewertet, sondern landete in der Spitzengruppe. Um 0,5 Noten abgewertet wurde die LEDON.

    Mit den beispielsweise bei Autotests üblichen Unarten hat die „Stiftung Warentest“ nichts am Hut. Die sind nicht werbefinanziert und kaufen sogar alle Testgeräte/-waren selbst im normalen Handel, sind also weitestgehend unabhängig. Ich wäre froh, ich hätte nur einen Bruchteil ihrer Möglichkeiten.

    • Naja, man liest und hört sehr Verschiedenes zur ‚test‘-Vorgangsweise. Was zB. in einschlägigen Foren immer wieder zu lesen ist, ist die fragwürdige Vergleichsweise. So schneiden bei TV-Geräten bekannte deutsche Premiumhersteller wie Loewe & Metz immer sehr durchschnittlich ab, vor allem wegen der Abwertung in Sachen Preis/Leistung. Das ist einfach ein Vergleich wie Skoda mit Audi, Premiumprodukte sind nun mal nicht so einfach ‚kategorisierbar‘. Ähnlich wäre es wahrscheinlich, wenn man eine MasterLED E27 zum Test dazugenommen hätte. Deshalb wurde von Osram ja auch hinterher erklärt, dass es jetzt den günstigeren (aber auch ‚anderen‘) Nachfolger gibt, die meisten Kunden kaufen einfach preisbewusst.

      • Die Preise flossen nicht in die Bewertung ein – insofern weiß ich jetzt mit diesem Kommentar nichts anzufangen. Einzelne Inkonsistenzen machen einen Test nicht zwangsläufig insgesamt „fragwürdig“.

  3. @Wolfgang

    Danke für diesen Artikel! Leider ist „test“ auch diesesmal seinem Trend seit den 1990er Jahren treu geblieben, und gibt nur noch die knappest möglichen Tesdtdaten an. Selbst den ohnehin schon sehr kompakten Ra-Wert verschweigen die Tester und geben stattdessen nur nichtssagende Schulnoten an. Im Grunde ist „test“ schon seit Jahren als Referenz für technische Produkte faktisch unbrauchbar. In den 1980er Jahren war das noch etwas anders; ich erinnere mich an Tests von Ferngläsern, wo noch recht detaillierte Messergebnisse angegeben werden (Einhaltung der Eintrittspupille, der Vergrößerung, Lichtdurchlässigkeit in Prozent usw.), wo heute auch nur noch Schulnoten stehen.

    Zu einigen der Lampen gibt es wenigstens noch Messprotokolle von Lumitronix (die leider ebenfalls fast nur noch „warmweiße“ Lampen im Angebot haben); das zur Osram Superstar muss man leider schon ergoogeln, weil die Lampe dort auch schon aus dem Sortiment verschwunden ist. Ebenso die Protokolle der ehemals dort angebotenen weißen 9W Toshiba LED. Eine Suche nach „lumitronix messprotokoll“ liefert aber noch so manches Schätzchen, da die Links vielfach noch aktiv sind.

    In den Protokollen sind auch Spektralplots angegeben (das sollte auch für „test“ ein Muss sein, zumindest im Onlinebereich), die man mit Open-Source-Tools wie „PlotDigitizer“ einfach in maschinenlesbare Tabellenform bringen kann. Daraus habe ich dann auch die „Superstar“ mal analysiert (Algorithmen findet man bei Wikipedia und dort verlinkten Quellen): Ra=80.2 (den gleichen Wert hat Lumitronix auch gefunden), R9=9.1 (naja), Delta_uv=0.0009 (praktisch unmerklicher Grünstich gegenüber Planck; D65 Standard-Weiß hat ca. 0.0032, also mehr als das Dreifache, Planck per definitionem exakt 0). Die Farbtemperatur liegt mit 2800 K deutlich über dem deklarierten Wert von 2700 K. Die Werte für die alte Philips 12W (die mit den gelben „Alien-Augen“) sind etwa vergleichbar, d.h. die „Chemie“ ist insgesamt ähnlich.

    Was mich bei der Stiftung Warentest ebenfalls stört ist, dass sie erklärtermaßen (Quelle: Deutschlandfunk „Marktplatz“ im Januar 2012) ausschließlich „warmweiße“ Lampen testen. Mittlerweile habe ich in meinem Bekanntenkreis mehrach gehört, dass sie „warmweiße“ Lampen (Kompaktleuchtstoff wie LED) nicht deswegen kaufen, weil sie das Licht besonders gerne mögen, sondern weil es schlicht nichts anderes in „normalen“ Geschäften gibt. Interesse besteht an solchen Lampen also durchaus, entsprechend auch Tests dazu. Die angebliche Vorliebe der Menschen für „warmes“ Licht ist also möglicherweise ein künstlich durch den Nostalgie-Trend der Lichtindustrie und der daraus resultierenden de-facto Lichtfarben-Monokultur im deutschen Handel (teilweise sogar in Internetshops) verursachter Bias, der spätestens durch entgegengesetzte Präferenzen in Asien oder Südeuropa offenbar wird. Ein wenig so wie die Beliebtheit von Spaghetti Bolognese gegenüber der weitaus seltener angebotenen Napoli-Variante (die ich persönlich sogar lieber mag; es muss nicht immer Fleisch sein :-)).

    Leider besitze ich kein Spektroradiometer, so dass ich auf Messungen anderer Quellen angewiesen bin. Sonst würde ich meine LEDs (größtenteils im weißen Bereich >4000 K) durchmessen und die Ergebnisse veröffentlichen. Schade, dass die eigentlichen Profis von „test“ diese Daten geheimhalten, und das vielleicht nur deswegen, weil sie den Lesern die Kompetenz nicht zutrauen, mit diesen Daten etwas anzufangen. So eine Textdatei im CSV-Format mit dem Spektrum (5nm Auflösung reicht völlig) zu jeder Lampe zum Download als Bonus zum online gekauften Artikel dürfte nun wirklich nicht schwierig zu realisieren sein.

    • Keine Ahnung, ob’s was bringt, aber es gäbe von „Stiftung Warentest“ noch ein 40seitiges „Themenpaket Energiesparlampen“ für 3 Euro als pdf zu kaufen.

      Hier ist noch ’ne Quelle für die Farbtemperatur-Präferenz von „Stiftung Warentest“. Zitat Peter Schick:
      „In Deutschland wird beim Lampenkauf meist Warmweiß nachgefragt, dies sind ca. 2700 Kelvin. In der Regel beschränken wir uns bei unserer Produktauswahl auf diese Werte. Bei der Farbwiedergabe wird das Glühlampenlicht als Bezugsmaß genommen.“

      Ich vermute übrigens, dass „Otto Normalverbraucher“ schon von der bei „test“ publizierten Datenfülle total überfordert ist – noch mehr wäre wohl tödlich. Ähnliches denke ich auch über einige meiner Blogbeiträge – da wird’s teilweise sehr speziell und geht mutmaßlich weit am „Mainstream“ vorbei.

      • Hallo Wolfgang! Ich habe auch das Themanpaket heruntergeladen; da sind im wesentlichen Tests der vergangenen Jahre sowie noch ein paar Infotexte und ein Interview enthalten. Ja, ich kenne die zitierte Aussage (in etwa die gleiche hat der „test“-Sprecher auch im DLF gemacht), und ich halte sie wie gesagt für falsch. Die Menschen mögen „warmweiß“ nicht von Natur aus lieber, sondern sind durch >100 Jahre Glühbirne sowie durch das einseitige Angebot einfach nichts anderes gewohnt. Mir selbst ging es viele Jahre lang ebenso: Dieses hässliche Sepia-Braungelb war nunmal das Licht „fürs Volk“, und weißes Licht war Büros, Fabriken, Arztpraxen etc. vorbehalten. Erst vor weniger als zwei Jahren habe ich überhaupt erst angefangen, dass lange Zeit „Selbstverständliche“ zu hinterfragen. Und anderen in meinem Familien- und Bekanntenkreis ging es ähnlich.

        Zu der Detailfülle: Daher sollte es auch als optionaler Bonus für gekaufte Online-Inhalte angeboten werden. Aber die Tatsache, dass die Mehrheit der Leser damit nichts anfangen kann, rechtfertigt in keiner Weise das Verstecken essenzieller Informationen zu diesen Tests. Ich bin ein absoluter Gegner des heutzutage immer verbreiteteren Trends, Informationen (auch Nachrichten!) in den kleinst und einfachstmöglichen Häppchen für Ottonormalgebildet zu reduzieren, und damit die Minderheit derer, die sich mit dem Thema auskennen und mehr lernen wollen, vor den Kopf zu stoßen. Lumitronix (zu denen ich keinerlei Verbindung habe) macht es genau richtig: Messprotokolle und Datenblätter werden dem interessierten Leser angeboten, aber nicht aufgedrängt.

        Und Fastvoicenet drängt sich ja auch keinem auf: Jeder liest halt soviel, wie er/sie mag/versteht. Und zur Abwechslung gibt es auch mal schöne Frühlingsimpressionen (Dank auch dafür!). Von daher bitte keine Furcht davor, den Bildungsmainstream zu verlassen und Fachwissen anzubieten.

        Ach ja: Glühlampenlicht als Referenz für gute Farbwiedergabe zu verwenden, ist eine der von Fachleuten oft kritisierten Schwächen des CRI-Algorithmus, der überhaupt keine Berücksichtigung der Farbtemperatur enthält. Wenn man nämlich die Farbtemperatur des Referenzlichts auf 4000 K setzt (ungefähr das niedrigste, was noch als reines Weiß empfunden werden kann), so fällt der Ra einer Glühlampe tatsächlich auf etwas mehr als 70. Dies entspricht auch meinem persönlichen Eindruck, wonach schon eine 840er Energiesparlampe eine bessere Farberkennung ermöglicht. Das Glühlampenspektrum ist zwar kontinuierlich, aber halt sehr unausgewogen (Sonnenuntergangslicht auch, aber das dauert in unseren Breiten ja nur wenige Minuten).

        Gruß, Ingo

        • Es ist zwar für den Privatanwender noch weitgehend Zukunftsmusik, aber dennoch bin ich aus den von Dir genannten Gründen für möglichst flexible Leuchtmittel und Lichtsteuerung: Je nach Geschmack und Anlass veränderbar in Helligkeit, Farbtemperatur und Spektralverteilung. Im professionellen Bereich ist das bereits jetzt problemlos möglich.

          Es dürfte viele Verbraucher geben, die sich künftig durchaus auch mit höheren Kelvin-Werten als derzeit üblich anfreunden können. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das teils reine Gewöhnungssache ist. Einen faktischen Zwang in die eine oder andere Richtung darf es jedenfalls nicht geben. Insofern rennst Du da bei mir offene Türen ein.

    • Ich habe auch zwei Osram Parathom und eine Superstar LED Birne mit E27 in 3000K, aber mir gefallen meine neuen LED Birnen in 2700K noch besser ein klares angenehm warmes Licht ich würde bevorzugt die Modelle mit 2700K kaufen (aber auf keinen fall kälter als 3000K).

      frankkl

      • Hallo! Interessant dabei finde auch, dass die Zuordnung „warm“ vs. „kalt“ nicht von allen Menschen geteilt wird. Das „nicht kälter als 3000K“ würde ich sofort unterschreiben, denn für mich ist rötliches Licht kälter (wie ein Sonnenuntergang im Winter) und bläuliches heißer (wie mittags in den Tropen). Eine Farbsehschwäche liegt nicht vor, und Lichtfarben wirken auf mich auch anders als Körperfarben (bei letzteren würde ich blau auch eher als kühl empfinden). Leider sind mir auch keine belastbaren Studien dazu bekannt, aber das ganze dürfte wohl unter den Begriff „Synästhesie“ fallen, d.h. Verknüpfung von Sinnesreizen, die direkt nichts miteinander zu tun haben (so wie manche Leute auch Klänge mit Farben und umgekehrt assoziieren oder sogar beides gekoppelt wahrnehmen).

        Übrigens führt selbst Wikipedia die „warm-kalt“-Assoziation von Farben unter diesem Begriff:

        Wikipedia-Artikel zur Synästhesie

        Siehe „Schwache Synästhesie“; wobei es auch Aussagen gibt, das „Lichtwärme“ sogar eine starke Synästhesie sein kann, d.h. sich ein Raum für einige tatsächlich um einige Grad kühler anfühlt, wenn er mit bläulichem Licht beleuchtet ist. Aber eine wiss. Bestätigung hiervon ist mir nicht bekannt.

        Gruß, Ingo

  4. Ich hab mich binnen weniger Stunden an 3000k weißes Licht gewöhnt und die Versuchung mal 3200k oder mehr zu probieren ist schon da, nur müssten die Angaben dafür auch mal stimmen und man muss sich immer ins Gedächnis rufen, das selbst wenn das Leuchtmittel bläulich erscheint, das Licht auf den Oberflächen zählt.

    Wer sich allerdings ohne auch nur 5 Minuten irgendwo einzulesen was kauft und nach 20 Sekunden maulend feststellt das das Licht mit 2800k unglaublich kalt wäre, dem ist auch nicht mehr zu helfen 😉

    Da sind dann entweder die Chinaleuchten von Ebay gekauft worden oder man weicht nichtmal minimal ab von dem was man kennt.

    Dieses 2700 oder gar 2600k „warme“ Licht einer Glühbirne finde ich furchtbar. Diese gelbe Seuche wirkt wie Schlaftabletten und macht im Winter, wo man viel Licht braucht, depressiv.

    Bei der indirekten Deckenbeleuchtung werd ich das wohl mal als erstes probieren und 3200 oder 3600K nehmen.
    Dürfte interessant werden einen GU10 Spot zu finden der das und einen Weitwinkel bietet 🙂

    • Och, ist nicht sooo schwer. Diese hier haben beispielsweise 120° und offiziell 3000 K, wirken aber deutlich „kühler“. Gibt’s auch dimmbar (die habe ich im Studio).

      Danke für die Erwähnung des Unterschieds beim Farbeindruck zwischen dem direkten Blick auf’s Leuchtmittel und den angestrahlten Flächen. Darauf verweise ich auch regelmäßig bei den Lampentests. Beim direkten Blick wirken übrigens auch stärkere „Glühbirnen“ (>60 Watt) nicht viel wärmer als ordentliche LED-Lampen – siehe den Bildvergleich in diesem Beitrag.

  5. Du sagst es schon, die haben ofiziell 3000K und wirken deutlich kühler, soviel zu den Zahlen 😉

    Ich bin mir auch nicht sicher ob ich jemals wieder LED-Leuchtmittel ohne Kühlkörper kaufen möchte. Die Spots sind zwar vollkommen offen und werden an der Wand montiert die Decke anleuchten, aber dennoch bin ich da skeptisch.

    Mit Kühlkörper, ordentlicher Leuchtkraft und breitem Winkel bin ich bei diesem Brummer gelandet:

    BIOLEDEX® RUBI LED Spot GU10 410Lm 120° Ø63mm Warmweiss

    Zu haben laut Geizhals ab 17 Euro.
    Die Lichtfarbe dürfte aber etwas kühler sein und irgendwie sind diese Brummer größer als die Spots wo sie rein sollen.

    Eseo minho 1er

    • Diese „Delock Lighting“-Spots bleiben deutlich kühler als die 5- und 7-Watt-Osrams und LEDONs in den gleichen engen Leuchtengehäusen.

      • Gefühlt oder mit einem Infrarotthermometer gemessen?

        Ich habe noch Zweifel, das Glas Wärme ja auch abschirmen kann, da bringt ein Infrarotthermometer nichts mehr.

        Wie lange laufen die bei dir schon und wie lange am Stück?

        Für 5 Euro das Stück könnte man die ja mal probieren.

        Ich wollte eigentlich mal das Voelkner Sortiment abgrasen da bis morgen noch ein 5 Eurogutschein und ab 25 Euro Versandkostenfreie Lieferung gillt.
        Der Filter scheint aber nicht zu funktionieren, da kommt jedesmal nur murks raus.

        • Mit Infrarotthermometer. Glas ist bei meinen dimmbaren nicht drüber, die SMD-LEDs liegen sozusagen „frei“. Egal, wo ich messe, ich komme auch nach mehreren Stunden nicht über 50 Grad. In solchen Leuchten wie von Dir gepostet (wo die Spots „offen“ liegen), dürften es rund 10 Grad weniger sein.

          Die leuchten bei mir seit über einem Jahr bis zu 10 Stunden täglich (Nachtarbeiter 😉 ) – bisher einer von 14 ausgefallen (Garantiefall).

          • Wie gesagt, mit einem Infrarotthermometer kann man durch den Glassockel die Temperatur im Inneren nicht messen. Die Elktronik macht mir da schon irgendwie sorgen.

            Probieren würd ich es ja mal, nur das letzte, das vorletze und das vor vorletze Produkt von Delock was ich hatte waren jetzt nicht so doll.

            Die Dunstabzugshaube giert auch nach 2 neuen e14 Leuchtmitteln oder am besten gleich nach 2 neuen Fassungen samt Leuchtmitteln damit das Licht auch mal aus der Haube raus kommt.

            Und letzendlich braucht das Badezimmer wegen Glasbruch auch was neues. Wird Lichttechnisch ein interessanter Monat.

            Und an keiner Stelle wünsche ich mir jetzt ein 2700K Warmweißes Leuchtmittel womit wir wieder irgendwie beim Thema des Beitrags wären 😉

  6. @Wattebällchen:
    Meine persönliche Meinung: Wenn Mut und etwas „Spielgeld“ vorhanden, würde ich ich mal direkt in China einkaufen.
    Schlagworte wären für mich „5630 GU10“.
    Wenn ich GU10 bräuchte (ist bei mir derzeit noch nicht der Fall), würde ich diese oder jene testen. Bei dem Shop habe ich schon etliche 15W bzw. 12W Maislampen mit den 3600K 5630 LEDs gekauft und bin zufrieden (leider sind die 15W gerade ausverkauft). Die Lumenangaben scheinen mir nicht übertrieben und auch die 3600K könnten hinkommen. Jedenfalls im subjektiven Vergleich mit 4000K Leuchtstoffröhren. Sorry, aber habe noch immer kein Spektrometer/Colorimeter. Mit den 3600K LEDs kann ich aber deutlich besser leben als mit Halogen Glühlampen.
    Lieferzeiten lassen sich gegen Einwurf von 2 bis 3 Euromünzen verkürzen.

    Oder man sucht im Auktionshaus unter den gleichen Stichworten. Dort findet man einige Händler, die in D (z.B. Ffm) sitzen und den Ausschreibungstext mit den gleichen orthographischen Eigenheiten kopiert haben und kürzere Lieferzeiten angeben. Das sind dann dann oft „drop-off“ Händler, deren Lieferungen vom o.g. Shop als Manifestabfertigung schneller abgewickelt werden. Dieses Angebot scheint mir ein solches Beispiel zu sein, wobei ich bei dem Händler noch nie gekauft habe.

    So weit ich weiß, sind Privatimporte bis 22 EUR zollfrei. Jedenfalls hatte ich bisher keine Probleme.
    Klar, die Qualität der von Warentest getesteten Markenleuchtmittel darf man nicht erwarten. Ich hoffe, daß ich so aber zumindest über die Runden komme, bis es Markenqualität in nichtgelben Farben zu guten Preisen gibt.

    Zur Dunstabzugshaube: Stehe vor einer ähnlichen Aufgabe. Werde zuerst versuchen, die Abdeckscheibe zu erneuern und dann die 2 E14 Sockel raus und einen 12V LED-Streifen mit 36 Stück 5630 LEDs mit ca. 10W einbauen, sowie ein „möbelzugelassenes“ Netzteil dazu. Mal sehen wie es wird.

    • Kleine Anmerkung: Die hiesige gesetzliche Gewährleistung kann man bei China-Importen vergessen – häufig sind auch die CE-Zertifikate gefälscht oder Designs raubkopiert (kann unter Umständen vom Zoll beschlagnahmt werden – dann sind Geld und Ware unwiederbringlich weg). Mit so einem massiven Problem in größerem Maßstab hat gerade eine kleine Firma zu kämpfen, die ich vergangenes Jahr beim Entwurf einer neuen LED-Leuchte beraten habe.

      Wg. Dunstabzugshaube: Da die LED-Strips einen Abstrahlwinkel von ca. 120 Grad haben, dürfte ordentlich viel Licht in der Abdeckung bzw. im Gehäuse „hängenbleiben“. Ohne Abdeckung geht’s aber auch nicht, weil die LEDs sonst ziemlich fix vom Kochdunst eingesaut wären. Vielleicht wäre ein Umbau auf GU10-Hochvolt-Strahler günstiger – kein Netzteil nötig und schön gerichtetes Licht auf die Herdoberfläche.


    • Zu deinem Plan für die Dunstabzugshaube, das würde ich lassen, denn bei den LED-Streifen liegen die Kontakte der LEDs und der anderen Bauteile ja offen.

      Kochdunst könnte so sehr schnell zu einem Kurzschluss führen.

      In meiner Haube sind die E14 Sockel wagerecht eingebaut so das der Dunst vorbeiziehen kann. Bei einem senkrechten Sockel könnte das Probleme geben weil die Haube nicht dafür gebaut ist und der Kochdunst bis in die Fassungen aufsteigen könnte.

      Fassungen für Außenlichterketten könnten helfen, wobei es die eigentlich nur in E27 gibt was gewisse Platzprobleme mit sich bringt und man dann mit den entsprechenden Kabel arbeiten muss weil die Fassung am Fuß sonst nicht dicht abschließt.

      Zu den Chinaimporten, im Moment bin ich auf der Suche nach einer neuen Kreditkarte, werde die Tage wohl eine beantragen und Paypal zickt rum weil ich es gewagt habe mein Passwort zu vergessen. Die Bezahlung wäre also im Moment nicht möglich. Wobei ich schon sehr gemischte Erfahrungen mit Chinaimporten gemacht habe.

      Ich habe jetzt eh schon eine Bestellung bei Voelkner aufgegeben:
      Toshiba LED-Leuchtmittel E27 8,6W Ww

      Toshiba LED-Leuchtmittel E27 8,6W Kw

      Megaman LED-Leuchtmittel E14 3W Opal Ww Globe

      Philips LED-Leuchtmittel E14 4W Klar P45 Warm-Weiß Tropfen

      SYGONIX HIGH LED E14 4W=30W Warm-Weiß Tropfenform


      SYGONIX HIGH LED E27 4W=30W Warm-Weiß Tropfenform


      SYGONIX KERAMIK LED E27 3W=25W Warm-Weiß Tropfenform


      LED-Leuchtmittel E27 3,7W RGB mit IR-Fernbedienung Globeform

      Das sollten jetzt 8 Verschiedene Artikel sein, die Fummelei mit dem Links ist nicht so übersichtlich.
      Die E14 sind für eine Lampe die ein bisschen Licht von sich geben soll, die kleinen E27 sind auch mehr für die Dekobeleuchtung gedacht bzw für einen Deckenrondell mit 6 E27 Fassungen.


      Von Pollin kam auch wieder ein Newsletter mit neuen LED-Lampen die schlappe 1500 Lumen für 39,95 leisten

      Irgendwie wollte ich mal was anderes kaufen außer Lampen oder Leuchtmitteln 🙁

  7. Stichwort Colorimeter: Ein solches für den „kleinen Mann“ ist z.B. eine Digitalkamera, die Bilder im RAW-Format speichern kann. Man fotografiert die Lampe so, dass sie nicht überbelichtet ist (notfalls hilft auch ein Milchglasschirm, aber Vorsicht: Selbst der könnte die Farbe unmerklich aber messbar verändern!, lädt das Bild dann mit einem entsprechenden Programm (das freie GIMP enthält spätestens ab Version 2.6 auch einen RAW-Interpreter, der z.B. mit Canon-Fotos gut klarkommt) und macht dann einen Weißabgleich auf einen Bereich auf der Lampenoberfläche. Falls ein solches Museumsstück noch vorhanden ist, würde ich ggf. eine Kalibration mit einer matten Glühlampe vornehmen (60W entspricht dabei knapp 2700 K). Die so erzielten Werte sind zwar nicht exakt, aber unter der Annahme, dass die RGB-Filter vor den Photosensoren einigermaßen den Empfindlichkeitskurven der menschlichen Zäpchenzellen nachempfunden sind, dürfte das Ergebnis zumindest ausreichen, um grobe Temperaturabweichungen festzustellen. Ohne RAW wird es allerdings schwierig, und bei ausschließlich automatischem Weißabgleich unmöglich.

    Mag sein, dass es brauchbare Colorimeter schon für den gleichen Preis wie eine Digicam gibt, aber letztere dürfte sich in weitaus mehr Haushalten bereits befinden und ist universeller einsetzbar 😉

  8. Vielen Dank, Ingo für den Tipp mit der Digcam als Colorimeter.
    Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich nur eine immerdabei-Knipse besitze, deren Automatikfunktion recht oft funktioniert.
    Sie hat leider kein RAW aber immerhin manuell einstellbaren Weißabgleich, Belichtungszeit und etwas Blendeneinstellung.
    Beim Weißabgleich gibt es:
    – AWB: automatischer Weißabgleich
    – Sonne: für Außenaufnahmen unter heiterem Himmel
    – Wolken: für Außenaufnahmen bei Bewölkung
    – Schatten: für Außenaufnahmen im Schatten
    – Glühlampe
    – Manuell: zwei Modi: Feld einmessen und manueller rot/blau-Shift
    In erster Näherung habe ich mal mit der Glühbirnen-Voreinstellung losgelegt.
    – Habe die Lampe mit einer 3600K LED und Opalglas davor fotografiert.
    – Bild in FixFoto importiert
    – Meßwerte:
    –R= 106
    –G= 132
    –B= 103
    –X=2016
    –Y=1687
    Was schließe ich daraus? Bezogen auf eine 2700K Glühbirne grünstichig.
    Aber die Lampe wird mit 3600K angegeben und eigentlich mag ich kein Glühlampenlicht. Die Relation zum Glühlampenlicht interessiert deshalb mich weniger als die Relation zur freien Natur.
    Also sollte ich vielleicht den Weißabgleich auf bewölkten Himmel stellen?

    • Hallo Jürgen! Steht in der Anleitung der Kamera was zu den Farbtemperaturen der Weißabgleich-Modi? Normalerweise meint „Sonne“ in der Fotografie meines Wissens 5500-5600 K, „Bedeckt“ um 6500 K (Standard-Illuminant D65), „Glühlampe“ um 2800-2900 (Standard-Illuminant „A“ nach CIE ist ein Planckstrahler von 2856 K). Streng genommen müsste man die Transformationsmatrix der Kameraelektronik kennen; ich würde den Modus „Bedeckt“ wählen, weil der meines Wissens noch am nächsten an den 6500 K von Standard RGB dran. Dann würde ich auf der englischen Wikipedia nach SRGB, CIE 1960 color space und Color temperature nachschlagen, da stehen alle nötigen Formeln drin. Generell geht die Berechnung wie folgt: Über GIMP aus einem JPEG repräsentative RGB-Werte ermitteln (z.B. die Lichtquelle ausschneiden und auf 1 Pixel verkleinern, dann hat man den Mittelwert). Dann die Formeln für die inverse Gammakorrektur anwenden (Wiki), über die angegebene Matrix nach XYZ und von da nach u,v (CIE 1960) umrechnen. Im u,v-Raum wird die Farbtemperatur ermittelt. Näherungen stehen unter „Color temperature“. Ich weiß, es ist etwa viel Arbeit; ggf. gibt es unter Photoshop auch Tools, mit der man aus JPEGs die Farbtemperatur berechnen kann. Sind die Weißabgleichs-Temperature bekannt, kann man auch mehrere Aufnahmen unter mehreren Weißabgleichen machen und dann den Abstand von Weiß (R,G,B=jeweils 255) abschätzen. Daraus kann man dann abschätzen, wo die Farbtemperatur der Lampe liegt. Ist aber wieder ungenauer. Vielleicht hat jemand anders ja noch eine bequemere (am besten Open-Source-basierte) Lösung.

      Die genannten x,y-Werte scheinen mit etwas seltsam. Normalerweise sollte 3600 K bei x,y jeweils = ca. 0.4 liegen, oder bei automatischem Weißabgleich bei jeweils ca. 0.31, 0.33 (i.e. transformiert nach D65). Wenn es unnormierte X,Y,Z (groß geschrieben) sind, wird da noch ein Z-Wert angegeben, so dass man x,y nach Wikipedia berechnen kann? Dann hätte man den Farbort und – bei D65-Weißpunkt der Kamera – auch die Farbtemperatur.

  9. Hallo Ingo,
    sorry für die Verwirrung mit X,Y. Es ist nicht der Farbraum, sondern die Pixelkoordinaten. Die BA meiner Knipse TZ10 ist leider nicht allzu präzise. Es gibt einen Spektralbalken und einige Markierungen. Über die Korrelation zu den Einstellungen schweigt man sich leider aus.
    Zur Einstellung „Sonnenlicht“ könnte man 5700K raten.
    „Bewölkter Himmel“ verzweigt leider auf 6500K und 8500K, Schatten etwa 7200K.

    Vielen Dank für die klare Anleitung.
    Habe jetzt mal ein eine Aufnahme im Modus „bewölkt“ gemacht und die Rechnung nachvollzogen.
    Allerdings mußte ich die Milchglasscheibe der Lampe nutzen. Die sichtbaren Einzel-LEDs (5630) haben auch in größerem Abstand die Sensor in Sättigung gebracht.
    Ergebnis mit Mittelung in der Zentrumsregion:
    R 237
    G 212
    B 103
    =>
    X 0,609167171
    Y 0,660707645
    Z 0,223742411
    =>
    u 0,217734493
    v 0,35423489

    Ein Blick in das Diagramm ergibt etwas nahe 4000K.
    Eine XLS-fähige Approximation/Looup-Table habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

    Die 4000K scheinen mir etwas zu hoch, auch im subjektiven Vergleich mit einer 4000K Leuchtstoffröhre.

    Da ich nicht weiß, wie FixFoto die Farben mittelt und eine Mittelung vor eine nichtlinearen Berechnung ohnhin schwierig ist, habe ich mal einige Einzelpunkte vermessen:
    R 226
    G 197
    B 95
    u 0,221488521
    v 0,354206885
    => 3700K – 3800K

    Ein dunklerer Punkt
    R 204
    G 169
    B 65
    u 0,229897905
    v 0,358203759
    => 3600K
    Ein zentrumsnaher Punkt
    R 237
    G 212
    B 100
    u 0,217862289
    v 0,354987425
    => ca. 3800K bis 3900K

    Man landet etwa im Zielgebiet, hat aber doch eher ein Schätzeisen. Zumindest mit meinen bescheidenen Mitteln und Kräften.

  10. Was bedeutet „verzweigt auf 6500K und 8500K“? Stehen diese beiden Werte in der Kamera-Anleitung?

    Ich habe die Wikipedia-Formeln mal in LibreOffice einprogrammiert und die Robertson-Methode angewendet (über numerisch erzeugte Planck-Kurve in u,v). Damit erhalte ich 3810 Kelvin und einen Grünstich von 0.021 u,v-Einheiten (das ist schon viel, ca. 7x Planck vs. Tageslicht, das wäre bei 0.003). Unklar isr natürlich, ob der Grünstich nicht durch die Kamera zustande kommt (wenn z.B. die RGB-Filter von den Zapfen-Kurven abweichen und beim LED-Spektrum abweichende Werte liefern).

    Eine Abweichung von 200 K von der deklarierten Farbtemperatur ist bei LEDs meines Wissens noch normal.

  11. Hallo Ingo,
    vielen Dank für die Antwort und Deine Mühe.
    In der BA der Kamera gibt es leider keine direkte Zuordnung der Weißabgleiche zu Farbtemperaturen. Es ist eine Spektrum als Skizze beigefügt. Einige Punkte sind benannt, z.B. Sonne. Von der Bezeichung „Bewölkter Himmel“ gehen 2 Striche ab. Einer zeigt auf 6500K, der andere auf 8500K.
    Habe ich das richtig verstanden: Du hast Planck in u, v berechnet und dann das Meßergebnis eingefittet?
    Der Grünstich könnte auch vom RGGB-Pattern kommen, das ja tendenziell G bevorzugt. Ich weiß leider nicht, ob und wie gut die Kamera das kompensiert. Eigentlich gibt es dazu ja den Weißabgleich.
    Den Grünstich würde ich subjektiv nicht sehen. Wobei ich da auch nicht geübt bin. Ich sehe einen Unterschied zum Tageslicht, wobei ich eher in Gelbliche tippen würde. Aber da kann ich mich auch täuschen.
    Ist LibreOffice eine OO-Abspaltung? Habe mal einiges in OO gemacht, weil der Formeleditor besser ist als das MS Office-Gefrickle. Leider ist OO recht instabil, weswegen ich doch wieder zu MS-Office muß. XLS ist klasse, aber das Formelgefrickle in PP und Word ein Graus.

    • Hallo Jürgen! 8500 K sind für bewölkten Tageshimmel zu hoch, 6500 K ist realistisch. 8500 K wäre eher schon der Himmel zur „blauen Stunde“ in der Dämmerung.

      Ich habe Planck über die CIE-Color-matching-functions X,Y,Z numerisch berechnet und tabelliert, wobei man hier ein normiertes Planckspektrum (also z.B. 1 bei 500 nm) nehmen kann, um zu extreme Zahlenwerte zu vermeiden. Es geht ja nicht um den Gesamtfluss, sondern um die Verteilung. Wobei ich oben nur den ersten der drei RGB-Punkte berechnet hatte. Hier die anderen (selbe Reihenfolge):

      RGB=226,197,95: 3700 K, d_uv=0.019; RGB=204,169,65: 3407 K, d_uv=0.018; RGB=237,212,100: 3792 K, d_uv=0.021.

      Den Grünstich (erkennbar am positiven delta_uv) würde man sofort bemerken; der Farbunterschied wäre geschätzt vergleichbar mit dem Sprung von 3600 zu 4500 Kelvin, nur eben in Richtung Grün statt Blau. Dass lässt vermuten, dass der Grün-Überschuss durch Inkompatibilität des LED-Spektrums mit dem Empfindlichkeitsspektrum der Kamera entsteht. Wenn dem so ist, dann sollte auf dem Foto ein klarer Grünstich zu erkennen sein. Wenn nicht, dann liegt es am FixFoto, dass hier evtl. was falsch interpretiert.

      Gruß, Ingo

      • Hallo Ingo,
        vielen Dank für die Erläuterungen und die Mühe.
        Die Sache mit dem Grünstich habe ich noch nicht ganz verstanden.
        Ich bleibe mal bei den berechneten u,v-Werten und ziehe zur manuellen Interpretation http://en.wikipedia.org/wiki/File:Planckian-locus.png
        heran.
        Dann trage ich
        u 0,221
        v 0,354
        ein. Dabei lande ich eher in einem gelblich/ocker-Bereich. So sieht das Bild auch aus.
        Den Grünstich bekomme ich wenn ich Weißabgleich auf Glühlicht stelle.
        Auch wenn ich http://en.wikipedia.org/wiki/File:PlanckianLocus.png nehme und etwa entlang der angedeuteten 3500K konstant korrelierten Farbtemp-Linie nach oben gehe, bin ich auch da noch im gelblich-ockeren Bereich.
        Wo liegt mein Fehler?

        • Hallo Jürgen,
          „Grünstich“ ist vielleicht nicht in jedem Fall ganz korrekt. Eine Verschiebung nach Grün ist es dann, wenn die Farbtemperatur nahe dem Tageslichtpunkt ist. Genau dorthin wird sie ja auch verschoben, wenn man den Weißabgleich einstellt, denn der ist nichts anderes als eine Rechenvorschrift für eine Transformation von der eingestellten Farbtemperatur (z.B. um 3000 K für „Tungsten“) hin zum sRGB-Weißpunkt 6500 K (manchmal auch 5000 K). Das entspricht einer „Drehstreckung“ der Farbvektoren, so dass aus einem Gelb- ein Grünstich wird.

          Das Gehirn nimmt vermutlich eine ähnliche Transformation vor, so dass eine gelbstichige LED mit 2700 K gegenüber einer Glühlampe auch eher grün- als gelbstichig wirkt. Gegen Tageslicht dagegen wirkt sie eher ockergelb.

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